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BeitragThema: Re: Boxen   So 14 Sep 2014 - 11:56

Williams Herz raste in seiner Brust, obwohl er erst vor wenigen Stunden seine Medikamente gegen die Angststörungen genommen hatte. Wie würden die Menschen wohl reagieren, wenn sie sehen würden, dass er jeden Tag sechs Pillen schlucken musste, um zu einem halbwegs funktionierenden menschlichen Wesen zu werden? Sicherlich würde man ihn direkt in die geschlossene Anstalt schicken und ihn eine ganze Weile nicht rauslassen - damit sie ihn noch mehr vollpumpen konnten, denn anscheinend waren die Medikamente nicht sonderlich hilfreich, wenn man sich das Verhalten des Jungen ansah.
Es war ja eigentlich schon schlimm genug, dass die junge Frau mit ihm redete; er konnte nicht gut mit der Gesellschaft anderer Personen umgehen, das hatte er nie gekonnt. Aber zu allem Überfluss war sie auch noch so unglaublich nett zu ihm. Normalerweise interessierte sich niemand dafür, was er zu sagen hatte, was er wollte, ihm wurde nur gesagt, was er zu tun und zu lassen hatte, bevor man ihn wieder allein ließ. Kurze Anweisungen, wütend oder gelangweilt; nicht so eine Art Gespräch, die Camille grad mit ihm begann. Sie schien so freundlich, mit ihren leuchtend blauen Augen und dem breiten, sympathischen Lächeln. Sie war wirklich hübsch - welcher Mann sie auch immer abbekam, er war ein Glückspilz.
Aber obwohl die Braunhaarige so nett zu ihm war, wusste William nichts mit sich oder ihr oder der Unterhaltung anzufangen. Warum war sie so nett zu ihm? Warum zeigte sie Rücksicht unt Interesse? Er wunderte sich, warum sie sich mit ihm abgab - der ganze Hof war voller faszinierender Menschen, und sie kam zu ihm, der grauen Maus. Und sie war so lieb, stellte sich vor, fragte nach ihm, machte deutlich, dass sie sich keinesfalls aufdrängen wollte. Er konnte es nicht fassen, und er konnte auch nichts daran ändern, dass er ein wenig misstrauisch wurde: irgendwas musste sie doch wollen. Menschen taten nie etwas aus purer Selbstlosigkeit.
"William", murmelte Will schließlich, den Blick noch immer gen Boden gerichtet, als Antwort auf die Frage, wer er war. Seine Hände hoben sich von selbst, um über das Fell seiner Stute zu streichen, in dem stillen Versuch, irgendeine Kontrolle zurückzugewinnen. Seine Finger zitterten etwas, aber es fiel nicht auf, als er sie gegen den Hals des Pferdes presste. Stella blieb ruhig neben ihm stehen, beäugte Camille jedoch freundlich. "Es- es ist schon o-ok", fuhr er fort, und hey, sogar das mit dem Stottern wurde besser. Es wurde wirklich Zeit, dass er lernte, sich zu beherrschen.
In der Sekunde, die seiner Antwort folgte, bemerkte William, wie dämlich aussehen musste - er stand in der Mitte der Box seiner Stute, eher dem Pferd und dem Stroh zu seinen Füßen zugewandt als der jungen Frau, die so nett war und mit ihm redete. Es war unglaublich unhöflich von ihm, dass er nicht zu ihr ging, sich wie ein normaler Mensch mit ihr unterhielt. Er hatte es doch gelernt! Er wusste, wie es ging, mit Leuten zu reden, um höflich zu wirken, das war immerhin eine der Sachen, die seine Eltern ohne wenn und aber von ihm erwartet hatten. Es konnte nicht sein, dass er sich hier wie ein Vollidiot aufführte, nur, weil er jetzt in den Vereinigten Staaten war.
"W-was bringt dich h-hierher?", fragte William, und machte einne kleinen Schritt auf die Boxentür zu, ließ seinen Blick für einen Moment hochflackern. Vermutlich war es sogar gut für ihn, wenn er mal für eine Weile nicht allein war; denn wenn er nicht allein war, waren auch die Geister, die in seinem Kopf herumspukten, nicht so unerträglich laut. Und sie war freundlich, er brauchte keine Angst haben, ein wenig mit ihr zu reden. Will glaubte nicht, dass sie ihn letzten Endes irgendwie fertigmachen würde. Der rationale Teil von ihm zumindest schloss das aus, und auf den sollte er hören, das hatte er gelernt.


{ unsicher | redet mit CAMILLE }
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Camille Breaker
2. Lehrjahr


BEITRÄGE : 586
ALTER : Ich zähle die Jahre, seit ich auf der Erde wandle, bis jetzt sind es 23 Jahre.
HERKUNFT : Geboren und Aufgewachsen im schönen Long Beach in LA, in den schönen USA.
AUSBILDUNG : Man glaubt es kaum und im Fußball muss man sich gegen ziemlich viele Vorurteile der männlichen Kameraden wehren.

BeitragThema: Re: Boxen   Mo 15 Sep 2014 - 12:50

So wie es Camille vor kam, waren die Menschen nicht immer nett zu ihm, den er schien verunsichert ihrer Nettigkeit wegen, doch so war die brünette mit den blauen Augen nun einmal. Irgendwie hatte sie manchmal einen sechsten Sinn dafür, wenn es Menschen schlecht ging und diese Hilfe, Verständnis oder wie in Williams Fall, einfach etwas Nettigkeit gebrauchen konnte. So war sie nun einmal, manchmal etwas zu selbstlos und weichherzig und doch war sie auch ehrgeizig und zielstrebig. Manche Menschen verstanden wohl nicht, wie diese beiden Eigenschaften zusammen passten, doch das war nun einmal so und sie würde sich für keinen Menschen auf der Welt verbiegen. Immer noch lag ein freundliches Lächeln auf ihren Lippen. Dass er immer noch Stotterte machte ihr nichts aus. Sie verstand ihn und das war für sie die Hauptsache. „William ist ein schöner Name, finde ich“ meinte sie obwohl es wahrscheinlich etliche Menschen auf der Welt gab, die genau denselben Namen trugen, aber für die war er nun einmal schön.

Ihr Blick schweifte von William zu seiner Stute. Eine hübsche Schimmelstute. So viel sie wusste, ritten die beiden Dressur, aber wirklich reiten hat sie ihn noch nicht gesehen. Wobei sie sah man auch nicht oft mit ihrem Pflegepferd Gold, aber das lag daran, dass ihr Augenmerk mehr auf den Fußball gerichtet war, als auf das Reiten. Ein leichtes Lächeln umspielte ihre Lippen. Es war schon komisch, wie gut Gold und sie Charakterlich zusammen passten. Seine Hand lag auf dem Hals der Schimmelstute. Er wirkte wirklich sehr unsicher im Umgang mit Menschen, was sie irgendwie bedauerlich fand. Ihr Herz krampfte sich etwas zusammen bei dem Gedanken, doch sie schob ihn von sich und sah William wieder an, als seine Stimme sie aus ihren Gedanken riss.

„Nun ich war bei meinem Pflegepferd dem Lichtfuchswallach Goldfever. Ich weiß nicht ob du ihn schon mal gesehen hast“ meinte sie und sah ihn einen Moment lang an, ehe sie wieder das Wort aufnahm. „Dann bist du an mir vorbei Gehuscht, sahst nicht wirklich gut aus und ich hab mir gedacht, vielleicht könntest du etwas Aufmunterung gebrauchen und bin di gefolgt und jetzt bin ich hier“ endete ihre Ausführung. Ja, das war ihre Erklärung der Dinge. Sie wusste nicht wie er reagieren würde, nach der Tatsache, dass sie ihm gefolgt war, oder dass er ihr überhaupt aufgefallen war, aber so war es nun einmal und daran konnte man nicht rütteln. Sie Atmete tief durch, fuhr sich einmal durch die Wellen ihrer Haare, ehe sie wieder in den Taschen ihrer Jeans verschwanden. „Stella ist übrigens eine hübsche Stute“ meinte sie mit einem freundlichen Lächeln. Sie wollte damit eine lockere Unterhaltung beginnen, bei manchen Menschen musste man vorsichtig sein, was man sagte, sonst verschwanden sie ganz schnell wieder. Das hatte sie bei dem kurzen Gespräch mit Ramón gemerkt und auch wenn es sie unter den Fingernägeln juckte, was er erlebt hatte und wie er hierhergekommen war, so bedrängte sie ihn doch nicht, denn sie hatte gemerkt, das ihm dieser Teil seiner Vergangenheit höchst unangenehm war. Ihre blauen Augen lösten sich dann doch wieder von der Schimmelstute und sahen William wieder an. „Hast du sie schon lange?“ fragte sie dann noch. So wie sie das einschätze, war Stella nicht mehr die Jüngste, aber immer noch Bild hübsch.


[Kompliment | beobachtet | Gedanken | Erklärung/Gespräch]
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BeitragThema: Re: Boxen   So 28 Sep 2014 - 20:52

Komischerweise war William total überfordert damit, wenn Menschen freundlich zu ihm waren. Eigentlich war das doch anders herum normal, oder nicht? Normalerweise kamen alle Menschen besser damit klar, wenn deren Gegenüber nett zu einem war. Dann konnten sie besser entspannen, hatten kein Problem damit, Zeit mit demjenigen zu verbringen und sich ihm oder ihr zu öffnen. Aber bei dem jungen Briten war das leicht genau umgekehrt. Für ihn war es normal, wenn die Menschen gemein zu ihm waren, mit kalten, uninteressierten Stimmen redeten, ihn kaum anguckten, oder ihn sogar anschrien, ihn anmotzten, weil er irgendeinen Scheiß angestellt hatte. Damit kam er klar, das kannte er. Dann konnte er den Kopf tief hängen lassen, es büer sich ergehen lassen, nicken und dann versuchen, das Chaos, das er mit neunzigprozentiger Wahrscheinlichkeit mal wieder angerichtet hatte, wieder beseitigen.
Aber was sollte er tun, wenn jemand freundlich mit ihm umging? Wenn ihn jemand tatsächlich wie einen normalen Menschen behandelte, und nicht wie einen totalen Freak? Er wusste es nicht. Es war schade, und irgendwie war es auch traurig, aber Will wusste auch nach einem halben Jahr in den Staaten immer noch nicht, wie man mit freundlichen Menschen umging. Er war nicht gut darin, mit Menschen generell umzugehen. Und dann musste er sich auf einmal so verhalten, dass er sie nicht sofort verschreckte, denn das war ja das, was man machte, wenn jemand nett zu einem war. Aber wie machte man das? Wie war man nett zurück, und nicht nur dieses zurückhaltende, eigentlich desinteressierte höflich, das Will beherrschte, damit er zumindest auf den Events, zu denen seine Eltern ihn schleppten, normal wirkte?
Das traurigste war, dass Will es mal gewusst hatte. Er hatte mal mit den Menschen umgehen können wie jeder andere auch. Aber er hatte es über die Jahre verlernt, und das war traurig, wirklich traurig. Doch wenn er sich zusammenriss, dann konnte er zumindest eine Weile die Illusion aufrecht erhalten, kein kompletter Freak zu sein - wobei Camille ihn sicher schon für einen Bekloppten hielt, weil er stotterte, sich nicht aus der Box trauen mochte, und es nicht schaffte, ihr für länger als eine Sekunde in die Augen zu sehen. Und dann wurde er noch andauernd rot, wie in dem Moment als sie sagte, dass sie seinen Namen schön fand (wie? Wie schaffte sie das? Es war ein verdammter altertümlicher, typisch englischer Scheißname), oder in dem, in dem sie ihn als 'nicht wirklich gutaussehend' bezeichnete. Das erinnerte ihn dann schon wieder daran, was er für ein Idiot war - er ließ jetzt sogar schon die Menschen sehen, dass es ihm nicht gut ging. Das konnte so nicht weitergehen.
"J-ja", antwortete William - dieses Mal sogar ohne überlange Pause, jeha! Er schluckte, leckte sich in einer fahrigen Bewegung die trockenen Lippen. Sie waren aufgerissen von der Kälte, bemerkte er. Vermutlich sollte er sich mal wieder einen Labello anschaffen. Aber wen interessierte das schon? Er war ja doch der einzige, der sie letzten Endes spürte - es war nicht so, als hätte er jemanden, den er küssen konnte oder so. "Ich hab ihn schon m-mal gesehen." Goldfever meinte er damit. Er hatte den Wallach schon manches Mal bewundert - eine wahre Augenweide, wenn auch seiner Meinung nach nicht ganz so elegant wie Lewandje. Aber an den Lippizaner heranzukommen, war sowieso für jedes Pferd schwer, das nicht dem Barock entstammte. "Er i-ist hübsch."
Schließlich lenkte Camille das Gespräch auf Stella; das wirkte, wie üblich, Wunder bei dem jungen Mann. Will wandte den Kopf, sodass er die Warmblutstute angucken konnte, die inzwischen entspannt döste, den Kopf noch immer auf Höhe seines Armes, und strich ihr sanft über den Nasenrücken, die Nüstern. Stella guckte ihn daraufhin kurz an, und der Hauch eines Lächelns huschte über die Züge des Braunhaarigen, erwärmte seine Augen. Es war noch nicht ganz verschwunden, als er sich wieder zu der hübschen Frau vor der Box zuwandte. "Dankesehr", sagte er, und es lag nicht mal der Hauch eines Zögerns in seiner Stimme. Er wusste, dass Stella auf ihre eigene Art bezaubernd war. "Ja. Wir sind - wir sind quasi zusammen aufgewachsen." Da war er, der Satz ohne Stottern, den man von ihm so selten hörte; es schien tatsächlich so, als wäre Stella die Quelle seiner Kraft, sogar, wenn es um Gesprächsthemen ging. Es war schon erstaunlich.


