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Eric Brody

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BEITRÄGE : 108
ALTER : 34 Jahre alt
Geburtstag: 7.9.
HERKUNFT : USA; Chicago
BERUF : Stallmeister

BeitragThema: Re: Boxen   Mo 30 Nov 2015 - 1:56

Eric schnaubte verächtlich, als Josy ebenfalls ihr Unverständnis darüber äußerte, dass James alleine losgezogen war.
„Nun. Offenbar sieht er das ein klein wenig anders.“
Eric ballte eine Hand zur Faust und unterdrückte den Wunsch, sich gleich noch eine Zigarette anzuzünden. Zum Teufel, wann war er zum letzten Mal so dermaßen unruhig gewesen? Und mit jeder Minute, in der McKinley und der Doc nicht wieder da waren, stieg diese Unruhe geradezu ins Unermessliche.
Auf seine Überlegung, in naher Zeit einen Suchtrupp zusammenzustellen, reagierte Josy sehr verhalten. Ob er es wirklich für eine gute Idee hielte, den Trupp loszuschicken. Die Tierärztin dachte eher daran, dass noch mehr Leute verlorengingen.
„Ich glaube, die Schlüsselwörter dafür wären Koordination und Absprache.“
Eric deutete ein kurzes Lächeln an, bevor er wieder mit finsterer Miene in den Regen hinausstarrte.
„Mich ärgert es nur über alle Maßen, dass jemand da raus soll, um Barnes zu suchen. McKinley und Ackles sind unverschuldet in das Wetter hineingeraten. James dagegen …“
Eric brach ab. Denn gerade tauchten zwei Pferde mitsamt ihren Reitern aus dem Regen heraus auf. Es waren Butterfly und Elvis. Gott sei Dank. Als die beiden näherkamen, stutzte Eric. Denn auf Elvis‘ Rücken saß nicht, wie erwartet, Doktor Ackles – sondern James. Wo bitte war der Doc?
Josy verabschiedete sich gerade für eine weitere Runde durch den Stall, als McKinley und James absaßen. Ziemlich direkt gab McKinley Entwarnung – er und auch Doktor Ackles seien lediglich mit einem Schrecken davongekommen. Und er erwähnte, dass James mit Elvis hatte helfen können. Letzteres ließ Eric eine Augenbraue hochziehen. Weshalb er lediglich nickte und langsam unter dem schützenden Dach hervortrat. Er fixierte James einen Moment lang, bevor er den ziemlich verdrießlich dreinblickenden Chris entdeckte. Er stiefelte mit tiefhängendem Kopf hinter den beiden Reitern her und blieb schließlich neben Eric stehen.
„Nein. Verletzte haben wir glücklicherweise keine. Lediglich bei den Vierbeinern gab es eine leichte Blessur. Aber auch nichts Ernstes.“
Eric deutete Chris, sich in Richtung Stall in Bewegung zu setzen.
„Sie sehen aus, als könnten Sie ein Bier vertragen. Oder besser: Einen Whiskey? Der wärmt auf. Entschuldigen Sie mich kurz. Ich bin sofort wieder bei Ihnen.“
Im Stall angekommen, sah sich Eric nach James um. Der konnte sich noch warm anziehen!
Unauffällig schlenderte Eric zunächst an der Box von McKinleys Stute entlang. Dort schien jedoch alles in Ordnung zu sein, weshalb er gleich weiter zu Elvis‘ Box. Denn dort befand sich der Engländer gerade.
Eric stand in der offenen Boxentür und atmete mehrfach durch, bevor er James ansprach. Er befand sich gerade in einer ziemlich explosiven Stimmung – und das war gefährlich. Weshalb sich Eric dafür entschied, auf lange Vorreden zu verzichten.
„Dass dein Alleingang mehr als bescheiden gewesen ist, brauch ich dir ja wohl nicht groß zu erklären; oder? Zugegeben, du hast McKinley und Ackles gefunden. Aber wenn du in die falsche Richtung gerannt wärst, müsste jetzt irgend ein armes Schwein da draußen rumlaufen, um dich zu suchen.“
Elvis, der immer noch nicht bei dem angekommen war, was sich als ruhig hätte bezeichnen lassen, trat unruhig von einem Fuß auf den anderen.
Eric betrat die Box und streichelte dem Wallach über den nassen Hals.
„Ein Alleingang in der Richtung kommt in Zukunft nicht mehr vor. Sonst lernen wir uns von einer ganz anderen Seite kennen. Verstanden?“


{Gespräch mit Josy / Ankunft der „Verlorenen“ / Anpfiff James}
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James Barnes

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BEITRÄGE : 250
ALTER : 34 Jahre sind es nun, die ich mich auf dieser Welt herumschlage.
HERKUNFT : Brite. Ein wahrer Brite mit Benehmen und passendem Humor.
BERUF : Obwohl ich eigentlich mindestens Profidressurreiter sein sollte, schlage ich mich als Pferdepfleger durch. Aber das mache ich verdammt gut.

BeitragThema: Re: Boxen   Mo 30 Nov 2015 - 16:06

Jeden Moment des Glückes musste man sich mühsam erkämpfen. Diese Lektion hatte James während seines Lebens mal auf die harte, mal auf eine etwas sanftere Art erlernen müssen. Auch jetzt, da er sich eigentlich einfach nur um Elvis kümmern und seinen kleinen Triumph genießen wollte, hatte das Schicksal andere Pläne mit ihm.
Er hatte die Schritte nicht gehört, dazu war er zu vertieft in seine Arbeit gewesen. Erst das Rucken des Lusitanokopfes zeigte ihm, dass jemand an die Box getreten war. Brody oder Bernard. Er tippte einfach mal nicht auf letztere, die hätte keine halbe Minute den Mund halten können. Natürlich hätte James auch einfach den Blick heben können, doch er beschloss, erst die letzte Gamasche zu lösen, bevor er sich dem Neuankömmling zu wenden würde.
Seine Vermutung, es könne Brody sein, bestätigte sich nur Sekunden später. Allein der Tonfall ließ ihn jedoch sogleich eine Augenbraue heben und den Klettverschluss der Gamasche etwas langsamer lösen. Oh ja, da zeigte wohl jemand sein wahres Gesicht. Sollte sich der Amerikaner ruhig lächerlich machen, indem er ihn hier anfuhr. Idiotischer Kindskopf.
James zog den Mantel aus Arroganz und Kälte fester um seine Schultern, ließ die Worte daran abprallen. Doch jener Mantel war nicht aus Ölhaut gefertigt. Viel eher war es ein Wollmodell – für geringe Menschen Ablehnung geeignet, doch mit dieser geballten Kraft an Vorwürfen für etwas, das richtig gewesen war, war er überfordert. Der Brite fühlte, wie sich seine Hand automatisch zur Faust ballte, als er sich erhob und dem funkensprühenden Blick der blauen Augen begegnete.
Sein Chef war kurz vorm Explodieren und das spürte auch Elvis. Der Wallach begann hin- und herzutänzeln, was auch nicht besser wurde, als Brody ihm eine Hand an den Hals legte. Ja, Eric Brody war offenbar nicht mit halb so viel Intelligenz gesegnet, wie er anderen weismachen wollte. James ignorierte ihn einen weiteren Moment lang, streifte dem Wallach das Halfter vom Kopf und drängte sich an Brody vorbei – kein leichtes Unterfangen, betrachtete man sich die Ausmaße dieses Schranks.
Vor der Box legte James die Gamaschen auf den schmutzigen Sattel. Ohne den warmen Pferdekörper fühlte er sich seltsam ausgeliefert. Schutzlos, obwohl er es gewesen war, der aus der Box getreten war. Hier, auf dem Asphalt der Stallgasse kam er sich wie auf dem Schulhof vor, wenn ihn einer der älteren Schüler angefahren hatte. Seine Hände erinnerten sich noch an das Gefühl, wenn Beton und Steinchen die Handflächen aufschürften. Seltsam, was einem in den Sinn kam, wenn der Tonfall entsprechend war.
Doch er konnte sich das nicht anmerken lassen. Dann hätte Brody gewonnen. Und er war im Recht. Schluss also mit der defensiven Haltung! Schluss mit dem Schweigen. Deshalb war er aus der Box getreten; um den Lusitano nicht noch aufzuscheuchen. Denn er hatte nicht vor, sich unterkriegen zu lassen.
„Oh ja, ich finde auch, dass es besser gewesen wäre, zu warten, bis Elvis und Butterfly durchgegangen wären und der Doktor einen Kollegen benötigt hätte“, antwortete James, die Stimme triefend vor Sarkasmus. Wie von selbst wanderte seine Augenbraue hoch, ein arroganter Zug spielte um seine Mundwinkel. „Dann hättest du den Suchtrupp nach Elvis hier organisieren können, nach dem Doktor und wer weiß, wie sich McKinley entschieden hätte – dem gestürzten Freund helfen oder einem guten Schulpferd folgen? Oh ja. Es war überaus kurzsichtig und dumm von mir gewesen, voraus zu gehen. Im Übrigen: hätte ich sie nicht gefunden, wäre ich zurückgekommen. Doch deine Sorge ehrt mich, Brody“, spottete der Brite und belud sich mit der Ausrüstung des Wallachs.


[Eric]
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Eric Brody

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BERUF : Stallmeister

BeitragThema: Re: Boxen   So 6 Dez 2015 - 20:28

Eric zog lediglich eine Augenbraue hoch, als Barnes ihn zunächst ignorierte. Die Stimmung des Stallmeisters war ohnehin schon kurz vor der Explosion – weshalb er förmlich hören konnte, wie das ohnehin schon sehr dünne Eis unter den Füßen des Pferdepflegers noch weiter zusammenschmolz.
Barnes schob sich an Eric vorbei und der Stallmeister spielte einen kleinen Moment mit dem Gedanken, einfach gegenzuhalten. James war ihm körperlich unterlegen – und Eric war nie der Typ dafür gewesen, einer Auseinandersetzung auf dieser Ebene aus dem Weg zu gehen. Aber hier war es etwas Anderes. Sie waren nicht gleichgestellt; James war ihm beruflich unterstellt.
Geistesabwesend strich Eric Elvis über das nasse Fell, während er auf die weitere Reaktion des Briten wartete. Und die folgte auch prompt. James Stimme ging geradezu vor Sarkasmus über und sein Gesichtsausdruck zeigte perfekt den überheblichen Briten, den er so gerne verkörperte.
Eric ließ James zunächst ausreden; wobei es ihn einiges an Selbstbeherrschung kostete, James in seinen indirekten Anschuldigungen nicht vehement zu unterbrechen. Weshalb er auch mehrfach tief – und unauffällig – durchatmete, bevor er James antwortete.
„Es geht nicht darum, dass ich dir deine zehn Sekunden Ruhm zu Nichte machen will, weil du derjenige gewesen bist, der die beiden gefunden hat. Es ist vollkommen richtig, dass jemand nach ihnen gesucht hat – man hätte das Ganze nur anders anpacken müssen. Du bist kein fünfzehnjähriger Grünschnabel, der Hals über Kopf einem verängstigten Mädchen zu Hilfe eilt!“
James‘ Kommentar darüber, dass er umgedreht hätte, wenn er die beiden nicht hätte finden können, ließ Eric nur leicht den Kopf schütteln. Er stieß ein verächtliches Schnauben aus.
„Das glaubst du doch nicht wirklich oder? Keiner dreht nach einer Weile einfach um und geht nach Hause, als ob alles in Ordnung wäre. Nicht einmal du.“
Eric konnte nicht verhindern, dass seine Gedanken abdrifteten. Er war auch schon einmal, ähnlich wie James, vollkommen allein losgezogen. Auch er war in den Wald gelaufen; um ein ausgebrochenes Pferd zu finden. Die Stute war einer seiner Schützlinge gewesen – weshalb Eric es damals als seine persönliche Pflicht angesehen hatte, die Stute zu finden und zurückzubringen.
Noch heute kam er nicht gegen das flaue Gefühl an, wenn sich ein Gewitter immer weiter näherte. Noch heute meinte er, die Spannung fühlen zu können, welche damals über ihn hinweggerollt war, als der Blitz keine hundert Meter von ihm entfernt in einen alten Baum eingeschlagen war. Hundert Meter konnten in so einem Moment verdammt klein und unbedeutend werden, war man einer solchen Naturgewalt ausgesetzt.
„Und glaub mir eines: Ein Gewitter kann sogar einem erwachsenen Mann verdammt gefährlich werden!“


{Gespräch mit James}
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Finnian McAllen
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ALTER :
Beruflich habe ich mit 23 noch einiges vor.

