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Lawrence McKinley
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BEITRÄGE : 977
ALTER : Die Zeit ist das Kostbarste, was wir haben, deswegen achte ich auch nach 52 Jahren noch sehr genau auf sie.
HERKUNFT : Als Heimatliebhaber habe ich Kalifornien immer die Treue gehalten.
BERUF : Der Verantwortung als Hofleiter und Dressurlehrer kann und sollte man sich nicht entziehen.

BeitragThema: Boxen   Mo 30 Dez 2013 - 17:25


Der Wallach- und zugleich auch Stutenstall ist ein helles Gebäude. An jede Box schließt sich hier ein kleiner Paddock an, der es den Pferden ermöglicht, ein wenig frische Luft zu schnappen. Die Boxen sind geräumig, an jeder Tür befindet sich ein Decken- und ein Halfterhalter, sowie ein Namensschild des Bewohners der Box.


Zuletzt von Lawrence McKinley am Fr 15 Aug 2014 - 23:58 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Lawrence McKinley
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BeitragThema: Re: Boxen   Sa 8 März 2014 - 14:36


PLOT 3

Von Siegern, Stress und Prüfungsangst

Es ist so weit! Nachdem das erste Quartal des Ausbildungsjahres für die Azubis geschafft ist, steht nun das erste große Turnier an. Hier werden erstmals die Leistungen der Auszubildenden von international anerkannten Richtern beurteilt und bewertet. Dass das relativ bekannte Drei-tägige-Februar-Turnier dieses Jahr auf den Heaven Meadows Anwesen ausgetragen wird, gibt natürlich einen zusätzlichen Push, lastet jetzt auch noch der Druck der Erwartungen der Hofleitung auf den jungen Menschen.
Die Reitlehrer sind dennoch zuversichtlich, dass ihre Schützlinge gut abschneiden werden, obwohl die Konkurrenz groß ist. Aus der gesamten Umgebung und auch aus anderen Teilen des Landes, kommen viele Reiter an die Westküste nach Kalifornien, um sich hier unter Beweis zu stellen. Dabei sind ebenso nationale wie auch internationale Reiter vertreten, wenn Letztere sicherlich auch in der Unterzahl sind, so verfolgen sie doch alle dasselbe Ziel: in der gewählten Disziplin den begehrten Siegerpokal abzuräumen.

Während nun also erfahrene Hasen des Sportgeschäfts das Ganze relativ gelassen angehen, weil sie den Stress und die Hektik eines solchen Turniers gewohnt sind, ist besonders für die Neueinsteiger und die unerfahrenen Turnierreiter die Aufregung groß.
Wenige Minuten vor dem ersten Start liegen die Nerven blank, die Pferde sind auf Hochglanz poliert, einige tummeln sich schon auf dem Aufwärmplatz, andere kontrollieren noch ein letztes mal nervös, ob die Kleidung auch ja sauber und das Pferd richtig eingeflochten ist. Niemand will hier enttäuschen oder gar versagen, fließt die Bewertung der Jury heute ja auch mit in die Endjahrespunktzahl der Azubis ein.
Auf dem ganzen Hof herrscht reges Treiben, Reiter in schwarzen Jacket und weißer Turnierhose schreiten den Parcour ab, das Orga-Team wuselt über die Plätze, damit beim Start auch alles in Ordnung ist. Die Tierärzte kontrollieren bereits einige Pferde auf Doping - und die Azubis?
Für die ist es nun erstmals an der Zeit, dass sie ihre reiterlichen Fähigkeiten vor Publikum unter Beweis stellen müssen. Am heutigen Tag finden vormittags die Springen in den Klassen E-S und nachmittags die Dressur E-M statt. Am darauffolgenden Tag kommt es dann morgens zum Gallopprennen über 3400m, mittags findet der Distanzritt statt und ab 15.00 Uhr beginnen die Reiterspiele an denen jeder Azubi VERPFLICHTEND mit dem jeweiligen Pflegepferd teilnimmt. Am letzten Turniertag findet um 10.00 Uhr das Westernturnier und ab 16 Uhr sind dann alle herzlich zur Siegerehrung eingeladen.
Es stehen also drei aufregende Tage bevor. Für den gesamten Hof. Also, worauf wartet ihr noch? Letzter Kontrollcheck und dann rauf aufs Pferd oder die Tribüne. Lasset die Spiele beginnen!

> Mittwoch, 24. Februar
> Vormittags, 9.00 Uhr
> milder Morgen, ca. 11°
> es wird jedoch langsam wärmer und verspricht ein angenehmer Tag mit vereinzeltem Sonnenschein zu werden

ALLE, DIE AM SPRINGEN teilnehmen machen nun ihre Pferde fertig und begeben sich auf den Aufwärmplatz; in einer halben Stunde beginnt das Springen! ALLEN ANDEREN ist es freigestellt wo sie posten, allerdings solltet ihr euch an den natürlichen Turnierflair halten, d.h. startet jetzt keinen Ausritt o.Ä. Nehmt z.B. Plätze auf der Tribüne ein etc.
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BeitragThema: Re: Boxen   Mo 21 Apr 2014 - 22:18

Nachdem es nun schon einige Wochen her war, dass Callum und seine einzige Liebe, die Schimmelstute Blueberry, auf dem Hof angelangt waren, traute sich der 24-jährige mittlerweile einiges zu. Obwohl er kaum neue Bekanntschaften gemacht hatte, was bei seiner mehr oder weniger intensiven Kontaktpflege auch nicht sonderlich verwunderlich war, traf der Dunkelblonde die Entscheidung am ortsansässigen Turnier teilzunehmen. Dies hatte allerdings zur Folge gehabt, dass er seine so geliebten lässigen Shirts gegen ordentliche und ansehnliche Reiterkluft eintauschen musste. Es lag schon eine Weile zurück, dass sich der junge Mann heraus geputzt hatte und so erstrahlte Callum fein säuberlich heraus geputzt in der Stallgasse. Die wilden und sonst so zerzausten Locken waren fein an die Seite seines Kopfes gelegt, wobei sein schwarzes Jackett mit den goldenen Knöpfen natürlicher denje seinen Körper umspielte.
In den letzten Tagen war Callum oft damit beschäftigt gewesen seine junge Dame herauszuputzen, um am Tag des Geschehens wie aus dem Ei gepellt aufzutreten. Diszipliniert wie der 24-jährige war, hat er auch an seiner Persönlichkeit etwas mehr herumgestriegelt. Die ledernden Schuhe waren frisch gewichst und reflektierten das Licht der Stallgasse. Seine Schritte hallten am frühen Morgen durch den leeren, tönernden Flur. In einer der hinteren Boxen hatte Blueberry Capitol vor einigen Wochen ihren Platz gefunden; damals noch gehüllt in hohen Transportgamaschen und einer dicken Decke. Es war sehr ungewohnt für Callum gewesen am frühen Morgen in die helle Turnierreithose zu steigen. Seine Arbeitstracht war ihm doch deutlich lieber. Generell war der junge Mann schon immer ein Gewohnheitstier. Sein noch etwas übermüdeter Blick sprang von einer Boxentür zur nächsten, ehe er vor dem Objekt seiner Begierde stehen blieb. Desinteressiert reckte Blue ihm ihren kleinen Pferdehintern entgegen. Callum war in den letzten Tagen sehr anspruchsvoll der jungen Stute gegenüber gewesen. Das Training war hart und wurde ohne Außnahme durchgezogen. Aber der 24-jährige fühlte sich vorbereitet, auch wenn sich leichte Aufregung in ihm breit machte. "Na Püppchen." begrüßte er seine Stute. Ehe er die Box aufzog, legte er sein Jackett ab und es erschien ein bunt kariertes Hemd darunter. Callum konnte es eben doch nie ganz lassen. Er öffnete die Tür zu der Box, während Blue sich zeitgleich umdrehte. Mit dem Maul voll Heu begrüßte die junge Stute ihren Besitzer. Leicht verschlafen ergriff der junge Mann ihr Halfter und zog sie in die Stallgasse. Zu seinem Glück war Blue geschoren und ihr Fell sah wunderbar aus. Er hakte einen einfarbigen Strick in ihr Halfter ein und Band sie am Haken ihrer Box fest. Die Stute döste leicht, auch wenn man an ihren zuckenden Ohren gut erkennen konnte, dass Blue aufmerksam war. Callum streichte mit ein paar langen und ausgiebigen Zügen über das Fell seiner Schimmelstute, welche genüsslich schnaufte. Kurz darauf ergriff der Dunkelblonde einen weichen Ziegenfellstriegel aus der bereits vorbereiteten Putzbox.
In kreisenden Bewegungen löste er die letzten Staubflocken aus dem Fell von Blue. Die Stute sah im Gegensatz zu Callum recht zierlich aus, besaß jedoch mehr Temperament als man auf den ersten Blick erahnen konnte. "Ob geputzt oder nicht - auffallen würde es wohl kaum." sprach er neckisch zu seinem Pferd. Aber natürlich würde er vor einem Ritt nie auf eine ausgiebige Putzeinheit verzichten. Nachdem er ebenso schnell wie gründlich alle vier Hufe der jungen Stute ausgekratzt hatte, begann der junge Mann sich ihrer Mähne zu widmen. Dunkle Bändchen sollten ihre graue, eingeflochtene Mähne zieren. Die dünnen Haare waren schnell geflochten und in kleine Knubbel verdreht. Callum war immer akribisch bei der Arbeit. Sein Perfektionismus war selbst bei der Vorbereitung kaum zu verkennen.


[Turniervorbereitungen | Callum bereitet seine Stute vor]
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BeitragThema: Re: Boxen   Di 22 Apr 2014 - 16:17

Die Rute des Irish Setter klopfte immer wieder auf das Stroh in der Box und brachte es zum Rascheln. Die treuen braunen Augen beobachteten seinen Besitzer, während der Kopf auf den Vorderpfoten gebettet war. Er langweilte sich bei dem ganzen Turniertrubel. Heute war weder ein Ausritt, noch ein ausgiebiges Spielen geplant und das schien er zu wissen. Ab und an schenkte Daniel ihm einen Blick aus den braunen Augen, um sich zu vergewissern, dass er noch immer da lag. Diese Blicke waren zwar mehr als unnötig, aber er wollte keinesfalls, dass sich der Rüde zwischen den Turnierbesuchern herumtrieb. Dann würde er nur wieder mit Pommes gefüttert oder dergleichen und das war wirklich alles andere als gut für einen Hund. Doch da bestand kaum Gefahr, denn der treue Gin bewegte sich nicht von seiner Seite, selbst wenn ihm langweilig war.
Der braune Wallach kaute noch auf seinem morgendlichen Heu herum, während Daniel den letzten Teil seiner Mähne einflocht und befestigte. Noch einmal betrachtete er kritisch sein Werk – das hatte auch schon mal besser ausgesehen. Aber das hier war eigentlich mehr ein Turnier zum Spaß, um den dicken Hintern seines Hannoveraners mal etwas in Schwung zu bringen. Denn ein Turnier waren sie schon ziemlich lange nicht mehr geritten, nicht seit er hier seinen Job als Vielseitigkeitslehrer angenommen hatte. Sein Leben war bestimmt von Pferden und Unterricht, dieses Turnier würde nicht nur Gun ganz gut tun, sondern auch ihm selbst. Ein bisschen Abwechslung konnte nie schaden.
Mit einem gekonnten Handgriff löste er die Stalldecke, für die es langsam fast schon zu warm wurde. Nur nachts wurde es noch richtig kalt und bis zur Prüfung würde auch eine Abschwitzdecke für den geschorenen Wallach genügen. Unter der Decke war er noch recht sauber, die Hufe hatte er erst gestern gemacht. Später würde er noch einmal mit einer Bürste sein Fell vom letzten Rest Staub befreien und dann stand einem ‚glänzenden‘ Auftritt nichts mehr im Wege. Die Stalldecke legte er nun zusammengefaltet vor die Box und ersetzte sie durch die schwarze Abschwitzdecke. Gun ließ sich davon absolut nicht stören und fraß vollkommen entspannt weiter. Obwohl sie bald einen Parcours vor Richtern durchreiten mussten, war die Atmosphäre erstaunlich ruhig. Nicht besonders erstaunlich bei Daniel, doch allgemein gesehen schon. Viele waren doch etwas aufgeregt, doch die innere Ruhe des Briten geriet nicht so leicht ins Wanken.
“So, mein Dicker, sau dich bis nachher nicht ein.“, verabschiedete er sich mit einem sanften Lächeln und klopfte den Braunen noch einmal kurz den Hals. Dann schnalzte er einmal und der rotbraune Rüde erhob sich, lief mit der Rute wedelnd zu ihm auf die Stallgasse. Dann schloss Daniel die Tür und sah sich kurz um. Weiter vorn in der Stallgasse war gerade eine Boxentür geöffnet worden. Er brauchte nicht lange zu überlegen, welches Pferd dort seine Box hatte – Blueberry, eine hübsche Schimmelstute, die einem Auszubildenden gehörte. Woher er das wusste? Die meiste Zeit seines Tages verbrachte er einfach im Stall und wenn er in Guns Box saß und in einem Buch blätterte.
Langsam ging er in die Richtung der Box. Kurz blickte er noch einmal an sich herunter. Die weiße Reithose hatte er schon an, die zum Glück unbefleckt geblieben war. Seine Reitstiefel waren geputzt und sein Jacket lag hier auch irgendwo herum… Ja, irgendwo. Im Moment trug er noch eine dunkelblaue Fleecejacke über dem weißen Turnierhemd.
Vielleicht konnte er ja für etwas mehr Ruhe sorgen oder noch den einen oder anderen Rat geben. Denn wenn er eines verstand, dann Pferde. Vor der Boxentür blieb er stehen und blickte hinein.
“Hi, wie läuft es mit den Turniervorbereitungen?“, begann er ein unverfängliches Gespräch und wies gleichzeitig Gin mit einem Fingerzeig an, sich zu setzen.


