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 Boxen

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AutorNachricht
Luke Colins
1. Lehrjahr
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BEITRÄGE : 88
ALTER : Ich bin noch junge 24 Jahre alt
HERKUNFT : Durch und durch ein Amerikaner
AUSBILDUNG : Ich bin der Capitan des Fußballteams der HMS

BeitragThema: Re: Boxen   Fr 9 Okt 2015 - 22:05

Geändert, aber spielt der dann auch nicht in der Mannschaft??
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Leonardo Fabbri
Admin
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BEITRÄGE : 859
ALTER : IN DER BLÜTE DES LEBENS IST MAN DOCH MIT 24
HERKUNFT : DIE MENSCHHEIT HAT NUR EINEN URSPRUNG, DAS IST KLAR. DER LIEGT IN ROM AUCH DAS IST WAHR.
BERUF : VON UNTEN NACH GANZ OBEN: ALS PROFIFUSSBALLER LÄSST ES SICH DURCHAUS LEBEN.

BeitragThema: Re: Boxen   Fr 9 Okt 2015 - 22:15

Nope, der vegetiert so nebenbei vor sich hin^^ Ne, er spielt ja in der Profimannschaft von Francisco und ist nur aufgrund einer Verletzung zu "Zwangurlaub" auf den HMS verurteilt worden, um sich zu regenerieren. Er trainiert meistens unmittelbar nach den Azubis, aber eigentlich nicht mit ihnen zusammen. Für viele ist er halt ein Vorbild bzw das große Idol. Manchmal lässt es sich halt nicht vermeiden, dass auch ein paar Azubis für sich außerhalb des trainings trainieren, dann macht er natürlich keinen Rückzieher vor denen, aber er spielt nicht mit der Azubimannschaft. Da wäre das Leistungsgefälle ja auch etwas zu krass. Zumal er aktuell ohnehin nur leichtes Aufbautraining macht Wink Aber ich denke Luke wird ihn trotzdem kennen, wenn er sich mit Fußball befasst ;D
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Eric Brody

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BEITRÄGE : 106
ALTER : 34 Jahre alt
Geburtstag: 7.9.
HERKUNFT : USA; Chicago
BERUF : Stallmeister

BeitragThema: Re: Boxen   So 11 Okt 2015 - 23:53

In der ruhigen Mittagszeit war Eric in die Stadt gefahren und hatte dort ein paar Besorgungen erledigt. Denn so kurz nach dem Mittagessen lag ohnehin nichts an, was noch im Stall getan werden musste. Erst am frühen Abend, wenn die Pferde für die Nacht hereingeholt und noch einmal gefüttert wurden, gab es wieder etwas zu tun.
Da der Wetterbericht für den späteren Tagesverlauf ein Gewitter angekündigt hatte, wich Eric von seinem eigentlichen Tagesplan ab. Sonst drehte er mit Jewel in den Nachmittagsstunden eine kleine Runde von etwa fünfzehn Minuten und abends eine größere Runde von meist einer halben Stunde. Heute jedoch dehnte er den Nachmittagsspaziergang auf eine dreiviertel Stunde aus.
Pünktlich zu seinem Nachmittagsrundgang durch die Stallungen, den er sich in den letzten Wochen angewöhnt hatte, betraten Eric und Jewel den Hengststall. Ein Großteil der Boxen war gerade verlassen und die verbliebenen Pferde verhielten sich ruhig. Weshalb Eric auch keinen Grund sah, sich länger bei den Hengsten aufzuhalten.
Er verließ den Stall wieder durch den Haupteingang und warf einen skeptischen Blick gen Himmel. So spät am Abend, wie die kleine Wetterfee behauptet hatte, würde das Gewitter wohl doch nicht über die Region hinweg rollen.
Dicht gefolgt von Jewel lief Eric nun zwischen den beiden Stalltrakten hindurch und betrat den Wallach- und Stutenstall durch den Seiteneingang. Das hatte den Vorteil, dass er zwischen dem Verlassen des ersten und dem Betreten des zweiten Stalls noch schnell Eine rauchen konnte. Denn im Stall käme Eric nie auf die Idee, sich eine seiner heißgeliebten Luckies anzustecken. Eine Disziplin, die er außerhalb des Stalls irgendwie nie an den Tag legen konnte.
Wie schon im Hengststall waren hier die meisten Boxenbewohner unterwegs; entweder unter dem Sattel oder eben auf der Weide. Allerdings standen hier zwei der verbliebenen Pferde angebunden in der Stallgasse. Die Diva höchstpersönlich – Oxygen, die Isaac Haber gehörte – und beinahe genau gegenüber Bacardi. Während Eric mit Isaac zwangsläufig mehr zu tun hatte, kannte er Luke größtenteils vom Sehen.
Da Jewel offenbar zu spüren schien, dass sich ihr „Chef“ erst einmal nicht mehr aus dem Stall wegbewegen würde, suchte sie sich in einigem Abstand zu den Pferden ein Plätzchen am Rande der Stallgasse und kringelte sich dort auf dem Boden zusammen. Aus den Augen ließ sie Eric deshalb jedoch nicht.
Der wiederum beobachtete einen Moment lang Luke, wie der mit seinem Pferd umging, bevor er schließlich näher heranging. Die schwarze Stute genoss die ausgiebige Fellpflege, die Luke ihr gerade zuteil werden ließ und spielte immer wieder mit den Ohren in seine Richtung. Dabei ließ sie sich nicht einmal im Geringsten von Oxygen aus der Ruhe bringen, die gerade … na ja, eben Oxygen war.
Langsam trat Eric näher und Bacardi spitzte kurz die Ohren in seine Richtung. Doch im Großen und Ganzen konzentrierte sie sich auf Luke.
„Hey Luke! Na, was hast du mit deinem Mädel vor?“
Eric streckte die Hand aus und strich der schwarzen Stute über die weiche Nase; was die natürlich gleich als Gelegenheit auffasste, Eric nach Leckerlis zu durchsuchen. Lachend wehrte er die Stute ab.
„Wenn ich ja nicht selber fürs Füttern zuständig wäre, würde ich glatt behaupten, sie bekommt zu wenig Futter.“
Eric lachte kurz und klopfte der Schwarzen den Hals.
„Ich hab aber nur Hundeleckerchen in der Tasche, Süße. Und die wirst du nicht mögen – immerhin sollen die nach Hühnchen schmecken.“
Draußen war das erste entfernte Donnergrollen zu hören und Eric trat näher an eine der Boxenwände heran, um einen Blick nach draußen in Richtung Himmel werfen zu können. Das was er da sah, gefiel ihm nicht. Da Gewitter zog viel zu schnell auf die HMS zu. Und noch waren einige Pferde draußen auf den Weiden.
„Raus solltest du allerdings besser nicht mehr mit ihr. Das Gewitter da kommt ziemlich schnell näher. Traust du dir zu, fremde Pferde reinzuholen? Wenn das gleich richtig losgeht, können wir jede helfende Hand gebrauchen.“
„Haber!“
Eric ging auf den Bereiter zu, der noch jemanden bei sich stehen hatte. Vielleicht einen seiner Azubis; denn so ganz konnte Eric die Gesichter der Schüler-Lehrer-Paare noch nicht miteinander verbinden.
„Stell Oxygen zuerst mal zurück in die Box. Wir gehen die Pferde reinholen. Ungefähr drei Viertel vom Bestand sind noch draußen. Und wenn mich nicht alles täuscht, kriegen wir das Gewitter voll ab.“
Eric wies mit einer Hand nach draußen und wie um seine Worte zu untermalen, donnerte es heftig und ein Blitz erhellte die Oberlichter.
„Ich...“, setzte Eric an, drehte sich dann jedoch auf dem Absatz um. War das ... [/i]Hufgeklapper[/i]? An sich ja nicht ungewöhnlich auf dem Gelände des Stalls; aber diese Laute näherten sich zu schnell. Viel zu schnell. Was zum... Eric ging die Stallgasse entlang und stand etwa in der Mitte, als der Verursacher der Laute im Eingang auftauchte.
Es war Charming Boy.
Der goldfarbene Wallach flog regelrecht in den Stall hinein und blieb dort mit weit aufgerissenen Nüstern und bebenden Flanken stehen.
„Schon gut mein Junge. Du bist ja jetzt in Sicherheit. Du bist zu Hause.“
Eric lockte mit tiefer, dunkler Stimme und näherte sich langsam dem verängstigten Achal Tekkiner. An dessen Halfter war ein Strick befestigt und Eric überlegte einen Moment lang, ob nun nach einem Verletzten zu suchen war; oder ob sich die Wege von Mensch und Tier schon an der Koppel getrennt hatten.
„Alles ist gut. Komm, wir gehen zusammen in deine Box!“
Eric hatte Charming erreicht und griff nach dem Strick – was den Wallach zunächst den Kopf hochreißen ließ. Nachdem sich Eric einfach einen Moment lang ruhig verhalten hatte, ließ sich Charming in seine Box führen, wo Eric ihm das Halfter auszog und es vor der Box an den Haken hing. Sicher verschloss er die Boxentür und wandte sich an die jungen Männer in der Stallgasse.
„Luke, Noah, ihr verschließt die Türen von den Boxen zu den Paddocks. Die Tore von den Stallungen zur Reithalle ebenfalls. Das Letzte, das wir gebrauchen können, ist ein Pferd, das durch die Stallgasse rennt und in der Halle eingefangen werden muss.“
Eric sprach ohne Hektik; jedoch war dem Stallmeister deutlich anzuhören, dass er nun keinen Aufschub duldete. Wenn sich das Gewitter noch schneller zusammenzog, war es schon über ihnen, wenn sie die Pferde noch nicht alle wieder im Trockenen hatten.
Eric rief Jewel zu sich und brachte sie in eine der vorderen Boxen und verschloss die Tür. Ein Pferd in Panik konnte schon für einen Menschen gefährlich werden; für einen Hund war eine solche Begegnung potentiell tödlich.
Eric sammelte alles an Stricken zusammen, dessen er habhaft werden konnte und trat anschließend nach draußen. Es hatte zu regnen begonnen. Na großartig. Da musste man zusätzlich noch aufpassen, nicht im Schlamm zu landen.
Draußen kamen Eric zwei Leute entgegen, die sich bei genauerem Betrachten als Mai-Lin und Damian entpuppten. Während die junge Frau Abraxxas und Herbsttänzer führte, war Damian ohne Pferd – dafür aber voller Matsch. Was dann auch bei Eric ein beruhigtes Gefühl hinterließ. Denn Dann musste Damian Charming geführt haben; es war also niemand verletzt, den sie auch noch suchen mussten.
Eric trat der jungen Frau entgegen und streckte die Hand aus.
„Gib mir Braxx. Dann kannst du deinen Herby wegstellen.“
Mai-Lin sah angespannt aus und ein wenig verkrampft; aber sie hatte die Sache bis zum Ende durchgezogen und zwei Pferde durch das Gewitter sicher nach Hause gebracht.
„Gut gemacht.“, lobte er die junge Frau, bevor er sich dem Anglo-Araber zuwandte um ihn in seine Box zu bringen.
Braxxi war sicher verstaut; also ging Eric zu Damian in die Sattelkammer, wo dieser sich gerade notdürftig säuberte.
„Hast du dir was getan? Mal vom angeknacksten Stolz abgesehen – welcher Mann legt sich schon gerne in weiblicher Begleitung in den Dreck?“
Eric betrachtete Damians Hand eingehend und wies dann in Richtung Verbandskasten.
„Mach dir was drauf. Ich verbind dir das später. Kannst du die Hand noch benutzen? Es stehen immer noch einige Pferde draußen, die rein müssen. Meinst du, Mai-Lin schafft noch ne zweite oder dritte Runde? Dann wären wir zu sechst.“


(betritt den Stall / unterhält sich mit Luke / Gewitter / Anweisung an Isaac, Oxygen zurückzustellen / fängt Charming Boy ein / Anweisungen über Vorgehensweise /
geht nach draußen / nimmt Mai-Lin Abraxxas ab / Gespräch mit Damian)
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Mai-Lin Cheng
2. Lehrjahr
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ALTER : 23 Jahre jung
HERKUNFT : Auch wenn man es mir nicht direkt ansieht, so bin ich doch Amerikanerin, geboren in der Stadt der Stars und Sternchen, L.A..
AUSBILDUNG : In eineinhalb Jahren werde ich professionelle Vielseitigkeitsreiterin sein.

