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 Reithalle

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Lawrence McKinley
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BEITRÄGE : 924
ALTER : Die Zeit ist das Kostbarste, was wir haben, deswegen achte ich auch nach 52 Jahren noch sehr genau auf sie.
HERKUNFT : Als Heimatliebhaber habe ich Kalifornien immer die Treue gehalten.
BERUF : Der Verantwortung als Hofleiter und Dressurlehrer kann und sollte man sich nicht entziehen.

BeitragThema: Reithalle   Mi 22 Jan 2014 - 20:48

Die Reithalle besitzt die Maße 20x60m und wurde kürzlich renoviert. So gibt es hier nun eine Beleuchtung und vom Reiterstübchen aus kann man das Treiben in der Halle beobachten. Größtenteils wird hier der Unterricht abgehalten, bevor er auf die Plätze geht. Auch Trockenarbeit findet hier statt, die Halle ist selten komplett leer.
Die großen Fenster lassen viel Licht in das Gebäude, sodass es bis zum späten Nachmittag/Abend noch ohne Beleuchtung auskommt und allgemein freundlicher wirkt.
Vom Stall aus gibt es einen direkten Zugang in die Halle, was insbesondere bei Regenwetter natürlich von Vorteil ist.
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Lawrence McKinley
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BeitragThema: Re: Reithalle   Sa 8 März 2014 - 14:38


PLOT 3

Von Siegern, Stress und Prüfungsangst

Es ist so weit! Nachdem das erste Quartal des Ausbildungsjahres für die Azubis geschafft ist, steht nun das erste große Turnier an. Hier werden erstmals die Leistungen der Auszubildenden von international anerkannten Richtern beurteilt und bewertet. Dass das relativ bekannte Drei-tägige-Februar-Turnier dieses Jahr auf den Heaven Meadows Anwesen ausgetragen wird, gibt natürlich einen zusätzlichen Push, lastet jetzt auch noch der Druck der Erwartungen der Hofleitung auf den jungen Menschen.
Die Reitlehrer sind dennoch zuversichtlich, dass ihre Schützlinge gut abschneiden werden, obwohl die Konkurrenz groß ist. Aus der gesamten Umgebung und auch aus anderen Teilen des Landes, kommen viele Reiter an die Westküste nach Kalifornien, um sich hier unter Beweis zu stellen. Dabei sind ebenso nationale wie auch internationale Reiter vertreten, wenn Letztere sicherlich auch in der Unterzahl sind, so verfolgen sie doch alle dasselbe Ziel: in der gewählten Disziplin den begehrten Siegerpokal abzuräumen.

Während nun also erfahrene Hasen des Sportgeschäfts das Ganze relativ gelassen angehen, weil sie den Stress und die Hektik eines solchen Turniers gewohnt sind, ist besonders für die Neueinsteiger und die unerfahrenen Turnierreiter die Aufregung groß.
Wenige Minuten vor dem ersten Start liegen die Nerven blank, die Pferde sind auf Hochglanz poliert, einige tummeln sich schon auf dem Aufwärmplatz, andere kontrollieren noch ein letztes mal nervös, ob die Kleidung auch ja sauber und das Pferd richtig eingeflochten ist. Niemand will hier enttäuschen oder gar versagen, fließt die Bewertung der Jury heute ja auch mit in die Endjahrespunktzahl der Azubis ein.
Auf dem ganzen Hof herrscht reges Treiben, Reiter in schwarzen Jacket und weißer Turnierhose schreiten den Parcour ab, das Orga-Team wuselt über die Plätze, damit beim Start auch alles in Ordnung ist. Die Tierärzte kontrollieren bereits einige Pferde auf Doping - und die Azubis?
Für die ist es nun erstmals an der Zeit, dass sie ihre reiterlichen Fähigkeiten vor Publikum unter Beweis stellen müssen. Am heutigen Tag finden vormittags die Springen in den Klassen E-S und nachmittags die Dressur E-M statt. Am darauffolgenden Tag kommt es dann morgens zum Gallopprennen über 3400m, mittags findet der Distanzritt statt und ab 15.00 Uhr beginnen die Reiterspiele an denen jeder Azubi VERPFLICHTEND mit dem jeweiligen Pflegepferd teilnimmt. Am letzten Turniertag findet um 10.00 Uhr das Westernturnier und ab 16 Uhr sind dann alle herzlich zur Siegerehrung eingeladen.
Es stehen also drei aufregende Tage bevor. Für den gesamten Hof. Also, worauf wartet ihr noch? Letzter Kontrollcheck und dann rauf aufs Pferd oder die Tribüne. Lasset die Spiele beginnen!

> Mittwoch, 24. Februar
> Vormittags, 9.00 Uhr
> milder Morgen, ca. 11°
> es wird jedoch langsam wärmer und verspricht ein angenehmer Tag mit vereinzeltem Sonnenschein zu werden

ALLE, DIE AM SPRINGEN teilnehmen machen nun ihre Pferde fertig und begeben sich auf den Aufwärmplatz; in einer halben Stunde beginnt das Springen! ALLEN ANDEREN ist es freigestellt wo sie posten, allerdings solltet ihr euch an den natürlichen Turnierflair halten, d.h. startet jetzt keinen Ausritt o.Ä. Nehmt z.B. Plätze auf der Tribüne ein etc.
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BeitragThema: Re: Reithalle   Fr 15 Aug 2014 - 23:41

PLOT 3
Von Siegern, Stress und Prüfungsangst

Schneller als gedacht, verging der Vormittag mit einem rasanten, packenden Springen, das sicherlich Höhen und Tiefen hatte. Es war ein spannender Wettkampf mit manchmal haarscharfen Entscheidungen und einer Menge Adrenalinkicks - nicht nur für die Reiter auf ihren Pferden.
Der erste Turniertag ist in vollem Gange und scheint schon jetzt ein voller Erfolg für die Heaven Meadows Stables zu sein. Die Starter des Gastgeberstalls konnten allesamt mehr als zufrieden stellende Ergebnisse in der ersten Disziplin des Turniers verzeichnen. Einzig und allein der Sturz von Juliena Grossworth sorgte für einige Schrecksekunden, doch sowohl Pferd, als auch Reiterin scheinen mit einem Schreck davongekommen zu sein. Aufgrund von jeweils einem Abwurf konnten leider weder Lillian Adams noch Callum Moreno die vorderen Plätze belegen, haben mit ihren jungen, unerfahrenen Pferden aber zweifelsfrei eine super Leistung gezeigt. In den zwei höchsten Klassen konnten dann sogar zwei Siege für die HMS eingefahren werden. Der erfahrene Vielseitigkeitslehrer Daniel McHale entschied mit seinem Heart-shaped Gun das Rennen ebenso für sich, wie der erfolgsverwöhnte Isaac Haber auf der alternden Cloud Atlas Sextet. Ebenso zeigten Shana McCormick und Rebecca Lacroix eine fehlerfreie Leistung und konnten sich damit im S-Springen die vorderen Plätze sichern.
Nach der Auswertung des Springens und einer kurzen Siegerehrung mit Ehrenrunde, gab es eine kurze Pause, in der alle einmal durchschnaufen und die Pferde zurück in die Box, oder sogar auf die Weide bringen konnten. Als nächstes steht nun die Dressur auf dem Plan, die ebenfalls nicht gerade wenige Gäste anlockt. Während sich die Springreiter also zurücklehnen und erstmal eine Stärkung brauchen, kommt nun langsam Aufregung bei den Dressurreitern auf und die ersten machen sich daran, die Pferde fertig zu machen, bevor es ins Viereck zum "tanzen" gehen kann.

> Mittwoch, 24. Februar
> Nachmittags, 15.15 Uhr
> sanfter Sonnenschein, ca. 18°

ALLE, DIE AN DER DRESSUR teilnehmen machen nun ihre Pferde fertig und begeben sich auf den Aufwärmplatz(Springplatz); in einer 3/4 Stunde beginnt die Dressur für die ersten HMS-Starter! ALLEN ANDEREN ist es freigestellt wo sie posten, allerdings solltet ihr euch an den natürlichen Turnierflair halten, d.h. startet jetzt keinen Ausritt o.Ä. Nehmt z.B. Plätze auf der Tribüne ein etc.
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BeitragThema: Re: Reithalle   Fr 2 Jan 2015 - 18:53


PLOT 4

Von Überfliegern, Möchtegernen und Kindheitshelden

Der erste Turniertag hatte voll eingeschlagen. Die Heaven Meadows waren besser besucht gewesen, als alle vermutet hatten und so erhofft man sich vom zweiten Turniertag Ähnliches, zumal dieser mit seinem Programm den größten Unterhaltungswert bieten dürfte.
Nicht ganz so früh wie noch am ersten Tag geht es am 25. Februar los, doch schon um 10.00 wird der Startschuss zum Auftaktrennen fallen, das auf der Rennbahn ausgetragen wird.
Während die meisten Azubis erst am Nachmittag wieder an den Start gehen, heißt es für einige wenige, aufstehen und Pferde fertig machen. Das Adrenalin schießt schon jetzt so manchem Rennpaar durch die Adern und die edlen Vollblüter tänzeln nervös über den Hof. Obwohl am zuvorigen Tag noch mildes Wetter geherrscht hatte, zeigt sich an diesem Donnerstag bereits früh morgends die Sonne mit den ersten Strahlen und verspricht ein lauwarmer Tag zu werden.

Frühzeitig trudeln nun die Besucher ein und suchen sich die besten Plätze auf der Tribüne, versorgen sich mit einem zweiten Frühstück an den Imbissbuden oder sehen sich den Hof an. Viele waren schon am Vortag hier und sind nun gespannt, was das Turnier noch so zu bieten hat. Neben der Bahn wurde ein kleiner Stand aufgebaut, an dem man wie bei einem richtigen Rennen auf die einzelnen Starter wetten kann. Auch diese Möglichkeit wird zahlreich wahr genommen und auch der ein oder andere vom Hof hat bereits seinen Tipp abgegeben. Angeboten wird die Platzierungswette (Tippen der Reihenfolge ins Ziel), die Triplewette (Tippen Belegung von den ersten drei Plätzen) und die Siegeswette (wer wird Sieger), wobei Letztere mit dem höchsten Gewinn versehen ist. Insbesondere bei den jüngeren Besuchern kommt dieses Glücksspiel gut an, doch auch viele Erwachsene erfreuen sich am Tippen. Bis das Hoffen losgeht, dauert es nun nur noch wenige Minuten, sodass sich langsam aber sich fast alle auf den Tribünen eingefunden haben und nun zusehen wie die Jockeys mit ihrern Pferden das zweite Mal nach ihrer Vorstellung den Platz betreten und in die Startboxen geführt werden. Einige Pferde scheuen angesichts der Enge in den Boxen, manche geben sich wie die großen Profis und gehen selbstsicher hinein. Der Countdown läuft und nun kann es jeden Moment losgehen in dem sich die Türen öffnen, die Pferde herauspreschen und erneut alles auf Sieg gesetzt wird.