Gin & Gun in der Box xx bei Callum xx spricht ihn an
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BeitragThema: Re: Boxen   Di 22 Apr 2014 - 20:11

Callums große Hände hatten durchaus einige Schwierigkeiten feingliedrige Arbeiten zu verrichten. Sein unaufhaltsamer Wille brachte den 24-jährigen jedoch dazu auch dies mit einem gewissen Perfektionismus zu bewältigen. Nachdem er mit dem Einflechten der Mähne halbwegs zufrieden war, blickten seine grünen Augen kurz die Stallgasse hinunter. Mittlerweile trieben sich einige junge Reiter herum und arbeiteten akribisch an den Turniervorbereitungen. Callum jedoch ließ sich von all dem Trubel wie immer nicht aus der Ruhe bringen. Er hoffte inständig das sich das nervöse Schaffen nicht auf seine Stute übertragen würde. Leicht besorgt klopfte er ihr mit seiner groben Hand den Hals ab. Aus der Hosentasche holte er zwei kleine Leckerbissen für seine Stute hervor und steckte sie ihr zu. Genüsslich schmatzend, ließ die Schimmelin den Kopf hängen und döste weiter. Kaum zu glauben, dass die junge Dame eigentlich ein Energiebündel war. Spätestens wenn die junge Stute mit ihren großen, dunklen Augen die Zuschauer erblicken würde, würden ihre zierlichen Beine zu tanzen beginnen. Aber Callum nahm es Blue nicht übel. Er wusste, dass Geduld der Schlüssel zum Erfolg sein würde. Aber ehe sich der 24-jährige zu sehr in seinen Gedanken verlieren konnte, weckte ihn eine männliche Stimme aus seinen Überlegungen. Der Nachfrage zur Folge, so vermutete der Dunkelblonde, ist sein Gegenüber einer der zahlreichen Ausbilder.
Es war schwierig in den Ställen Schüler und Lehrer zu unterscheiden, wenn sie nicht gerade Jahrzehnte unterschieden. "Guten Morgen." entgegnete Callum bestimmt, aber nicht unfreundlich. Seine Augen blickte in des vertrauenswürdige Gesicht. Blue ließ der fremde Besuch unbeeindruckt, auch wenn ihre Ohren sich neugierig in die Richtung des fremden Mannes drehten. "Ja, ich gehe mit ihr heute eines ihrer ersten Springen. Aber ich denke sie wird das gut machen. Blue ist immer für eine Überraschung gut."antwortete er gutmütig. Immer wenn Callum von seiner Holsteiner Dame sprach geriet, der junge Mann leicht ins schwärmen, fast so als wäre er verliebt. In gewisser weise war er das ja auch. Er arbeitete gerne in seinem Job, liebte die Pferde und auch alles drum herum. Vielleicht auch deswegen, weil er so keinen Kontakt zu Menschen pflegen muss. Im gleichen Moment klopfte er der jungen Stute abermals auf die Kruppe. Kurz löste er seinen Blick und schaute auf die Uhr. Die Zeit ist schon ordentlich vorangeschritten und er wollte Blueberry ordentlich arbeiten, damit sie warm ins Turnier starten kann. Ihr brauner Sattel lag bereits auf der Stange. Eine helle, orangefarbene Schabracke zierte den Umriss des Sattels. Callum hatte vermutlich viel mehr Sachen für seine Stute, als für sich selbst. Er ergriff den ledernen Sitz und hob ihn auf den Rücken seiner Stute. Er ließ ihn sanft zurück rutschen und verschnaufte kurz. "Ich hoffe, ich werde ihr gerecht." erwähnte der 24-jährige Beiläufig. Leichte Selbstzweifel plagten ihn schon immer, auch wenn er das nie zugeben würde. Callum war schon immer selbstbewusst wenn es darauf ankam, um seine Stute nicht in unnötige Aufregung zu versetzen. Erst als der Blick des Dunkelblonden kurz nach unten glitt, viel ihm der braune Hund auf. Der junge Mann hatte zwar ein Herz für Pferde, alle anderen Haustiere jedoch waren ihm noch nie sonderlich geläufig, obwohl er auf einer Farm aufgewachsen ist. Er ignorierte den pelzigen Wegbegleiter und umschlang den schmalen Bauch der Schimmelstute mit einem gepolsterten Springsattelgurt. Nachdem er die Laschen an den Schnallen locker befestigt hatte widmete er sich wieder seinem Gegenüber, wobei ein leicht gequältes Lächeln über seine Lippen huschte.

[Bemerkt Daniel | Steigt im Gespräch ein | Sattelt Stute]
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BeitragThema: Re: Boxen   Sa 26 Apr 2014 - 12:52


Es war erstaunlich, welche Stille immer in einem Pferdestall herrschte. Selbst wenn ein Pferd scharrte oder an seinem Futtertrog herumramenterte schien es noch immer natürlich ruhig zu sein. Und selbst jetzt, da dort draußen Menschenmassen zum Turnier strömten und sich die besten Plätze sicher wollten herrschte hier eine angenehme Atmosphäre. Natürlich würde sich das ändern sobald er und Gun auf dem Abreiteplatz waren, doch das dauerte noch ein kleines bisschen. Sie waren erst um 13:30 Uhr dran und bis dahin waren es noch ein paar Stunden. Währenddessen würde er sich das Springen angucken und auch bei Lillian vobeischauen, deren „Mentor“ er ja sozusagen war. Zwar würde sie wohl keine wirkliche Hilfe brauchen, aber ein bisschen Beistand war nie verkehrt, wenn man mit einem so jungen Pferd startete.
Aber nun war die Stille erst einmal unterbrochen, und zwar von einer Stimme, die dem jungen Mann gehörte, den er angesprochen hatte. Er schien eher kühl und zurückhaltend, doch wer war das nicht einem fast vollkommen fremden gegenüber? Dennoch war er respektvoll und nicht unfreundlich. Während er sprach beobachteten Daniels dunkle Augen die Stute, die ihn aufmerksam musterte und den jungen Reiter, der ausgesprochen liebevoll mit seinem Pferd umging. Dieser liebevolle Umgang war die Basis für eine erfolgreiche Zusammenarbeit und sie musste gewahrt werden, selbst wenn es einmal schwieriger war oder das Pferd nicht so wollte, wie der Reiter. Mit Gun hatte er eher selten diese Probleme, denn der Wallach war von einem sehr ruhigen Gemüt und ausgeglichen, doch er hatte auch schon viele andere Pferde unter dem Sattel gehabt, bei denen Durchsetzungsvermögen das A und O waren.
“Ich denke, ihr werdet das gut machen. Solange ihr beide nicht unkonzentriert seid werdet ihr gut durch den Parcours kommen. Sie scheint mir doch sehr gefestigt und solange du nicht zu nervös wirst, macht sie das bestimmt gut. Außerdem geht es ja auch nicht unbedingt um’s gewinnen heute.“ Daniel sprach ruhig, wie immer, und betrachtete während er sprach die Schimmelstute eingehend. Sie war wirklich hübsch, leicht gebaut und wirkte motiviert. Ganz anders als sein Dicker, dem er nachher vermutlich erstmal etwas Dampf machen musste.
“Da fällt mir ein, ich habe mich gar nicht vorgestellt. Ich bin Daniel McHale, Ausbilder für Vielseitigkeitsreiten. Ich sollte nicht immer davon ausgehen, dass man mich kennt.“, fügte er fix hinzu, wobei er etwas verlegen wirkte. Die letzten Worte hätten vermutlich arrogant geklungen, wenn sie nicht so sehr an ihn selbst gerichtet gewesen wären. Er rügte sich selbst für seine Dummheit, nicht seinen Gesprächspartner für seine Unwissenheit. Er hatte sonst eher wenig mit anderen Auszubildenden zu tun, deswegen vergaß er oft einfach, sich vorzustellen.

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BeitragThema: Re: Boxen   Sa 26 Apr 2014 - 13:45

Callum sah wieder besorgt auf die Uhr. Er müsste langsam auf sein Pferd steigen, wenn er sie noch gut warm reiten wollte. Er setzte seine Vorbereitungen zügig um, in dem er die passenden ledernen Springgamaschen und Streichkappen anlegte. Blueberrys Röhrbein war schmal und war. Es wies aber nichts auf Hitze hin, so dass er mit einem guten Gefühl ins Turnier starten konnte. Seine Schimmelstute sah immer vorzüglich aus und um einiges besser gestylt als der junge Mann selbst. Er hörte nebenher die Worte des Ausbilders und machte sich einige Gedanken dazu. Außerdem geht es ja auch nicht unbedingt um's gewinnen., war seine letzte Äußerung gewesen.
Callum hatte sich in den letzten Wochen oft mit diesem Gedanken auseinander gesetzt. Die letzten Tage forderte ihm viel Disziplin ab. Das Training war hart und seine Stute noch jung. "Da haben Sie recht. Aber es ist wichtig für einen guten Abschluss. Eine Platzierung wäre gut." argumentierte der 24-jährige neutral. Er wollte nicht durchblicken lassen wie sehr ihn das beschäftigte, auch seiner Schimmelstute zur Liebe. Callum wuchs mit den gestellten Herausforderungen und so hoffte er, dass seine Nerven nicht all zu verrückt spielen würden. "Mein Name ist Callum Moreno. Ich absolviere hier eine Ausbildung zum Bereiter seit einigen Wochen." reagierte der Dunkelblonde auf die Vorstellung seines Gegenübers. Er war, wie vermutet, ein Ausbilder. Vielseitigkeit ist nicht weit entfernt von der heutigen Springpferdeprüfung. Der ältere Mann wirkte etwas verlegen, woraufhin Callum kurz die Mundwinkel nach oben zog. "Ich werde die junge Dame gleich warm reiten, ich würde mich freuen wenn sie mich zum Abreiteplatz begleiten könnten. Es schadet nie ein professionelles Augenpaar mehr zu haben." bot der junge Mann mit dunkler, aber freundlicher Stimme an. Für Callum war dies kein Zeichen von Unsicherheit, sondern von Respekt. Da sein eigener Mentor ihn momentan nicht begleiten konnte, war dies eine willkommende Abwechslung. Der 24-jährige wusste, dass auch die Vielseitigkeitsreiter bei regnerischem Wetter oft den befestigteren Spingplatz für die Gymnastizierung ihrer Pferde nutzten, um kein Risiko einzugehen. Desweiteren sind viele Bewegungsabläufe ähnlich.
Callum drehte sich zur Boxentür. Die braune Trense mit Pelhalm hing schon bereit. Er öffnete das Halfter seiner dösenden Stute , die wie auf Kommando aus der Führungshilfe schlüpfte. Blue war bereits gut erzogen, auch wenn sie unter dem Sattel noch einige Eigenheiten zeigte. Der Dunkelblonde streifte ihr die Zügel über und schob ihr vorsichtig mit einer Hand das Gebiss ins Maul. Nach einigen Murren und Kopf nach oben strecken, gelang es dem jungen Mann schließlich das Gebiss an die richtige Stelle zu bekommen. Nach dem die Riemen alle an der richtigen Stelle saßen blickte er freundlich zu Mr. McHale, der ihn immer noch begleitete. Blueberry stand in voller Montur vor Callum, als würde sie darauf warten, dass er ihren Rücken bestieg. Er griff nach seinem Jacket, dass trotz der Arbeit noch relativ sauber geblieben war und zog es sich über.
Die Stallgasse war relativ frei und so entschied sich Callum bereits auf dem langen Flur aufzusteigen. Er gurtete den Sattel nach und legte anschließend beide Hände auf den Sattel. Blue war nicht so groß, weshalb es den über 1,80m großen jungen Mann leicht viel Auzusitzen. Mit ein wenig Schwun gelang es dann auch schließlich. Blue nahm sofort den Kopf nach oben, als wäre sie aus einem Tagtraum aufgewacht. Der 24-jährige griff nach den Zügeln, um zu verhindern, dass die junge Stute vorwärts ging. Eine kurze Sprunggerte und sein Helm baumelten fröhlich am Sattel herum.