{ Gedanken | antwortet CAMILLE | Stella }
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Camille Breaker
2. Lehrjahr


BEITRÄGE : 586
ALTER : Ich zähle die Jahre, seit ich auf der Erde wandle, bis jetzt sind es 23 Jahre.
HERKUNFT : Geboren und Aufgewachsen im schönen Long Beach in LA, in den schönen USA.
AUSBILDUNG : Man glaubt es kaum und im Fußball muss man sich gegen ziemlich viele Vorurteile der männlichen Kameraden wehren.

BeitragThema: Re: Boxen   Do 2 Okt 2014 - 17:48

Camille konnte es sich nicht vor stellen, wie es war, wenn man mit Nettigkeiten nicht umgehen konnte, aber es musste hart sein, wenn das innere oder die Psyche so kaputt war, das man mit anderen Menschen so gut wie gar nicht umgehen konnte, zumindest kam es ihr so vor, das William damit so seine Probleme hatte. Auch wenn dies eher subtil in Erscheinung trat. Sie wusste, wie gut sich Menschen verstellen konnten. Schließlich hatte sie selbst das auch schon das ein oder andere Mal getan, auch wenn ihr Verstellen mehr in eine andere Richtung ging. Jedoch hatte auch Camille schon das ein oder andere Mal aus dem Staub gemacht, war tagelang nicht auf zu finden gewesen, bis sie dann doch wieder auf tauchte, jedoch keinem Sagen wollte wo sie gewesen ist, oder warum sie überhaupt verschwunden war. Jeder brauchte wohl einmal Pause von sich selbst, auch wenn die meisten Menschen das nicht taten. Camille nahm sich hin und wieder die Freiheit einfach von der Bildfläche zu verschwinden und dann irgendwann wieder auf zu tauchen. Warum sie das tat und es auch nie jemand mit bekam, wenn sie einfach verschwand, vermag wohl keiner zu sagen. Vielleicht hat es etwas mit ihrer Vergangenheit zu tun oder einfach mit der Tatsache, das ihr die Menschen manchmal einfach auf den Geist gehen.

Sie mochte Williams Stimme und sie fand ihn durchaus nett, auch wenn sie nicht wusste, mit welchen Geistern aus seiner Vergangenheit er zu kämpfen hat. Aber es war ihr egal, denn es zählte nicht, zumindest so lange er kein gesuchter Serienkiller war, dann würde sie sich vielleicht ganz schnell aus dem Staub machen, aber sie glaubte nicht, das McKinley so jemanden auf dem Hof zulassen würde. Sie lauschte seinen Worten und war positiv begeistert von der Tatsache, dass er Stella schon so lange besaß. „Dann hast du sie selbst aus gebildet?“ fragte sie interessiert. Sie redete gerne über Pferde und das Thema auf seine Stute zu lenken war keine schlechte Idee gewesen. Ein leichtes Schmunzeln umspielte ihre femininen Züge als er meinte das Gold hübsch wäre. „Ja, das ist er und das weiß er auch, der eitle Kerl“ meinte Camille mit einem glockengleichen Auflachen. Gold und sie hatten immer Spaß zusammen und ihre Charakter glichen sich, als wären sie ein und dieselbe Person auch wenn der Lichtfuchs manchmal etwas arg Dick auf trug liebte sie ihn, auch wenn sie ihn noch nicht lange kannte.

Das leichte Lächeln das auf seinen Zügen lag ließ ihn weicher wirken und man könnte ihn schon als schön bezeichnen. Ein mildes Lächeln lag auf Camilles Zügen. Sie wusste nicht ob sie ihm wirklich helfen konnte, ob sie Freunde werden würden, aber sie fände es schön, den jeder konnte einen guten Freund gebrauchen, der ihm in dunkelster Stunde bei stand und so wie sie es befand. Hatte William von diesen dunklen Tagen mehr als er vielleicht ertragen konnte, auch wenn er diese tapfer zu stemmen wusste, es war nicht leicht ohne Freunde durchs Leben zu gehen, auch wenn einige Menschen vielleicht meinte, dass sie keine Freunde brauchten, so war es dich nicht schlecht welche zu haben, zumindest war das Camilles Ansicht der Dinge und davon würde sie sich auch nicht abbringen lassen.


[beobachtete William und Stella | Gespräch | Gedanken]

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Ciara Rothwood



BEITRÄGE : 918
ALTER : Man wird ja nicht jünger, aber bestimmt wird man mit den Jahren noch weißer. Mit meinen 29 Jahren bin ich das noch nicht wirklich.
HERKUNFT : Geboren und aufgewachsen im schönen New Orleans.
BERUF : Neben meiner Abreit als Pferdepflegerin und Azubidompteur, arbeite ich noch als Barkeeperin.

BeitragThema: Re: Boxen   Di 7 Okt 2014 - 21:34

Schon früh am Morgen war Ciara aus dem Bett gefallen. Nicht weil sie wollte sondern weil sie musste. Auch wenn sie nicht gerade die Frühaufsteherin war und ohne eine ordentliche Portion Kaffe jeden anzickte was zwei Beine hatte, liebte sie ihren Job auf dem Hof, auch wenn sie immer noch nicht dahinter gekommen ist, wie viele gute Worte Darian für sie ein gelegt hatte, denn jeder der ihre Vorgeschichte kannte wollte sie so schnell wie möglich wieder los werden. Sie Schüttelte innerlich den Kopf, während sie die Stallgasse fegte und dem friedlichen schnauben der Pferde lauschte. Auch wenn es noch dauerte, bis die Dressur starten würde, herrschte im Stall schon reges Treiben und hier und da wurde Ciara angesprochen ob sie bitte dies oder bitte das machen könnte, jemanden sell oder jenes hohlen konnte und auch wenn sie hier und da mit den Zähnen knirschte, behielt sie ihre bissigen Kommentare für sich und machte brav was man ihr sagte, was bei der 28. Jährigen eher selten der Fall war, aber man sehe und staune, manchmal besann sie sich auf ihre gute Kinderstube.

Nachdem die ersten Dressurreiter den Stall verlassen hatten, hatte Ciara etwas Luft und sie könnte sich eine kurze Pause um nach Willow zu sehen. Der Wallach stand scheinbar lieb und brav in seiner Box, einen Huf entlastet, kaute er unbeteiligt auf ein paar Halmen Heu herum. Ciara musste leicht schmunzeln als sie ihn so sah. Leider konnte sie nur wenige Augenblicke bei dem Wallach verweilen, als sie wieder von jemandem gerufen wurde. An manchen Tagen hatte man als Pferdepfleger echt viel um die Ohren und irgendwie hatte sie das Gefühl, das mache Menschen glaubten nur mit dem Finger schnippen zu müssen, damit alles für sie erledigt wurde. Gerade wurde sie zum 3. oder 4. Mal von ein und derselben Person gerufen und Ciara musste sich zwingen nicht aus der Haut zu fahren und ihr irgendetwas an den Kopf zu werfen. Einmal tief durch Atmen, ignorieren und seine Arbeit weiter machen, was manchmal wirklich nicht einfach war.

Gerade hatte sie ein paar kleine Mädchen, die wohl Zuschauer des Turniers waren höflich aber bestimmt aus dem Stall geworfen, als sie wieder ihrer eigentlichen Aufgabe nachgehen konnte, nämlich die Pferde zu versorgen. Sie war gerade fertig geworden das Futter zu verteilen, Misten würde noch etwas warten können. Da erinnerte sie sich an Cloud, die Hannoveranerstute war beim Springen dran gewesen und nun wollte sie sehen ob die Abschwitztdecke wieder runter konnte. Irgendwie hatte sie einen Narren an der Stute gefressen, auch wenn sie hin und wieder eine richtige Diva sein konnte. Da unterschied sie sich nicht groß von ihrem Besitzer, so wie sie gehört hatte, doch mit Isaac hatte sie noch nicht viel zu tun gehabt. Manche meinten, dass sie damit wirklich Glück hatte, doch ihr war das recht herzlich egal. Sie öffnete die Boxentür, sprach die Stute kurz an, bevor sie zu dieser in die Box trat. Sie ließ ihre geschickten Hände über das Fell der braunen Stute gleiten. „Ich denke, die kann jetzt wieder Runter“ meinte die dunkelhaarige zu der Stute, worauf hin sie leicht angestubst wurde. „Nein heute hab ich keine Leckerbissen für sich. Wenn ich nicht aufpasse bekomm ich noch Ärger mit deinem Besitzer, wenn du wegen mit zu Dick wirst“ meinte Ciara mit einem leichte grinsen auf den Lippen. Die Stute wieherte darauf hin nur „Ja ja, dir ist das vielleicht egal, mir aber nicht“. Als sie die Decke von Clouds Rücken zog und sie zusammen legte um damit die Box zu verlassen, schüttelte sie leicht den Kopf, dock weit würde sie wohl mit ihrer Fracht nicht kommen…..


[fegt die Stallgasse | hilft | versorgt Pferde | schaut nach Cloud]
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BeitragThema: Re: Boxen   Sa 11 Okt 2014 - 19:54

William konnte sich noch an den Tag erinnern, an dem er Stella bekommen hatte. Es war ein paar Monate vor dem Tod seines Bruders gewesen. Er hatte einen riesen Wachstumsschub gehabt und war schlussendlich zu groß für sein deutsches Reitpony geworden. Sie hatten sich auf die Suche gemacht, und seine Eltern hatten ihm allerlei Pferde vorgeschlagen . wunderschöne Warmblüter, Vollblüter, Barockpferde. William mochte schöne Pferde natürlich, aber schöne Pferde waren nicht unbedingt etwas, was der junge Brite hatte reiten wollen. Er war kein Fan von diesen temperamentvollen Biestern; und um all die Pferde auszuprobieren, hatten sie ihm noch ein paar Extrareitstunden aufgedrückt. Und dann hatte sein Reitlehrer ihn auf Stella gesetzt.
Es war Liebe auf den ersten Ritt gewesen. Diese Stute war wunderbar, sie war perfekt. Und sie war kein edles, reinrassiges Turnierpferd - aber das war seinen Eltern im Grunde sowieso egal, denn sie hatten ja noch Wills Bruder, der war ja der goldene Stern der Familie und dann musste er ja nicht sooo gute Pferde reiten. Also hatte er, nach nur einem geringen Kampf, seine Eltern davon überzeugt, Stella von seinem Reitlehrer abzukaufen. Sie hatten nicht von Anfang an perfekt zusammen funktioniert - aber spätestens nach dem Tod von Williams Bruder hatten sie sich zusammen gerauft und waren zu diesem wundervollen Team geworden, das sie heute darstellten.
"N-nicht wirklich.", gab William zu, als Camille ihn fragte, ob er Stella selbst ausgebildet hatte. "Sie-sie war das Pferd m-meines T-trainers." Er strich noch einmal leicht über den schlanken Hals des wundervollen Pferdes, das ihn bisher durch alle Höhen und Tiefen seines Lebens begleitet hatte, dann wagte er sich aus der Box. Er hatte sich lang genug wie ein Arschloch benommen - einfach hier in der Box zu stehen und Camille wie eine Doofe vor der Tür stehen zu lassen. Und so trat er zu ihr auf die Stallgasse, schenkte der jungen Frau sogar ein flüchtiges Lächeln. Seine Finger fuhren durch die hellbraunen Haare seines Ponys, die unter der Mütze hervorlugten, nachdem er die Boxentür ordentlich verschlossen hatte.
Die Frage war jetzt aber - was sollte er nun machen? Jetzt standen sie beide hier irgendwie nutzlos in der Gegend rum. Und William hatte doch keine Ahnung, was sie machen konnten, er hatte doch keine Ahnung von zwischenmenschlichen Beziehungen und dem ganzen Hin und Her. Ersteinmal schob er seine Hände ganz, ganz, ganz tief in die Taschen seiner eigentlich viel zu engen Jeans. Und dann guckte er wieder zu Camille, für ein paar Sekunden, bevor seine Augen wieder über die Stallgasse zuckten.
"W-wollen wir viell-vielleicht, uh, also, u-uns irgendwo - irgendwo h-hinsetzen?", schlug William schließlich vor. "W-wir könnten u-uns - einen Platz auf d-den Tr-Tribünen sichern."


{ unterhält sich mit CAMILLE }
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Isaac Haber



BEITRÄGE : 652
ALTER :
JUNG GENUG, UM WIE 26 AUSZUSEHEN.

HERKUNFT : DAS, WAS EINER HEIMAT AM NÄHSTEN KÄME, IST UND BLEIBT LONDON IM LAND DER QUEEN.
BERUF : ALS BEREITER NEIGT MAN BEINAHE DAZU, GRAUE HAARE ZU BEKOMMEN.

BeitragThema: Re: Boxen   Sa 11 Okt 2014 - 20:10

Zweifelsohne war der Vormittag genau so verlaufen, wie es geplant gewesen war. Mit Cloud den 1. Platz im S-Springen zu belegen war das Tagesziel gewesen und das war mit der Siegerehrung auch erreicht worden. Also konnte man eigentlich höchst zufrieden in den Tag hineinleben, aber bei dem Gewusel blieb wohl keiner vollkommen entspannt, selbst wenn er erfahren und die Teilnahme bereits hinter sich hatte. Es war nicht so, dass Isaac Aufregung oder Nervosität verspürte, dafür war er einfach zu erfahren, viel mehr war er leicht angenervt von so vielen Möchtegern-Pferdemenschen. Eltern und ihre Kinder, die partout nicht einsehen wollten, dass private Sportpferde keine Streicheltiere für Vierjährige waren, brachten ihn noch zur Weißglut. Erst eine Stunde zuvor hatte er wieder Besucher bei Cloud, Wasabi, Oxygen und Royal gesehen und sie nicht gerade freundlich aus dem Stall geworfen. Wenn auch Wasabi das Geschehen interessiert verfolgte, so war sich Oxygen viel zu fein von anderen anfassen zu lassen und legte vorsorglich immer die Ohren an. Auch Royal schien nicht gerade erbaut von den regelmäßigen Besuchern und auch die aufmerksamkeitsliebende Cloud war froh, wenn sie mal wieder ihre Ruhe hatte. Also hatte Isaac bei den vier Pferden und Shanas zweiten Wallach Phantom wieder die Gitter an den Boxenfenstern hochgeschoben, sodass keine fremden Hände an die Hunderttausendeuropferde kam.

