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AutorNachricht
Isaac Haber

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BEITRÄGE : 711
ALTER :
JUNG GENUG, UM WIE 26 AUSZUSEHEN.

HERKUNFT : DAS, WAS EINER HEIMAT AM NÄHSTEN KÄME, IST UND BLEIBT LONDON IM LAND DER QUEEN.
BERUF : ALS BEREITER NEIGT MAN BEINAHE DAZU, GRAUE HAARE ZU BEKOMMEN.

BeitragThema: Re: Boxen   Mo 2 Jun 2014 - 19:43

Die Kindheit war eine wunderbare Zeit - mochte man annehmen. Nicht so für Isaac. Für ihn war sie die Hölle auf Erden gewesen und er war nur mehr als froh, dass er sie endlich hatte hinter sich lassen können und dem regelrechten Tartarus entkommen war. Das Einzige, was er an den vergangenen Jahren schätzte, war die Tatsache, dass sie ihm gelehrt hatten, was es hieß portugiesisch zu sprechen und zu leben. Er hatte diese Art und Weise verinnerlicht und war mit ihr kurzerhand nach England versetzt worden, wo er mit seinem ungestümen, lebhaften Temperament nicht selten auf Abneigung und Komplikationen geraten war. Es war keine leichte Zeit gewesen, in der sich der Dunkelhaarige in seiner Jugend befunden hatte. Schon von klein auf, hatte er die Straße als Lebensraum kennen gelernt und mit ihr auch, sich durch zu beißen. Nur die Stärksten überleben. Dies hatte er früh beigebracht bekommen und mit dieser Lebenseinstellung war ein ungeheurer Überlebenswille in dem damals so zarten Jungenkörper herangewachsen, der sich heute durch eine rohe, schroffe und kantige Art nach außen hin zeigte. Ja, das Leben hatte seine Spuren bei Isaac hinterlassen, es hatte ihm geformt und zu dem Mann gemacht, der er heute war. Doch trotz seinem ausgeprägten Narzismus und Hang zur Dramatik war er niemals ein gesellschaftswidriges Wesen gewesen, was man ihm in einigen Jahren tatsächlich nachgesagt hatte. Zugegeben: Die Frauenwelt war nie vor ihm sicher gewesen, doch spätestens nach den ersten Prügeleien, durfte sich auch die männliche Bevölkerung des Planten vor dem leicht zu unterschätzenden Portugiesen in Acht nehmen. Er war eben anders. Schon immer gewesen und wem das nicht passte, nun, der musste eben zusehen wie er damit klarkam.

Das braune Fell schimmerte in warmen Farbtönen, als die Sonne ihre noch sanften Strahlen durch die Paddocktür hineinschickte und zärtlich über Cloud Atlas' Fell strich. Liebevoll fuhren die Finger des Bereiters über den muskulösen Hals der Stute, die von der Turnierluft schon Wind bekommen hatte und darauf brannte, endlich ihr Können wieder unter Beweis stellen zu können. Manchmal schien es so, als wäre die Winterpause für Cloud der Horror. Als warte sie nur darauf, dass mit jedem Tag, der verging, die Saison näher kam und sie endlich wieder mit Erfolg über die Hindernisse des Landes jagen konnte. Bei der letzten Olympiade waren sie dabei gewesen und wie zu erwarten, war dies genau Clouds Element gewesen. Sie hatte alles gegeben und am Ende doch noch die Silbermedaille für die Mannschaft herausgerissen. Isaac startete mit Cloud für England. Allerdings erfüllte ihn dies jedes Mal mit Wehmut, wenn die Nationalhymne gespielt wurde und er sich innerlich vor Augen führte, dass dies, eigentlich sein Land war. Es war nicht das Land, das er liebte. Nicht das Land, was er Heimat nannte. Und auch nicht das Land, dessen Mentalität ihm in die Wege gelegt wurde und dessen Sprache wie Musik in seinen Ohren war. Wie ein Stückchen nach Hause kommen.
Shana war die Erste der beiden jungen Damen, die das Wort ergriff und sofort verneinte, dass er störte. Nichts anderes hatte Isaac erwartet, weshalb sich ein feines, zufriedenes Lächeln über seine Modelzüge legte, die jedem, nur halbwegs Modeinteressierten Menschen, bekannt sein dürften. Während er sich so Cloud ansah und untersuchte, ob sie wirklich bereit für den Start in die Saison war, bemerkte der Ausbilder nicht, dass Cloud und Shana Blicke tauschten, die Bände zu sprechen schienen. Irgendwann jedoch widmete sich die Braune wieder ihrem Heu, offensichtlich nicht mehr weiter interessiert an einer tonlosen Kommunikation mit der Schülerin ihres Reiters.
Bevor Isaac zu einer Antwort ansetzen konnte, ergriff die fremde Dunkelhaarige das Wort, die zuvor noch vor Wakiza zurückgeschreckt war. Isaac belächelte diese Reaktion auf seinen Hund stets. Er konnte die Menschen verstehen, die von ihm abstand hielten, schon allein der Name des Rüden reichte aus, damit einige das Weite suchten. Der Kobra tödlicher Krieger war eben nicht zwingend vertrauenswürdig. Dazu noch der Anblick kopierter Ohren und einem eisgekühlten Blick... Man musste diesen Hund ebenso wenig mögen wie seinen Herrn, aber sicherlich besaßen sie beide irgendwo eine liebenswürdige und auch faszinierende Seite.
Die Unbekannte, offensichtlich auch der portugiesischen Sprache mächtig, was Isaac interessiert aufhorchen ließ, antwortete in einem Slang, der dem 25-Jährigen bekannt war. Sie war eindeutig Brasilianerin, was ihn schmunzeln ließ, hatte er mit diesem Menschenschlag doch schon so einige Male zu tun gehabt - und wenn es nur wilde Affären gewesen waren. Nachdem er Cloud also fertig inspiziert hatte, lehnte er sich schon in voller Turniermontur, über die er nur eine Daunenweste geworfen hatte, an die Boxentür und musterte Mariza von oben bis unten. Wahrlich, sie konnte sich sehen lassen. Zwar hatte Isaac eigentlich ausschließlich mit gutaussehenden Menschen zu tun, doch hatte die junge Frau ebenso eine der Models sein können, die ihm aufgrund ihres auffälligen Äußeren ein wenig länger als üblich im Gedächtnis blieben.

Ein wenig erstaunt war Isaac ja schon, als Mariza ihn nach seinem Namen fragte. Offenbar kannte sie weder seine Model- noch seine Reitsportpersönlichkeit, was in der Tat, nicht häufig vorkam, dass er so an jemandem vorbeizog. Prüfend betrachtete er sie, als warte er ab, ob sie vielleicht doch noch den Bogen schlug, aber da kam nichts weiter, weshalb er mit einem knappen, nahezu innerlich kopfschüttelnden Blick, Auskunft gab.
"Oh, se você ainda não foi adicionado? Infeliz o quão ruim o fluxo de informação no século 21 funciona. Isaac Haber para fazer agradável com você conhecido, Mariza."*
Leicht süffisant wirkte sein Grinsen, aber dieser Anflug verschwand ebenso schnell, wie er gekommen war. Die grau-blauen, stürmischen Augen ruhten auf den dunklen Seelenspiegeln der Brasilianerin. Sie hatte Isaacs Interesse geweckt, denn offenbar beherrschte sie als eine der wenigen, seine Landessprache. Selbst wenn sie sich ein wenig im Klang unterschieden, weil sich in den Jahrzehnten die Slangs und Dialekte differenziert hatten, so war es doch das Portugiesische, das sie in diesem Moment verband und Shana aus dem Gespräch nahezu ausschloss. Zwar hatte Isaac ihr in der Zeit auf der Horizon Ranch einige Brocken seiner Muttersprache beigebracht, ohne jemals zu erklären, wie er nach England und anschließend nach Amerika gelangt war, doch diese wenigen Brocken würden wohl nicht ausreichen, um das Gespräch zwischen ihm und Mariza vollends zu verfolgen, handelte es sich hier schließlich nicht nur um die gewöhnliche Wortverwendung der einfachen Bevölkerung.
Kurz flog sein Blick zu Shana, als wolle er ihr zu verstehen geben, dass ihm ihre Gesellschaft durchaus gefiel und sie hier eine gute Wahl getroffen hatte. Zumindest, was er auf den ersten Blick so beurteilen konnte. Dann wandte er sich aber auch schon wieder Mariza zu und wartete auf eine Antwort, ihm war nicht entgangen, dass sie ihn zuvor mit ihrer rein portugiesischen Frage offenbar auf die Probe hatte stellen wollen. Verübeln konnte man es ihr nicht, es gab heutzutage einfach schon viel zu viele Möchtegerns, die mit ein paar flachen Redewendungen Eindruck schinden wollten. In dieser Hinsicht jedoch machte ihm so schnell niemand etwas vor. Wenn es nach ihm ginge, hätte er den ganzen Tag in seiner Muttersprache sprechen können.


*Oh, das hat Dir noch niemand mitgeteilt? Bedauerlich wie schlecht der Informationsfluss im 21. Jahrhundert funktioniert. Isaac Haber, angenehm mit Dir Bekanntschaft zu machen, Mariza.

{Kindheit | Cloud | Gedanken | Shana | Mariza | Portugiesisch | Gesprächsverlauf}
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Shana McCormick
2. Lehrjahr
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BEITRÄGE : 888
ALTER : Ich bin mittlerweile schon 23 Jahre alt, doch das heißt nicht, dass ich mich auch unbedingt immer so verhalte.
HERKUNFT : Meine Heimat liegt in Schottland. Genauer auf einem Gestüt in der Nähe von Glasgow.
AUSBILDUNG : Ich lasse mich zur Bereiterin in der englischen Reitweise ausbilden. Die einzig vernünftige Entscheidung, wenn man sein Leben lang mit jungen Pferden zu tun hatte.

BeitragThema: Re: Boxen   Mo 2 Jun 2014 - 22:29



Es war gar nicht so lang her, wenn man es aus einer anderen Perspektive sah, dass sie auf der Horizon Ranch zusammen gelernt hatten. Er hatte seine Ausbildung gemacht, sie die Oberstufe beendet. Und nun war die Spalte zwischen ihnen scheinbar unüberbrückbar – scheinbar… Und nun trennte sie nur eine Boxenwand und trotzdem sehnte Shana sich danach, ihn wenigstens zu berühren, um wenigstens zu prüfen ob sie sich diese Perfektion nicht einbildete. Man könnte meinen, dass Männer in weißen Reithosen nicht gut aussehen konnten, aber dann hatte man Isaac noch nicht in Turnierklamotte gesehen. Er war einfach ein Model und daran ließ sich nicht rütteln. Sie selbst mit ihrer mehr als nicht perfekten Gestalt wirkte doch recht unscheinbar im direkten Vergleich. Aber für den großen Überraschungseffekt hatte sie ja immerhin Royal, der immer die Aufmerksamkeit auf sich zog, selbst wenn er nur Unfug trieb und anfing, herumzuzicken. In letzter Zeit war das eher selten vorgekommen, also war heute fast mal wieder Zeit. Immerhin wusste sie aber, dass im Parcours auf ihn Verlass war – egal, was vorher passiert war. Bis jetzt hatte er sie immer sicher bis über das letzte Hindernis getragen und so würde es auch heute sein.
Als Mariza ansetzte, doch tatsächlich Portugiesisch zu sprechen, zog sich bereits eine der dunklen Augenbrauen in die Höhe. Diese Frage würde für Isaac genug Herausforderung darstellen, um ausschweifend in seiner Muttersprache loszuplappern. Na, ganz klasse… Warum spricht eigentlich alle Welt Englisch?, dachte die Schottin bei sich und verabschiedete sich schon von ihrer Teilnahme an diesem Gespräch. Statt also auf die Antwort zu warten, sah sie sich noch einmal kurz Roy an, der sie mit gespitzten Ohren und leicht schief gelegtem Kopf anschaute und um Leckerlies bettelte. Mit einem leisen Seufzen griff sie also in ihre Jackentasche, schob ihrem Lichtfuchswallach ein Leckerlie ins Maul und zückte dann kurz ihr Handy, um auf die Uhr zu schauen. Es war gar nicht mehr so lange bis das S-Springen begann – dann würde die Phase ihrer Ausgeschlossenheit auch nicht mehr ganz so lange dauern.
Nun hob sie aber den Blick gerade rechtzeitig von dem Display ihres Smartphones, um ‚Mr. Haber‘ dabei zu erwischen, wie sein Blick einmal an Marizas schlanker Figur hinabglitt und schließlich bei ihren Augen hängen blieb. Ein normales Mädchen in einer normalen Beziehung hätte wahrscheinlich schon ein wenig pikiert reagiert, aber irgendwie vermutete Shana nicht, dass da tatsächlich jemals etwas laufen könnte. Erstens wirkte Mariza nicht gerade so, als würde sie sich an x-beliebige Lehrer ranschmeißen. Zweitens vertraute sie Isaac und traute ihm doch so viel Intelligenz zu, dass er den gleichen Fehler nicht zweimal beging. Deshalb trat sie ziemlich ungerührt aus der Box, verschränkte sie Arme vor der Brust und schaute die beiden muttersprachenquatschenden Turteltäubchen an.  Den Blick, den er ihr zuwarf, konnte sie nur schwerlich deuten, aber er schien Mariza zu mögen - dann waren sie ja schon mal zu zweit, selbst wenn es ihr auch vollkommen egal gewesen wäre, wenn er sie nicht gemocht hätte, denn bei ihr hatte die Dunkelhaarige mit dem portugiesischen beziehungsweise brasilianischem Akzent bereits einige Pluspunkte gesammelt. Und dennoch war jetzt erstmal Schluss mit Portugiesisch, sie wollte auch mal wieder verstehen, worum es ging.
“Ich glaube, wir wissen jetzt alle, dass ihr beide ganz tolles Portugiesisch sprecht. Deshalb wollte ich mal vorsichtig nachfragen, ob ihr vielleicht in meine Muttersprache zurückkehren könntet? Wäre das machbar?“, warf sie nun mit einem leicht ironischen Ton ein und ihr Gesicht zeichnete ein schon etwas belustigtes Lächeln. Sie konnte sich nur zu gut vorstellen, wie es sein musste, zu jeder Zeit eine andere Sprache sprechen zu müssen als die, die man gewohnt war, aber trotzdem würde sie gern etwas verstehen. Manchmal ging es ihr ja nicht anders, wenn es um Redewendungen ging, die sie aus dem Schottisch-gälischen kannte, oder aber einfach um ihren doch manchmal etwas harten Akzent. Allerdings legte sich dieser Akzent auch wieder, wenn sie eine Weile in den USA war – nach einem kurzen Urlaub zuhause verstand man sie dann doch wieder eine ganze Ecke schlechter, aber so war es eben mit dem Akzent.
Isaac & Mariza xx wandet sich kurz ab xx unterbricht die beiden schließlich
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BeitragThema: Re: Boxen   Di 3 Jun 2014 - 7:49

Erst nach einigen stillen Sekunden realisierte Mariza wirklich, dass sie Shana ohne Umschweife aus dem Gespräch gekickt hatte. Leicht wehleidig dachte sie dabei an ihre brasilianischen Wurzeln zurück. Sie vermisste den endlosen Sandstrand Preia de Pipa mit seinen zerklüfteten und steil abfallenden Hängen. Die feinen Sandkörner, die vom warmen Wind hoch in die Luft getragen wurden und das azurblaue Meer, welches am Abend immer so endlos weit erschien. Hier in den USA bekam Mariza nichts weiter zu spüren, als die undankbare Februarbriese und das graue, nasskalte Wetter. Beinahe täglich erinnerte sie das daran, dass sie hier nicht her gehörte. Das das nie zu ihrer Heimat werden würde und sie nicht stark genug sein würde, wieder zurück zu kehren. Sie ließ sich ihre Verzweiflung jedoch nicht anmerken. Die kleine Brasilianerin blickte mit ihren großen, braunen Augen in die kühl untermalten ihres Gegenübers, Isaac. Und er bestätigte seine südländische Herkunft, indem er ihr fließend auf portugiesisch antwortete. Das Lächeln auf Marizas vollen Lippen wurde breiter, während sie sich etwas verlegen, dass wallende Haar von ihrer Wange strich.