BeitragThema: Re: Boxen   Mo 12 Okt 2015 - 13:22

Es war zum Verzweifeln! Entsetzt sah Mai-Lin, wie sich Damian vom Boden aufrappelte. Schlamm und Dreck klebten an den wohlgeformten Wangen und der Kleidung. Auf seinem Gesicht konnte sie die unterdrückten Flüche noch lesen. Sie selbst stand stocksteif da, die Hände so fest um die Führstricke geschlossen, dass ihre Knöchel sicherlich weiß hervortraten. Ihre ganze Haltung war verkrampft, die Muskeln zum Zerreißen angespannt, während es in ihrem Kopf ratterte, ohne dass ein Ergebnis zustande zu bringen war. Sie musste Charming hinterher – wo auch immer er hingelaufen war. Wenn ihm etwas passiert war! Daran durfte sie einmal denken! Überall auf dem Hof liefen inzwischen Menschen hin und her, irgendjemand würde den nervösen Wallach in Empfang genommen haben, er würde sich nichts getan haben. Klar und du glaubst wahrscheinlich auch, dass du gleich aufwachst!, meldete sich eine gartsige Stimme in ihrem Kopf zu Worte und füllte ihn mit anderen Bildern, wie ein reißender Fluss. Rutschiger Boden, stauchelnde Pferdebeine. Sie hätte schreien können! Wie hatte sich dieser Tag nur so schnell in eine Katastrophe verwandeln können, wo er so harmlos und normal begonnen hatte?! Wie war das nur möglich?
Sie sah Damian auf sich zukommen, versuchte wenigstens einen Teil Würde zu behalten und sich nicht anmerken zu lassen, dass sie kurz vorm Verzweifeln war. Wie wenig sie mit der Situation zurecht kam und wie groß ihre Sorge war. Ihre Kleidung klebte an ihrem Körper, die Haare hingen ihr strähnig ins Gesicht und ein Rinnsal aus Wasser rann zwischen ihren Schulterblättern hindurch.
„Wie kannst du so ruhig bleiben?“, flüsterte sie, als Damian ihr Anweisungen gab, doch sie war sich nicht sicher, ob er sie überhaupt verstanden hatte. Es machte nichts. Gerade war eigentlich alles egal. Sie begann zu zittern und versuchte es zu verbergen, indem sie sich von den Pferdeleibern abschirmen ließ. Abraxxas tänzelte leicht und auch Herbys Nüstern waren gebläht. Die beiden mussten in die Boxen, dann müssten sie Charming suchen gehen.
Sanft berührte sie Herbys Hals, strich ihm darüber. Alles würde gut gehen. Ganz bestimmt. Trotzdem sah sie Damian nicht an, als sie die helle Stallung betraten. Die Geräusche des Gewitters wurden gedämpft, obwohl auch hier zu spüren war, dass die Stimmung angespannter als am Vormittag war. Die Hufe der beiden Schwarzen klapperten über den Boden, als Maili den Stallmeister erkannte, der sie aufforderte ihr Damians Wallach zu übergeben. Wortlos drückte sie ihm den Strick in die Hand, aus Angst, dass ihre Stimme vor Anspannung brechen würde und sie sich lächerlich machen würde. Auf das Gut gemacht hätte sie beinahe amüsiert geschnaubt. Gut? Was bitte war an der Situation denn gut? Trotzdem hob sie irgendwie die Mundwinkel, schluckte einen bissigen Kommentar herunter. Brody mochte nur ein Zuarbeiter mit Verantwortung sein, aber gerade hatte er es dann doch nicht verdient, dass sie ihre Stimmung an ihm ausließ. Sie stiefelte also an ihm vorbei und führte Herby in seine Box, nahm ihm das Halfter ab und streichelte ihm über die weiße Flocke auf der Stirn, die ebenso nass war wie sie selbst. Er bräuchte eine Decke, oder? Sie fühlte sich hilflos und auf einem auch ahnungslos. Die Anspannung verhinderte, dass sie nur einen klaren Gedanken fassen konnte.
Mai-Lin verließ die Box wieder und blickte sich in der Stallgasse um – und tatsächlich erkannte sie einen durchnässten Falbenkopf auf der anderen Seite!
Tränen schossen in ihre Augen, als sie auf ihr Pflegepferd zuging. Gott sei Dank. Verstohlen zog sie sich die Handschuhe von den Händen und wischte sich übers Gesicht. Damian und der Stallmeister standen bereits bei ihm und gerade vor dem Mann mit dem Vollbart wollte sie sich keine Blöße geben. Ein Lächeln gelang ihr dennoch nicht.
„Zum Glück!“, brachte sie hervor, bevor sie sich an Eric wandte: „Danke, dass Sie ihn in die Box gebracht haben.“ Wahrscheinlich war das der längste Satz, den sie mit dem Stallmeister bisher gewechselt hatte. Und der freundlichste und ehrlichste. Vorsichtig streckte sie die Hand nach Charming Boy aus, fuhr ihm über die Nüstern. Noch zitterte er, aber offenbar war er unverletzt, was der Schwarzhaarigen dann doch ein Lächeln entlockte.
Dieses legte sich jedoch gleich wieder, als sie sah, wie Damian sich abwandte und zusammen mit Brody in die Sattelkammer marschierte. Einen Moment lang sah sie ihm nach, wandte sich dann jedoch mit einer letzten Streicheleinheit von Charming ab und eilte ihnen nach. Nur, um Decken für den Falben und Herbsttänzer zu holen, natürlich. Es hatte nichts damit zu tun, dass sie mit Damian sprechen wollte, ohne zu wissen, was sie sagen sollte. Gab es die richtigen Worte für die aktuelle Situation überhaupt? Wenn sie ehrlich wäre, würde sie ihm sagen, wie leid es ihr tat, wie der Abend ausgegangen war. Und dass sie es verstehen könnte, dass er nicht mehr mit ihr trainieren wollte und sie vielleicht auch nicht wiedersehen wollte. Auch wenn ihr der Gedanke den Magen erneut zusammenzog.
Leise trat sie in den Raum, verzog das Gesicht wegen der Pfütze, die sich unter ihr zu bilden begann. Dann jedoch wandte sie den Blick zu Brody und Damian und sah, wie letzterer sich den Schlamm aus dem Gesicht wusch. Leise ging sie zu den Schränken von Herby und Charming, suchte deren Decken heraus. Solange der Stallmeister anwesend war, konnte sie nicht mit Damian reden und gerade jetzt, als sie die Decken auf den großen Tisch legte, um nach einer Weste zu suchen, die sich sicherlich in Herbys oder Alkestis' Schrank verbarg, überlegte sie, ob sie ihm überhaupt etwas sagen sollte. Der Gedanke, wie ritterlich es von ihm gewesen war, mischte sich penetrant unter den, dass ihr Charming durchgegangen wäre – und das schon bei den Koppeln.
Erst Brodys letzte Frage an Damian riss sie aus ihren Gedanken. „Meinst du, Mai-Lin schafft noch ne zweite oder dritte Runde? Dann wären wir zu sechst.“
Sie straffte die Schultern und räusperte sich leise. Eigentlich gab es dafür Stallburschen. Trotzdem würde sie sich jetzt nicht sagen lassen, was sie konnte und was nicht! „Ja, das wird kein Problem sein“, antwortete sie spitzer als beabsichtigt. Ehe Damian etwas Gegenteiliges behaupten konnte, drehte sie sich um, packte die Abschwitzdecken und beeilte sich, die Sattelkammer wieder zu verlassen.


[cf. Stuten- und Wallachkoppeln | in Stall | Begegnung mit Eric | Übergabe Abraxxas' an ihn | Herby in Box | Charming | Sattelkammer | wieder hinaus]
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Damian Masen

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BERUF : Pferdetrainer

BeitragThema: Re: Boxen   Mo 12 Okt 2015 - 21:06

Nachdem Damian sich den gröbsten Dreck aus dem Gesicht gewaschen hatte, ging er zu Abraxxas Spint und holte sich daraus ein handtuch und trocknete sich notdürftig ab. Nass werden würde er eh gleich wieder.
"Geht schon!", meinte er auf die Frage seines Chefs und besah sich seine Hand erneut, ehe er nach Handschuhen griff. Nochmal wollte er keinen Strick durch die Hände gezogen bekommen, ohne Schutz.
Auf den anderen Kommentar wegen der Blöße ging er nicht ein. Er war gerade nicht in der Stimmung zu scherzen und dazu lag lieber er im Dreck wie das er Maili im Dreck liegen sah.
Aus den Augenwinkeln bemerkte er Mai-Lin, die die Sattelkammer betrat, Decken für die Pferde raus suchte und sah dann seinen Chef wieder an, als dieser eine Frage an ihn richtete. Ehe er jedoch antworten konnte, hatte Maili dies schon getan und war wieder aus der Sattelkammer verschwunden.
"Tja... du hast sie gehört!"; grinste er und verließ mit seinem Chef ebenfalls die Sattelkammer.
Luke und Noha waren bereits dabei die Paddocks zu schließen und auch die Tür zur Halle war verschlossen.
"Gut, dann holen wir die restlichen Tierchen mal rein!"; seufzte Damian, ehe er Brody zwei Stricke abnahm und wieder raus in den Regen trat.
Einskalt rann das Wasser ihm inzwischen über den Körper und er sehnte sich nach einer heißen Dusche. An den Koppeln angekommen drängten sich die Pferde bereits am Gatter und ohne zu schauen griff er nach den ersten beiden Tieren, hackte die Stricke in die Halfter ein und brachte die Pferde ins Trockene.
Da inzwischen auch einige andere zum helfen kamen, ging dies recht schnell von Statten und es dauerte nicht lange, bis alle Pferde im trockenen waren... alle bis auf zwei!
"Elvis und Butterfly fehlen!", stellte Damian fest und sah sich um, gesprochen hatte er mehr mit sich selbst. Die Stute des Hofleiters war nicht auf der Koppel zu finden und ihr Besitzer war auch nirgends zu sehen.
"Na hoffentlich sind die nicht im Wald unterwegs...!", murmelte er mit einem Blick nach draußen. Der Regen wurde stärker und immer öfter war ein Donnern zu hören und Blitze zuckten über den Himmel.
Leicht fröstelte der Halbspanier, doch er zwang sich dazu dies zu unterdrücken. In der Sattelkammer holte er Abraxxas Abschwitzdecke und ein schweißmesser und trat zu dem Rappen in die Box. Kurz tastete er seine Beine ab und entfernte die Gamaschen, ehe er das Wasser aus dem Fell des Rappen zog und die Decke locker überlegte. Eigentlich war es nicht zu kalt, so das Braxxi sich sicher keine Erkältung holen würde. Eine Box nach der anderen ging er durch und zog das Wasser aus dem Fell der Pferde, bis er schließlich bei Maili ankam, die gerade Charming eindeckte.
"Alles okay bei dir?", fragte er sie und sah sie an. Der Falbe schien sich etwas beruhigt zu haben. Seine Ohren spielten noch, aber ansonsten war er ruhig.
"Ich kann so ruhig bleiben, weil Panik nichts bringt Maili. Ich weiß genau dass mir nichts passieren kann, außer das ich nass werde, also bleib ich ruhig. Alles Andere hätte die Situation vorhin nur noch schlimmer gemacht!"; ging er auf ihre Frage ein, die er vorhin sehr wohl gehört hatte, auf die er aber in dem Moment nciht eingehen konnte.
Erst jetzt zog er die Handschuhe wieder auf und fluchte leise, als er seine Hand sah. Die Handschuhe waren nicht nur vom Regen, sondern auch vom Blut durchnässt und selbst das Pflaster, welches Damian sich vorhin provisorisch drüber gemacht hatte, war durchnässt.
Das führen der Pferde hatte die Wunde wieder vollständig geöffnet. Leicht bewegte Damian die Finger, ließ dies aber bleiben, als ein schmerz durch seine Hand zuckte.
Sein Blick ging rüber zum Hengststall. Diamant musste noch versorgt werden. Damian hatte vorhin lediglich das Sattelzeug abgenommen. Der Hengst stand einbandagiert, mit nicht ausgekratzen Hufen und vom Schweiß verklebtem Fell in seiner Box.
"Ich muss noch Diamant fertig machen für die Nacht.", warum er Maili darüber in Kenntniss setzte wusste er selber nicht.
Fragend sah er die Asiatin an. War wirklich alles okay bei ihr? Sie war noch immer ziemlich bleich und Damian hatte ihr vorhin sehr deutlich die Anspannung angemerkt, auch ihren Blick, als sie ihn am Boden hatte liegen sehen, war ihm nicht entgangen. abwartend blieb er stehen. Erst wenn sie ihm sagen würde, das alles okay war, konnte er gehen.
Inzwischen waren auch die Anderen vom team im Stall und halfen mit die Pferde zu versorgen.
"Chef, Butterfly und Elvis fehlen!", rief Damian Eric zu und wies auf die beiden leeren Boxen.


(Gespräch mit Eric/ Holen restliche Pferde rein/ Versorgung der Pferde/ Gespräch mit Maili/ Berichtet Eric, das Butterfly und Elvis fehlen)
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Noah Shoemaker
1. Lehrjahr
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ALTER : I've been on this world TWENTY-FOUR YEARS - and it feels like it's been too long.

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BeitragThema: Re: Boxen   Mi 14 Okt 2015 - 15:58

Früher, da war Noah immer sehr stolz auf seine Familie gewesen. Die Shoemakers waren nunmal mit die größte Züchter- und Trainerfamilie in Australien, waren in der ganzen Welt bekannt. Es hatte einen großen Teil Noahs Selbstbewusstseins ausgemacht: denn er gehörte dieser Familie an, die Geld hatte wie Sand am Meer und man kannte seinen Namen ganz egal, wohin er auch ging. Es war etwas Tolles, etwas, das ihm das Gefühl gab, was Besonderes zu sein. Wenn man es mal von einem neutralen Standpunkt aus betrachtete, konnte man mit Sicherheit sagen, dass die Stellung seiner Familie der ausschlaggebende Punkt für Noahs rücksichtslosen und arroganten Charakter gewesen war - er hatte das Geld und das Prestige, er konnte es sich erlauben, auf andere hinabzublicken.
In den letzten Monaten, seit er gelernt hatte, dass er eigentlich alles war, nur kein Shoemaker, hatte sich die Sache geändert; nach außen hin war er immer noch so extravagant wie immer. Doch er selbst musste einsehen, dass er nicht mehr er selbst war, als er bemerkte, wie sehr es ihn störte, was Isaac sagte. Normalerweise störte ihn sowas nicht: sollten die Menschen doch denken, was sie wollten, er wusste ja, dass es anders war. Doch jetzt stand sein - sein Bruder, er konnte es ruhig so sagen, auch, wenn Isaac davon nichts wusste, dort und ließ seine abschätzenden Worte erklingen und sie trafen Noah wie ein Messer in die Brust. Er wusste nicht, womit er gerechnet hatte - jedoch nicht damit. Der Mann, der sein Bruder war, war ein desinteressiertes Arschloch, und es machte Noah wütend. Warum klappte es eigentlich nicht? er hatte ein gutes Leben gehabt - ein verdammt gutes Leben. Und jetzt hatte er nichts mehr, gar nichts, nur genug Geld für ein recht angenehmes Leben hier auf der Ranch, und sein Pferd. Er hatte keine Freunde - Emma zählte nicht, nur weil er sie regelmäßig flachlegte - und er hatte keine Familie. Und zu allem Überfluss entpuppte sich der Bruder, nach dem er so lang gesucht hatte, jetzt noch als Arschloch.
Und diese Wut, die Noah jetzt packte, die hilflose Wut über die aussichtslose Situation, in der er sich befand, sorgte dafür, dass er jetzt keinen Rückzieher machte. Zugegeben, ein Teil von ihm wollte nichts lieber als verschwinden - einfach nie wieder mit Isaac reden. Er hatte jahrelang ohne ihn gelebt; sein gesamtes Leben. Da würde es jetzt auch keinen Unterschied mehr machen, wenn er ihm nicht erzählte, was er wusste. Doch er wollte es loswerden - und wenn Isaac ihm dann nicht glaubte, konnte er ja immer noch verschwinden. Aber dann hätte er es zumindest versucht. Er konnte geradezu hören, wie eine Stimme in seinem Kopf ihm zuflüsterte, dass er jetzt mutig sein musste. Dass sie verdächtig nach Emma klang, ignorierte er geflissentlich.
"Es sieht so aus -" Doch Noah wurde unterbrochen, bevor er auch nur einen weiteren Satz sagen konnte. Der Mensch, der wohl Stallmeister war - Noah hatte sich nicht die Mühe gegeben, sich ihn einzuprägen -, kam herein, und beim Klang von Regentropfen auf dem Dach und fernem Grollen, den Noah jetzt als Donner identifizieren konnte, begann er, irgendwelche Anweisungen zu bellen. Noah hatte das kurze Verlangen, ihn zu erwürgen: da unterbrach er den womöglich wichtigsten Moment Noahs Lebens, und das für etwas, das ihn nichtmal etwas anging! Wo waren eigentlich die Stallburschen, wenn man sie mal brauchte? Jetzt musste er auch noch die Arbeiten erledigen, die ihn gar nichts angingen. Das fehlte ihm echt noch, nach dem missglückten Training und diesem schrecklichen Versuch eines Gesprächs mit Isaac. Böse funkelte er den Stallmeister an - doch der Mann war angsteinflößend genug, dass Noah keine andere Wahl sah, als seinen Worten zu folgen. Es ging ja auch um das Wohl der Pferde.
"Was auch immer", murmelte er noch zu Isaac - dann würde er es halt irgendwann anders nochmal versuchen müssen. Wenn er denn dafür den Mut aufbringen konnte. Doch er wusste, dass es Ärger geben würde, wenn er den Worten nicht Folge leistete, und so machte er sich auf, die ganzen Paddocktüren zu schließen; natürlich begonnen bei seiner Cat. Die Stute war entspannt - sie hatte wohl entschieden, dass das Gewitter langweilig war, und rupfte so lieber gelangweilt an ihrem Heunetz. Anders als ein paar andere Zimperliesen hier im Stall. Ehrlich, Noah liebte seine Stute.


{ bei ISAAC | ERICS Unterbrechung | schließt die Türen }
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Isaac Haber

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JUNG GENUG, UM WIE 26 AUSZUSEHEN.

HERKUNFT : DAS, WAS EINER HEIMAT AM NÄHSTEN KÄME, IST UND BLEIBT LONDON IM LAND DER QUEEN.
BERUF : ALS BEREITER NEIGT MAN BEINAHE DAZU, GRAUE HAARE ZU BEKOMMEN.