HERKUNFT : Mein Ursprung liegt in den unberührten Weiten NEUSEELANDS, dort wo Natur noch Natur ist.
AUSBILDUNG : Wahrscheinlich ist PFERDEPFLEGER nicht mein endgültiger Beruf, aber er ist eine Bereicherung.

BeitragThema: Re: Boxen   So 13 Dez 2015 - 19:15

Menschlichkeit wollte sich an Respekt messen. Aber Respekt nicht an Menschlichkeit. Es war schwer, dies in eine Gleichung zu bringen, die noch halbwegs Sinn machte und das war eine der Kuriositäten, die das Leben bereit hielt. Die meisten Erlebnisse ließen sich weder erklären, noch wirklich in Einklang miteinander bringen, sodass Berechnungen, wann das eigene Leben enden würde, im Endeffekt nicht mehr waren als diverse hellseherische Praktiken, von denen keine wirklich funktionierte. Für jemanden, der nicht an Hokuspokus, die Religion oder Menschlichkeit glaubte, war die Welt damit kaum mehr als das realistische Abbild einer fortschreitenden Technik, die auf einen alles entscheidenen Gipfel zuraste, der ihre Existenz auf den Nullstand zurückbrachte.
Zufälle ereigneten sich zwar, waren jedoch ebenso wenig erklärbar, wie die logisch begründete Existenz eines übernatürlichen Gottes. Dennoch glaubte Finnian an sie. Jedoch nur aus dem einfachen Grund, weil sie sich regelmäßig vor seinen eigenen Augen ereigneten, sodass er sich ihrer nur schwer entziehen konnte. Lillian Adams war ein solcher Zufall und glich zugleich beinahe einer Erscheinung, als sie zunächst urplötzlich vor ihm auftauchte und ihn mit ihrer bloßen Anwesenheit derartig aus der Fassung brachte, dass er redete wie ein Wasserfall. Ihre Konversation bestand jedoch nicht aus vielen Dialogwechseln, da die Schwarzhaarige, kaum dass sie aufgetaucht und in ihn hineingerannt war, auch schon an ihm vorbei hastete und davon lief. Skeptisch sah der Neuseeländer ihr hinterher, beschloss dann jedoch, dass sie nach weiteren Pferden zu sehen hatte, oder sich gar um ihren Liebsten kümmern wollte, mit dem es offenbar einige Meinungsverschiedenheiten gab. Woher Finnian das wusste? Er beobachtete gerne Menschen, um aus ihrem Verhalten zu lernen. Nicht etwa für sich, sondern viel eher, um sie einschätzen zu können. Er selbst war schließlich nicht zu tiefgreifenden Emotionen fähig, das war doch wohl klar.
Also steuerte der blonde, junge Mann die Stallgasse entlang, auf der ihm noch das ein oder andere bekannte Gesicht entgegen kam. Das von Mr McKinley war unter ihnen, ebenso wie das von Mr Barnes und dem Stallmeister. Ein schlichtes Kopfnicken war der einzige Gruß, den man diesen Menschen zuteil lassen konnte, wenn man nciht aufdringlich sein wollte und so gelangte Finnian ohne weitere Verzögerungen zu Finnicks Box. Bei dem Braunen angelangt, stellte er alle Utansilien ab und wollte gerade zu ihm treten, als er wilde Hufgeklapper auf der Stallgasse hörte, das verdächtig nach einem kleinen, ihm wohl bekannten Pony klang. Mit einem wissenden Grinsen drehte er sich um und sah auch schon eine nasse, wil gepunktete Kugel Fell auf sich zutraben, die offenbar wie allerhand Schabernack im Sinne hatte. Gaspar stoppte haarscharf vor ihm ab, doch bevor er sich einen Weg an dem Neuseeländer vorbeibahnen konnte, hatte der schon die Arme um den Hals des Ponys geschlungen und sah ihn mit einem tadelnden Grinsen an. "Wo soll es denn so schnell hingehen, junger Mann?" Beinahe ein wenig beleidigt blickte das Pony zu ihm auf und zupfte am Ärmel seines Poloshirts, als wolle es protestieren. Bevor sich Finnian jedoch weiter um den kleinen Übeltäter kümmern konnte, kam schon die Besitzerin auf ihn zugelaufen, mit der er bisher weitaus weniger Kontakt gehabt hatte, als mit dem Pony, das bei der Stallarbeit fast täglich den Pflegern das Leben schwer machte. Trotzdem hatte Finnian Gefallen an dem Kutschpony gefunden, das ihn stark an eine kleine, bunte Ausgabe von Finnick erinnerte. Immerhin stellte der auch einen Haufen dummes Zeug an, wenn man ihn nicht ordentlich beschäftigte. Wenngleich er dies mit weitaus weniger Impulsen tat, als es Gaspar zu tun pflegte. Der Warmblüter war wahrscheinlich die abgebrühtere Variante des aufgedrehten Guz. "Keine Sorge, nichts passiert. Ist ja nicht das erste Mal, dass er meint durch mich durchlaufen zu können." Mit einem schiefen Grinsen überließ er es der blonden Deutschen, den Wallach aufzuzäumen und hatte derweil Gelegenheit nach ihrem Namen in seinem Gedächtnis zu wühlen. Sie war die Deutsche auf dem Hof, das hörte man an ihrem Englisch, wenngleich sie dieses auch hervorragend sprach, aber dem Deutschen wohnte einfach eine gewisse Eigenheit in der Aussprache bei, die Muttersprachler niemals vollständig ablegen konnten, sodass man sie auf ewig ihres Landes identifizieren würde. Dass es ein "von..."-Name war, stand außer Frage und nach einigen Sekunden des nicht bemerkbaren Grübelns hatte Finnian auch den Namen endlich gefunden. Carolin von Meeden stand hier vor ihm und versuchte ihr keckes Pony aufzuhalftern, als gerade Finnick geräuschvoll schnaubend seinen Kopf über die Boxentür schob, um sich ein Bild davon zu machen, wie exakt seine Berechnungen in Bezug auf das Ausmaß der Situation vor seiner Box nun waren. Es war typisch für ihn.


{Lillian | Gaspar | Carolin | Finnick}
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BeitragThema: Re: Boxen   So 20 Dez 2015 - 18:15

Ponys waren immer gut für Überraschungen. Genau das war Gaspars Lebensmotto – oder schien es wenigstens zu sein. Er war eine kleine gepunktete Wundertüte. Nicht nur in der Hinsicht, was er so alles konnte, sondern auch, was er so an Mist anstellte. Vielleicht hatte er einen Napoleon-Komplex oder sowas. Zumindest gab es nie auch nur einen Tag, in dem er irgendjemanden überraschte. Und heute hatte er sich netterweise seine Besitzerin ausgesucht und war ihr davon getrabt. Eigentlich hatte Caro nie Angst um ihr Pony, selbst wenn er mal auf Wanderschaft über den Hof ging. Doch bei diesem miesen Wetter draußen vertraute sie dem ruhigen Charakter dann doch nicht so sehr, dass sie ihm nicht zutrauen würde, sich zu erschrecken und panisch im Wald zu verschwinden.
Doch zum Glück kam immer von irgendwo ein Lichtlein her – und sein Name war Finnian, der aufgrund seiner Ausbildung zum Glück schon die Bekanntschaft mit Guz gemacht hatte. Und scheinbar auch ein wenig Gefallen an ihm gefunden, denn er grinste, als Caro bei ihrem Pony ankam. Wenn sie es sich so überlegte stand ihm dieses Grinsen wirklich verboten gut… Aber das war ein ganz, wirklich ein ganz anderes Thema. Also das, nein, es gehörte einfach gerade nicht hierhin. Konzentration, Caro!, schollt sie sich, halfterte fix ihr Appaloosapony auf und hakte den Strick im Halfter ein. Ein leicht mahnender Blick bedachte das Pony, das unschuldig zu ihr hoch sah und dann seine Nase an ihrer Hosentasche rieb, in der sie wie immer Leckerchen hatte. Doch dieses Tier hatte wohl noch immer nicht verstanden, dass Leckerchen eine belohnende Funktion haben sollten und nicht mit mahnenden Blicken vereinbar waren.
Seufzend betrachtete sie Gaspar und wandte sich dann wieder der menschlichen stoppenden Wirkung zu. Ein Lächeln legte sich auf ihre Lippen, als sie Finnian ansah. Sie wusste so gut wie nichts über den Neuseeländer. Eigentlich komisch. Sie waren schließlich in einem Lehrjahr, liefen beide oft im Stall herum. Naja, gut, das war noch kein Garant für eine Freundschaft. Aber, wo sie schonmal beide hier waren, konnte man doch mal ein Gespräch anfangen. Oder?
“Er hält euch wohl öfter auf Trab, was? Das tut mir ehrlich leid, aber er ist eben ein Charakterpony.“, sagte sie und lächelte ein wenig verlegen. So mancher würde wohl denken, ihr Guz hätte nie ein Fünkchen Erziehung genossen. Leider hatte er das. Er war wahrscheinlich das besterzogenste Pony, das sie kannte. Er konnte auf Kommando Pfötchen geben – das war doch schon mal nicht übel! Naja, aber Charakter konnte man eben nicht ändern. Der kam dann eben doch ab und an mal durch und ließ ihn dumme Sachen anstellen. Bis jetzt war aber noch nie jemand zu Schaden gekommen, was ein guter Schnitt für die Jahre war, die sie ihn jetzt schon hatte.
Just in dem Moment, in dem sie geendet hatte, tauchte ein Pferdekopf im Boxenfenster neben ihnen auf. Der hübsche Braune war ihr noch nicht wirklich aufgefallen. Ein schneller Blick auf das Boxenschild verriet ihr Namen und Besitzer, der gerade vor ihr stand.
“Na, Hübscher? Musst du erstmal nachsehen, was hier vor sich geht?“, richtete Caro sich schmunzelnd an den Wallach.