Nach einer Mittagspause in der sich Isaac dem Buffet gewidmet und mit den anderen Springern einen kurzen Smalltalk gehalten hatte - vor allem die internationalen Konkurrenten waren es immer wieder eine Sekunde wert zu plaudern. Als jedoch die Dressur startete und erneut die Reiterpaare an den Start gingen, hatte sich Isaac darauf beschränkt sich seines Turnieroutfits zu entledigen, sodass er jetzt eine beige, enge Hose von Diesel, ein helles Seidenhemd von Calvin Klein und darüber einen dünnen graublauen Pulli von Armani trug. Regelmäßig schaute er dabei im Stall nach dem Rechten, denn wenn die Pfleger auf den HMS sonst auch recht zuverlässig waren, mit dem Turniertrubel kamen sie nicht so ganz klar. Oder zumindest versäumten sie es immer mal, die Besucher von den teuren Privatpferden fernzuhalten. Auch jetzt war der Bereiter auf dem Weg in den Stall, in der Hand einen Apfel, den er nebenbei aß. Zu seinen Füßen begleitete ihn auch jetzt Wakiza, die Leine steckte locker aus Isaacs Hosentasche, verzichtete er im Stall darauf den Hund anzubinden. Hier war weniger Getrubel, also für Wakiza weniger Angriffsfläche, doch die meisten hielten schon beim Anblick des finster dreinblickenden Dobermanns lieber vorsorglich Abstand. Dem Hund und seinem Besitzer war dies nur Recht.
Vorne bei Willow blieb Isaac kurz stehen, sofort kam der Schecke vom Paddock herein und reckt eihm den Kopf entgegen.
"Bem, meu rapaz! Você também vai sempre volta, o quê?! Parece tão bom - para ser mantida - quase bom demais."*
Willow schüttelte sich empört, als wolle er wiedersprechen und Isaac musste leise lachen, während er dem Pinto kraulend die Stirn unter dem Schopf streichelte. Auch, wenn Willow nicht mehr sein Pferd war, so verband den Wallach und den Portugiesen noch ein inniges Band.
Mit einem letzten Streicheln löste sich der Dunkelhaarige von dem jetzigen Reitschulpferd los und ging weiter zu den Privatpferden. Wasabi genoss auf dem Paddock die Aussicht und beäugte jeden, der vorbeilief, neugierig, während Oxygen sich wie für eine Zicke üblich, in ihrer Box dem Heu gewidmet hatte und alles warnend anstarrte, was ihr zu nahe kam. Kopfschüttelnd über die Rappstute wechselte Isaac die Boxenseite und ging zu Clouds Box, die allerdings zu seiner Verwunderung offen stand. Er biss vom Apfel an und beim Kauen traten seine Kiefermuskeln stark unter der leicht gebräunten Haut am Kiefer hervor, während er die Endzwanzigerin bei seinem Pferd beobachtete. Lässig an den Beginn der einen Boxentrennwand gelehnt schwiff sein Blick über den gesamten Körper der Pflegerin und er fragte sich, wie ihm so ein Bau hatte entgehen können. Zweifelsfrei war sie eine ganze Frau, die sich nicht verstecken musste. Ihr Name war ihm jedoch entschwunden, nach Isaacs Verständnis war es nicht nötig, sich die Namen des Laufpersonals zu merken, dies wechselte ohnehin ständig und hatte keine stärkere Bedeutung in seinem Leben. Die Schwarzhaarige war daran Cloud die Abschwitzdecke abzunehmen, was diese friedlich über sich ergehen ließ, hatte jedoch inzwischen gespannt den Kopf gehoben und blickte Isaac aus wachen Augen an - deutlich auf den halben Apfel in seiner Hand starrend.
"Es gibt also tatsächlich Frauen, die selbst mitdenken..."
Es war nicht ganz klar, ob die Worte an die Pflegerin gerichtet waren oder ob er sie mehr zu sich selbst sagte, jedenfalls sahen die sturmgrauen Augen, die stumpf und temperamentvoll zugleich erschienen, die Frau bei seinem Pferd an. Natürlich sprach eine gewisse Arroganz aus Isaacs Worten - wie eigentlich immer, testete er doch ständig seine Grenzen aus. Obwohl viele wussten, wie herablassend und ignorant er war, vergötterten sie ihn. Er war defintiv ein exzellenter Reiter, den man nur bewundern konnte, und auch seine Modelqualitäten musste er längst nicht mehr beweisen, wollten ihn längst Männer, Frauen, Designer und alle möglichen VIPs am liebsten neben sich im Bett haben. Er war eine Art Inbegriff der Begierde, dabei kümmerte seine Art nicht mehr, denn Isaac Haber, war ein Original. Eines, das eigenwillig war und sich immer aufbäumte. Für Calvin Klein verbildlichte er Lebensenergie, Kraft und Ästhetik. Für den Rest der Welt, stand er für alles, was mit Luxus und den schönen Seiten des Lebens zu tun hatte.



*Na mein Junge?! Du wirst auch immer runder, was?! Scheinst ja gut - nahezu ZU gut - gepflegt zu werden.

{Gedanken | Mittagsbuffet | im Stall | Willow | Apfel | Cloud&Ciara | Ansprache}
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Ciara Rothwood



BEITRÄGE : 918
ALTER : Man wird ja nicht jünger, aber bestimmt wird man mit den Jahren noch weißer. Mit meinen 29 Jahren bin ich das noch nicht wirklich.
HERKUNFT : Geboren und aufgewachsen im schönen New Orleans.
BERUF : Neben meiner Abreit als Pferdepflegerin und Azubidompteur, arbeite ich noch als Barkeeperin.

BeitragThema: Re: Boxen   So 12 Okt 2014 - 12:23

Im Stall war immer noch ziemlich viel Trubel und eigentlich hätte sich Ciara wieder an die Arbeit machen sollen, aber momentan hatte sie keine Lust nervige kleine Kinder von Pferden fern zu halten, alles im allen, waren ihre Nerven schon viel zu sehr strapaziert für einen Tag, aber da musste sie wohl oder übel durch, was nicht gerade das einfachste auf der Welt war, wenn man mit Gedanken über Waffen beschäftigt war. Innerlich schüttelte sie leicht den Kopf und musste sich zur Ordnung rufen, schließlich konnte sie auf einem Hof nicht einfach eine Waffe ziehen und jeden Abknallen der ihr nicht passte. Natürlich war das ein netter Gedanken über den sie Schmunzeln musste, aber tun sollte sie es doch lieber nicht. Sie wollte ja kein Massaker auf einem Hof anrichten, auf dem man sie so warmherzig und großzügig aufgenommen hatte, wobei sie das nicht im mindesten Interessierte, aber aus irgendeinem unerfindlichen Grund hatte Lawrence ein Stein bei ihr im Brett und sie wollte nicht, das es Darian bereute, das er ihr geholfen hatte, also feuerte sie ihre Waffen lieber auf einem Schießstand ab, als in der Nähe der Pferde, denen sie nie ein Haar krümmen würde.

Gerade nahm sie die Abschwitztdecke vom Rücken der braunen Stute und faltete die Decke zusammen. Die Oberarmmuskeln unter ihrem dünnen Pullover zeichneten sich deutlich ab, was sie jedoch nicht im Mindesten interessierte. Sollten die Männer von ihr aus denken was sie wollten. Da sie schon viele schief angeschaut und als knallharte Frau bezeichnet hatten, gab es nicht mehr viel, was sie schocken konnte. Von der Stallgasse her wehten Worte zu ihr rüber. Worte die vor Arroganz nur so zu triefen schienen, auch wenn es nicht so ganz klar war, ob diese Worte wirklich an sie gerichtete waren oder nicht, aber das war einerlei. Sie klemmte sich die Abschwitztdecke unter den Arm und verließ die Box, die sie hinter sich schloss. Sie war nicht überrascht das Isaac Haber, der Bereiter und Besitzer von Cloud vor ihr Stand. „Naja, das nenne ich weniger mitdenken, sondern mehr meinen Job erledigen“ meinte sie kalt und mit ein wenig Sarkasmus in der Stimme. Sie ließ sich von einem Schnösel in Designerklamotten wohl kaum die Laune vermiesen lassen. Wobei man eine Laune die fast im Keller an gekommen war nicht mehr vermiesen konnte, aber das musste er ja nicht wissen.

„So, dann werde ich mal die Abschwitztdecke verräumen und mich dann wieder meiner niederen Arbeit widmen, es gibt ja nichts, was ich an einem schönen Tag nicht lieber tun würde“ meinte sie kurz um darauf einen Abgang in die Sattelkammern hin zu legen. Dort angekommen, hing sie die Abschwitztdecke an ihren Platz und kontrollierte ob nach dem Ansturm wieder alles an seinem Platz war. Hier und da musste sie einen Striegel oder einen Fehlgeleiteten Hufkratzer aufräumen, aber das war´s dann auch wieder und sie machte sich wieder auf den Weg in die Stallgasse. Sie ging nochmals an Clouds Box vorbei um zu sehen ob auch wirklich alles in Ordnung war. Das sie Stute den Kopf heraus streckte und ein wohlwollendes Schnauben ausstieß war für Ciara nicht verwunderlich, schließlich war Cloud im Gegensatz zu manch anderen Privatpferden ein echter Engel, zumindest die meiste Zeit. „Leider kann ich nich den ganzen Tag bei die verbringen, ich habe auch noch andere Verpflichtungen“ meinte sie *Die Scheiße von anderen Wegräumen und das mein ich nicht nur im Übertragen sinne* fügte sie in Gedanken hinzu und strich der Stute über den Naserücken.


[Mordgedanken | Cloud & Isaac | Ansage & Abgang| zurück bei Cloud]
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Isaac Haber



BEITRÄGE : 652
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BERUF : ALS BEREITER NEIGT MAN BEINAHE DAZU, GRAUE HAARE ZU BEKOMMEN.

BeitragThema: Re: Boxen   So 12 Okt 2014 - 15:30

Seine heiß geliebte Seniorita schien offenbar schon längst Gefallen an der Pferdepflegerin gefunden zu haben - und dabei war Cloud sehr wählerisch, was die Vergabe ihrer Zuneigung betraf. Sie war zwar ein sanftes Wesen mit guten Marnieren (im Gegensatz zu Oxygen), aber Cloud suchte sich ihre Gesellschaft schon mit Vorliebe selbst aus. So hielt sie auch jetzt geduldig still, bis die Schwarzhaarige die Decke vollends von ihrem Rücken genommen und aus der Box getreten war. Erst dann setzte sich die Braune in Bewegung und steuerte auf Isaac zu, der ihr sofort bereitwillig den Rest des Apfels überließ, den sie genüsslich zu mampfen begann, während er ihr noch einmal lobend den Hals klopfte. Bald sollte Cloud Atlas Sextet in den Ruhestand gehen, mehr als allerhöchstens eine Saison plante Isaac nicht mehr mit ihr, wusste er selbst, dass ihr Kapital mehr oder weniger erschöpft war. Deswegen war er umso glücklicher mit seinem auserkorenen Siegerpferd noch einmal ganz oben auf der Treppe gestanden zu haben. Viele glaubten, für ihn sei Cloud nur ein Sportgerät, dass er bals austauschen würde, nur die wenigsten wussten, wie innig die Beziehung zwischen dem Model und der Hannoveranerstute war. Zufrieden lehnte Cloud ihren Kopf gegen Isaacs Bauch, während dieser seinen Blick auf die Pflegerin gerichtet hielt, die deutlich giftig antwortete, was ihn zu einem süffisanten Lächeln verleitete. Die Hände strichen sanfte Kreise über Clouds Stirn, die sturmgrauen Augen ruhten auf der Frau, die so in Extase zu geraten schien, was der Bereiter mit einem Zucken der linken Braue kommentierte, während Wakiza inzwischen bei ihnen angelangt war. Als wäre es selbstverständlich, dass er den Besitz - und damit auch die Abschwitzdecke - seines Besitzer beschützte, folgte er der Endzwanzigerin, als sie zur Sattelkammer ging. Seine Begleitung war in der Regel allen unangenehm, wirkte Wakiza wie eine - ja wie eine Kobra, die jeder Zeit zuschnappen und ihre Giftzähne in das Fleisch schlagen würde.

"Warum so gereizt, die Dame?"
Als die Pflegerin mit Wakiza an der Seite zurückkam, hatte Isaac die Box mittlerweile wieder verschlossen und beobachtete nur, wie sein Pferd auf die dunkelhaarige Frau reagierte, als diese nocheinmal vorbeikam. So hatte er auch Zeit seine Frage zu stellen, die in der Tat gar nicht mehr so arrogant klang, wie seine zuvor gestellten Worte. Manchmal war Isaac schon rästelhaft, wenn er so urplötzlich zwischen Arroganz und Freundlichkeit bzw vermeintlichem Interesse hin und hersprang. Vielleicht machte dies auch seinen Reiz aus, doch nun als die Pflegerin über Clouds Nasenrücken strich, war es der Dobermann, der seine Stimme erhob und die Dunkelhaarige grollend anbellte und sich die blitzenden, weißen Zähne zeigten. Etwas genervt sah Isaac seinen Hund an, dem es offensichtlich nicht gefiel, fremdes Personal an sein "Rudel" zu lassen, doch solange sein Besitzer in der Nähe war, würde er wohl nicht auf dumme Gedanken kommen und einen Angriff wagen - oder?


{Cloud | Ciara | wartet ab | Frage | Wakiza}
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Ciara Rothwood



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ALTER : Man wird ja nicht jünger, aber bestimmt wird man mit den Jahren noch weißer. Mit meinen 29 Jahren bin ich das noch nicht wirklich.
HERKUNFT : Geboren und aufgewachsen im schönen New Orleans.
BERUF : Neben meiner Abreit als Pferdepflegerin und Azubidompteur, arbeite ich noch als Barkeeperin.