BeitragThema: Re: Boxen   Do 15 Okt 2015 - 16:40

Ungeduld war keine Tugend, sondern ein Laster und jeder, der anderes behauptete, konnte nicht ganz klar im Kopf sein. Betrachtete man dies jedoch genauer, musste man feststellen, dass sich Ungeduld zeitweise auch auszahlen konnte, indem das Erreichen eines Ziels schneller vonstatten ging, als mit Geduld. Wenngleich dies eher äußerst fragwürdige und ebenso seltene Vorkommnisse waren. Nichtsdestotrotz war Isaac Haber ein sehr ungeduldiger Mensch, der es stets vermied, auf etwas zu warten. Inbesondere Antworten erhielt er gerne flüssig und zeitnah, sodass er schnell in ein Desinteresse verfiel, wenn sein Gegenüber nicht augenblicklich reagierte. So hatte er sich bereits mehrmals selbst zur Ordnung rufen müssen, weil Noah ständig um den heißen brei herumredete und Isaac einfach nicht der Typ für Smalltalk war. Bezeihungsweise keiner, der es genoss, sondern eher als unangenehmes Laster empfand, wie andere eben die Ungeduld. Hätte er an einem Tisch gesesssen, so hätte er vermutlich begonnen, unruhig auf der Tischplatte herumzutrommeln, aber so blieb ihm nichts anderes übrig, als ungeduldig Noah anzustarren, der seine innere Aufgebrachtheit nun nicht mehr verbergen konnte. Beinahe ein wenig erleichtert registrierte Isaac mit einem leichtfälligen Grinsen, dass der Brünette jetzt wohl endlich mit seinem Anliegen herausrücken würde, als plötzlich eine Stimme durch die Gänge hallte, die zweifelsfrei keinen Widerspruch duldete. Regelrecht im selben Atemzug grollte der Himmel und schickte beunruhigende Donner über das Land, die der ohnehin schon aufgedrehten Oxygen den Rest gaben. Die Schwarze riss so schnell den Kopf hoch, dass Isaac nur nach den letzten Rest des Führstricks zu fassen bekam und sie gerade so an einer rasanten Flucht hindern konnte. Das änderte jedoch nichts an der Nervosität, die die Französin auf den kompletten Stall ausstrahlte. Cloud lief mittlerweile unruhig von innen nach außen, die Beine mehrmals gefährlich nahe an der Boxenwand, was ihrem Besitzer durchaus sehr missfiel. Jetzt hatte er jedoch ersteinmal Mühe sein schwarzes Ungetüm zu bändigen, dass sich noch immer nicht damit abgefunden hatte, in einem Stall dem Gewitter schutzlos ausgeliefert zu sein. "Calmo, Oxygen . Calma, menina . Um trovão que você pode comer nem queimar." Tatsächlich hatte der portugiesische Wortklang auf Oxygen eine ebenso beruhigende Wirkung wie auf Cloud oder Wakiza, sodass sie Stute die Ohren spitzte und mit geblähten Nüstern und aufgerissenen Augen lediglich auf der Stelle tänzelte. Ihre anfänglichen Versuche zu steigen udn sich vollends loszureißen, unterließ sie nun, sodass sich Isaac ihr näher und den Strick nachfassen konnte. Liebevoll klopfte er ihr den Hals und führte sie wieder in Richtung ihrer Box, während er weiterhin sanft auf sie Einsprach.
Erst nachdem das aufstrebende Springtalent sicher in die Box gebracht war, die Paddocktür verriegelt war und die Rappstute zaghaft an einigen Heuhalmen zog, konnte Isaac sich auf die anderen Pferde konzentrieren, beziehungsweise sich an Eric's Worte erinnern. Noah war bereits verschwunden und drauf und dran alle Paddocktüren zu verriegeln, während die ersten losliefen, um die restlichen Tiere von der Koppel zu holen. Wut über das unterbrochene Gespräch und die befehlende Anweisung stieg in dem Briten auf, auf dessen Gesicht sich die Züge verhärtet hatten, sodass man sie nicht einmal mit einem Messer hätte zerstören können. Er schnaubte verächtlich, als Eric losspurtete, um Charming Boy einzufangen, der sich offensichtlich von einem unfähigen Menschen losgerissen hatte. Der Falbe war nun wirklich nicht schwieriger zu händeln als Oxygen - im Gegenteil. Über derartige Unkenntnis im Umgang mit Pferden konnte Isaac nur den Kopf schütteln und eigentlich wären ihm Eric's Angelegenheiten egal gewesen, wenn er nicht ein Herz für Pferde und einen ganz kleinen, kaum merklichen Funken Gewissen gehabt hätte. Die Tiere dem Gewitter schutzlos ausgeliefert zu lassen, war reiner Wahnsinn, selbst wenn sie Unterstände auf den Koppeln hatten, so stellte das Gewitter dennoch eine Gefahr für die Fluchttiere dar. Außerdem stand Wasabi noch auf der Koppel und auch, wenn er gelassener war als die beiden Springstuten, so war es nur eine Frage der Zeit, bis sich die Angst über seine jugendliche Neugierde erhob und ihm den Schrecken seines Lebens bereitete.
Allein deswegen setzte sich der Bereiter nun doch in Bewegung - mit einem letzten Blick auf Noah - wurde am Stalltor kurz langsamer, als er sah, wie stark der Regen inzwischen geworden war, überwand dann jedoch seine Hemmungen und lief in Shirt und Shorts hinaus in den Regen. Als er über den Hof lief, pfiff er noch nach Wakiza, der irgendwann tatsächlich um die Ecke gebogen kam. Die Pfoten voller schlamm und das Fell bereits nass. Auch Isaac spürte den Stoff an seinem Körper kleben, joggte jedoch weiter. Hinaus zu den Koppeln.


*Ruhig, Oxygen. Beruhig dich, Mädchen. Ein Donner kann dich weder fressen noch verbrennen.
{Noah | Oxygen | Wut | -> KOPPELN}
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Luke Colins
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BeitragThema: Re: Boxen   Do 15 Okt 2015 - 19:53

Fragend sah Luke auf, als er angesprochen wurde und erkannte den Stallmeister... wie war noch gleich sein name? Bridy? Ne Brody.. Eric Brody.
"Eigentlich hatte ich vor sie noch etwas raus zu lassen, aber bei dem Wetter lass ich sie doch lieber in der Halle laufen oder verscheib es auf morgen!", meinte er und strich Bacardi sanft über die Nüstern.
Das seine Stute beim Stallmeister bettelte, wunderte ihn gar nicht. Bacardi war sehr verschmust und verfressen sowieso.
Gerade beendete Luke die letzten Züge und begutachtete seine Stute, die wieder glänzte, als ein Donnergrollen, gefolgt von einem Blitz über den Hof weg zuckte und den Stall erhellte. Bacardi zog ruckartig den Kopf hoch und auch Oxygen, die Stute des Bereiters Haber, scheute.
"Ruhig mein Mädchen, dir passiert nichts!", sprach er ruhig auf seine Stute ein, löste den Strick und brachte sie in die sichere Box.
Dort entspannte Bacardi sich schnell und begann an ihrem Heu zu zupfen. Inzwischen hatte auch Haber sein Pferd wieder in die Box gebracht. Auf die Frage des Stallmeisters nickte er. Na klar... jetzt sollte er auch noch die Arbeit des Personals übernehmen... was konnte denn er dafür, das brodys Leute nicht da waren wo sie sollten??
Gerade wollte er protestieren, als Hufgeklapper zu hören war und Charming Boy, eines der Schulpferde ums Eck geschossen kam.
Aus sicherer Entfernung beobachtete Luke, wie Brody den nervösen Wallach einfing und in dessen Box verfrachtete.
Kurz darauf bellte er Befehle über die Stallgasse und bei dem Ton wagte selbst Luke nicht mehr zu wiedersprechen und begann murrend die Paddocktüren zu verschließen und das schwere Tor zur Halle zuzuschieben.
Erst als Brody mit einem weiteren Rappen wieder die Stallungen betrat sah Luke auf und trat wieder auf die Stallgasse. Kurz nach Eric betraten Mai-Lin und der Pferdetrainer Damian, der nicht nur durchnässt, sondern auch voller Schlamm war, den Stall und brachten Herbsttänzer in ihre Box.
Inzwischen war auch Haber aus dem Stall und in den Regen gestürmt.
"Meine Fresse!", mrumelte Luke und sah zu Noah, der genau wie er zwar murrend, aber doch folgend die Türen verschlossen hatte.
Soviel zum thema ein gemütlicher Abend mit Bacardi nach dem anstrengendem Training.
Gerade wollte Luke sich aus dem Staub machen, als Haber zurück kam und ihm ein Pferd in die Hand drückte. Innerlich aufstöhnend, ergriff Luke den Strick des übernervösem Vollblüters und brachte es in seine Box, wo er gekonnte Beine abtastete und das Pferd nach weiteren Verletzungen absuchte, jedoch keine Fand.
Damian kam und zog das Wasser mit einem Schweißmesser aus dem Fell des Pferdes.
Etwas unsicher blieb Luke stehen. Das war nicht so ganz seine Welt. Er wartete einfach bis Haber und Masen den nächsten Schwung Pferde brachten und versorgte sie in den Boxen.


(Brody/ gewitter/ Schließt Türen/ Versorgt Pferde)
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Mai-Lin Cheng
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BeitragThema: Re: Boxen   Do 15 Okt 2015 - 20:30

Ein Desaster! Mai-Lin warf die Decken über Halter vor den Türen, fuhr sich über die klatschnassen Haare und zog den Haargummi heraus, um sie zu einem hohen Knoten zu knödeln, mit dem sie sich normalerweise nicht einmal im Cottage gezeigt hätte. Doch die eine kokette Strähne, die ihr so gern über die Wange tanzte, hing ihr nun in den Augen und sie wollte wenigsten sehen, wohin sie ging. Im Moment war das geradewegs aus dem Stall heraus. Am Rand nahm sie wahr, dass Noah die Türen zu den Paddocks schloss und auch Isaac in seinem für dieses Wetter unfassbar unpassenden, aber wirklich sehr gelungenen Outfit Richtung Koppeln stürmte. Wo war eigentlich Shana? Ihr Andalusier stand in der Box, aber der Goldfuchs nicht. Gerade jetzt hätte sie gern mit einer Freundin ein Augenrollen oder Lächeln geteilt, hätte sich wohler gefühlt, wenn im Stall noch andere als Brody und ihre Zwischendurch-Affäre und der Freund ihrer besten Freundin gewesen wären. Auch über den Halter an Charmings Box warf sie die Decke, atmete tief durch und rannte durch die Tropfen, als seien sie Kanonensalven und sie eine Soldatin, die um ihr Leben rannte. Ein wenig atemlos und tatsächlich noch nasser – ging das überhaupt? Gab es die Steigerung, wenn die gesamte, wirklich gesamte Kleidung am Körper klebte? – kam sie an den Koppeln an, riss das Gatter auf und zu und schnappte sich zwei der etwas kleineren, ruhigeren Pferde. Vielleicht war das nicht die eleganteste oder beste Lösung, aber sie hatte keine Lust, wie Damian im Schlamm zu liegen und die Viecher suchen zu müssen.
Aus der schieren Verzweiflung über die Aktion mit Charming, Damians Bauchlandung und diese verfluchte Nässe war Wut geworden. Sie hätte schreien und toben können! Sie war hier, um zu lernen, wie man perfekt über den Platz schwebte, Hindernisse überwand, ohne dass eine Stange fiel und ein Pferd schnell und ohne zu starke Ermüdung durchs Gelände brachte. Es war nicht ihre Aufgabe, die Gäule anderer Leute von der Koppel zu holen, während diese im warmen, trockenen saßen! Ungeduldig zerrte sie die beiden Schecken, die sie sich gekrallt hatte, im Laufschritt zum Stall. Erst, als die Lichter des Stalls vor ihr auftauchten, besah sie sich genauer, wen sie genommen hatte. Zwei Westernpferde. Pretty Boy und Jack, wenn sie sich nicht täuschte. Für die kleinen, stämmigen Tiere hatte sie nie einen wirklichen Blick gehabt. Wenn man sich schon Reiter wie diesen Murray ansah... aber egal, sie schloss die beiden in die hoffentlich richtigen Boxen und war insgeheim dankbar, dass die beiden Wallache kein solches Theater gemacht hatten.
Erst dann wurde sie auf einen weiteren Tumult aufmerksam, Haber – elender Angeber – brachte gleich vier der nervösesten Pferde in den Stall. Und drückte sie natürlich den Umstehenden in die Hand. Sie bekam sein eigenes ab. Ob es eine Ehre war oder nicht, wusste sie nicht, doch sie beeilte sich, den wertvollen Braunen in die Box zu bringen und ihn auf Verletzungen zu untersuchen. Zum Glück ohne Ergebnis. Das Sportpferd zupfte sogar schon am Heu.
Wieder grollte der Donner und sie beschloss, egoistisch zu sein. Ihre eigenen Pferde waren nun an der Reihe. Charming hatte das Gewitter am ärgsten zu schaffen gemacht, also hatte er nun auch den Löwenanteil ihrer Aufmerksamkeit verdient. Langsam näherte sich die Auszubildende dem Falben, sprach leise auf ihn ein, ehe sie die Decke wieder nahm und zu ihm in die Box trat. Seine Atmung hatte sich wieder beruhigt, doch er war noch nicht wieder das liebenswerte Pferde, mit dem sie heute Nachmittag auf der Geländestrecke gewesen war. Das versetzte ihr einen Stich. Sanft streichelte sie ihn, kraulte ihm den Mähnenkamm und erntete schließlich sogar ein leichtes Stupsen, als sie die Hände sinken ließ. Ein Lächeln schlich sich auf ihre Lippen und sie warf die Decke über ihn. „Kleiner Angsthase“, flüsterte sie ihm zu, sodass sie zunächst nicht bemerkte, dass Damian zu ihnen getreten war.
Mai-Lins Herzschlag beschleunigte sich, doch sie wusste nichts auf seine Frage zu antworten. Zunächst zuckte sie nur mit den Schultern, schloss die Decke unter Charmings Hals, bevor sie sich zu ihm wandte, sich zum wiederholten Mal fragte, wie schlimm ihr Make-Up wohl aussah. „Ein wenig besser“, antwortete sie schließlich und öffnete die Tür wieder, um sich dem wilden Treiben in der Stallgasse zuzuwenden.
„Es hätte sonst was passieren können“, erwiderte sie auf Damians sehr verspätete Erklärung und sah ihm offen ins Gesicht. In ihrem eigenen zeigte sich eine Mischung aus Sorge, Zweifel und der Art von Ruhe, die einen wohl überkam, wenn man gerade einen Schock erlitten hatte. „Er hätte sich ernsthaft verletzen können, andere verletzen können... Dich schlimmer verletzen können.“ Ihre Stimme war leiser geworden und nun zog sie scharf die Luft ein, als sie die Wunde sah. Und alles nur, weil er ihr Pferd hatte bändigen wollen. Männer hatten wirklich nicht wenig für sie getan, aber Blut war noch nie geflossen. Bisher.
Mai-Lin hatte irgendetwas sagen wollen, irgendetwas tun wollen, als Damian auf seinen Hengst zu sprechen kam. Automatisch hob sich eine ihrer perfekt gezupften Augenbrauen – eine vertraute und beruhigende Geste. „Mit der Hand? Wohl kaum.“ Sie zog ihre eigenen Handschuhe aus, schluckte beim Blick auf die offene Wunde. „Ich denke, ich kann sie dir verbinden, bis Ackles danach sehen kann, und werde dann Diamant fertig machen. Ich weiß, ich weiß, das Pferd zu erst, aber du nützt niemandem etwas, wenn sich die Wunde entzünden sollte.“ Sie musste etwas tun, etwas gutmachen. Irgendetwas. Mit mehr Bestimmtheit, als sie empfand, nahm sie ihn beim Ellenbogen und führte ihn Richtung Sattelkammer. Kurz wandte der Pferdetrainer sich an den Stallmeister, doch das kümmerte sie nun wenig. Butterfly war McKinleys Pferd und der war die Vernunft in Person. Um den müssten sie sich sicherlich keine Sorgen machen.