> Donnerstag, 25. Februar
> Vormittags, 10.00 Uhr
> milder Morgen, ca. 15°
> es wird jedoch langsam wärmer und die Sonne kämpft sich ihren Weg durch die Wolkendecke frei

Wie schon am zuvorigen Tag, ist die Teilhabe am Turnier für niemanden Pflicht. Jedoch gilt weiterhin die Regel, dass keine großartigen Aktionen wie Ausritte oder intensive Springtrainings vollzogen werden. Wer sich mit den Pferden beschäftigen möchte, kann dies gerne bei der Fellpflege, einem Koppelbesuch o.ä. tun.
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BeitragThema: Re: Reithalle   So 1 März 2015 - 17:49


PLOT 5

Zeit für die große Pause

Endlich ist sie da, die ersehnte Auszeit! Semesterferien. Gibt es etwas Schöneres als das? Für die Auszubildenden der Heaven Meadows Stable wohl kaum nach den anstrengenden Trainingswochen und dem Turnier, das trotz der angenehmen Abwechslung doch für alle Beteiligten Anstrengend war. Obwohl die Azubis und Ausbilder viele Schleifen hatten einfahren können, waren diese Leistungen schnell wieder vergessen. Nachdem die letzten Zelte und Stände abgebaut waren, der Müll beseitigt und wieder allgemein Ruhe eingekehrt war, hatte der Alltag wieder begonnen. Und das hieß Training, Training, Training. Sich nebenbei noch um das eigene oder das Pflegepferd kümmern und das andere liebe Vieh, sofern vorhanden. Viel Zeit für Partys oder Freizeitaktivitäten blieb da nicht wirklich. Wenn man es mal schaffte sich am Wochenende mit Freunden zu treffen, grenzte es ja schon fast an ein Wunder.
Doch diese Zeit ist nun vorbei – zumindest für einen Monat. Nun können die Azubis sich ihre Trainingszeiten selbst einteilen, das offizielle Training mit den Ausbildern ist für diese Zeit ausgesetzt. Das bietet natürlich neue Freiheiten und Zeit, die für Ausritte oder anderweitige Ausflüge genutzt werden kann. Seit langer Zeit ist man am Abend nicht mehr vollkommen geschlaucht und kann auf Partys gehen. Und das sonnige kalifornische Wetter lädt geradezu dazu ein, schon einmal zu testen, wie warm der Pazifik eigentlich im April ist. So angenehm wie es sein könnte, sollten sich die Azubis ihre freie Zeit aber nicht machen, denn nach den Ferien warten die wichtigen Prüfungen für die es noch viel zu trainieren gibt. Vier Wochen auf der faulen Haut liegen wäre ja auch wirklich zu schön. Für außerplanmäßige Trainingseinheiten stehen natürlich die Ausbilder trotzdem bereit und geben gern Reitstunden oder auch nur Hilfestellungen in einem lockeren Rahmen. Was sonst etwas unorthodox ist, ist in den Ferien durchaus auch mal möglich – der Kreativität, was Trainingseinheiten angeht, sind keine Grenzen gesetzt.


> Samstag, 4. April
> Nachmittags, 14.00 Uhr
> Sonnenschein, 20°C
> das Wetter verspricht weiterhin so zu bleiben und kündigt einen milden Abend an

Es ist freigestellt, was ihr macht, doch beachtet, dass das Mittagessen bereits geschehen ist und nun am Nachmittag entweder etwas in der Stadt oder auch auf dem Hof mit den Pferden gemacht werden kann. Trainingseinheiten mit den jeweiligen Ausbildern sind möglich, ebenso wie Ausritte oder Shoppingausflüge in die Stadt.
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BeitragThema: Re: Reithalle   So 8 März 2015 - 12:37

Es wurde besser.
William hatte bezweifelt, dass er das tatsächlich mal sagen würde. Die letzten Jahre seines Lebens hatte er so gekämpft, um überhaupt irgendwie zu überleben, dass er vergessen hatte, wie es war, sich tatsächlich mal nicht total beschissen zu fühlen. Er war so paranoid gewesen, dass irgendwas passieren würde, das alles zerstören könnte, dass er sich komplett von allem und jedem zurückgezogen hatte. Es war eine harte Zeit gewesen, gerade, wenn sich im ersten halben Jahr nach seinem "Neustart" nicht groß was getan hatte.
Jedoch war jetzt der Winter vorbei, das Wetter wurde wieder wärmer, und irgendwie hob allein das gute Wetter schon seine Laune. Dann war da natürlich noch die Tatsache, dass William immer besser mit seinem Pflegepferd umgehen lernte. Lewandje begann, ihm zu vertrauen und die beiden verbesserten sich so weit, dass Will wieder so eine Art ganz geringes Selbstbewusstsein entwickete. Was nicht weniger half waren die Leute hier - niemals hatte der junge Engländer so viele Menschen kennen gelernt, die so freundlich und offenherzig waren und so gut mit ihm umgingen. Natürlich, ein paar Sackaffen gab es immer; aber solange Will sich von denen fernhielt, konnte er tatsächlich pauschalisieren und sagen, dass alle voll nett waren. Gerade mit Patrick hatte er so eine Art vorsichtige Freundschaft aufgebaut, und auch mit Camille, mit der er täglich besser klarkam - ihre fröhliche Art machte es schwer, sie nicht zu mögen. Wen Will persönlich bevorzugte war Joana. Sie waren sich ziemlich ähnlich, das musste er zugeben: sie ritten beide Dressur, wenn auch unter unterschiedlichen Trainern, und sie waren beide eher stille, zurückhaltende Persönlichkeiten. Pluspunkt: sie hörten viel die gleiche Musik. Also, Will hatte jemanden gefunden, mit dem er sich anfreunden konnte.
Es war nicht nur gut, es war nicht nur besser. Es war das Beste, was er seit Jahren gehabt hatte. Und so hatte er sich auch freiwillig bereiterklärt, an diesem Samstagnachmittag mit Joana ein bisschen zu trainieren. Das Wetter war gut, die Pferde waren gut drauf, und Will fühlte sich auch schonmal schlechter. Es war natürlich ärgerlich, dass der Reitplatz besetzt war: aber die Halle war ja auch lichtdurchflutet, sauber und hell und so konnte der junge Dressurreiter auch damit leben, dass er Stella heute in der Halle reiten würde. Die Stute war immer noch fit, auch, wenn sie im März einen ziemlichen Husten gehabt hat - der war jetzt weg, und so konnten sie wieder normal trainieren (nicht, dass Stella ein Pferd war, das noch Training benötigte).
Joana und William hatten sich für zwei Uhr 'verabredet' und Will war schon relativ früh da, weil er nichts Besseres mit seiner Zeit zu tun hatte. Er ritt Stella noch am langen Zügel langsam warm - was brachte es ihm, wenn er sofort voll quereinstieg und dann war Stella schon müde, wenn Joana ankam? Stella hatte vielleicht eine gute Ausdauer, aber sie wurde langsam alt und hatte sich gerade erst erholt; William wollte seine geliebte Schimmelstute einfach nicht überlasten.


{ Gedanken | wartet auf Joana }
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BeitragThema: Re: Reithalle   Do 7 Mai 2015 - 20:40


Unermüdlich schlackerte der Rapphengst mit seinem Kopf und ließ das Metall seiner Kandare klirren. Im Normalfall trainierten sie nicht mit Kandare, doch es ging auf die Abschlussprüfungen zu, da sollten sie sich mal langsam daran gewöhnen. Natürlich kannte er das schon seit Jahren, doch meist waren sie eben nur auf Gebiss geritten. Für Guillén hatte das nie ein Problem dargestellt, für den Friesen ebenso wenig. Sie hatte es so gewollt, denn sie hatte es nicht eingesehen, auch im Training die viel unangenehmere Kandare zu benutzen, wenn es auch ohne funktionierte und sie sowieso nicht an Turnieren teilnehmen wollten. Die Abschlussprüfung musste allerdings auf Kandare geritten werden, also baute sie sie an diesem Samstag in ihr Training mit ein.
Unruhig scharrte Saeculum mit einem seiner mächtigen Hufe, wobei der ansehnliche Behang in Wallung geriet. Er war wirklich ein Traum von Pferd, wenn auch nicht ganz einfach. Aber welcher der Hengst hier war das schon? Gerade die Dressur- und Rennpferde schienen häufig wenig ausgeglichen und für einen Anfänger zu meistern. Nein, allein die Gänge des Barockpferdes erforderten einen Reiter, die diese schwungvollen Gänge auch richtig sitzen konnte. Ansonsten landete man wohl recht schnell im Sand, was aus 1,72 Metern schon wehtun konnte. Die lange Mähne hatte die 19-jährige sorgfältig zu einem französischen Zopf geflochten, sodass sie nicht im Weg war oder sich in irgendetwas verhedderte. Und das, obwohl die kleine Diva es hasste, wenn sie so lange an seiner Mähne herumhantierte. Dafür betonte es seinen muskulösen Hals, was ihm eigentlich gefallen sollte. Denn, wenn ihm etwas gefiel, dann war es, sich zu präsentieren.

Bereits im Stall war die Dressurazubine aufgestiegen, da sie von dort deutlich mehr Einwirkung auf den Hengst hatte, als vom Boden. Eine zierliche Person wie sie hatte es wirklich nicht leicht, wenn sie täglich mit den beiden schwarzen Hengsten an ihrer Seite umgehen musste. Doch jetzt gerade war Saeculum tatsächlich ziemlich ruhig, für seine Verhältnisse. Zwar tänzelte er kurz, als sie aufgestiegen war und lief auch danach noch mit hoch erhobenem Kopf und schnellen kurzen Schritten voran. Als sie allerdings in die Halle ritten, wo Will bereits seine Stute im Schritt warmmachte, hatte sich diese Zickerei wieder gegeben und Jo konnte den Friesen am Gebisszügel, den Kandarenzügel nur über den Hals gelegt, gehen lassen. Natürlich horchte dieser auf, als er die Stute bemerkte, doch das war kein Grund, unruhig zu werden. Seit Jahren arbeitete sie mit Hengsten, daran war sie also gewöhnt.
“Hey, Will! Tut mir leid, wir sind etwas spät, glaube ich.“, rief die Blonde ihrem Trainingspartner nun quer durch die Halle zu, da sie sich lieber nicht direkt neben ihn setzte. Nicht mit Saeculum jedenfalls, Jaro wäre vielleicht etwas anderes. Aber es wäre trotzdem besser gewesen, wenn der Brite für das heutige Training sein Pflegepferd gesattelt hätte. So war es nun jetzt aber die Schimmelstute, damit würde sie auch zurechtkommen.

Saeculum xx Stall zu Reithalle xx Will
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BeitragThema: Re: Reithalle   Do 7 Mai 2015 - 21:26

Lautes Poltern und krachen konnte man aus dem Inneren des Hengststalles vernehmen, woraufhin man das murren einer männlichen Stimme vernehmen konnte. Mit aller Ruhe versuchte Raven den weißen Spanier in seine Schranken zu weisen, der versuchte die komplette Putzbox auf der Stallgasse zu verteilen. Ein leichter klaps auf die Brust, ließ den Hengst einen Schritt weichen und prustend auf den Boden gucken. "Wunderschönes Chaos" dachte sich der Pole, als er sich umschaute und in jeder Ecke das Putzzeug wiederfand. Kopfschüttelnd räumte er alles wieder zusammen und holte Sattel und Trense. Mit langer Lippe versuchte der Hengst erneut die Box umzukippen, allerdings konnte Raven diesem vorhaben zuvor kommen, und ein erneutes Chaos verhindern. Da er die langen Beine schon Bandagiert hatte, legte er vorsichtig den Sattel auf den Rücken des Tieres und schloss den Gurt. Es war ein Wunder das grade Raven diesen unfassbar schwierigen Spanier zugeteilt bekommen hatte, allerdings verstand sich der großgewachsene Reiter ziemlich gut mit seinem Pflegepferd. Was daran liegen konnte, das sich Illusion nicht grade groß von seinem eigenen Pferd, Kiwi, unterschied. Beide hatten es grade beim Reiten faustdick hinter den Ohren, während Rapido anfing zu Bocken, oder die Lektion verweigerte, drückte Fog einfach seinen Rücken weg und machte es unmöglich richtig zu sitzen. Allerdings ist Raven dies noch nicht wirklich passiert, was auch daran liegen konnte, das er sehr oft mit Guillén trainierte und sich austauschte. Auch eine Sache die sehr selten vorkam, trotz dessen das Raven schon lange hier war, hatte er bis zum heutigen Zeitpunkt mit kaum jemanden gesprochen. Er bevorzugte es im Hintergrund zu leben, und so gut wie jedem aus dem Weg zu gehen. Er wusste mit anderen Menschen nicht wirklich umzugehen und es dauerte lange, bis man an den 20 Jährigen herankam. Guillén war einer der wenigen, die das geschafft hatten. Nachdem Raven den Schopf des Weißen eingeflochten hatte, schnappte er sich die Kandare und trenste auf. Raven war kein Freund von Kandaran, allerdings gehörte auch dies zu seiner Ausbildung dazu, und somit musste er damit Reiten. Ob er wollte oder nicht, war mal dahingestellt.