Gedanken xx sammelt Guz ein xx Finnian&Finnick
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Finnian McAllen
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BeitragThema: Re: Boxen   Di 22 Dez 2015 - 17:00

Körperliche Größe sagte überhaupt nichts über die mentale Beschaffenheit eines Wesens aus, das kaum mehr vor Energie und Klugheit hätte sprühen können. Das eigenartige, kleine Phänomen, das sich Finnian in Form von Gaspar stellte, war eines, das nicht schwer zu analysieren war. Der Gepunktete langweilte sich im Stall und das zu jeder Uhrzeit. Selbst auf der Koppel fand der kleine Chaot selten den Zuspruch der anderen Pferde, den er gerne hätte, und so kam es regelmäßig zu kleinen Ausbrüchen. Bisher hatten sie den Miniappaloosa immer wieder einfangen können und nicht selten hatte man Finnian mit dieser Aufgabe beglückt. Denn die bereits ausgebildeten Pferdepfleger hatten wahrlich besseres zu tun, als ständig hinter dem kleinen Wallach herzulaufen und so manches Mal glaubte der Neuseeländer, dass man Gaspar vermutlich einfach laufen ließe, weil man keine Lust mehr hatte, ständig ein Auge auf ihn zu haben, sodass Finnian der Einzige war, der noch öfters Kontakt mit dem kleinen Pferd hatte. Dabei konnte er nicht behaupten, dass ihm das sonderlich missfiel, denn Guz verstand es stets, dem angehenden Pfleger ein Grinsen abzuringen, wenngleich dieses die meiste Zeit über tadelnd und leidend zugleich war. Aber Finnian war sehr beschäftigungsintensive Pferde gewöhnt und hatte schon ab und an in einer freien Minute das ein oder andere Spiel mit dem Ponywallach getestet, sodass dieser zumindest eine Zeit lang etwas zu tun hatte. Finnick missfiel das sehr. Der eifersüchtige Warmblüter schien die Spiele für sich in Anspruch zu nehmen und unter sein Copyright zu stellen, zumal man meinen mochte, er halte sich für besser, weil er sie schneller lösen konnte. Dennoch war er kein klassisches, arrogantes Arschloch. Ebenso wenig wie sein Besitzer, dem zwar klar war, dass er klüger als die meisten Hofbewohner war, sich deswegen aber niemals über sie stellte. Natürlich entging ihm deswegen auch nicht, dass Carolin kurzzeitg ein wenig um Fassung rang, als sie ihn ansah, doch wirklich einordnen konnte er diesen kleinen Mimikausfall nicht. Sie ließ ihm auch nicht viel Zeit, sich länger darüber Gedanken zu machen und begann sogleich mit einer Frage und einer recht unpräzisen Feststellung, was Finnian einen etwas irrtierten Blick abrang. "Ja, er meint des Öfteren, dass es ein herrlicher Tag zum Spazieren gehen wäre, aber das ist zwar eine Charaktereigenschaft klassifiziert ihn jedoch nicht als herausragendes Charakterpferd. Alle Pferde haben Charakter und mir würde keines einfallen, das einen schwachen hat. Insofern ist Guz nur ein Pony unter vielen, das gerne etwas mehr beschöftigt werden will." Seine Ausführung war nüchtern, hätte bei anderen Bewohnern vielleicht aggressiv geklungen, aber bei Finnian ausschließlich wie eine sachliche Einschätzung. Er konnte nicht anders und er würde scherzhafte Interaktion sowie Smalltalk niemals wirklich verstehen.
Kaum hatte Caro die Halfterschnalle um den Ponykopf geschlossen, wandte sie sich an Finnick, der mürrisch heukauend über die Boxentür sah und sein Gegenüber kritisch beäugte. Er war ein Prachtexemplar von einem Pferd und hätte sicherlich die ganz großen Preise gewinnen können, aber Finnian war kein Turnierreiter. Zumindest nicht oft. Manchmal fand er zwar gefallen an einem kleinen Geländeparcour, doch die meiste Zeit genoss er lieber die Zweisamkeit mit dem ebenbürtigen Gehirnsportler. Offenbar wussten nun jedoch die beiden Genies nicht mehr wirklich, was sie noch sagen sollten, denn Caro's Fragen hätten unspezifischer kaum sein können und logische ntworten waren daher kaum möglich. Somit blickten jetzt gleich zwei fragende Augenpaare die Blondine und ihr Pony an und schienen ein wenig überfordert.


{Gaspar | Carolin | Antwort | Finnick | Irritation}
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Lawrence McKinley
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ALTER : Die Zeit ist das Kostbarste, was wir haben, deswegen achte ich auch nach 52 Jahren noch sehr genau auf sie.
HERKUNFT : Als Heimatliebhaber habe ich Kalifornien immer die Treue gehalten.
BERUF : Der Verantwortung als Hofleiter und Dressurlehrer kann und sollte man sich nicht entziehen.

BeitragThema: Re: Boxen   So 10 Jan 2016 - 21:32


PLOT 7

Kommt Zeit, kommt Rat…?!

Kaum dagewesen sind sie nun auch schon wieder vorbei. Die Weihnachtstage, die Silvesterfeiern und die Neujahrsspringen. Stattdessen ist wieder einmal die Zeit der Lernphase angebrochen und so rauchen in jedem auffindbaren Azubicottage die Köpfe über den theoretischen Aufzeichnungen. Die Tage sind vollgepackt mit Lernen und man weiß kaum noch, wie man regelmäßig die Pferde versorgen soll, ohne die wichtige Lernzeit zu verlieren. Wie üblich gibt es auch auf den HMS Frühstarter und Spätbeginner. Somit können manche entspannt der Prüfungsphase entgegensehen, während sich andere in drückender Zeitnot wiederfinden und die Nächte durchpauken.
Das praktische Training ist offiziell seit einem Tag beendet und die Azubis müssen ihre Trainer nun direkt um zusätzliche Trainingseinheiten bitten, wenn sie welche haben möchten. Doch auch die haben nicht den ganzen Tag Zeit und da nach den theoretischen Prüfungen eine einzige praktische Durchlässigkeitsprüfung zur Zwischenbilanz ansteht, entsteht im Prüfungsstress auch noch eine Kabbelei um Trainingseinheiten. Passend zur Stimmung ist auch das Wetter, das ganz in grau gekleidet jegliche gute Stimmung zu unterbinden versucht. Einzig und allein der vor zwei Tagen gefallene Schnee, der über Nacht durch Neuschnee aufgefrischt wurde, lädt zum ausgelassenen Herumtoben ein. Aber wer hat dafür schon Zeit, wenn die Arbeit ruft? Einige versuchen sich mühsam ihren Frohsinn zu bewahren, während andere in eine kleine Winterdepression verfallen, doch mit der Zeit sollte auch Rat kommen oder? Und eigentlich ist doch immer jemand da, der einem irgendwie weiterhelfen kann. Sei es nur mit einer Tasse Kakao und einem offenen Ohr.

> Donnerstag, 04. Februar
> nach dem Mittagessen, ca. 13.30
> kalter Tag, ca. -7°
> gute 20cm Schnee auf ungeräumten Strecken, stellenweise Glätte, grauer Himmel

Der Tagesplan ist euch freigestellt. Die Straßen sind geräumt, sodass eure Charaktere problemlos in die Stadt gelangen können, nur auf dem Hof sind ausschließlich die Hauptwege geräumt, sodass sich an einigen Stellen Eis gebildet hat.
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Dean Morris

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BeitragThema: Re: Boxen   Di 5 Jul 2016 - 14:06

Dean lebte für seine Pferde. Oder eher für Pferde generell. Er war mit ihnen aufgewachsen, er hatte schon reiten können, bevor er überhaupt eingeschult wurde. Es war ein Teil seines Charakters, jede freie Minute mit den Vierbeinern verbringen zu wollen. Er genoss jeden Moment seines Lebens, die er auf einem Pferderücken oder in einem Stall verbringen durfte. Also konnte man auch sagen, dass es ganz natürlich war, dass er seine Pferde liebte. Goldie und Chance waren sein Lebensinhalt - und für sie würde er alles tun, was in seiner Macht stand, um sie glücklich zu machen. Auch, wenn er sich nun dem Springen widmete und nicht mehr der Dressur, genoss er es, mit seiner Goldie zu arbeiten, und einfach nur auszureiten. Das gehörte für ihn auch dazu.
Das war in Großbritannien so gewesen; und das hatte sich auch in den Staaten nicht geändert. Dean war hier, um Erfahrungen zu sammeln: Erfahrungen, um irgendwann den Stall seiner Eltern zu Hause zu leiten. Vielleicht würden sie ihn dann irgendwann so anschauen, wie sie seinen ältesten Bruder angeschaut hatten, als er zu Olympia zugelassen worden waren. Er hoffte es. Er hoffte auch, dass sie irgendwann akzeptieren würden, dass man auch Dressur und Springen reiten konnte - dass Dressur eben nicht die beste Reitart von allen war, sondern sie alle gleichwertig und gleich wichtig waren. Vielleicht. Irgendwann. Und bis dahin war er ein Teil der Staaten, ein Teil der Heaven Meadows. Er war schon eine ganze Weile hier, fast ein ganzes Jahr. Und klar, er mochte es hier. Aber er hatte Heimweh. Und der Tee hier war schon echt scheiße.
Davon mal abgesehen, dass er seine letzten Vertrauten auch zurücklassen durfte. Er hatte nie so viele Freunde gehabt. Aber hier kannte ihn niemand so wirklich, und das machte es für einen fragilen Charakter wie ihn nicht gerade einfacher, zu überleben. Aber es war okay. Er hatte immer noch seine Pferde. Er machte Fortschritte mit seiner tickenden Zeitbombe, und Goldie und er genossen die Zeit zusammen, jetzt, wo sie sich nicht mehr gegenseitig forderten, besser zu werden und mehr zu schaffen. Sie schafften mehr, weil sie es wollten. Freiwillig. Und das war gut. Das tat den Beiden viel besser als der ewige Leistungsdruck.
Und so freute er sich umso mehr, wenn er Chance trainieren durfte. Der Wallach wollte arbeiten und wollte lernen - und Dean wollte das auch. Genau deswegen holte er an diesem schweinekalten Tag trotzdem noch seinen Holsteiner raus. Der Brite kannte das kalte Wetter, genauso wie das Pferd - sie hatten keine Probleme damit. Und die Halle war groß genug, dass sie wohl ein ordentliches Springtraining hinlegen konnten, auch wenn jemand meinte, dass er jetzt auch reiten müsste. Immerhin war Chance relativ verträglich - da musste Dean keine Angst vor ein bisschen Getümmel haben. Und so band er seinen dunklen Wallach in einer Putzecke an, und begann, ihn sauber zu schrubben - er hatte wohl gemeint, sich auf dem Paddock in eine Matschpfütze legen zu müssen, der Dreckspatz.
{ in Gedanken | putzt Chance }
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James Barnes

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BeitragThema: Re: Boxen   Di 12 Jul 2016 - 21:38