Endlich hatte sie etwas Heimatgefühl in Form ihrer Muttersprache erleben dürfen. Allein dafür war sie den jungen Mann schon dankbar. Seine Antwort selbst jedoch umspielte wieder ein Hauch von Dekadenz, der ihn interessant machte. Mariza wäre jedoch nicht sie selbst gewesen, wenn sie sich davon hätte einschüchtern lassen. Die hübsche Brasilianerin wollte eben antworten, als Shana ihr zuvor kam. Leicht empört beschwerte sie sich über ihre Abseitslage, woraufhin Mariza ein leises Lachen entfuhr. Die 20-jährige hatte eine angenehme Stimme, besonders in ihrer Muttersprache. Sie war nicht so piepsig wie bei manch anderen Mädchen und glühte förmlich vor Temperament und wohltuenden Worten. Zustimmend nickte sie zu Shana, um es ihren Willen gerecht zu tun. Immerhin wollte sich Mariza nicht zwischen die beiden drängen, zumal die junge Dame mittlerweile aus der Box herausgekommen war. Shana war eine Hand breit größer als sie selbst, ganz zu schweigen von Isaac, der die zarte Mariza hätte wie eine Fliege zerquetschen können. So kam es der 20-jährigen zumindestens vor. Aber mittlerweile hatte sie sich daran gewöhnt ihren Blick immer leicht oberhalb ihrer selbst zu halten. Sie trötete sich damit, dass sie ein Fliegengewicht war. Eben klein und leicht. Besonders auffällig wurde es auf ihren Muskelpaket Montesquieu Balouret . Die beiden waren in diese Hinsicht ein sehr ungleiches Paar.

Bei dem Gedanken an ihr Pferd, zückte die junge Dame aus ihrer engen Reithose abermals ihr iPhone. Gefühlte 15 Anrufe in Abwesenheit und alle von ihrer Mutter. Leicht kopfschüttelnd steckte Mariza ihr Handy wieder ein, zumal sie nur wissen wollte wie spät es gerade war. Sie und ihr Hengst hatten noch ein paar Stunden Schonfrist, so dass sie keine Eile plagte. Sie hatten hart trainiert in den letzten Wochen, würden jedoch mit Sicherheit auch potenzielle Konkurrenz erwarten können, zum Beispiel in Form von Shana. Die 20-jährige spürte den musternden Blick von Isaac auf ihrer braungebrannten Haut, woraufhin sich ein kokettes Lächeln auf den Lippen der Brasilianerin nicht vermeiden ließ. Sie tat es ihm gleich und ließ einen inspizierenden Blick über seinen Körper schweifen. Er konnte sich sicher sein, dass er viel Zuspruch aus der weiblichen Bevölkerung bekam und das erinnerte sie auch etwas an Guillén. Mariza kannte jedoch die Konsequenzen einer zu ausschweifenden Schüler-Lehrerbeziehung und stand deswegen in Konkurrenz zu ihrem Verstand. Sie wusste, dass Südländer gerne flirteten und das durchaus auch in brennender Begierde und berauschenden Exzessen enden konnte. Mit Sicherheit sehnte sich die 20-jährige nach Aufmerksamkeit und Bestätigung, würde doch hier, anders als wie in Brasilien, nicht auf Teufel komm raus Lehrer angraben. Provokante Bemerkungen, lagen da schon eher in der Bannbreite ihres Könnens. "Nein, es scheint so, dass man mir nur wichtige Sachen mitteilt, minha querida.*" antwortete sie offensiv mit einem frechen Grinsen. Sie schätzte Isaac nicht so ein, dass er ihre Andeutung missversteht, oder gar beleidigt reagiert. Sie konnte sich jedoch auch hier irren. Brasilianerinnen waren nur schwer zu beeindrucken und würden sich niemals vor so einer Aussage niederzwingen lassen. Eher im Gegenteil. Es kann schon gut möglich sein, dass der junge Herr Haber ihr schon auf einigen Zeitschriften entgegen gesprungen ist. Zugeben würde sie dies doch niemals, das käme einer Niederlage gleich. Das in ihrer Antwort wieder etwas portugiesisch auftauchte, ließ sich nicht vermeiden. Marizas Temperamente führte dazu, dass ihr kantiger Akzent gegenüber eines Muttersprachlers noch mehr zum Vorschein kam. Die 20-jährige gab sich jedoch Mühe, nicht all zu schnell zu sprechen.

Die dunklen Augen von Mariza, die so unschuldig und liebenswürdig aussahen hatten eine Spur von Feuer in sich aufgesogen. Kampfgeist steckte schon immer in der kleinen Frau. Jedes Wort, jede Tat und jeder Zufall konnte zu einer Herausforderung werden. Amüsiert blickte sie anschließend zu Shana "Ja, es war machbar." antwortete Mariza und wiederholte dabei den Wortlaut ihrer Bekanntschaft. Auch wenn sie in ihrer Muttersprache noch viel mehr hätte sagen können, beließ sie es dabei, zumal sie Shana nicht mit Absicht ausschließen wollte. Nachdem sie beiden gerecht geworden war, blickte sie von einer Box zur nächsten. Die Pferde die hier standen waren wirklich ganz unterschiedlich veranlagt. Im Hengststall konnte man davon ausgehen, dass die Jungst dort nicht umsonst Hengste waren. Das Schmuckstück von Shana, hatte es der Brasilianerin dennoch besonders angetan. Leicht verträumt blickte sie in die Box von Royal, ehe sie sich wieder der menschlichen Gesellschaft erwartungsvoll zuwandte.

*mein Lieber

[Denkt | Provoziert Isaac | Antwortet Shana | Beobachtet]
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Isaac Haber

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BeitragThema: Re: Boxen   Fr 6 Jun 2014 - 22:47

Schlagfertig war sie also auch noch die kleine Brasilianerin. Der Anflug eines amüsierten Grinsen huschte über Isaacs Gesicht. Mariza schien sein Interesse nicht nur geweckt zu haben, sondern ihn auch für den ersten Moment von sich überzeugt zu haben. Was ja nicht so einfach war, wenn man dem temperamentvollen Model gegenüberstand, das jeden fingerspielend in den Boden reden konnte, wenn es denn wollte. Isaac war jemand, der die Aufmerksamkeit liebte und wenn er von dieser nicht genug abbekam, sich auch nicht zu schade war, mal etwas Verrücktes zu tun, um zurück ins Gespräch zu kommen. Der Wahl-Londoner polarisierte die Menschen - und die meisten liebten ihn dafür. Dass eben doch nur äußerlich perfekt war, sein Inneres (oder das, was er davon zeigte), aber keineswegs so aalglatt war, wie seine perfekte Modelhaut.
Cloud hatte sich von ihrem Heu abgewandt, hielt kurz die Nase ein wenig in die Sonne, die zur Paddocktür hereinschien, drückte die Nüstern dann prustend gegen die Gitterstäbe der Trennwand und schnoberte nach Royal. Als dieser jedoch nicht sofort reagierte, tappte die Braune vorwärts, steckte den grazilen Kopf mit den dunklen Seelenspiegel durch den Spalt, den Isaac mit der Boxentür nicht verschlossen hatte und vor dem er nun stand, während er mit Mariza sprach, und legte ihrem Besitzer den Kopf über die Schulter, als wollte sie sich ebenfalls ein Bild von der "Neuen" dort auf der Stallgasse machen. Lächelnd strich Isaac der Stute sanft über den Nasenrücken, während die Ohren des Pferdes interessiert in Marizas Richtung spielten, deren Muttersprache die Braune selbstverständlich sofort mit der ihres Reiters in Verbindung gebracht hatte. Möglicherweise hatte dies ja Sympathie und Neugierde in dem Pferdeleib geweckt.
Derweil hatte sich Wakiza von seinem Wachposten erhoben und strich nun schattenartig zwischen den Beinen der Menschen hindurch, ehe er die Stallgasse hinablief und für einige Minuten verschwand. Vielleicht war es riskant den ehemaligen Kampfhund so vollkommen frei herumlaufen zu lassen, aber Isaac schien keinerlei Bedenken zu haben, dass seine "Cobra" außer Kontrolle geraten könnte.
Ganz offensichtlich weitaus weniger darüber erfreut, dass er sich bestens mit der Dunkelhaarigen auf Portugiesisch unterhalten konnte, trat Shana aus der Box ihres Fuchses, verschränkte die Arme vor der Brust und wirkte schon ungewollt ein wenig trotzig. Dies ließ Isaac natürlich nur noch breiter schmunzeln, konnte er sich nur zu gut an die eigenwillige 17-Jährige erinnern, die Shana einst gewesen war, als sie sich in sein Herz geschlichen hatte. Offenbar ein wenig pikiert darüber, dass sie hier kaum ein Wort verstand, tat sie ihrer Missgunst Luft und Mariza sprang sofort darauf an, was Isaac schon ein wenig bedauerte, war er doch sehr erfreut jemanden gefunden zu haben mit dem er mal nicht in dieser vermaledeiten Weltsprache ein Gespräch führen musste. Das hatte man nun von der Globalisierung! Egal wo man hinsah, überall nur noch Englisch. Wo blieb denn da der Sinn für Kultur?
Es blieb den Bereiter aber keine große Zeit länger über derartige Themen und deren Folgen nachzudenken, forderte das Gespräch nun wieder seine Aufmerksamkeit, denn scheinbar war er es, von dem man eine Antwort erwartete.
"Wichtige Sachen? Offenbar gehen die gänzlich an dir vorbei, sonst wären dir so plausible Dinge, wie mein Name, nicht 10 Jahre lang entgangen."
Dies waren die Momente, in denen man ihn für übergeschnappt und eingebildet hielt, weil er er so arrogant reagierte und auf seinen sozialen Status pochte. Wer Isaac jedoch kannte, oder ein wenig durch seine Worte durchblickte, der verstand, dass der 25-Jährige mit seiner provokanten Art lediglich seine Grenzen austestete. Die es ja nicht so häufig gab, wenn man als Lehrer mit Schülern agierte. Er war hier schließlich Chef - die anderen nix. Wie sonst eben auch immer.

Gemütlich lief Wakiza die Stallgasse wieder hinauf, ehe er bei dem Dreiergrüppchen angelangt war, kurz stehen blieb und die drei betrachtete. Isaac hatte ihn natürlich schon längst bemerkt, die zwei jungen Frauen waren anscheinend aber zu vertieft gewesen, sodass sie ihn nicht hatten kommen sehen. Der Dobermannrüde sah aus seinen mahagonifarbenen Augen zu Shana auf, die vor die Box getreten war. Seine Nase schnupperte kurz, dann trat er zu der Schottin und setzte sich nur knapp einen Zentimeter neben ihrem rechten Stiefel auf sein Hinterteil. Wieder statuenhaft. Wieder als würde er wachen. Isaac konnte sich bei diesem Anblick ein Grinsen nicht verkneifen. Er wusste, dass Shana und der eigenwillige Rüde nie die besten Freunde gewesen waren, doch dieses Bild von Wakiza und Shana war einfach zu ulkig, als dass man es nicht belächeln hätte können. Sollte noch mal jemand sagen, Hunde wie Wakiza seien von grundauf böse.
"Also es ist schon grenzwertig. Schließlich ist deine Muttersprache weder sehr originell noch individuell. Aber schön, wollen wir die Prinzessin mal nicht zu sehr verärgern, sonst fällt sie nachher noch vor Wut vom Pferd und gibt mir die Schuld, dass sie nur den zweiten Platz bekommt."
Schalkhaft funkelten seine grau-blauen Augen Shana an. Natürlich neckte er sie ebenso wie Mariza zuvor, das war seit jehr seine Art gewesen. Es konnte lästig aber auch amüsant sein - sofern man es mit Humor nahm.
Cloud hatte sich noch immer an ihn geschmiegt und ihr Kopf ruhte nun mehr oder weniger auf seiner Brust, während Isaacs Finger gleichmäßig über die Ganasche der Stute fuhren und sein Blick ab und an ein wenig versonnen das Pferd betrachteten, dass ihm doch soviel mehr bedeutete, als alle Zeitungen dieser Welt verbreiteten. Cloud war für ihn kein Sportgerät. Sie war nicht austauschbar. Sie war nicht einfach nur ein Pferd. War es nie gewesen. Sie war eine Freundin. Seine Partnerin, auf die er sich immer verlassen konnte. Die mitdachte. Die niemals aufgab und die ihn schon so oft wieder auf die Beine gestellt hatte. Er vertraute diesem Pferd. Er liebte es. Würde es immer tun. Ein portugiesisches Herz gab eine Liebe erst dann frei, wenn sie verstorben war. Und selbst dann würde es immer die eine bleiben.
Egal ob Mensch oder Pferd.


{Gespräch | Cloud | Shana | Antwortet | Wakiza | Shana | Cloud}
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Shana McCormick
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ALTER : Ich bin mittlerweile schon 23 Jahre alt, doch das heißt nicht, dass ich mich auch unbedingt immer so verhalte.
HERKUNFT : Meine Heimat liegt in Schottland. Genauer auf einem Gestüt in der Nähe von Glasgow.
AUSBILDUNG : Ich lasse mich zur Bereiterin in der englischen Reitweise ausbilden. Die einzig vernünftige Entscheidung, wenn man sein Leben lang mit jungen Pferden zu tun hatte.