Grade aus dem Stall herausgekommen, stieg Raven auch schon auf. Er hasste es sich in der Halle erst einen Platz zu suchen um sich auf den Rücken des Pferdes zu schwingen. Viel lieber tat er dies schon direkt am Stall, dort hatte er einfach mehr Ruhe und Platz. Nachdem er sich ordentlich hingesetzt hatte, und alles sortiert hatte machte er sich auf den Weg zur Halle. Mit raumgreifenden Schritten trat auch Illusion in die Halle ein, wo Raven sofort zwei weitere Reiter erblickte. "Hallo" sprach er kurz und knapp, und konzentrierte sich auf Fog, der bei dem anblick der Stute kurz das tänzeln anfing. Ohne große Zügeleinwirkung, brachte er den Hengst nur mit Gewichtshilfen wieder zur Ruhe und auch dazu auf seinen Reiter zu achten. der Pole mochte es nicht wirklich, dem Pferd mit schwerer Hand im Zügel rum zuziehen, wenn man so etwas auch durch das Gewicht regeln konnte. Ein sanftes lächeln legte sich auf die markanten Gesichtszüge des Dressurreiters, der sich den schwungvollen Bewegungen des Spaniers anpasste und so eine Runde nach der anderen drehte. Immer mal wieder lies er den Hengst mit sachten Hilfen Seitengänge gehen um ihn optimal aufzuwärmen und für das Training vorzubereiten.
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BeitragThema: Re: Reithalle   Fr 8 Mai 2015 - 20:32

Als William Joana schließlich erblickte, war er sich nicht mehr so sicher, dass Stella am heutigen Tag die richtige Wahl gewesen war. Sie hatten zwar beide gesagt, heute ein ruhiges gemeinsames Training anzulegen, aber er hätte sich darüber im Klaren sein müssen, dass das Mädchen einen Hengst reiten würde. Stella störten die Kerle reichlich wenig - sie war eine alte Dame, die von den Angebereien der Hofhengste schon lange nicht mehr angesprochen wurde. Doch die Hengste reagierten auf jede Stute gleich - und so hatte er Jo vermutlich soeben das Training ein bisschen härter gemacht. Das machte ihn für eine Sekunde lang etwas unruhig .. bevor der Brite sich erinnerte, dass es Joana nicht juckte. Sie hatten in dieser Konstellation, mit dem riesigen Friesen und seiner feingliedrigen Warmblüterin, schon eine handvoll Male trainiert, und niemanden störte es. Er brauchte sich also keine Sorgen machen, dass er ihr irgendwie quer kam.
Diese Art Gedankengänge hatte William bis vor ein paar Wochen nicht gehabt, und noch immer überraschte es ihn, dass es die gab - dass er hier an einem Ort war, an dem er sich nicht über alles einen riesen Kopf machen musste, ob das nicht ein schlimmer Fehler gewesen war. Es überraschte ihn manchmal noch immer, so auch an diesem Tag, als er Stella durchparierte, um die Tür frei zu halten, damit Joana und ihr Pflegepferd eintreten konnten. Und so lächelte er für einen Moment nur leicht, beobachtete die andere Azubine, bevor ihm einfiel, dass er sie noch nicht gegrüßt hatte und auch noch nicht auf ihre Worte geantwortet hatte - etwas, das ihn immer noch zum erröten brachte. Die Meisten kannten es von ihm, dass er oft in seinem Kopf gefangen war. Deswegen musste es aber trotzdem nicht so oft vorkommen, wie es vorkam.
"Hi Jo!", sagte er, und während seine Stimme immer noch relativ still war, hatte er sein Stottern größtenteils verloren und auch eine etwas fröhlichere Melodie legte sich oft unter seine Worte. Der Vierundzwanzigjährige wusste nicht, wann er das zuletzt von sich hatte behaupten dürfen. "Nein, kein Stress - ich war zu früh. Und selbst wenn, wir haben doch alle Zeit der Welt!" Solche Sätze waren ungewöhnlich lang für den William, der am Anfang des Semesters hergekommen war, doch inzwischen konnte er sich fast daran gewöhnen, wieder mehr zu reden. Am Besten gefiel ihm, dass er nicht mehr stotterte, wenn er mit Joana allein war - ihr vertraute er genug, um sich ein wenig zu öffnen, sich wohler in ihrer Gegenwart zu fühlen. Das machte vieles einfacher.

Was es nicht zwingend einfacher machte, war Raven. Der Azubi kam kaum ein, zwei Minütchen nach Joana in die Halle - und während William nicht direkt irgendwas gegen den Dressurreiter hatte, wusste er nicht ganz, was er mit ihm anstellen sollte. Der talentierte Junge - viel mehr war er nicht, gerade 20 (nicht, dass Will was dagegen sagen durfte, er sah keinen Tag älter aus als Raven) - war still und schüchterte William mit seiner puren Existenz ein. Sie hatten nie viel miteinander zu tun gehabt, außer wenn sie mal zusammen trainierten oder Theorie zusammen hatten oder so, und deswegen erlaubte Will es sich nichtmal, schlecht über ihn zu denken - aber irgendwas an ihm machte ihn unruhig, was hauptsächlich wohl nur daran lag, dass Will ihn nicht einschätzen konnte. Es sollte ihn nicht beunruhigen, dass er da war - Raven war ein begnadeter Reiter, und Will guckte ihm gern bei der Arbeit zu. Außerdem konnten sie zur Not einfach ohne irgendeine Interaktion koexistieren, ohne sich in die Quere zu kommen. Trotzdem konnte Will es nicht verhindern, dass er sich ein bisschen anspannte, als der Quasi-Fremde zu ihnen stieß, und er brachte auch keinen richtigen Gruß heraus, sondern nickte ihm nur zu - was dafür sorgte, dass seine Wangen sich einmal mehr sehr offensichtlich mit Blut füllten. Gut, dass er das unter seinem Helm verstecken konnte, und dadurch, dass er Stella einmal mehr in Bewegung setzte. Jetzt gerade war es eine Wohltat, dass er seine Stute statt seinem Pflegepferd mitgenommen hatte - Stella juckte es nicht die Bohne, dass er etwas nervös wurde, und sie schaffte es schon, ihn durch ihr pures Dasein zu beruhigen. So konzentrierte er sich erstmal auf sie, nahm langsam die Zügel auf und versammelte sie etwas besser, begann mit ein paar einfachen Biegungsübungen, um sie weich zu kriegen - das war sie nämlich nach ihrer Krankheitspause noch nicht so recht wieder.
{ grüßt JOANA | eingeschüchtert von RAVEN | macht Stella warm }
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BeitragThema: Re: Reithalle   Di 2 Jun 2015 - 17:55


PLOT 6

Neues Jahr, neues Glück

1 ½ Monate der freien, unbeschwingten Zeit liegt hinter Lehrern, Schülern und Pferden. Wochen, in denen die Tiere die Freiheit auf den Wiesen genossen und nur die Privatpferde bewegt wurden. Wochen, in denen kein Schüler zu den Büchern greifen und sich dahinter verstecken musste. Wochen, in denen keine Trainingsstunde geplant und Leistungsschreiben angefertigt werden mussten. Allen hatte diese Zeit gut getan. Viele haben sie für einen Urlaub genutzt. Entweder in der Heimat oder fern ab an einem anderen schönen Landstrich dieser Erde.
Pünktlich, zwei Wochen bevor das neue Lehrjahr startet, sind dann alle wieder zurück auf dem Hof. In den ersten beiden Augustwochen sind schon die neuen Azubis auf dem Hof eingezogen und mit ihnen neue Privat- und auch das ein oder andere Reitschulpferd. Für besonderes Aufsehen sorgte zweifelsohne die Hochzeit von Lawrence McKinley und Rebecca Lacroix, die eine großartige Feier auf dem Hof war. Doch auch dieses Fest ist vorbei und so begann einige Tage später, am 01. September, auch schon wieder das neue Lehrjahr. Für die einen geht es in die zweite Runde, für die anderen ist es das erste Jahr auf dem Hof und ganz gespannt sind alle natürlich nur auf eins: die neuen Pflegepferde. Wer wird in diesem Jahr ihr vierbeiniger Begleiter durch dick und dünn? An wen wurde das Lieblingstier verteilt? Und hat man selbst vielleicht den geheimen Wunschkandidaten zugeteilt bekommen? Nun endlich hat das Warten ein Ende. Und nach einer Woche Theorieunterricht startet schließlich am 09. September der praktische Teil der Ausbildung in Form der ersten Stunde auf den neuen Pflegepferden. Für alle Beteiligten ist es eine aufregende Sache, denn sowohl die Pferde bekommen neue Reiter, als auch die Azubis, die neuen Partner bekommen und die Lehrer, die sich auf die neuen Paare einstellen müssen.
Inzwischen ist die erste Stunde in vollem Gang und das erste Betasten ist größtenteils überstanden. Die Unterrichtseinheit geht schon in die Schlusseinheiten und danach wartet dann doch ein wenig freie Zeit bis es ins Bett geht.

> Mittwoch, 09. September (->Geburtstagsliste)
> Nachmittags, 15.10 Uhr
> ein noch relativ warmer Tag, sonnig, ca. 25°
> ein paar Wolken zeigen sich schon am Himmel und lassen auf ein abendliches Sommergewitter schließen

Da wir mit der ersten Unterrichtseinheit beginnen, sind die Postingpartner schon festgelegt. Es findet Gruppenunterricht statt. Dabei erfolgt die Verteilung auf das Gelände folgendermaßen:

Dressurreiter (Dressurplatz)
Lawrence McKinley – William Cavanaugh
Guillén Jozé – Raven Blackwater&Joana Collins
Springreiter (Springplatz)
Rebecca Lacroix – Ava Reed&Miranda Gillingham
Vielseitigkeitsreiter (Vielseitigkeitsstrecke)
Daniel McHale – Mai-Lin Cheng&Lillian Adams
Jockeys (Rennbahn)
Alex Salas – Sophie Ferall&Noah Shoemaker
Westernreiter (Reitplatz)
Darian O’Donneil – Patrick Murray
Bereiter (Reithalle)
Isaac Haber – Shana McCormick&Noriko Cromwyll&Aaron Harris
Pferdepfleger (Hengststall)
Ciara Rothwood – Dorothea Kaiser
Tierärzte (Stuten-&Wallachstall)
Josephine Bernard – Emma Carter&Carolin von Meeden

Nach dem Unterricht steht die restliche Zeit des Tages allen frei zur Verfügung und neue Postingpaare können gebildet werden.
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Isaac Haber



BEITRÄGE : 652
ALTER :
JUNG GENUG, UM WIE 26 AUSZUSEHEN.

HERKUNFT : DAS, WAS EINER HEIMAT AM NÄHSTEN KÄME, IST UND BLEIBT LONDON IM LAND DER QUEEN.
BERUF : ALS BEREITER NEIGT MAN BEINAHE DAZU, GRAUE HAARE ZU BEKOMMEN.