[im Stall bei Herby und Charming | zu Koppeln | zurück | Wasabi | zu Charming | Damian ---> tbc Sattelkammer]
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Eric Brody

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BeitragThema: Re: Boxen   Do 15 Okt 2015 - 23:25

Seine Frage, ob Mai-Lin noch eine zweite oder dritte Runde Pferde-Reinholen schaffte, ging gehörig nach hinten los. Denn nicht nur Damian hatte seine Frage gehört, sondern die junge Frau ebenfalls. Dabei hatte er es nicht mal böse gemeint. Es war nun einmal Fakt, dass es gehörig auf die Knochen ging, an einer guten Tonne Pferd zu hängen, die sich gerade vor einem Gewitter fürchtete.
„Oh ja. Die hab ich allerdings gehört.“ , antwortete Eric auf den Kommentar von Damian und kratzte sich beinahe schon verlegen am Bart. Großartig Brody. Immer weiter so!
Nachdem Eric Haber seine Anweisungen mitgeteilt hatte, hatte er eigentlich damit gerechnet, dass Haber erst einmal auf stur schaltete. Seinen Status als Bereiter ausspielte; um dann von der Seite aus zuzusehen, wie alle anderen herumrannten und die Pferde hereinbrachten. Doch er hatte sich getäuscht. Haber zog ein ziemliches Gesicht, setzte sich aber dennoch in Bewegung, um nach draußen in den strömenden Regen zu laufen.
Draußen verlor Eric Isaac relativ direkt aus den Augen. Es regnete derart stark, dass er den Kopf senken musste, um die Augen überhaupt noch offen halten zu können. In der Nähe der Stallungen traf Eric auf andere Leute. Ob es nun Mitarbeiter oder Azubis waren, hätte Eric nicht einmal genau sagen können. Er rief ihnen nur kurz zu, dass die Pferde reinzuholen waren und lief dann Haber hinterher, zu den Koppeln.
Dort angekommen erfasste Eric in einem Augenblick das auf den Koppeln herrschende Chaos. Isaac hatte vier der Rennpferde eingesammelt und machte sich bereits daran, sein nervöses Quartett in den sicheren Stall zu bringen. Im Vorbeigehen wies Isaac Eric auf Gunshot und Ethalon hin. Eric nickte kurz und schwenkte dann in Richtung Hengstkoppeln ab, um die beiden Angesprochenen einzusammeln.
Noch hatte Gunshot das Gewitter nicht als „gefährlich“ eingestuft und das wiederrum half Ethalon ein wenig dabei, noch nicht komplett durchzudrehen. Doch lange würde das nicht mehr gut gehen, da hatte Haber vollkommen Recht.
Eric brachte die beiden Hengste zwischenfallfrei zurück in den Stall, übergab sie dort einem der anwesenden Pferdepfleger mit der Anweisung, sie nach Verletzungen zu kontrollieren. Kurz darauf drehte er sich um und lief wieder zurück zu den Koppeln. Nach mehreren dieser Touren mit mal mehr, mal weniger kooperativer Begleitung waren beinahe alle Pferde sicher zurück zu den Stallungen gebracht worden.
Schon als er anfangs zu den Koppeln gekommen war, hatte Eric bemerkt, dass Butterfly und Elvis fehlten. Doch bisher hatte er noch darauf gehofft, die beiden im allgemeinen Chaos übersehen zu haben. Dass sie eventuell von jemandem bereits in den Stall gebracht worden waren. Doch je mehr Pferde sich im Stall befanden, desto geringer wurde die Hoffnung darauf. Und als Damian schließlich zum Schluss meldete: Chef, Butterfly und Elvis fehlen!, verschwand die Hoffnung endgültig.
„Weißt du, ob McKinley mit jemandem ausgeritten ist? Ich bin über Mittag unterwegs gewesen…“
Eric fluchte unterdrückt und streichelte gedankenverloren eine Pferdenase, die sich ihm gerade entgegenstreckte. Sonst entgingen im keine solch wichtigen Details. Verdammt!


Gedanken über Mai-Lin, Isaac; Pferde reinholen; Butterfly und Elvis fehlen; Frage an Damian
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Damian Masen

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BeitragThema: Re: Boxen   Fr 16 Okt 2015 - 21:15

Langsam kehrte Ruhe im Stall ein. Der Regen prasselte zwar aufs Dach, aber die Pferde hatten sich beruhigt, zupften zum Teil an ihrem Heu und waren eigentlich alle unverletzt, soweit man das auf den ersten Blick sehen konnte.
Abraxxas haute richtig rein und es schien als hätte er niemals etwas anderes getan, wie durch ein Gewitter zu laufen und ein durchgehendes Pferd an sich vorbei rennen zu lassen. Damian schüttelte leicht amüsiert über seinen Rappen den Kopf.
Als Maili ihre Bedenken äußerte nickte er.
"Ja hätte es. Ist es aber nicht. Charming geht es gut und mir auch! Dir ist auch nichts passiert und Abraxxas und Herby stehen auch wieder sicher in ihren Boxen.", meinte er und sah Maili in die Augen.
Als er sah wie sich ihre Augenbraue holte musste er grinsen.
"Das geht schon!", beruhigte er sie und besah sich erneut seine Hand.
Inzwischen war auch Brody wieder im Stall und Damian und Maili waren nicht mehr die einzigen, die klitsch nass waren. Selbst Haber mit seinen nicht Stallklamotten war inzwischen Schlamm und Grasbespritzt und nass bis auf die Haut, aber das wichtigste war eben das die Pferde sicher im Stall waren.
Auf Brodys Frage wusste Damian keine Antwort.
"Ich war draußen. Ich habe keine Ahnung!", meinte Damian an seinen Chef gewandt und sein Blick ging erneut nach draußen. Es schüttete wie aus Eimern und immer wieder war ein Donnern zu hören und Blitzte erhellten den Hof und seine Umgebung.
Auf Mailis Vorschlag ihn zu verbinden wollte er protestieren, doch im selben Moment wo er Luft holte, packte sie ihn bereits am Ellenbogen und zog ihn hinter sich her in Richtung Sattelkammer.
Okay, Damian musste schon zugeben, das der Gedanke, das Mai-Lin statt Brody ihn verarzten wollte, bis der Arzt... Ackles!
"Hey Eric... ist McKinley vielleicht mit dem Doc unterwegs?", fragte er seinen Chef, wärend Maili ihn an diesem vorbei zog.
Wirklich kennen gelernt hatte Damian den Arzt zwar noch nicht, aber er hatte gehört, dass der Arzt und der Hofleiter sehr gut befreundet waren und oft miteinander ausritten. Die kleine Tochter des Arztes hatte er bereits kennen gelernt. Joy war ein fröhliches kleines Mädchen.
In der Sattelkammer angekommen setzte er sich auf eine der Stühle und sah Maili an.
"Du musst Diamant wirklich nicht versorgen. Das bekomme ich gerade noch hin. Zur not auf einhändig!", meinte er und sah ihr erneut in die Augen.
Er glaubte kaum, dass die Amerikanerin sich oft in solch einem Zustand in der Öffentlichkeit zeigte, doch irgendwie fand er es süß.
Er ging zu Abraxxas Schrank und holte ein weiteres Handtuch aus diesem und reichte es Maili.
"Nicht dass du noch krank wirst!", meinte er.


(Gespräch mit Maili/ Überlegung an Brody/ mit Maili in die Sattelkammer --> tbc Sattelkammer)
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Finnian McAllen
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BeitragThema: Re: Boxen   Sa 17 Okt 2015 - 19:03

Selten ereigneten sich wirklich interesannte Dinge auf einem Hof wie den Heaven Meadows. Das hatte Finnian noch vor wenigen Wochen angenommen, doch schon innerhalb kürzester Zeit war er eines Besseren belehrt worden. Tatsächlich war es gar nicht einmal so langweilig und auch, wenn ihn die Theorie seiner Ausbildung maßlos unterforderte, so hatte er rasch begonnen, die Praxis zu lieben. Für diese hatte er auch weitaus mehr Zeit als seine Kommilitonen, da er es nicht in Erwägung zog, die Bücher zu lesen und die Texte auswendig zu lernen, die er sich durch logisches Denken selbst erschließen konnte. Es hatte bisher noch keinen Abend gegeben, an dem der Blonde über seinen nonexistenten Mitschriften gebrütet hatte und das würde sich wahrscheinlich bis in die Prüfungsphase durchziehen. Aber auch dort blieb es fraglich, ob Finnian viel lernen würde. Wirklich nötig hatte er es ohnehin nicht. Denn wer zwei Klassen übersprungen und bereits seine Doktorarbeit geschrieben hatte, für den war eine Pferdepflegerausbildung wohl ein Klacks.
Was allerdings kein Klacks war, war die notwendige zwischenmenschliche Kompetenz, die sich der Neuseeländer nur mit Mühe aus dem Ärmel schütteln konnte. Und auch das klappte nicht immer. Im Augenblick jedoch verlief alles nach Plan und sein Gegenüber erwies sich als geeigneter Smalltalkpartner, wenngleich diese Art der Kommunikation Finnian nicht hätte fremder sein können. Er redete nicht um den heißen Brei herum und er redete auch nicht, wenn es nichts Wichtiges zu sagen gab. Es erschien ihm schlichtweg unpassend. Er war immerhin Naturwissenschaftler und kein abgebrühter Sprachler. Auch dann nicht, wenn er eine beachtliche Anzahl an Sprachen fließend sprach. Die Englische war im Gegensatz zu diesem Rest die Einfachste und auch in Amerika beheimatet, weshalb es keinerlei Verständigungsschwierigkeiten in Sachen Artikulation gab. Allerdings war es weitaus weniger unkompliziert die geeigneten Worte für die Hofbewohner zu finden, die allesamt so herrlich "normal" waren. Ebenso Lillian Adams, wenn sie auch einen gewissen Starstatus innehatte und das nicht nur, weil sie mit Fußballikone Fabbri eine Art Beziehung führte, die Finnian noch nicht so ganz durchschaut hatte. Zwischenmenschliche Angelegenheiten waren einfach nicht seine Stärke. Lillians aber wohl auch nicht, denn sie verlor sichtlich die Fassung, als Finnian ein Gespräch mit ihr begann und das ließ auf herzlich wenig Emotionskontrolle schließen. Dabei sollte man doch meinen, sie sei ein Vollprofi in dem was sie tat... aber offenbar nicht in der Selbstdarstellung, denn an der Seite ihres umworbenen Römers präsentierte sie sich meist zielsicherer als in diesem Moment. "Ich besitze ein ganz gutes Gedächtnis, weswegen ich mir deinen Namen merken konnte, der mir zudem in diversen Fachzeitschriften des Vielseitigkeitssportes schon mehrmals ins Auge gefallen ist. Freizeitmäßig reite ich selbst in dieser Sparte und wollte mich auch jetzt in den Sattel meines Denkers schwingen." Der Denker war eine Bezeichnung, die Finnian seinem Dunkelbraunen schon vor mehreren Jahren verpasst hatte. Nichts anderes erschien passender, denn wenn Finnick eines tat, dann war das denken. Und zwar den ganzen Tag, sodass es in seinem Kopf wie in einer dreihunderseitigen Doktorarbeit über die Ergründung schier unergründlicher mathematischer Probleme aussehen musste.
"In einer Situation wie der deinen, Lillian, wäre ein jeder deiner Zeitgenossen gedankenverloren. Nur die wenigsten können das konstruktivem Denken vom Chaos befreien." Beinahe sah es so aus, als würde Finnian lächeln, aber das war wohl eine Täuschung. Der Neuseeländer lächelte nie, denn Spaß schien er nicht wirklich zu kennen. Man munkelte, dass er einzig und allein mit Finnick zusammen lächelte, ansonsten aber immer ernst blieb und nichts wirklich mit Humor nehmen konnte. Dies stand jedoch in sehr starkem Gegensatz zu seinem gelegentlich aufkeimenden Sarkasmus, der sich immer weiter ausprägte. Genies würden einem jeden wohl weiterhin unergründlich bleiben, denn Finnian war ein viel zu verworrenes Studienobjekt, als dass man ihn genauer hätte studieren können.
Mittlerweile waren die Geräusche auf der Stallgasse laut geworden, es herrschte Tumult und wie in Lillians Kopf wohl auch Chaos. Der Neuseeländer blickte aus der Sattelkammer hinaus, ergriff dann den Putzkasten und musste beim Hinausgehen feststellen, dass aufgrund des aufziehenden Gewitters schon beinahe alle Pferde wieder im Stall waren. Wie hatte ihm das während des Gesprächs entgehen können? Er begann seine Fähigkeiten zu vernachlässigen und das durfte nicht passieren. Also lauschte er auf Lillians Schritte und horchte, ob sie ihm folgen würde und das Gespräch wieder aufgriff. Das taten viele der "normalen" Menschen sehr gerne. Zu Finnians Unverständnis. Aber er würde darauf vorbereitet sein.
Während er Finnick's Box ansteuerte, erkannte er bereits, dass der Wallach mit dem GrandPrix-Stammbaum offenbar schon Windgeschwindigkeit, Druckanstieg, Nähe des Gewitters, Blitzeinschlagsrate und Gefahrenpegel berechnet hatte und erkannt hatte, dass abgesehen von starken Regen und grollendem Donnern nicht viel zu befürchten war. Deswegen verfolgte er umso gespannter das Geschehen auf der Stallgasse, das ihm immer wieder aufgebrachte Artgenossen präsentierte. Sehr zu seinem Unverständnis...

{Lillian - Gespräch | Stallgasse | wartet ob Lillian folgt | Finnick}
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Noah Shoemaker
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HERKUNFT : They told me I'm AUSTRALIAN - but I found out there's something else there, too.

AUSBILDUNG : I've been a JOCKEY all my life - now I'm fighting for my US license.


BeitragThema: Re: Boxen   Di 20 Okt 2015 - 18:11

Noah war, wenn er nicht gerade im Training war, immer sein eigener Herr. Natürlich hatte er auf seine Eltern gehört - das hatte seine Erziehung von ihm verlangt, und der hatte er immer vertraut. Doch sie hatten ihm viele Freiheiten gelassen, die ihm erlaubten, schon sehr früh sehr selbstständig zu werden. Auf Ausbilder hatte er viel gehört - seinem Reitlehrer wie auch seinem Jockeytrainer. Doch er hatte sich auch einen großen Teil seines Wissens angelesen und selbst erarbeitet, und wenn er der Meinung gewesen war, dass er einen guten Weg für sich selbst gefunden hatte, war es schwer, den australischen Sturkopf von irgendwas anderem zu überzeugen. Inzwischen war er dreiundzwanzig Jahre alt und ein renomierter Jockey in down under. Er ließ sich nicht mehr viel sagen; eigentlich nur, wenn er sonst Gefahr lief, seinen Job zu verlieren.
Das war ja doch alles, was ihm blieb: seine Arbeit. Ohne die hätte er keine Zuflucht, kein Pferd, weil er sich Cat dann nicht mehr leisten können würde, kein Geld und keinen Ruf. Eine Familie hatte er ja jetzt schon nicht mehr. Und wie man es auch betrachtete, letzten Endes waren die Pferde sein Beruf - er musste nicht schon jahrelang hier leben, um zu wissen, dass ein Mensch, der nicht respektvoll mit diesen wundervollen Tieren umgehen konnte, hier nichts zu suchen hatte. Sah man es also so, waren Pferde alles, was Noah noch geblieben war. Und es stimmte auch: sie boten ihm Schutz, Zuflucht, Ablenkung; Perspektive. Nur deswegen hastete er außen ums Gebäude, schloss eilig die Paddocktüren, sprang über Zäune - und hatte sich binnen weniger Minuten komplett eingesaut und komplett durchnässt. Er würde wieder Wäsche waschen dürfen heute Abend; das konnte lustig werden. Sicherlich würden alle Bewohner seines Cottages die Waschmaschine brauchen. Das Privileg einer eigenen hatten sie hier ja nicht.
Dennoch tat er es; immerhin war Noah kein Unmensch. Und er war auf einem Gut aufgewachsen, wo Pferde gestanden hatten, deren Wert alles übersteigt, was er im Moment besaß, sein Stütchen mal außen vor. Er wusste, wie wichtig es war, jetzt schnell und effektiv zu halten; er hasste es, ein Pferd verletzt zu sehen, ob es nun sein eigenes war, ein Pflegepferd, oder ein komplett fremdes Tier. In einer anderen Situation hätte er sich niemals die Hände dreckig gemacht, so viel war sicher. Und er hasste den Ton, in dem Eric mit ihm gesprochen hatte. Aber immerhin gab ihm die Aufgabe Ablenkung, und während er sich nass, unterkühlt und miserabel fühlte, bleib zumindest nicht mehr viel Platz, um sich einsam und beschissen zu fühlen.
Zumindest, bis Isaac wieder kam. Noah hatte sich gerade in die Wärme - und Trockenheit - des Stalls gerettet und sich das nasse, strähnige Haar aus dem Gesicht gestrichen, als Isaac ihm Pferdestricke in die Hand drückte, ihn mit harschen Worten anfuhr, die Pferde in die Boxen zu bringen. Ohne zu zögern schnappte sich Noah Amadeus und Wasabi - sollten die anderen, die mit ihm sinnlos in der Gegend rumstanden, doch durch den Weltuntergangsregen in den Hengsttrakt laufen. Würde er bestimmt nicht machen. Zuerst brachte er Amadeus in die Box - der Wallach war verschreckt, nass und dreckig, aber unverletzt, wie er schnell feststellte. Ihn konnte er getrost wegstellen, ohne sich Gedanken machen zu müssen. Mit Wasabi jedoch stand es anders. Der braune Wallach, der ebenfalls dem Mann gehörte, der auf dem Papier Noahs Bruder sein sollte, hinkte leicht, und hatte sich offensichtlich eine seiner Kronen aufgeschrabbt. Er musste irgendwie gestolpert oder blöd weggerutscht sein. Das arme Tier.
Noah band den Wallach in der Box an - so konnte er zumindest etwas entspannen und Heu fressen, was er auch fast sofort tat, bevor er in die Sattelkammer eilte und sich einen Eimer mit lauwarmem Wasser füllte, einige Schwämme und eine handvoll Tücher sowie ein Desinfektionsspray holte, um die Wunde zu reinigen. Er hatte keine Ahnung, was Isaac noch anordnen würde, doch das Bein war nicht wärmer als normal, Wasabi entlastete es wohl nur wegen der Schürfwunde am Gelenk, die bei jedem Schritt brennen musste wie Sau. Noah murmelte einige beruhigende Worte und strich dem Wallach über Stirn, Hals und Flanke, bevor er sich am Bein zu schaffen machte. Vorsichtig säuberte er es in einer aufwendigen Prozedur großflächig von Dreck, bevor er mit vorsichtigen Tupfern begann, auch die Wunde selbst zu säubern. Wasabi legte die Ohren an und schlug mit dem Schweif, blieb aber stehen. Lediglich, als das brennende Spray auf die Wunde traf, zuckte er zusammen und wich seitlich aus - keine große Sache, immerhin sollte so eine Entzündung verhindert sein.
Noah fand ein kleines bisschen Frieden in der Arbeit mit dem Pferd, auch wenn es nur ein Fremdes war. Er hatte schon in seiner Kindheit im Stall ausgeholfen, und diese Leidenschaft für das Zusammensein mit Pferden hatte sich nie geändert. Es war Routine für ihn - gerade die übermütigen Jungpferde der Rennszene taten sich auf der Weide gern schon mal was. Das eine oder andere Wehwehchen musste immer wieder verarztet werden; keine großen Sachen, nur Macken und Schürfwunden ähnlich wie diese, die vermutlich nicht mal eine wirklich sichtbare Narbe hinterlassen würden. Und selbst wenn, alle Rennpferde hatten Narben an den Beinen. Das war normal, das gehörte zum Geschäft. Kleine Sachen störten niemanden. Deswegen war er so entspannt und routiniert mit Wasabi - weil es etwas war, das er kannte, das er konnte. Hier brauchte ihm niemand sagen, was er tun sollte, hier musste er sich zu nichts überreden.
Es tat verdammt gut.