Scheiße.
Eigentlich war James kein Freund von Kraftausdrücken. Er fand sie unschicklich und meistens unnötig. Alles, was solch ein Ausdruck aussagte, war die Tatsache, dass sich der Fluchende ärgerte. Und das konnte man nun wirklich auch anders zeigen. Durch eine finstere Miene, einen kalten Blick oder die leichte Verkrampfung in den Schultern, die zwar ebenfalls typisch für Muskelkater war, aber eben auch für schlechte Laune.
Zudem gehörten Flüche in das Millieu von James' Eltern und diesem Bereich war er entflohen. Nicht, dass er schon viel weiter wäre, als ein Hilfsarbeiter. Aber er hatte Freunde in den oberen Kreisen, sein Name war in den oberen Spalten der Dressurranglisten erschienen. Warum er trotzdem nicht zufrieden war? Wegen des verdammten Tempus! War! Das alles war in England gewesen, vor Jahren. Er hatte gehofft, auf diesem Hof wieder durchstarten zu können. Isaac war hier und James hatte gehofft, dass das für ihn irgendeinen Vorteil bieten könnte. Und die McKinleys boten Pflegepferde. Pferde, mit denen man theoretisch durchstarten könnte.
Wäre da nicht das Problem mit Obscurus Saeculum.
Saeculum war ein phantastisches Pferd, aber er und James kamen allmählich an ihre Grenzen. Der Hengst beherrschte die schwersten Lektionen, aber als Barockpferd geriet er eben an seine Grenzen. Gegen die meisten anderen Sportpferde würde er nicht bestehen können und James sah es, bei aller Liebe zu dem schwierigen Pferd, nicht ein, dass er auf Turnieren hinten bleiben würde. Er hatte jetzt etwa ein halbes Jahr mit ihm trainiert und er war erfahren genug, dass er wusste, dass ihre Grenze am Treppchen endete. Nicht darauf. Das kotzte James an. Es kotzte ihn wirklich an und er könnte hier und jetzt lauthals zu fluchen beginnen. Aber das war ja nicht sein Stil.
Ein James Barnes biss die Zähen zusammen und entwickelte einen Ausweichplan.
Besagter Ausweichplan sah zu gut aus, hatte blondes wuscheliges Haar und ein Dressurpferd, das als Freizeitgaul verkam.

James hatte Dean von der Futterkammer aus erspäht, wo er die Kraftfutterrationen für den Abend kontrolliert hatte. Natürlich war der blonde nicht zu seinem Fuchs, sondern zu dem Braunen gegangen. Um James nicht falsch zu verstehen; er hatte nichts gegen Springpferde. Sie interessierten ihn nur einfach nicht. Und er verstand nicht, warum sich jemand über Hindernisse wuchten ließ – Isaac hatte es ihm mehrfach zu erklären versucht, war aber nie erfolgreich gewesen – statt durchs Viereck zu tanzen. Aber gut, des einen Leid, des anderen Freud.
James hatte noch keinen genauen Plan, denn bisher war ihm Dean ziemlich egal gewesen. Oder höchstens ein nettes Objekt zum Betrachten oder für nicht sehr jugendfreie Träume. Jetzt allerdings war er auf der Liste „bedeutender Menschen“ sehr weit nach oben gerutscht. Das hieß für James an diesem bitterkalten Tag eines: Kontaktaufnahme.
Mit tief in den Taschen seiner Jacke vergrabenen Fingern schlenderte er auf den jungen Mann zu und lächelte sogar recht freundlich, wenn auch nicht breit. Würde man ihn fragen, würde er sich mit der Kälte herausreden. „Schon Feierabend?“, fragte er nach einem leisen Räuspern, um
Toretto's Last Chance nicht zu erschrecken. Die Anrede war doch durchaus vielversprechend. Immerhin waren sie Kollegen und normale Kollegen fragten sich sowas doch – oder?


[Gedanken und Pläne | spricht Dean an]
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Dean Morris

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He's to become the HORSE COACH of the HMS.


BeitragThema: Re: Boxen   Mi 13 Jul 2016 - 9:04

Um Dean herum hätte eine Bombe hochgehen können - er war mit seinen Pferden zusammen, also störte ihn das nicht. Chance war beim Putzen ruhig, entspannt, nahm brav den Kopf runter und winkelte ein Hinterbein an. Klar, manchmal hatte der große dunkle Wallach das Temperament eines Teufels - aber das schweinekalte Wetter bremste selbst ihn. Und so konnte Dean ihn in aller Ruhe tiefenrein putzen und noch leicht massierte. Das war Therapie für Pferd wie für Reiter. Es war ein langer Tag für den Pferdetrainer gewesen, der Abschluss einer noch längeren Woche. Einmal mehr hatte er sich gegen Brody durchsetzen müssen - nur, weil die beiden mehr oder weniger die wichtigsten Positionen im Stall bekleideten, hieß es noch lange nicht, dass sie auch immer einer Meinung waren. Und dann standen die ersten Prüfungen vor der Tür, und da waren die Augen eines reinen Trainers auch mal genug, wenn es um die Stellungsverbesserung oder anderem ging, was die Auszubildenden nunmal gerade brauchten.
Umso mehr freute er sich jetzt auf seine Zeit mit seinen kleinen Goldschätzen. Chance kam wie üblich zuerst raus - für ihn brauchte Dean oft mehr Energie, denn Goldie war vom Verhalten her meist einfacher und ließ sich besser kontrollieren. So konnte er sich bei Chance fast auspowern und dann ein entspanntes Training mit seiner Lieblingsstute hinlegen. Die würde sie immer bleiben - immerhin war sie ein besonderes Pferd, ganz besonders für ihn, der sie nunmal selbst ausgebildet hatte. Es war der Anfang einer Leidenschaft gewesen, der mit ihr angefangen hatte. Ohne sie wäre er vermutlich nie ein Trainer geworden. Und ohne sie wäre er vielleicht auch nie auf den Springsport gekommen. Aber das war eine Geschichte für ein anderes Mal.

Gerade war Dean am letzten auszukratzenden Huf zugange, als am Kopf seines Pferdes eine angenehm klingende Stimme erklang. Einen Moment brauchte Dean, um zu verstehen, was genau er da gerade hörte. Dann fiel es ihm ein: that was British. Es war ein anderer Akzent, als man ihn oben in Newcastle sprach - aber es war definitiv ein Akzent der Insel. Es war lange her, seit er ihn gehört hatte; umso größer war die Freude. Er beendete seine Arbeit, um sich dann aufzurichten und den Landsmann anzugrinsen. Es war der Pferdepfleger - Barnes. Oder so? Er hatte auch mal einen Vornamen aufgeschnappt, doch bisher hatten sie nie so viel miteinander zu tun gehabt, deswegen war er sich nicht mehr sicher. Irgendwas mit M. Oder J, vielleicht.
"Der Feierabend beginnt, die Arbeit geht weiter.", scherzte Dean vergnügt, und er konnte geradezu fühlen, wie sich sein eigener Akzent ungefähr tausend Mal verschlimmerte, als wenn er sonst mit irgendwem vom Stall redete - viele Amerikaner verstanden ihn nicht, wenn er in seinem Dialekt loslegte. Er wohnte wohl doch zu nah an der schottischen Grenze. Jetzt bei dem anderen Mann brauchte er sich wahrscheinlich nicht so viel Mühe geben. Und dann, als er seinen Wallach auf die Kruppe klopfte, bevor er auch den Hufkratzer wieder zurück in den Putzkasten warf, nahm er sich eine Sekunde, um sein Gegenüber anzuschauen. Dunkle, wilde Haare. Scharfe Gesichtszüge. Nicht ganz frisch rasiert. Helle Augen. Lang. Schlank. Genau sein Typ.
Aber darüber machte sich Dean keine Gedanken. Immerhin war es nur eine Phase gewesen, nicht wahr? Er war nicht - was auch immer die haben wollten. Er war nur ein Mann, der auf Frauen stand, und anscheinend eine Weile verwirrt gewesen war. Das hatten ihm jedenfalls seine Eltern so eingetrichtert, als sie herausgefunden hatten, warum ihn das gesamte Rugbyteam zusammengeschlagen hatte. Vielmehr wollte er sich darauf konzentrieren, warum Mr Barnes mit ihm redete - sie hatten noch nie viel miteinander zu tun gehabt. Natürlich beschwerte er sich nicht - er war immer wieder gern offen für was neues. Trotzdem würde er sich lieber auf sein Pferd konzentrieren.
"Wieso? Gibt es ein Problem?", fragte Dean. Und dann fiel ihm auf, dass die Fragen vielleicht als unhöflich angesehen werden könnten. "Mit den Pferden, meine ich. Im Stall. Ist alles in Ordnung? Oder werde ich gebraucht?"


{ putzt Chance | Gedanken | JAMES | Antwort }
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BeitragThema: Re: Boxen   Sa 16 Jul 2016 - 21:52

Der Kleine war fast schon niedlich, wie er ganz versunken in die Arbeit mit Last Chance war. Wirklich süß. Scheinbar war er jemand, der sich von so ziemlich nichts aus der Ruhe bringen ließ, wenn er mit Pferden zusammen war und wahrscheinlich auch alles für ihr Wohlergehen tun würde. Das war gut und eine Basis, auf der man arbeiten konnte. James musste jedoch davon ausgehen, dass er nicht nur ein Pferdefreund war, sondern auch Ahnung von ihnen hatte. Einem dummen Freizeitreiter hätte der schwarzhaarige Brite durchaus einen Bären aufbinden können. Ein wenig davon geredet, dass Sportpferde dringend in ihrem Metier bewegt werden mussten, dass man sie auf jeden Fall in ihrer Klasse auf höchstem Niveau reiten musste. Oder anderes in der Art. Ein ahnungsloser Idiot in einer perfekten Welt würde darauf anspringen und ihm die Zügel des gewünschten Pferdes in die Hand drücken. Aber Morris war wahrscheinlich kein Idiot und die Welt war alles außer perfekt. Deshalb musste James vorsichtig vorgehen. Freundlich. Er musste freundlich sein und Freundschaft aufbauen. Für andere wäre das eine ziemlich einfach Aufgabe. Aber er hatte in den letzten 34 Jahren etwa drei Mal Freundschaften geschlossen, die ihm etwas bedeuteten. Nun gut. James musste hier ja keine wahre, immerwährende Freundschaft aufbauen. Er brauchte nur das Pferd. Dean Morris als Person konnte ihm vollkommen egal sein.

Und doch hatte er etwas, das ihn ansprach. Wahrscheinlich lag es in der Art, wie er sich aufrichtete. Nicht, dass man unter der Winterkleidung viel Körper erahnen könnte, aber die Bewegungen waren nicht die eines Mannes, der Muskeln nicht einmal buchstabieren konnte. Und im Grinsen, das er ihm einfach so schenkte, lag auch etwas, das James einen kleinen Knoten in den Magen machte. Seine eigenen Mundwinkel hoben sich diesmal ehrlich. Er konnte einfach nicht anders.
Einen kurzen Moment lang tat es James leid, dass er ihn auszunutzen gedachte. Dann rief er sich all die Erniedrigungen ins Gedächtnis. Die Welt war schlecht. Wer gut war, wurde unweigerlich bestraft. Das war wie ein Naturgesetz. Der Kleine musste das auch noch lernen.
Dennoch fühlte James, dass sich seine Schultern anspannten. Morris war ziemlich arglos. Scheinbar war James' schlechter Ruf noch nicht zu ihm durchgedrungen. Sonst würde er jetzt sicherlich nicht grinsen und mit breitestem nordenglischen Akzent antworten. Kein Unterschichtakzent. Gepflegt, aber auch nicht der eines blasierten BBC-Sprechers und ohne einen nicht-britischen Einschlag. Auch kein Schotte. In den zweifelhaften Genuss dieses Akzents war er durchs Isaacs Herzensdame gekommen. Schrecklich. Da konnte man auch im Cockney-Dialekt sprechen. Oder noch viel schlimmer – australisch. Wer seine Zunge nicht unter Kontrolle hatte, sollte eigentlich einfach den Mund halten, bevor so etwas rauskam.
Nein, Morris' Akzent war angenehm und James musste breiter lächeln. Auch die folgenden Worte waren niedlich. Ein Kind, obwohl er ganz eindeutig erwachsen war.
„Wenn sich in den letzten fünf Minuten nichts geändert hat, wovon ich nicht ausgehe, ist alles ruhig“, antwortete der Schwarzhaarige freundlich. „Du bist nur der einzige, der sich bei dem Wetter in den Stall zu trauen scheint. Von Masen und seiner….“ James konnte sich grade noch davon abhalten, ein wenig schmeichelhaftes Schimpfwort für die stinkreiche Chinesin zu nutzen. „Freundin abgesehen. Falls du in die Halle wolltest mit dem Schönen hier.“ Komplimente für Pferde, hatte der Brite gelernt, kamen immer, absolut immer gut an. Aber er würde es nicht übertreiben dürfen. Er würde arbeitsfaul wirken, wenn er länger hier herumlungerte, ohne in ein echtes Gespräch verwickelt zu sein.