BeitragThema: Re: Reithalle   Mi 3 Jun 2015 - 17:17

Wie erstaunlich schön das Wetter auf diesem abgelegenen Kontinent doch sein konnte... man mochte es kaum glauben. In London hatte es nur wenige Sonnetage gegeben, wie so oft war der Himmel grau geblieben, doch die Haut des gebürtigen Portugiesen freute sich über die in- und ausländischen Sonnenstrahlen, sodass sie schon jetzt schön gebräunt war und zu neuer Farbe erstrahlte. Natürlich war Isaac Haber nicht zum Spaß in England gewesen. Es gab neue Fotoshootings, zu denen man ihn bestellt hatte und auch eine Station der World Champions Tour hatte in diesen Tagen in der britischen Hauptstadt getagt, sodass er die Chance genutzt hatte und mit Oxygen Masquerade in den Parcour gegangen war. Die schwarze Stute war noch am Beginn ihrer Karriere in den Sternespringen, doch sie hatte sich gut geschlagen. Für das Stechen hatte es gereicht, für den Sieg noch nicht, doch mit einem fünften Platz konnte der erfolgsverwöhnte Bereiter dann doch zufrieden sein.
All diese Tage waren jedoch verstrichen und ehe er sich versah, hatte er sich in Anzug und Hemd auf der Hochzeit von Lewis und Becca wiedergefunden. Zugegeben, es war etwas plötzlich gekommen, die Information, dass sich die beiden Hofleiter das Ja-Wort gaben, doch obwohl Isaac Fröhlichkeit und Autoritätspersonen nicht ausstehen konnte, hatte er sich doch etwas für die beiden gefreut. Sie passten ja eigentlich schon zusammen. Er selbst allerdings konnte keinerlei Gedanken mehr an irgendwelche Feiereien verschwenden, denn er hatte seit seiner Rückkehr auf den Hof nicht nur diverse Pferde Korrektur reiten müssen, sondern auch den Ausbildungsstand des ein oder anderen Kandidaten vorantreiben müssen. Drei dieser Kandidaten würden in der bevorstehenden Reitstunde unter ihren neuen Reitern laufen.
Wie gewöhnlich hatte Isaac sich mit einem Murren nach dem Mittagsessen wieder aufgerafft, sich die Unterlagen vom schwarzen Brett genommen und war dann Rochtung Halle gestiefelt, in der er Unterricht zu geben hatte. Vermutlich war es keine schlechte Idee die Reiter mit den jungen, unbekannten Pferden in ein vollkommen abgesperrtes Gebäude zu schicken, denn dort konnte sich immerhin niemand von der Außenwelt ablenken lassen. Und wie gewöhnlich war Isaac auch seine konstanten fünfzehn Minuten zu spät gekommen, in denen er stets erwartete, dass seine Schüler die Pferde aufwärmten. Auch am ersten Tag hielt er nicht viel von Pünktlichkeit. Draußen war es warm, also hatte er zu kurzen Jeans gegriffen, darüber ein schwarzes Calvin Klein Printshirt, Nike Sneaker und die schwarze Sonnebrille sowie diverse Accessoires durften natürlich auch nicht fehlen. Möglicherweise mochte man ihn in diesem Aufzug nicht für einen Lehrer halten, da der große Rest seiner Kollegen meist Reithosen und Stiefelletten für die Stunden bevorzugte, doch er hatte eigentlich nie die Absicht, sich selbst in der Reitstunde auf ein Pferd zu setzen. Er blätterte also noch in den Unterlagen, während er mit einem "Tür frei" auch schon die Halle betrat, das Tor hinter sich schloss und in die Zirkelmitte stapfte, ohne auch nur einmal den Blick zu heben. Es dauerte noch mehrere Minuten bis der Bereiter schließlich die Zettel faltete und in die Runde sah. Rembrandt, Amadeus und Nirvana. Bunter hätte der Haufen nicht sein können. Noriko und Shana kannte er ja bereits aus dem Jahr zuvor, sodass er sich nur mit Aaron Harris kurz und knapp bekannt machte, im die grundlegenden Kniffe über Amadeus steckte, dann die beiden Mädels grüßte und sie schließlich in die Abteilung in den Arbeitstrab schickte.

Die Stunde war eine klassische Haber-Stunde. Viel Gemecker, spärliches Lob und verschwitzte Leiber. Abgesehen von dem des Bereiters, der frisch wie eh und je aussah. Tatsächlich ließ sich der scheue Amadeus hier und da von irgendwelchen Geräuschen aufschrecken, sodass Aaron ihn wieder zügeln musste. Nirvana fand wie üblich den Hallensand äußerst interesannt, was Isaac fast zur Weißglut brachte - warum hatte man ihm ausgerechnet das Pferd gegeben, was er am wenigsten ausstehen konnte? Und dann war da noch Rembrandt, der in gewohnter Marnier einfach mal grundlegend nichts von dem machte, was man von ihm wollte, weil - er kannte das Wesen auf seinem Rücken schließlich nicht. "Shana bleib doch mal im Gesamtkonzept ruhiger. Remo ist weder ein Royal noch eine Mercy, die dein Seelenleben getrost ertragen können. Nimm die Beine von seinem Bauch weg, lass die Schenkel ruhig und nimm endlich die Hände höher, wir sind hier nicht bei der Dressur, wo man sie an den Sattel tackert." Shana schien schon die ganze Stunde über irgendwie aufgeregt, was sich mehr als deutlich auf den Rapphengst übertrug, der immer schneller vor sich hinschritt. Isaac's Tadel blieb da natürlich nicht aus. Aber auch die anderen wurden nicht verschont. "Aaron, bevor man antrabt, bringt man ersteinmal mehr Ruhe ins Pferd, wenn es neuerdings sogar erschrickt, wenn die Hasen im abgelegenen Wald Steh-Bock-Frei-Bock spielen. Lass seine Zügel etwas länger, dann entspannt er schneller und geht leichter vorwärts. Und Noriko jetzt treib Nirvana doch endlich mal vorwärts, die brauch sich den Sand nicht zum fünfzigsten Mal anschauen, der ist immer noch derselbe wie letztes Jahr." Wenn man Isaac nicht kannte, mochte er unwirsch, nie zufrieden und genervt wirken, doch dies war eigentlich noch eine relativ ruhige Stunde mit dem Springreiter, der kein Freund davon war, sich auf Erfolgen auszuruhen. Man mochte über ihn sagen, was man wollte, konnte seine menschliche Art infrage stellen und über ihn schimpfen, aber eines musste man ihm lassen: seine Schüler hatten im Gesamtpaket stets die besten Noten und das lag sicherlich nicht daran, dass er mit Punkten um sich schmiss.

Der neunte September war für den Briten ein schicksalhafter Tag. Er mochte Geburtstage nicht wirklich. Zumindest dann nicht, wenn er selbst im Mittelpunkt stand und sich vor Augen führen musste, dass er auf die dreißig zuging. Ein erbärmliches Alter für ein Model. Hauptsache er bekam jetzt keine Falten! Wobei es diese Schüler ihm nicht leicht machten, dagegen anzugehen. Vielleicht sollte er sich am Abend einfach in eine Diskothek, einen Pub oder Sonstiges schleusen und sich dort die Kante geben. Was anderes war ohnehin nicht mit diesem Tag anzufangen.


{Rückblick | Stunde | Verspätung | Meckerei xD}
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Shana McCormick
2. Lehrjahr


BEITRÄGE : 859
ALTER : Ich bin mittlerweile schon 23 Jahre alt, doch das heißt nicht, dass ich mich auch unbedingt immer so verhalte.
HERKUNFT : Meine Heimat liegt in Schottland. Genauer auf einem Gestüt in der Nähe von Glasgow.
AUSBILDUNG : Ich lasse mich zur Bereiterin in der englischen Reitweise ausbilden. Die einzig vernünftige Entscheidung, wenn man sein Leben lang mit jungen Pferden zu tun hatte.

BeitragThema: Re: Reithalle   Do 4 Jun 2015 - 11:31

Die neuen Pflegepferde hatten definitiv für viel Aufregung gesorgt. Noch mehr allerdings, dass einige Pferde ihren Pflegern angeboten wurden. Shana natürlich nicht, sie hatte ja sowieso schon zwei Pferde und was brauchte sie die kleine Schimmelstute? Sie war sowieso kein Sportreiter und hatte zwei Top-Pferde an ihrer Seite. Sie schätzte Mercy, doch mehr auch nicht. Ein Jahr Arbeit hatten sie vorangebracht, sie beide, doch nun war es eben Zeit für ein neues Pferd. Und das ließ sich nur äußerst widerwillig auf der Weide einfangen und hieß Unique Rembrandt V. Er war wunderschön, mit seinen markanten weißen Abzeichen auf dem schwarzen Fell. Ein Pony, aber nicht so klein, dass man fürchtete, die Beine würden irgendwann den Boden berühren. Anscheinend hatte McKinley sie zur Ponybereiterin auserkoren, aber es war ihr recht, solange sie keine kurzbeinigen Esel unter sich hatte. Auch die winzigen Shetlandponys hatten gewiss ihren Reiz, aber die Schottin war eben mit Leib und Seele Reiterin und somit waren Ponys unter 1,40 m definitiv nicht ihr Gebiet.
Das Problem war nun, dass sie zum ersten Mal auf seinem Rücken saß. Aus der Ferne hatte sie ihn schon beobachtet, doch sie hatte sich noch nicht mit ihm beschäftigen dürfen, was nun dazu führte, dass er bockig wurde. Er kannte sie nicht, sie war eine Fremde für ihn und er war ein 6-jähriger Hengst, der einfach jemanden brauchte, der sich einerseits durchsetzte und ihm andererseits Sicherheit bot. Und beides fehlte ihnen gerade. In Shanas Gefühlswelt sah es sowieso gerade mal wieder bunt aus, schließlich hatte Isaac Geburtstag und dass sie ihm nicht hatte um den Hals fallen können, als er die Halle betreten hatte, nagte doch sehr an ihr. All das kannte Royal schon gut genug, doch für den armen Remo war es komplett neu. Er tat ihr fast ein wenig leid und sie versuchte wirklich, ihr Innerstes ein wenig ruhiger zu bekommen.
Nun setzte sie sich tief in den Sattel, gab eine halbe Parade und parierte erst einmal in den Schritt durch, um dem schon ziemlich verschwitzten Welsh Cob kurz Zeit zum Verschnaufen zu geben – und sich selbst auch. Sie sollte ihn leicht reiten, mit feinem Zügel und mit ihrem guten Sitz, doch er war so widerspenstig, dass es fast nichts brachte und sie neben ihrem Reiten auch noch kontinuierlich auf ihn einredete, um ihn etwas ruhiger zu bekommen. Er war bereits vor der Kutsche gelaufen, deshalb klappte das halbwegs gut, aber eben nur halbwegs, weil er eigentlich gar keine Lust auf die Fremde auf seinem Rücken hatte.