[Beendet Turniervorbereitungen | Redet weiter hin mit Daniel | Will zum Abreiteplatz]
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BeitragThema: Re: Boxen   Mo 5 Mai 2014 - 21:30


Die dunklen Augen des Briten beobachteten, wie Callum auf seine Uhr sah. Ja, so langsam konnte man tatsächlich fertig werden, wenn man denn in den ersten Prüfungen dran war. Ein bisschen Zeit hatten er und Gun ja noch. Also konnte er wirklich getrost mit zum Abreiteplatz kommen, vielleicht konnte er ja wirklich noch behilflich sein. Normalerweise sollte ein angehender Bereiter ja schon ein recht gutes Gespür haben, aber brauchte nicht jeder einmal Hilfe? Außerdem schien dieser Auszubildende vor ihm noch nicht so ganz sicher, ob er mit der jungen Schimmelstute klar kommen würde. Da war ein wenig Unterstützung bestimmt ganz nützlich und er würde ja vielleicht sogar auf ein paar seiner Kollegen treffen, mit denen er zwar eigentlich nicht so viel zu tun hatte, die er aber trotzdem mochte und schätzte – ein Gespräch mit einem Kollegen war niemals uninteressant.
“Keine schlechte Idee, ich habe sowieso noch etwas Zeit bis ich meinen Großen abreiten muss. Vielleicht kann ich ja tatsächlich noch den ein oder anderen Tipp geben.“, erklärte er sich gutmütig dazu bereit, mitzukommen und den beiden beim Abreiten ein wenig zur Seite zu stehen.
Als Blue soweit reitfertig war und sie aus der Box treten wollten, schnalzte Daniel einmal und sofort erhob sich der Irish Setter, der die ganze Zeit zu seinen Füßen gesessen hatte. Er trat einige Schritte zur Seite, Gin folgte ihm wie ein kleiner roter Schatten. Die Rute des Hundes wedelte noch immer hin und her, denn er freute sich auf diesen Tag – irgendwie… warum genau, war selbst seinem Besitzer schleierhaft. Nur wusste der Rüde ja noch nicht, dass er die meiste Zeit des Tages in Guns Box verbringen würde. Eigentlich hätte er es sich ja denken können, aber soweit dachte ein Hund dann wohl doch nicht. Sobald Callum nun im Sattel saß, trat Dan neben die Stute und behielt Gin auf der anderen Seite, sodass er genau zwischen Hund und Pferd stand.
“Soll ich vielleicht ein bisschen Beistand am Zügel leisten? Wenn sie sich erschreckt, wäre das zwischen den Besuchern vielleicht keine schlechte Idee. Ich weiß nur nicht, wie voll es mittlerweile draußen ist.“, gab er mit ruhiger, überlegter Stimme zu bedenken. Dabei sah er Callum nicht an, sondern blickte irgendwo vorwärts ins Nichts, wie er es manchmal zu tun pflegte. Dann jedoch besann er sich und wandte den Blick der braunen Augen hoch zu dem jungen Mann.

Callum (Blue&Gin) xx denkt nach xx stimmt zu xx bietet an
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BeitragThema: Re: Boxen   Di 6 Mai 2014 - 8:27

Callum saß entspannt auf seiner noch recht jungen Stute. Es würde nicht mehr all zu lange dauern bis die Anspannung seine Glieder ergriff. Der junge Mann beäugte weiterhin die Stallgasse. Blue kaute auf ihrem Gebiss rum und blickte leicht nervös durch den Stall, während ihre Ohren sich in alle Richtungen bewegten. "Danke. Man weiß schließlich nie so genau was jungen Pferden durch den Kopf geht, wenn sie in eine fremde Situation geraten." meinte der 24-jährige und blickte dabei nach unten zu dem Vielseitigkeitsausbilder. Leicht neckisch klopfte er dabei auf den Hals der Schimmelstute. Blue hatte noch einige Flausen im Kopf, was vermutlich daran lag, dass sie erst relativ spät angeritten wurde. Sie zeigt jedoch bisher eine gute Manier am Sprung und war im Parcours eigentlich immer ausreichend zu kontrollieren.
Callum freute sich über die Gesellschaft die ihn erwartete, zumal das Turnier für Reiter und Pferd eine Herausforderung werden könnte. Der Dunkelblonde wusste nicht wie seine Dame reagiert. Es konnte also nur vom Vorteil sein, wenn dem kleinem Überraschungspaket über die Schulter gesehen wird. Freundlich bot Mr. McHale ihm schließlich noch etwas Hilfe an. Kurz schoss Callum der Gedanke durch den Kopf, ob der Ausbilder den 24-jährigen nicht doch etwas unterschätzte. Der Dunkelblonde war eigensinnig und ließ sich nur schwer eines besseren belehren. Leicht frustriert warf er sein zerzaustes, wolliges Haar zurück und wartete kurz ehe er eine Antwort gab. "Normalerweise geht Blue gut am Zügel, aber vielleicht ist es wirklich besser. Nicht das noch ein Unglück passiert, zumal ich auch nicht abschätzen kann wie die Leute drauf sind." grummelte Callum etwas unzufrieden vor sich her. Er wusste das Respekt hier an der richtigen Stelle war, zumal ein Ausbilder ihm Hilfe angeboten hatte. Und wenn es wirklich der Fall sein sollte, dass schreiende, kleine Kinder unbedingt mal ein Pferdchen anfassen wollen, ist Unterstützung am Boden oft sehr hilfreich.
Callum wartete nicht weiter ab. Was gab es auch noch zu sagen? Sanft gab er eine kleine Schenkelhilfe und Blue schritt wie auf Wolken im Schritt los. Die Hufeisen, welche über den Steinboden liefen, waren wie Musik für den 24-jährigen. Das Geräusch beruhigte ihn so sehr, dass er fast sein Ziel vergaß. Mr. McHale lief entspannt neben dem Paar her und gab wie abgesprochen Zügelhilfe. Die junge Stute machte keine Anstalten nervös zu werden. Wie ein abgeklärtes Turnierpferd lief es durch die langsam hektisch werdenden Reiter und Pferde. Die Stalltür stand offen, weil immer mehr Reiter und Pferde hinaus strömten, so jetzt auch Callum und Blue. Langsam wurde es ernst und der junge Mann sah leicht aufgeregt in die Richtung des Abreiteplatzes. Er hoffte das seine Stute souverän durch den Parcours ging. Aber eigentlich müssten sie sich keine Sorgen machen, genug trainiert haben sie zumindest. Es war recht kühl auf dem Hof und einige Nebelschwaden lüfteten sich gerade erst. Einige Transporter waren aus der Entfernung zu erkennen. Heute war viel los, im Gegensatz zum sonstigem Hofbetrieb. Ein wenig Abwechslung im manchmal öden Auszubildenenalltag war nicht verkehrt. Ruhig schreiteten die vier rüber zum Platz.



--> Abreiteplatz (Dressurplatz)


[Callum & Daniel weiterhin im Gespräch | Callum & Blue reiten durch die Stallgasse auf den Hof]
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Shana McCormick
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BEITRÄGE : 888
ALTER : Ich bin mittlerweile schon 23 Jahre alt, doch das heißt nicht, dass ich mich auch unbedingt immer so verhalte.
HERKUNFT : Meine Heimat liegt in Schottland. Genauer auf einem Gestüt in der Nähe von Glasgow.
AUSBILDUNG : Ich lasse mich zur Bereiterin in der englischen Reitweise ausbilden. Die einzig vernünftige Entscheidung, wenn man sein Leben lang mit jungen Pferden zu tun hatte.

BeitragThema: Re: Boxen   Fr 9 Mai 2014 - 17:51


Aus der Ferne sah sie einen Schimmel plus Reiter und Coach aus dem Stall kommen, die sich auf den Weg zum Abreiteplatz machten. Doch das interessierte sie jetzt auch nicht. Nur Mercy lugte mit aufgestellten Ohren zu dem Grüppchen hinüber und verlangsamte kurz ihr Tempo. Die Menschen machten ihr absolut nichts aus, da sie ja auch einen ganzes Stück entfernt standen. Stattdessen senkte sie wieder den Kopf als das andere Pferd außer Sichtweite war und lief in flottem Tempo neben ihrer Reiterin her. Einige von den Besuchern schauten ihnen wohl hinterher, aber die Aufmerksamkeit der Mehrheit lag jetzt eher auf dem laufenden Springen und dem Abreiteplatz. Shana freute sich nicht besonders auf das Betreten des Platzes, denn viele Menschen und gerade Kinder kannten keine Scheu vor Pferden und das war genau der Punkt. Sie hatte nämlich keine Lust noch eine Anklage oder ähnlich unangenehmes abzubekommen, nur weil Royal ein Kind getreten hatte. Der Wallach war nicht aggressiv, aber er konnte nicht gut mit Fremden umgehen und hasste es einfach von denen angefasst zu werden – so war es einfach und das konnte man nicht ändern.
In der Stallgasse im Stall war nichts los und so konnten sie ohne aufgehalten zu werden bis zu Mercys Box durchgehen. Es musste etwas fixer gehen, deswegen ersparte Shana sich den Umweg über den Putztrakt, den sie höchstens vor Reitstunden oder dem Training nutzte, aber nicht, wenn so viel los war wie heute. Noch vor der Box löste sie die Longe und ließ Mercy eintreten. Hinter ihr schloss sie die Boxentür halb und legte die Longe erst einmal in den leeren Futtertrog. Mit routinierten Bewegungen und Griffen befreite sie die Ponystute von Trense, Hilfszügeln, Longiergurt und Gamaschen. Das alles legte sie ersteinmal vor der Box ab und trat dann zu der Ponystute, die sogleich die Nase in ihrer Westentasche versenken wollte. Schmunzelnd schob Shana sie sanft weg und kramte dann in ihrer Tasche nach zwei Leckerlies. “Ich hab’s dir ja versprochen.“, sagte sie indem sie der Ponystute die Leckerlies hinhielt. Zufrieden knuspernd ließ sich diese noch einem durch den Schopf wuscheln, dann ging die Dunkelhaarige noch einmal aus der Box und holte die Stalldecke. Mercy hatte schon den Kopf gesenkt und knabberte ein wenig Stroh während ihre Reiterin ihr die Decke auflegte und die Riemen schloss. “So, meine Dicke, vielleicht komme ich heute Abend nochmal vorbei.“ Mit dieser Verabschiedung schloss Shana die Boxentür, schnappte sich das ganze Zeug vor der Box und marschierte Richtung Sattelkammer.
Mercy xx nimmt Zubehör ab xx legt Decke auf

Tbc in „Sattelkammer“
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BeitragThema: Re: Boxen   So 11 Mai 2014 - 11:50

Cf Round-Pen

Es gab wenig, das so beruhigend wie ein Stall war. Freja war den Weg zwischen dem Round-Pen und dem Stall zügig gegangen, was wohl besonders ihren treuen Begleiter erfreut hatte. Seit sich wieder andere Menschen gezeigt hatten, war Emil sowieso voller Energie und Begeisterung und trabte mit hoch erhobener Rute, die immer wieder gegen ihr Bein peitschte, neben ihr her. Seit dem Vorschlag des Westernausbilders hatte sich ihre Stimmung merklich gebessert, sodass sie einen Augenblick lang glaubte, dass auch ihre Mitbewohnerin sie jetzt garantiert nicht mehr aus der Ruhe bringen würde. Das war auch gut so, da Pferde Stimmungen zielsicherer spürten als jeder Mensch. Daher bemühte sich die Schwedin stets darum, jedes Gefühl außer Gelassenheit und Entspannung außerhalb des Stalles zu lassen.
Und bei einem Stall wie diesem war das in der Regel auch gar kein Problem. Es hing der typische Geruch nach Stroh, Staub und Pferd in der Luft und die Leiber der Tiere beschworen eine Wärme herauf, die Freja ihre Jacke öffnen ließ. Sie war sich durchaus bewusst, dass sie zwischen all den Reitern später auffallen würde, in ihren Jeans, Wanderstiefeln und der Windjacke, allerdings hatte es an diesem Morgen einfach keinen Grund gegeben, sich in enge Reithosen zu zwängen. Und Sleipner ritt sie meist sowieso in Jeans. Solange sie ihrem Pony nicht zumutete, sich einer bösen, bissigen Bodenstange, über die man auch noch drüber steigen musste, zu näher, brauchte sie den besseren Halt, den eine Reithose bot, nicht. Immerhin ritt sie ihn, seit er geritten werden konnte, und ihr Dicker vertraute ihr blind.
Suchend glitt ihr Blick über die Boxen. Shanas Pony stand bereits in seiner Box, anscheinend schon im „Schlafanzug“, wie Freja die Stalldecken insgeheim nannte. Von ihren Ponys sah man allerdings keine Köpfe, die neugierig über die Boxentür gestreckt wurden. Leise lächelnd schüttelte die Rothaarige den Kopf und führte Emil zu Sleipners Box. Wenigstens jetzt, da der Norweger ihre Schritte hörte, schob sich der zottelige Falbenkopf über die Tür und schnaubte freundlich. Liebevoll kraulte Freja ihr Pferd, genoss für einen Moment die Wärme des Tieres. „Na, du? Nachher kommst du ein bisschen raus, ja?“ Da Sleipner recht weit entfernt von Phantom of the Opera stand, sie zum Verlassen des Stalls nicht an ihm vorbeikommen würden und der Wallach an den Hund bestens gewöhnt war, band sie Emil vor der Box an, befahl ihm, sich hinzulegen und machte sich anschließend auf, um das Dressurpferd bereits jetzt in Augenschein zu nehmen. Sie begrüßte das Pferd mit leisen Worten und lugte über den Rand der Tür, um sich die Beine ansehen zu können. Diese Betrachtung war natürlich keineswegs ausreichend, aber es beruhigte sie fürs erste, dass Phantom alle vier Füße belastete und auch sonst einen guten Eindruck machte. Jetzt musste sie nur noch auf seine Besitzerin warten, die sich schon durch ihren strammen Schritt ankündigte.