{ Gedanken | Amadeus und Wasabi }
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Isaac Haber

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JUNG GENUG, UM WIE 26 AUSZUSEHEN.

HERKUNFT : DAS, WAS EINER HEIMAT AM NÄHSTEN KÄME, IST UND BLEIBT LONDON IM LAND DER QUEEN.
BERUF : ALS BEREITER NEIGT MAN BEINAHE DAZU, GRAUE HAARE ZU BEKOMMEN.

BeitragThema: Re: Boxen   Fr 23 Okt 2015 - 15:21

Prasselnd traf der Regen auf die vier Körper auf, die sich ihren Weg durch die grauen Schleier bahnten. Das Sichtfeld wurde zunehmend durch den starken Wasserfall eingeschränkt und das einzig Positive an der Situation war, dass es sich um den letzten Gang zu den Koppeln gehandelt hatte. Ein vollkommen aufgelöster Sir Samuel und ein erstaunlich desinteressierter Apokalype folgten Isaac ebenso den Weg entlang wie Mercy. Die weiße Stute hatte etwas Mühe mit den langen Schritten ihrer großen Kollegen mitzuhalten, doch durch zeitweises Antraben holte sie immer wieder rasch auf. Durch die Arbeit mit der Welsh-Cob-Dame und Shana hatte Isaac sie im letzten Jahr besser kennenlernen können und vermutlich vertraute ihm die kleine Diva einzig und allein aus diesem Grund. Sie kannte ihn, wusste, wer er war und dass er ihr nichts Böses wollte. Samuel dagegen interessierte die komplette Kompetenz des Bereiters einen feuchten Dreck und der schreckhafte Tekkiner sprang beständig von einer Hand auf die andere. Inzwischen war Isaac schon etwas genervt von den herumhampelnden Pferden und dem penetranten Regen, der auf sie einschlug. Aber ihm blieb keine Wahl und er riss sich zusammen, bis er erleichtert erkannte, dass die Stallungen nicht mehr weit waren. Man sah ja nicht sehr viel bei diesem Gewitter, aber die Umrisse von Häusern waren noch gerade so erkennbar.
Noch während das Gespann die Stallgasse betrat, brach ein heftiges Donnern draußen aus und Samuel riss sich los. Einer der Azubis oder Brody hielt den Wallach auf und verfrachtete ihn mit Mühe in die Box, während Isaac sich um Mercy und den noch immer tiefenentspannten Apokalypse kümmerte. Der Tigerschecke, dessen Name der Stimmung außerhalb des Stalls wohl am ehesten nahe kam, widmete sich sofort seinem Heu und auch Mercy beschloss relativ bald, dass es hier im Stall wohl sicher sein musste. Nachdem die Boxen verriegelt waren, hatte Isaac erstmals Gelegenheit Luft zu holen und erkannte zugleich, dass die Stallgasse sich schon wieder geleert hatte. Dort stand zwar ein neuer Azubi bei seinem Pferde mit dem Vorzeigestammbaum und Brody und Luke wuselten auch noch herum, aber der Rest war inzwischen verschwunden. Auch gut, dann blieb ihm Zeit und Ruhe nach Wasabi zu sehen, bei dem er schon zuvor eine Wunde bemerkt hatte.
Gerade wollte der Brite die Tür der Box seines Braunen öffnen, als er bemerkte, dass diese bereits einen Spalt offenstand. Er hätte eine Wutparole loslassen könne, wie inkompetent die Azubis dieses Stalls doch waren, dass sie nicht einmal die Türe richtig verriegeln konnte, als ihm klar wurde, dass dort bereits jemand bei seinem Nachwuchstalent war. Noah hockte mehr oder weniger im Stroh und war drauf und dran Wasabis Wunde zu desinfizieren. Der junge Wallach zuckte bei dem brennenden Schmerz des Mittels zusammen, konnte jedoch kaum entschwinden, da Noah ihn vorsorglich angebunden hatte. Dennoch war der Württemberger verschreckt und das Brennen am Huf machte es nicht besser. Also trat Isaac duch den Spalt zu ihm und holte ein paar Wasabinüsse aus der Hosentasche hervor, die deren Namensvetter augenblicklich verschlang. Durch die Nüsse abgelenkt, hielt der Wallach dann auch still und Isaac musste zugeben, dass Noah seine Arbeit gut gemacht hatte. Die Wunde war sauber, das Bein offenbar nicht angelaufen und ein Verband war an dieser Stelle ohnehin unmöglich anzubringen. Außerdem war die Blutung nahezu gestillt und Bernard konnte sich das Ganze dann später getrost noch einmal ansehen. "Gute Arbeit, Shoemaker." Es war tatsächlich soetwas wie Anerkennung in Isaac's Blick, als er zu Noah herabsah, der noch immer die Wunde betrachtete. Schweigend öffnete Isaac den Strickknoten und nahm Wasabi das Halfter ab. er schien irgendwie nachdenklich zu sein und anstatt doch schnell wieder aus der Box zu verschwinden drehte er sich schließlich noch einmal um. "Was gibt es, dass ich so dringend wissen muss?" Diesmal lag keine Schmach und keine Ignoranz in seinem Blick. Vielmehr schien er Noah eine Chance geben wollen. Vielleicht als Belohung dafür, dass er sich so gut um sein Pferd gekümmert hatte? Vielleicht aber auch einfach nur, weil Isaac doch kein ganz so großes Arschloch war, wie er vorgab? Zumindest war es eine einzigartige Gelegenheit für den Australier das loszuwerden, was er auf dem Herzen hatte.
Und wenn man ganz genau hinsah, so erkannte man doch eine gewisse Ähnlichkeit zwischen den beiden jungen Männern. Nicht nur, weil beide klitschnass waren und einer mehr tropfte als der andere; nicht nur, weil sie beide ein Händchen für Pferde hatten und lediglich einer etwas erfolgreicher war; nicht nur, weil sie beide Frauenhelden waren und als arrogant verschrien waren; sondern auch, weil beide eine eigentümliche Eleganz und Stärke zugleich ausstrahlten. Und weil sie irgendwie beide recht haltlos erschienen, so wie sie dort standen. Zwei begossene Pudel, die nicht so recht wussten, wen sie eigentlich stolz machen wollten.


{<- KOPPELN | bringt Pferde in Boxen | Wasabi | Noah}
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James Barnes

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BERUF : Obwohl ich eigentlich mindestens Profidressurreiter sein sollte, schlage ich mich als Pferdepfleger durch. Aber das mache ich verdammt gut.

BeitragThema: Re: Boxen   Fr 23 Okt 2015 - 16:44

Die Arbeit auf dem Hof war in Ordnung, das konnte James beim besten Willen und trotz mehrmaliger Versuche nicht leugnen. Alles in allem waren die Heaven Meadow Stables aber auch nicht viel anders als die anderen Etablissements, in denen er seine Brötchen verdient hatte – man mistete die Ställe aus, man verteilte das Futter, überprüfte Koppelzäune, reparierte Kleinigkeiten, hielt den Stall sauber, äppelte die Reitplätze und Wege ab und versorgte die Pferde, die gerade keinen Reiter hatten oder nicht bewegt wurden. Ja, es war eine Arbeit, wie jede andere und trotzdem gab es jeden Tag Lichtblicke, die es vorher zwar auch gegeben hatte, aber insgesamt kam es James so vor, als sei es diesmal ein etwas helleres Licht, als sei er seinen Zielen ein wenig näher gekommen. Das hatte im Wesentlichen mit Obscurus Saeculum zu tun. Der Hengst war ein unerzogener Macho, wie er im Buche stand, und James genoss es, wie anspruchsvoll der Hengst war. Die Stallgasse wurde zur glühend heißen Kohlegrube, jede Stute war eine perfekte Möglichkeit, sich von der hitzigsten Seite zu zeigen. Weit mehr als einmal hatte James sich schon gefragt, wie die Auszubildenen überhaupt mit diesem Tier zurecht kamen, wenn er in den ersten beiden Wochen schon Kämpfe hatte ausfechten müssen. Genau das hatte er dann auch Isaac gefragt, der ihm eine klare Antwort gegeben hatte: letztlich gar nicht. Bisher war der Friese offenbar nur einmal vermittelt worden und das Mädchen hatte nach einem Jahr das Handtuch hier geworfen. Sie hatten hart gearbeitet, bevor das Lehrjahr für die Azubis begonnen hatte und James hatte nicht vor, jetzt nachzulassen. Natürlich konnte er nicht auf die ganz großen Turniere hoffen, wenn er ein Barockpferd ritt, aber er war fest entschlossen, es mit dem Hengst weitzubringen und so von sich reden zu machen.
Dieses Vorhaben hatte dem schönen Rappen an diesem Tag eine unfreiwillige Dusche und noch mehr Aufregung erspart. James hatte ihn morgens mit den anderen zur Koppel gebracht, aber in seiner Mittagspause wieder in den Stall geholt, um sich den Weg zu sparen, ehe er am Abend mit ihm arbeiten wollte. Während die Plätze und die Halle belegt gewesen waren, war er seiner Arbeit nachgegangen und hatte Brodys Anweisungen befolgt, obwohl er den Mann mit dem Vollbart nicht ernst nehmen konnte. Niemand, der noch alle Tassen im Schrank hatte, ließ sich von Kopf bis Fuß verschandeln. Und dass er seine Arbeit geschickt machte, musste er nun, da der Regen alles durchnässte und die Pferde mit vor Angst geweiteten Augen in die Stallgasse geführt wurden, auch bezweifeln. Vorausplanung? Keine Spur? Ein ordentliches Management? Definitiv auch nicht.
James hatte das Treiben einen Moment aus dem Schatten einer Box heraus verfolgt, hatte sich köstlich über Masens schlammiges T-Shirt amüsiert und dann beschlossen, dass die hier Anwesenden ohne seine Hilfe vollkommen aufgeschmissen waren. Mit dem Ölmantel aus seinem Spint – als Engländer war man schließlich auf Regen eingestellt, egal wo man war – hatte er sich zur Hengstkoppel aufgemacht, um O'Donneils, Mrs McKinley und Isaac unter die Arme zu greifen. Über die Kinder in ihren dünnen Sachen konnte er nur den Kopf schütteln, während er mit den nervösen Pferden halb schlitternd, halb joggend in den Stall kam und gerade noch mitbekam, wie Masen einen spontanen Geistesblitz hatte: McKinleys Pferd und Elvis fehlten. Hervorragend, Masen! Für die Erkenntnis sollte er einen Keks bekommen, vielleicht würde das die Denkleistung des Amerikaners fördern.
James rollte mit den Augen, bahnte sich mit Illusion of the Fog und Lewandje einen Weg zum Hengststall, untersuchte beide ergebnislos auf Abschürfungen oder sonstige Verletzungen und kehrte schließlich in den Stall zurück. Es herrschte immer noch ein Chaos, auch wenn es sich ein wenig zu lichten schien. Die anderen Boxen waren inzwischen gefüllt, nur noch vereinzelt wurde gescheut und Köpfe zurückgeworfen. Doch die anderen hatten die Lage unter Kontrolle. Doch die beiden Boxen waren immer noch leer und allmählich merkte auch James, dass er sich Sorgen machte. Natürlich, der Hofleiter war ein äußerst erfahrener Reiter, aber dieses Grollen draußen war auch ein äußerst großes.
James schaltete innerhalb von Sekunden: Bisher war er immer mit seinen Vorgesetzten aneinander geraten – es war Zeit für eine Veränderung! Und was wäre besser geeignet, als den Hofleiter suchen zu gehen, zu finden und heil zurückzubringen? Ganz zu schweigen davon, wie dankbar dessen Frau ihm wäre! Damit war die Entscheidung getroffen. James wandte sich kurz an Brody: „Ich geh McKinley suchen.“, und verließ den Stall wieder. Auf gut Glück. Vielleicht hatte er davon ja mal ein wenig.
[Rückblick | Damians Schlammbegegnung | Pferdeholen | Bemerkt Fehlen von Butterfly und Elvis | an Brody | tbc. Wald]


Zuletzt von James Barnes am Sa 24 Okt 2015 - 11:22 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Noah Shoemaker
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BeitragThema: Re: Boxen   Fr 23 Okt 2015 - 18:30

Noah war durchnässt. Kaum fünf Minuten hatte er damit verbracht, draußen durch die Paddocks zu springen, um die Türen zu schließen, doch die Zeit hatte gereicht, um den Dreiundzwanzigjährigen bis auf die Knochen zu durchnässen. Er trug ja auch nicht viel, nur ein Sweatshirt und die üblichen Jockeyhosen - nach dem Training war er ja aufgehalten worden, und war so nicht aus den verschwitzten Klamotten herausgekommen. Einen Vorteil hatte die Sache ja: jetzt, wo seine Haare pläddernass in Stirn und Nacken klebten, musste er sich keine Sorgen mehr darüber machen, dass sie durch das Training strähnig oder fettig aussehen konnten. Nicht, dass er das tat - er war in einem Elitestall. Alle Menschen wussten, wie man aussah, wenn man wie Sau unter einem Reithelm geschwitzt hatte. Aber trotzdem.
Und diese Nässe, die ihn überzog, die hatte er anfangs gar nicht richtig bemerkt; er hatte sich ja bewegt, war über die Zäune gesprungen, als wären sie nichts. Noah hatte das quasi als Abendtraining gesehen, kleine Zwischenübung. Als Jockey musste er ja immerhin auch alleine auf die großen Vollblüter drauf kommen - da brauchte es Sprungtraining. Davon war ihm warm geworden. Jetzt aber waren die Temperaturen unten und sein Körper kühlte ab - und das merkte er jetzt. Er fröstelte, während er seine Saubermach-Versorgungs-Utensilien einsammelte, und wünschte sich nichts sehnlicher als eine heiße Dusche. Wenn er noch lange in den nassen Klamotten blieb, würde er sich den Tod holen, so viel war klar. Und er konnte doch jetzt nicht krank werden, nicht direkt am Anfang des Jahres! Wie würde das denn aussehen?
Doch bevor er sich aufrappeln konnte, um zu gehen, fiel dem jungen Mann auf, dass er gar nicht allein war. Zuvor hatte Noah das nicht bemerkt - seine Aufmerksamkeit ließ in der letzten Zeit ziemlich zu wünschen übrig. Das sah man an dem miserablen Training, das er heute hingelegt hatte, und jetzt daran, dass er den Besitzer des Pferdes, das er gerade so gut er konnte verarztet hatte, einfach mal komplett ignoriert hatte. Beziehungsweise, gar nicht erst bemerkt. Galt das als Ignorieren? War ihm ja eigentlich auch reichlich egal. Er hockte also da neben Wasabis Bein, und musste fast den Kopf in den Nacken legen, um Isaac Haber ins Gesicht zu sehen. Die Worte, die der Ältere zu ihm sprach, kamen auch erst zwei Sekunden später an.
Noah konnte sich nicht erinnern, wann er zuletzt von irgendwem gelobt worden war.
"Gehört sich doch so", wunk er es ab; einfach, weil er nicht anders konnte.