“Oh, das ist also nicht Royal? Da habe ich mich wohl vertan beim Satteln.“, entgegnete Shana leicht gereizt auf den Kommentar zu ihrem Reiten. Doch das Problem war eigentlich, dass sie nicht sauer auf Isaac war. Er war zwar ein strenger Lehrer und sparte sich Lob meist komplett, doch er hatte Ahnung. Vielmehr war sie sauer auf sich selbst, denn alles was falsch lief, lag schließlich auch an ihr. Zu kleinen Teilen konnte sie es vielleicht auch auf Rembrandts Unwillen seiner neuen Reiterin gegenüber schieben, doch sie war die Hauptschuldige in diesem Fall. Der Brite war nur das Objekt, an dem sie ihren Ärger ausließ, doch mittlerweile sollte auch er so weit sein, dass er wusste, dass sie es nicht so meinte. Sie führten schließlich momentan eine recht gute geheime Beziehung. Und entgegen der Meinung vieler behandelte er sie zu Pferde in seinen Stunden keineswegs anders, als die anderen Azubis. Nur würde es für den Neuling im Bunde wohl etwas verwunderlich sein, wenn er sie so mit ihrem Ausbilder reden hörte, aber das konnte ihr ja egal sein. Aaron schien nicht so, als würde er sich Gedanken über sowas machen und neugierig werden, was da zwischen ihnen lief. Wahrscheinlich würde die Dunkelhaarige eh mit jedem so reden, mit dem sie arbeitete und eine halbwegs freundschaftliche Beziehung pflegte. Dass es bei Isaac und ihr mehr als Freundschaft war ging den Kleinen definitiv nichts an. Und er würde es bereuen, wenn er zu neugierig wurde. Sie hatte sowieso vorerst beschlossen, ihn nicht zu mögen. Vielleicht stellte er sich ja aber doch als gar nicht so inkompetent heraus.
Ok, tief durchatmen und weiter machen. Morgen wird alles besser, da machen wir erstmal was anderes., sagte sie sich und atmete einmal tief ein und aus, faste die Zügel wieder richtig nach und ritt den Rapphengst wieder an den Zügel. Ab und an riss er sich unruhig heraus, kam dann aber wieder mit dem Kopf herunter und kaute einmal sogar leicht auf seinem Gebiss. Aus einem angemessenen Arbeitstempo trabte Shana am inneren Schenkel an, behielt den Äußeren als Anlehnung auf dem Zirkel, den sie nun ging, für Remo angelegt. Sie ließ ihn eifrig in die Hand traben und der Kleine schoss etwas zu fix los und verfiel vielmehr in einen starken Trab, den seine Reiterin allerdings mit Sitz und leichter Zügelhilfe wieder korrigierte und ihn ruhiger bekam. Ein wenig unwirsch schlug er mit dem Schweif, beschwerte sich allerdings nicht weiter, als sie ihn nun mit Volten und Handwechseln beschäftigte. Um jetzt mit Tempiwechseln anzufangen war es definitiv noch zu früh für sie beide, das konnte nicht gut enden. Deshalb begnügte sich Shana mit dem arbeiten auf gebogenen und geraden Linien und baute immer wieder etwas holprige Schritt-Trab-Wechsel ein, die sie alles andere als zufrieden stellten.

Pflegepferde xx Rembrandt xx Isaac xx neuer Versuch
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BeitragThema: Re: Reithalle   Do 4 Jun 2015 - 14:24

Amadeus war so vollkommen anders als Pilgrim. Schon als Aaron den Fuchswallach von der Weide geholt hatte, war ihm aufgefallen, wie viel scheuer und unaugeschlossener sein Pflegepferd war. Sein ganzer Körper hatte eine gewisse Anspannung ausgestrahlt, bis er gemerkt hatte, dass der Mensch, der ihn von seinen Artgenossen weggeholt hatte, ein durchaus angenehmer zu sein schien. Oder es war die Begrüßungsmöhre gewesen, die einen Beitrag zu einer positiven Kontaktaufnahme geleistet hatte. Insgeheim schätzte der brünette Reiter, dass es eher letzteres gewesen war. Doch sie hatte ihren Zweck erfüllt, sodass er sich mit dem jungen Tier bekannt machen konnte.
Überhaupt waren die ersten Wochen auf dem Hof wie im Flug vergangen. Die Zeit weg von der großen Stadt, seinen dortigen Freunden und Verpflichtungen hatte gut getan. Endlich hatte er sich wirklich lange mit seinem Pferd beschäftigen können, statt es zwischen Tür und Angel zu reiten, schnell zu versorgen und zu hoffen, dass der Rappe es ihm nicht nachtragen würde. Doch nicht nur das war passiert. Kaum dass sie auf dem Hof angekommen waren, sich halbwegs eingerichtet hatten – ja, sogar Aaron hatte inzwischen nur noch sein Cottage occupiert und nicht mehr sein altes Zimmer und zusätzlich sein Auto – und sich mit der neuen Situation hatten anfreunden können, stand das nächste Großevent an: eine Hochzeit! Die beiden Hofleiter hatten geheiratet, was für die alt eingesessenen Azubis scheinbar genauso überraschend gekommen war wie für die Neulinge, von denen er bisher eigentlich nur mit Caro so etwas wie ein Freundschaft angefangen hatte. Der Blondine war er ja bereits am ersten Tag begegnet und ihre unkomplizierte, fröhliche Art war so etwas wie Balsam auf seiner gebeutelten, gequälten Seele gewesen. Und eine Feierlichkeit mit vorzüglichem Essen und guter Musik – und einem Ehepaar, das beim Hochzeitstanz keine blamable Leistung abgegeben hatte, was eine Seltenheit war – hatte ihr Übriges dazu beigetragen, dass er entspannter wurde als bei seiner Ankunft.
Entspannter gewesen war. Bis zur ersten Reitstunde.
Sein Ausbilder war ein strenger Mann. Prinzipiell war er das gewohnt, immerhin war es nicht die erste Ausbildung, die mit Perfektion einherging. Aber ein bisschen Rücksicht, weil es die erste Stunde war, hätte er sich eigentlich schon gewünscht. Amadeus war seit dem Aufsteigen nicht ruhiger geworden, eher im Gegenteil, und Aaron war an einen entspannten Partner gewöhnt. Er versuchte, ihm die best mögliche Unterstützung zu geben, konnte daher kaum auf seine beiden Mitreiterinnen achten, obwohl er durchaus hörte, dass Isaac Haber auch bei ihnen nicht mit Kritik sparte. Überhaupt war die Stimmung in der Halle angespannt. Oder lag das an ihm? Hatte er zu große Erwartungen an sich? Hätte er sich für einen anderen Zweig der Ausbildung anmelden sollen? Nein! Er würde das hier meistern und er würde beim Traben die verdammten Zügel länger lassen, damit sich der Angsthase unter ihm, mit dem er definitiv erst Vertrauenstraining hätte machen sollen, entspannen konnte, auch wenn es ihm schwer fiel und er das Gefühl hatte, Amadeus würde im nächsten Moment durch die ganze Halle preschen.
Die patzige Antwort seiner Kollegin, Shana, die ihm auch nicht gerade mit großer Freundlichkeit begegnet war, tat allerdings auch nichts dazu, dass er sich besser auf das Pferd unter ihm konzentrieren konnte. Zack! Schon wieder ruckte der Kopf des Fuchses hoch, als der Rappe von Shana schneller wurde.
„Sch. Ruhig, großer“, murmelte er ihm zu, setzte sich tiefer in den Sattel und begann ihn im Schritt wieder etwas mit Stellungen zu beschäftigen, in der Hoffnung, dass ihn Beschäftigung besänftigen würde, ehe er sich wieder an einen Trab wagte.


[Amadeus / Rückblick / Shana / Reiten]
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Isaac Haber



BEITRÄGE : 652
ALTER :
JUNG GENUG, UM WIE 26 AUSZUSEHEN.

HERKUNFT : DAS, WAS EINER HEIMAT AM NÄHSTEN KÄME, IST UND BLEIBT LONDON IM LAND DER QUEEN.
BERUF : ALS BEREITER NEIGT MAN BEINAHE DAZU, GRAUE HAARE ZU BEKOMMEN.

BeitragThema: Re: Reithalle   Do 4 Jun 2015 - 15:46

Es war die kritische Miene des Springreiters, die keinen Zweifel daran ließ, dass er seinen Azubis so schnell keine Gnade walten ließ. Zudem war Isaac dafür bekannt, dass er den ein oder anderen gerne mal länger darbehielt, bis eine Lektion endlich klappte. Dass er dies in der ersten Stunde schon tun würde, war zwar zu bezweifeln, doch dem bereiter durchaus zuzutrauen. Langsam löste sich die zuvor noch geschlossene Abteilung auf und die Reiter versuchten ihre Pferde in eigen kreeirten Lösungsansätzen zu lockern. Dies klappte jedoch nur bedingt, wobei hier und da durchaus gute Idee dabei waren. Natürlich nahm Isaac dies alles zur Kenntnis, doch war es noch viel zu früh, um ein Lob auszusprechen, sodass er Shana's Kommentar zunächst elegant überhörte, dann aber doch zurückschoss, wie es seine Art war. "Möglicherweise wäre ein Optiker die richtige Adresse für dich, junge Dame. Dann unterlaufen dir derartige Fehler nicht mehr. Aber eigentlich sind wir doch ohnehin hier, um uns weiterzuentwickeln und nicht, um auf den altbekannten, gemütlichen Pferden weitere Runden drehen, die uns keinen Schritt vorwärts bringen." Das hatte wohl gesessen, doch indem er sich abwandte, erklärte Isaac deutlich, dass das Gespräch damit für ihn beendet war und jede weitere Diskussion wohl schwerwiegendere Folgen nach sich zog, als die Abstempelung Royals, zu einem gutgläubigen, trottigen Pferd.
Der dunkelhaarige Brite wandte sich somit ersteinmal Aaron zu, der noch immer sichtlich Mühe hatte, den vollkommen aufgelösten Amadeus zu bändigen. Ruhigen Schrittes ging er zu den beiden, als der neue Azubi den Fuchs gerade in den Schritt parierte, sodass Isaac mit einem flotten Tempo nebenher laufen konnte. "Ok Aaron, ich weiß Amadeus ist nicht ganz leicht in der Handhabung. Aber wie du siehst entspannt er, wenn du die Zügel lockerer lässt. Natürlich habt ihr noch keine Vertrauensgrundlage, das ist mir klar, aber versuch jetzt einfach selbst locker zu werden. Du bist noch viel zu angespannt. Schalt' um, atme ruhig und gleichmäßig, siehst du, dann geht er mit der Nase gleich weiter nach unten und du kannst ihn an den Zügel treiben. Und vergiss nicht ihn zu loben. Er ist unser Angsthase und braucht viel Bestätigung, wenn etwas gut war. So aus diesem Zustand kannst du ihn getrost antraben und versuch ihn irgendwie zu beschäftigen, dass er gar nicht soviel Zeit hat, sich auf diese Geräusche zu konzentrieren, weil er seinem Reiter zuhören muss. Ja, siehst du, wird doch schon besser." Für Isaac's Verhältnisse war das in der Tat schon eine relativ zufrieden stellende Aussage. Jedoch sah er auch, dass sich Aaron sichtlich bemühte. Es war nicht leicht für ihn, da er in diesem Jahr sofort ein so unausgeglichenes Pferd wie Amadeus bekommen hatte, aber Isaac hatte die leise Ahnung, dass die beiden noch zusammen finden würden. Offenbar war sein eigener Rappe auch eher einer der ruhigen, offeneren Sorte, sodass Amadeus ein guter Kontrast war. Zuletzt aufgrund seiner mangelnden Erfahrung. Und Sicherheit war ein Punkt, den ein Bereiter seinem Pferd in jeder Situation vermitteln können musste. Mit der Sicherheit war das auch bei einem anderen Paar so eine Sache, woraufhin sich Isaac mit einem letzten Kontrollblick von Aaron und Amadeus löste und in Richtung Shana ging. Sie war gerade auf dem oberen Zirkel und mit einem Kopfnicken bedeutete er ihr dort auch ersteinmal zu bleiben, ehe er sich in die Mitte stellte und die beiden eine Weile beobachtete. "Von Mercy auf Remo ist ne ziemlich krasse Umstellung, aber ich denke dass McKinley dir nicht ohne Grund den Neuzugang gegeben hat. Also mach mal Gebrauch von deinem sonst so hoch gelobten Sitz und mach dich etwas schwerer. Der Junge rast ja immer noch, als wolle er ein Trabrennen gewinnen." Es war immer dasselbe Spiel mit Rembrandt: Innen Parade - Stellen - Außen Parade - Schwer machen - Tempo drosseln. Als die beiden in den Schritt gingen, nutzte der Bereiter die Gelegenheit und lief zu ihnen, wobei er nur so laut sprach, dass es lediglich Shana verstand. "Was ist los mit dir, doçura*? Du siehst mich doch nicht das erste Mal als deinen Ausbilder vor dir." Ein Grinsen huschte kurz über seine Züge, während er ein wenig auf portugiesisch auf den Rappen einsprach, der sich dadurch tatsächlich kurzzeitig einlullen ließ, sodass er das Tempo etwas zurücknahm. Doch die grauen Augen ruhten schon wieder auf Shana und erwarteten eine Antwort, dabei funkelten sie jedoch keineswegs vorwurfsvoll, sondern allenfalls besorgt.