BeitragThema: Re: Boxen   So 12 Okt 2014 - 18:11

Die Veränderung in der Stimme des Bereiters war der dunkelhaarigen nicht entgangen. Wahrscheinlich wären die meisten jetzt verunsichert und würden vielleicht in betretenes Schweigen Fallen, doch Ciara kümmerte dies nicht. „Vielleicht hab ich einfach Lust zu, nicht ganz einfach zu sein“ meinte Ciara ohne jegliche Gefühlsregung in der Stimme. „Andererseits Läuft nicht jeder ständig mit einem Grinsen im Gesicht durch die Gegend.“ Fügte sie dann noch an. Manchmal konnte sie ein eiskaltes Biest sein, aber das machte ihr nichts, irgendwie glaubte sie, Isaac könnte es vertragen. Schwankte seine Stimme jetzt doch zwischen Arroganz und Freundlichkeit doch Ciara war nicht so dumm sich von irgendwelchen stimmlichen Veränderungen in die Irre führen zu lassen. Den Dobermann der neben ihr her gelaufen war, sie regelrecht auf Schritt und Tritt verfolg hatte, hatte sie nur aus dem Augenwinkel war genommen. Doch als sie über den Nasenrücken von Cloud streichelte, entrang dem Rüden ein dumpfes Grollen. Die braunen Augen der dunkelhaarigen Blitzen auf und für einen Herzschlag lang sah sie dem Rüden direkt in die Augen, es war wohl ein kleines wunder, das sie den Rüden nicht auch anfauchte, wie sie es sonst hin und wieder tat, wenn ihr etwas nicht so ganz in den kram passte. Auch wenn sie wusste, dass es riskant war einem Rüden, vor allem einem dominanten Rüden direkt in die Augen zu sehen tat sie es.

Sie verschränkte die Arme vor der Brust, während ihr Blick zwischen Isaac, seinem Rüden Wakiza und seiner Stute Cloud. „Ich denke, deine anderen Pferde sind so weit versorgt.“ Meinte sie kurz und strich sich eine Haarsträhne hinters Ohr, die sich aus dem Dutt gelöst hatten, den sie sich eilig zusammen gebunden hatte. „Dann würde ich Willow etwas auf die Koppel bringen und mich dann wieder meiner ach so spannenden Arbeit widmen“. Auch hier war wieder wenig Gefühl, jedoch sehr viel Professionalität am Werke. Auch wenn Ciara giftig und sarkastisch war, so trennte sie doch rigoros, wenn es um ihre Arbeit ging. Sie hatte nur kurz Zeit für Willow und sie wollte nicht, dass er bei einem herrlichen Tag wie heute im Stall, bzw. auf dem Badock verbringt. Da hatte er auf der Koppel doch viel mehr Auslauf und er konnte sich etwas die Beine vertreten. Damit er für heute Abend im Round Pen etwas gelockert war. Momentan blieb ihr leider nur der Abend um mit dem Wallach zu Trainieren und sich mit ihm vertraut zu machen. Auch wenn er sie Akzeptierte so wollte sie doch eine innigere Beziehung zu diesem Pferd, da sie wohl einen ziemlich ähnlichen Charakter hatten. Immer noch hatte sie die Arme vor der Brust verschränkt und wollte sich zum gehen wenden.


[flankiert von Wakiza | streichelt Cloud | guckt Wakiza scharf an | antwortet Isaac]
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Camille Breaker
2. Lehrjahr


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ALTER : Ich zähle die Jahre, seit ich auf der Erde wandle, bis jetzt sind es 23 Jahre.
HERKUNFT : Geboren und Aufgewachsen im schönen Long Beach in LA, in den schönen USA.
AUSBILDUNG : Man glaubt es kaum und im Fußball muss man sich gegen ziemlich viele Vorurteile der männlichen Kameraden wehren.

BeitragThema: Re: Boxen   Mi 15 Okt 2014 - 16:19

Mille hatte immer noch das für sie typische Lächeln auf den vollen Lippen. Ja wenn es eines gab was man Mille wohl nie nehmen wird, ist ihr Lächeln. Es schien auf ihren Lippen fest geklebt zu sein. Manche würden es als unpassend finden, in den meisten Situationen, aber die 23 jährige konnte nichts an der Tatsache ändern, dass sie ein fröhlicher Mensch war und manchmal gab es nichts bessere als das. Ihre braunen Augen waren immer noch auf William gerichtete, als dieser die Box seiner Stute verließ und etwas verlegen auf den Boden Blickte, als hätte er schon längst vergessen, wie man eigentlich mit anderen Menschen um geht. Doch Mille würde ihn keinesfalls Drängen etwas zu tun, was er nicht auch selber wollte. Ihre wohl geformten Augenbraune hoben sich unmerklich bei seiner Bemerkung, wie er zu Stella gekommen ist. „Das ist ja auch nicht schlimm. Sie hatte es bei ihm bestimmt gut. Ein eigenes Pferd ist bestimmt etwas Schönes“ meinte Mille leicht nachdenklich. Sie hatte noch nie ein eigenes Pferd besessen, aber schon auf einigen gesessen. Es machte ihr nichts, dass sie nicht so viel über das Reiten oder den Reitsport oder die einzelnen Reitweisen wusste. Sie ritt einfach, weil es ihr Spaß machte und weil sie sich gerne mit Pferden umgab und so war es ihr gerade recht gekommen, dass sie hier her gekommen ist und ihre Ausbildung hier machen konnte, wo sie sich mit Pferden umgeben konnte, wann sie wollte und sie hatte ja auch noch Gold um den sie sich kümmern durfte.

Auch wenn er immer noch Stotterte, was Mille nicht im Geringsten etwas ausmachte, schlug er etwas vor, was sie dann doch etwas überraschte. „Das ist keine schlechte Idee.“ Meinte Mille und sah William an „Ein netter Sitzplatz auf den Tribünen. Wenn wir vorher noch irgendwo etwas zu Essen auftreiben könnten, wäre das wirklich toll“ meinte die 23 jährige brünette und sah William mit einem breiten grinsen an. Sie wollte ihm ja keine Angst machen, aber ein Glücksgefühl von gigantischen Ausmaßen schien sich in ihrem Bauch breit zu machen und da musste sie einfach grinsen, das ging nicht anders. Ihr Brauch grummelte leicht und wieder musste sie lächeln. Manchmal hatte sie wirklich ein dauergrinsen im Gesicht. Viele haben sie schon darauf angesprochen, auf das dauergrinsen und ob sie das nicht auch irgendwie abschalten konnte. Solchen Zynikern und Miesepetern hatte sie immer nur kurz angeschaut, den Kopf geschüttelt und gesagt, das sie doch einfach weg sehen sollten, wenn es ihnen nicht passte. Manchmal war sie wirklich eine Quasselstrippe, doch sie hoffte, dass es William nicht so viel ausmachen würde. Sie sah zu William, wartete wie er reagieren würde, hoffte, das ein positives resultat heraus kommen würde.Sie wieder zu William um seine Reaktion ab zu warten.


[Gedanken | dauergrinsen | antwortet William]
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Isaac Haber



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BeitragThema: Re: Boxen   Sa 18 Okt 2014 - 22:44

Inzwischen sah man es Isaac vielleicht etwas an, dass er schmunzelte und sich selbst zwang, nicht loszulachen. Es war nicht so, dass er sich über die Pflegerin lustig machte, oder sie gar auslachte, aber irgendwie brachte sie ihn doch zum Grinsen mit ihrer miesepetrigen Haltung. Dabei war Isaac selbst nicht so der SunnyBoy, doch wenn man gerade den ersten Platz in einem S-Springen belegt, es wieder einmal allen und sich selbst gezeigt hatte, war man wohl bester Laune.
"Ach so, ja dann. Sag das doch gleich."
Sarkastisch war er natürlich schon, legte es offenbar darauf an die Dunkelhaarige etwas zu provozieren, ohne darauf Rücksicht zu nehmen, dass sie seine - nicht ganz ernst gemeinten Worte - vielleicht in den falschen Hals bekommen konnte. Doch um darüber nachzudenken blieb ihm etzt auch keien Zeit mehr, denn Wakiza beanspruchte mit donnernden Bellen seine Aufmerksamkeit. Fragend sah Isaac den Dobermann an, dem die fremde Person ihm gegenüber wohl nicht so ganz behagte. Auch die Endzwanzigerin hatte nun ihren Blick auf den Hund gerichtet, allerdings in einer äußerst unvorteilhaften Weise. Ihr Blick stach Wakiza direkt in die Augen und das machte den ehemaligen Kampfhund, noch ein paar Mal knurrte der Braun-Schwarze tief und warnend, doch die Pflegerin ließ noch immer nicht von ihm ab, sodass er sich aus dem Stand kräftig mit den Hinterbeinen abstieß und sein geöffnetes Maul mit den rasiermesserscharfen Zähnen auf die Pflegerin zuflog.
In einem unglaublich schnellen Reflex schnellte Isaacs Hand nach vorne und bekam gerade so noch Wakizas Halsband zu fassen. Doch der nicht ganz 70 Kilo schwere Hund, riss den Bereiter ein Stück mit nach vorne, verfehlte sein Ziel - die Frau - jedoch um Haaresbreite. Tobend und geladen wand sich der Rüde und wollte dem Griff seines Besitzer entreißen, der mit tiefen, bestimmten, portugiesischen Worten auf ihn einredete, während er sein Gewicht langsam so verlagern konnte, dass er Wakiza unter Kontrolle bekam. Noch immer rebellierte der Rüde, schnappte nach der Pflegerin und fletschte die Zähne und wollte auf sie zu stürzen, doch Isaac hatte sich inzwischen über ihn gestellt, hielt weiterhin das Halsband fest und wies den Hund zurecht. Langsam schien sich der Dobermann zu beruhigen, sodass Isaac nun doch die Leine an seinem Halsband befestigte - nicht, dass es noch verletzte gab.
"Zum Glück ist sie PFERDEpflegerin geworden."
Die Worte murmelte er vor sich hin und auch mehr zu sich selbst, anstatt zu der Schwarzhaarigen. Wakizas Ausbruch durch ihr selbstverschuldetes Starren ließ er unquittiert, stattdessen, horchte er auf, als der Name Willow fiel.
"Ich kann Willow auch mit zu den Koppeln nehmen. Snapshot und Oxygen könnten sowieso auch auf die Weide."
Nur schweren Herzens hatte er sich vor einigen Monaten von Willow getrennt. Sechs Jahre lang waren sie ein Team gewesen, sind durch dick und dünn gegangen, doch letzten Endes hatten sie ein Stadium erreicht, an dem keiner mehr vom anderen profitieren konnte. Deswegen hatte Isaac Willow verkauft, doch noch heute erfüllte ihn Wehmut und Sehnsucht, wenn er an der Box des Paints vorbeiging, selbst, wenn er wusste, dass es die beste Entscheidung für sie beide gewesen war. Willow war nicht unglücklich, dass wusste er. Er lebte nun im festen Herdenverband der Reitschulpferde, hatte dort seine Position gefunden und schien langsam Freundschaften zu schließen. Die scheue Champagne Showers war neuerdings seine kleine Gefährtin.
So hoffte der Bereiter innerlich vielleicht noch einmal die Chance zu bekommen, wieder näher zu Willow zu kommen, der ihm so viel gegeben hatte. Noch immer liebte er dieses Pferd und vermutlich würde er ihn sogar wieder mitnehmen, wenn er tatsächlich irgendwann die HMS einmal wieder verließ. Unter dieser Bedingung hatte er den Schecken auch erst an McKinley verkauft, aber momentan sah es nicht dannach aus, dass er vom Hof gehen würde.
"Mit welcher provokanten Persönlichkeit habe ich es denn hier überhaupt zu tun?"


{Amüsiert | Stichelei | Wakizas Angriff | Gedanken an Willow}
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Ciara Rothwood



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BeitragThema: Re: Boxen   So 19 Okt 2014 - 0:12

Ciara hob nur kurz eine Augenbraue und sah zu dem Bereiter bei seinen Worten auf ihre Antwort das sie einfach Lust dazu hatte, was natürlich nicht 100 % der Wahrheit entsprach, aber man musste ja nicht gleich jedem auf die Nase binden, das man lieber etwas anderes tun würde, als kleine Kindern von edlen Pferden fern zu halten. Ciara war auf alles gefasst, wusste sie doch, dass jeder Hund anders darauf reagierte, wenn man ihn fixierte. Die nächsten paar Minuten kamen ihr vor wie in einem Film. Gerade eben stand der Dobermann noch vor ihr und im nächsten segelte er durch die Luft und wollte sie wohl mit Haut und Haaren fressen. Man würde es wohl nicht glauben, wenn man es nicht mit eigenen Ohren gehört hatte aber es passierte wirklich. Die Frau mit den schwarzen Haaren stieß nur ein lautes Fauchen aus, wobei sich ihre Nase leicht kräuselte. Mehr passierte von ihrer Seite jedoch nicht, sie wich keinen Schritt zur Seite oder sprang vor Schreck auf. Es war keine gute Idee, weg zu laufen, wenn man schon so Lebensmüde war einen Rüden mit den Augen zu fixieren. Das war wohl mit ein Grund, warum sie die meisten Menschen für Lebensmüde hielten und es war wohl wirklich besser, dass sie Pferdepflegerin geworden war. Irgendwie hatte sie diese kleine Macke. Immer wenn sie einen Hund sah, musste sie ihn fixieren oder irgendwie anders Reizen. Fast könnte man meinen, sie wäre eine Katze, der es Spaß machte Hunde bis aufs Blut zu reizen um dann einfach zu verschwinden.