BeitragThema: Re: Boxen   Sa 7 Jun 2014 - 19:03


Es machte ihm sichtlich Spaß, seine Muttersprache zu sprechen. Und ihr tat es fast leid, die beiden zu unterbrechen, allerdings wollte sich die Dunkelhaarige auch nicht vollkommen aus dem Gespräch ausschließen lassen. Später hatten sie immer noch Zeit, um in ihrer Muttersprache weiterzuplaudern und dann würde sie sie auch nicht unterbrechen – es sollte den beiden gegönnt sein. Könnte sie wenigstens ein wenig Portugiesisch hatte sie ja begeistert mitgemacht, aber da das nicht der Fall war und beide recht gutes Englisch sprachen – Isaac sogar viel mehr als nur recht gut – konnten sie jetzt wieder in ihrer Muttersprache plaudern, ohne irgendwelche Verständigungsprobleme. Mariza griff das als erstes auf und dafür erntete sie einen dankenden Blick von Shana, die dann jedoch anfangen musste zu grinsen und Isaac beobachtete, um seine Reaktion ja nicht zu verpassen. Es war schon eine ziemlich taffe Antwort und das brachte der Brasilianerin auch weitere Punkte auf dem imaginären Zähler in ihrem Kopf ein.
Nur ganz kurz vermerkte sie, dass Wakiza abgehauen war und wusste nicht so genau, ob sie das beruhigte oder noch mehr beunruhigte als es seine bloße Anwesenheit sowieso schon tat. Der Dobermann mit der schwierigen Vergangenheit war für sie absolut unvorhersehbar, aber das stellte sie ja nicht zum ersten Mal fest. Doch was sollte man auch von einem Hund erwarten, der so einen Besitzer hatte? Irgendwie passten die beiden perfekt zusammen, andererseits war es vielleicht auch nicht schlecht, wenn sich Partner irgendwie ergänzten. Royal zum Beispiel war der Ruhepol in ihrer Partnerschaft oder Freundschaft – wie auch immer man das sehen wollte. Er war ihr Fels in der Brandung, der Ort, der ihr zuhause war. Sie hingegen hatte ihm immer Sicherheit gegeben und hatte sich in ihn einfühlen können. Zu zweit waren sie weiter gekommen, als es der einzelne jemals geschafft hätte. Bei Phantom war das ganze dann schon wieder so, dass man gar nicht genau sagen konnte, wie er überhaupt war. Er war wechselhaft wie sie selbst. Er war aufbrausend, zickig und manchmal ganz schön verrückt – ja, das war vielleicht dann doch eher ihr Spiegelbild, so wie für Shana der Dobermann eine Art Spiegelbild zu Isaac bildete, wobei dieser immerhin nicht so eine gefährliche Kauleiste hatte.
Als der gebürtige Portugiese nun antwortete, konnte Shana nicht anders als loszulachen. Beschämt hielt sie sich die Hand den Mund und versuchte ihr Lachen zu stoppen, was mehr schlecht als recht gelang. Noch immer lag ein breites, belustigtes Grinsen auf ihrem Gesicht und ließ ihre blauen Augen strahlen.
“Oh, gosh! Das kann doch keiner ernst nehmen. Und 10 Jahre? Ist das nicht ein bisschen übertrieben? Als ich nach deinem Namen gefragt habe, warst du noch nicht so arrogant.“
Sie brachte die Worte noch immer halb lachend heraus und an ihrem Ton war deutlich abzulesen, dass sie sie nur ein wenig neckend meinte. Wie könnte er es auch anders deuten? Sie selbst war manchmal nicht minder arrogant und eigentlich gefiel ihr dieser arrogante Zug auf seinem Gesicht auch unglaublich gut, was sie natürlich niemals zugeben würde. Erstens hatte Isaac schon eine Überdosis Selbstwertgefühl und zweitens wusste er, dass sie ihn für makellos hielt.
Als die Schottin nun das Tapsen von Hundepfoten auf sich zukommen hörte, wandte sie den Blick ruckartig um und das Grinsen auf ihren Lippen erstarb. Abschätzend betrachtete sie den Hund, der sich ihr nährte. Die dunklen Augen des Dobermanns schienen ihr immer kühl und distanziert, nie hatte sie eine freudige Wärme darin gesehen, wie im Blick anderer Hunde. Sogar mit Frejas Emil kam sie ganz gut klar. Als der Rüde dann auch noch direkt neben sie stellte, musste sie gegen den Drang ankämpfen ein Stück abzurücken. Irgendwie hatte sie das Gefühl, dann seine Gefühle zu verletzen… Das war vielleicht verrückt, aber es war eine Tatsache. Also blieb sie so stehen, wie sie war, schaute noch einmal auf den Statuen-Hund herunter und drehte sich dann wieder zu Isaac und Mariza um, als der Brite seine Stimme erneut erhob.
“Als ob ich schon jemals vom Pferd gefallen wäre! Ich bin immer, wenn du mich geärgert hast, abgestiegen.“, antwortete sie ein wenig erbost und zog einen Schmollmund, konnte das Lächeln aber auch nicht zurückhalten. Ja, er hatte sie schon so einige Male mit seiner Art vom Pferd geholt. Und das nur, weil er sie dermaßen zur Weißglut getrieben hatte, dass das Pferd unter ihr angefangen hatte zu Bocken, wobei Mercy damit noch ganz gut umgegangen war und nur immens verwirrt worden war. Royal war da schon ganz anders. Wenn sie wütend wurde, dann fing ihr Lichtfuchs an zu Steigen und zu Bocken. So erkannte man eben jene, die sensibler waren. “Außerdem gewinne ich so oder so. Trotzdem kannst du es aber versuchen, lass‘ dich bloß nicht entmutigen.“
Isaac & Mariza xx beobachtet xx antwortet xx Wakiza xx antwortet
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BeitragThema: Re: Boxen   Mo 9 Jun 2014 - 17:20

Mariza war schon vor einigen Minuten aufgefallen, dass es gewisse Spannungen zwischen Shana und Isaac gab. Schier unaufhörlich neckten sie einander ohne es wirklich böswillig zu meinen. Die Brasilianerin klingte sich gerne in solche, von Sarkasmus und Ironie erfüllte Wortgefechte, ein. Die großen Reh- Augen der 20-jährigen beobachteten den stolzen Dobermann des jungen Mannes, während dieser anscheinend eigenwillig die Umgebung erkundete. Gleichsam trat eine große, braune Stute aus ihrer Box ohne das jemand einzugreifen schien. Gerade als Mariza ihre Hand nach dem Pferd ausstrecken wollte, legte die Braune den schmalen Kopf auf die Schulter ihres Gegenübers, während dieser die Nüstern der Stute liebkoste. Leicht entzückt zog die 20-jährige eine Augenbraue nach oben und blickte in die wärmenden Augen des Pferdes. Sie war wirklich schön, wenn auch nicht von sonderlicher Farbe gekennzeichnet, wirkte sie grazil und sportlich zugleich.

Marizas Gedanken schweiften leicht ab, als sich die beiden Gesprächspartner gefühlte Stunden erläuterten. Wie oft hatte sie schon daran gedacht sich ein zweites Pferd zu kaufen. Vielleicht ein Jährling, roh, kraftvoll und mit eigenem Charakter. Oder ein Fohlen von ihrem Montesquieu Balouret zu bekommen. In Brasilien war Monty zeitweise auch als Beschäler im Einsatz gewesen, jedoch lagen damals wie heute, Marizas Prioritäten auf dem Turniersport. Vielleicht ergibt sich während ihres Aufenthalts in den USA die Gelegenheit ein Zweitpferd zu ersteigern. Nach einigen Sekunden der Stille, tauchte der Hund von Isaac wieder auf der Bildfläche auf. Leicht nervös beobachtete Mariza die schlanke Gestalt, welche zielsicher durch die Beine der umstehenden Menschen zu schlängeln versuchte. Das übermäßig laute Lachen von Shana riss die zierliche Frau aus ihrer Träumerei und ließ sie aufblicken.

Beide steckte eine gewisse Art von Dekadenz in jedes einzelne Wort, als wollten sie sich überbieten. Der Brasilianerin war diese Angewohnheit meist zu offensiv. Ihre unterschwellige Arroganz war zwar stets präsent, jedoch nie zielgebend. Die beiden schienen sich gut zu verstehen und auch Mariza integrierte sich. "Bei aller Liebe, die letzten 10 Jahre habe ich damit verbracht, in den brasilianischen Kader aufgenommen zu werden, während der, amiguinho*, vermutlich jedem seinen liebreizenden Namen kund tat. Entschuldige das ich nicht jedem ein Meet an Greet zukommen lassen konnte." konterte die Reiterin, während ein unverschämtes Grinsen ihre Lippen umspielte. Mariza konnte das Lachen von Shana nicht nachvollziehen, zumal ihre latente Art einen derartigen Verlust der Selbstbeherrschung nicht zu ließ. Südländer waren Kämpfer. Sie machten aus allem und jedem einem Wettkampf und hier ging es gerade um den besten Verkauf von Sarkasmus. Vermutlich hätte Mariza dieses Spielchen noch ewig weiter fortführen können, zügelte sich jedoch, um Shana das merkliche Temperament der Brasilianerin nicht zuvor kommen zu lassen.

Das Wort Prinzessin blieb wie ein dumpfer Nachhall im Kopf der 20-jährigen hängen. Sie blickte auf, um Isaac dabei in die Augen zu schauen. Bei allem portugiesischem Flair dem ihm umgab, hatte er die Grenze zwischen Schülerin und freundschaftlicher Bekanntschaft wohl durchbrochen. Erinnerungen an vergangene Zeiten stiegen in der zarten Frau auf und lösten einen kalten Schauer aus. Guillén. Die Erinnerung an ihm schmerzte und sowohl Isaac als auch Shana erinnerte sie an ihn. Unmerklich wandte sie ihren Blick kurz ab und strich sich eine verirrte Haarsträhne aus dem Gesicht. "Nostalgia**..." murmelte die angehende Dressurreiterin unverständlich vor sich her, während Isaac noch sprach. Sie waren anscheinend nicht nur Freunde, sondern auch Konkurrenten. Shana behauptete ihre Position, worüber Mariza nur schmunzeln konnte. "Mach dir nichts draus Shana, er würde nie zugeben das du besser bist." versuchte sie die etwas aufgebrachte Dame gut zu stimmen. Uneinsichtig für Shana, zwinkerte sie Isaac verschmitzt zu.

Mariza fand den jungen Mann sympathisch. Er erinnerte sie an unbeschwerter Zeiten und verflossene Gefühle. Fast so als wäre er ein wandelndes Stück Heimat. Da sie aber immer noch nicht die aufkeimende Beziehung zwischen Shana und ihm abschätzen konnte, hielt sich die 20-ährige zurück. Noch vor einigen Monaten hätte sie sich einen südländischen Lehrer nicht entgehen lassen und sei es nur, um verstaubte Begierde wiederbeleben zu können.


*kleiner Freund
** Heimweh

[Beobachtet | Isaac | Antwortet | Murmelt | Shana | Antwortet]
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BERUF : ALS BEREITER NEIGT MAN BEINAHE DAZU, GRAUE HAARE ZU BEKOMMEN.

BeitragThema: Re: Boxen   Di 10 Jun 2014 - 0:00

Offenbar war Cloud Atlas vor der Arbeit noch etwas auf Schmusekurs, denn die braune Stute versuchte mehrmals ihre Nase unter die offenstehende Weste ihres Reiters, die er über das blaue Jacket geworfen hatte, zu schieben. Grinsend hielt Isaac sie sanft davon ab, hörte aber nicht auf sie zärtlich zu streicheln. Wenn auch so viele zweifeln mochte, ob Cloud wirklich aus freien Stücken immer mit ihm arbeitete, spätestens wenn man dieses Bild sah, konnte man nicht mehr daran zweifeln, dass Pferd und Reiter ein Herz und eine Seele waren. Es ging ja auch gar nicht anders, denn in den hohen Springklassen ging es einfach nicht ohne Harmonie und bedingungsloses Vertrauen. Das Verhältnis musste hier auf Gegenseitigkeit beruhen und das tat es bei Cloud und Isaac defintiv. Sie schienen beide zu wissen, was sie aneinander hatten und doch waren sie ein wenig das Spiegelbild des jeweils anderen. Zumindest äußerlich, waren doch beide eine wahre Augenweide. Charakterlich gesehen, war Cloud zwar temperamentvoll und energiegeladen, doch Isaac überstieg sein Pferd mit erheblichen Maße und auch seine undurchdringliche Zwielichtigkeit und ausgeprägte sarkastische Ader, erinnerte eher an ein anderes Tier als an Cloud. Wakiza glich seinem Herrn da schon viel eher. Der launische Dobermann, der nicht selten angriffslustig durch die Gegend lief und immer für einen Schlagabtausch zu haben war, repräsentierte Isaac viel mehr, als es Cloud und Willow jemals tun könnten. Und dennoch schienen die vier nach Jahren des Umherreisens ein eingeschworenes Team geworden zu sein.

Lediglich ein simples Hochziehen der linken Augenbraue schenkte Isaac Shana, als diese in lautstarkes Gelächter ausbrach. Er beobachtete die Jüngere, bis sie fertig war, sah sie jedoch reichlich unverständlich an, was irgendwo noch skurriler und amüsanter anzusehen war, als die komplette Situation ohnehin schon war. Der Bereiter wandte sich mit einem Kopfschütteln zu Mariza und schenkte ihr einen Blick, der wohl besagte, dass er Shana's Reaktion ebenso wenig nachvollziehen konnte, wie sie. Denn auch die Dunkelhaarige, schien zwar belustigt über die Worte ihrer Gesellschaft, jedoch keineswegs so sehr angeheitert in derartige Eigenarten auszufallen. So blieb da nur der etwas starre Blickkontakt zwischen Isaac und der Brasilianerin, der beide innerlich wohl schmunzeln ließ. Irgendwann wandte sich Isaac dann aber doch an Shana, wollte er ihren Ausbruch nicht so vollkommen unkommentiert lassen.
"Nunja, abgestiegen, weil du sonst in den nächsten Minuten runtergefallen wärst."
Selbstzufrieden sah er sie an, da meinte sie auch schon, sie eine ernsthafte Chance gegen ihn in Cloud im Springen. Gut, Royal hatte ideale Veranlagungen, Shana war eine herausragende Reiterin und Cloud war nicht mehr die Jüngste - dennoch ging Isaac als der unangefochtene Favorit in dieses Springen und er war nicht gewillt, diese Erwartung heute nicht zu erfüllen.
"Bedenke mit wem du hier sprichst, bebê.*"
Gerade in diesem Moment schwang Mariza in das Gespräch mit ein, was Isaac nur ein gequältes Seufzen entriss. Mal wieder schien er die Lust an einer derartigen Diskussion zu verlieren. Und das nicht, weil er drauf und dran war einzuknicken, nein. So ein Typ war Isaac nicht, er konnte ewig diskutieren, Worte waren mit seine schärfste Waffe, seitdem er gelernt hatte mit ihnen umzugehen. Aber er verlor schlichtweg das Interesse daran - wie so oft.
"10 Jahre um in einen Kader aufgenommen zu werden? Respekt, pass auf, dass du nicht auch zehn Jahre brauchst um zu lernen, wie man einen Pokal stemmt."
Schon ein wenig angesäuert kamen diese Worte rüber, schien Isaac keinen Wert mehr darauf zu legen, sie mit dem nötigen Humor zu versehen. So blieb nur die leere Hülle seine Worte zurück, als sich der Bereiter in der Umarmung seiner Stute wandte, sie zurück in die Box drängte, noch einmal gedankenverloren über ihren Hals strich, ehe er aus der Box trat und die Tür verriegelte und dann kurz knapp vor Mariza stehen blieb.
"Nostalgia todos nós lágrimas. Mais cedo ou mais tarde. Até que começam a entrar em acordo com ele, para que a dor pode diminuir."**
In diesem Moment erhob sich Wakiza wieder, nachdem Shana ihm sowieso keine sonderliche Aufmerksamkeit geschenkt hatte, doch ehe er zu Isaac ging, sah er sich noch einmal um und seine dunklen Mahagoniaugen fixierten die Schülerin, als Cobras Kiefer in der Luft aufeinanderschlugen. Vollkommen aus heiterem Himmel, ohne Vorwarnung auf einen Angriff oder ein derartiges Verhalten. Die kurz aufblitzenden, gefletschten, weißen Zähne funkelten Shana kurz an, ehe Wakiza sich umwandte, als wäre nichts gewesen, neben seinen Herrn trat und diesem nicht mehr von der Seite wich. Nun jedoch fixierte er Mariza mit ebenso kaltem, undurchdringlichen, musternden Blick wie zuvor Shana im Sitzen.



*Schätzchen
**Heimweh zerreißt uns alle. Früher oder später. Bis wir beginnen uns damit abzufinden, damit der Schmerz abklingen kann.