*Süße
{Reitstunde | bei Aaron | bei Shana}
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Shana McCormick
2. Lehrjahr


BEITRÄGE : 859
ALTER : Ich bin mittlerweile schon 23 Jahre alt, doch das heißt nicht, dass ich mich auch unbedingt immer so verhalte.
HERKUNFT : Meine Heimat liegt in Schottland. Genauer auf einem Gestüt in der Nähe von Glasgow.
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BeitragThema: Re: Reithalle   Di 23 Jun 2015 - 20:42

Sie ignorierte ihn einfach, das war besser als alles andere. Es würde nur wieder eine Diskussion kommen und das verkraftete der Kleine unter ihrem Sattel wirklich nicht. Also konzentrierte sie sich weiter auf ihr Pony, auf die Hilfen, die sie ihm mit Schenkel, Zügel und Sitz gab. Leise sprach sie zu ihm, wenn er sich zu sehr stresste, doch es half reichlich wenig. Es hatte keinen großen Sinn heute weiterzumachen, sie würde nicht zu ihm durchkommen. Vor allem nicht an diesem Tag und mit Isaac in der Halle. Er sollte ihr eine Hilfe sein, doch heute war er das größte Problem, das sie hatte. Die nächsten Tage würde sie ihn bitten, sie mit dem Training ein wenig allein zu lassen und würde Royal oder Phantom in die Reitstunden nehmen. Was Rembrandt brauchte war ruhige Arbeit und keine abgelenkte, unruhige Reiterin. Sie müsste ihren Geist schon leeren, wenn sie weiter mit dem Ponyhengst und ihrem Ausbilder zusammen trainieren wollte – und genau darin bestand das Problem, sie konnte es einfach nicht. Wie sollte man auch alle seine Probleme einfach so ignorieren? Für Shana war das ein Ding der Unmöglichkeit. Und dennoch versuchte sie es nun einmal. Alles was sie belastete einfach in einen imaginären Raum zu stecken und den Schlüssel wegzuwerfen. So schön es doch klang, sie war keine Gedankenkünstlerin und der Raum zerplatzte wie eine Seifenblase, sobald sie sich wieder auf ihr Reiten konzentrierte. Es hatte heute wirklich keinen Sinn.
Halbherzig setzte Shana die Anweisungen um, verlor jedoch schnell die Motivation und parierte zum Schritt durch. Leicht gab sie am inneren Zügel nach, um dem jungen Hengst ein wenig den Druck zu nehmen und ihm für einen kurzen Moment etwas mehr Raum zu geben. Dann nahm sie den Zügel wieder heran und arbeitete nun eine Gangart langsamer wenigstens einen halbwegs guten Mittelschritt. Doch kaum gesellte sich Isaac zu ihnen, verfiel Remo wieder ins Rennen. Seufzend gab sie wieder Außen Paraden, stellte ihn mit dem Inneren Zügel leicht ein, begrenzte mit dem äußeren Schenkel und trieb mit dem inneren nach. Nur mit halbem Ohr hörte sie Isaac zu, der sich mittlerweile wohl doch ernsthafte Sorgen um ihre reiterlichen Fähigkeiten machte.
“Heute hat das keinen Sinn mehr. Es macht mich fertig, dass ich dir nicht einmal zum Geburtstag gratulieren kann, ohne Gefahr zu laufen, dass es irgendwem auffällt. Und so sehr ich es auch versuche, ich bekomme es nicht aus meinem Kopf. So fällt es uns beiden nicht leichter, mit der neuen Situation klarzukommen.“, erklärte sie leise, ohne wirklich auf den zu achten, für den diese Worte einzig bestimmt waren. Stattdessen richtete sie ihren Blick nach vorn, wie sie es tun sollte und starrte irgendwo in die Ferne ohne etwas genau anzusehen.
Mit einer Parade hielt sie ihren Hengst an und sprang sobald er stand aus dem Sattel. Als hätte sie nie etwas anderes getan, schob sie die Bügel hoch und befestigte sie, nahm die Zügel über den Kopf des Rappen und ordnete sie in ihrer Hand, ehe sie ihn weiter führte. “Für ihn reicht es heute. Morgen reite ich ihn nicht in der Reitstunde, ob es dir gefällt oder nicht. Ich soll Bereiterin werden, also muss ich Entscheidungen treffen, die für das Pferd an besten sind. Und weiter auf ihm herumzureiten, obwohl er mir kein bisschen Vertrauen schenkt und auf jede Hilfe nur widerwillig und skeptisch reagiert, macht in meinen Augen kein bisschen Sinn.“ Diese Worte waren etwas lauter, selbstbewusster und bestimmt gesprochen. Ihre Mitreiter durften ruhig hören, dass sie Entscheidungen traf. Wenn sie sich einbildeten, sich diese auch herausnehmen zu dürfen, obwohl sie gerade erst neu waren, könnte sie wenigstens darüber lachen.
Sobald sie aus dem Sattel gestiegen war, war der Ponyhengst gleich etwas entspannter geworden. Er hatte sich einfach nicht wohl gefühlt und Shana konnte es ihm nachfühlen, sie machte dem Kleinen keine Vorwürfe, dass er so war, wie er war. Manche Pferde banden sich gleich an ihren Reiter, vertrauten ihm blind, doch Pferde, die mitdachten und schlau waren, ließen sich nicht von jedem beliebigen Reiter eine Klippe herunter reiten. Unique Rembrandt war kein Klippenspringer und das war wunderbar… wenn man ihnen denn genug Zeit gelassen hätte, sich zu anzunähern und eine Basis zu schaffen, auf der sie aufbauen konnten.

Gedanken xx Rembrandt & Isaac xx steigt ab
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BeitragThema: Re: Reithalle   Di 23 Jun 2015 - 21:44

Zu behaupten, dass ihn der Umgangston zwischen Shana und Isaac nicht irritierte, war eine glatte Lüge. Es ging Aaron nichts an, das wusste er. Trotzdem warf er beiden einen Blick zu, ließ sich von der Arbeit mit Amadeus ablenken. Und doch wollte er das Sache mit seinen zukünftigen Kollegen unbedingt auf den Grund gehen.
Es war ja nicht so, dass er keine strengen und manchmal auch recht seltsamen Ausbilder gewöhnt war. Sein ehemaliger Tangolehrer hatte kein wirkliches Englisch sprechen können und wer seinen Anweisungen nicht hatte Folge leisten können, wurde ein Opfer seiner enormen körperlichen Kraft, die allein aus den Bauchmuskeln heraus zu kommen schien. Oder die Lehrerin für Zeitgenössischen Tanz mit ihren Walleröcken und ihrer Abneigung gegen Deodorants. Aber niemand und niemals war dort auf eine so respektlose Art mit den Ausbildern gesprochen worden. Es versetzte ihn gelinde gesagt in Staunen und es machte es noch schwieriger, sich auf den Fuchswallach zu konzentrieren. Durchzuparrieren und die Abteilung, Abteilung sein zu lassen, war die beste Möglichkeit, sich auf das Pferde einzustellen.
Eine Gangart langsamer hatte er immerhin mehr Zeit für seine Aktionen. Und auch für seinen Ausbilder, der beschloss, sich nicht nur der Brünetten aus dem zweiten Lehrjahr zu beschäftigen, sondern sich auch ihm in einem persönlichen Gespräch zu zuwenden. Im ersten Moment tat das seiner Anspannung auch nicht gut, während er versuchte, Amadeus ein bisschen zusammen- und vor allem ruhig zu halten. Aber das Pferd machte es ihm alles andere als leicht und da Aaron es hasste, angemeckert zu werden – und er genau das von Isaac Haber erwartete – spürte er eine Anspannung in seinen Schultern, die er sogleich zu lockern versuchte.
Dieser Versuch wurde ein bisschen einfacher, als Haber ihn nicht anfuhr, sondern ruhig und vernünftig Anweisungen gab, die Aaron eigentlich klar waren. Aber die neue Situation und auch seine ganz persönliche Situation gerade machten es einfach nicht leicht, ganz ruhig zu bleiben. Trotzdem nickte er und bemühte sich sogleich, den Anweisungen zu folgen.
Tatsächlich klappte es! Ein Lächeln schlich sich auf die Lippen des Brünetten. „Danke!“, rief er dem Briten zu, ehe er leise schnalzte und den Fuchs ein wenig vorwärts trabte. Locker bleiben. Alles ist okay. Für Amadeus und für dich.
Volte. Tempiwechsel. Zirkel. Und eine weitere Ablenkung. Aaron hatte sich so auf sein Pferd konzentriert, dass er die Geschichte zwischen Shana und Haber nicht wirklich bemerkt hatte. Im Gegensatz zu dem offenen.... Austausch von vorher. Doch dann waren Amadeus und er dem Paar aus schwarzem Hengst und helläugiger Reiterin näher gekommen und hatte bemerkt, dass sie abstieg. Er ritt den Zirkel fertig, ehe er durchparierte und fragend zu den anderen hinüberblickte.
„Entschuldigen Sie, aber ist die Stunde beendet? Ich habe das wohl nicht wirklich mitbekommen.“, erkundigte er sich etwas irritiert.


[Shana und Isaac / Anweisungen / Reiten / Shanas Absteigen]
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Isaac Haber



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BeitragThema: Re: Reithalle   Mi 24 Jun 2015 - 16:56