[betritt Stall // begrüßt ihr Pferd // bindet Emil an // geht zu Phantoms Box]
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AUSBILDUNG : Ich lasse mich zur Bereiterin in der englischen Reitweise ausbilden. Die einzig vernünftige Entscheidung, wenn man sein Leben lang mit jungen Pferden zu tun hatte.

BeitragThema: Re: Boxen   So 11 Mai 2014 - 18:02


Kaum bog die Dunkelhaarige um die Ecke, sah sie Freja an Phantoms Box bereitstehen. Ihr Glück, jede Verspätung hätte sie wahrscheinlich noch schlechter der Rothaarigen gegenüber gestimmt. Vermutlich erging es ihrer Mitbewohnerin nicht anders, aber im Gegensatz zu ihr, war es Shana vollkommen egal, wie über sie gedacht wurde. Sollte Freja sie doch für unhöflich, arrogant und oberflächlich halten – andere Leute mochten sie ja, obwohl ihr schon manch einer diese Eigenschaften an den Kopf geworfen hatte. Sollten sie nur, das waren die, die sich anscheinend ihre Freunde nicht aussuchen konnten, oder die, die es sich nicht trauten. Toleranz war definitiv nicht Shanas größte Stärke, aber sie vertrat auch die Meinung, dass man ruhig Feinde haben durfte. Diese dummen Gutmenschen, die sich mit jedem anfreunden mussten, das war doch abartig. Wenn man zur Elite gehörte, dann sollte man doch auch bitte da bleiben.
Sie machte gar keinen Halt, würdigte die angehende Tierärztin nur mit einem einzigen Blick und schnappte sich auf dem Weg in die Box noch eben das Halfter. Der Andalusier stand am anderen Ende der Box und döste ein wenig, doch hob sofort erschrocken den Kopf, als seine Besitzerin eintrat. Seine Augen und Nüstern weiteten sich einen Moment angstvoll, denn Shana war deutlich in seinen Privatsphäre-Radius eingedrungen, der nun einmal nicht für jeden so einfach zu betreten war. Es dauerte aber nur wenige Sekunden bis der Wallach realisierte, dass es seine Reiterin war, die da auf ihn zumarschierte. Seufzend brach diese die Karotte in zwei Teile, steckte eines in ihre Westentasche und hielt das andere dem Braunen hin.
“Na, nimm‘ schon, Dickerchen.“, forderte sie in rauem und doch liebevollem Ton. Das ließ sich der PRE auch nicht zweimal sagen und schnappte sich das Karottenstück. Er kaute, es knackte und kurze Zeit später war die Karotte zu orangem Sabber und Karottenmatsch, der zum Glück größtenteils in seinem Magen gelandet war und eher weniger auf das Stroh getropft war. Neugierig kam er nun vor und Shana machte sich diese Neugierde zu Nutze und streifte ihm das Lederhalfter über. Dann drehte sie sich einfach um und ohne am langen Strick überhaupt ziehen zu müssen, lief er ihr hinterher. Er musste wohl gerade eine brave Phase haben, aber das ging vorbei. Auf der Stallgasse blieb die Schottin stehen und wartete bis der Wallach zu ihr aufschloss. “Reicht es, wenn ich ihn hier auf der Stallgasse Schritt führe oder willst du ihn lieber in der Halle eine Runde traben sehen?“, fragte sie nun – wieder einmal bemüht, um einen netten Ton – und zog fragend eine Augenbraue leicht in die Höhe. Manche würden ihr Pferd auch auf der Stallgasse traben lassen, aber das war nicht gerade ihre Auffassung von verantwortungsvollem Umgang. Phantom hatte Hufeisen, konnte also ausrutschen und sowieso war der Boden der Stallgasse eigentlich zu hart und unnachgiebig um darauf zu traben.
Phantom & Freja xx halftert auf xx tritt auf Stallgasse xx Frage
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BeitragThema: Re: Boxen   So 11 Mai 2014 - 19:14

Freja enthielt sich einer erneuten Begrüßung der Schottin, als diese an ihr vorbei zu ihrem Wallach ging. Solange sie gar nicht mit einander redeten, konnte immerhin keine von ihnen ausfallend werden. Die junge Schwedin wartete also geduldig, während Shana ihrem Wallach das Halfter übergestreift und ihn aus der Box gebracht hatte.
Das Pferd war ein wahrer Traum, das musste sie zugeben. Ein typisches Sportpferd eben, schlank, durchtrainiert, mit glänzendem Fell und wachen Augen. In der letzten Woche hatte sie ihn aber auch von seiner weniger schönen Seite kennengelernt. Phantom fand es ausgesprochen lästig, wenn man ihm eine kühlende Salbe auf das leicht geschwollene Gelenk auftragen und das dann auch noch verbinden wollte. Mit viel Geduld und noch mehr Möhren und Leckerli hatten sie ihn dann doch davon überzeugen können, stillzuhalten. Heute jedoch sah es so aus, als müsse sie sich darum keine Gedanken machen. Willig und ruhig war er seiner Besitzerin gefolgt, die anscheinend wieder der Überzeugung war, dass Freundlichkeit einem das Leben erleichterte.
„Im Trab wäre es besser zu sehen“, warf Freja mit gerunzelter Stirn ein. Dann besah sie sich aber die Hufe und die Stallgasse. Eisen. Nachdenklich nagte sie an ihrer Unterlippe. Sie wollte definitiv nicht dafür verantwortlich sein, dass der Wallach ausrutschte und etwas passierte. Plötzlich wünschte sie sich einen der fertig ausgebildeten Tierärzte herbei, der ihr sagen könnten, wie groß die Wahrscheinlichkeit war, dass Phantom etwas passierte. Sie spürte, wie ihre Handflächen schwitzig wurden und sie deshalb ärgerlich. Wenn sie ihr Studium abgeschlossen hatte, musste sie tagtäglich solche Entscheidungen und viel schwere treffen. Wo würde sie denn hinkommen, wenn sie zauderte? Das Pferd war unauffällig gewesen, Shana trotz all ihrer Fehler verantwortungsbewusst. Wenn er weiterhin gelahmt hätte, wäre sie wieder zu ihnen gekommen. Reine Routine! Also etwas, das zu schaffen war.
„In den letzten Tagen ist er normal gelaufen, oder?“, erkundigte sie sich zur Sicherheit nochmal, nickte dann, wie um sich selbst zu bestätigen und Mut anzunicken und fällte die Entscheidung mit einem flauen Gefühl im Magen. Sie trat näher an den Braunen heran, besah sich die Beine. Leise auf ihren Patienten einredend, strich sie über das linke Vorderbein, spürte die Kraft des Tieres, aber keine auffällige Wärme, Schwellung oder sonst etwas Verdächtiges. Zu ihrer Freude hielt Phantom sogar still und versuchte nicht, ihrer Hand zu entgehen. Nach dieser Musterung erhob sich Freja wieder. „Schritt sollte reichen.“


[beobachtet Shana und Phantom // antwortet // besieht sich das Bein // redet mit Shana]
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BeitragThema: Re: Boxen   Mo 12 Mai 2014 - 21:42


Diese Unentschlossenheit konnte einem wirklich den letzten Nerv rauben. Wie konnte man denn nicht wissen, was genau man nun wollte? Diese Frage, ob Schritt oder Trab, hatte sie sich schon auf dem Weg hierher stellen können. Oder noch früher. Im Trab wäre es besser zu sehen, ja. Also warum sagte sie dann nicht einfach, sie würden in die Halle gehen? Hörte ihr eigentlich niemand zu? Allein Freja beim Denken zuzuschauen war eine Qual. Die Unsicherheit, die sich auf ihrem Gesicht abzeichnete war einfach nur erniedrigend. Hatte das Mädchen denn absolut keinen Mumm? Alles musste man selbst machen.
Phantom schnaubte ungeduldig, bewegte seine Hufe aber nicht vom Fleck und ließ sich betasten. Er mochte es eigentlich nicht von Fremden angefasst zu werden, allerdings war er bestechlich wie kaum ein anderes Tier. Und die Karotte in Shanas Westentasche erledigte dann den Rest. Mit Sympathie für die Rothaarige hatte das nichts zu tun, da sollte sie sich mal nichts einbilden. Wenn jemand den Wallach kannte, dann war es wohl die Schottin, die sich schon seit Jahren mit ihm herumärgerte – und doch wollte sie kein Jahr mit ihm missen.
Den Blick der durchdringenden eisblauen Augen auf die angehende Tierärztin gerichtet, nahm sie jetzt die Sache selbst in die Hand. “So, einmal bitte Lauscher auf Empfang: Wir gehen jetzt in die Halle. Da gibt’s ‘ne lange Seite Trab und Schritt und dann haben wir das hier auch schon hinter uns. Ich will ja deinem Sammeln von Erfahrungen nicht im Wege stehen und diese Zeit habe ich jetzt auch noch.“, erklärte Shana mit beinahe herrischer Stimme. Sie meinte es zwar gar nicht so, wie es herauskam, doch es klang eher wie eine Anfeindung als das, was es war. Die schlichte Wahrheit war, dass sie Freja helfen wollte und ihr auch noch einmal zeigen wollte, wie nun ein gesunder Trab und Schritt aussah. Und falls der Andalusier doch noch Taktunreinheiten aufgrund von Lahmen aufweisen sollte, würde man es auch erst dann sehen.
Mit diesen Worten schritt sie nun einfach vorwärts, fasste den Strick des Braunen ein Stück nach und lief zügig Richtung Reithalle, die an die Stallungen anschloss. Menschen wie ihre Mitbewohnerin machten es sich auch immer komplizierter, als es eigentlich war. Vielleicht sollte sie nochmal bei ihr Nachhilfe im Menschen-herumkommandieren nehmen.
Phantom & Freja xx entscheidet schließlich selbst xx geht Richtung Reithalle
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BeitragThema: Re: Boxen   Di 13 Mai 2014 - 15:06

Fan helvete! Freja verschränkte die Arme vor der Brust und versuchte erst gar nicht, ihre Hand, die sich von selbst zur Faust geballt hatte, wieder zu öffnen. Ärger und Wut malten eine steile Falte zwischen ihre Brauen, die sich umso tiefer eingrub, je länger diese Flut von Worten den Bund der Schottin verließ. Die Schwedin war eigentlich ein beherrschter Mensch, sie versuchte eigentlich, niemanden zu beleidigen, anzufahren oder ähnliches, aber auch sie ertrug nur ein gewisses Maß an Herablassung. Und mit diesem Tonfall, dieser Wortwahl war das eindeutig voll.
Einen Augenblick lang verspürte sie den Drang, wegzulaufen. Weg von diesem Menschen, weg von diesem Land, dessen Sprache nicht mehr als praktisch war und das Kultur mit McDonalds verband. Doch dieser Wunsch wehrte nur einen Herzschlag. Denn konzentrierte sie sich auf das Geräusch der Hufe auf dem harten Boden und den Bewegungen des Wallachs.
„Shana!“, rief sie der Reiterin hinterher, ihre Stimme zitternd vor Zorn. „Den Weg in die Halle kannst du dir sparen.“ Mit einigen langen Schritten folgte sie der Brünetten, die doch tatsächlich stehen geblieben war. Wahrscheinlich, um sich die nächsten Beleidigungen zurechtzulegen. Doch dieses Mal würde Freja ihr zuvor kommen.
„Normalerweise würde ich darauf bestehen, dass dein Pferd auf hartem Grund trabt, um den Takt zu hören. Davon muss ich dir ja nichts erzählen, oder? Da Phantom aber genauso wie seine Herrin sein könnte, besteht die Chance, dass er ausrutscht oder sonst etwas passiert. Genau das habe ich abgewogen.“ Sie trat näher zu ihnen, um Shana in ihre Eisaugen sehen zu können. „Der Takt im Schritt klingt aber gut, man erkennt keine Ausfälle und die heiße Schwellung von letzter Woche ist auch weg und auch wenn...“ Ich dich gerade auf den Mond wünsche. „... wir nicht immer einer Meinung sind, bin ich sicher, dass du die Gesundheit deiner Pferde nicht aufs Spiel setzen würdest und zu einem von uns gekommen wärst, würde er auch weiterhin lahmen. Er ist soweit wieder fit, dass du am Turnier teilnehmen kannst. Wenn du aber darauf bestehst, ihn nochmals traben zu lassen, können wir das gern auch tun. Dann aber hier, damit ich es nicht nur optisch sondern auch akustisch überprüfen kann, und auf deine Verantwortung. Aber da deine Zeit ja so unbeschreiblich knapp bemessen ist, kannst du ihn oder dein anderes Pferd auch jetzt fertig machen und mir für heute am besten aus dem Weg gehen.“