{Cloud Schmusestunde | Shana's Lachen | Mariza | Antwortet Shana | verliert Interesse an Unterhaltung | antwortet Mariza | Wakiza}
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BeitragThema: Re: Boxen   Fr 13 Jun 2014 - 8:21

>> Hengststall

Es tat gut die Liebkosungen und beruhigenden Worte von Bastian zu hören. Immer wieder strich er ihr über den Kopf, summte leicht vor sich hin und versuchte sie in Sicherheit zu wiegen. Schluchzend lauschte sie seiner Stimme, Nickte bloß oder schüttelte den Kopf als eine stumme Antwort. Sie war nicht in der Lage etwas von sich zu geben. Sie spürte die zarten Lippen des Jockeys auf ihren, und sofort trat ein wohlig warmes und bekanntes Gefühl durch ihren Körper, und ließ das Zittern ihrer Muskeln sofort aufhören. Sie verlor sich in dem Kuss, Gedanken verschwanden aus ihrem Kopf und brachte ihr die Ruhe wieder die sie verloren hatte. Als sie sich langsam von einander lösten, bevor er anfing zu Sprechen, doch auch hier konnte sie nur ein trockenes Nicken von sich geben, sie war nicht in der Lage etwas zu sagen, der Schock saß noch immer in ihren Knochen, und nagte sich dort fest wie ein Ratte an ihr Essen. Erst jetzt rief sie sich in Gedanken wie geschockt der Hofleiter aussah als sie kurz in seine Richtung blickte. Er wusste um ihre Vergangenheit bescheid, und er wusste auch um ihre Psychische Grundlage die nicht grade die beste war. Man hatte ihm angesehen das auch er sich sorgen machte. Ein erneuter Kuss riss sie aus ihren Gedanken, und sie spürte wie er sanft ihre Haare hinters Ohr strich und sich ein feines Lächeln auf seine Züge schlich. Sanft legte sie ihre Arme um seinen Hals und drückte ihren Körper vorsichtig an seinen. Es war ein wunderbares Gefühl zu wissen, das er ihr´s ist, auch wenn sie immernoch im Dunkeln stand, was seine Gefühle anging. Denn seine Antwort hatte sie am Abreiteplatz auf ihr gesagtes nicht mehr wahr genommen.
Sie war gespannt ob Bastian recht behielt. Sie wusste das sie heute neben dem Start mit Samuel, noch einen weiteren hatte. Bei der Dressur, und das mit ihrem Hengst. Sie wusste wie sehr er es liebte, sich zu präsentieren und jede Aufgabe perfekt auszuführen, es konnte nur gut werden.
Mit einem leichten Lächeln nahm sie seine Hand und zusammen gingen sie zum Wallachstall. Sie nickte auf seine Worte, immer noch unfähig zu Reden.
Kurze Zeit später, betraten sie auch schon den Luftigen Stall der Wallache und Stuten, ein großer heller Stall mit Paddockboxen und luftiger Atmosphäre. Langsam aber sicher hatte sich die 29-Jährige wieder beruhigt und schritt etwas gelassener die Stallungen entlang. Sie hoffte innerlich das ihre Arbeiten vom Vortag noch bestanden. Sie hatte es sich am gestrigen Tag zur aufgabe gemacht, die dünne kurze Mähne zu eleganten Zöpfen zu formen, um den etwas Schlacksigen Wallach, etwas Eleganz zu schenken. Sie hatte um die zusammengenähten Zöpfe jeweils ein Straßbändchen gebunden. Langsam erreichten sie die Box, wo ihr sofort ein brummelnder und etwas verstörter Pferdekopf entgegenkam, und sich an den Körper der Reitlehrerin schmiegte. "Na mein Großer, Du bist auch aufgeregt nicht wahr?" flüsterte sie, als sie sich von Bastian löste und anfing dem Wallach die Ohren zu kraulen. Sie hatte lange mit ihm Trainiert, hatte viel Herzblut in den Braunen gesteckt, um ihn perfekt auf das Turnier vor zu bereiten. Langsam betrat sie die Box und mit erfreuter Miene stellte sie fest, das jeder Zopf noch genau da saß wo er hingehörte. Nichts war verschoben oder aufgegangen. Es schien als habe sich der Wallach nicht mal hingelegt um nichts zu zerstören was sauber gemacht wurde. Nirgendwo war ein fleckchen Dreck an dem glänzenden Körper. Also hatte Juli noch ein paar Minuten bevor sie ihn fertig machen musste. Zögerlich schritt sie auf Bastian zu, nur das funkeln in ihren Augen ließ erraten was sie dachte. Vorsichtig schmiegte sie sich an den Körper des Jockeys, ehe sie ihm einen Kuss entlockte. Sanft und Zielsicher schmiegen sich ihre Lippen an seine, mit Leidenschaft verlor sie sich darin. Es war doch immer wieder Erstaunlich was er mit ihr anstellte, aber genau dafür liebte sie ihn.

( Ethalon| Aufgelöst| Beruhigt sich| Wallachstall)
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BeitragThema: Re: Boxen   Fr 13 Jun 2014 - 22:27

>>Cf “Sattelkammer”


Still und heimlich stiefelte Daniel die Stallgasse entlang. Die kleine Gruppe viele Boxen weiter ignorierte er völlig. Eigentlich gar nicht mit Absicht. Vielmehr war der Vielseitigkeitstrainer schon in Gedanken im Parcours. Er hatte sich die Skizze schon angeschaut, doch auf dem Papier war es doch immer irgendwie anders. Sobald er allerdings auf dem Reitplatz war, war sein Orientierungssinn meist sein bester Freund. Und manchmal dachte sogar Gun ein wenig mit, worauf er heute doch stark hoffte. Es war eben schon etwas her, seit er das letzte Mal in einer Turniersituation gewesen war, selbst wenn er damals vor seiner Lehrstelle mit der Weltspitze mitgehalten hatte. Irgendwann würde der Spitzensport ihn auch wieder in seinen Bann ziehen, daran zweifelte er nicht, doch ein paar Jahre Pause schadeten niemandem und vielleicht fand er in dieser Zeit ja auch ein neues Pferd. Zwar hatte der Brite noch lange nicht vor, seinen Hannoveraner einzumotten, doch er vermisste die Abwechslung und seine Turnierpferde, die jetzt von ihren Besitzern neue Reiter verpasst bekamen. Vielleicht fand er ja eines Tages das Pferd, mit dem es sich lohnte, wieder in den Turniersport einzusteigen.
Doch bis dahin hatte er ja immer noch sein Dickerchen, das ihn schon so lange begleitete. Vor dessen Box legte er die meisten Sachen erst einmal ab und ging dann mit Gamaschen und Streichkappen in die Box des Braunen, der ihn mit einem interessierten Blick näher kam und seine Nase sogleich in Daniels Jacke vergrub. Schmunzelnd schob er ihn weg und machte sich dann daran, den Beinschutz anzubringen. Dann schob er die Abschwitzdecke zurück und legte den Springsattel auf den hohen Rücken des Wallachs. Zurechtgerückt und Festgegurtet. Dann noch die Trense angebracht und schon war er so gut wie fertig. Fehlte nur noch… das Jacket. Ja, wo war das denn jetzt?
Suchend streckte er den Kopf aus der Box und schaute sich in der Stallgasse um. Immer noch waren dort einige Reiter zu sehen, aber sein Turnierjacket… Beinahe hatte er aufgegeben, da sah er etwas an der Box hängen. Da war es doch! Mit einem erleichterten Seufzen schnappte er sich Guns Zügel, führte ihn aus der Box und sah sich dann nach Gin um.
“Komm her, mein Junge. Ab in die Box!“, rief er ihn in freundschaftlichem Ton heran, der doch meistens bei dem Rüden anschlug. Und auch jetzt, trottete der Irish Setter in die Box und sein Besitzer schloss die Tür. Dann tauschte er der Brite Fleecejacke gegen Jacket und stieg in den Sattel seines Hannoveraners. Gun schüttelte kurz den Kopf und schritt dann los in Richtung Dressurplatz.

Gun & Gin xx Gun wird fertig gemacht xx Jacket anziehen xx aufsteigen

Tbc „Reitplatz“ >>
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BeitragThema: Re: Boxen   Sa 14 Jun 2014 - 17:12

Solange Juliena Zeit brauchte, solange würde er ihr diese auch geben. Und wenn es bedeutete, dass sie noch Stunden sich an seine Brust schmiegte und sich die Seele aus dem Leib weinte, noch immer vor Schock zitternd und mit schlotternden Knien. Er würde sie festhalten, würde da sein, wenn sie ihn brauchte. Aus Bastian war in ernsten Sitautionen Verlass und was er einmal versprochen hatte, das hielt er dann auch. Zwar hatte er Juliena insofern nie Versprechungen gemacht, allerdings hatte das Liebesgeständnis zuvor für ihn gleiche Bedeutung. Wen er liebte, hinter dem stand er auch wie ein Bollwerk, für den würde er sich in die Schlacht stürzen, sein Leben geben, oder eben da sein, wenn es nötig war. Momentan war es nötig, denn noch immer schien die Brünette unfähig etwas zu sagen, weswegen er sie mit seinen rehbraunen Augen einfach nur beschwichtigend ansah, in der Hoffnung, dass sie sich davon beruhigen lassen würde. Immer wieder strich er ihr derweil liebevoll durch die Haare, während sie ihn aus den großen, kugelrunden, zweifarbigen Augen ansah. Niemals würde er sie hängen lassen können, ohne sich dabei selbst ein Messer ins Herz zu rammen.
Nachdem er sich jedoch von ihr gelöst hatte, schien auch sie langsam wieder auf den Boden der Tatsachen zurück zu kommen und sich zu erinnern, dass sie bald in die nächste Prüfung musste. Als ihre zarte, noch immer behandschuhte Hand die seine ergriff, drückte er sie einmal sanft zu, um ihr Mut zu machen, ehe er mit ihr in den anderen Stall überwechselte.

Im Wallach- und Stutenstall war schon mehr los, als bei den Hengsten, wo auch niemand von den Besuchern rein durfte, waren die Kerle dort allesamt doch sehr aufbrausend, weshalb man unnötige Gefahrensituationen vermeiden wollte.
Während sich die Privatpferde allesamt im hinteren Teil des Stalls befanden, standen die Reitschulpferde gleich vorne beim großen Tor an. Sir Samuel stand neben Charming Boy, ebenfalls ein Achal Tekkiner, allerdings noch schlaksiger und um ein Vielfaches tollpatschiger als der Braune. Von seinem ersten Tag an, seit dem er hier war, hatte Charm Bastian immer ein Lächeln auf die Lippen gezaubert. Der junge Wallach mischte die Gruppe an Schulpferden immer gewaltig auf und wenn er nur die Tränke solange belegte, bis er mürrisch vertrieben wurde, weil er stundenlang trank - oder zumindest so tat. Kaum hatten sie die Box von Julienas Pflegepferd erreicht, schob sich auch schon der Falbfarbene Kopf des Boxennachbarn über die Tür und schoberte mit lang gereckten Hals nach Leckerchen. Grinsend strich Bastian dem Wallach über den Nasenrücken.
"Zumindest einer, der sich von dem Turnier nicht von seinem gewohnten Alltagsrhythmus abbringen lässt."
Als hätte er ihn verstanden schnaubte Charm laut, ehe er sich zu Juli wandte und sie fordernd nach Leckerli ansah, da bei Bastian ja offenbar nichts zu holen war. In der Tat hatte der Jockey selten Leckerli einstecken, es schickte sich einfach nicht an für galloppierende Hochleistungssportler mit "Süßkram" vollgestopft zu werden. Mal eine Karotte oder ein Apfel als Belohnung mussten reichen.
"Ich hol mal seine Sachen."
Damit wandte sich der Mützenträger um und lief Richtung Sattelkammer. Dort angekommen hatte er dank Beschriftung schnell Sams Sattel, Trense und Vorderzeug gefunden, wa sihn ein wenig verblüffte. McKinley hatte für alle Reitschulpferde defintiv gute und sehr gut Schuss seiende Sättel, Schabracken, Decken, Trensen und Halfter, aber er verzichtete auf jeglichen "Schnick-Schnack", wie er es so gern betitelte. Dazu gehörten Ausbinder, Martingal und sonstige "Reithilfen". Seiner Meinung nach musste man einem Pferd gewachsen sein, um es richtig reiten zu können, oder man ließ es bleiben, wenn man e snicht ohne fremde Hilfe schaffte. Offenbar war bei Sam dem nicht so, weshalb man ihm noch ein Vorderzeug dagelassen hatte... Darüber wollte sich Bastian jetzt aber nicht den Kopf zerbrechen, hängte sich die Trense über die Schultern, nahm den Sattel vom Halter, legte das Vorderzeug darüber und verließ dann die Kammer auch schon wieder und steuerte die Stallgasse herunter.
An Sams Box legte er alles über den davor angebrachten Halter, steckte dann die Hände in die Hosentaschen und bedeutete Juliena mit einem Kopfnicken, dass die snun ihre Aufgabe war. Er selbst kannte Sam nur vom sehen und hören sagen, war noch nie näher mit ihm in Kontakt getreten und ein Pferd, dass er nicht weiter kannte, bei dem er nicht wusste, wie es reagierte, das sattelte er auch nicht.


{<- HENGSTSTALL | Juli | Sam&Charm | holt Sattel etc. | kommt zurück | wartet ab}
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BeitragThema: Re: Boxen   Mi 18 Jun 2014 - 8:10

Mariza blickte von einem zum Anderen, ehe sie abermals ihr Handy aus der Tasche zog, um auf die Uhr zu schauen. Wehmütig lauschte sie nebenher den Kommentaren des Lehrers, welcher anscheinend seinen Sarkasmus vergraben hatte. Die Brasilianerin blickte indessen kurz auf und verdrehte die Augen. Sie empfand es nicht mehr als notwenig weiterhin das Gespräch anzustacheln. Kurz darauf schob sie das Handy wieder in die Hosentasche. Als Isaac jedoch bemerkenswerterweise auf ihr gemurmeltes nostalgia reagierte, hielt die 20-jährige kurz inne. Er schien ihre Gefühle nachvollziehen zu können und sich dennoch damit abgefunden zu haben. Mariza konnte das zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Dementsprechend erschüttert blickte sie zu ihm und schüttelte den Kopf, ohne jedoch auf seine Worte zu reagieren.

"Ich denke, dass es besser wäre, wenn ich mal nach meinem Pferd sehe."
sagte die Brasilianerin mit einer kühlen, ausdruckslosen Stimme. Sie wollte etwas Ruhe finden, um ihren Gefühlen freien lauf zu lassen und das konnte sie, seit Guillén nicht mehr an ihrer Seite ist, nur noch bei ihrem Hengst Montesquieu. "Ich wünsche euch beiden ganz viel Glück beim Turnier. Hoffentlich sieht man sich bald mal wieder. Es war schön euch kennengelernt zu haben." setzte die 20-jährige mit einer etwas freundlicheren Stimme hinzu. Ein liebreizendes Lächeln verriet jedoch, dass sie ihre Worte ernst meinte, auch wenn ihre Stimme nicht demnach klang. Beide verabschiedete sie mit sanften Küsschen auf die Wange, wobei sie erst Shana und anschließend Isaac auf wiedersehen sagte.

Leicht deprimiert schlich Mariza die Stallgasse hinunter, ehe die kleine Brasilianerin hinter der Stallwand verschwand.


[Verabschiedet | Deprimiert | Abgang]


>> Nirgendwo
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Shana McCormick
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ALTER : Ich bin mittlerweile schon 23 Jahre alt, doch das heißt nicht, dass ich mich auch unbedingt immer so verhalte.
HERKUNFT : Meine Heimat liegt in Schottland. Genauer auf einem Gestüt in der Nähe von Glasgow.
AUSBILDUNG : Ich lasse mich zur Bereiterin in der englischen Reitweise ausbilden. Die einzig vernünftige Entscheidung, wenn man sein Leben lang mit jungen Pferden zu tun hatte.