Der Grund dafür, dass Isaac keine Beziehungen führte, war der: man war gebunden. Man musste sich rechtfertigen. Man musste Rücksicht nehmen. Man musste Kompromisse eingehen. Gut, dass war mehr als ein Grund und natürlich viel es also umso mehr ins Gewicht, KEINE Beziehung zu führen. Entgegen all dieser Argumente, hatte er sich im letzten Jahr aber doch dazu entschieden, wieder eine Beziehung anzufangen oder weiterzuführen, und zwar mit Shana. Es war nciht einfach mit ihr und das war es niemals gewesen, nicht einmal auf der HR, wo sie noch viel jünger und naiver gewesen und er ihre jede Richtung hatte vorgeben müssen. Zugegeben: sie hatten sich nciht gerade im Guten getrennt, aber irgendwie schien das dazu beigetragen zu haben, dass sie sich letztendlich nur noch mehr begehrten udn wiedrhaben wollten. Doch auch bis dahin war es ein langer Weg gewesen und der Fakt, dass die ihre Beziehung stetig verbergen mussten, machte das Ganze nicht leichter. Für keinen von ihnen. Natürlich war es auch Isaac oft dannach, seine Freundin einfach mal so zu küssen, sie an die Hand zu nehmen, doch immer musste er darauf achten, dass sie nicht gesehen wurden. Selsbt, wenn sie ihn besuchte, stellte dies ein Problem dar. Zeitweise hatte Isaac daran gedacht auf den HMS zu kündigen, um eine bessere Beziehung mit Shana führen zu können, um es ihnen beiden zu erleichtern. Letztendlich waren aber die HMS beruflich eine Chance für ihn, die er nicht einfach so wegschmeißen durfte. Und das machte alles noch viel komplizierter.
Dann war da auch noch Shana, die noch weniger mit ihrer Situation umgehen konnte, und einfach mal machte, was sie wollte. Kurzzeitig verlor Isaac ein wenig die Fassung, als sie ihn auf seinen Geburtstag ansprach und er war ernsthaft ein wenig perplex, weil er gedacht hatte, niemand wusste von diesem. Lediglich McKinley hatte doch eine Ahnung von den Geburtsdaten der Angestellten, aber offenbar hatte Shana irgendwer das Geburtsdatum von Isaac Haber gesteckt. Oder von Romeo... ODer hatte er es ihr einmal erzählt? Isaac konnte sich nicht mehr erinnern, doch er hatte auch gar keine Zeit, sich weiter darüber Gedanken zu machen, denn während Aaron und Amadeus allmählich besser zurechtkamen, fanden Shana und Rembrandt keine Einheit. Der Bereiter hatte dafür Verständnis. Rembrandt war jung und der Reiter ihm unbekannt, somit war es nicht verwunderlich, dass er nervös war. Wofür er jedoch kein Verständnis hatte, war die Tatsache, dass Shana nun abstieg und erklärte, sie würde für heute nichts mehr arbeiten und sich in den nächsten Tagen aus dem Training zurückziehen. All dies stellte sie einmal so klar und wäre Aaron nicht in der Halle gewesen, so hätte die Schottin vermutlich eine ordentliche Standpauke bekommen. Der andere Azubi jedoch bemerkte nun, dass die Brünette abgestiegen war und fragte verwunderte nach. "Ms McCormick hat die Stunde beendet. Und da sie und Mr Jenkins offenbar ihre eigenen Entscheidungen in Bezug auf ihre reiterliche Laufbahn treffen und dazu keinerlei Unterstützung benötigen, werden wir in den nächsten Tagen wohl Einzelstunden abhalten, Mr Harris." Seine grauen Augen fixierten Shana und ließen keinen Zweifel daran, dass dies hier kein Scherz war. "Wir sehen uns also morgen, Aaron. Bis dahin ein paar schöne Stunden." Ohne ein weiteres Wort zu verlieren, verließ Isaac die Halle. Natürlich hasste er es, wenn man ihm nicht Folge leistete, doch bei Shana hatte er es immer geduldet, weil sie eben jemand Besonderes für ihn war. Doch, dass sie sich nun das Recht herausnahm, den Unterricht für sich selbst zu beenden, das Urteil zu fällen, in Zukunft mit Rembrandt alleine trainieren zu wollen und ihre innere Aufruhr dann darauf schob, dass sie ihm nicht zum Geburtstag gratulieren konnte, konnte der Bereiter nicht nachvollziehen und tolerieren. Sein Abgang machte wohl also deutlich, was er von der ganzen Sache hielt und für heute, hatte er eindeutig genug von dem ganzen Kindertheater. Er würde sich erstmal was zu trinken holen und dann in den Stall gehen. Wenn schon seine Schüler kein Interesse an einem Fortschritt hatten, dannn wollte er das wenigstens nicht auch von sich sagen können. Aaron war in dieser Stunde tatsächlich der einzige Lichtblick gewesen und Isaac hätte niemals gedacht, dass er das einmal über einen völlig Neuen denken würde. Doch der Azubi im ersten Lehrjahr hatte sich am ende gar nicht mehr so schlecht angestellt und wenn er morgen mit Amadeus alleine arbeitete und sie sich mal sein eigenes Pferd unter dem Sattel ansahen, konnte sich Isaac vorstellen, dass der Junge ein weiterer Anwärter auf Bestnoten war.

In der Kantine stand der berühmt-berüchtigte Eistee bereit und ohne zu Zögern goss sich der Berittausbilder ein Glas ein, schlang es hinunter und verließ dann auch schon wieder die Kantine. Es war warm an diesem Nachmittag und so würde er das Training mit Oxygen auf die Abendstunden verlegen. Seine anderen beiden hatte er bereits geritten. Als er im Stall ankam sah er auf die Uhr, damit auch genug Zeit vergangen war, um nicht noch einmal Shana oder Aaron über den Weg zu laufen. Zumindest hoffte er das. Sie sollten eigentlich fertig mit ihren Pferden sein, sodass er sich getrost den seinen widmen konnte. Er wollte endlich einmal abschalten von diesem Tag, der ihm schon seit dem Aufwachen auf die Nerven ging. Hatte er erwähnt, dass er Geburtstage hasste?


{Beziehungen | Shana | Aaron | Sauer | Kantine | ->STUTEN-WALLACHSTALL}
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Shana McCormick
2. Lehrjahr


BEITRÄGE : 859
ALTER : Ich bin mittlerweile schon 23 Jahre alt, doch das heißt nicht, dass ich mich auch unbedingt immer so verhalte.
HERKUNFT : Meine Heimat liegt in Schottland. Genauer auf einem Gestüt in der Nähe von Glasgow.
AUSBILDUNG : Ich lasse mich zur Bereiterin in der englischen Reitweise ausbilden. Die einzig vernünftige Entscheidung, wenn man sein Leben lang mit jungen Pferden zu tun hatte.

BeitragThema: Re: Reithalle   Mi 24 Jun 2015 - 22:37

War diese Handlung irgendwie widersprüchlich? Ja, so ziemlich. Im einen Moment verzehrte sie sich danach, seine Lippen an den ihren zu spüren, ihm Geburtstagswünsche und andere Dinge ins Ohr zu Flüstern – und dann setzte sie sich mal wieder über seine Autorität hinweg und verärgerte das Geburtstagskind. Das war nicht gerade die feine, englische Art. Zum Glück war sie Schottin. Und dass sie in den nächsten Tagen Isaac nicht beim Training ihrer Pferde dabei hatte war auch ein Segen. Dann konnte sie sich voll auf ihre Pferde konzentrieren und musste auch nicht darauf achten, was sie zu ihm sagte, weil wieder andere Leute dabei waren. Das nervte sie nämlich am meisten, die Fremden. Immerhin waren es zwei Typen. Sie konnte sich zwar vorstellen, dass es Zeiten gegeben hatte, in denen Isaac… naja, aber das war vorbei. Auf eine junge Frau wäre sie trotzdem eifersüchtig, selbst wenn ihr Herz ihr einreden wollte, dass es vollkommen unbegründet war. Doch ihr Verstand erinnerte sie immer wieder an den Vorfall, der zu ihrer ersten Trennung geführt hatte. Noch einmal ertrug sie das nicht, nicht bei ihm. Bei jedem anderen Mann wäre es ihr vermutlich gar nicht mal so wichtig, doch der Bereiter war etwas Besonderes und kein anderer konnte ihm auch nur ansatzweise gleichkommen.
Ein leichter Zug an ihrer Hand rief ihr den Ponyhengst und seinen Mitreiter wieder in Erinnerung. Remo schien keine Lust mehr auf die Reithalle zu haben, doch zwei Runden führte Shana ihn dennoch trocken, ehe sie ihn halten ließ und ihren Mitreiter musterte. Sie musste sich ja irgendwie heute ablenken. War Aaron jetzt die Möglichkeit dafür? In der Hoffnung, dass Maili sie nicht für irgendetwas eingeplant hatte. Über Daniel konnten sie immerhin heute Abend auch noch reden, aber gelegentlich erbat sie sich ja ihre Hilfe beim Training mit ihrer Stute oder Mode, was eben gerade so auf dem Plan stand.
Um der Kopf frei zu bekommen, beschloss die Dunkelhaarige, würde sie jetzt erst einmal eine Runde ausreiten gehen. Am liebsten hätte sie ja sogar beide Pferde mitgenommen, denn ein kleines Bad im Pazifik würde auch Phantom ganz gut gefallen, doch der hatte definitiv Arbeit an seinen Piaffen nötig. Je länger sie das aufschob, desto schlampiger wurde er darin. Und da sie gerade sowieso dazu aufgelegt war, Individuen – ob menschlich oder anderer Art – zu ärgern, konnte sie den Andalusier heute auch ärgern und morgen mit ihm ausreiten gehen, wenn er dazu Lust hatte und nicht zu sehr herum zickte.
“Es ist sonst gar nicht meine Art, aber bevor du morgen in der Einzelstunde stirbst, würde ich dir anbieten, eine Runde zum Strand zu reiten. Hast du Lust?“, fragte sie schließlich nach kurzer Überlegung und sah den Jüngeren fordernd an. Ein ‚Nein‘ würde ihm vermutlich wenig gut bekommen, dann hätte er vermutlich für eine ziemlich lange Zeit verschissen. Aber ehrlich gesagt sah er auch wirklich nicht so aus, als könnte er einen kleinen, befreienden Ausritt nicht gebrauchen.

Isaac & Aaron xx denkt nach xx Frage
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BeitragThema: Re: Reithalle   Do 25 Jun 2015 - 21:28

Aaron verstand die Welt nicht mehr wirklich und er war sich bisher immer sicher gewesen, dass er weder ganz blöd, noch naiv war, aber er hatte wirklich keine Ahnung, was genau Shana dazu bewogen hatte, von ihrem Pferd zu steigen, wenn die Reitstunde nicht beendet war. Dafür glaubte er zu wissen, warum Haber so sauer war. Letztlich war das ziemlich verständlich; aber es klärte die ganze Situation nicht wirklich. Überhaupt nicht, es machte sie nur komplizierter. Wahrscheinlich spiegelte sich genau dieser Gedankengang auch in Aarons Gesicht wider. Verwirrung. Unverständnis und eine noch größere Portion Irritation. Scheinbar spürte das allerdings auch Amadeus, da der Wallach sogleich unruhig zu tänzeln begann, als der Ausbilder sich an ihn wandte und ihm die Situation wenigstens zusammenfasste. Erklärt wurde dadurch zwar immer noch nichts, allerdings konnte sich Aaron in den nächsten Wochen wohl auf viel Arbeit einstellen und... der Amerikaner musste sich beherrschen, dass ihm nicht die Kinnlade auf die Brust klappte. Das war ein Rausschmiss an Shana gewesen, oder? Ein Ausschluss vom Unterricht?! In der ersten Stunde! Gut, es war nicht ihre erste Stunde, aber es war für Aaron trotzdem unverständlich. Wer hatte schließlich nicht schon von Isaac Haber und seinen Pferden gehört? Von seinen Modelerfolgen hatte er weniger gehört. Immerhin interessierten sie ihn auch nicht wirklich, weil er a) nicht schwul und b) nicht an Mode interessiert war. Doch der gebürtige Brite war ein hervorragender Reiter und seine Hilfen, so schroff sie auch vorgetragen sein mochten, waren hilfreich gewesen. Immerhin hatten Amadeus und er am Ende eine semientspannte Runde getrabt, was am Anfang der Stunde schier unmöglich gewesen war. Doch jetzt tänzelte der Fuchs wieder, sodass Aaron sich wieder schwerer machte und die Zügel trotzdem lang ließ. Hacken runter. Atmen. Vor allem atmen.
„Ist in Ordnung. Um die gleiche Zeit und wieder mit Amadeus oder mit Platinum ?“, fragte er noch schnell, bevor sein Ausbilder aus der Halle verschwinden konnte. Dann schüttelte er verwirrt den Kopf und ließ Amadeus langsam vorwärts schreiten, um ihn ein wenig trocken zu bekommen. Bei dem Wetter war es zwar noch nicht so wichtig wie im Winter, doch er wollte nichts riskieren.
Am liebsten hätte er seine Kollegin gefragt, ob Isaac und sie immer so miteinander umgingen, doch er schwieg, bis Shana ihrerseits das Wort ergriff. Aaron zügelte Amadeus, klopfte ihm den starken Hals und ließ sich schließlich selbst aus dem Sattel gleiten. Ihr Ton gefiel ihm überhaupt nicht, aber er wollte keinen Ärger, keinen Stress und keine Zickereien. Auf keinen Fall. Vielleicht steckte hinter ihrer sturen Schale ja ein gutes Herz. Erfahren könnte er das nur, wenn er sich auf sie einließ und seinem ersten Impuls, sie als Ziege abzustempeln, nicht nachgab. Außerdem könnte ein Gespräch Klarheit über diese Stunde bringen. Und das war bitter nötig.
„Klar. Aber nicht mit ihm. Ich hol meinen und dann können wir uns gleich vorm Stall treffen“, antwortete der Brünette, während er den Sattelgurt etwas lockerte und Amadeus wieder über den Hals fuhr. Am besten wäre es, wenn er ihn heute Abend wieder laufen lassen würde. Er war jung und vielleicht konnte er sich vom Boden aus einen Zugang zu ihm verschaffen. Ja, das schien ihm eine gute Idee zu sein. Und Pilgrim hatte am Strand zwar keine Freude, aber am Weg dorthin auf jeden Fall. Außerdem brauchte der Rappe Bewegung.