[Gedanken // Beobachtung von Phantom // Antwortet]
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BeitragThema: Re: Boxen   Mi 14 Mai 2014 - 19:11


Einen kurzen Moment war Shana tatsächlich erschrocken. Dass dieses stille Mädchen tatsächlich so loslegen konnte, hatte sie nicht erwartet. Umso stolzer konnte man wohl sein, wenn man das aus ihr herausgekitzelt hatte – fand sie jedenfalls. Ihre Worte lösten aber keinesfalls soetwas wie Ehrfurcht aus, stattdessen zog sie sich nur noch mehr in den Dreck. Freja hatte keine Ahnung von ihr und war anscheinend nicht einmal im Stande einen sauberen Trab zu erkennen. Noch dazu konnte man, wenn man sich nur genug anstrengte auch auf Sand einen Takt hören. Aber das war ja jetzt auch egal. Wenn sie später aufsaß, würde sie so oder so merken, ob er normal lief, dafür musste sie es sich nicht einmal anschauen.
Statt nun also den Blick zu senken, schnaubte die Schottin verächtlich und hob das Kinn noch ein wenig höher als üblich. Von einem wütenden Bambi ließ sie sich noch lange nicht einschüchtern, das hätte sie wohl gern. Allerdings konnte Shana nicht leugnen, dass es auch in ihrem Inneren brodelte. Sie hatte mal versucht, nett zu sein, und sowas kam dann dabei raus. Na, schön, einmal und nie wieder. Ein abfälliges Lächeln umspielte ihre vollen Lippen und die blauen Augen waren kalt wie ein Eisblock.
“Hör‘ mir mal gut zu, Landei. Ich wollte dir doch tatsächlich einen Gefallen tun, aber das kannst du dir jetzt für den Rest deines mickrigen Lebens abschminken. Wer keinen sauberen Trab erkennen kann, wenn er ihn sieht… Ich habe wirklich besseres zu tun, als mich mit dir herumzuärgern. Rach air seachran!*“ Die Worte waren noch immer recht ruhig, doch die Dunkelhaarige mit den Eisaugen war so sehr in Rage geraten, dass der schottische Akzent nun deutlich in den Vordergrund trat und ihr sogar die schottisch-gälischen Worte über die Lippen kamen, die sie selbst zuhause nicht oft gebrauchte. Eigentlich hasste sie diesen Akzent, er wirkte seltsam und trug auch nicht gerade dazu bei, dass andere einen verstanden, doch er war ein Stück Heimat, das sie weder hergeben, noch verbergen konnte.
Ohne weiter auf die Rothaarige zu achten wendete sie ihren Wallach auf der Stelle und marschierte zurück in die Box des Andalusiers. Sie wartete nicht einmal, bis dieser ganz in seiner Box war, zog ihm das Halfter vom edlen Kopf und schob ihn von hinten soweit weiter in die Box, bis sie die Tür schließen konnte. Phantom guckte nur verdutzt, machte sich dann aber über die Karotte her, die ihm seine Besitzerin in den Futtertrog warf.
Erneut zog sie nun das Handy aus der Tasche und schaute auf die Uhr. Es war noch genug Zeit, um Roy fürs Springen fertig zu machen, aber dennoch würde sie schon jetzt zu ihm gehen. Sie hatte ja sonst nichts zu tun gerade. Das Handy verschwand wieder in der Tasche und sie warf Freja einen letzten Blick zu. Sie sollte bloß nicht wieder angekrochen kommen, jetzt hatte sie es sich definitiv verscherzt.
Als sie an der Box ihres Fuchswallachs angekommen war, klemmte als erstes schon einmal das Schloss. Sauer verzog sie das Gesicht. “Daingit!**“, knurrte Shana diese verdammte Stange an und versuchte es erneut mit mehr Kraft. Sie gab nach und die Tür ließ sich öffnen. Auf der anderen Seite erwartete sie ein beunruhigter Royal mit aufgestellten Ohren und aufmerksamen Augen. “Guck‘ nicht so vorwurfsvoll.“, murmelte Shana leise, seufzte und legte schließlich ihre Hand auf die Stirn des Lichtfuchses. Die innere Unruhe wich fast augenblicklich von ihr, was auch ganz gut so war. Royal war zu sensibel, um ihn mit so unruhigen Gefühlen reiten zu können. Das würde nur in einem Desaster enden. Langsam trat sie näher an ihren Wallach heran und legte sie arme um seinen starken Hals, legte die Wange an sein warmes Fell und sog den vertrauten Geruch ein. Royal hatte schon immer eine beruhigende Wirkung auf sie gehabt. Der einzige, der diese Wirkung aufheben konnte, war Isaac – natürlich, wer sonst? Und immer nur dann, wenn er etwas vor ihr versteckte und sie damit aufregte. Sie hatte das noch nie leiden können und das wusste er seit sie sich das erste Mal begegnet waren.
Phantom & Freja xx motzt Freja an xx Phantom zurück in der Box xx Royal xx beruhigt sich

*Verschwinde!
**Scheiße!
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BeitragThema: Re: Boxen   Mi 14 Mai 2014 - 21:03

Freja straffte die Schultern und spürte immer noch, wie Zorn durch ihre Adern waberte wie dichter Nebel über einem Fjord. Doch ganz langsam zog noch etwas anderes auf, unauffälliger aber nicht minder stark. Schuldgefühle. Hatte sie sich von ihren Gefühlen ihrer Mitbewohnerin gegenüber dazu verleiten lassen, ein Pferd nicht so zu behandeln, wie es es verdient hatte? Alles, bloß nicht das, schoss es ihr durch den Kopf und sie spürte, wie ein Schauer über ihren Rücken lief. Professionalität! Professionalität war eines der ersten Dinge, die sie hätte lernen sollen. Es gab hunderte Arten von Tierbesitzern und sie musste mit denen genauso zurecht kommen, wie mit den Pferden, Ponys, Eseln und anderen Tieren. Was hatte sie sich dabei gedacht?
Shanas Antwort war praktisch vorprogrammiert gewesen, obwohl Freja insgeheim damit gerechnet hatte, dass sie schreien würde. Diese eiskalten Worte mit dem nun deutlich wahrnehmbaren Akzent saßen dennoch, vielleicht sogar tiefer als Geschrei es hätte tun können. Wieder erschauderte sie. Zorn und Schuldgefühle vermischten sich zu einem Strudel, der sie mit sich zog. Tiefer, tiefer und tiefer hinein in eine Stimmung, die sie heute nicht hätte spüren wollen. Sie wollte sich eigentlich nur noch ins Bett legen und warten, dass dieser Tag vorbei ging. Das allerdings war einfach keine Option. Draußen fand gerade das erste Springen satt und nachher musste Sleipner bewegt werden. Mit Harmony müsste sie sich auch noch beschäftigen, aber das würde kurz ausfallen.
Die ganze Zeit über hatte sie still in der Stallgasse gestanden, während Shana Phantom zurück in seine Box gebracht hatte. Sie musste sich keine Sorgen darum machen, dass es dem Braunen schlecht ging! Auch jetzt klangen seine Tritte sicher. Dem Pferd ging es gut. Beruhige dich also, Lin!, ermahnte sie sich, doch es fiel ihr schwer. Sollte sie nochmal mit der Schottin reden? Brachte das überhaupt etwas? Sie würden sich heute Abend zwangsläufig wieder über den Weg laufen, vielleicht wäre es also besser, die Sache jetzt ins Reine zu bringen.
Konnte sie das überhaupt? Langsam machte sie einige Schritte auf Phantoms Box zu, aus der die Brünette gerade heraustrat, um nur wenige Meter und Momente später fluchend mit dem Riegel an der Tür ihres anderen Pferdes herumzuwerkeln. Konnte man mit jemandem reden, der immer noch in seiner Heimatsprache fluchte? Wenn Freja mal laut und auf Schwedisch fluchte, dann war sie kurz davor, in Tränen auszubrechen und sich wirklich und wahrhaftig unter ihre flauschige Bettdecke zu verziehen.
„Ach, ist ja auch egal“, murmelte sie zu sich selbst und schlurfte zurück zu Emil und Sleipner, die sich beide wesentlich freundschaftlicher ignorierten als Freja und Shana, obwohl ihre beiden Arten doch so verschieden waren. Anscheinend umgab die Schwedin eine so negative Aura, dass sogar ihr Hund auf das traditionelle Schwanzwedeln und Freundenhecheln verzichtete und sie aus unschuldigen Augen heraus anblinzelte. Noch ignorierte sie ihn, kraulte stattdessen erst einmal Sleipners Kopf, während dessen Nase ihren Kragen abtastete und ihr warmen, nicht gerade nach Pfefferminz riechenden Pferdeatem ins Gesicht blies. „Nachher lernen wir ein bisschen Westernreiten, mein Dicker“, flüsterte sie ihm zu und spürte jetzt, da die Anspannung der Auseinandersetzung langsam von ihr abfiel, ihre Augen brennen. Heftig blinzelnd schüttelte sie den Kopf, klaubte ein Leckerli aus ihrer Jeans und schob es Sleipner zwischen die weichen Lippen. Dann erst, bückte sie sich nach Emil, band ihn los und warf einen letzten Blick über die Schulter, um zu sehen, ob man Shana nicht vielleicht gerade gegen ihren netten Zwilling, mit dem man reden konnte, ausgetauscht hatte, was natürlich nicht geschehen war, und verließ dann weniger schwungvoll als zu Beginn des Tages den Stall.


[Gedanken / Schuldgefühle / Überlegung, sich zu entschuldigen / Trostsuche bei Sleipner / Abgang]

Tbc. Reitplatz
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BeitragThema: Re: Boxen   Do 22 Mai 2014 - 16:33

Mariza's Handy vibrierte unaufhörlich in ihrer Hosentasche und das schon seit den frühesten Morgenstunden. Seit sie mehr oder weniger unfreiwillig in die USA ausgewandert ist, schienen sie plötzlich alle wieder zurück haben zu wollen. Aber sie konnte nicht mehr zurück und das wusste die Brünette auch mit ziemlicher Sicherheit. Die zierlichen Finger der Brasilianerin öffnete die Tasche ihrer Reithose und holte ihr verstohlen glänzendes iPhone hervor. Das Display leuchtete hell auf Mamãe wurde auf portugiesisch angeblendet. Mariza überlegte nicht lange und schaltete ihr Handy stumm. Es wäre gelogen zu behaupten, dass die 20-jährige ihrer Familie keine Vorwürfe machen würde. Sie war seit dem überschwänglichem Rausschmiss oft zornig und demzufolge kein angenehmer Zeitgenosse.

Als die junge Frau ihr Handy wieder einsteckte, vielen ihr einige dunkle Haarsträhnen ins Gesicht, wobei sie sich gleichzeitig im unbekannten Wallach- Und Stutenstall des Hofes wiederfand. Eine Rothaarige trottete schnellen Schrittes und leicht wutentbrannt an ihr vorbei. Ein leicht amüsiertes Lächeln umspielte dabei die Lippen der Reiterin. Sie war bereits vor wenigen Minuten bei ihrem Hengst Montesquieu gewesen und hatte ihn mit Streicheleinheiten und frischen Äpfeln verwöhnt. Bis sie heute Abend in den Sattel steigen muss, vergehen noch einige sorglose Stunden. Mariza war seit sie auf dem Hof angekommen war, nicht sonderlich ehrgeizig. Sie war so oder so der Überzeugung, dass es sich bei der ganzen Aufregung um diese Turnier, relativ wenig um die individuelle Leistung drehte. In Brasilien war Mariza bereits eine anerkannte Reiterin gewesen. Sie kannte die Fotografen, Pferde, Zuschauer, die Ställe und vermutlich auch jeden einzelnen Hund dort beim Namen. Hier war sie genauso unbedeutend wie ein blutiger Anfänger. Diese Voraussetzungen führten abermals zu der missmutigen Laune der 20-jährigen.

Bei ihrem kleinen Rundgang über den Hof, schlich sie an diversen Boxen der hiesigen Pferde vorbei. Sie hatte sich damals bewusst für einen Hengst entschieden, ließ es sich jedoch nicht nehmen auch hier die potenzielle Konkurrenz auszukundschaften. Als die Brasilianerin auf einem Boxenschild den Namen Toljas Royal Diamond las, hielt sie kurz inne und lugte hinein. Ihre annähernd schwarzen Augen erkannten eine Silhouette, welche hingebungsvoll um den Hals des stattlichen Wallachs hing. Ein kurzes Grinsen konnte sie sich dabei nicht verkneifen "Hey. Bist du zufällig der Grund, weshalb mich eine Rothaarige gerade fast auf den Boden der Tatsachen zurück geholt hätte?". Mariza wusste natürlich das ihre Frage leicht provokant war, äußerte sie jedoch nicht sonderlich abfällig. Der Name des großrahmigen Wallachs kam ihr bekannt vor. Sie glaubte sich daran zu erinnern, dass Reiter-Pferdpaar schon einige male im Viereck getroffen zu haben. Jedoch war bisher nie mehr als ein Bickkontakt oder ein kurzes Nicken ausgetauscht worden. Mariza wusste aber daher das die Beiden dressurtechnisch ebenso begabt waren wie Monty und die junge Brasilianerin. "Mein Name ist Mariza. Ist das dein Wallach? Hübsche Farbe." stammelte die 20-jährige etwas undeutlich mit einem südländischen Akzent.