BeitragThema: Re: Boxen   So 22 Jun 2014 - 18:50


Alles was sie für Isaac übrig hatte, war ein abfälliges Schnauben. Was dachte sich der bloß schon wieder? Manchmal war sie diese Auseinandersetzungen leid, selbst wenn es nur halbernst war. Seit jeher war es zwischen ihnen so gewesen, jetzt, da es in die Prüfungssituation ging, wurde es aber schlimmer. Denn jetzt war ihnen beiden klar, dass nicht mehr sie die Wertung in der Hand hielten, sondern die Richter und vor allem die Zeit. Zwar hatten sie beide hart trainiert, manchmal sogar zusammen – sie kannten schließlich den Reitstil des anderen sowieso schon – und hatten sich bereits dort durchaus konkurriert. Nur jetzt war der Moment gekommen, an dem sie unmittelbare Konkurrenten waren, die sich gleichzeitig allerdings auch noch gegen andere Reiter durchsetzen mussten. Niemand konnte behaupten, dass sie nicht die Favoriten waren. Die einzige Konkurrenz, die gefährlich werden konnte, schien die stellvertretende Hofleitung sein, doch wenn sie ehrlich war, rechnete sie ihr doch eher geringe Chancen gegen sie zu. Und das aus dem einfachen Grund des Alters. Shana und Isaac waren zwar jünger und weniger erfahren, aber auch deutlich dynamischer und verstanden sich auf ihr Handwerk. Bei Royal kam noch das Alter hinzu. Er war das jüngste Pferd des Hofes und für ein Springpferd gerade im besten Alter um noch optimale Leistung zu bringen und schon ein wenig Erfahrung zu haben. Wahrscheinlich würden sie den Sieg unter sich ausmachen, wenn alles glatt lief. Und wenn es gut lief und Isaac vielleicht sogar ein Fehler unterlief, sollte ihrem Sieg nichts mehr im Wege stehen. Sie wollte diesen Sieg und ein wenig brauchte sie ihn auch, einfach um ihr Ego damit zu füttern.
Gerade als Mariza zu ihrer Verabschiedung ansetzte, erhob Wakiza sich und als wäre seine Präsenz nicht sowieso schon ungewünscht genug, schnappte er in Shanas Richtung und zeigte seine spitzen weißen Zähne. Aus irgendeinem Grund, schreckte diese jedoch nicht zurück. Ganz im Gegensatz zu ihrem Budjonnywallach, der einen ruckartigen Schritt zurück in seine Box machte und sich dort hinter seiner Reiterin versteckte. Und hätte sich die Brasilianerin nicht gerade verabschieden wollen, hätte sie eine Schimpftriade über diesen blöden Köter losgelassen.
“Bis nachher, spätestens bei der M-Dressur.“, verabschiedete sie sich von der Dunkelhaarigen mit dem stark ausgeprägten Akzent und schaute ihr kurz hinterher, ehe ihr Blick ruckartig zu Isaac schnellte. Ihre Augen verengten sich leicht und sie verschränkte die Arme vor der Brust. “Ich wäre dir sehr verbunden, wenn du diesen bescheuerten Hund in Zukunft von mir fern hältst. Er schnappt nach mir und macht mein Pferd scheu, beides nicht besonders hilfreich, um ihn überhaupt im Stall dulden zu können. Sperr ihn ein oder bind ihn an, mir egal.“ Sie pfefferte ihm die Worte nur so entgegen, denn wenn sie etwas wirklich sauer machte, dann war es doch, wenn Royal dabei zu schaden kommen könnte. Es interessierte sie dabei viel weniger, dass er nach ihr geschnappt hatte. Mit einem wütenden Schnauben machte sie auf dem Hacken kehrt, marschierte in die Box und schloss die Tür nicht gerade besonders sanft hinter sich. Dann atmete sie durch, straffte die Schultern und fuhr sanft mit der Hand über das fuchsfarbene Fell ihres Wallachs. Dieser Vorfall würde wohl keine Auswirkungen haben und dennoch stimmte er sie nicht gerade froh. Bald mussten sie sich auch für den Abreiteplatz fertig machen, denn das M-Springen lief bereits.
Gedanken xx Marizas Verabschiedung xx Schimpftriade über Wakiza xx Royal
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BeitragThema: Re: Boxen   Mo 23 Jun 2014 - 21:27

Inzwischen war Isaac wieder komplett in der Box von Cloud verschwunden, Wakiza saß wieder wie der große Bewacher davor. Der 25-Jährige strich über die Läufe der Stute, überprüfte Gelenke und Fesseln auf mögliche Schrammen, ehe er zwei Finger an ihre Halsader legte und kurz auf die Uhr sah. Schon lange brauchte Isaac den gewöhnlichen Check eines Tierarztes vor einem Turnier nicht mehr. Er war Profi und erfahren genug, um die letzte Kontrolle selbst durchzuführen. Der Puls passte, er lag ideal im Mittelwert, Cloud hatte einen guten Tag, das spürte er und ihr kribbelte und brodelte es in voller Erwartung eine gute Runde hinzulegen. Lächelnd strich der Dunkelhaarige der Braunen über den Hals und klopfte ihr zärtlich den Hals. Cloud war ein Champion durch und durch, wenn sie in Bestform war, hatte niemand gegen sie eine Chance. Mit 16 Jahren meinten viele, sie sei alt und sollte eigentlich in Rente, doch das stimmte so überhaupt nicht. Die beste sportliche Phase hatte ein Pferd vielleicht in einem Alter von 12 Jahren, doch mit 16 waren die Pferde kalkulierter, geschickter, cleverer. Sie übersahen nicht die Fehler, die ein Pferd mit 12 noch machte. Und außerdem: Bei Clouds sportlicher Leistung merkte man noch lange keinen Abfall, weshalb sie genauso gut hätte drei Jahre jünger sein können.
Um die Konkurrenz machte Isaac sich herzlich wenig Sorgen. Es waren zwar einige Reiter dabei, die er relativ gut kannte und die sicherlich gute Chancen hatten, doch ebenso gut wusste er, worauf es in dieser Disziplin ankam. Nämlich nicht zwingend auf Ruhe, sondern auf Ausgeglichenheit.
Als Mariza ging, wandte Isaac ihr ein wenig erstaunt den Kopf zu. Dass sie doch so rasch wieder verschwand, hätte er nicht gedacht. Ob seine Worte sie beleidigt hatten? Und wenn schon, es würde nicht sein Problem sein, wenn die gefechtunfähig war - wie er sie eigentlich nicht eingeschätzt hatte, aber man konnte sich ja bekanntlich immer irren. So war er mit Shana, den Pferden und seinem Hund wieder alleine.

Das M-Springen war eingeläutet worden, weshalb Isaac sich, nachdem er Mariza mit einem Kopfnicken verabschiedet hatte, ersteinmal in Richtung Sattelkammer verdrückte. Mit dem Springsattel und dem Helm über dem Arm kam er zurück. Trense, Fliegenhaube, Vorderzeug, Gamaschen und Handschuhe lagen bereits bei der Box. Schon gestern Abend hatte er an der Schabracke die Startnummer befestigt, sodass er nun eine Arbeit weniger zu erledigen hatte. Bei der Box angekommen legte er den Sattel über den dafür vorgesehen Halter, schnappte sich das Lederhalfter vom Haken, band Cloud in der Box an, sodass sie noch genüsslich ihr Heu malmen konnte, während sie manchmal zu Royal hinüberlugte und leicht schnaubte, damit auch der ihre Aufmerksamkeit erwiderte. Die Pferde schienen von der drohenden Konkurrenz nicht viel zu spüren. Sie würden ihr Bestes geben - wie immer.
Bevor Isaac die Stute jedoch satteln konnte, pfefferte Shana ihm zahlreiche Worte um die Ohren, die wie eine Zurechtweisung klangen. Möglicherweise sah der Brite die Schottin auch deswegen ein wenig skeptisch an, als zweifelte er daran, dass sie dies gerade wirklich gesagt hatte. Die Brünette marschierte unwillkürlich in die Box zu ihrem Wallach und knallte die Boxentür zu, was wiederum Cloud dazu veranlasste, aufgeschreckt den Kopf in die Höhe zu reißen und einmal laut zu prusten und die Nüstern zu blähen. Isaac ging mit Sattel und Vorderzeug zu ihr, legte Ersteren behutsam, wie vermutlich nur er es konnte, auf ihren Rücken, hakte das Vorderzeug an den passenden Stellen ein und schloss dann sanft den Sattelgurt. Die Stute hatte sich schon wieder beruhigt.
"Hey, durchatmen ja? Du weißt doch mittlerweile besser als jeder andere, dass ein unentspannter Reiter das schlechteste für ein Pferd bei einem Turnier ist."
Regelrecht einfühlsam klang Isaac und seine grauen Augen hatten doch beinahe einen warmen, beschwichtigenden Glanz, als er Shana durch die Stäbe, der Boxenwände hindurch ansah. In diesem Moment schien er wirklich der kumpelhafte Mentor zu sein, der der Schülerin vor dem Turnier noch einen letzten Rat gab. Aber Isaac wusste, dass er Shana nicht viel über Turniere erzählen musste. Er hatte nie das Gefühl gehabt, dass sie wirklich aus seiner Erfahrung schöpfen wollte, weshalb er alles immer mehr oder weniger für sich behalten hatte. Während viele andere Lehrer in den Trainingsstunden von ihrer aktiven Turnierzeit sprachen und erzählten wie sie es gemacht hatten, war Isaac zwar oft unpünktlich, doch ging er immer auf die Schüler ein und suchte den besten Weg für sie, anstatt ihnen den seinen aufzuzwingen. Überhaupt: wissen, taten nicht viele etwas über ihn. Gut, er kam ursprünglich aus Portugal, lebte aber in London, war nebenbei ein gut bezahltes Model und ein überaus erfolgreicher Springreiter, während sein eigentlicher Job Bereiter war. Er war arrogant, stur und unpünktlich, außerdem hatte er ein Faible für wilde Nächte. Aber sonst? Eigentlich kannte ihn doch keiner wirklich - und vielleicht war es das, was manche inne halten ließ, bevor es ihnen Angst machte. Denn niemand kannte die Gründe. Keiner wusste, warum er von Portugal nach England gekommen war. Keiner wusste, wieso er nebenbei modelte, oder wieso er sich neben einen Springpferd einen Pinto hielt, der doch so überhaupt nicht ins perfektionierte Champion-Bild passte.
"Wenn er dich stört, dann sag' ihm das. Du kannst mit ihm genauso gut reden, wie mit mir oder Cloud. Ich sage ja auch nicht Royal, dass er dir mitteilen soll, wenn du eine nervige Phase hast. Und wenn du Wakiza lieber woanders als hier hättest, dann bind ihn doch irgendwo an. Stricke gibt es hier genug. Ich würde dir nur raten, dich nicht von oben herab zu nähern und vorher ein wenig seine Körperhaltung zu beobachten."
Im Gegensatz zu Shana, schien Isaac überhaupt nicht aufgebracht. Eher wie die Ruhe selbst, was sonst eigentlich so gar nicht der Fall war. Cloud drehte den Kopf und schob dann die Schnauze in die Armbeuge ihres Besitzer, der ihr einige Male über die Stirn strich, ehe sie sich wieder ihrem Heu zuwandte und Isaac sich vor der Box Helm und Handschuhe überzog. Wie immer ritt er ohne Sporen und Gerte.


{Cloud | Marizas Abgang | holt Sattel | Shana | ruhig}
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ALTER : Ich bin mittlerweile schon 23 Jahre alt, doch das heißt nicht, dass ich mich auch unbedingt immer so verhalte.
HERKUNFT : Meine Heimat liegt in Schottland. Genauer auf einem Gestüt in der Nähe von Glasgow.
AUSBILDUNG : Ich lasse mich zur Bereiterin in der englischen Reitweise ausbilden. Die einzig vernünftige Entscheidung, wenn man sein Leben lang mit jungen Pferden zu tun hatte.

BeitragThema: Re: Boxen   Mi 9 Jul 2014 - 13:08


Die Wärme unter ihren Finger war beruhigend und gab ihr Halt. So aufgebracht sie doch gerade gewirkt hatte, sie war tief in ihrem Inneren nicht besonders ärgerlich. Nein, eigentlich war sie es ja schon von dem Rüden gewohnt, dass er so war. Und die einzige Person, die sie wirklich aufregen konnte, machte sich gerade auf den Weg zur Sattelkammer, die sie wohl auch demnächst aufsuchen musste. Als erstes jedoch löste sie die Stalldecke und hängte sie an die Box. Dann nahm sie sich die dünne dunkelblaue Abschwitzdecke und warf sie dem Wallach über den Rücken. Den Verschluss zu schließen war ihr zu viel Arbeit und so rückte Shana die Decke nur ein Stück zurecht und klopfte ihrem Fuchs dann leicht den Hals. Die Schottin trat ein Stück zurück und betrachtete ihn eingehend mit den hellen Augen. Beinahe stolz hob der Lichtfuchs den Kopf und präsentierte sich ein wenig übertrieben. Seine Mähne war perfekt eingeflochten, sein Fell, das an einigen Stellen geschoren war, glänzte gesund und seine Augen wirkten wach, wie es bei einem so jungen Tier zu erwarten war. Alles in allem war er in sehr guter Verfassung und bereit für das Springen – und den Sieg, den sie einholen wollten. Es würde ein hartes Duell werden, vielleicht sogar nicht nur zwischen Isaac und ihr, und doch war sie sich noch immer Sicher, dass sie gute Chancen hatten.
Als dieser nun wieder zurück kam und pseudopsychologische Ratschläge verteilte, hatte sich Shanas Gemütszustand schon längst wieder gefestigt. Ein wenig vorwurfsvoll schaute sie ihn nun an und beobachtete, wie er Cloud Sattel und Vorderzeug anlegte und sich schließlich Helm und Handschuhe anzog. Abschätzend sah sie dies mit an und trat dann aus Roys Box.
“Ist ja gut… Das nächste Mal sag‘ ich dann Cloud Bescheid, wenn ich vermute, dass du mir demnächst in die Hand beißt.“
Ihr Tonfall war ruhig, dennoch schwang deutlich ein Hauch Sarkasmus mit. Shana wollte gewinnen und dafür war es nötig damit aufzuhören, sich über diesen Hund aufzuregen. Es hatte sowieso keinen Sinn. Wohl oder übel würde sie darauf warten müssen bis die Natur das von selbst erledigte. Wie alt konnte dieser Kläffer schon werden? Wenn er nicht genauso wäre, wie Isaac, könnte sie ihn sogar mögen, aber so war es eben nicht. Diese Bagage ähnelte sich sowieso zu sehr. Nur Cloud bildete da die Ausnahme und deshalb mochte die angehende Bereiterin die Stute auch am liebsten. Isaac bestach einfach dadurch, dass er überhaupt ein Mensch war und naja… sie – so sehr sie das auch in den vergangenen Jahren zu vergessen versucht hatte – liebte ihn einfach. Die Frage nach dem ‚Warum‘ konnte sie sich einfach nicht stellen, denn das gab es nicht. Eigentlich war ihr Ausbilder unausstehlich und trieb sie oft genug zur Weißglut, aber er hatte eben auch positive Seiten und Seiten, die vielleicht jeder andere verabscheut hätte, doch Shana gefielen wahrscheinlich gerade diese. Und wenn man ehrlich war, war es auch nichts schlechtes, einen erfolgreichen Sportler und ein Model Freund zu haben – selbst wenn niemand davon erfahren durfte.
Ohne weitere Worte verschwand nun auch die Dunkelhaarige in Richtung Sattelkammer, ließ es sich vorher allerdings nicht nehmen, ihre Weste auszuziehen und somit nun doch nur noch komplett in Turnierklamotten darzustellen. Wie durch ein Wunder waren diese auch noch so gut wie sauber.
Vollbepackt kam sie schließlich zurück, hängte die Trense über das Halfter an der Box und legte die weißen Gamaschen dazu. Das zu der weißen Schabracke passende Fliegenhäubchen legte hängte sie ebenfalls zu der Trense und ging dann mit Vorderzeug und Sattel in die Box. Ihr Wallach wusste bereits, worauf das hinauslaufen würde und schnaubte aufgeregt. Er hatte definitiv Lust heute, was auf Shanas Lippen ein feines Lächeln erschienen ließ.
“Hörst du das, Isaac? Royal hat Lust, der würde euch auch allein fertig machen, nur leider ist das ja nicht zulässig.“, scherzte sie und ein wenig härter als sonst, kam ihr schottischer Akzent mal wieder durch, den sie sonst so gut zu verbergen wusste. Vielleicht lag es an der Vorfreude oder an der scherzhaften Bemerkung. Indem sie dies sagte, legte sie den Sattel vorsichtig auf dem Rücken des Budjonny ab und rückte ihn ein Stück zurück, damit er richtig lag. Dann hängte sie das Vorderzeug am Sattel ein, fädelte den Sattelgurt hindurch und schloss ihn schließlich. Nun trat auch Shana wieder aus der Box und schnappte sich Reithelm, Handschuhe und Sporen – alles schon vor der Box zurecht gelegt.
Isaac & Royal xx ruhig xx antwortet xx Sattelkammer xx Stichelei
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Isaac Haber

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JUNG GENUG, UM WIE 26 AUSZUSEHEN.