Bei seinen nächsten Worten horchte Ciara auf. Nicht wie er es sagte sondern mehr wie er es sagte. Eine gewissen Sehnsucht und Schwermut lag in seiner Stimme. „Du scheinst eine besondere Verbindung zu Willow zu haben“ meinte sie. Es war mehr eine Feststellung denn eine Frage. „Das macht mir keine Umstände, aber Begleitung würde ich nie abschlagen“ meinte sie. Auch wenn sie wirklich schwierig sein konnte, so wollte sie Isaac keine Gelegenheit verwehren. Etwas schien die beiden zu verbinden, denn sie hatte ihn schon ein paar Mal bei dem Paint gesehen und es war ihm manchmal ziemlich schwer gefallen, den Wallach wieder zu verlassen. „Wir können auch tausche. Ich nehme Snapshot und Oxygen und du Willow“ ein schmales Lächeln huschte über ihre sonst so harten Züge, was schon fast ein kleines wunder war, aber manchmal passierte es doch, auch wenn es schneller verschwand als es wirklich da war. „Ich bin doch nicht provokant, ich bin ein kleines Lämmlein“ meinte sie gespielt beleidigt mit einem kleinen hauch Sarkasmus doch musste sie ein auf prustendes Lachen unterdrücken, welches ihr wahrscheinlich sonst noch über die Lippen gekommen wäre. Musste ja nicht jeder wissen, dass sie auch anders konnte als nur gefühlskalt und Sarkastisch zu sein. Sie sah nochmals kurz zu dem Dobermann, allerdings vermied sie es diesmal ihm direkt in die Augen zu sehen. Dann strich sie Cloud nochmals über den Nasenrücken. Wartete dann jedoch auf Isaacs Reaktion. Ob er darauf eingehen würde oder ob er darauf bestehen würde, seine Pferde selbst auf die Koppel zu führen. Doch eigentlich war es ihr einerlei, denn normalerweise würde sie ja alle Pferde selbst auf die Koppel bringen und auch wieder holen ohne das die Besitzer groß etwas davon mit bekamen.


[Wakizas Angriff | Gespräch/Vorschlag | Isaac]
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Isaac Haber



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BeitragThema: Re: Boxen   So 19 Okt 2014 - 20:03

Das Fauchen Ciaras brachte Wakiza erneut dazu in lautes Gebell auszubrechen, sodass Cloud und Phantom erschrocken auf den Paddock flüchteten. Erst brachte Isaac seinen Hund zur Ruhe, dann sah er -sichtlich bemüht nicht loszupoltern- die Pflegerin an, die durch ihr Verhalten nicht gerade dazu beitrug, dass sich der Hund beruhigte. Eigentlich wussten die meisten auf dem Hof, dass man Wakiza besser nicht provozierte, seine Vergangenheit war bekannt, rein aus Schutzmaßnahmen, wie es McKinley nannte. Deswegen informierte der Hofleiter auch jeden Neuankömmling über den Dobermann, damit ja nichts passierte, falls dieser jemandem doch einmal unbeaufsichtigt über den Weg laufen sollte. Aber offensichtlich war diese Information erfolgreich an der Dunkelhaarigen vorbeigegangen, oder warum sonst legte sie es darauf an von einem Dobermann zerfleischt zu werden? Dass sie bei einem geglückten Angriff keinerlei Chance gegen den Rüden hatte, dessen war sich Isaac sicher, er wusste zu was Wakiza fähig war und keine Selbstverteidigung und Kampfsport der Welt halfen einem dabei, dem Fang des Rüden zu entrinnen.
"Sehr zuvorkommend dein Angebot, doch würde ich es dann zumindest bevorzugen, wenn du den Großen nicht weiter unnötig provozieren könntest. Er ist vielleicht nicht jedem sympathisch, doch wenn du es darauf anlegst, dass er dich in tausend Stücke zerreißt, werde ich ihn irgendwann auch nicht mehr halten können. Mit Kampfhunden sollte man nicht spaßen, wenn man sie nicht kennt, falls dir das noch niemand gesagt hat."
Die Worte waren nicht harsch, oder böse dahergesagt wie so oft bei dem Bereiter, doch sie entsprachen der Bestimmtheit, die er bei der Arbeit mit jungen Pferden an den Tag legte. Er bot eine Kompromisslösung an, ohne unfair oder brutal zu werden, ließ jedoch auch keine Widerworte zu.

Der Vorschlag der Pflegerin, die Pferde zu tauschen, ließ den Portugiesen hellhörig werden. War heute sein Glückstag? Etwas irritiert erschien er schon im ersten Augenblick, als er die Stirn runzelte und sich seine Augenbrauen zusammenzogen, während er die Frau zweifelnd musterte. Aber offenbar meinte sie es ernst und diese Erkenntnis freute den Bereiter innerlich mehr als er zugeben würde. Bereitwillig stimmte er zu.
"Dieses Angebot werde ich nicht ausschlagen.
Eine besondere Verbindung?! Ja, kann man so sagen. Willow hat einmal mir gehört, ich habe ihn auf einem Pferdemarkt gekauft - ich weiß ungewöhnlich für einen Springreiter wie mich, aber ich konnte den Burschen in diesem heruntergekommenen Zustand nicht zurücklassen. Er war anfangs unglaublich scheu und schreckhaft, hat sich weder satteln, noch anfassen lassen. Mit der Zeit haben wir aber zueinander gefunden und irgendwann haben wir uns dann mit dem Reining und anderen Western Lektionen befasst. Jedoch ist das nicht meine Welt. Ich habe ihn schließlich abgegeben, weil keiner mehr vom andern profitiert hat. Ich hoffe, du lernst genau so viel von ihm wie ich."

Merkwürdig einfühlsam und verletzlich klang Isaac als er von dem Wallach zu sprechen begann, man wollte ihn am liebsten gar nicht unterbrechen, um ihn nicht zu verletzen, doch ebenso rasch wie die Worte aus seinem Mund gekommen waren, verebbte der Wortschwall auch schon wieder und auf seine nachdenklichen Züge legte sich wieder ie arrogante Maske.
Kritisch zog der Bereiter die Brauen nach oben, als die Pflegerin einwarf ein Lamm zu sein. Gut, mit Ironie konnte sie umgehen, das stand außer Frage.
"Oh natürlich, das ist kaum zu übersehen. Und mit welchem Lämmlein habe ich dann die Ehre?"
Auch er war ein Meister von Sarkasmus und Ironie, weswegen ihm ihre spitzzüngige Bemerkung nur als Vorlage diente auf die er gerne aufsprang.


{Hund | Ciaras Verhalten | Willow | Namensfrage}
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Ciara Rothwood



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BeitragThema: Re: Boxen   So 19 Okt 2014 - 23:21

Ciara Atmete tief durch, versuchte sich auf ihre innere Stärke zu konzentrieren und irgendwie gelang es ihr, wieder auf den Boden der Tatsache zu kommen und den Hund einfach zu Ignorieren. Sie wurde von Lawrence über den Dobermann informiert, hatte dem aber keine große Bedeutung beigemessen. Jetzt allerdings war sie sich sicher, dass diese Warnung keine hole Phrase war. Sie sah Isaac an und rollte die Schultern. Sie war versucht wieder zu Wakiza zu blicken, ermahnte sich dann aber und sah stattdessen zu Cloud. Der Bereiter erhob wieder das Wort und Ciara erhob daher eine Augenbraue. „Ich tue mein bestes und werde ihn nicht weiter unnötig Provozieren“ meinte sie und hob kurz Beschwichtigend die Hände um ihm zu zeigen, dass sie es dieses Mal wirklich ernst meinte. Es war wohl wirklich keine gute Idee von einem Dobermann zerfleischt zu werden. Auch wenn sie eine gute Kämpferin war, ein Dobermann war dann doch eine Klasse für sich, mit der sie sich nicht wirklich auf dem Boden wälzen wollte um zu sehen. Wer von ihnen beiden der Stärkere war, obwohl sie diese Aussicht manchmal ganz schön witzig fand. Bei diesem Dobermann allerdings sollte sie den Schwanz einziehen und sich zurück halten. Ein Kampfhund war kein Schoßhündchen und wenn er sich einmal in jemanden verbissen hatte, ließ er seine Beute nicht mehr los. Gehört hatte sie davon schon, gesehen hatte sie dies auch schon das ein oder andere Mal und sie musste sich nicht selbst zum Kauknochen eines Dobermanns machen.

„Du hast wirklich großes mit ihm Vollbracht, wenn ich das mal so sagen darf“ meinte Ciara. Sie hatte Darian oft bei seiner Arbeit beobachtet und ihn bewundert, doch selbst hatte sie sich das nie zu getraut. Ein Pferd zu reiten, das war eine Sache, aber es selbst aus zu Bilden, das war nie ihre Sache gewesen, aber sie sah gerne zu, wenn ein Pferd ausgebildet wurde und dann einen neuen Partner fürs Leben fand. „Es war bestimmt nicht einfach ihn zu verkaufen“ meinte Ciara mitfühlend. Auch wenn sie nicht wusste, wie es war ein geliebtes Pferd her zu geben. Schließlich passierte nur ihr dies, dass sie weg gegeben wurde, aber das stand auf einem anderen Blatt. Sie Vergangenheit ergriff von ihr Besitz und sie musste diese Tür schnellstmöglich wieder schließen, bevor es sie überrannte. Sie räusperte sich etwas um den Klos in der Kehle los zu werden und sie hoffte, dass sie von Willow wirklich noch etwas Lernen konnte. „Ich hoffe das wir beide etwas voneinander lernen können“ meinte Ciara, jedoch ohne Isaac an zu sehen. Musste ja nicht jeder Wissen, dass unter der harten Schale ein viel zu weicher Kern steckte.

Genau wie der Bereiter, hatte auch Ciara ihre Maske wieder aufgesetzt und sah nun wieder zu Isaac. „Ich hab eigentlich gedacht, das man meinen Namen kennt, wenn ich schon wie eine Irre durch den Stall flitze um jedem jeden Wusch zu erfüllen“ meinte sie mit leichtem Sarkasmus in der Stimme. Sie vergrub die Hände in den Taschen ihrer Jeans. „Das Lämmlein mit dem du es zu tun hast, heißt Ciara“ stellte sich die Pferdepflegerin dann doch vor. War es ihr doch nicht fremd, das sich jemand groß darum scherte, wer sie war oder wo sie war. Wieder musste sie die Vergangenheit zurück drängen um nicht im nächsten Moment schreiend davon zu laufen. Aber sie hatte eine gute Methode sich zu beruhigen, auch wenn sie gerade nichts zum einschlagen oder zerschießen zur Hand hatte. Es war ihr nicht entgangen, das er gut mit Ironie und Sarkasmus umgehen konnte und es machte ihr irgendwie Spaß, mit Spitzzüngigen Argumenten um die Ecke zu kommen. Sollte er doch darauf reagieren wie er wollte, sie würde schon mit einer passenden Antwort zurück schießen.


[Ignoriert Wakiza | Gedanken/Vergangenheit | Stellt sich vor]
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Isaac Haber



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BeitragThema: Re: Boxen   Sa 25 Okt 2014 - 19:08

Noch immer hielt der Dobermann die Augen starr auf den unvertrauten Menschen vor sich gerichtet, als wolle er versuchen, diesen nun mit Blicken zu töten, wenn er seine Zähne schon nicht in dessen Fleisch rammen konnte. Jedoch machte Wakiza keinerlei Anstalten mehr nach vorne zu streben und auf die Frau loszugehen - möglicherweise auch, weil er wusste, dass sein Besitzer die Leine fest in der Hand hielt und es bei einem weiteren Angriff für ihn selbst wohl nicht so glimpflich ausgehen würde. Auch wenn Wakiza nicht wie ein Hund schien, der sich davor grämte zurückzustecken, so war es doch so, dass der Dobermann seinen Besitzer keineswegs verärgern wollte und ihn dessen Zorn maßgeblich störte, weswegen er lieber Gehorsam leistete. Überhaupt rührte die Aggression des Hundes mehr aus seiner Furcht vor dem Fremden und Unbekannten, er begegnete jedem misstrauisch und wollte alles, was ihm zu nahe kam, ersteinmal in Stücke reißen - dies war dabei meist gar nicht die böse Absicht, sondern vielmehr der antrainierte Reflex, der ihn zu einem Killer gemacht hatte. Wie Isaac zu diesem Hund gekommen war und wie es passieren konnte, dass Wakiza wieder gesellschaftsfähig war(zumindest mehr oder weniger), wusste keiner wirklich. Viele trauten sich auch gar nicht nachzufragen, war der Blick des Briten mindestens genauso tödlich und einschüchternd wie der des Hundes.