Sie hatte schon immer eine Schwäche für besonders gefärbte Pferde. Ein Lichtfuchs zählte ebenso dazu, wie ihr Kohlfuchs Monty. Frauen waren schon immer für das gewisse Etwas zu haben und deshalb hoffte sie auch bei der Bekanntschaft auf eine Linie zu stoßen. Auch wenn Mariza nur ihren Rücken bestaunen durfte, erkannte sie ihre schlanke Figur und ihr Dunkelblondes bis Braunes Haar. Wieder zog die 20-jährige einen Mundwinkel leicht nach oben, wobei ihr Kinn leicht in die Höhe gestreckt wurde. Abwartend auf die Antwort der Reiterin.


[Betritt Stall | Bemerkt herausstürmende Freja | Geht Boxen ab | Bemerkt Shana | Spricht sie an]
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BeitragThema: Re: Boxen   Sa 24 Mai 2014 - 17:37


Es gab kaum etwas, das für mehr Ausgeglichenheit sorgen konnte, als die Anwesenheit eines Pferdes. Und wenn das nicht so war, dann machte man definitiv etwas falsch. Shana brauchte keine Worte, um ihren Pferden – zu denen sie mittlerweile auch Mercy zählte – verstehen zu geben, was sie von ihnen wollte. Es genügte ein Blick, eine stumme Geste oder vielleicht auch mal ein Laut wie ein Pfeifen oder Schnalzen. Der Stall war ihr immer mehr ein zuhause gewesen, als es ihre eigenen vier Wände jemals gekonnt hätten. Und es gab nur wenige Orte, die diesem Gefühl von Heimat nahe kamen. Zum einen war es jeder Ort, an dem Isaac sich aufhielt. Zum anderen das weitläufige Ausreitgelände hier um den Heaven Meadows Stable.
Schritte, näher kommende Schritte auf der Stallgasse rissen sie erneut aus der tiefen Ruhe. Entschieden schloss die Dunkelhaarige die Augen und atmete ruhig den süßen Eigengeruch ihres Lichtfuchses ein. Doch all das meditative Tun half nichts, denn wer auch immer es war blieb direkt vor Roys Box stehen. Die Stimme kam ihr irgendwie bekannt vor, aber einen Namen konnte sie nicht einordnen. Mit einem stummen Seufzen drehte sie sich schließlich um, bevor sie ihren ersten Satz beenden konnte. Ihr kühler abschätzender Blick wanderte wie gewohnt einmal an der schlanken Gestalt ihrer Gegenüber hinab, blieb dann wieder an ihrem Gesicht hängen. Dann zog sich ein schmales Lächeln auf ihr Gesicht.
“Ja, das war wohl ich. Dummes Ding, meine Mitbewohnerin.“, erklärte sie mit einem Blick, der eindeutig klar machte, dass sie Freja nicht sonderlich gut leiden konnte. Wie auch? Sie waren definitiv zu verschieden. Manchmal bemühte sie sich ja tatsächlich nett zu sein, aber wenn das immer so nach hinten los ging, dann konnte man es ja gleich lassen. “Ich bin Shana. Und das ist Royal, einer meiner Wallache. Der Springer, um genau zu sein.“ Liebevoll strich sie dem Lichtfuchs über den Hals und ließ ihren Blick über die eingeflochtene Mähne wandern. Eine kleine Strähne hing noch nicht an dem Platz, an dem sie sein sollte. Geschickt befestigte die Schottin das widerspenstige Etwas mit dem Mähnengummi und war dann zufrieden. Jetzt durfte sich ihr Pferdchen nur nicht in den Mist legen und sie war zufrieden. Gestern hatte sie erst seine weißen Beine sauber geschrubbt und trocken gerubbelt, damit er sich nicht noch was wegholen konnte. Allein dafür, dass er sie nicht wieder eingesaut hatte, war sie ihm unglaublich dankbar.
Aber nun wieder zu der anscheinend nicht englischsprachigen jungen Frau. Sie hatte einen interessanten Akzent, der ihr ein kleines bisschen bekannt vorkam. Eher war es der Klang ihrer Stimme, der sie vermuten ließ, dass ihre Muttersprach Portugiesisch oder Spanisch sein könnte. Erstens war ihr das Portugiesische ein klein wenig vertraut, weil es nicht selten vorkam, dass Isaac sie gebrauchte. Zweitens gab es unglaublich viele Länder, in denen Spanisch gesprochen wurde. Und drittens sah sie auch nicht gerade Nordeuropäisch aus, wobei das ja heutzutage auch nicht mehr viel aussagte. Und dennoch zog sie ihre Schlüsse daraus. Mariza wirkte auch nicht gerade, wie eine dieser 0815-Pferdeweiber, die es zur genüge gab. Irgendetwas hatte sie an sich, das sie für Shana interessant machte.
“Kann es sein, dass wir uns mal beim Training auf dem Platz gesehen haben? Du reitest hauptsächlich Dressur, oder? Nimmst du am Turnier teil?“ Ja, es wirkte wohl ein wenig, wie neugierige Ausfragerei, aber insgeheim wollte die Schottin wissen, mit was für einer Person sie es hier zu tun hatte. Sie wollte wissen, ob es sich lohnte weiter Zeit zu opfern oder ob sie diese nur vergeuden würde.
Royal xx Mariza xx antwortet xx denkt nach xx fragt
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BeitragThema: Re: Boxen   Mi 28 Mai 2014 - 15:26

Die dunklen Augen der Brasilianerin schlichen unauffällig die Stallgasse entlang. Für einen kurzen Moment wirkte die 20-jährige etwas verträumt. Ihre braunen, gelockten Haare vielen ihr über das zarte Gesicht, während sie verschnaufte. Es war anstrengend so weit entfernt von ihrer alten Heimat ein neues Leben zu beginnen. Sie war froh, dass sie immerhin Monty hier hatte. Der Hengst gab ihr Halt und Sicherheit, etwas das sie von ihrer Familie oder gar von Guillén nicht zu erwarten hatte. Die Worte ihrer Bekanntschaft holte sie dann schließlich wieder aus ihren Träumereien. Mariza blickte auf, während abermals ein kokettes Lächeln ihre vollen Lippen umspielte.

Die junge Frau stellte sich als Shana vor. Ein etwas ungewöhnlicher, aber nicht unbedingt abfälliger Name. Sie wirkte schön, stark und zuversichtlich. Eben so, als könnte sie Mariza etwas davon abgeben. Die 20-jährige könnte etwas Optimismus in dieser Zeit gut gebrauchen. Als sie sich der vorherigen Situation als ‚Täter‘ outete, grinste die Brasilianerin breit, so dass ihre Zähne blitzend sichtbar wurden „Oh je, da hast du also einen super Fang gemacht, so wie ich es deinen Worten entnehmen kann.“ Kommentierte Mariza amüsiert. Sicherlich klang in ihrer gut gemeinten Anspielung ein großer Hauch von Ironie mit. Sie schätzte Shana jedoch intelligent genug ein, um ihre hochgezogenen Mundwinkel richtig zu deuten.

Aus ihrer Andeutung ‚[…] einer meiner Wallache […]‘ schloss die Brasilianerin, dass der großrahmige Geselle nicht das einzige Pferd war, dass unter Shanas Händen lief. Mariza nickte interessiert und zustimmend. „Er ist wirklich schön.“ bemerkte die 20-jährige anschließend, auch wenn für sie natürlich nie ein anderes Pferd als Montesquieu in Frage käme. Zumal, wie Shana berichtete, Monty auch kein sonderlich talentiertes Springpferd war. Mariza war mit Traversalen, Piaffen und versammelten Grundgangarten groß geworden. Kleinere Sprünge waren eine super Abwechslung, würden aber nie das Hauptaugenmerkt der Brasilianerin darstellen. „Ja, ich bin mehr oder weniger mit meinem Hengst Montesquieu Balouret hier beheimatet.“ verriet Mariza leicht schwärmerisch, während ihr portugiesischer Akzent immer allzeit als Unterton zu hören war. Sie war stolz auf ihre Heimat und schämte sich ihrer Herkunft keineswegs, eher im Gegenteil. Marizas exotischer Flair passte ausgezeichnet zu ihrem Temperament.

„Es ist gut möglich, dass wir uns schon mal beim Training begegnet sind. Ich bin eigentlich täglich im Dressurviereck wiederzufinden, erst recht jetzt wo dieses kleine Aufwärmturnier stattfindet. Ich gehe mit ihm unter Umständen bis S Dressur. Hier habe ich mich für das Turnier der Klasse M gemeldet.“ erläuterte Mariza ausführlich. Mit Sicherheit fühlte sie sich etwas unterfordert, zumal sie andere Standards gewohnt war, aber vermutlich würde es auch Monty einmal ganz gut tun sich erstmals wieder der Herausforderung des klatschenden Publikums zu stellen. „Und wie sieht es mit dir aus? Nimmst du auch teil? Sieht man sich vielleicht auf dem Abreiteplatz?“ fragte die 20-jährige ebenso geradeaus wie es Shana bereits getan hat. Sie fand ihr gegenüber interessant. Vielleicht gäbe is auf diesem Hof doch noch Reiter mit einem gewissen Anspruch.

[Ist verträumt | Antwortet Shana ironisch | Ist interessiert | Stellt sich weiter vor | Fragt]
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BeitragThema: Re: Boxen   Fr 30 Mai 2014 - 20:55

cf Round-Pen

Basket war eindeutig wohlerzogener als Emil. Darians Rüde war anstandslos auf seine Decke gegangen, hatte sich hingelegt und entspannt, während Freja das Wasser in dessen Napf aufgefüllt hatte und ihren Hund davon abgehalten hatte, die Wohnung des Lehrers genaustens zu durchsuchen. Der Schwedin war es unfassbar unangenehm gewesen, dort zu sein und beeilte sich, sie wieder verlassen zu können.
Nachdem sie dann auch den Schäferhund ins Cottage gebracht und selbiges begleitet von den tödlichen Blicken des Weißen wieder verlassen hatte, stand sie nun vor der Stalltür und wusste nicht, wie sie das Gebäude betreten sollte. Mit dem Schein des Selbstbewusstseins? Leise und heimlich? Hocherhobenen Hauptes, umgeben von Arroganz? Nein, letzteres war eindeutig Shanas Metier. Freja fühlte sich hilflos und das lag nicht zuletzt daran, dass sie wusste, dass ihr Zögern lächerlich war. Tief durchatmen, riet sie sich selbst, strich sich eine Strähne ihres Haares, die sich aus dem Pferdeschwanz gelöst hatte, hinters Ohr, obwohl sie wusste, dass sie nicht dort bleiben würde, und betrat den Stall mit unsicheren Schritten.
Vor Royals Box hatte sich eine Frau mit sehr dunklem Haar eingefunden, die scheinbar mit Shana redete. Erstaunlich, dass das überhaupt jemand konnte. Doch die beiden schienen sich gar nicht so schlecht zu verstehen. Nicht, dass Freja großartig darauf achten würde... aber man erkannte ja doch die Mimik und konnte diese deuten. Kopfschüttelnd ließ sie die beiden links liegen, hoffte, dass sie nicht erneut ins Zentrum von Shanas Aufmerksamkeit oder Häme werden würde.
An Sleipners Box angekommen, nahm sie das Halfter ihres Lieblings vom Haken und öffnete das Schloss, bevor sie die Tür aufschob und zu ihm ging. Das Fjordpferd stand im Paddock, die Augen halb geschlossen und das Gewicht nur auf drei Hufe verteilt. Als er Frejas gurrende Begrüßung vernahm, schüttelte er sich einmal und hatte tatsächlich die Güte, auf sie zuzutrotten und seinen großen Kopf an ihr zu reiben. Das schien allerdings weniger ein Zeichen echter Zuneigung zu sein, als eine Möglichkeit an ihre Tasche zu kommen, in der sie eine Möhre eingesteckt hatte. Diese wurde dann auch brav ins Maul geschoben. Immerhin hatte Sleipner Freja gut erzogen, was Futter betraf.
„Na, komm, Dicker“, flüsterte sie ihm zu, während sie ihm das Halfter überstreifte und ihn aus der Box führte. „Du hast heute frei und kannst ganz entspannt auf der Koppel bleiben.“
Wieder musste sie vorbei an den beiden anderen Frauen und wieder starrte die Rothaarige stur gerade aus, fest entschlossen, jeden Menschen in diesem Stall zu ignorieren. Dabei hämmerte ihr Herz viel zu schnell, doch sie war zu stur, um jetzt noch einzuknicken. Dank des Gesprächs mit Darian waren auch ihre Schuldgefühle kleiner geworden, sodass die Möglichkeit, dass sie sich entschuldigen würde, gegen null tendierte.
Sleipner schien von dem flotten Tempo, das sie vorgab, nicht wirklich begeistert zu sein, doch er trottete hinter ihr her, ohne sich lange bitten zu lassen und sein Elan nahm spührbar zu, sobald sie hinaus ins Freie traten und auf die Koppeln zusteuerten.