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BeitragThema: Re: Boxen   So 14 Aug 2016 - 13:22

Der Blick, den Barnes auf Dean warf, machte ihn unruhig - und er wusste nichtmal, was es war, was das zu bedeuten hatte. Er erschien freundlich, ein wenig überrascht über den britischen Akzent, und überhaupt nicht denkwürdig. Nur ein Mann, der in der Stallgasse ein wenig Smalltalk betreiben wollte; nicht, dass das hier unbedingt so üblich war. Obwohl Dean sich fast mit allen ziemlich gut verstand, war es bei ihm noch nicht so weit, dass er mit jedem per Du war und stundenlang abhängen konnte. Das wollte er ja auch gar nicht. So, wie es jetzt war, war es gut - hier fühlte er sich wohl, obwohl manche amerikanischen Ausdrücke dafür sorgten, dass sich ihm die Zehennägel kräuselten. Aber er konnte daran nichts ändern, also musste er damit leben. Es war ja auch nichts lebenswichtiges.
"Ich dachte schon", erwiderte Dean mit einem erleichterten Lachen - das hatte ihm jetzt auch noch gefehlt, dass ihm noch nichtmal sein Feierabend mehr vergönnt war. Klar, er würde sich niemals beschweren, jemandem zu helfen. Er war Trainer geworden, um Menschen und Pferden dabei zu helfen, ihr Bestes zu geben und zu verbessern, und dann würde er nicht auf einmal damit aufhören, nur weil er sich lieber um sein Pferd kümmern wollte. Klar, Chance war noch jung und brauchte die Aufmerksamkeit, sogar eine Menge davon. Aber die konnte er ihm auch noch eine Stunde später geben. Das würde ihm der Braune sicherlich nicht übel nehmen; hatte er noch nie.
Chance beäugte den Fremden nun interessiert. Vermutlich kannte er Barnes schon besser als Dean es tat, immerhin war der Pferdepfleger jeden Tag mit Futter unterwegs und kümmerte sich darum, dass die Pferde auf die Weide kamen und alles drum herum. Und so spitzte der Holsteiner die Ohren und reckte den Kopf, auf der Suche nach einem Leckerli oder etwas Hafer. Dean beobachtete das kurz, lachte, und zupfte leicht am Strick, um seinen Wallach zur Ordnung zu rufen. "Es gibt kein falsches Wetter, es gibt nur falsche Kleidung.", sagte er dann zu seinem Gegenüber, immer noch zu Späßen aufgelegt, unwissend der Sachen, die der Pferdepfleger mit ihm vor hatte. "Aber ich glaube, wir als Briten sind auch was anderes gewöhnt als die ganzen Ammis hier" Er lachte, und entschied sich dafür, nicht an Chance weiter zu arbeiten, sondern sich erstmal zu unterhalten. Barnes schien recht freundlich zu sein.
"Ja, das hatte ich vor. Sonst ist er in ein paar Tagen unhaltbar.", erzählte Dean bereitwilig. "Und was hast du vor, -?" Er hielt an der Stelle inne, wo eigentlich ein Name hingehörte, und runzelte leicht die Stirn. "Entschuldigung, ich habe deinen Namen gar nicht mitbekommen. Ich bin Dean, übrigens."


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BeitragThema: Re: Boxen   Do 1 Sep 2016 - 22:07

Lachen.
James spürte, wie ihm ein warmer Schauer über den Rücken lief, und sich der Knoten in der Magengegend fester zuzog. Die Seite in James, die trotz allem noch gut war, die ein schlechtes Gewissen empfinden konnte, setzte zu einer gehörigen Ohrfeige an. Es war einfach nicht richtig, was er hier tat. Da stand ein junger, wohlerzogener Mann vor ihm; hübsch, mit Grübchen und einem so warmen Lachen, wie James es schon lange nicht mehr gehört hatte. Aber wahrscheinlich war er genauso wie alle reichen Leute, die sich zwei Sportpferde und feine Klamotten leisten konnten. Da musste sich James gar nichts vormachen. Jeder, der Geld hatte, war irgendwie gleich. In ihnen allen steckte etwas Schlechtes, das sie nur deshalb nicht zeigen mussten, weil es ihnen an nichts fehlte. In der Schicht, in der James aufgewachsen war, zeigte sich die Schlechtigkeit nur so deutlich, weil man sich irgendwie durchboxen musste. Wer jedes Unglück mit einer Abhebung auf der Bank bereinigen konnte, musste weder lügen noch stehlen noch betrügen.
Tja. James hatte kein gefülltes Bankkonto. Er hatte also alles Recht, ein ekelhafter Kerl zu sein.

Chances Beschnuppern quittierte James mit einem leisen Lächeln. Pferde waren so einfach. Der Typ, der immer mit dem Futter kam, musste doch auch jetzt Futter haben. So einfach war deren Welt. Vielleicht noch gepaart mit Freundlichkeit oder schlechten Erfahrungen, die sie zu Vorsicht und manchmal Aggressivität veranlassten.
Trotzdem intervenierte Barnes nicht, als Dean sein Pferd zur Raison rief und zu sprechen fortfuhr. Seine Worte entlockten nun James ein Lachen und seine Finger wanderten durch sein Haar, zerzausten es. Leider kannte er sich zu gut und hielt für einen winzigen Moment in der Bewegung inne. Diese Bewegung kam immer, bevor er zu flirten begann. Aber das würde bei Dean nicht klappen – man sehe sich den Kerl nur an, viel weniger schwul als er konnte man nicht wirken! Reiß dich zusammen, denk an das Pferd, ermahnte sich James streng und lehnte sich mit dem Po leicht gegen die Anbindstange.
„Da spricht ein wahrer Brite. Aus welcher Region kommst du?“, fragte James nicht uninteressiert. Die blauen Augen registrierten, dass Dean angebissen hatte. Wie leicht Menschen durch Freundlichkeit doch zu täuschen waren!
Allerdings war wohl auch Barnes erster Eindruck bezüglich der Naivität nicht falsch, so bereitwillig, wie er hier losplauderte und sich gleich verriet. Offenbar war James' Erscheinung nicht so imposant, dass man sich alle Infos über ihn merkte. Nun gut, daran würde er arbeiten.
„James Barnes“, erwiderte er daher und streckte Dean die Hand hin. „Ich überlege, ob ich mit Saeculum Bodenarbeit mache. Mit meinem 'Pflegepferd'.“ Dieses Wort konnte James unmöglich ohne leichte Verachtung aussprechen. „Bewegen sollte ich ihn noch, aber eine ausführliche Dressurstunde muss heute nicht sein.“
Eigentlich konnte er grade stolz auf sich sein. Alle relevanten Informationen in zwei Sätzen, ohne aufdringlich zu wirken. Perfekt.


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BeitragThema: Re: Boxen   Sa 24 Sep 2016 - 12:06

Dean war nun schon ein halbes Jahr auf der Ranch - er war im zweiten Jahr dazugekommen -, doch noch immer hatte er sich nicht daran gewöhnt, wie die Menschen hier miteinander umgingen. Nie hätte er gedacht, dass er mal einen Betrieb finden würde, wo die Leute tatsächlich miteinander umgingen, als wären sie alle eine große, glückliche Familie. Das war noch immer ein seltsames Konzept für ihn, der aus einem Haus kam, wo die Kinder von einer Nanny großgezogen wurden und die Hausmädchen bald wöchentlich wechselten, weil sie nicht den Wünschen seiner Mutter entsprach. Klar hatte er eine Familie, und klar würde er sich für sie aufopfern. Aber hier hatten die Leute schon jetzt eine Kameradschaft entwickelt, die weit über das hinaus ging, was er bisher kennengelernt hatte. Und natürlich gab es auch mal einen Zwist, und natürlich waren auch nicht alle mit allen befreundet - seinen Gesprächspartner zum Beispiel hatte Dean vorher noch nie wirklich wahr genommen. Aber trotzdem war es möglich, einfach so mit Leuten ins Gespräch zu kommen. Das war sicherlich nicht typisch amerikanisch. Aber er bezweifelte auch, dass seine neue Wahlheimat typisch amerikanisch war.
Dean freute sich richtig darüber, dass er jetzt auch noch einen Landsmann hier gefunden hatte. Ein Teil von ihm vermisste die Insel, mit ihrem rauen Klima und der wunderschönen Landschaft. Nicht, dass es hier momentan auch so ungemütlich war wie in Europa, und wunderschön war es hier auch. Aber es war einfach ein anderes Land, und eine andere Kultur, und manchmal vermisste Dean alleine schon den Akzent der Briten - scheiß egal welchen. Sogar die Schotten hörte er lieber als manche Amerikaner.
"Aus dem Norden - Newcastle Upon Tyne", beantwortete Dean die Frage des Gegenübers. "Freut mich, dich kennen zu lernen, James. Aus welcher Gegend stammst du?" Und natürlich lief das Gespräch auch gleich weiter; viele, die hier lebten, schienen es verlernt zu haben, ein Gesprächsthema nach dem anderen zu verarbeiten. Stattdessen wurde hier wild mit Fakten und Fragen um sich geschmissen. Es gab schlimmeres, es könnte aber auch besser laufen. "Dann gesell' dich doch zu uns. Solange es dich nicht stört, dass wir sehr, sehr viel Galopparbeit machen, bist du herzlich Willkommen!" Dean freute sich immer über Gesellschaft beim Reiten. Auch wenn man dann hauptsächlich mit dem eigenen Pferd beschäftigt war, war es doch schön - und manchmal auch anspruchsvoll - nicht ganz alleine zu sein.