Ehrlich gesagt war Noah nicht sonderlich erpicht auf ein erneutes "Pläuschchen" mit diesem Kerl, von dem man ihm gesagt hatte, er sei sein Bruder. Er hatte es versucht, doch er hatte sich angestellt wie der letzte Idiot, ziemlich ähnlich diesem seiner Meinung nach taubstummen Dressurazubi, der den weißen, geilen Lippizaner ritt, wie auch immer der jetzt wieder hieß. War ja auch egal. Jedenfalls wollte er sich nicht nochmal blamieren. Viel schlimmer konnte er es zwar nicht mehr machen, aber trotzdem. Bevor Noah Isaac endlich sagte, weshalb er hier war, mit ihm redete, was man ihm damals in Australien gesagt hatte, wollte er sich lieber nochmal zurückziehen, seine eigentlich gar nicht vorhandenen Wunden lecken und ein bisschen neuen Mut sammeln. Vielleicht würde er auch Emma überreden können, nochmal mit ihm rüber zu kommen - oder jemand anderen. Es musste natürlich nicht Emma sein. Er könnte durchaus auch jedes andere Mädchen auf dem Hof haben.
Aber daraus würde wohl nichts werden. Denn bevor Noah sich endgültig aufrappeln konnte, sprach Isaac weiter - und kam wieder darauf zurück, was Noah eben angesprochen hatte, bevor der Stallmeister sie unterbrochen hatte. Und während Noah eben enttäuscht gewesen war, weil er so kurz davor gewesen war, endlich die Wahrheit loszuwerden, endlich sein Geheimnis mit irgendwem teilen zu können, und der komische Brody das alles mit dem schlechtesten Timing, das nur irgendwie ging, kaputt gemacht hatte, war er jetzt ein bisschen - angepisst? Nein. Enttäuscht? Das passte auch nicht. Erst, als er auf sein wie wild in seiner Brust pochendes Herz lauschte, wurde ihm klar, was es war: er hatte Angst. Immerhin wusste er ja nicht, was auf ihn zu kam. Jetzt, wenn er es überhaupt schaffen würde, die Wahrheit rauszukriegen, könnte sich sein ganzes Leben umkrempeln.
Anders als mit dem Lob, wusste er ganz genau, wann er zuletzt solche Angst empfunden hatte. Allerdings wollte Noah vieles, nur nicht darüber nachdenken.
Und so verdrängte er die Erinnerungen, bevor sie hochkamen, und richtete sich auf. Seine Beine protestierten - es war ein langer, harter Tag gewesen, und ganz vielleicht hatte er ein bisschen zu wenig gegessen, als für das Training, das er hinter sich hatte, angebracht war, aber das ging ja wohl niemanden außer ihn irgendwas an. Aber immerhin stand Noah jetzt, und fühlte sich gegenüber Isaac - er wagte es nicht, ihn "seinen Bruder" zu nennen - nicht mehr so ganz so klein. Und dass er sich immer noch klein fühlte, lag natürlich auch nicht daran, dass er klein war, sondern daran, dass Isaac groß war. So. "Dringend wissen?", wiederholte Noah, unglaublich intelligent, und zupfte seinen Pulli herunter, der ein wenig hochgerutscht war, zog sich die Ärmel über die Hände und fuhr sich mit den Fingern durch den Pony, um ihn aus der Stirn zu streichen. Isaac ansehen? Definitiv überbewertet. "Achja. Genau. Da war ja was." Er lachte nicht. Nervöses Lachen war für Menschen ohne Rückgrad. Er hatte Rückgrad.
Er wusste gerade nur nicht so genau, wo das hin verschwunden war.
Noah wusste nicht, was er sagen sollte. "Ich bin dein Bruder" war so schrecklich stumpf und direkt (warum dachte er das immer in Darth Vader Stimme?), und das könnte tierisch nach hinten losgehen, genauso wie es wäre, sich über Isaacs Familie zu erkundigen. "Ich weiß, dass du adoptiert bist. Hast du leibliche Brüder, rein zufällig einen, der jetzt dreiundzwanzig sein müsste? .. Naja, das bin ich." So eloquent, wirklich. Nein, Noah hatte keine Ahnung, auch, wenn er sich diese Szene in den vergangenen Wochen und Monaten zigtausend Mal vorgestellt hatte. Er wusste nicht, wie er damit umgehen sollte, er wusste nicht, wie er es rausbringen sollte, er wusste nicht, er wusste nicht, er wusste nicht. Am Liebsten wäre er zu Cat in die Box geflüchtet, nachdem er den Rest der Menschheit des Stalles verwiesen hatte. Oder joggen, das wäre auch eine gute Alternative; Sex, vielleicht. Aber nein, er kam hier nicht weg. Jetzt oder nie, das wusste er. Und so fand er schließlich irgendwelche Worte, die ungefähr aussagten, was er sagen wollte.
"Ich habe mich als Noah Shoemaker vorgestellt. Vor ein paar Monaten hab ich aber herausgefunden, dass das gar nicht mein richtiger Name ist - brauchst gar nicht so zu gucken. Ich habe erfahren, dass mein Geburtsname Álvaro Gonçalves lautet, und dass ich gar nicht Australier bin, sondern Portugiese. Und dass ich Geschwister hab - Schwestern, und einen Bruder." Erst beim letzten Wort schaute Noah auf, und seine tiefblauen Augen bohrten sich in die seines Gegenübers. Er wusste, dass Isaac die Bedeutung dieser Worte sofort klar sein müsste; immerhin war Noah der einzige der fünf Geschwister, der noch zu jung für irgendeine Erinnerung an die früheste Kindheit dort unten hatte. Er war ja noch ein halbes Krabbelkind gewesen, als er dort weggekommen war. Isaac allerdings ...


{ Nass | Wasabi | ISAAC | die große ENTHÜLLUNG }
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Isaac Haber

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BeitragThema: Re: Boxen   Fr 23 Okt 2015 - 23:16

Das Vergessen war ein langwieriger und schwerfälliger Prozess, der niemals wirklich endete, sondern sich eher in einer Endlosschleife befand, da Bruchstücke vergangener Ereignisse immer wieder unliebsame Erinnerungen weckten. Erinnerungen, die man doch eigentlich vergessen wollte. Warum genau er stehen blieb, Noah ansah, ihn erneut musterte und sich fragte, wo er ihn schon einmal gesehen hatte, wusste Isaac nicht wirklich. Aber es fiel ihm schwer, den Blick von dem Azubi zu nehmen, der ihn an irgendwen erinnerte, auf dessen Namen er bisher noch nicht gekommen war. Ob es ein Liebhaber gewesen war? Durchaus möglich. Kerle wie Noah hatte er ebenso reihenweise gehabt, wie schöne, reiche Frauen. Im Endeffekt war es immer dieselbe Sorte Mensch gewesen, mit der sich Isaac gezeigt hatte. Erst Shana hatte ein neues Kapitel aufgeschlagen, auf das er im Moment dann auch irgendwie wieder verzichten konnte. Es war Spätnachmittag und sie hatte sich immer noch nicht wieder gezeigt, sich entschuldigt, oder ihm gar eine Nachricht zukommen lassen. Erwartete er wirklich von irgendjemanden hier ein "Alles Gute!"? Nein, eigentlich nicht, denn er hasste Geburtstage, die ihn ausschließlich nur daran erinnerten, dass er gar kein Brite war. Geburtstage erinnerten ihn an die Heimat und an diese hatte er nur wenige gute Erinnerungen. An Geburtstagen sehnte er sich nach einer Familie und nach Verwandten, die er wohl niemals wieder haben würde. Er konnte keinerlei Zuwendung von den Fremden hier auf dem Hof erwarten, die sich alle nur um ihre Pferde scherten. Aber zumindest von Shana hatte er geglaubt vielleicht einen Glückwunsch zu bekommen. Gar kein Geschenk, nein. Geschenke waren meist wertlos, egal wie teuer bezahlt sie waren. Auch wenn es nicht so schien, Isaac hatte längst begriffen, dass Geld allein nicht glücklich machte. Zwar konnte man sich damit Pferde kaufen, die wiederum glücklich machten, aber man konnte sich keine Familie kaufen, keine Freunde, kein Vertrauen, keine Liebe. Und das frustrierte ihn, weil es ihm bewusst machte, wie allein und verloren er eigentlich war. Mit 26 Jahren. Schon wieder ein Jahr älter. Es wurde einfach nicht besser.
Noah's Herumgedruckse allerdings auch nicht und beinahe wäre Isaac wieder in die übliche Ungeduld verfallen, wenn er nicht irgendwie ohnehin melancholisch gestimmt gewesen wäre. Deswegen hatte Noah gute Karten und bekam die Zeit, die er brauchte, um sich seine Worte zurechtzulegen, die dann auch schon wie ein Schwall über seine Lippen kamen. Rasch. Ohne Pausen. Emotionslos. Er erzählte über sich, über das, was er glaubte zu sein und letztendlich gar nicht war. Als er endete ruhte noch immer der graue Blick auf ihm, der alles gefrieren lassen konnte, was ihm in den Weg kam. Man konnte nicht genau sagen, was wohl gerade in dem Briten vorging, der den Azubi dort ansah. War er ungläubig? Blitzte dort Erkenntnis auf? Schlich sich ein wissendes Lächeln auf seine Lippen? Flackerte dort Zorn? Es war schwer zu sagen, vielleicht war es eine Mischung aus allem und irgendwie ließ das Isaac bedrohlich wirken. Einzig und allein Wasabis malmendes Kauen schien die Situation etwas zu besänftigen, wenngleich noch immer kein Wort gesprochen wurde.
Álvaro. Der Chaot. Der ihm immer am Hintern geklebt war. Sein Verbündeter in der Not und sein Sündenbock im Konflikt. Sein Bruder, den er für verschollen geglaubt hatte. Álvaro. Das sollte Noah Shoemaker sein? Das, was dieser junge Mann ihm soeben erzählt hatte, kam Isaac alles mehr als bekannt vor. Mit der einzigen Ausnahme, dass es bei ihm nicht so lange gedauert hatte, bis man ihm die Wahrheit erzählte. Eine Wahrheit, die damals auch seine Welt zerstört hatte. Jetzt erkannte man, dass Isaac wohl nach einer geeigneten Reaktion suchte, denn er lehnte sich beinahe etwas Halt suchend an die Boxenwand, deren Tür er langsam weiterzuschob, sodass sich der Spalt noch weiter verengte. Sein Augenmerk konzentrierte sich auf Noah alias Álvaro und Wasabi war clever genug, die Tür weiteraufzuschieben und einen Spaziergang zu unternehmen. "Como foi que você descobriu? Você sabe alguma coisa sobre os outros?"* Es war ein Test, den Isaac Noah aufgab. Verstand er seine Muttersprache, konnte er sie sprechen? An wie viel von einer Sprache aus Kindheitstagen man sich erinnerte, konnte der gebürtige Portugiese nicht sagen, aber wenn Noah verstand, dann blieb kein Zweifel mehr, dass er es wirklich war. Die Augen waren Isaac von vorherein verdächtig vorgekommen, aber er hatte sie nicht einordnen können. Natürlich erkannte er nun die Ähnlichkeit, die Álvaro schon immer mit Filipa gehabt hatte. Das hellere Haar, das sogar heller war als Isaac's, die Gesichtszüge und natürlich die eindringlichen Augen, wenn Filipa auch stets eher hellblaue Augen gehabt hatte. Wie viel wusste Noah über die Familie? Konnte er es wirklich sein? Laut How I met your mother hatte doch jeder einen Doppelgänger. Was, wenn er einfach nur stark jemandem ähnlich sah, tatsächlich nur ein Fan war und Isaac irgendwie näher kommen wollte? Das war durchaus möglich, aber niemand, außer den Beteiligten wusste, dass Isaac Haber nicht Isaac Haber sondern Romeo war. Vielleicht lag also Misstrauen in Isaac's Blick, ebenso wie Ungläubigkeit, dass er ausgerechnet jetzt seinem Bruder begegnen sollte. Es schien so unwirklich. Und doch sprach seine Erinnerung dafür. Die Erinnerung, die er niemals hatte vergessen können.


*Wie hast du es rausgefunden? Weißt du etwas über die anderen?

{Noah | Gespräch}
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Noah Shoemaker
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BeitragThema: Re: Boxen   Mo 26 Okt 2015 - 16:18

Es gab, abgesehen von Noah selbst, drei Leute, die davon wussten, dass er adoptiert war: seine Adoptiveltern (er konnte sie nicht mehr Eltern nennen. Nicht nach dem, was vorgefallen war) und der Privatdetektiv, den er engagiert hatte, um seine Geschwister ausfindig zu machen. Noah hatte es niemandem erzählt - wem denn auch? In diesen letzten Monaten war ihm zum ersten Mal aufgefallen, wie schlimm es eigentlich war, dass er niemanden hatte, dem er wirklich vertrauen konnte. Er hatte immer viele Freunde gehabt, war eins der beliebten Kids gewesen; das war alles, was für ihn gezählt hatte. Doch dann hatte er dagestanden und er hatte nichts gehabt - keine Familie, keine Unterkunft, nichts. Und er trug diese Last mit sich, dass die letzten zwanzig Jahre seines Lebens eine Lüge gewesen waren, und er konnte es mit niemandem teilen.
So lange hatte Noah es im Stillen mit sich getragen, hatte es an sich zehren lassen, und jetzt, wo er es endlich jemandem erzählte, war es ein komplett fremder Mensch. Das hieß, wenn man es so sah, hatte er ihn schon gekannt - irgendwann mal. Doch heute war er nur ein Name auf einem Stück Papier, oder vielen Stücken Papier, ein großer Name, der nichts zu bedeuten hatte. Oder auch alles, ganz, wie man es sah. Dieser Mann war sein Bruder - der einzige, der noch zu finden gewesen war. Und jetzt, wo Noah ihm das erzählte, schlug sein Herz bis zum Hals. So aufgeregt war er noch nie gewesen; oder jedenfalls nicht, dass er sich erinnern könnte. Er hatte ja keine Ahnung, wie Isaac reagieren würde. Und während ihn das sonst eigentlich nicht störte, ging es hier um seine Wurzeln, seine Familie - seine Heimat. Und das bedeutete alles.
Für eine ganze Weile blickte Isaac ihn einfach nur an. Noah versuchte, den Blick zu erwidern. Seine Augen waren grau und eindringlich, doch sie waren fremd; nichts in ihm regte sich, er erinnerte sich nicht. Er nahm Isaacs Gesichtszüge in sich auf, mit dem markanten Knochenbau und den wohlgeformten Proportionen. Und auch die sagten ihm gar nichts. Isaac war nur ein Fremder, von dem irgendwer ihm gesagt hatte, dass sie blutsverwandt seien. Und Noah fand auch keine wirklichen äußerlichen Ähnlichkeiten an ihnen, ganz egal, wie lange er darüber nachdachte. Vielleicht war er ja wirklich in die Irre geführt worden; vielleicht war die Behauptung, Isaac sei sein Bruder, nur eine Lüge gewesen.