Tbc. Stuten- und Wallachkoppeln


[Zögern / betritt Stall / vorbei an Shana und Mariza / Sleipner / Abgang]
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Isaac Haber

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HERKUNFT : DAS, WAS EINER HEIMAT AM NÄHSTEN KÄME, IST UND BLEIBT LONDON IM LAND DER QUEEN.
BERUF : ALS BEREITER NEIGT MAN BEINAHE DAZU, GRAUE HAARE ZU BEKOMMEN.

BeitragThema: Re: Boxen   Sa 31 Mai 2014 - 23:28

Turniertag Numero 1. Nichts besonderes im Leben eines Isaac Haber. Heute stand zur Abwechslung eben mal kein Training auf dem Tagesplan, sondern sogar ein richtiger Ritt durch den Parkour, bei dem es tatsächlich um etwas ging. Nämlich darum die eigene Ehre zu verteidigen, als gefeierter Champion und weit bekannter Sieger. Und dennoch hatte dieser Tag schon einmal mehr schlecht als recht angefangen.
Wakiza war - von was auch immer aufgeschreckt - noch vor dem ersten Weckerklingeln über sein Bett gehüpft, als wäre dies das Normalste auf der Welt. Selbstverständlich hatte Isaac den Dobermannrüden mehrmals zurecht gewiesen, doch dickköpfig wie dieser war, hatte ihn das nicht davon abgehalten, weiterhin über ihm herumzuturnen. Also hatte Isaac sich notgedrungen aus dem Bett gequält, hatte sich fertig gemacht und war tatsächlich pünktlich mit den andern beim Frühstück gewesen. Wo er doch sonst grundsätzlich immer zu spät war, selbst seine Unterrichtsstunden begannen nicht selten einige Minuten später als vorgesehen. Selbstverständlich hängte er diese Zeit aber wieder hinten dran, meistens sogar noch mehr, denn bei Isaac galt die Regel: ein Training war erst dann beendet, wenn das Tagesziel erreicht war. Und dass dieses bei ihm niemals niedrig gesteckt war, durfte wohl nicht allzu schwer zu erraten sein.
Mit dem schwarz-braunen, vierbeinigen Gesellen an der Seite war der 25-Jährige nun - nach einem Abstecher beim Springplatz, um Callums Ritt zu verfolgen - auf dem Weg in die Stallungen. Schon des Öfteren war er bei diesem Turnier auf ein Autogramm oder ein Foto angesprochen worden, hatte sich natürlich stets höflich zu derartigem bereit erklärt, weil er wusste, wie wichtig es war den Leuten das zu geben, was sie erwarteten. Eines musste man ihm lassen: er verstand es mit den breiten Medien umzugehen und die Leute für sich einzunehmen - natürlich insbesondere bei Frauen. Nicht alle sprachen ihn immer als Profireiter an, einige hatten ihn auch nur in der Kategorie Model abgespeichert. Aber das reichte auch vollkommen, dass sie aufgeregt um ihn herumwuselten, wie ein Schwarm Bienen um seine Königin.
Schließlich hatte der Bereiter sich aber doch seinen Weg durch die Menschentrauben gebahnt, die ihn hartnäckig aufzuhalten versuchten und war, noch immer in Gefolgschaft Wakizas, nun bei den Stallungen angelangt. Auch hier herrschte mittlerweile reger Betrieb, ganz im Gegensatz zum frühen Morgen, als er in einer erfüllenden Einsamkeit in Ruhe hatte Clouds Mähne einflechten können. Eigentlich hatte man für sowas doch Personal... Nunja, andere Orte, andere Sitten, dennoch ging es ihm manchmal gegen den Strich, dass es hier so überhaupt kein Laufpersonal gab, das er umherscheuchen konnte.

Es war immer ein wenig riskant Wakiza irgendwohin mitzunehmen, weil auch Isaac nach all den Jahren nicht in jedem Fall das Verhalten des Rüden vorausahnen konnte. Der ehemlaige Kampfhund gab sich in letzter Zeit zwar erstaunlich gelassen, doch war er dafür heute schon den ganzen Tag sehr aufgekrazt und überdreht, weshalb der gebürtige Portguiese ein noch wachsameres Auge als sonst auf den Dobermann warf. Während die beiden, Seite an Seite, die Stallgasse hinab liefen, kam ihnen Freja mit ihrem Fjordpferd entgegen. Es war nur ein knappes, grüßendes Nicken, dass Isaac ihr und ihrem Pferd zuwarf, hatte er doch sonst nicht wirklich etwas mit der Rothaarigen zu tun, als dass sie sich näher kennen und intensiver grüßen müssten. Zudem gab sich der Mittzwanziger nicht gerne mit der 'einfachen Bevölkerung' ab und Freja fiel einfach nicht in sein Schema, dass es sich für eine nähere Bekanntschaft gelohnt hätte.
Interessiert schnupperte die dunkle Nase des Dobermanns an den Boxentüren und zeitweise auch mal über die ordentlich gefegte Stallgasse. Cloud stand im hinteren Teil des Stalls, aus dem deutlich zwei Stimmen zu vernehmen waren, die sich dort unterhielten. Leichtfüßig trabte Wakiza voraus, kam auch ihm zumindest eine der beiden Stimmen bekannt vor. Sobald sich die Schritte dem hinteren Abteil näherten, kam Cloud von ihrem paddock hereinspaziert und betrachtete das Geschehen auf der Stallgasse durch die Gitterstäbe hindurch. Am Morgen hatte Isaac ihr Boxenfenster verschlossen, damit nicht jede Hand sich auf die empfindliche Nase seines Pferdes legte und an diesem Tag waren auch erstaunlich viele Kinder hier unterwegs, die alle Nase lang ein Pferd streicheln wollten. Seine braune Stute war ja nicht weniger bekannt, als er selbst, sie beide bildeten hier mit die Eliteteams, die an den Start gingen, vermutlich hatten auch vor Clouds Box schon einige Personen gestanden und die Braune betrachtet. Isaac hasste soetwas, sein Pferd brauchte Ruhe bevor es in den Parkour ging und so war er mehr als froh, dass die meisten Leute sich inzwischen auf den Tribünen beim Springplatz eingefunden hatten, sodass man hier im Stall weitesgehend seine Ruhe hatte.

Wie schon auf der Horizon Ranch stand Cloud hier zwischen Royal und Willow. Der Pinto befand sich heute allerdings schon seit den Morgenstunden auf den Koppeln, sodass es nur noch Cloud war, die erfreut wieherte, als Isaac herantrat. Shana war in Royals Box vor der eine andere Azubine stand, die Isaac zwar schon mal über den Weg gelaufen war, an deren Namen er sich allerdings nicht mehr erinnerte. Die beiden waren in ein Gespräch vertieft, das offenbar von einer gewissen Missgunst gegenüber einer anderen Person handelte. Als er bei ihnen angelangt war, unterhielten sie sich allerdings über das Übliche: Turnier und Pferde. Shanas Lieblingstheman sozusagen. Ein warnender Blick seitens seines Herrn strafte Wakiza, als er zu einem tiefen Knurren ansetzte und seinen Missmut darüber äußern wollte, dass die Dunkelhaarige in seiner Laufbahn stand. Nachdem Isaac seinen Hund jedoch fixierte und dieser den strafenden Blick auf seiner Haut spürte, verstummte er augenblicklich und machte einfach einen Bogen um die Auszubildende herum.
"Bom dia, senhoras*. Verzeiht, wenn ich eure Lästereien über die Landbevölkerung störe."
Es war so typisch Isaac, provokant und doch geradeheraus daherzureden. Mit einem schiefen Grinsen und einem verräterischen Zucken der Augenbraue Richtung Shana, schob er sich an der deutlich zu erkennenden Südländerin vorbei, hielt - bevor er zu Cloud trat - jedoch noch einmal kurz inne und wandte sich zu ihr.
"Und - mit wem habe ich hier das Vergnügen, estranha beleza**."
Stürmisch wie die See funkelten die grau-blauen Augen die Unbekannte an, ehe Isaac die Box seiner Stute entriegelte und zu dieser trat, die unruhig mit dem Huf scharrte. Er kontrollierte ihre Mähne und den Schweif, sah sich ihre Hufe auf Steine an und wartete dann auf eine Reaktion der beiden jungen Frauen.
Zugegeben, es schien, als sei Isaac in seinem Element. Weiße Reithose, blank geputzte schwarze Stiefel, helles Hemd und darüber das bekannte dunkelblaue Jacket. Isaac ritt nämlich nur sehr, sehr selten in schwarz. Ebenso wie sein Äußeres, sah auch Clouds aus: makellos. Ihr Fell schimmerte seidig, das schwarze Langhaar war so dunkel wie Ebenholz und die feinen, grauen Nüstern schnoberten schon nach der Turnierluft. Cloud Atlas Sextet wartete offensichtlich nur darauf endlich wieder auf dem Springplatz 'explodieren' zu dürfen und über die Hindernisse zu jagen.
Wie ein Wachposten hatte sich Wakiza neben die Schiebetür der Box gesetzt und saß nun dort wie eine Statue. Wachsam und scheinbar kampfbereit. Aber Isaac vertraute ihm, dass er hier keine Dummheiten anstellte, andernfalls würde er ihn ja auch nicht frei rumlaufen lassen.

Etwas Besonderes würde dieses Turnier schon werden, auch wenn es nur ein 'gewöhnliches' S-Springen war, an dem er mit seiner Siegerstute startete. Es war immerhin das erste Turnier nach der Winterpause - und auch das erste Turnier bei dem er Shana nicht würde anfeuern können, weil sie hier im direkten Vergleich als Konkurrenten antraten. Ein Gedanke, der irgendwie ein merkwürdiges Gefühl in dem Londoner auslöste. Er wusste wie gut Shana reiten konnte, dass sie sich selten Fehler leistete. Sicherlich zählte auch sie als Favoritin für die Siegerschleife. Es versprach durchaus ein interesannter Tag zu werden.


*Guten Tag, die Damen
** fremde Schönheit

{Rückblick | Weg über den Hof | Menschentrauben | Stall | Freja | Wakiza | Mariza&Shana | Gespräch | Cloud}

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BeitragThema: Re: Boxen   So 1 Jun 2014 - 13:07

>> Springplatz

Callum ritt seine Stute am langem Zügel über den Hof. Die schallenden Hufschritte seiner Stute waren wie Musik in den Ohren des jungen Mannes. Auch wenn der zuvor absolvierte Durchgang alles andere als eine perfekte Vorstellung in den Augen von Callum war, genoss er dennoch die abfallende Last von seinen Schultern. Entspannt trottete das Reiter-Pferd-Paar die schmale Stallgasse des Stalles hinauf. Der dunkelblonde Bereiterazubi hatte sich nicht dazu durchringen können seine so schon angespannte Stute auf dem langsam sich füllenden Abreiteplatz zu entlasten. Er würde die Stute im Round-Pen einige lockere Runden laufen lassen, um den Muskeln die nötige Entspannung zu verleihen.

Wie es mit dem Zufall geschieht, trat in Callums Blickfeld sein Ausbilder, Isaac. Die beiden trennten nur ein Jahr, demzufolge entspannt war ihr Verhältnis. Dennoch ließ es sich der 24-jährige nicht nehmen, mit stolz erfüllter Lunge "Einen schönen guten Tag." zu wünschen. Selbstverständlich war dem Reiter bewusst, dass seine Leistungen heute nicht überragend, aber trotzdem solide waren. Dem Ehrgeiz des angehenden Bereiters machte dies natürlich keinem Abbruch. Es würde nicht viel Zeit vergehen, bis er erneut auf dem Pferderücken saß. Die zwei Damen interessierten Callum relativ wenig, ein kurzes Nicken gebührte Shana, welche er schon oft auf den anliegenden Reitplätzen trainieren gesehen hat. Mehr oder weniger händelte sie auch mit Isaac ab. Den Mitzwanziger interessierten solche Eskapaden aber herzlich wenig, zumal er selbst seine Gedanken heute hätte ordnen sollen. Wie gut, dass sein Ausbilder die Aktion auf dem Abreiteplatz nicht mitbekommen hatte. Callum lächelte in sich hinein, in der Hoffnung McHale würde stillschweigen über seine Unkonzentriertheit bewahren.