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BERUF : ALS BEREITER NEIGT MAN BEINAHE DAZU, GRAUE HAARE ZU BEKOMMEN.

BeitragThema: Re: Boxen   So 13 Jul 2014 - 18:07

Nicht nur Training war das A und O für eine erfolgreiche Karriere und gute Ritte bei einem Turnier. Man musste auch sein Pferd kennen, seine Eigenarten, seine Ecken und Kanten, man musste es lesen können, wie ein Buch, ohne jemals nachschlagen zu müssen. Cloud war seit jüngster Zeit bei ihm und so war das Band zwischen ihr und Isaac auch mehr als fest, die beiden kannten einander nur zu gut und bügelten zugleich die Fehler des jeweils anderen wieder aus, wenn es um etwas ging. Nur in den Trainingsstunden sah es manchmal so aus, als würden sie stumm miteinander diskutieren, wenn die Braune einen anderen Weg über die Hindernisse einschlagen wollte, als ihr Reiter. Momentan zählte Cloud Atlas Sextet zu den teuersten Springpferden der Welt und das hatte sicherlich auch seine Gründe. Das Talent der Stute war unglaublich und für viele war sie schon jetzt eine lebende Legende. Dennoch wusste Isaac nur zu gut, dass ihre Uhr langsam ablief, auch wenn es vielleicht noch diese und nächste Saison nicht der Fall war, so würde er sich früher oder später ein neues Pferd für die Turnierreiterei zulegen müssen. Und davor grauste es ihm schon jetzt, denn Cloud war für ihn einfach die ideale Partnerin geworden. Die einzige Frau, mit der er wirklich durchgehend eine feste Beziehung hatte führen können.
Vor der Box nahm er den Helm vom Haken, stellte ihn noch einmal kurz nach und beobachtete derweil Shana, die Royal sattelte. Ab und an hob Cloud Heu malmend den Kopf und sah zu ihrem Boxennachbarn herüber, der sich dann aber ein wenig aufzuspielen begann, was Shana natürlich dazu veranlasste ein wenig zu sticheln. Isaac schlüpfte in die dunkelblauen Reithandschuhe, zog die Weste aus und hing sie über den Halfterhaken, während ein amüsiertes Grinsen seine feinen Züge umspielte. Ja, er sah defintiv perfekt aus in dem Turnieroutfit und hätte damit eigentlich ebenso gut auf die Laufstege der Mailänder Modemesse gehen können. Die Arme vor der breiten Brust verschränkt musterte er Shana, die nun ebenfalls aus der Box trat, um sich selbst fertig anzuziehen.
"Freut mich zu sehen, wenn meine Schüler mit solchem Elan ans Werk gehen."
Konnte oder wollte er nicht auf die Stichelei eingehen? Isaac schien nicht so wirklich darauf aus, sich wie sonst immer, mit Shana anzulegen. Im Gegenteil, seine Worte waren schon beinahe ausweichend, aber dennoch hielt er das Thema. Derweil hatte Cloud den Hals hoch aufgerichtet, die Ohren nach vorn gestellt und beobachtete den Budjonny Wallach, der sich ein wenig aufspielte. Doch auch die Braune hatte in ihrer Haltung ebenso etwas ruhiges wie ihr Reiter, dass einen vermuten ließ, sie würde innerlich ein wenig über das jüngere Team ihr gegenüber lächeln. Ebenso wie ihr Reiter. Sie beide konnten auf ihre Erfahrung zurückgreifen und wer, wenn nich Cloud und Isaac, wusste besser, dass Übermut selten gut tat?
Als die Schottin auch mit ihrer Bekleidung fertig war, löste sich Isaac schließlkich aus seiner Haltung, überbrückte die letzten Schritte, die sie trennten und stand nun einmal mehr unmittelbar vor ihr, ehe er den Kopf senkte, mit den behandschuhten Fingern sanft ihr Kinn anhob und sich ihre Lippen schließlich berührten. Der Portugiese hatte vorher genau den Stall studiert und wusste daher, dass sich momentan niemand weiter hier in diesem Bereich aufhielt, sodass der Kuss, den er Shana auf die Lippen drückte sanft und neckisch zugleich war. Ein paar Mal fuhr seine Zunge anzüglich über ihre Lippen, bevor er sich wieder von ihr löste, einen letzten Kuss auf ihre Stirn drückte, dann den Helm über seine dunklen Haare schob und seine grauen Augen ein letztes Mal auf den ihren blauen ruhten.
"Viel Glück, kleine Diva. Wenn ich mir nicht selbst die Daumen drücken würde, würde ich jederzeit sofort auf dich setzen."
War ja klar gewesen, dass es so ganz ohne ein wenig Necken nicht ging oder? Da war es auch schon wieder dieses typische Isaac-Grinsen, das Shana anfunkelte, bevor er sich abwandte und mit der Trense und der Fliegenhaube zu Cloud trat, ihr Halfter abmachte, es zwischen die Boxenstäbe klemmte, dann das farblich zur Schabracke abgestimmte Fliegenhäubchen über ihre Ohren striff und sie schließlich aufzäumte. Zuletzt legte er noch die Hufglocken an, dann war auch die Stute fertig, sodass der Portugiese sie vor die Box führte, auf der Stallgasse kurz stehen ließ, die Abschiwtzdecke vom Haken nahm, sie ihr über das Hinterteil warf und sich dann daran machte, nachzugurten und die Bügel einzustellen.
Elegant und schwungvoll, wie man es von ihm gewohnt war, schwang sich der Bereiter in den Sattel, wo Cloud sofort zu tänzeln begann, als sie das Gewicht ihres Reiters auf dem Rücken spürte. Lächelnd beruhigte Isaac die aufgeregte Braune, zeugte dies nur von ihrem Elan, endlich wieder zu Springen, doch loslaufen ließ er sie noch nicht. Offenbar wartete er tatsächlich noch auf seine Schülerin und ihren aufgedrehten Wallach.


{Pferde-Mensch-Beziehung | Shana&Royal | Kuss | Cloud | wartet}
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Shana McCormick
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ALTER : Ich bin mittlerweile schon 23 Jahre alt, doch das heißt nicht, dass ich mich auch unbedingt immer so verhalte.
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AUSBILDUNG : Ich lasse mich zur Bereiterin in der englischen Reitweise ausbilden. Die einzig vernünftige Entscheidung, wenn man sein Leben lang mit jungen Pferden zu tun hatte.

BeitragThema: Re: Boxen   Mo 14 Jul 2014 - 17:54


Sporen anzulegen brachte einem unfreiwillig immer noch ein wenig Zeit, über das Training oder den bevorstehenden, alles entscheidenden Ritt nachzudenken. Doch Shana versuchte dabei einfach nur so schnell wie möglich wieder hochzukommen und die Sporen so anzubringen, dass sie fest saßen und richtig ausgerichtet waren. Sie hatte schon so einige Teilnehmer erlebt, die aufgrund von zu hoch sitzenden Sporen ermahnt wurden. Und das musste sie heute nicht haben, war ihr allerdings auch noch nie passiert. Mit Isaac hatte sie zwar schon die ein oder andere Sporendiskussion geführt, doch er war letztendlich doch nur ihr Ausbilder. Und er zwang ihr seinen Reitstil nicht auf. Beide ihrer Pferde waren es allerdings gewohnt, mit Sporen geritten zu werden. Wenn die Dunkelhaarige mit Sporen ritt, wussten sie, dass es ernst war. Ließ sie sie allerdings weg, so verstanden sie, dass heute nicht groß gearbeitet wurde. So erfüllte auch das wohl – von vielen Halbwissenden - meistgehasste Handwerkszeug des Reiters einen guten Zweck. Und zusätzlich half es ihr unheimlich dabei, die Aufmerksamkeit ihrer beiden Pferde wiederzuerlangen, wenn sie mal abdrifteten, oder ihre Schenkelhilfe zu verdeutlichen, indem sie sie kurz mit dem Sporen antippte.
Auf seine Antwort ließ Shana diesmal keine weitere stichelnde Bemerkung los. Stattdessen schaute sie ihn stumm an, während sie sich den Reithelm aufsetzte und die Handschuhe anzog. Obwohl kein Dreck an ihrem Jackett zu sehen war, strich sie darüber, wie um ein paar verirrte Heufussel abzuwischen. Sie bemerkte seine Bewegung als erstes am Geräusch, das seine Bewegung machte, ehe sie aufsah und ihr Blick sofort die sturmgrauen Augen des Bereiters suchten. Die Augen, die so aufreibend aussahen, beruhigten sie jedoch in diesem Moment mehr als alles andere es je könnte. Bereitwillig hob sie den Kopf und empfing seinen sanften Kuss, der jedoch noch immer von der neckenden und stichelnden Konversation zwischen ihnen geprägt war. Dieser Kuss ließ ihr Herz schneller schlagen und gab ihr ein Gefühl der Heimat. Man sagte immer, Heimat ist dort, wo das Herz ist. Und Shanas meistgeliebte Wesen waren hier, hier auf Heaven Meadows. Isaac, Royal, Phantom und sogar Cloud machten dieses Gut zu ihrem zuhause. Und obwohl sie so sehr im Springen siegen wollte, wäre es auch nicht so schlimm, wenn Isaac und Cloud den Parcours schneller durchreiten würden. Es wäre nicht schlimm, weil es nichts auf der Welt gab, das sie mehr lieben könnte. Sie liebte den Reitsport, sie liebte die Pferde und sie liebte den Londoner, selbst wenn sie noch so weit davon entfernt waren, was zwischen ihnen einst gewesen war.
Sein Kuss hinterließ eine angenehme Wärme auf ihren Lippen, die viel schneller wieder verklungen war, als sie es sich gewünscht hätte. Doch das nahm die Schottin einfach als Zeichen dafür, dass sie nun ihr Pferd weiter fertig machen musste. Als nahm auch sie sich Fliegenhaube und Trense und ging dann zurück zu ihrem Lichtfuchswallach in die Box. Dieser nahm brav den Kopf herunter und kam damit seiner doch recht kleinen Reiterin netterweise entgegen. Routiniert zog sie ihm die Fliegenhaube vorsichtig über die Ohren und trenste dann auf. Als sie alle Riemen befestigt hatte und die Fliegenhaube auch noch einmal an der Trense befestigt hatte, saß Isaac bereits auf Clouds hohem Rücken. Und wartete anscheinend auf sie. Fix schnappte sie sich die Zügel, führte ihren Wallach auf die Stallgasse. Dann lief sie einmal um ihn herum, um die Steigbügel herunter zu machen und noch einmal nachzugurten. Dann setzte sie den Stiefel in den Steigbügel und zog sich, so elegant wie möglich, am Sattel hoch und schwang dann das rechte Bein über den Rücken Royals. Sogleich fand ihr Fuß den Steigbügel und während sie noch ihr Jackett glatt strich und die Zügel ordnete, trieb sie ihn schon vorwärts und vorerst neben Cloud. Bei keinem anderen Pferd hätte sie dies auf der Stallgasse wohl gewagt, doch die Fenster waren allesamt geschlossen und die beiden Pferde kannten sich vermutlich besser, als sie und Isaac. Vielleicht kannten sie einander sogar besser als ihre Besitzer. Und aus einem ungestümen Spiel mit der älteren Stute war für Roy mit den Jahren eine enge Verbundenheit geworden. Seit sie sich wieder gefunden hatten, waren sie auf der Weide kaum einzeln zu holen. Jedenfalls blieb Royal gern einfach stehen und lief Cloud im anderen Falle hinterher.
“Ich wünsche dir auch viel Glück, was natürlich nicht heißt, dass ich nicht mehr glaube, dass ich gewinnen werde.“, nackte sie nun zurück und blickte ihn mit einem frechen Lächeln aus blauen Augen an. Ja, er sah wirklich mal wieder aus, als wollte er modeln, statt ein Turnier reiten. Da konnte man ja fast eifersüchtig werden. An sich fand sie nicht einmal den Hauch von Modelqualitäten – zum Glück wollte sie ja auch eigentlich Bereiterin werden.
Isaac xx Kuss xx Royal xx Aufsteigen xx neben Cloud xx antwortet
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Rebecca McKinley

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ALTER : Ich kann auf 45 Jahre Lebenserfahrung zurückblicken und eben die weitergeben.
HERKUNFT : Die Stadt, die niemals schläft hat mich geprägt, aber nicht zu einer typischen New Yorkerin gemacht.
BERUF : Zusammen mit Lawrence leite ich den Hof als Stellvertretende Hofleiterin, davon abgesehen lehre ich Springreiten.

BeitragThema: Re: Boxen   So 20 Jul 2014 - 11:40

Cf. Springplatz

Im Stall war es verhältnismäßig ruhig, was sich augenblicklich auf Rebecca übertrug. Tief atmete sie den vertrauten Geruch ein, ließ den Blick kurz über die beiden Pferde und deren Reiter gleiten. Über ihre Konkurrenz, wie sie schmunzelnd dachte. Beide Paare gaben ein schönes Bild ab, konzentriert und doch scheinbar ruhig. Sowohl Isaac als auch Shana waren routinierte Reiter, auf Turnierplätzen zu Hause und mit ihren Pferden vertraut. Beinahe schon alte Hasen und dennoch mutmaßte Rebecca, dass ihre Ruhe nicht vollkommen war. Eine gewisse Aufregung bestand immer und auch für sie immer noch. Vielleicht würde sonst das Turnierreiten auch seinen Reiz verlieren, wenn der kämpferische, der leidenschaftliche Teil wegfallen würde. Und dazu gehörte eben auch eine gewisse vorfreudige Anspannung, die die Vierundvierzigjährige immer noch gern auf sich nahm. Mit einem Lächeln trat sie auf die beiden zu, beschloss aber, sich nicht lange hier aufzuhalten. Wizard wollte schließlich noch fertig gemacht und warmgeritten werden.
„Hallo ihr beiden!“, grüßte sie dennoch mit einem strahlenden Lächelnd. „Und viel Glück.“ Für mehr reichte die Zeit einfach nicht.
Becca ließ die anderen hinter sich, machte sich zur Sattelkammer auf, wo sie aus ihrem Spint Wizards „Turnieroutfit“ herausnahm. Das Leder des Sattels und der Trense fühlte sich herrlich vertraut an und verströmte noch ganz leicht de Geruch des Pflegemittels, mit dem sie die Sachen gestern behandelt hatte. Den Putzkasten, die Fliegenhaube und die Gamaschen balancierte sie zusätzlich und sehr vorsichtig auf dem anderen Arm. Darauf, ein zweites Mal durch den halben Stall laufen zu müssen, war sie nicht wirklich erpicht, obwohl es alles andere als geschickt war, laut klapperndes Zeug fallen zu lassen. Doch Rebecca hatte dieses Weg, auf diese Weise beladen, weit mehr als einmal gegangen, sodass sie ohne größeren Schaden zur Box ihres Wallachs kam.
Der helle Fuchs streckte ihr auch sogleich seine schnaubende Nase entgegen, schnobberte zielsicher an der mit Zucker befüllten Tasche. Seine Mähne war noch eingeflochten und scheinbar hatte er ihr sogar den Gefallen getan, sich nicht doch noch hinzulegen. Letzteres hätte sie in seinem Alter auch wirklich überrascht, aber man konnte ja nie wissen.
Leise begrüßte die Reiterin ihr Pferd und machte sich daran, ihn noch einmal auf Hochglanz zu polieren, bevor sie ihn vollends fertig machte. Die Prozedur kannten sie beide schon zur Genüge und die vertrauten Bewegungen und die angenehme Stille im Stall schien ihnen beiden willkommen zu sein. „Dann wollen wir mal wieder, nicht wahr?“, flüsterte sie ihrem Pferd zu, kontrollierte noch einmal den Sitz ihrer eigenen Garderobe und abschließend ihren Blutzucker. Alles in Ordnung, dachte sie erleichtert. Es war lästig, unendlich lästig, durch ein einziges Organ derart gehemmt zu sein. Natürlich war ihr bewusst, dass es schlimmere Krankheiten gab, viel schlimmere. Doch waren die Jahre, in denen man tun und lassen konnte, was immer man wollte noch zu präsent. Was vorbei ist, ist vorbei, sagte sie sich, schüttelte langsam den Kopf und strich Wizard über den goldenen Hals. Jetzt galt es nicht, sich über die Vergangenheit den Kopf zu zerbrechen. Im Augenblick wollte sie nur eines: Springen.
Sich den Helm aufsetzend und die kurze Springgerte unter den Arm geklemmt, führte sie Wizard zum Putzplatz, nutzte einen Vorsprung in der dortigen Wand, um sich besser in den Sattel schwingen zu können, nachdem sie diesen nachgegurtet hatte. Dann verließen sie den Stall Richtung Reitplatz.