Die Pflegerin schien doch noch etwas Verstand zu besitzen und versprach somit, Wakiza mit mehr Vorsicht zu begegnen. Isaac nahm dies kommentarlos hin, es war lediglich zu ihrem eigenen Wohl, wenn sie es darauf anlegte den Rüden zu provozieren, brauchte sie nachher nicht um Schmerzensgeld bitten. Er hatte sie mehrmals ausdrücklich gewarnt.
Glücklicherweise kam das Gespräch nun wieder auf ein etwas positiveres Gesprächsthema. Offenbar hatte die Dunkelhaarige großes Interesse an Willows Vergangenheit, was Isaac schon ein wenig freute, dass die neue "Leihmutter" für den Schecken so aufopferungsvoll für ihn sorgte.
"In der Tat, das war es nicht. Ich habe lange mit mir selbst gerungen ihn zu verkaufen und mich letztlich auch nur dazu entschlossen, weil ich ihn hier weiterhin um mich habe und ein Auge auf ihn werfen kann. Wenn ich diesen Hof jedoch je verlasse, werde ich ihn vermutlich wieder mitnehmen. Momentan bespruchen jedoch Wasabi, Cloud und Oxygen meine volle Konzentration, weswegen der Bursche bei dir wohl in besseren Händen ist, als bei jemandem, der nur die Grundkenntnisse des Westernreitens beherrscht."
Vielleicht war da sogar ein leicht versöhnlicher Ausdruck auf Isaacs Gesicht, der der Pflegerin zeigen sollte, dass er ernst meinte, was er soeben gesagt hatte. Wie so oft konnte dieser Anblick jedoch auch täuschen, denn was das anbelangte, war Isaac ja ein Meister. Er log und bog sich die Wahrheit zurecht wie es ihm passte, aber das musste Ciara ja nicht wissen, die sich soeben vorgestellt hatte.
"Angenehm. Also gut dann hole ich die zwei und begleite dich zu den Koppeln."
So wie er das sagte, klang es fast ein wenig, als solle sich Ciara glücklich schätzen sollte, dass er sich zu so niederen Arbeiten herabließ, doch das schalkhafte Grinsen auf seinen Lippen verriet, das dieser Ton wohl lediglich zur Provokation diente. Ohnehin hatte sich Isaac jetzt schon umgedreht und ging auf die andere Boxenseite zu den beiden Youngstern. Snapshot hob sofort mit gespitzten Ohren den Kopf und musterte seinen Besitzer aufmerksam, der die Hufglocken vom Deckenhalter und das Lederhalfter vom Haken nahm und zu ihm in die Box trat. Im Gegensatz zu Oxygen war Wasabi im Umgang weitaus einfacher zu handhaben, zwar war er jung und unerfahren, jedoch weitaus nicht so zickig und giftig wie seine Boxennachbarin, die sich zierte überhaupt das Innere ihrer Box zu betreten, während Isaac den braunen Wallach auf der Stallgasse anband, sich das Lammfell-Eskadronhalfter und die Hufglocken für Oxygen schnappte und schließlich die Boxentür zu der Schwarzen aufschob. Skeptisch beäugte die Stute ihren Besitzer, als dieser zu ihr trat, und ihr düsterer Blick verriet, dass sie wohl wieder etwas Lust auf Ärger hatte. Kopfschüttelnd klopfte Isaac ihr den Hals, kannte er die Eigenarten der Rappstute, und widmete sich ihren Hufen, bevor er ihr das Halfter überstreifte und sie aus der Box führte. Auf der Stallgasse richtete sich Oxygen mit hoch getragenem Hals sofort zu voller Größe auf und man hätte meinen können, sie sei ein Hengst und keine Stute. Ciara, die bei Cloud stand wurde von der Schwarzen ausführlich mit unnahbaren Blick betrachtet, während Isaac die Stricke der beiden Pferde in eine Hand und die Hundeleine in die andere nahm. Wasabis Milchmaul schnoberte derweil schon in Ciaras Richtung auf der Suche nach Leckereien, als Isaac der Pflegerin die Stricke hinhielt.
"Noch immer bereit zum Tausch?"
Die meisten würden sich vermutlich überglücklich schätzen, auch nur einmal in die Nähe von Isaacs Pferden zu kommen. Cloud war ja nahezu ein Idol und wahrscheinlich gab es von ihr fast genauso viele Poster in Mädchenzimmern wie von Justin Bieber. Oxygen war drauf und dran in die Fußstapfen der Hannoveranerstute zu treten, während Snapshot of Downhill das Nesthäkchen bildete und noch immer diesen unglaublich liebenswerten, fohlenhaften Charme besaß. Die Schwarze gab sich gerne als Lady und zierte sich etwas, sie tänzelte umher, wenn sie abgespritzt wurde oder randalierte in der Box, wenn sie nicht schnell genug Futter bekam. Isaac war sich jedoch sicher, dass Ciara größtenteils die Eigenarten seiner Pferde kannte, schließlich war dieser Stall ihr zweites Zuhause. Trotzdem war es interesannt wie sie mit den Pferden umgehen würde, die beide sicherlich nicht ganz einfach waren, wenn er dabei war.


{Wakiza | Gespräch über Willow | Oxygen&Snapshot | Pferde+Ciara}
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Lillian Adams
2. Lehrjahr


BEITRÄGE : 374
ALTER : Die "Kleine" ist schon stolze, mutige 22 Jahre alt - wie die Zeit rast!
HERKUNFT : California girls are undeniable ...
AUSBILDUNG : Lillian hat es zwar schon geschafft, sich als Reiterin in der Branche einen Namen zu machen, doch jetzt will sie auch die Ausbildung zur Vielseitigkeitstrainerin hinter sich bringen.

BeitragThema: Re: Boxen   Sa 1 Nov 2014 - 18:52

Die Arbeit mit dem Pferd entspannte Lilly. Nicht, dass sie zuvor aufgeregt gewesen war. Aber ein Turniertag - gerade ein so aufregender wie dieser, wo sie und Gunshot sich bereits mal wieder von einer sehr guten Seite gezeigt hatten - hinterließ seine Spuren. Sie freute sich schon darauf, mit Apokalypse zu reiten. Der stämmige Tigerschecke war aufgedreht; ihn hatte die Turnierluft definitiv angesteckt. Er stand beim Auf-Hochglanz-Bürsten nicht still, wollte seine Hufe nicht so recht geben, warf beim Mähneeinflechten den Kopf in die Höhe und schlug immer wieder ungeduldig mit dem Schweif, als Lilly versuchte, das weiße, drahtige Langhaar einzuflechten. Damit konnte sie leben, auch mit der Tatsache, dass der hengstische Wallach sie böse anfunkelte. Sie hatte fast drei Jahre lang ein Pferd besessen, das sich die ganze Zeit so aufgeführt hatte; sie konnte damit umgehen.
Inzwischen wagte sie zu behaupten, dass sie ihr Pflegepferd kannte. Sie ritt ihn seit ein paar Monaten täglich, und sie kannte seine Unarten. Sie wusste, dass sich Apokalypse besser reiten ließ, wenn er sich dumm anstellte - dann hatte er mehr Energie, die er loswerden wollte, hatte mehr Lust, sich zu präsentieren, und so weiter und so fort. Wenn er sich heute also nicht ganz von seinem normalen Charakter abwandte, würde heute ein guter Tag für das auffallende Pärchen sein. Sie war gespannt, wie es für sie enden würde. Apokalypse war ein Vielseitigkeitspferd - er verstand eine Menge von Dressurprüfungen, aber er war kein perfekter Tänzer wie die ausgebildeten Dressurpferde hier im Stall. An sich fand Lilly das nicht weiter tragisch: sie war immerhin hier, um Reitlehrerin zu werden, nicht, um die großen Preise abzuräumen. Aber hey, eine Platzierung wäre schön, und mit Gunshot konnte sie schon allein wegen dem einen Abwurf keine mehr erreichen.
Schließlich, als der buntgescheckte Wallach glänzte und sein Langhaar eingeflochten war, eilte die junge Profireiterin in die Sattelkammer und holte sich das Sattelzeug. Sie band dem Wallach die schwarzen Gamaschen um, die zu seinem polierten schwarzen Sattelzeug und der schwarzen Satteldecke mit den Silbernähten passten. Er zog auch jedes Bein nur zwei Mal weg, während sie sie dran machte. Danach legte sie ihm den Sattel auf den Rücken, zog den Gurt fest - er pumpte sich gern schon mal auf, also versuchte sie es gar nicht erst so fest -, kontrollierte die Steigbügel und zog den Gurt noch mal nach, nachdem er die Luft wieder aus dem Brustkorb hatte entweichen lassen.
"Jaja, ich kenn deine Unarten schon", murmelte Lilly, klopfte ihm die Schulter, bevor sie sich dran setzte, ihm die schwarzen Fliegenohren, die die gleichen Silbernähte hatten wie die Satteldecke, und die Trense aufzusetzen. Er warf den Kopf hoch und sie musste ein bisschen kämpfen, aber schließlich bekam sie es hin. Ein Blick auf die Uhr verriet ihr, dass sie noch immer eine gute halbe Stunde zum Warmreiten hatte - mehr als genug also, immerhin wollte sie ihn nicht müde kriegen. Ein müdes Pferd hatte nicht so schöne Knieaktion, besonders nicht, wenn dieses Pferd Universe Apokalypse hieß.
Erst, als sie damit fertig war, kontrollierte sie die Erscheinung ihres Pflegepferdes noch einmal. Der Warmblutmix sah verdammt gut aus, das musste sie schon sagen. Sie klopfte ihm den Hals und steckte ihm ein Leckerchen zu - er hätte ihr nämlich das Leben auch wesentlich schwerer machen können -, bevor sie ihn schließlich aus der Box und in Richtung Reitplatz führte, um ihn warmzumachen. Die Beiden gaben ein überraschend gut passendes Paar ab, mit dem glänzenden Leder und dem schwarzen Stoff, der die beiden Outfits prägte. Sie würden definitiv ein Blickfang sein an diesem Turniertag.

{ macht APOKALYPSE fertig | tbc.: Reitplatz }
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BeitragThema: Re: Boxen   Di 4 Nov 2014 - 19:32

William würde es wahrscheinlich genießen, Camille zu beobachten. Wow, was für ein stalkerischer Satz. Er war nicht so gemeint. Es war nur, sie war wirklich hübsch, und ihre Aura und ihr Lächeln strahlten so eine positive Energie aus, dass der Blick des jungen Mannes garantiert an ihr heften geblieben wäre, wenn er sie irgendwo bemerkt hatte. Um genau zu sein, das war zuvor schon passiert: sie war ihm bereits ein paar Mal aufgefallen, das hübsche Mädchen mit dem breiten Lächeln. Jetzt natürlich, wo sie mit ihm redete und seine Blicke bemerken könnte, traute der Brite sich nicht, seine Augen von seinen Schuhen zu heben. Aber er bemerkte trotzdem, dass sie wirklich außergewöhnlich war.
Sie erinnerte ihn an einen Jungen, den Will mal gekannt hatte - Bullshit, der mal Wills bester Freund gewesen war. Lang und dürr, klar, mit wildem Haar (schwarz, mit einigen blonden Strähnen, aber blau, als er gegangen war). Er hatte das gleiche Lächeln gehabt, das irgendwie ansteckend war, ihn irgendwie an das Bessere glauben ließ, das Räume erleuchten und Blicke anziehen konnte. Er war auch laut gewesen, positiv, offen, ohne Angst, verletzt zu werden, obwohl er immer das sagte, was er dachte. Camille erinnerte Will tatsächlich sehr an ihn, und für eine Sekunde nahm es ihm den Atem. Er gehörte zu den Menschen, die der Vierundzwanzigjährige so sehr vermisste, dass es ihm die Kehle zuschnürte, wenn er zu sehr darüber nachdachte.
Genau deswegen tat er es nicht. Will schickte ihr ein flüchtiges Lächeln - sie blickte ihn an, sie erwartete eine Reaktion, was sollte er auch sonst tun? Zugegeben war er mit der ganzen Situation ein bisschen überfordert. Er war nicht gut mit Menschen, vor allem nicht mit denen, die ihn behandelten, als wäre er nicht irgendein komischer Kerl, den sie locker von oben herab behandeln konnten. Das größte Problem lag schlicht und ergreifend darin, dass er sich sehen konnte, wie er anfing, sie zu mögen. Nicht irgendwie sexuell; das letzte Mal, dass er auf ein Mädchen geflogen war, war gewesen, bevor er erfahren hatte, dass es auch okay war, Jungs besser zu finden, also ungefähr zwanzig Jahre her. Aber er könnte sich mit ihr anfreunden, wenn er nicht aufpasste, und sie würde ihn verletzen, natürlich würde sie das, denn sie war dieser scheinende Ball voller Zuversicht und er war dieser kleine, traurige Schatten und es war nur eine Frage der Zeit, bis er sie nerven würde und dann würde sie genervt von ihm sein und ihn allein lassen und -
Das würde sowieso alles nicht passieren, weil er auf sich aufpassen konnte, also brauchte er gar nicht erst auszuflippen. Will atmete tief durch, und ignorierte, dass er das letzte Mal, als er außerhalb der Essenszeiten mit Essen hantiert hatte, Tee über Patricks Füße gekippt hatte. "Klingt gut", murmelte er, und wieder zwang er seine Lippen dazu, ein Lächeln zu formen. Er guckte dieses Mal auf Camilles Schulter, als er das tat, sodass es zumindest so wirkte, als würde er sie anlächeln. Seine Augen blieben aber noch immer unberührt - sie hatten schon lange nicht mehr geleuchtet, das wusste er auch selbst. Er wandte sich Richtung Stallausgang, nur ein wenig, machte einen Schritt, wartete, dass Camille ihm vorausging, unsicher, wie ein verwirrter Welpe.
Nicht nur, dass er nicht unhöflich oder voreilig sein wollte, nein - er wusste auch nicht, wo sie jetzt hier was zu Essen herbekommen sollten.


{ Gedanken/Erinnerungen | CAMILLE }
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Ciara Rothwood



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ALTER : Man wird ja nicht jünger, aber bestimmt wird man mit den Jahren noch weißer. Mit meinen 29 Jahren bin ich das noch nicht wirklich.
HERKUNFT : Geboren und aufgewachsen im schönen New Orleans.
BERUF : Neben meiner Abreit als Pferdepflegerin und Azubidompteur, arbeite ich noch als Barkeeperin.

BeitragThema: Re: Boxen   Sa 22 Nov 2014 - 12:29

Wahrscheinlich würde jeder normale Mensch reis aus nehmen vor der angespannten Dobermann. Ciara allerdings nicht. Auch wenn sie ihr die Nackenhaare Stellten und sie den Rüden am liebsten noch ein paar Mal angefaucht hätte, so hatte sie ihre Lektion gelernt und ließ den Rüden einfach links liegen und widmete sich wieder ihren anderen Verpflichtungen. Es brachte nichts, sich mit jemandem an zu legen, der eindeutig die besseren Argumente hatte und wenn es nur zwei Reihen scharfer weißer Zähne war. Sie schnaubte leicht und gab sich geschlagen auch wenn sie dies nicht gerne zu gab aber so war es nun einmal. Sie sah nochmals kurz zu Isaac, lauschte seinen Worten. „Mit drei Pferden hat man ja dann doch alle Hände voll zu tun“ meinte sie mit einem leichten lächeln. Sie wusste wie viel Arbeit man als Pferdepfleger hatte und da hatte man es als Einzelperson wahrscheinlich  nicht einfach drei Pferde gleichzeitig zu Versorgen und zu Fördern. Da war es nicht unverständlich das er Willow ab gegeben hat. Jedoch bei seinen Worten, das er ihn wieder mitnehmen würde, wenn er den Hof verlassen würde, zog sich ihr Herz schmerzlich zusammen. Doch sie verscheuchte den Gedanken ganz schnell wieder. Schließlich sollte man sich nicht über Dinge den Kopf zerbrechen, die noch nicht eingetreten sind. Das hatte ihr Darian immer und immer wieder ein gebläut. Sie Atmete nochmals tief durch ehe sie sich auf den Weg zu Willow machte.