{ Gespräch mit JAMES }
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BeitragThema: Re: Boxen   Sa 1 Okt 2016 - 22:11

Intrigen zu spinnen war eine Kunst, die Kaltblütigkeit verlangte. Man musste Menschen ausspielen und manipulieren können, ohne je einen Gedanken daran zu verschwenden, dass es falsch war, was man tat. James hatte es einmal getan, also gedacht, dass sein Tun falsch war. Seit diesem Zeitpunkt war die Intrige verloren gewesen und er hatte einen harten Schlag einstecken müssen. Seitdem hatte er sich jedes Gefühl verboten, wenn er zu Intrigen und Machtspielen ansetzte.
Doch Dean machte es ihm so dermaßen nicht leicht. Dieses Lächeln, diese Freundlichkeit, Höflichkeit und Aufgeschlossenheit. Die Erwähnung von New Castle tat sein Übriges dazu. Vor James' Auge traten Erinnerungen an sein Turnier dort zu Tage, das erste Turnier, das er in der S-Klasse je gewonnen hatte, auf einem Spitzenpferd aus London. Er erinnerte sich an den Applaus, den kleinen Sprung, den der Hengst getan hatte, als die Siegerrunde losgegangen war. Die Musik, die Schleife. Das Preisgeld auf seinem Kontoauszug. Seinen Namen in der Reiterrevue. New Castle barg nur positive Erinnerungen und allein der Name ließ das Lächeln auf seinen Lippen echt werden.
Gleichzeitig bemerkte er, dass Dean kein Fan von der Art Gesprächsführung war, die man sich hier so schnell angewöhnte. Gut. Dann ließ er ihn eben ausreden, auch wenn er darauf brannte, dass er etwas zu seinem Kommentar über Saeculum sagte. Irgendetwas, wie schade es doch sei, dass er kein eigenes Pferd habe. Oder so. James hätte keine Ahnung gehabt, was er dann sagen würde. Aber es wäre schön gewesen.
„Es würde mich sehr freuen, mir mit dir die Halle teilen zu können“, antwortete er mit einem Lächeln und er meinte es so. Es war ein erster Schritt in die richtige Richtung und James spürte, wie seine Hand leicht zitterte vor Aufregung. „Galopparbeit stört uns nicht – oder eher nicht mehr. Saeculum ist schwierig, aber wir haben uns arrangiert. In fünfzehn Minuten in der Halle?“ Mit Berechnung drehte sich James leicht um, als wolle er gehen, als sei ihm ein Trainingspartner wichtiger gewesen als der Mensch dahinter. Dann jedoch drehte er sich doch wieder zu Dean und lächelte erneut. „Ich bin übrigens aus London, kenne New Castle aber. Oder zumindest den größten Stall dort von einem Turnier. Eine schöne Gegend.“


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BeitragThema: Re: Boxen   Di 11 Okt 2016 - 7:40

Dean war einer dieser Menschen, der an das Gute in seinen Mitmenschen glaubten. Wenn er so freundlich zu ihnen war, warum sollten sie es dann nicht zu ihm sein? Klar, damit war er ein paar Mal schon auf die Fresse gefallen, im wahrsten Sinne des Wortes. Das zweite Highschooljahr, zum Beispiel, als er versucht hatte, sich mit den coolen Jungs anzufreunden, und beinahe verhaftet worden war. Oder im College, mit diesem Jungen, der ihn an der Nase herumgeführt hatte, und dann sein Herz zertrampelt und seine Nase gebrochen hatte. Es gab noch viele andere Geschichten, die ihm eigentlich hätten zeigen sollen, dass die Menschheit verschlagen und bösartig war - doch er glaubte immer noch, dass die Idioten und Arschlöcher nur die Ausnahme waren, und er deswegen keine Sorgen haben brauchte. Das war naiv, doch das wurde Dean noch immer nicht bewusst.
So dachte er sich auch nichts dabei, dass James so offen auf ihn zu kam, direkt ein "Date" ausmachte und ein bisschen was über sich preisgab. Das war nicht - das war nichts weiter Besonderes. Weder in Amerika noch in England. Dean kannte das nur so, deswegen sah er das nicht irgendwie als aufdringlich oder unnormal an. Manchmal musste man einfach mit dem Kopf zuerst durch die Wand gehen, um neue Menschen kennenzulernen. Und sicherlich ging es James nur darum: einen neuen Menschen kennenzulernen. Er war immerhin offensichtlich mit guten Manieren ausgestattet, und offensichtlich Britisch. Da wurden nur gegen Deutschland Intrigen gesponnen, aber doch nicht gegen die eigenen Landsleute.
"Da hab ich meine Sommerpraktika während der Highschool verbracht!", gab Dean zu, mit einem weiteren Lächeln, als sie auf den größten Stall in Newcastle zu sprechen kamen. Immerhin war Deans Vater nur ein großer Name, besaß aber nicht den größten Stall im Landkreis. Und weil Dean ja hatte Erfahrungen sammeln sollen, war er, sobald er alt genug gewesen war, für den Sommer dorthin geschickt worden. Er hatte sich nie beschwert. "Okay, dann will ich dich mal nicht weiter von deinem Pferd abhalten - wir sehen uns gleich in der Halle!" Zugegeben freute er sich ein bisschen - sie könnten weiter über England reden, und er würde mit Chance nicht alleine in der Halle sein; wenn er Glück hatte, wäre der Wallach dann ein bisschen ausgeglichener - vorausgesetzt, das andere Pferd war es. Manchmal ließ sich der Holsteiner ja von den anderen Pferden mitreißen.

Also wandte sich Dean wieder dem Putzen zu, kratzte die Hufe aus, und holte dann die Reitsachen. Chance hatte, anders als seine kleine Goldie, sowohl einen Spring- als auch einen Dressursattel; das lag einfach daran, dass der Wallach für beides trainiert werden musste. Heute kam der Dressursattel raus - er hatte nicht vor, ihn zu springen. Es würde heute wahrscheinlich um Takt, Dehnung, Anlehnung und Rückenstärkung gehen - zumindest, wenn der Braune mitmachte. Aber er sah total begeistert aus, und das, obwohl sein Besitzer den Dressursattel mitbrachte. Also würde es wohl halb so wild werden. Dean sattelte seinen Wallach mit Bedacht; wenn er eins gelernt hatte, dann, dass es ganz egal war, wie wenig Zeit man zur Verfügung hatte, mit der Ausrüstung am Pferd musste man immer sorgsam sein. Wenn irgendwas auch nur einmal falsch lag, konnte das Sachen blockieren, die einem alles versauten. Und so ließ er sich seine Zeit beim Halftern und Trensen, und war erst zehn Minuten später mit allem fertig. Dann schnappte er sich seinen Helm und eine Gerte - die er vermutlich nicht brauchen würde, und machte sich auf den Weg in die Halle.


{ Gespräch mit JAMES | sattelt Chance | tbc.: Halle }
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Lawrence McKinley
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ALTER : Die Zeit ist das Kostbarste, was wir haben, deswegen achte ich auch nach 52 Jahren noch sehr genau auf sie.
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BERUF : Der Verantwortung als Hofleiter und Dressurlehrer kann und sollte man sich nicht entziehen.

BeitragThema: Re: Boxen   So 20 Nov 2016 - 16:28


Plot 8
Spaß ist der wichtigste Baustein des Lebens



Was wir mal wieder brauchen ist ein bisschen Party.
Nach den Prüfungen ist bekanntlich vor den Prüfungen. Aber bis dahin ist es noch ein weiter Weg und der wird vorerst etwas versüßt. Und zwar durch ein hofinternes Frühlingsfest. Die Sorgen der letzten Wochen und Tage fallen am Tag der Ergebnisbekanntgabe von den Schultern aller. Niemand ist in den theoretischen Prüfungen durchgefallen und sieht die Vollendung des Lehrjahres gefährdet. Somit gibt es einen Anlass zum Feiern, denn auch die Lehrer sind erleichtert, dass ihre Schützlinge eine weitere Etappe in ihrer Laufbahn genommen haben. Deswegen hat die Hofleitung in dem letzten Monat beinahe Tag und Nacht an ihrerm Vorhaben gefeilt, ein Fest auszurichten, bei dem jeder mit anpacken kann. Es soll allen Voran Spaß bringen und jedem ist es freigestellt, an verschiedenen Aktivitäten teilzunehmen. Doch was wäre so ein Fest ohne engagierte Leute? Bei zahlreichen Mitmach-Aktionen kommt jeder auf seine Kosten und kann die Gedanken an die Ausbildung und den Leistungsdruck getrost von sich schieben.
Auf den weitläufigen Wiesen, die direkt hinter dem Hauptgebäude der HMS angrenzen, sind Bierbänke und Tische aufgestellt, es gibt einen Grillstand, sowie eine Kuchenausgabe mit angrenzendem Beilagenbuffet und "alkoholfreier" Bowle (in die irgendwie doch ein ordentlicher Schuss gelangt ist) und eine Tombola mit allerhand reiterlichem und fußballerischem Equipment als Gewinn. Auf dem Fußballplatz wird ein kleines Turnier ausgetragen bei dem es heißt: Lehrer gegen Azubis. Und auf dem großen Reitplatz ist ein kleiner Trailpark für Ponyspiele aufgebaut. Es wird also allerhand geboten, sodass sicherlich für jeden etwas dabei ist und der Spaß nicht zu kurz kommt.

> Samstag, 26. April
> Startzeit: 18.00
> ca. 20°
> ein kalifornischer Frühlingsabend mit einem wundervollen Sonnenuntergang


Tragt euch bitte für die entsprechenden Aktivitäten im dafür vorgesehenen Thread ein.
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Terésa Rodriguez
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ALTER : Inzwischen ist sie schon 20 JAHRE alt - bald darf sie sogar legal trinken, dann ist sie wahrlich erwachsen.
HERKUNFT : Geboren noch in Spanien, ist Terésa allerdings in TEXAS aufgewachsen, was sie zu einem wahren Cowgirl macht.
AUSBILDUNG : Nach Jahren des Westernreitens hat sie dann doch die DRESSUR für sich entdeckt, und will nun irgendwann Profi werden.