Tbc. Reitplatz.


[Ankunft im Stall * Begrüßt Shana und Isaac * Wizard * Abgang]
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BeitragThema: Re: Boxen   Fr 15 Aug 2014 - 15:34

>>Cf “Reitplatz ”

Nach ein paar Runden auf dem Abreiteplatz im Schritt ritt Daniel seinen Wallach schließlich wieder zurück in den Stall. Der Hannoveraner wirkte ausgeglichen und betrachtete die Menschen, an denen sie vorbeiritten nur mit mäßigem Interesse. Ein Ohr war nach vorn, das andere auf seinen Reiter gerichtet, um nichts zu verpassen. Am langen Zügel ritten sie schließlich in die Stallgasse ein und ließ ihn direkt vor seiner Box stehen. Vom Paddock der Nachbarbox kam Isaacs Würtembergerwallach herein und begrüßte seinen Boxennachbarn mit neugierigem Schnauben. Ein leichtes Schmunzeln zeichnete sich auf dem Gesicht des Vielseitigkeitsreiters ab, ehe er sich aus dem Sattel schwang und sich daran machte, seinem Wallach das Equipment abzunehmen. Doch bevor er das tat warf er zuerst einen Blick in dessen Box, in der sein Irish Setter ihn nur müde anblinzelte. Gin hatte sich in einer Ecke der Box auf einem Häufchen Heu zusammengerollt und auf die Rückkehr seines Besitzers gewartet. Doch nun schien es so, als hätte er die Ruhe sichtlich genossen. Mit einem Schulterzucken öffnete Daniel schließlich die Boxentür gerade soviel, dass der Rüde hindurch passen würde und widmete sich dann seinem Wallach, der gerade dazu ansetzten wollte, seine Nase an den Boxengittern zu schubbern.
“Halt! Nicht mit der Trense.“, ermahnte ihn der Dunkelhaarige und zog ihn entschieden vom Gitter zurück. Dann öffnete er routiniert die Riemen, streifte ihm die Trense ab und das Halfter schließlich über. Dieser folgte schließlich auch Sattel, Vorderzeug, Gamaschen und Streichkappen. Bevor er dies alles in die Sattelkammer brachte, legte er seinem Braunen noch eine Abschwitzdecke über und verschwand dann für einen kurzen Moment in der Sattelkammer, um das Zubehör seines Pferdes in dessen Schrank einzuräumen.

Gun xx Stall xx Absatteln etc. xx Sattelkammer xx anspielbar für Darian
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Darian O´Donneil

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ALTER : Mit 35 Jahren zählt man noch nicht zum alten Eisen. Jedoch fühle ich mich manchmal viel älter.
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BERUF : Früher Besitzer einer stolzen Ranch, die mir manchmal fehlt. Heute hüte ich einen Sack Flöhe als Westernlehrer und versuche, ihnen etwas bei zu bringen.

BeitragThema: Re: Boxen   Fr 15 Aug 2014 - 16:58

Als es in der Box gegenüber rappelte hob Sheitona den wohl geformten Kopf und sie schickte ein wiehern zu der Box ihr schräg gegenüber in dem Daniels Pferd Gun Stand. Darian saß vor der Box auf einem ballen Stroh, hatte den Hut tief in die Stirn gezogen, die Beine aus gestreckt und überkreuzt und die Arme vor der Brust verschränkt. Als seine Stute neben ihm den Kopf aus der Box streckte und ein begrüßungswiehern für Gun ausstieß viel er Fast vom Ballen. „Sag mal, du kannst mich doch nicht so erschrecken.“ Basket hob nur kurz den Kopf, ließ sich dann wieder auf die Seite fallen „Und du, Fall mir nicht immer in den Rücken“ meinte Darian. Wäre er ein Pferd hätte er wohl missbilligend geschnaubt doch dem war nicht so und so beließ er es einfach dabei. Die beiden konnten ja nichts dafür, dass er es sich genau im Stall für ein Nickerchen gemütlich machen musste.

Der Cowboy streckte sich und schob den Hut nach oben, eh er sich erhob und sich zu seiner Stute stellte. Er strich ihr über die Nüstern und lauschte den Stallgeräuschen. In der Sattelkammer raschelte und bockelte es, so als würde jemand etwas verstauen. Er hob leicht eine Augenbraue und ging zu der Tür, die zur Sattelkammer führte und lehnte sich gegen den Rahmen. Er sah Daniel an einem der Spinte und verstaute gerade Guns Reitutensilien. „Hey Daniel, brauchst du Hilfe?“ fragend sah er zu Daniel. Auch wenn die beiden noch nicht viel miteinander zu tun hatte, kannte und schätze er seinen Kollegen, der die Vielseitig unterrichte. Er würde sich das nicht zu trauen, aber er hatte mit seiner Westernreitweise genug um die Ohren. Da gab es ja auch so viel, was es zu lehren gab, aber er wollte jetzt nicht wieder mit den Gedanken abschweifen. Die Hände in den Hosentaschen vergraben, beobachtete er Daniel weiter bei seiner Aktion zu.


[Nickerchen | Schreckt hoch | Tony | lehnt in der Tür der Sattelkammer | beobachtete Daniel]
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BeitragThema: Re: Boxen   Fr 15 Aug 2014 - 23:43

PLOT 3
Von Siegern, Stress und Prüfungsangst

Schneller als gedacht, verging der Vormittag mit einem rasanten, packenden Springen, das sicherlich Höhen und Tiefen hatte. Es war ein spannender Wettkampf mit manchmal haarscharfen Entscheidungen und einer Menge Adrenalinkicks - nicht nur für die Reiter auf ihren Pferden.
Der erste Turniertag ist in vollem Gange und scheint schon jetzt ein voller Erfolg für die Heaven Meadows Stables zu sein. Die Starter des Gastgeberstalls konnten allesamt mehr als zufrieden stellende Ergebnisse in der ersten Disziplin des Turniers verzeichnen. Einzig und allein der Sturz von Juliena Grossworth sorgte für einige Schrecksekunden, doch sowohl Pferd, als auch Reiterin scheinen mit einem Schreck davongekommen zu sein. Aufgrund von jeweils einem Abwurf konnten leider weder Lillian Adams noch Callum Moreno die vorderen Plätze belegen, haben mit ihren jungen, unerfahrenen Pferden aber zweifelsfrei eine super Leistung gezeigt. In den zwei höchsten Klassen konnten dann sogar zwei Siege für die HMS eingefahren werden. Der erfahrene Vielseitigkeitslehrer Daniel McHale entschied mit seinem Heart-shaped Gun das Rennen ebenso für sich, wie der erfolgsverwöhnte Isaac Haber auf der alternden Cloud Atlas Sextet. Ebenso zeigten Shana McCormick und Rebecca Lacroix eine fehlerfreie Leistung und konnten sich damit im S-Springen die vorderen Plätze sichern.
Nach der Auswertung des Springens und einer kurzen Siegerehrung mit Ehrenrunde, gab es eine kurze Pause, in der alle einmal durchschnaufen und die Pferde zurück in die Box, oder sogar auf die Weide bringen konnten. Als nächstes steht nun die Dressur auf dem Plan, die ebenfalls nicht gerade wenige Gäste anlockt. Während sich die Springreiter also zurücklehnen und erstmal eine Stärkung brauchen, kommt nun langsam Aufregung bei den Dressurreitern auf und die ersten machen sich daran, die Pferde fertig zu machen, bevor es ins Viereck zum "tanzen" gehen kann.

> Mittwoch, 24. Februar
> Nachmittags, 15.15 Uhr
> sanfter Sonnenschein, ca. 18°

ALLE, DIE AN DER DRESSUR teilnehmen machen nun ihre Pferde fertig und begeben sich auf den Aufwärmplatz(Springplatz); in einer 3/4 Stunde beginnt die Dressur für die ersten HMS-Starter! ALLEN ANDEREN ist es freigestellt wo sie posten, allerdings solltet ihr euch an den natürlichen Turnierflair halten, d.h. startet jetzt keinen Ausritt o.Ä. Nehmt z.B. Plätze auf der Tribüne ein etc.
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Lillian Adams
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ALTER : Die "Kleine" ist schon stolze, mutige 22 Jahre alt - wie die Zeit rast!
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AUSBILDUNG : Lillian hat es zwar schon geschafft, sich als Reiterin in der Branche einen Namen zu machen, doch jetzt will sie auch die Ausbildung zur Vielseitigkeitstrainerin hinter sich bringen.

BeitragThema: Re: Boxen   Sa 23 Aug 2014 - 23:05

Bisher war das Turnier für Lillian wirklich gut gelaufen, etwas anderes zu behaupten, wäre eine fette Lüge gewesen. Gunshot hatte sich heute Morgen wirklich wacker geschlagen - er hatte richtiges Potential, mal einer von den ganz Großen zu werden. Lilly liebte es, wenn sie mit ihren Pferden hier auf dem Hof arbeiten konnte. Denn nicht nur Gunshot wurde besser und besser unter ihrem Sattel, sondern auch ihr anderer vierhufiger Partner schien sich nur noch weiter zu verbessern (oder vielleicht gewöhnten sie sich auch nur endlich aneinander und wuchsen zusammen, begannen, ein Team zu bilden). Apokalypse allerdings war eine ganz andere Geschichte als Gunshot. Gunshot war unerfahren, ein edles Pferd mit Potential, das sich erst noch entwickeln musste. Apokalypse dagegen war ein erfahrener Partner, aber auch ein berechnendes Biest, das genau wusste, was es sich erlauben durfte. Es war ein Abenteuer, den interessant aussehenden Wallach zu reiten, es war eine Herausforderung der anderen Art.
Lilly liebte es. Es war eigentlich keine große Überraschung - immer schon hatte sie die Pferde geritten, mit denen die anderen nicht wirklich klar gekommen waren. Nicht zuletzt lag das sicherlich an Chocolate Lady, die sie, nachdem sie aus der französischen Schönheit endlich ein bisschen Respekt herausgekitzelt hatte, lange Jahre lang verlässlich begleitet hatte. Danach hatte sie unter verschiedenen Trainern immer wieder Pferde geritten, von denen andere sagten, dass sie unzugänglich und schwierig, ja sogar unmöglich zu reiten waren. Sie hatte sogar so eine Art Ruf sich aufgebaut - Lilly Adams war die mit den ungewöhnlichen Pferden, mit der Hand für die außergewöhnlichen Sportpferde. Nicht zuletzt deswegen hatte sich die junge Frau riesig gefreut, als sie erfahren hatte, dass sie mit dem Warmblutwallach arbeiten durfte. Apokalypse war genau die Art Pferd, die sie zu reiten genoss. Es hatte lange gedauert, biss sie begonnen hatte, wirklich mit ihm klar zu kommen, und es war ein ganzes Stück harte Arbeit gewesen.
Aber jetzt waren sie ein Team, und sie waren bereit. Klar, er war immer noch ungezügelt und testete gern mal seine Grenzen aus, aber sie hatte gelernt, ihn zu lesen, zu verstehen. Deswegen traute die Einundzwanzigjährige sich auch zu dem Tigerschecken in die Box, vollgepackt bis oben hin mit Putzzeug, obwohl das Pferd sofort den Kopf hochwarf und die Ohren anlegte. "Ach, hör doch auf zu zicken, Doofkopf", knurrte sie und packte sich Gummistriegel und Kardätsche, um das schwarzweißgraue Fell des Wallachs noch mal zu reinigen - eigentlich war er schon sauber, weil sie ihn heute Morgen bereits kurz besucht hatte. Sie war total unbewegt von seinen Gebärden, denn sie wusste, dass der Wallach nicht an sich bösartig war und das alles nur leere Drohungen warne - ihr gegenüber zumindest inzwischen.
Sie konnte es kaum erwarten, mit Apokalypse in den Ring zu steigen.


{ bei Apokalypse in der Box, putzt ihn }
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BeitragThema: Re: Boxen   Di 26 Aug 2014 - 17:02

An Tagen wie diesen hatte William die schlechte Angewohnheit, sich wie ein totaler Versager zu fühlen. Alle anderen - die Menschen, mit denen er lebte, die ihm Tag für Tag begegneten - ritten auf dem Turnier mit, vertraten ihren Ausbildungsstall, sorgten dafür, dass der gute Ruf der Heaven Meadows Stables noch weiter verbessert wurde. Und William? William tat gar nichts. Er half noch nicht mal irgendwie bei der Turnierplanung, beim Auf- und Abbau oder bei der Organisation, noch nicht mal irgendjemandem beim Fertigmachen oder Abreiten. Nein, er trollte einfach nur irgendwo auf dem Hof rum und musste sich zusammenreißen, nicht komplett zusammenzubrechen.
Er fühlte sich scheiße, um es mal gelinde auszudrücken. Er war nicht gut genug, um an diesem Turnier mitzumachen. Er hatte Angst davor, Parcours zu reiten: die Sprünge waren zu hoch, die Kurven zu eng, die Pferde wurden auf den längeren Galoppstrecken zu schnell. Er war kein Springreiter, so gern er es auch gewesen wäre. Dann hätten seine Eltern zumindest einen Grund, stolz zu sein - denn ihr einziger überlebender Sohn war kein Angsthase. Aber nein, er war Dressurreiter geworden; und dann noch nichtmal ein guter. Er konnte den Hengst, den er von seinem Trainer zugeordnet bekommen hatte, noch nicht richtig bändigen. Lewandje war ein wundervolles Pferd, aber sogar William, dessen Hilfen von allen Seiten als fein bezeichnet wurden, ritt ihn 'zu hart' und deswegen waren sie nicht bereit gewesen, am heutigen Tag in der Dressur anzutreten.
Und selbst wenn William und Lewandje gut genug gewesen wären, würde er vermutlich viel zu viel Schiss vor dem Ritt selbst gehabt haben. William hasste es, bei Turnieren den Augen der Menschen ausgesetzt zu sein, und deswegen hätte er sich wahrscheinlich nicht eingeschrieben, auch, wenn er es gekonnt hätte. Was passiert wäre, wenn er dazu gezwungen gewesen wäre, würde er sich lieber nicht vorstellen wollen: denn dann hätte er alles total vermasselt wegen seinem Lampenfieber und vermutlich wäre ihm der feinfühlige Lippizanerhengst durchgegangen und er wäre in hohem Bogen aus dem Sattel geflogen oder eine ähnliche Eskapade dieser Art.