Der Wallach schnaubte und Hob den Kopf, zuckte mit den Ohren, als er das Klippern von Halftern hörte und dann tauchte eine ihm wohl bekannte Person in seinem Blickfeld auf. Ciara schmunzelte leicht als Willow den Kopf aus seiner Box streckte. Sie graulte ihm die Stirn, ehe sie das Halfter und den Führstrick in die Hand nahm und in die Box schlüpfte. „Du wirst dich freuen, einen alten Bekannten zu treffen“ meinte die dunkelhaarige und strich ihm über den Hals. Sie legte ihm das einfache Halfter an und schloss den Riemen, hackte den Führstrick ein und öffnete die Boxentür. Ihr entging allerdings nicht, welches durcheinander wieder in seiner Box herrschte und sie musste leicht schmunzeln. Welches aber sogleich wieder verschwand. Sie war ganz sie selbst, ihre Maske stolz tragend, als sie sich auf den Weg zu Isaac machte.

Ciara hob nur eine Augenbraue, als sie wieder zu ihm Trat und seine Worte vernahm. Sie machte sich nicht die Mühe ihm zu Antworten und nahm die Strickte der beiden Pferde in eine Hand und reichte ihm dann Willows Führstrick. Sie kannte die Eigenarten der beiden Pferde sehr wohl und bei Oxygen musste sie manchmal wirklich auf passen. Sie randalierte gern in ihrer Box und war nicht zu bremsen, wenn es etwas zu essen gab. Auch jetzt schien sie die Diva raus hängen zu lassen und war drauf und dran los zu preschen oder irgendeinen anderen Unfug an zu stellen. Ciara machte sich jetzt schon auf ärger gefasst. Wasabi war dagegen einfach. Mit ein paar Leckerlies hatte er den jungen Wallach konnte man mit ein paar Leckereien zu fast allem Überreden. „Können wir dann los?“ fragend und scheinbar extrem gelassen sah sie zu Isaac und war jetzt schon gespannt auf weitere Reaktionen seitens des Bereiters, bezüglich ihrer Fähigkeiten mit seinen Pferden um zu gehen. War es wahrscheinlich eine Ehre, diese beiden Pferde auf die Weide zu bringen. Für Ciara allerdings Alltag, schließlich versorgte sie die Pferde jeden Tag und für sie war es nichts Besonderes.


[lauscht Isaacs Worten | Holt Willow | Überreicht ihn und nimmt Oxygen & Wasabi | wartet]
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Camille Breaker
2. Lehrjahr


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ALTER : Ich zähle die Jahre, seit ich auf der Erde wandle, bis jetzt sind es 23 Jahre.
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BeitragThema: Re: Boxen   Fr 12 Dez 2014 - 16:16

Die Dressur war schon in vollem Gange, so viel hatte die junge Frau mit den leicht gewellten braunen Haaren schon mit bekommen. Im Stall war einiges los. Menschen wuselten herum und alles war etwas chaotisch, so schien es, doch Camille machte dies alles nichts aus. Sie konzentrierte sich weiterhin auf den schlaksigen, stillen jungen Mann vor sich. Ein leichtes lächeln lag auf ihren Zügen, so wie es immer war und auch immer sein wird und dass war, so fand sie, auch gut so. Mille war es wirklich schleierhaft, wie sie innerhalb weniger Wochen auf zwei eher schwierige junge Männer traft, denen aber das Gefühl zu geben schien, das sie nicht so `Verkorkst` wahren, wie sie dachten. Mille fuhr sich einmal durch die dunklen Wellen und sah dann wieder zu Will. Dieser wirkte wie ein verwirrter kleiner Welpe. *Fehlten nur noch die großen treuen Auge mit dem Hundeblick* dachte Mille und musste sich zusammen reisen, dass sie nicht laut los lachte. „Ich denke, bei den Tribünen beim Sandplatz, wo die Dressur stattfindet, wird sich etwas Essbares finden lasse“ meinte sie leicht nachdenklich und ihre Magen knurrte leicht. Ein kurzes bellendes Lachen verließ ihre Kehle und sie sah Will nochmals kurz an. „Na dann, gehen wir“ es war eine Frage und doch gleichzeitig eine Aussage.

Sie sah Stell nochmals kurz an, ehe sie sicheren Schrittes die Stallgasse hinunter Schritt um wieder bei den Schulpferden zu laden. Sie sah sich nochmals um, um sich zu vergewissern, dass Will auch wirklich hinterher kam. Sie ging weiter, an den Schulpferden vorbei, blieb dann aber kurz bei Gold stehen und graulte ihn kurz hinter den Ohren „Sorry süßer, bei dem Trubel können wir nicht arbeiten“ meinte sie zu dem Wallach. Dieser schnaubte und schlug mit dem Schweif, ließ die Ohren leicht spielen. Mille schmunzelte, ehe sie nochmals über die Schulter sah.

Gemeinsam mit Will verließ sie denn Stute- und Wallachstall und überquerte den Hof. Eigentlich wollte sie zum Sandplatz, doch da ihr Magen immer mehr zu grummeln begann, machte sie einen kurzen Abstecher in die Cafeteria um sich etwas zu essen zu genehmigen. Auch wenn es nur ein paar Belegte Brote und etwas Rohkost war, so reichte es doch um ihren Magen zum Verstummen zu bewegen. Nachdem sie gesättigt war und sich noch einen Apfel genehmig hatte, ging es weiter zum Sandplatz.


[Gespräch mit Will | verlässt den Stall | geht zur Cafeterie | geht zum Reitplatz]
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Lillian Adams
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ALTER : Die "Kleine" ist schon stolze, mutige 22 Jahre alt - wie die Zeit rast!
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AUSBILDUNG : Lillian hat es zwar schon geschafft, sich als Reiterin in der Branche einen Namen zu machen, doch jetzt will sie auch die Ausbildung zur Vielseitigkeitstrainerin hinter sich bringen.

BeitragThema: Re: Boxen   Mo 22 Dez 2014 - 18:25

cf.: Reitplatz

So unglaublich es auch erscheinen mochte, beim Trockenreiten konnte sich Apokalypse sogar mal benehmen. Er hatte sich im Ring gut ausgetobt - kontrolliert natürlich, der kleine gescheckte Tänzer hatte richtig Spaß gehabt - und war so etwas umgänglicher als sonst, als Lillian ihn schließlich auf dem Platz abritt. Die junge Reiterin war von einem guten Gefühl erfüllt: zwar war sie mit ihren beiden Kerlen nicht perfekt gewesen, aber Gunshot war noch jung und ziemlich unerfahren und es war das erste Turnier, das sie mit Apokalypse jemals gegangen war. Und dafür war es echt verdammt gut gelaufen. Sie war Profi - sie wusste, dass nicht alles immer sofort hundertprozentig so lief, wie sie es sich wünschte. Man konnte Erfolg nicht herwünschen, sondern musste ihn sich erarbeiten; sie war also mit den Pferden auf dem besten Weg.
Da konnte Lillian auch nicht wirklich böse sein, als Apokalypse von ihr wegtänzelte, als sie von seinem Rücken glitt, und sie angiftete, als sie die Zügel über seinen großen Kopf ziehen wollte. "Stell dich nicht so an, alte Zimperliese", murmelte sie, klopfte dann aber doch den schlanken Hals ihres Pflegepferdes und hielt ihn kurz, während sie ihn über den noch immer vor Trubel nur so strotzenden Hof führte. Im Stall hatte sich die Situation noch immer nicht beruhigt. Reiter, Trainer und Pfleger wuselten durcheinander, Pferde standen auf der Stallgasse oder wurden hindurchgeführt oder streckten den Kopf über die Boxentür. Sicherheitshalber hielt die Kalifornierin immer einigen Abstand zu den anderen Pferden, während sie sich mit dem gehässigen Tigerschecken ihren Weg hindurchbahnte.
Was war sie dankbar für die Anbindemöglichkeiten in der Box - sonst würde es nochmal in einer Katastrophe enden, wenn sie Apokalypse jetzt noch in der Stallgasse fertig machen musste. Musste sie aber nicht. Also stellte sie ihn in die Box, und machte erstmal ganz in Ruhe die Trense ab; der Warmblüter reckte den Kopf hoch, doch inzwischen war Lilly daran gewöhnt, und sie reckte sich einfach gleich hinterher, um schließlich den Nackenriemen über die Ohren ziehen zu können. Es sah ein bisschen so aus, als würde Apokalypse das Gesicht verziehen, als er den Kopf schüttelte und schnaubte, nachdem er das Gebissstück endlich losgeworden war. Es brachte Lilly zum Schmunzeln.
Was sie nicht so zum Schmunzeln brachte war der kurze Kampf, den Wallach wieder in sein Halfter zu kriegen. Aber er verlor - natürlich verlor er, sie war hier der Reiter, hallo?! - und so hatte sich die junge Reiterin bald mit dem Sattelzeug bewaffnet auf zur Sattelkammer gemacht. Der Weg war schnell, dennoch hörte sie ihren Sportpartner schon rumoren hören, als sie wieder kam, dieses Mal mit Putzkasten und ohne Handschuhe, Reithelm und Jackett, die Bluse aus der Reithose gezogen. Sie musste jetzt nicht mehr sooo professionell wirken, ihr Turniertag war nun offiziell vorbei.
"Du hast dich gut benommen heute, jetzt hör auf, dich so anzustellen", warnte Lilly Apokalypse, als sie wieder zu ihm in die Box trat, um Gamaschen und Mähnengummis zu lösen und ihn noch mal einmal überzuputzen, bevor sie sich endlich die lang ersehnte Feierabenddusche gönnen konnte.


{ trockenreiten | absatteln | in Apokalypse's Box }
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BeitragThema: Re: Boxen   Di 23 Dez 2014 - 21:20

Nach dem Sieg vom Vormittag hatte Daniel nun endlich wieder in seinen allgemeinen Trott gefunden und wurde auch von niemandem mehr angesprochen, die ihn irgendwann mal auf ihrer Flimmerkiste hatten reiten sehen. Er war tatsächlich mal erfolgreich gewesen, man wollte es ja kaum glauben. Doch diese Zeit war vorbei – beziehungsweise pausiert. Seine nächsten großen Turniere lagen weit in der Zukunft. Um es genauer zu definieren, könnte man auch sagen, sie lagen so weit entfernt, wie Sallys Ausbildung dauerte. Sangue Real aka Sally war seine nächste große Hoffnung. Seit er sie mit Isaac hierher verfrachtet hatte, war sie leider ein klein wenig kurz gekommen, weil er Lillian und ihre Pferde und auch Gun und sich selbst auf das Turnier hatte vorbereiten müssen. Und wie hätte er schon zu seiner Azubine Nein sagen können. Natürlich war er nicht zu allem verpflichtet und das gehörte nicht so ganz in seinen Aufgabenbereich, doch in Teilen fühlte er sich auch für Turniervorbereitung verantwortlich. Und die Hannoveranerstute war in dieser Zeit zwar nicht vernachlässigt worden, doch ausgiebiges Training hatte sie bei weitem nicht genossen. Nach diesen Tagen voller Trubel und Aufregung konnte er sich ihr dann auch voll und ganz widmen. Für heute hatte er ihr erst einmal eine rote Schleife an den Schweif gepinnt und war ein wenig mit ihr spazieren gegangen – mitten zwischen den Menschenmassen. Er hatte beim Hängerplatz vorbeigesehen und hatte sie sich kurz beim Abreiteplatz umsehen lassen. Schien alles kein besonders großes Problem darzustellen, war das Ergebnis dieses Tests. Die Stute trug also nun das McHale’sche Gütesiegel „Turniertrubelsicher“.
Als sie schließlich wieder zufrieden und fressend in ihrer Box stand, machte sich Dan auf, um nach Lillian zu sehen. Auf dem Abreiteplatz hatte er sie zwar nicht mehr antreffen können, doch dafür bekam er immerhin die Prüfung komplett mit. Der Brite war zufrieden mit dem, was die junge Frau aus dem Wallach herausholte. Apokalypse konnte widerspenstig sein, doch heute benahm er sich ausnahmsweise mal sehr gut. Der ein oder andere kleine Fehler war schon noch dabei, doch was zählte war hier nicht die Platzierung. Bei diesem Turnier ging es hauptsächlich nur um die Teilnahme und das Sammeln von Erfahrungen – und natürlich auch ein wenig um den Spaß. Trotzdem freute er sich natürlich über seinen Sieg, doch es hätte ihm auch nichts ausgemacht, mit seinem Dicken auf einem niedrigeren Rang zu landen.