BeitragThema: Re: Boxen   Sa 26 Nov 2016 - 7:18

Terésa hätte nicht gedacht, dass sie sich mal hier so wohl fühlen könnte.
Sie war ein Dorfmädchen, ein Ranchmädchen, und war es eigentlich gewöhnt, in einem alten, kleinen Stall den halben Tag mit Putzen zu verbringen. Manchmal erwischte sie sich dabei, dass sie mit Mistgabel und Mistkarre bewaffnet zu Pearls und Smarties Boxen lief und begann, den groben Dreck rauszuräumen. Sie verdiente sich eben damit ihr Geld, im Stall zu arbeiten, seit sie denken konnte - an diese Vollpension hier musste sie sich immer noch gewöhnen, und mittlerweile war sie eine ganze Weile hier auf dem Hof. Ansonsten fühlte sie sich aber zugegeben wohl. Neben dem Training mit Pearl, die inzwischen etwas ruhiger wurde und dank McKinleys Hilfe gute Fortschritte machte, um tatsächlich mal in M- oder S-Dressuren antreten zu können, hatte sie immer noch genug Zeit für Smartie, der an kleineren Westernaufgaben genauso viel Spaß hatte wie an ausgiebigen Ausritten.
Dennoch sattelte sie am Tag des Sommerfestes keines ihrer beiden Schätzchen. Das war eine Regel für die Reiterspiele: nur Reitschulpferde. Nach einiger Überlegung und dem Probereiten von zwei weiteren Pferden hatte sie sich für Capt'n Jack entschieden. Der Fuchsschecke war ein fröhlicher Zeitgenosse, mit dem sie auf dem Platz schon ziemlich Spaß gehabt hatte. Sie verstand nicht so ganz, warum er dieses Jahr keine feste Bezugsperson bekommen hatte - er war es sicherlich wert. Sie war auch ein bisschen überrascht, dass Lewis ihr erlaubte, ein Westernpferd zu reiten; bei seiner Strenge im Unterricht hätte sie jetzt felsenfest erwartet, dass er darauf bestand, ihr ein Dressurpferd aufzudrücken. Aber nein, sie durfte Western reiten - dass ihr das einen Vorteil verschaffen könnte, weil auf der Ranch die Arbeit vom Pferd aus zum Alltag gehörte, wollte sie nicht wirklich glauben. Immerhin waren die anderen alle angehende Profireiter und hatten, anders als sie, viel mehr Erfahrung in der gewünschten Disziplin.
"Aber das schaffen wir schon, was, Jackie?", murmelte sie leise zu dem Schecken, als sie ihn angebunden hatte. Sie kraulte ihn hinter den Ohren und holte sich die Putzsachen von ihm aus der Sattelkammer, bevor sie begann, ihn ordentlich zu putzen. Sie war nicht die einzige im Stall, doch es war ruhig - etwas, dass es nicht oft war, da hier so viele Leute zu unterschiedlichen Zeiten zu den Pferden ging. Sie vermisste die Stille im Stall manchmal, und ging einfach so kurz vor Sperrstunde nochmal herein, einfach nur, um den Stall mal in Ruhe genießen zu können. Gerade bei ihr mochte man gar nicht glauben, dass sie ein Mensch war, der sich dafür begeistern ließ.
{ bereitet Jack vor | in Gedanken }
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Lillian Adams
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ALTER : Die "Kleine" ist schon stolze, mutige 22 Jahre alt - wie die Zeit rast!
HERKUNFT : California girls are undeniable ...
AUSBILDUNG : Lillian hat es zwar schon geschafft, sich als Reiterin in der Branche einen Namen zu machen, doch jetzt will sie auch die Ausbildung zur Vielseitigkeitstrainerin hinter sich bringen.

BeitragThema: Re: Boxen   Di 20 Dez 2016 - 9:20

Shawty und Lillian waren in den letzten Wochen zu einem sehr guten Team zusammengewachsen. Noch immer trauerte Lilly Apokalypse hinterher, der ihr ja nun einfach das Herz gestohlen hatte. Dennoch hatte sie sich drauf konzentriert, mit ihrem derzeitigen Reitschulpferd zusammenzuwachsen, und inzwischen klappte das ganz gut; nachdem der dunkelbraune Wallach gelernt hatte, dass er sie nicht in den Sand setzen konnte, und dass sie ihn auch arbeiten ließ, wenn er nur geduldig genug war, wurde die Verbindung der Beiden von Tag zu Tag besser. Und heute würden die Beiden das wohl wieder einmal unter Beweis stellen können. Lilly freute sich schon riesig auf das Sommerfest - Pferdespiele machten ihr immer Spaß, auch noch als etablierte Turnierreiterin, und sie wollte es sich nicht nehmen lassen, da mitzumachen. Sie hatte immer mal wieder mit Shawty geübt, wenn sie neben dem Training ihrer eigenen Beiden noch dafür Zeit gefunden hatte, und Wendungen sowie schnelle Tempiwechsel klappten inzwischen einwandfrei.
Und so bewegte sich die Dunkelhaarige mit einem guten Gefühl in den Stall, als es Zeit wurde, ihr Pflegepferd vorzubereiten. Zuerst stattete sie Gunshot noch einen Besuch ab, der am Morgen schon seine tägliche Ration Arbeit bekommen hatte, und dann Pixie, die am Morgen mal wieder einen halben nervösen Zusammenbruch erlitten hatte. Die junge Stute machte trotzdem fantastische Fortschritte, und im Sommer würde Lilly sie vielleicht mal auf ein lokales Turnier mitnehmen - wenn sie sich denn gut anstellte bis dahin. Und dann holte sie Shawty. Zum Glück war der recht kleine Wallach nicht so eine Drecksau wie Gunshot, und musste so nicht noch einmal komplett gewaschen werden. Sie brachte ihn zum Putzplatz, wo sie auf Terry traf, die sie kurz grüßte; doch die beiden Mädels waren in einer Art Harmonie, die sie sofort festgestellt hatten, als die Spanierin zuerst auf den Hof gekommen war - und so waren sie sich einig, dass man um das Pferd herum nicht viel reden musste, denn die Gesellschaft des Pferdes war wertvoller als die jedes Menschen.
Für Lilly vielleicht nicht ganz für jeden. Aber das war wohl nebensächlich.


{ Gedanken | bereitet Shawty vor }
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Patrick Murray
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HERKUNFT : Geboren in Irland, aufgewachsen im irgendwie irischen Teil von Bosten, USA, fühle ich mich der irischen Nation doch ziemlich zugetan, auch wenn auf meinem Pass "Amerikaner" steht.
AUSBILDUNG : Westernreitlehrer werde ich in rund einem Jahr sein. Falls mich O'Donneil nicht vorher doch erschlagen hat.

BeitragThema: Re: Boxen   Sa 29 Apr 2017 - 22:08

Er war ein Idiot. Ein Volldepp, ein Narr, ein Tor. Ein Feigling.
Von draußen drangen die ersten Geräusche des Festes in den Stall und auch die Auszubildenden, die an den Reiterspielen teilnahmen, verursachten Geräusche. Man hörte Pferde, die die Stallgasse entlang schritten. Putzboxen, die auf und zu gingen. Menschen, die mit ihren Tieren sprachen. Patrick fühlte sich wie der Lauscher an der Tür, während er all diese Geräusche in sich aufnahm und versuchte, Frieden in ihnen zu finden, obwohl er spürte, dass das heute nicht gelingen würde. Der Ire saß auf einem kleinen Strohballen in Amys Box, verborgen von den Blicken Vorbeischlendernder, und beobachtete die Stute, die ihn ihrerseits ignorierte, seit sie alle Leckerli gefressen hatte. Normalerweise reichten einige Minuten bei seinen Pferden, um ihn klare Gedanken fassen zu lassen. Ihre Geräusche, die Gerüche, die Ahnungslose als Gestank bezeichnen würden, die Wärme des Pferdekörpers, das Kitzeln der suchenden Lippen an seiner Hand – das alles war für ihn Zuhause. Hier konnte er abschalten, hier konnte er seine Maske wieder aufsetzen. Und sich erfolgreich vormachen, dass er ein anderer, besserer Mensch war.
Doch heute würde das auch nach zwei oder drei Stunden nicht funktionieren.
Patrick war ein Feigling und inzwischen wusste er das auch.
Er dachte an den Spazierritt und daran, dass er wahrscheinlich die einzige Gelegenheit, mit Emma wirklich zu sprechen, verpasst hatte. Seitdem ging er ihr aus dem Weg, weil er nicht mehr wusste, wie er mit der ganzen Situation umgehen konnte. Er hatte Angst. Angst davor, Emma als Freundin zu verlieren, Emma an Noah zu verlieren und auch davor, sie als feste Freundin zu haben. Doch er wusste, dass er sie in seinem Leben haben wollte. Und auch das bedrückte ihn.
Patrick hatte erlebt, wie vergänglich das Leben war. Binnen Sekunden konnte einem alles genommen werden. Glück wich immer Pech. Nur die Zeitspanne des Glückes variierte. Wahrscheinlich hatte er auf der Ranch schon zu viel Glück genossen. Es wurde Zeit, dass er wieder Pech haben würde. Er hatte bemerkt, wie sehr es der angehenden Tierärztin zuschaffen gemacht hatte, dass er und Noah sich wie zänkische Weiber in den Haaren gelegen hatten – aber sich mit dem Australier zu vertragen, war so unmöglich, wie die Vergangenheit ungeschehen zu machen.
Der Ire seufzte und erhaschte so kurz die Aufmerksamkeit von Amy. In ihren braunen Augen lag ein Ausdruck, der klar besagte, dass sie ihm auch nicht helfen könnte.
„Ich sollte es ihr einfach sagen, oder?“, fragte er die Stute trotzdem murmelnd. Wenn er ihr sagte, dass er mehr wollte, als gelegentlich das Bett mit ihr zu teilen und sie als Freundin mit gewissen Vorzügen zu haben, würde er Gewissheit haben – oder? Nur müsste er dann damit klarkommen, wenn sie ihn ablehnte. Und davor hatte er fast noch mehr Angst als davor, diese bedeutungsschweren Worte überhaupt zu äußern.


[sitzt in Amys Box | jede Menge Gedanken | ANSPIELBAR]
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Ciara Rothwood

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ALTER : Man wird ja nicht jünger, aber bestimmt wird man mit den Jahren noch weißer. Mit meinen 29 Jahren bin ich das noch nicht wirklich.
HERKUNFT : Geboren und aufgewachsen im schönen New Orleans.
BERUF : Neben meiner Abreit als Pferdepflegerin und Azubidompteur, arbeite ich noch als Barkeeperin.

BeitragThema: Re: Boxen   So 30 Apr 2017 - 10:50

Ciara war froh, dass sie Reiterspiele nun zu Ende waren und sie sich nun entspannen konnte. Sie trenste Hidalgo ab und Streifte ihm das halfter über. Ehe sie erst das Zaumzeug, dann den Sattel mitsamt dem Pad verstaute. Sie strich mit der weichen Bürste über das Fell des Wallachs. Sie brauchte das gerade und etwas runter zu kommen. Das ganze Adrenalin vom Ritt waberte noch durch ihren Körper. Gedankenverloren legte sie den Kopf gegen den Hals des Fuchses. Eigentlich ging ihr nichts Bestimmtes durch den Kopf, aber hier und da zehrte die Schwangerschaft doch an ihrer Laune, was ihr Freund viel zu oft zu spüren bekam und das machte ihre Laune auch nicht besser. Nun stand sie hier, den Kopf gegen den Hals ihres Pflegepferdes gelehnt und stich ihm sanft mit der Bürste über Hals und Flanke.

Ärgerlich wischte sie sich die Tränen aus den Augen. Sie hatte ganz und gar die Zeit vergessen, als sie sich in Trance gebürstet hätte. Es hatte ihr gut getan. „Entschuldige, ich bin wohl ziemlich abgeschweift“ meinte sie entschuldigend zu dem Quarter Horse. Doch dieser schnaubte nur und stupste sie leicht an, was ihr ein Lächeln auf die Lippen zauberte. „Na komm. Jetzt darfst du in die Box und etwas Heu mümmeln.“ Meinte Ciara und setzte ihre Maske wieder auf. Sie musste noch ein paar Mal tief durchatmen, bevor sie den Strick löste und mit Hidalgo zur Box ging.

Sie hatte dem Fuchs Wallach eine Extraportion Hafer und Möhren in den Futtertrock getan. Als sie eine leise Stimme aus der Box nebenan hörte. Sie wusste dass Amy neben Hidalgo stand und das sich der Westernazubi Patrick Murray um die etwas schüchterne Stute kümmerte. Es ging sie eigentlich nichts an, doch er hörte sich so gar nicht an, wie der Patrick den sie sonst über den Hof laufen sah. Sie verließ Hidalgos Box, schloss die Tür und sah dann in Amys Box „Hey. Ist alles in Ordnung bei dir?“ ein fragender Blick lag in ihrem Gesicht. Eigentlich wollte sie etwas Sarkastisches einwerfen, doch irgendwie, wollte ihr davon nichts über die Lippen „Du siehst ziemlich betrübt aus“ meinte sie Mitfühlender als sonst. Schließlich ging es ihr momentan nicht gerade besser.