Ehe Isaac ein Wort über seinen eher durchschnittlichen Ritt verlieren konnte, stieg der junge Mann aus seinem Passier Sattel und schlüpfte durch die bereits offen stehende Boxentür von Blueberry. Etwas widerwillig folgte ihm die junge Stute. Die angespannte Atmosphäre saß der Holsteinerin noch in den Knochen. Eilig trenste Callum seine Stute ab, säuberte das Gebiss und hing den kastanienbraunen Sattel auf seine Halterung. Die neongrünen Bandagen und der Longenzaum hingen im entsprechenden Spint. Er bandagierte seine Stute und trenste sie erneut auf. Der Longiergurt passte gerade so um den schmalen Umfang seiner Stute. Die lange Peitsche, die er noch benötigte würde er mit Sicherheit im Round Pen vorfinden. Nachdem Blue noch ein paar kräftige Schlucke Wasser aus der automatischen Trense zu sich genommen hatte, schritten die beiden wieder aus der Box in Richtung Stalltür.

Kurz bevor er den Stall verließ, drehte sich Callum noch einmal kurz um und blickte zu Isaac. Er schien eifrig beschäftigt mit den jungen Damen und so zog der 24-jährige von dannen.

>> Round Pen


[Auftritt | Gruß an Isaac & Shana | Sattelt Stute ab | Macht Blue fertig fürs longieren | Abgang]
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Shana McCormick
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ALTER : Ich bin mittlerweile schon 23 Jahre alt, doch das heißt nicht, dass ich mich auch unbedingt immer so verhalte.
HERKUNFT : Meine Heimat liegt in Schottland. Genauer auf einem Gestüt in der Nähe von Glasgow.
AUSBILDUNG : Ich lasse mich zur Bereiterin in der englischen Reitweise ausbilden. Die einzig vernünftige Entscheidung, wenn man sein Leben lang mit jungen Pferden zu tun hatte.

BeitragThema: Re: Boxen   So 1 Jun 2014 - 17:36


Montesquieu Balouret hieß er also und kaum hatte Mariza den Namen erwähnt, kam Shana tatsächlich sogar ein Bild in den Kopf. Sie war ja wirklich eher selten im Hengststall unterwegs, aber der Name und das Pferd waren ihr im ersten Augenblick ins Auge gefallen. Wie konnte man eine so auffällige Zeichnung auch vergessen? Allein die Laterne war ziemlich auffällig, gab es so viel Weiß am Kopf doch eher selten. Und er besaß wirklich einen eleganten Körperbau und einen kräftigen schönen Hals. Vielleicht war er nicht so ganz ihr Kaliber, was Charakter und Rasse anging, doch er war wunderschön, das musste man Mariza lassen. Statt allerdings nun erst einmal einen Kommentar über ihren Hengst fallen zu lassen, hörte Shana lieber weiter zu und erfuhr dadurch ja doch so einiges. Da hatte sie doch tatsächlich jemanden gefunden, der mit ihr mithalten konnte – in der Dressur jedenfalls. Das Ganze zauberte doch glatt ein erfreutes Lächeln auf ihr Gesicht und dementsprechend fröhlich fiel ihre Antwort aus.
“Immer schön, seine Konkurrenz vorher kennenzulernen. Ich werde mit meinem Andalusier Phantom Of The Opera in der M-Dressur starten, also sehen wir uns mit Sicherheit nachher. Normalerweise gehe ich auch S, momentan noch keinen Grand Prix, aber ich arbeite daran.“, erklärte sie kurz in freundschaftlichem Ton ohne einen Hauch von Konkurrenzdenken. Zwar wollte die junge Schottin ein paar Platzierungen auf diesem Turnier einheimsen, aber sie schien hier wirklich eine ebenbürtige Konkurrentin zu haben und dann musste man eben auch mal sportlich denken. Außerdem empfand sie eine gewisse Grundsympathie für Mariza.
“Gleich bin ich noch beim S-Springen dabei. Hast du vielleicht Zeit und Lust Zuschauer rund um Royal zu verscheuchen? Ich will nicht, dass er noch jemanden tritt, und mein Ausbilder hat leider Gottes keine Zeit, weil er versucht, mir meinen Sieg streitig zu machen.“
Shanas Ton war nicht halb so ernst, wie er sonst war. Nein, es hatte sich sogar ein schelmisches Grinsen auf ihr Gesicht geschlichen. Und das nicht ohne Grund, denn so wie es immer war, tauchte in diesem Moment derjenige auf, von dem die Rede war. Wie am ersten Tag beschleunigte sich ihr Herzschlag, doch äußerlich ließ sie sich nichts anmerken. Einen Blick, der ebenso der einer Schülerin hätte sein können, die eine gewisse Sympathie für ihren Ausbilder empfand, gönnte sie ihm. Nicht mehr brachte er ihr entgegen. Es musste ja nicht jeder wissen, dass zwischen ihnen etwas lief. Callum, der kurz darauf an ihnen vorbei ging, schien da sowieso schon zu viel mitbekommen zu haben. Aber so war es eben. Das war von Anfang an klar gewesen. Sowas konnte man einfach nicht geheim halten, nicht lange jedenfalls.
“Ach, Sie stören doch nie, Mr. Haber.“, gab Shana mit einem Grinsen zurück und betonte die höfliche Anrede besonders, sodass es dann doch schon wieder gespielt klang. Mit einem etwas… vielleicht zurückhaltendem Blick, musterte sie den Dobermann. Irgendwie war sie nie so richtig mit ihm warm geworden. Sie kamen durchaus miteinander aus, aber er schien ebenso unberechenbar wie Isaac – nur mit spitzeren Zähnen bewaffnet, was nicht gerade beruhigend war. Eigentlich hatte sie ja nichts gegen Hunde, sie liebte Hunde, aber dieses Exemplar schien ihr einfach zu undurchsichtig, als dass sie ihn besonders ins Herz schließen könnte.
Lässig lehnte sich die Dunkelhaarige nun an die Trennwand zwischen den Boxen und beobachtete den gebürtigen Portugiesen dabei, wie er Cloud inspizierte. Mit seiner Stute kam sie tausendmal besser zurecht als mit seinem Hund und nicht selten staubte sie auch das ein oder andere Leckerlie ab, was einfach daran lag, dass Royal und sie so gut miteinander zurechtkamen und nebeneinander standen – seit eh und je, so hatte sich doch eine ganz gute Beziehung zwischen Shana und der Stute gebildet. Nun beobachtete die junge Frau ihren Ausbilder und ‚geheimen‘ Freund nur mit ihren eisblauen Augen und blickte auch ab und an zu Cloud, die ihren aufmerksamen Blick sogar kurz von ihrem Reiter abwandte und Shana einen kurzen Blick aus ihren dunklen Augen zuwarf. Und wenige Sekunden später spürte die Schottin dann auch den warmen Atem ihres Wallachs im Nacken, der sich diese wenig spektakuläre Szene wohl nicht entgehen lassen wollte. Aber jetzt war Mariza erst einmal dran sich vorzustellen, ehe sie zu einem – möglicherweise neckendem – Kommentar zur heutigen Prüfung ansetzte.
Mariza xx antwortet xx Isaac xx begrüßt ihn xx an Trennwand gelehnt xx beobachtet
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BeitragThema: Re: Boxen   Mo 2 Jun 2014 - 9:05

Die Stallgasse füllte sich abermals zunehmend. Entweder die Pferde kamen vom Abreiteplatz zurück, um ihren mehr oder weniger Sieg auszukosten oder sie wurden gerade abgeholt. Mariza liebte Gesellschaft, doch auch ihr schien der Trouble etwas viel zu sein. Die Rothaarige lief wieder in den Stall, gerade so als wollte sie unentdeckt bleiben. Die Brasilianerin musterte sie kurz, ehe sie abfällig ihr schmales Kinn hob und mit den dunklen Augen wieder in Richtung von Shana blickte. Diese antwortete ihr geradezu euphorisch, weshalb auf dem Gesicht der 20-jährigen sich ein schmales Lächeln zierte. Sie berichtete von einem anderem Pferd, Phantom Of The Opera, welches anscheinend ebenso am entsprechenden Turnier antrat. Shana machte sich gleich als potenzielle Konkurrenz bemerkbar, was ihrer Sympathie jedoch keinen Abbruch verlieh.

'Konkurrenz belebe das Geschäft' - ging es Mariza durch ihren Kopf, während sie zustimmend nickte "Da freut es mich aber sehr dich kennen gelernt zu haben. Vielleicht haben wir ja mal die Gelegenheit nach dem Turnier zusammen zu trainieren." antwortete die junge Frau mit ihrem typisch kantigem, portugiesischem Akzent. Die Brasilianerin hasste es mittlerweile die Distanz zu anderen Auszubildenden zu pflegen, doch bisher kam ihr noch niemand unter, der ebenso talentiert war wie sie selbst. Sie hatte in Shana praktisch eine perfekte Trainingspartnerin und vielleicht sogar Freundin gefunden. Dementsprechend hingerissen war Mariza, als sie dem weiterem Wortlaut der jungen Frau folgte. Ihre Erläuterung schienen nachvollziehbar. Auf dem Hof befanden sich momentan auch viele pferdeunerfahrene Leute, die sich all zu oft, zu dicht an das Geschehen drängten. Auch Mariza war es schon einige Male passiert, dass ungestüme Kinderhände nach den Nüstern ihres Hengsten gegriffen hatten.

Anschließend konnte sie sich ausführlich rechtfertigen, weshalb Montesquieu zurück geschreckt war und das Kind umgestoßen hatte, anstatt sich auf den Rücken zu rollen und sich kraulen zu lassen. Bei dem Gedanken verzog sich das schmale Gesicht der Brasilianerin und legte ihre Stirn in skeptische Falten "Ja klar, ich denke das wird kein Problem sein. Ich wollte sowieso bis heute Abend am Platz noch vorbeischauen. Ich ziehe wirklich den Hut vor Menschen, die sich an die hohen Klassen im Springreiten trauen." argumentierte Mariza, während sie symbolisch einen kleinen Knicks vollführte und ein breites Grinsen dabei ihre Lippen zierte. Leicht verlegen spielte sie anschließend mit ihrem rechten Zeigefinger an einer ihrer dunklen locken herum.

Als sich ein dunkles Grollen hinter der Brasilianerin auftürmte, fuhr diese schlagartig herum, so dass sie die Ursache dieses bedrohlichen Geräusches erkennen konnte. Es war ein Hund, ein Dobermann, ihres Wissens nach zu urteilen, welcher aber im selben Atemzug noch von seinem Besitzer ermahnt wurde und relativ friedlich wirkte. Mariza hatte großen Respekt vor Hunden, mochte sie sogar wenn sie gut erzogen waren. Ein leichter ängstlicher Schauer machte sich in ihr breit, ehe sie in die Augen des jungen Mannes blickte. Wohl ein Ausbilder, so wie es der 20-jährigen bekannt war. Er war groß, gutaussehend und kaum vergleichbar mit den Ausbildern die die Gesellschaft der jungen Brasilianerin bevorzugten. Einen kurzen Moment lang kam der Gedanke an Guillén wieder auf, den sie aber schlagartig wieder in die hinterste Ecke ihres Daseins verbannte. Mariza's weitere Ausbildung wurde in den Stables zur Chefsache ernannt, was bedeutet das Herr McKinley ihr Mentor war. Das störte die 20-jährige jedoch weniger. Nein, sogar im Gegenteil, sie war sogar etwas stolz darauf.

Kurz darauf richtete der junge Mann das Wort an die beiden Damen. Schon mit den ersten Worten war klar, dass Mariza jemanden gefunden hatte, der ihre Landessprache ebenso schätzte wie sie selbst. Ein schmales Lächeln zog die Mundwinkel der Brasilianerin minimal nach oben, während sie weiter interessiert zuhörte. Er schien sich seiner Sache ziemlich sicher und wirkte auch dementsprechend selbstbewusst. Sofort verstummte das Gespräch zwischen Shana und ihr. Mariza mochte sein Auftreten, wollte jedoch erst einmal beurteilen, wie ihr Gegenüber auf den Eindringling reagierte. Die Worte estranha beleza, ließ die 20-jährige hellhörig werden. Natürlich war ihr bewusst, dass diese Art mit Frauen umzugehen in portugiesischen oder spanischen Ländereien üblich war. Trotzdem fühlte sie sich in einer gewissen Art und Weise geschmeichelt. Ihre großen, dunklen Augen blickten den Fremden trotzdem leicht skeptisch an. Eben so als würde eine gewisse Art von Dekadenz die Luft erfüllen.

Shana schien den jungen Mann zu kennen. Mariza spürte eine gewisse Spannung zwischen den beiden, als die junge Dame 'Sie stören doch nie' kund tat. Sie konnte sie jedoch nicht direkt zuordnen und so ging sie davon aus, dass ihr Shanas Trainer gegenüber stand. Dementsprechend verhielt sich die 20-jährige auch. "Ich bin Mariza. E com quem tenho o prazer?*" antwortete die junge Dame leicht neckisch, ohne jedoch etwas von ihrer Gefühlslage erahnen zu lassen. Marizas südländisches Temperament zwang sie praktisch dazu, zu überprüfen ob der junge Mann wirklich portugiesisch konnte oder einfach nur eine billige Kopie eines Möchtegern Weiberhelden war.
Beinah siegessicher lehnte sich die 20-jährige an die Boxentür und blickte dem Trainer erwartungsvoll in die Augen.


*Und mit wem habe ich das Vergnügen?

[Antwortet Shana | Bemerkt Isaac | Antwortet | Beobachtet]
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