Nun schaute er noch einmal kurz nach Gun, der noch immer von seinem Hund gequält wurde. Doch der Wallach nahm es gelassen und irgendwann hatte sich Gin auch in eine Ecke der Box gelegt und war eingeschlafen. Als die Boxentür allerdings aufging, war der Irish Setter wieder putzmunter und hüpfte zu seinem Herrchen. “Na, Gin, jetzt darfst du auch mal wieder mit.“, erklärte er dem Rüden schmunzelnd und hakte dann die Leine in seinem Halsband ein. Eigentlich brauchte er nicht wirklich eine Leine, doch bei Apokalypse war er sich nicht ganz sicher, wie er auf den wilden Hund reagieren würde, deshalb behielt er ihn dann doch lieber angeleint bei sich. Gun und Sally griffen noch ein Leckerchen ab, dann schlenderte der Vielseitigkeitstrainer die Stallgasse hinunter zu Lillian und dem Tigerschecken, der schon in der Box stand. Sattel und Trense waren schon verschwunden, jetzt machte sich die Kalifornierin daran, die Mähne und Gamaschen.
“Ihr wart gut heute. Es würde mich nicht wundern, wenn ihr auf den besseren Plätzen landen würdet.“, fing er im stets freundlichen Ton ein unverfängliches Gespräch von Trainer zu Schüler an und lehnte sich leicht mit dem Rücken gegen den Boxentürrahmen. Gin saß folgsam mit wild wedelnder Rute zu seinen Füßen und beobachtete jede von Lillians Bewegungen mit den hellbraunen Augen. Oh, wie würde er sich freuen, wenn er nur ein wenig von ihr gestreichelt würde! Sowieso kam der Rotbraune heute ebenfalls etwas kurz. Normalerweise stand immer irgendwas auf dem Plan – Joggen, Fahrradfahren oder Ausreiten. Oder wenigstens in der Halle mit Gun herumwetzen. Aber heute war ein wirklich langweiliger Hundetag… und das würde Daniel wohl heute Abend, wenn er eigentlich zu Ruhe kommen wollte, zu spüren bekommen, wenn er in Endlosschleife einen Tennisball durchs Wohnzimmer werfen musste.

Tagesablauf xx holt Gin xx Lillian
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Lillian Adams
2. Lehrjahr


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BeitragThema: Re: Boxen   Sa 27 Dez 2014 - 20:33

Lustigerweise konnte sich LIllian nicht mehr so recht an ihr allererstes Turnier erinnern. Sie war vielleicht acht oder neun gwesen - als Tochter von renomierten Pferdetrainern war es nur natürlich, dass sie auch im Sattel aufwuchs und schnell begann, große Träume zu verfolgen; Träume, die sie drauf und dran war zu verwirklichen. Sie war damals noch ihr Pony geritten - das war vor Basilisk gewesen, vor Chocolate Lady und Bloody. Es war nur eine Stildressur gewesen, aber sie hatte sofort den dritten Platz gemacht; ihre Mutter war so stolz gewesen damals, aber sie hatte niemals vergessen, ihre Tochter daran zu erinnern, worum es wirklich ging: den Spaß.
Und tatsächlich hatte Lillian das niemals vergessen - eigentlich war es kein Wunder, hatte sie doch nichts vergessen, was ihre Mutter ihr erzählt hatte. Sie hatte so vieles von dieser bewundernswerten Frau gelernt. Es ging immer zuerst ums Pferd, was es brauchte und wollte, bevor es um den Reiter ging. Es brauchte viel Arbeit, um das zu erreichen, was sie erreichen wollte, und man sollte niemals aufgeben, denn für jeden Schritt nach vorne ging es auch einen in eine andere Richtung und so musste man sich immer durchbeißen - nicht nur im Pferdesport. Und, die wichtigste Lektion war, dass man ohne Vertrauen zum Pferd nichts erreichen konnte. Es brachte nichts, wenn man zu seinem Partner keine Bindung hatte. Das hatte Lilly früh eingesehen, und ihrer Meinung nach war das auch noch immer so.
Zu Apokalypse hatte sie eine Bindung. Es war ein zartes Band, und es bestand die Gefahr, dass es reißen konnte, denn der Wallach war anstrengend und launisch und forderte seine Reiterin jeden Tag aufs Neue heraus. Das hieß allerdings nicht, dass sie ihn nicht leiden konnte. Woran man merkte, dass die Beiden sich so langsam zusammenrauften? Zum Beispiel daran, dass Lilly genau wusste, wie der Tigerschecke wann reagieren würde und ihm so aus dem Weg gehen konnte, oder daran, dass Apokalypse deutlich entspannter war als am Anfang ihrer gemeinsamen Arbeit. Es war wundervoll, so etwas zu bemerken, und es füllte Lilly mit Hoffnung - vielleicht hatte sie eine Chance, allen zu zeigen, dass Apokalypse nicht das mittelklassige Arschloch war, das viele in ihm sahen. Sie fand es schade, dass der Wallach so abgestempelt wurde.

Lilly hatte die Gamaschen bereits aufgerollt und vor der Boxentür gestapelt, als sie bemerkte, dass sie einen Besucher hatte. Sie warf Daniel einen flüchtigen Blick zu, aber das bedeutete nicht, dass ihr breites Grinsen und das fröhliche Blitzen in ihren blauen Augen nicht auffällig war. Sie hatte reichlich Glück mit ihrem Trainer gehabt, wenn man sie fragte - Daniel war ein verdammt guter Pferdemensch, und er verstand etwas von seinem Handwerk. Es kam nicht oft vor, dass eine erfahrene Turnierreiterin noch etwas lernen konnte, doch er half ihr jeden Tag aufs Neue. Vielleicht war er sogar einer der Gründe, warum sie so gut mit Apokalypse klar kam. Kurz gesagt, sie war wirklich froh, dass sie sich so gut verstanden - ohne ihn wäre die HMS für Lilly nicht das, was sie jetzt war.
"Dankeschön!", chirpte die Einundzwanzigjährige, während sie mit flinken Fingern die Mähnengummis entfernte und die Turnierzöpfe löste. Sie musste nicht mal gucken, um ihren Fuß aus dem Weg zu bewegen, als Apokalypse versuchte, seinen Huf auf Lilly zu positionieren, um sie zu ärgern. "Es war eine Menge Arbeit - ich hätte nicht gedacht, dass er sich so gut benehmen würde" Ein leises Lachen kam aus Lillys Kehle, was der Warmblüter mit einem Hochreißen seines Kopfes quittierte. Sie rollte die Augen. "Spack' hier mal nicht so rum, du Holzkopf", sagte sie leise. Dann guckte sie nochmal zu Daniel, um das Gespräch mit ihm fortzuführen. "Ich hab dich heute Mittag auch reiten sehen - ihr Beide wart mal wieder Spitzenklasse. Glückwunsch zum Sieg, übrigens, ihr habt das wirklich verdient, Gun und du"
Wie schön war es, wenn man mit seinem Trainer auch außerhalb des Reitplatzes gut klar kam? Sie wusste, dass es nicht unbedingt normal war, eine freundschaftliche Beziehung zu seinem Ausbilder zu haben. Aber was konnte Lilly sagen? Sie bereute nichts. Daniel war ein guter Mensch, und wenn sie die Freundschaft aufgebaut hatten, dann hatte da auch niemand anders was dran zu meckern.



{ macht Apokalypse fertig | unterhält sich mit DANIEL }
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Lawrence McKinley
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ALTER : Die Zeit ist das Kostbarste, was wir haben, deswegen achte ich auch nach 52 Jahren noch sehr genau auf sie.
HERKUNFT : Als Heimatliebhaber habe ich Kalifornien immer die Treue gehalten.
BERUF : Der Verantwortung als Hofleiter und Dressurlehrer kann und sollte man sich nicht entziehen.

BeitragThema: Re: Boxen   Fr 2 Jan 2015 - 18:52


PLOT 4

Von Überfliegern, Möchtegernen und Kindheitshelden

Der erste Turniertag hatte voll eingeschlagen. Die Heaven Meadows waren besser besucht gewesen, als alle vermutet hatten und so erhofft man sich vom zweiten Turniertag Ähnliches, zumal dieser mit seinem Programm den größten Unterhaltungswert bieten dürfte.
Nicht ganz so früh wie noch am ersten Tag geht es am 25. Februar los, doch schon um 10.00 wird der Startschuss zum Auftaktrennen fallen, das auf der Rennbahn ausgetragen wird.
Während die meisten Azubis erst am Nachmittag wieder an den Start gehen, heißt es für einige wenige, aufstehen und Pferde fertig machen. Das Adrenalin schießt schon jetzt so manchem Rennpaar durch die Adern und die edlen Vollblüter tänzeln nervös über den Hof. Obwohl am zuvorigen Tag noch mildes Wetter geherrscht hatte, zeigt sich an diesem Donnerstag bereits früh morgends die Sonne mit den ersten Strahlen und verspricht ein lauwarmer Tag zu werden.

Frühzeitig trudeln nun die Besucher ein und suchen sich die besten Plätze auf der Tribüne, versorgen sich mit einem zweiten Frühstück an den Imbissbuden oder sehen sich den Hof an. Viele waren schon am Vortag hier und sind nun gespannt, was das Turnier noch so zu bieten hat. Neben der Bahn wurde ein kleiner Stand aufgebaut, an dem man wie bei einem richtigen Rennen auf die einzelnen Starter wetten kann. Auch diese Möglichkeit wird zahlreich wahr genommen und auch der ein oder andere vom Hof hat bereits seinen Tipp abgegeben. Angeboten wird die Platzierungswette (Tippen der Reihenfolge ins Ziel), die Triplewette (Tippen Belegung von den ersten drei Plätzen) und die Siegeswette (wer wird Sieger), wobei Letztere mit dem höchsten Gewinn versehen ist. Insbesondere bei den jüngeren Besuchern kommt dieses Glücksspiel gut an, doch auch viele Erwachsene erfreuen sich am Tippen. Bis das Hoffen losgeht, dauert es nun nur noch wenige Minuten, sodass sich langsam aber sich fast alle auf den Tribünen eingefunden haben und nun zusehen wie die Jockeys mit ihrern Pferden das zweite Mal nach ihrer Vorstellung den Platz betreten und in die Startboxen geführt werden. Einige Pferde scheuen angesichts der Enge in den Boxen, manche geben sich wie die großen Profis und gehen selbstsicher hinein. Der Countdown läuft und nun kann es jeden Moment losgehen in dem sich die Türen öffnen, die Pferde herauspreschen und erneut alles auf Sieg gesetzt wird.

> Donnerstag, 25. Februar
> Vormittags, 10.00 Uhr
> milder Morgen, ca. 15°
> es wird jedoch langsam wärmer und die Sonne kämpft sich ihren Weg durch die Wolkendecke frei

Wie schon am zuvorigen Tag, ist die Teilhabe am Turnier für niemanden Pflicht. Jedoch gilt weiterhin die Regel, dass keine großartigen Aktionen wie Ausritte oder intensive Springtrainings vollzogen werden. Wer sich mit den Pferden beschäftigen möchte, kann dies gerne bei der Fellpflege, einem Koppelbesuch o.ä. tun.
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Sophie Ferall
2. Lehrjahr


BEITRÄGE : 249

BeitragThema: Re: Boxen   Sa 3 Jan 2015 - 0:59

Sophie hatte eine schlaflose Nacht gehabt. Vermutlich war ihr das Rennen doch wichtiger als ihr lieb war und sie hatte sich schon gestern besonders unter Druck gesetzt. Nach dem kleinen Spaziergang mit Aléjandro hatte sie sich in die Ställe verzogen und war dort die halbe Nacht gesessen, gedankenlos und nervös spielte sie sich alle Möglichkeiten des bevorstehenden Rennens vor. Was wenn sie fallen würde, oder ihren Trainer enttäuschen würde. Alex würde denken, dass all das harrt Training um sonst gewesen wäre. Er war ein guter Trainer und er hatte ihr viele Tipps gegeben in den letzten Trainings, auch wie sie mit Falina umgehen sollte, gerade wenn es auf die Zielgerade zu ging.
Ihre Finger zitterten, als sie ihrer Stute den letzten Schliff gab und den Sattelgurt noch einmal nach gurtete. Seit 1 Stunde war sie jetzt schon hier und spielte sich alle möglichen Szenerien durch den Kopf. Sie war die jüngste der Teilnehmer von Heaven Meadows und das allerschlimmste war, dass Alex selbst an dem Rennen teil nahm und sie genauestens beobachten konnte, wenn er gewollt hätte. Auch Leonardo nahm an dem Rennen teil, war jedoch auch schon einer der erfahreneren. Die Blondine schnappte nach Luft. -Mein Gott komm mal wieder runter! Du kannst das schaffen.-
Sie versuchte alle Sorgen abzuwerfen und sich nur auf sich selbst zu konzentrieren. Ein Jockey kann nur dann ein fehlerfreies Rennen leisten, wenn er ganz auf sich konzentriert ist. Diesen Satz wiederholte sie mehrere Male in ihrem Hinterkopf und je öfter sie daran dachte, desto ruhiger wurde sie.
Falina schnaubte und stand noch entspannt in der Box herum. Sie wurde meistens erst dann nervös, wenn es in Richtung Startbox ging. Aber bis dahin war es noch ein weiter Weg, zumindest redete sich Sophie dies ein. In Wirklichkeit waren es nur noch wenige Stunden. Es war jetzt 7 Uhr und sie musste die Stute noch warm reiten. Aber Sophie war zuversichtlich, außerdem hatte sie Leonardo und Alex selbst erst vor einer Stunde auf dem Hof rum wuseln sehen und sah sich somit in einem guten Zeitplan.
"Wäre ja gelacht wenn wir uns heute unterkriegen würden. Ist ja schließlich nicht das Erste Rennen, nicht wahr meine Kleine?!", die Stute starrte teilnahmslos an die Boxenwand und hatte ihre Ohren entspannt angelehnt.
Sophie sah sich einen Augenblick um. Ob schon ein paar Gäste draußen auf dem Gelände waren und sich um Plätze streiten würden? Sie bezweifelte es, bis auf Fotografen, die Presse und verrückte Frühaufsteher war dort draußen wohl eher eine ruhige Stimmung. Aber das würde sich ändern. Das Gestüt hatte sich viel Mühe gemacht, dem großen Event sein Aufsehen zu geben und es würde sogar Wetten geben. Sophie schmunzelte, sie würde nicht einmal selbst auf sich wetten. Es war ihr erstes Rennen hier und klar wusste sie, dass sie Chancen hatte, aber sie wollte realistisch bleiben und hatte sich zum Ziel gesetzt unter die ersten 5 zu kommen.
Sie streichelte ihrer Stute die Stirn und sah ihr in die müden Augen.
"Wir wollen es ja nicht gleich übertreiben.", grinste sie und seufzte.


(Denkt über das Rennen nach/ Sattelt ihre Stute/ verrucht sich zu entspannen)
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