[Versorgt Hidalgo | Versinkt in Trance | bemerkt Patrick | spricht diesen an]
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Patrick Murray
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ALTER : 25 und trotzdem noch ein Azubi.
HERKUNFT : Geboren in Irland, aufgewachsen im irgendwie irischen Teil von Bosten, USA, fühle ich mich der irischen Nation doch ziemlich zugetan, auch wenn auf meinem Pass "Amerikaner" steht.
AUSBILDUNG : Westernreitlehrer werde ich in rund einem Jahr sein. Falls mich O'Donneil nicht vorher doch erschlagen hat.

BeitragThema: Re: Boxen   So 30 Apr 2017 - 11:58

Eine bekannte und doch höchst unerwartete Stimme riss Patrick aus seinen Grübeleien. Gerade so konnte er verhindern, überrascht aufzuspringen und so Amy aus ihrer Feierabendruhe zu reißen. Die blauen Augen huschten über die Tür der Box und erblickten Ciara. Spätestens jetzt hätte er Azubi einen sarkastischen, stichelnden Kommentar erwartet. Die Mitarbeiterin war nicht gerade dafür bekannt, dass sie freundlich, einfühlsam und nett war – viel mehr glich sie einer ziemlich bissigen Katze oder einer in die enge getriebenen Bärin. Je nach Tagesform. Offensichtlich musste er einen ziemlich erbärmlichen Eindruck machen, wie er gegen die Wand gelehnt da saß, Strohhalme auf dem Bandshirt von Flogging Molly und wahrscheinlich hatte Amy einen Wasserfleck auf seinem Knie hinterlassen, als sie nach dem Saufen betteln gekommen war. Okay. Er machte ziemlich sicher einen verdammt erbärmlichen Eindruck. Normalerweise hätte er jetzt abgewinkt und irgendetwas Lockeres gesagt. 'Klar, alles bestens. Ich sitze nur hier, weil…' und spätestens da wäre ihm keine Begründung eingefallen, die nicht irgendwie depressiv klang. Draußen war ein Fest im Gange. Er sollte an der Band vom Reitplatz stehen und klatschen. Oder Alkohol in die Bowle kippen. Gut, dafür hatte er später noch Zeit, zumal ja auch nichts besser gegen Kummer half als Schnaps. Nicht.
Was also antworten?
„Hey...“, setzte er an und fühlte sich zugleich ziemlich blöd dabei, zu der Frau aufsehen zu müssen, und hatte trotzdem keine Lust, sich auch nur einen Meter zu bewegen. „Betrübt… nennt man das so, wenn man sich im Stall versteckt, um einem – vielleicht auch zwei – Menschen aus dem Weg zu gehen?“ Wow. Das klang ziemlich nach der Wahrheit. Das war neu. Wahrscheinlich sollte er sich später wirklich betrinken, um wieder zu seinem alten Ich zurückkehren zu können. Andererseits spielte er sich ja sowieso nur noch selten auf. Die Ranch hatte ihn verändert, das konnte er nicht leugnen. Aber hatte sie ihn zu jemandem gemacht, der sich einer praktisch Fremden anvertraute?


[Ciara]
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Ciara Rothwood

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BeitragThema: Re: Boxen   So 30 Apr 2017 - 12:24

Es war schon komisch, wie einen die Hormone zu verändern scheinen. Ciara hätte nie Gedacht, mal ohne Sarkasmus auf jemanden zuzugehen. Aber das tat sie nun. Sie fand es allerdings etwas unhöflich, dass sie vor der Box stand und Patrick in der Box saß. Umgehend behob sie das Problem. Öffnete die Boxentür einen Spaltbreit und schlüpfte zu Amy in die Box. Die Stute hob nur kurz den Kopf. Dadurch das Ciara täglich mit den Pferden zu tun hatte, hätten diese kein Problem, wenn sie zum ein oder anderen in der Box kam, für ein paar Streicheleinheiten oder sogar den ein oder anderen Leckerbissen.

Sie ließ sich an der Wand hinab gleiten und saß nun neben Patrick in der Box von Amy. Es war schon etwas verstörend, jemand der immer fröhlich war und einen Spruch auf den Lippen hatte nun so betrübt zu sehen. Ciara konnte nachfühlen, das es nicht gerade angenehm war, sich mit schlechter Laune unter lauter gutgelaunte Menschen zu mischen. Völlig gegen ihren eigenen Charakter legte sie Patrik die Hand auf die Schulter. „Betrübt kann man das schon nennen“ meinte Ciara mit einem leichten Nicken „Manchmal überwiegt die schlechte Laune und dann braucht man die Einsamkeit“ meinte Ciara leicht Nachdenklich. Wo kam den das jetzt wieder her schoss es ihr kurz durch den Kopf.

Sie kannte nicht alle Verhältnisse die es mittlerweile auf den HMS gab, doch sie wusste, dass sich Patrick gut mit Emma verstand. „Es geht mich ja nichts an, aber kann es sein, dass es sich hierbei um eine Frau handelt“ auch einfach ins Blaue zu raten gehörte nicht zu Ciaras stärken. Aber in letzter Zeit überraschte sie sich wirklich selbst. Innerlich verdrehte sie die Augen über sich selbst, aber sie konnte nichts dagegen tun. Aber was sollte man auch dagegen tun, wenn fast sie ganze Persönlichkeit Kopf steht, ging es ihr erneut durch den Kopf. Was ihr so langsam auch etwas auf die Nerven ging, diese ständigen Gedanken und Selbstgespräche und Gespräche mit einem Geschöpf das gerade einmal ein Mikrob war, wenn überhaupt.

[Patrick | Gedanken/Selbstgespräche]
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Damian Masen

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BeitragThema: Re: Boxen   So 6 Aug 2017 - 19:00

Damian hätte von sich selber niemals behauptet das er schon mal wirklich die Kontrolle über sich verloren hätte. Im Gegenteil, eigentlich behielt er immer ganz gerne die Zügel in der Hand. Nicht das er sich bei Maili nicht schon mal hatte fallen lassen können, doch die jetzige Situation war eine ganz andere und der Halbspanier spürte deutlich die Wellen der Erregung die über seinen Körper jagten und jede Berührung seiner Freundin verstärkten dies nur.
Mailis sanften Hände fanden den weg unter sein Shirt und strichen seine Muskeln entlang ihren Körper presste sie willig an seinen und Damian verfluchte sich heute für eine Jeans entschieden zu haben, wurde es doch in dieser inzwischen recht eng.
"Ich will dich Jetzt!", hauchte es an seinem Ohr und Damian sah Maili überrascht an. Damit hatte er jetzt nicht gerechnet. Ein grinsen erschien auf seinem Lippen und er griff die Hand seiner Freundin. Hier standen sie wie auf dem Präsentierteller und es konnte jederzeit jemand ums Eck kommen. Da sie jedoch direkt vor dem Hengststall waren und er wusste das seine Jungs beide auf der Koppel standen würde sich Diamants Box, die frisch gemistet war anbieten.
Er bog mit Maili um die Ecke, blieb jedoch sofort stehen und drehte wieder um. Shana und Kristina standen auf der Stallgasse und unterhielten sich.
Leise fluchte der Spanier in seiner Muttersprache und bog in den Wallachstall ab Dann eben Braxxis Box.
Der Stall lag zum Glück verlassen da und nur das mahlen der Zähne der Pferde war zu hören. Schnell griff er Braxxis Abschwitzdecke und warf sie ins Stroh ehe er Maili darauf bettete und sich neben sie legte. Die Boxentür hatte er angelehnt und wand sich jetzt wieder seiner Freundin zu die vor ihm lag und legte seine Lippen wieder auf ihre.
Sanft fuhr diesmal seine Hand unter ihren Pulli und strich ihren Bauch enlang.


(cf Wiesen und Felder/ Maili)
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Mai-Lin Cheng
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HERKUNFT : Auch wenn man es mir nicht direkt ansieht, so bin ich doch Amerikanerin, geboren in der Stadt der Stars und Sternchen, L.A..
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BeitragThema: Re: Boxen   Gestern um 21:26

Sie gehörte nicht zu der zügellosen Sorte Mensch. Sie gehörte nicht zu den aller Abenteuerfreudigsten. Und trotzdem fühlte sie, wie jede Faser ihres Körpers vibrierte, als sie Damians Erregung sah und spürte. Was sie vorhatten gehörte sich nicht, wahrscheinlich war es auch irgendwie verboten oder zumindest anstößig. Wenn sie entdeckt würden, würde sie auch wieder wissen, warum Sex eigentlich in einen Raum mit abschließbaren Türen gehörte. Beziehungsweise immer gehört hatte. Vielleicht machte gerade das diese Situation auch so aufregend. Mai-Lins Herz hämmerte gegen ihre Brust und schon jetzt ging ihr Atem zu schnell, fast schon stoßweise, während sie Damian durch den Stall folgte, wohl wissend, dass es eigentlich auch nicht die Art ihres Freundes war, sich so gehen zu lassen. Bis zu ihrem Cottage wäre es nicht weit gewesen und sie waren keine Tiere. Eigentlich.
Hatte sie das Gespräch mit ihrem Vater dazu verleitet, experimentierfreudig zu werden? War es das Adrenalin, gemischt mit der schier unendlichen Erleichterung, das sie nun hierzu trieb? Etwas Anderes konnte es eigentlich nicht sein. Sie fühlte sich frei, unendlich mutig. Glücklich und übermütig. Ein bisschen war es so, wie bei ihrem aller ersten Sprung über ein hohes Hindernis. Auch danach hatte sie kurz geglaubt, dass alles möglich sei.
Und auch damals hatte sie bald darauf feststellen müssen, dass das keinesfalls so war. Auch an diesem Tag folgte die Ernüchterung beim Betreten des Hengststalls und dem Anblick ihrer besten Freundin, die sich mit der Ungarin unterhielt. Innerlich knirschte Mai-Lin mit den Zähnen und fand ihre Reaktion im Zähneknirschen von Damian widergespiegelt. Sollte das der Moment sein, in dem sie aufwachten und von diesem Irrsinn abließen? Nein. Die Schwarzhaarige spürte ein Ziehen in ihrem Körper, das sie sowieso weitergetrieben hätte. So folgte sie Damian zu Abraxxas Box, seufzte leise auf, als sie diese leer und sauber vorfand.
Ein Lächeln legte sich auf ihre Lippen, als ihr Ausbilder die Decke auf dem Stroh ausbreitete und sie dazu brachte, sich darauf niederzulegen. Heiße und kalte Schauer überliefen sie, als er sich neben sie legte, die Hand über ihren Bauch gleiten ließ. Ihre eigene Hand fuhr in seinen Nacken, zogen ihn zu sich heran, um ihn zu küssen. Leidenschaftlich, wild. Es war ihr egal, ob sie gesehen werden konnten, es war ihr egal, was man dann über sie sagen würde. Was sie in diesem Moment empfand, war wichtiger. Und die folgenden Minuten gehörten ihnen. Nur ihnen allein...


[Gedanken | Weg durch Stall | Damian]
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