Und dann redete Isaac Portugiesisch.
Die Worte kamen fließend aus seinem Mund, und Noah hörte sofort raus, dass ihm die Sprache natürlicher kam als Englisch - auch, wenn man erstmal nicht hörte, dass sein Englisch unnatürlich war. Noah hätte es selbst nicht geglaubt, doch dann redete Isaac so mit ihm, fragte ihn diese Sachen; und lustigerweise ließ der Klang dieser Worte etwas in Noah hochsteigen. Es war nichts bewusstes, und es machte keinen Sinn - ganz egal, wie sehr er es versucht hatte, er hatte sich an nichts erinnert, keine Indizien dafür gefunden, dass die Geschichte seiner Eltern stimmte; von den ganzen Urkunden natürlich mal abgesehen. Und dann kam Isaac daher, und sagte diese Worte zu ihm, und auf einmal sah Noah wieder den Slum vor sich. Nicht alles, nur Eindrücke. Ein Dach, auf dem sie gesessen hatten. Eine dunkle, schmale Gasse, mit einem halb verhungerten Straßenhund, der davonlief. Ein enges Zimmer, das einer ganzen Familie als Wohnung diente.
Und die Sprache. Er hatte sie mal gelernt, das wusste er, und ein paar der Ausdrücke kamen ihm wieder zurück. Doch er war noch ein Kind im Lernprozess gewesen und hatte es seit zwei Jahrzehnten nicht mehr gesprochen, drum verstand er von den portugiesischen Fragen nur das zweite, und da auch nur, weil er sich das meiste zurechtlegen konnte - wenn Isaac von anderen redete, würde er sicherlich von den anderen Geschwistern reden. Immerhin hatten sie ja noch drei Schwestern, soweit Noah herausgefunden hatte. Und es klang ganz danach, als wüsste Isaac auch nichts von ihnen.
"Du bist der Einzige, den ich gefunden habe.", antwortete Noah mit kleinem Zögern - nachdem er ein paar Sekunden ins Nichts gestarrt hatte, weil er sich erinnert hatte. "Das andere ... keine Ahnung, was du gefragt hast. Ich erinnere mich quasi an nichts, und es ist eine lange Zeit her. Ich war noch ein halbes Baby." Was sollte er auch sonst sagen? Er bezweifelte, dass er auf dem richtigen Weg war. Aber selbst wenn - er war bisher sehr gut allein klargekommen. Er brauchte diesen Bruder nicht, und für den Rest der Welt - bis auf vier Personen - war er immer noch Noah Shoemaker. Was anderes wollte er doch eigentlich gar nicht sein.


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BeitragThema: Re: Boxen   Fr 6 Nov 2015 - 16:32

Wie sehr hatten sie damals dafür gekämpft, zusammen bleiben zu dürfen. Wie oft waren sie aus den Zimmern entwischt und hatten sich bei Àlvaro versammelt. Wie oft hatten sie versucht, den Jüngsten aus den Händen der fremden Erwachsenen zu befreien. Es war aussichtslos gewesen. Der Kleine war noch nur einer Woche vermittelt gewesen. Mit zwei Jahren konnte noch gewährleistet werden, dass er sich nicht mehr an seine Ursprünge erinnerte. Bei den Größeren war das schwieriger, sie würden die neuen Eltern nicht ohne Weiteres akzeptieren. Und doch waren regelmäßig Interessenten da gewesen, hatten erst Filipa und dann Romeo mitgenommen. Die portugiesischen Kinder waren niedlich und schön zugleich, ein lukratives Geschäft, das man schnell und problemlos abwickeln konnte. Zumindest im Fall der Mädchen. Romeo jedoch wurde von einer Familie zur nächsten durchgereicht, wollte sich nirgendwo einfügen und schien nichts zu lernen, wenngleich der die jeweilige Landessprache schon innerhalb weniger Wochen sprechen konnte. Niemand wollte ihm lange Zeiträume gewähren, um das Vergangene auszuarbeiten und niemand wollte ihm Kontakt zu den geliebten Geschwistern verschaffen. Das Letzte, was ihm von seiner Familie geblieben war.
Romeo war schließlich in England gelandet. Hatte erkannt, dass er sich zumindest teilweise anpassen musste und war somit Brite geworden. Heute stand er auf Platz zwei der Springreiterweltrangliste und fuhr regelmäßig auf die ganz großen Turniere. Sein kantiges Gesicht blickte einem mit fesselndem Blick von den Anzeigetafeln der Großsstädte entgegen und tausende Frauen und Männer verzehrten sich auf den Modemessen nach dem Model, dessen Geschichte kaum skandalhaltiger hätte sein können. Körperverletzung, Hausfriedensbruch, Verhaltenauffälligkeiten... Der Vorstrafenregister war lang und doch schien das heute niemanden mehr zu stören. Weil niemand seine Geschichte kannte. Die Geschichte Romeos und nicht die Geschichte von Isaac Haber, dem funkelnden Stern des Designermodehimmels.

Die eindringliche Beobachtung des jüngeren Bruders zeigte, dass die portugiesische Sprache offenbar einige Erinnerungen zurückbrachte. Noah hielt inne, schien wie erstarrt und sah offenbar etwas vor sich, das sonst niemand sehen konnte. Isaac ließ es geschehen, konnte sich nur zu gut vorstellen, was Noah empfand. Ihm war es nicht anders ergangen, als seine Erinnerungen nach Jahren wieder zurückgekommen waren.
Die Antworten des Jockeyazubis waren jedoch alles andere als zufriedenstellend, was Isaac ein resigniertes Seufzen entlockte und ihn den Blick zu Boden richten ließ. Auch Noah wusste von keiner der Schwestern, dabei waren genau sie es, die Opfer und Beschützer der Brüder zugleich gewesen waren. Die Mädels hatten nicht selten die Nerven mit den Jüngsten der Familie verloren, weil die nur zu gerne Streiche gespielt hatten. Und wenn sie sich mal nicht verbündet hatten, hatten sie sich bekriegt. Solange bis einer heulte. Was im Normalfall logischerweise der Jüngere gewesen war. "Ich versuche schon ewig sie zu finden, aber nirgendwo gibt es eine Spur..." Er lehnte den Kopf nach hinten an die Boxenwand, die Augen auf die Decke gerichtet und lauschte Noah's Worten, die ihn nur sanft, beinahe mitfühlend lächeln ließen. "Ich weiß, ich weiß. Du warst das nervigste Baby, das die Welt jemals gesehen hat, weil sich ständig alles nur um dich gedreht hat." Isaac sagte dies unter einem leisen Lachen und man mochte meinen, dass soetwas wie Sehnsucht in den Bereiterworten wiederklang. Natürlich. Auch Isaac war einsam. War haltlos und hatte keine Familie, keine erkennbare Heimat. Aber würde das reichen, um die Brüder wieder so nahe zusammen zubringen, wie sie es einst gewesen waren? "Lass uns duschen und aufwärmen gehen. Wir können uns in meinem Apartment weiter unterhalten, da sind wir ungestört. Oder irgendwo anders, wenn dir dieser Vorschlag unbehaglich ist." Es war kein Geheimnis, dass Isaac auch Verhältnisse mit Männern gehabt hatte, aber eine Anmache an den eigenen Bruder war selbst für ihn zu viel des Guten, weswegen man dies wohl als schlichten Scherz verstehen konnte. Er wartete bis Noah aus Wasabi's Box trat, warf einen letzten prüfenden Blick auf seine Pferde und schob jedem eine Karotte zu ehe sie sich gemeinsam zum Stallausgang wandten.
Wirklich erklären konnte Isaac dieses Gefühl nicht, aber er wollte sich wirklich noch länger mit Noah unterhalten. Vielleicht schafften sie es seine Erinnerungen weiter wachzurufen und neue Schlüsse auf das Verbleiben der Schwestern zu bekommen. Das war zwar sehr fraglich, aber einen Versuch war es wert. Und außerdem, mussten sie sich neu kennenlernen. 20 Jahre veränderten jeden noch so resistenten Menschen.


{Erinnerung | Noah Gespräch | Vorschlag | ->APARTEMENT}
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BeitragThema: Re: Boxen   Mi 11 Nov 2015 - 10:57

Gewitter, ausgerechnet jetzt wo er mit seinem Marathongespann im Wald stand und sich mit Caro unterhielt. Erst waren es nur ein paar grummelnde Geräusche die noch ziemlich weit weg schienen, daraus wurden jedoch immer lautere Donner, bis auch irgendwann der erste Blitz über den Himmel zuckte und es wie aus Badewannen zu schütten anfing. Eigentlich hätte Taylor damit rechnen können, erschrak sich allerdings trotzdem und schaute wie ein nasser Pudel aus der Wäsche. Innerhalb von ein paar Sekunden war er bis auf die Knochen durchnässt. Gladwin machte das ganze eher weniger was aus, nur Aladancer trippelte ungeduldig auf der Stelle und schaute immer wieder um sich. Taylor wusste das der 10 Jährige um einiges Hibbeliger war, als sein Gespannpartner.
Langsam ließ er seinen Fuß von der Bremse, um Aladancer nicht die Chance zu geben nach vorne zu düsen und am Ende das ganze Gespann in Gefahr zu bringen. Langsam wendete er seine beiden Wallache und blickte kurz zu Caro. "Komm, sehen wir zu das wir hier wegkommen" sprach er, bevor er sein Gespann im Galopp den Waldweg entlang schickte. Immer mal wieder blickte er hinter sich um Caro nicht aus den Augen zu verlieren, die mit ihrem Pony dicht hinter ihm war. Er hatte zwar keine große Mühe das Gespann zu halten, allerdings hatte Aladancer hier und da ein paar Aussetzer wo er versuchte nach Links auszubrechen. Immer wieder ermahnte der Tätowierte seinen Wallach mit tiefer Stimme. Es dauerte gar nicht lange bis er den Stall sah und parierte das Gespann zu einem lockeren Trab. Er war zwar sehr auf Sicherheit beim Fahren bezogen, bei dem Wetter wollte er aber nicht länger draußen sein, was ihn dazu veranlasste im Trab über den Hof zu fahren, bis er am Stall ankam. Caro hatte sich schon direkt auf dem Hof von ihm abgesetzt und war in eine andere Richtung verschwunden. Schnell sprang er vom Kutschbock und fing an seine beiden Wallache von der Kutsche zu befreien. Als er jemanden vor dem Stall stehen sah richtete er sich kurz auf. "Hey, kannst du mir mal eben Helfen? Halt ihn mal bitte fest" rief er, bevor er mit einem Finger auf Aladancer zeigte, der etwas Nervös im Geschirr stand. Es war nun mal einmal schwierig zwei Pferde abzuspannen, wenn es am Himmel blitzte und Donnerte als würde die Welt untergehen.
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Luke Colins
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BeitragThema: Re: Boxen   Mi 11 Nov 2015 - 19:53

Gerade hatte Luke einen weiteren Schwung Pferde versorgt und trat aus der Box, als Daniel McHale, einer der Lehrer, triefend nass an ihm vorbei lief. Inzwischen hatte wohl niemand im Stall mehr trockene Kleider am Leib.
Mai-Lin war an ihm vorbei gelaufen und Richtung Cottage verschwunden. Kurz überlegte Luke sich ihr zu folgen und nochmals heiß zu duschen. Die Sonne war verschwunden und langsam kroch dem Fußballer die Kälte in die Knochen. Eine Erkältung konnte er sich absolut nicht erlauben, gerade jetzt zu Beginn der Saison. Kurz ließ Luke seinen Blick schweifen. Er hatte Mille noch gar nicht gesehen, auch von den Anderen aus seinem Team war niemand in den Stallungen. Die saßen vermutlich alle in ihren Zimmern und chillten, statt hier mit zu helfen.
Luke ging nochmals zu Bacardi und schaute ob mit seiner Stute alles in Ordnung ist. Kurz schmuste er noch mit dem Dressurpferd und verwöhnte sie etwas, bis es ihm dann doch zu kalt wurde und er sich auf den Weg zu seinem Cottage machte.
Kaum hatte er den Hof betreten, als ein Gespann angetrabt kam und er aus dem Weg trat. Gerade wollte er an den nervösen Pferden vorbei gehen und freute sich schon auf eine warme Dusche, doch soweit kam es nicht. Erneut wurde er angesprochen und schon hatte er das nächste nervöse Pferd an der Backe.
Leise vor sich hin fluchend ging er zu dem Wallach, der ebenfalls triefte und griff ins Halfter. Leise brummend sprach er auf das Pferd ein und spannte ihn aus. ZUm Glück hatte er auch das von seiner Mum gelernt.
Seine Finger waren eiskalt und die Riemen dazu auch noch nass, was die ganze Sache um einiges schwieriger machte, doch er schaffte es.
Als das Pferd befreit war führte er es in den Stall und sah sich suchend nach dem Tattoowierten um, der ihm quasie sein Pferd anvertraut hatte.
"Wo muss der denn hin?", fragte er, als er den Kutscher entdeckt hatte.
Inziwschen hatte sich unter ihm und dem Pferd eine kleine Pfütze gebildet. Wenn er schon nicht duschen kam, musste er sich jetzt bewegen um nicht krank zu werden und zur Not würde er jetzt auch ein fremdes Pferd trocken reiben und versorgen, hauptsache er musste nicht weiter wie bestellt und nicht abgeholt in der Stallgasse stehen und das auch noch mit einem Pferd, dessen Ohren nervös spielten.
Als erneut ein Donner grollte, zog der Wallach den Fußballer fast schon hinter sich her in eine noch freie Box.
"Okay, du weißt wohl wo du hin gehörst!", lachte er leise und befreite das Pferd auch noch vom Zaum.
Nebenher bekam er mit wie einer der Pferdepfleger raus in den Regen lief um den Hofleiter und den Doc zu suchen. Stimmt... Ackles war heute früher vom Training verschwunden...


(Versorgt Pferde/ verlässt den Stall/ Taylor/ Pferd)
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Shana McCormick
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HERKUNFT : Meine Heimat liegt in Schottland. Genauer auf einem Gestüt in der Nähe von Glasgow.
AUSBILDUNG : Ich lasse mich zur Bereiterin in der englischen Reitweise ausbilden. Die einzig vernünftige Entscheidung, wenn man sein Leben lang mit jungen Pferden zu tun hatte.