Um das mal zusammenzufassen: William hasste nicht das Turnier, er hasste sich selbst dafür, dass er zu feige und zu schlecht war, um daran teilzunehmen. Er hatte gar nicht verdient, hier zu sein, wenn man es so sah - er würde nur Schande über die Reitschule bringen. Diese Gedanken hatte er sich, in vereinfachter Form, für immer auf seinem Körper verewigt, in der Mittagspause, während die anderen zum Mittagessen versammelt gewesen waren, in achtzehn unterschiedlich feinen Linien auf seinem Oberarm. Er hatte sich entschuldigt (nicht, dass jemandem sein Fehlen aufgefallen war) und hatte sich in sein Zimmer eingeschlossen, bis die Blutung gestillt war und er sein kleines Geheimnis wieder sicher unter dem langen Ärmel seines Shirts und seiner Sweatjacke verstecken konnte, ohne Gefahr zu laufen, Flecken zu hinterlassen. Bis dahin war das Mittagessen vorbei. Aber das war nicht schlimm. William konnte locker 48 Stunden ohne größere Schwindelanfälle ohne Essen überleben (noch so etwas, das er dieses Wochenende verdient hatte).
Und danach, als es mit dem Turnier weiterging, zog es den jungen Briten dorthin, wohin er immer verschwand, wenn ihm alles zu viel wurde und er nicht mehr richtig atmen konnte: zu seinem Pferd. Seine leisen Bewegungen waren ungehört und unbemerkt, obwohl der Stall reich gefüllt mit Turnierteilnehmern waren. Niemand achtete auf den ganz in schwarz gekleideten Jungen, als er zu seiner Stute in die Box schlüpfte; niemand außer Stella. Die Schimmelstute blickte ihn sofort aus sanften dunklen Augen an und hob ihren langen Kopf, um leicht in Wills Schopf zu prusten - ihre Art, ihn zu begrüßen. Die Spur eines Lächelns huschte über Wills Züge und seine Finger fanden ihren Weg auf das weiche, von Braun gesprenkelte Fell seiner geliebten Wegbegleiterin. Es dauerte nicht lange, bis er sich ein bisschen beruhigte, auch, wenn jetzt langsam der Schmerz in seinem Arm aufflammte. Aber sowohl die Art, wie Stella ihre Stirn an seine Brust drückte, als auch die imaginären Flammen, die seinen Arm hinaufzüngelten, waren warm und bekannt und beruhigend. Die lauten Stimmen in seinem Kopf, die ihn schon den ganzen Tag geplagt hatten - sogar bei seinem kurzen Gespräch mit Mariza -, wurden langsam leiser, und er konnte wieder durchatmen, als er sich schließlich an die Schulter des Warmblutes lehnte und die Augen schloss, seine Hände in Stellas Mähne vergraben.


{ aufgewühlt, bei Stella in der Box }
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Camille Breaker
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ALTER : Ich zähle die Jahre, seit ich auf der Erde wandle, bis jetzt sind es 23 Jahre.
HERKUNFT : Geboren und Aufgewachsen im schönen Long Beach in LA, in den schönen USA.
AUSBILDUNG : Man glaubt es kaum und im Fußball muss man sich gegen ziemlich viele Vorurteile der männlichen Kameraden wehren.

BeitragThema: Re: Boxen   Di 9 Sep 2014 - 12:51

Camille hatte mit bekommen, dass das Springturnier vorbei war und als nächstes die Dressur beginnen würde. Jedoch interessierte sie sich nicht im mindestens für dieses ganze Getue. Ihr war es egal wer auf dem ersten und wer auf dem letzten Platz landen würde. Für sie war ein Pferd ein Freund und ein Begleiter fürs Leben und so behandelte sie auch ihr Pflegepferd Gold. Sie war nicht darauf aus an Turnieren oder der gleichen Teil zu nehmen wo alles so Steif und gezwungen ab lief. Sie liebte die Freiheit so zu reiten wie es ihr Gefiel und sie brauchte kein Turnier das ihr sagte, dass sie keine perfekte Reiterin war. Sie hatte sich ja eh dem Fußball verschrieben und das reiten war mehr ein Hobby von ihr.

So in ihre eigenen Gedanken verstrickt, führte ihre Beine sie in die Box der Stuten und Wallache. Ein leichtes lächeln umspielte ihre Lippen, als sie durch das Tor trat. Gold war das erste Pferd auf der linken Seite und er streckte so gleich den Kopf aus seiner Box als er Mille witterte und ein schnauben verließ die Nüstern des Wallachs. „Hey großer, na alles klar“ meinte sie, während sie auf ihn zu trat und ihm dann über den Nüstern strich und ihm ein Leckerbissen unter die Nase hielt, welches er so gleich Fraß und dann ein wiehern und ein zufriedenes schnauben ausstieß. Sie schmiegte das Gesicht an die Kühle zwischen Kopf und Hals und strich ihm weiter über die weichen Nüstern. Er schnaubte und brummelte leicht als wollte er ihr von seinem Tag erzählen. Ein leichtes lächeln umspielte ihre Lippen und auch wenn es in der Stallgasse zuging wie in einem Bienenschwarm, so blendete sie dies alles aus und genoss die Wärme von Gold´s Fell und das Schlagens seines Herzens.

Sie wusste nicht wie lange sie so da stand, doch aus dem Augenwinkel nahm sie eine in schwarz gekleidete Person war, die an dem treiben vorbei schlüpfte und in den Trakt der Privatpferde ging. Es war ein junger Mann, doch niemand schien ihn zu bemerken, doch so wie es aussah, war ihm dies auch ganz recht. Eigentlich ging es Camille ja nichts an und so wie es schien wollte er eher alleine sein, doch so wie sie nun einmal war, konnte sie es nicht lassen. „Entschuldige mich süßer, ich komm später nochmal“ meinte sie und Klopfte ihm kurz den Hals um dann dem jungen Mann zu folgen. Auf der Box mit der Aufschrift Stella blieb sie stehen, da er in dieser Box verschwunden war. Leichter Atem drang aus der Box und auch wenn sie eigentlich nicht stören wollte Klopfte sie leicht gegen das Holz der Box. „Entschuldigung wenn ich vielleicht Störe, aber du scheinst einen miesen Tag zu haben und ich dachte, vielleicht könntest du jemanden zum reden oder etwas Aufmunterung vertragen.“ Meinte sie mit einem leichten lächeln auf ihren freundlichen Zügen „Wenn nicht, kann ich auch einfach wieder verschwinden“ fügte sie dann noch an. Sie wusste nicht, ob er nicht doch lieber alleine sein wollte und sie wollte ja nicht aufdringlich sein. Aber manchmal half es ja, sich von jemandem aufmuntern zu lassen. Wie auch immer er sich entscheiden würde, sie würde damit umgehen können.


[In Gedanken zum Stall | bei Gold | folgt William und spricht diesen an]
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BeitragThema: Re: Boxen   Sa 13 Sep 2014 - 21:47

Es war imer schon so, dass William sich zu den Pferden gerettet hatte, wenn es ihm schlecht gegangen war. Als die Kinder in der Grundschule ihn gehänselt hatten, war er nachmittags in den Stall gelaufen und hatte sich stundenlang um sein Pony gekümmert, bis die Tränen auf seinem Gesicht schon lange getrocknet und verschwunden waren. Als sein Bruder gestorben war, hatte er Tage bei Stella verbracht, ob im Stall, auf der Wiese oder auf ihrem Rücken. Ja, auch damals war die Schimmelstute schon bei ihm gewesen, auch wenn sie damals noch grauer gewesen war und sie ihm kaum ein paar Monate gehört hatte. Als seine Eltern ihn angeschnauzt hatten und er ihnen endlich entkommen war, hatte er sich in den Stall geflüchtet, um dort seine Kraft wiederzugewinnen.
Will wusste nicht, wie es war, wenn Menschen sich um einen sorgten. Er wurde ja kaum bemerkt, und wenn doch, dann behandelten sie ihn lieber wie einen Freak, weil er schwarze Klamotten trug, nicht redete und so viele Narben zu verstecken hatten, als dass sie auf ihn achtgaben und sich um ihn kümmerten. Gut, das hatte sich hier schon verbessert. Zum Beispiel hatte er sich ja ein wenig Patrick zugewandt, nach diesem zutiefst peinlichen Treffen vor einigen Wochen, als William ihm Tee übergekippt hatte, weil er ein tollpatschiger Vollpfosten war. Und auf der Heaven Meadows waren die Leute generell freundlicher als in seiner Heimat; vermutlich, weil sie seine Geschichte nicht kannten. Aber er war immer schon allein gewesen, und auch hier musste er allein klar kommen.
Deswegen war er auch immer noch hauptsächlich im Stall, bei Stella, oder jetzt auch bei Lewandje. So gefiel es ihm nicht, dass die Anlage mit Aufregung zu summen schien. Er konnte keine ruhige Minute kriegen hier, und er wusste, wenn er nicht bald irgendwie zu sich zurückfand, würde er wieder einmal zu dem Ausweg greifen, mit dem er diese gefährliche Hassliebe führte. Das wollte er nicht. Er wollte seine Eltern nicht noch mehr enttäuschen als er es eh schon getan hatte. Und so vergrub der Vierundzwanzigjährige sein Gesicht in der Mähne der Stute, an die er sich inzwischen mit seinem gesamten Gewicht lehnte. Stella stand nur geduldig da, stupste ihn ein wenig an, bevor sie sich ein wenig Heu aus dem Heunetz klaubte, und langsam darauf herumzukauen begann.

William hatte seinen Puls gerade ein wenig beruhigt, als ein Klopfen an der Tür ihn aus seiner Starre riss. Erschrocken fuhr der Braunhaarige herum, und seine weit aufgerissenen braunen Augen erinnerten an die Augen eines Rehs im Scheinwerferlicht des Autos, das das Letzte sein würde, was es sah. Vor der Boxentür seines geliebten Pferdes stand eine junge Frau, mit welligem, braunem Haar und einem leichten Lächeln auf den hübschen Zügen. Sie war attraktiv, wirklich, das sah sogar er, und er fand eigentlich eher weniger Gefallen an Mitgliedern des anderen Geschlechts. Für eine Sekunde starrte er sie einfach nur vollkommen überrascht an, bevor ihm klar wurde, dass sie mit ihm gesprochen hatte.
Sie hatte ihm eine Frage gestellt. Und er hatte nicht geantwortet.
Dummer, verkorkster William.
"I-Ich, äh", stotterte er dann also in dem verzweifelten Versuch, die Situation zu retten, die seiner Meinung nach schon in die Hose gegangen war. Seine Wangen wurden einmal mehr von einer Rötung überzogen, und er schaffte es nicht, der jungen Frau, die er schon öfter auf der Heaven Meadows gesehen hatte - sie musste eine weitere Bewohnerin des Hofes sein -, weiter anzusehen. "E-Eigentlich, uh .. a-alles gut." Natürlich war es eine Lüge, das dürfte sogar dieser Fremden auffallen. Aber Will wusste nicht, wie es war, einem Menschen so weit zu vertrauen, dass er ehrlich zugeben konnte, dass es ihm beschissen ging, und das schon seit einer so langen Weile, dass er vergessen hatte, wie es ging, die Sache mit dem Glücklichsein. Das letzte Mal, als er das zugegeben hatte, war er nur noch mehr verletzt worden.
Erst, als die Worte seine Lippen verlassen hatten, trotz der fehlenden Struktur getränkt von seinem rollenden englischen Akzent, fiel ihm auf, wie unfreundlich er gewesen war. Sie hatte ihm gesagt, dass sie wieder gehen konnte, wenn er nicht reden wollte. Es war zwar so, dass William am Liebsten allein sein wollte; aber er war dazu erzogen worden, höflich zu sein, und das bedeutete, dass er sich jetzt zumindest fürs Erste mit ihr auseinandersetzen musste. Es gehörte nicht zum guten Ton, die Gesellschaft eines Menschen abzulehnen. Und so wurde William noch röter und begann sogar, mit dem Saum seines Bandshirts rumzuspielen, während er ihr einen schnellen Blick zuwarf.
"A-aber du musst n-nicht gehen. I-ich meine - eh - also -" Schließlich unterbrach William seinen Wortschwall selbst, den er viel zu schnell seinen Schuhen entgegengeschmissen hatte.
Und wieder hatte er sich heillos blamiert. Prima. Wirklich super gemacht.


{ bei Stella | wird von CAMILLE angequatscht | stottert sich was zurecht }
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Camille Breaker
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BeitragThema: Re: Boxen   So 14 Sep 2014 - 0:17

Camille wusste, wie viele Menschen von Vorurteilen belastet waren und sich nie auf etwas Neues einlassen konnte. Menschen, die grundsätzlich das Schlechte in einem Menschen sahen und die einen von oben herab behandelten ohne die Geschichte hinter dem Menschen zu kennen. Camille gehörte nicht zu jenen Menschen. Sie war wie ein Kind, zumeist unbeschwert und unschuldig und ohne ein Urteil über Menschen ab zu geben. Auch wenn es manchmal vielleicht etwas gespielt wirkt, so versucht sie doch jedem Menschen frei von Vorurteilen gegenüber zu treten und bis jetzt hatte sie damit auch keinerlei Probleme gehabt. Denn sie wusste aus eigener Erfahrung, dass jeder Mensch sein Päckchen zu tragen hatte. Den jungen Mann vor sich hatte sie nur ein paar mal am Rande wahr gekommen und das schienen auch die anderen Bewohner des Hofes so zu handhaben, auch wenn sie nicht wusste, woher dies rührte. Sicher er trug nur schwarz und war in sich selbst zurückgezogen aber das war doch noch lange kein Grund ihn zu meiden. Zumindest sah Camille dies so. Sie Atmete einmal tief durch und als sie seine Stimme vernahm, verstummten die kreisenden Gedanken in ihrem Kopf. Sein Gesicht war Feuerrot, schien sich zu schämen, wofür konnte sie jedoch nicht sagen. Als er meinte das bei ihm alles gut sah, hob sie eine ihrer Augenbrauen „Das glaub ich dir zwar nicht ganz, aber das ist schon okay“ meinte sie mit einem leichten lächeln auf den Lippen und hörte seinem Gestammel weiter zu, irgendwie war es ja auch süß. Auch wenn ihm die ganze Situation Unbehagen bereitete und er wahrscheinlich lieber seine ruhe gehabt hätte, schickte er sie doch nicht fort, was ihr gefiel und es machte ihn sympathisch.

„Ich bin Camille und wie ich auf diesem Schild hier lesen kann, ist die hübsche Hinter dir Stella“ meinte Camille in ruhigem Ton und sah den jungen Mann vor sich an „Jedoch weiß ich leider nicht, wer du bist“ meinte sie, wobei sie damit nur heraus finden wollte, wie er hieß. Immer noch lag ein leichtes und freundliches Lächeln auf ihren Lippen. Sie wollte ihn nicht bedrängen und schon gar nicht seine Lebensgeschichte erfahren. Sie wollte nur etwas Small Talk betreiben und wenn es ihm zu viel wurde, konnte er sie immer noch weg schicken. Wobei man ja nie wissen konnte, welche Erziehung der gegenüber genossen hatte und man nur nicht weg geschickt wird, weil es der gute Ton so gebot. „Es ist wirklich in Ordnung wenn du alleine sein will“ meinte sie dann noch Mals. Für sie war es nicht schlimm, wenn sie weg geschickt wird, wenn man alleine sein will. Manchmal brauchte man einfach etwas Zeit für sich ohne dass man von irgendjemand doof von der Seite an gequatscht wird. Ihre Hände wanderten in die Taschen ihrer Röhrenjeans und so verharrte sie, was der junge Mann vor ihr tun, wie er reagieren würde


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