BeitragThema: Re: Boxen   Mi 18 Nov 2015 - 22:20

Es würde ihm nichts anderes übrig bleiben… Aus irgendeinem Grund konnte Shana sogar über diesen Kommentar lachen. Es war einfach zu sehr Isaac, zu sehr darauf bedacht, das letzte Wort zu haben. So war er einfach, egal wie beleidigt und sauer er war. Ganz im Gegensatz dazu, war sie selbst die Dramaqueen, die lieber ohne weitere Worte davon rauschte und andere stehen ließ. Denn Unwissenheit war manchmal noch schlimmer als alles andere, als alle Worte, die sie jemandem an den Kopf werfen konnte. Doch obwohl sie in diesem Moment so ziemlich alles wusste, fühlte sie sich alles andere als besonders gut. Shana fühlte sich unvollständig und absolut unbefriedigt. Dabei hatte sie doch einen Plan gehabt, einen Plan, der sie hätte heute noch wieder zueinander bringen hätte können. Aber nein, Isaac wollte ja nicht mitspielen – und es war ihm nicht zu verdenken. Außerdem hatte sie sich schon wieder vollkommen daneben benommen, was ihr im Nachhinein natürlich mal wieder leid tat. Doch dieses Temperament und die Impulsivität gehörten einfach zu ihrem Charakter, sowas konnte sie nicht einfach ablegen. Sie konnte nur versuchen, es zurückzuhalten. Für ihn, nur für ihn allein würde sie es weiter versuchen. Niemand sonst war ihr so wichtig, wie der Brite, niemand sonst verdiente diese Mühe.
Die Pferde raschelten leise mit dem Stroh in ihren Boxen, einige sahen auf, streckten ihre Köpfe aus den Fenstern, als sie vorbeilief. Die Kapuze ihrer Jacke hatte sie noch immer auf dem Kopf, hauptsächlich, weil sie nicht wollte, dass irgendjemand die kleinen Rinnsale salzig-warmer Tränen auf ihren Wangen bemerkte. Sie hasste es einfach, doch die Tränen hatte sie nicht zurückhalten können. Dieser Mann ließ sie einfach entschieden zu oft verzweifeln. Als die junge Schottin die Boxen ihrer Wallache erreicht hatte, schob sie leicht die Kapuze zurück, lehnte sich auf den Fensterrahmen und betrachtete Royal, der mit seiner Abschwitzdecke in der Box stand und sein Heu fraß. Als sie leise schnalzte, sah er auf und kam sogleich zu ihr, schmiegte seine Nase in ihre Halsbeuge. Die feinen Tasthaare kitzelten über ihre Haut und ließen sie kurz lächeln, ehe der bittere Ausdruck in ihr Gesicht zurückkehrte. “Ich hab es mal wieder verschissen, Royal, aber so richtig…“, flüsterte sie dem Wallach zu, strich mit der Hand liebevoll über seinen goldenen Hals und trat dann zurück. Eigentlich war sie doch für ihr Handy hier, das wahrscheinlich in einem ihrer Schränke in der Sattelkammer lag.
Nachdem sie den Sattel und die Trense weggeräumt hatte, die sie vorhin einfach in der Stallgasse hatte hängen lassen, schnappte sie sich ihr iPhone, das sie in dem Schrank ihres Andalusiers gefunden hatte. Der Bildschirm zeigte keine neuen Nachrichten an, also verschwand es vorerst in ihrer Hosentasche.

Isaac xx Gedanken xx Royal xx Sattelkammer (mysteriöserweise ist niemand da) xx ->Apartment VI
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BeitragThema: Re: Boxen   Mo 23 Nov 2015 - 8:46

Ihr weiß-blau gestreiftes Top klebte mittlerweile an ihrem Körper und war netterweise an den weißen Stellen auch schon leicht durchsichtig geworden. Ihre Chucks waren mehr als nur etwas durchnässt, von ihren Haaren, die in langen nassen Strähnen über ihren Schultern hingen, gar nicht zu sprechen. Wer hätte aber auch mit einem solchen Wolkenbruch rechnen können? Gaspar und ihrer armen Kutsche ging es da nicht anders. Auch das Pony war vollkommen durchgesaftet, obwohl sie schon im Galopp wieder zurück Richtung Stall gefahren waren. Allerdings in verhaltenem Tempo, denn je nasser es wurde, desto rutschiger wurde es auch. Taylor hatte zum Glück den Weg auch bei Gewitter und strömenden Regen gefunden, sodass sie nur hinter ihm her hatten fahren müssen.
Als sie nun am Stall ankamen, machte sich Taylor zur Stalltür auf, Caro hatte aber erst einmal vor, sich und ihr Pony ins Trockene zu bringen und da ihre Kutsche nun nicht die größte war, beschloss sie, erst einmal in den Vorraum der Reithalle zu fahren. Dort sprang die Deutsche vom Kutschbock und machte sich sogleich daran, ihr Pony abzuspannen. Guz sah aus wie ein kleiner begossener Dalmatiner und blickte sie stoisch unter seinem Schopf hervor aus braunen Augen an. Er wirkte so, als wolle er fragen, wie sie hatte auf diese Scheißidee mit der Ausfahrt kommen können. Die Entschuldigung war wohl, dass es vorhin noch nicht so schlimm ausgesehen hatte – und das entsprach auch voll und ganz der Wahrheit.

Einige Minuten später spazierte das Duo die Stallgasse entlang. Einziger Unterschied zu vorher: Gaspar war nicht mehr nur nass, sondern sah jetzt aus wie ein frisch paniertes Wiener Schnitzel. Da sie sowieso schon an der Halle gewesen waren, hatte der Ponywallach die Chance genutzt, war ohne sein Fahrgeschirr oder Trense einfach entwischt und hatte sich erst einmal im Sand gewälzt. Nun dackelte er brav wieder hinter seiner Besitzerin her und machte keine Anstalten wieder abzuhauen. Gut für ihn…, dachte Caro bei sich und blickte schmunzelnd auf ihr Pony herunter. Die Ponyschritte klackerten fröhlich auf dem Boden der Stallgasse und kündigten ihre Ankunft bereits aus der Ferne an.
Kurz bevor sie an der Box des Appaloosaponys ankamen schien dieses dann aber doch wieder andere Pläne zu entwickeln und zockelte in langsamem Trab davon. “Hey, Gaspar, komm sofort wieder zurück! Pony! Hallo? Geht’s dir noch gut?!“ So nett und freundlich die Stimme der Blondine eigentlich war, von jetzt auf gleich konnte sie dann doch einen recht unangenehmen Ton an den Tag legen, der vermutlich für alle umstehenden noch bedrohlicher klang, weil sie in ihrer Muttersprache ihrem Pony hinterherbrüllte. Und da Deutsch nun einmal auch in amerikanischen Filmen ausschließlich von Nazis gesprochen wurde und für die meisten sowieso schon bedrohlich klang… Meistens vermied sie es einfach, doch wenn sie sauer war, konnte Carolin sich dann doch nicht mehr beherrschen.
Zunächst dachte sie tatsächlich, er hätte auf sie gehört, doch dann steuerte Guz zielsicher auf Finnian zu, der etwas verloren in der Gegend herumstand. Was dachte sich dieses Pony bloß immer? Genervt stöhnend, legte sie das nasse Fahrgeschirr vor der Box ab, schnappte sich das Halfter des Wallachs und stiefelte zu den beiden hinüber. “Hi, Finnian, tut mir echt leid, das Tier hört einfach nicht auf mich…“, begrüßte sie den Neuseeländer und lächelte ihn entschuldigend an. Mit deutlich ernsterer Miene sah sie dann aber auf Gaspar herunter, die ganz genau zu wissen schien, dass er scheiße gebaut hatte. Fast entschuldigend brummelte er leise vor sich hin und hielt dann brav seinen Kopf so, dass seine Besitzerin ihm sein Halfter anlegen konnte.

Rückkehr ausritt xx panierter Guz und Caro bei Finnian
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James Barnes

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BeitragThema: Re: Boxen   Fr 27 Nov 2015 - 20:11

James war sich nicht sicher, ob er den Anblick von Brody und Bernard wirklich genießen konnte. Zwar hatte sich Elvis ein wenig beruhigt, jetzt, da der Stall in greifbarer Reich weite war, aber er war trotzdem nicht erpicht darauf, sich auch nur den leistesten Kommentar seines direkten Vorgesetzten anzuhören. Und dieser Kommentar würde mit Sicherheit kommen. James hörte ihn förmlich. Garantiert war es irgendetwas dazu, wie leichtsinnig es war, bei einem Gewitter allein rauszugehen, ohne darauf zu warten, dass die anderen ihre Ärsche hochbekamen. Es war ja nicht so, dass er genau aus dem Grund allein losgezogen war. Natürlich nicht. Wie viel lieber wäre er genau wie Brody und Masen im Stall geblieben, hätte ein paar Pferde versorgt und geguckt, dass die Azubis nicht gänzlich überfordert waren. Ja, das wäre ihm sehr viel lieber gewesen, hätte er sich zeitgleich bei McKinley beliebt machen können. Da dem aber nicht so war, saß er jetzt auf einem nassen Sattel, mit nassen Haaren und einem Pferd, das sich immer noch nicht vollkommen beruhigt hatte, während auf dem Hof selbst alle ins Warme und vor allem Trockene geflüchtet zu sein schienen. Oh, wie gern würde er besagten Kommentar wirklich von Brody hören. Es gäbe ihm einen wirklichen Grund, sich mit dem Stallmeister anzulegen. Allein dafür, dass er noch rauchte, während James sich diese Unart mühsam abgewöhnt hatte, war eigentlich Grund genug.
Dann jedoch vernahm er die Worte McKinleys und sah die Anerkennung in dem kurzen Blick, den der Hofleiter ihm zuwarf.

James hielt sich nicht für einen gefühlsduseligen Menschen. Viel mehr glaubte er von sich, ein Taktiker zu sein, jemand, der logisch denken konnte, für den Gefühle nur eine untergeordnete Rolle spielten, weil sie stets als Schwäche ausgelegt werden konnte. Und doch konnte man eine kleine Veränderung in seiner Haltung erahnen. Die Schultern wanderten etwas zurück und in seinen Mundwinkeln zuckte es. Anders als sonst war es jedoch kein sarkastisches Zucken, kein Widerwille, der seine Lippen bewegte. Es war ein Lächeln des Stolzes, das sich bilden wollte, dann jedoch unterdrückt wurde, weil James seine Gefühle meist beherrschte. Er war Brite und – das galt als Grund wohl eher – wusste eben, dass man seine Schwachstellen nicht direkt zeigen sollte.
Dennoch besserte es seine Laune erheblich.

„Es ist auch nicht einfach, ein nervöses Pferd bei einem Gewitter zu halten. Dr. Ackles hat sich dafür gut gehalten“, hörte er sich als Antwort sagen und hätte Luftsprünge machen können. Es klang sogar bescheiden! Wenn er die anderen nur dazu bringen könnte, in ihm einen anderen Menschen zu sehen. Jemanden, dem sie vertrauten, dem sie Zugeständnisse machen konnten. Hatte er dafür heute Abend den Grundstock gesetzt? Die Hoffnung, die er darin setzte, ließen ihn fast erzittern, als er und Elvis endgültig in den Stall eintraten und er sich endlich vom Rücken des Falben gleiten lassen konnte.

In den nächsten Minuten konzentrierte sich James nur noch auf das Pferd, erledigte die Handgriffe mit jahrelanger Routine. Verletzt war Elvis nicht; Sattel und Trense würde er sich zur Pflege vornehmen müssen, die Schabracke sollte gewaschen werden. Allmählich beruhigte sich der Lusitano auch, schnaubte und schüttelte die nasse Mähne, die ihm ähnlich in die Augen fiel wie James' Pony ihm. Das Lächeln, was sich zuvor seinen Platz erkaufen wollte, schaffte das nun, da er dem Wallach über den Hals strich und ihm leise versicherte, ihm gleich eine Decke zu bringen.


[ cf. Wald | Brody | Gedanken | Lewis' Lob | Antwort | Elvis | ANSPIELBAR, falls Aufsplittung der Gruppe]
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Lawrence McKinley
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BeitragThema: Re: Boxen   So 29 Nov 2015 - 19:47

Es war immer gut zu wissen, dass auf die Angestellten Verlass war. Deswegen war dies auch ein wichtiges Kriterium, dass es bei der Wahl der Bewerber zu beachten galt. Gerne ließen sich die McKinleys etwas länger Zeit mit einer Zu- oder Absage, aber dafür fanden sie auch stets die richtige Person für den entsprechenden Job. Auf dem Hof waren inzwischen zahlreicher, verschiedene Charaktere vereint, die unterschiedlicher kaum sein könnten und doch verlief der Tagesablauf stets reibungslos, weil jedes noch so aufmüpfige Gemüt seine Grenzen schnell erkannte. Somit hatte der Hof vielleicht auch für die ein oder andere erwachsene Person erzieherischen Charakter, was so aber natürlich niemals jemand zugeben würde.
Josephine Bernard und Eric Brody waren zwei dieser Verlasspersonen, die Lawrence in seinem Team nicht missen wollte und bei deren Anblick er fast gelächelt hätte, wenn das Wetter ein anderes gewesen wäre. So gab er ihnen nur rasch zu verstehen, dass sie alle lediglich einen Schock bekommen, sich aber nicht weiter verletzt hatten. Dennoch kam Bernard zugleich mit in den Stall, was Lewis aber vielmehr ihrer Besorgnis um die restlichen Pferde, als einer Anzweiflung seiner Aussage zuschrieb.
Obwohl sich schon viele in die wärmenden Wände der Cottages und Apartments geflüchtet haben mussten, waren noch einige wild am herumwuseln im Stall, was dem Hofleiter das Gefühl gab, dass während seiner Abwesenheit wenigstens nicht jegliche Normalität flöten gegangen war. "Danke, Mr Barnes.", war das Letzte, was er dem begleitenden Pferdepfleger zukommen ließ, bevor auch ihre Wege sich trennten und sie die Pferde in ihre Boxen brachten. Durchaus war Barnes keiner der einfachen Verlasscharaktere, wie es ein Brody war, aber er war auch niemand, den Lewis aus Willkür eingestellt hatte. Barnes verstand viel von seinem Fach und gerade weil er manchmal so unüberlegt handelte, konnte dies positive Ergebnisse hervorbringen. Dem Hofleiter war auch nicht die Regung im Gesicht des Briten entgangen, die wohl von einem leicht stolzen Lächeln herrührte, das er sofort wieder zurückdrängte, als er bemerkte, dass es nach außen sichtbar sein könnte. Über diese Art Verhalten musste Lewis innerlich sehr schmunzeln, denn er verstand diese erzwungene Kontrolle der Briten einfach nicht. Haber hatte sie auch an sich und so einschüchternd die beiden exzellenten Reiter in ihrer Arroganz auch wirken mochten, manchmal waren sie schon amüsant anzusehen.
Während er über all dies nachdachte, erledigte er in routinierten Griffen die Versorgung Butterflys, der er bereits das Reitequipment abgenommen hatte und sie nun begann mit Stroh abzureiben, bevor er ihr eine Abschwitzdecke überwarf. Liebevoll tätschelte er ihren Hals, wobei er ihr einige Karotten zuschob, die sie sich redlich verdient hatte. Auch Butterfly war ein Verlasskollege. Wenngleich sie heute schon sehr schreckhaft gewesen war, aber wer konnte es ihr verübeln.
Mit Sattel, Zaumzeug und Gamaschen auf dem Arm bahnte sich Lewis seinen Weg in die Sattelkammer und fragte sich derweil, wo Becca wohl stecken mochte. Ob sie bei Gewittereinbruch im Trockenen gewesen war? Er hoffte es inbrünstig. Jetzt hatte erstmalig Gelegenheit wirklich an seine Frau zu denken, denn zuvor hatte Butterfly seine ganze Aufmerksamkeit in Anspruch genommen. Rasch verräumte er die Reitsachen, schlüpfte aus den Stiefeln, die er fast ausgießen konnte und stellte alles zum Trocknen an seinen Platz. Der Lederpflege würde er sich ein andermal widmen, jetzt musste er ersteinmal nach Becca sehen. Hoffentlich war ihr nichts passiert!
Eiligen Schrittes lief Lewis die beiden Stallgassen ab, sah in die Halle, doch konnte nirgends Becca finden. Vielleicht hatte sie sich in ihre Wohnung zurückgezogen, saß seelenruhig mit einem ihrer hunderttausend Bücher auf der Couch und trank Tee. Lewis sprintete regelrecht die Treppen des Haupthauses hinauf bis in den zweiten Stock und stellte dort fest, dass die Tür abgeschlossen war. Normalerweise schloss Becca sich nicht ein, wenn er noch nicht zuhause war, aber er wollte die Hoffnung noch nicht aufgeben, dass sie nicht vielleicht doch in Sicherheit war. Also zog er den Schlüsselbund vom Gürtel und schloss die Tür auf. Die Wohnung, die sich ihm bot, war - leer.


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