[Ende der Stunde / Shana & Isaac / Trockenreiten / Antwort ---> Wald]
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Ciara Rothwood



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ALTER : Man wird ja nicht jünger, aber bestimmt wird man mit den Jahren noch weißer. Mit meinen 29 Jahren bin ich das noch nicht wirklich.
HERKUNFT : Geboren und aufgewachsen im schönen New Orleans.
BERUF : Neben meiner Abreit als Pferdepflegerin und Azubidompteur, arbeite ich noch als Barkeeperin.

BeitragThema: Re: Reithalle   Fr 31 Jul 2015 - 18:15

Ciara hatte die Stunde beendet und den Hengststall verlassen. Auch wenn es mit 25° C schon ziemlich mild war, konnte man doch noch einen Hauch Sommer darin vermuten. Die Pferdepflegerin fasste die langen dunklen Haare zu einem Pferdeschwanz zusammen. Sie blinzelte leicht gegen die Sonne und streckte sich ein wenig. Es war ein komisches Gefühl jemanden zu unterrichten, doch McKingley schien sich etwas dabei zu denken, ihr einen Schüler zu zuteilen. Genauso wie er jedem Schüler ein passendes Pferd zuordnen konnte. Die Wirbel in ihrem Rücken knackten als sie sich dehnte, ehe sie sich auf den Weg zum Stuten- und Wallachstall zu machen. Ihre Pflichten hatte sie für heute Erledigt und daher fand sie es nur gerecht, sich mal ihr neues Pferd an zu schauen. Auch wenn sie Willow sehr mochte und sie so dem Bereiter Isaac Haber etwas näher gekommen war, so war sie doch voller Tatendrang sich einem neuen Schützling zu zuwenden. Sie Atmete den Geruch nach Heu und Mist ein und ging kurz bei Willow vorbei um ihm ein paar Leckerbissen zu zustecken. Anschließend führte sie ihren Weg fort, bis sie vor der Box eines Quarter Horse Wallach mit fuchsfarbenen Fell zu stehen kam. Sie kannte den coolen, gelassenen Hidalgo der so unnahbar schien. Er erinnerte sie manchmal an Darian und jedes Mal musste sie bei diesem Vergleich schmunzeln. Hidalgo schien es kaum wahr zu nehmen, dass jemand vor seiner Box stand, er mampfte einfach friedlich weiter. Worüber Ciara einfach den Kopf schüttelte. Sie verschwand erst mal in die Sattelkamer und kam erst mit Sattel und Zaumzeug, dann mit dem Putzkasten zurück. Mit einem Halfter bewaffnet öffnete sie die Boxentür. Die Ohren des Fuchses spitzten sich und jetzt sah er sie das erste Mal an. Mit geübten Händen legte sie ihm das Halfter an und führte ihn an diesem vor die Box um ihn dort an zu binden. Es dauerte nicht lang, da hatte sie den groben Schmutz ab gebürstet und die Hufe aus gekratzt waren. Sie brachte die Putzbox zurück in die Sattelkammer. Nachdem sie zurück bei Hidalgo war, sattelte sie ihn und trenste auf, ehe sie den Stall mitsamt Hidalgo wieder verließ.

Auf dem Hof war es ziemlich ruhig. Die Stunden waren zu Ende, daher überraschte sie das nicht im Mindesten. Hier und da traf sie auf einen Schüler oder einen ihrer Kollegen, denen sie im vorbei gehen zunickte. Ihre Füße führten sie in die Reithalle, die nun, da die Berittstunde um war verlassen da lag. Sie überprüfte dies nochmal, ehe sie die Reithalle betrat. Sie gurtete nach, stellte die Steigbügel ein und saß auf. Die Ohren des Fuchses spielten aufmerksam und Ciara gab ihm mit leichtem Schenkeldruck zu verstehen, dass es nun los ging. Sie wollte erst einmal wissen, wie er unterm Sattel war, ehe sie irgendwelche Westernlektionen ritt. Nach ein paar Aufwärmrunden und Biegungen begann sie im Trab und im Galopp einige Runden zu reiten, ehe sie in der Mitte der Halle zum stehen kam und ihn Rückwärts richtete. Hidalgo reagierte gut auf ihre Hilfen doch er schien sich ziemlich schnell zu langweilen. Was ihr jedoch egal war, schließlich gab sie das Tempo vor.

Nach noch ein paar Runden in den Grundgangarten ritt sie eine Pleasur Aufgabe. Die Muskeln arbeiteten deutlich mehr unter dem Sattel. Es war nicht so rasant wie Raining aber der Kopf wurde gefordert. Der Wallach schien die Aufgabe im Schlaf zu beherrschen und sie baute sie hier und da ein paar Volten und Bahnwechsel ein, dass es nicht zu einfach wurde. So in ihrer Arbeit vertieft, merkte sie nicht, wie die Zeit dahin ging. Wahrscheinlich hätte sie nicht einmal bemerkt, wenn neben ihr jemand eine Bombe gezündet hätte und so merkte sie es wahrscheinlich auch nicht, dass jemand hinzu stieß.

[Stallwechsel | macht Hidalgo Fertig | Reithalle | Training mit Hidalgo]
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Lawrence McKinley
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BeitragThema: Re: Reithalle   So 10 Jan 2016 - 21:33


PLOT 7

Kommt Zeit, kommt Rat…?!

Kaum dagewesen sind sie nun auch schon wieder vorbei. Die Weihnachtstage, die Silvesterfeiern und die Neujahrsspringen. Stattdessen ist wieder einmal die Zeit der Lernphase angebrochen und so rauchen in jedem auffindbaren Azubicottage die Köpfe über den theoretischen Aufzeichnungen. Die Tage sind vollgepackt mit Lernen und man weiß kaum noch, wie man regelmäßig die Pferde versorgen soll, ohne die wichtige Lernzeit zu verlieren. Wie üblich gibt es auch auf den HMS Frühstarter und Spätbeginner. Somit können manche entspannt der Prüfungsphase entgegensehen, während sich andere in drückender Zeitnot wiederfinden und die Nächte durchpauken.
Das praktische Training ist offiziell seit einem Tag beendet und die Azubis müssen ihre Trainer nun direkt um zusätzliche Trainingseinheiten bitten, wenn sie welche haben möchten. Doch auch die haben nicht den ganzen Tag Zeit und da nach den theoretischen Prüfungen eine einzige praktische Durchlässigkeitsprüfung zur Zwischenbilanz ansteht, entsteht im Prüfungsstress auch noch eine Kabbelei um Trainingseinheiten. Passend zur Stimmung ist auch das Wetter, das ganz in grau gekleidet jegliche gute Stimmung zu unterbinden versucht. Einzig und allein der vor zwei Tagen gefallene Schnee, der über Nacht durch Neuschnee aufgefrischt wurde, lädt zum ausgelassenen Herumtoben ein. Aber wer hat dafür schon Zeit, wenn die Arbeit ruft? Einige versuchen sich mühsam ihren Frohsinn zu bewahren, während andere in eine kleine Winterdepression verfallen, doch mit der Zeit sollte auch Rat kommen oder? Und eigentlich ist doch immer jemand da, der einem irgendwie weiterhelfen kann. Sei es nur mit einer Tasse Kakao und einem offenen Ohr.

> Donnerstag, 04. Februar
> nach dem Mittagessen, ca. 13.30
> kalter Tag, ca. -7°
> gute 20cm Schnee auf ungeräumten Strecken, stellenweise Glätte, grauer Himmel

Der Tagesplan ist euch freigestellt. Die Straßen sind geräumt, sodass eure Charaktere problemlos in die Stadt gelangen können, nur auf dem Hof sind ausschließlich die Hauptwege geräumt, sodass sich an einigen Stellen Eis gebildet hat.
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Mai-Lin Cheng
2. Lehrjahr


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BeitragThema: Re: Reithalle   Mi 13 Jan 2016 - 16:46

Alkestis' Atem kondensierte und das Sattelleder knarzte leicht, als Mai-Lin sie im Schritt auf den Zirkel lenkte. Die Anlehnung an den Zügel war perfekt, sie schritt entspannt aus, weder zu lange noch zu kurz und ihre Bewegungen waren so kraftvoll wie eh und je. Obwohl es bitterkalt war, fühlte sich Maili so wohl wie schon lange nicht mehr. Sie spürte einen Schweißtropfen zwischen ihren Schulterblättern hindurchlaufen und fühlte sich angenehm atemlos, weil sie zuvor Galopptraversalen durchlaufen waren – fehlerfrei.
Wirklich glauben konnte die Amerikanerin das alles noch nicht. Vor über einem Jahr waren sie und dieses Toppferd auf die Ranch gekommen. Wenn sie nun daran zurückdachte, was sie alles erreicht hatten, konnte sie es trotzdem kaum glauben. Besonders bei der Betrachtung der Anfangszeit. All die Scham, wenn die Stute im Parcours die Führung übernommen hatte, die Peinlichkeit, wenn einfache Dressurlektionen einfach nicht funktionieren wollten. Die Schmerzen, wenn es mal wieder richtig schief gegangen war und sie sich auf dem Hallen oder gar Geländeboden wieder gefunden hatte. Doch scheinbar war all das jetzt vorbei. Gut, die letzten Abschlussprüfungen hatten sie auch gemeistert, sonst wäre sie kaum mehr hier, doch Daniel würde den Anspruch dieses Semester sicherlich erhöhen. Sie waren dazu bereit, das wusste Maili inzwischen und mit jedem Schritt, den Alkestis auf den Hallenboden setzte, wurde sie sich sicherer.
Langsam nahm sie die Zügel wieder auf und trabte an. Sie hatte Glück gehabt. Mit allem. Ihr Pferd vertraute ihr, sie hatte einen wundervollen Freund, der sein Pferdeproblem gelöst hatte. Und sie hatte ihrem Vater angedeutet, dass es einen Mann in ihrem Leben gab. Er hatte nicht wirklich begeistert reagiert, als sie ihm nicht sagen wollte, wer es war.
Bei dem Gedanken an Heilig Abend verkrampften sich ihre Hände und Alkestis quittierte dies mit einem wütenden Schütteln ihres Kopfes und einem unsauberen Tritt.
„Entschuldige, Mädchen“, murmelte sie und ging in die Versammlung über. Nicht an Vater denken, Konzentration!


[Training mit Alkestis | Anspielbar]
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Damian Masen



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BeitragThema: Re: Reithalle   Sa 16 Jan 2016 - 11:12

Damian brachte die letzte Bandage an Abraxxas Bein an und strich dem Wallach danach über den Nasenrücken. "Na dann wollen wir mal!"; murmelte er und als wolle er ihm zustimmen, schnaubte der Rappe und lief neben seinem Reiter her in Richtung Reithalle.
Der doch noch aufgetretene Schnee machte Damian bei seinem sorgsam aufgestellten Trainingsplänen einen dicken Strich durch die Rechnung und das brachte dem Trainer nicht gerade gute Laune bei. Zumal die -7 Grad auch nicht gerade angenehm waren, wenn man den ganzen Tag im Stall war. Der Prüfungsstress der bei den Azubis dazu kam sollte für die Trainer und Bereiter ja eigentlich bedeuten, dass die Hallen leer waren und man damit genug Platz hatte, doch dem war weit gefehlt. Zweimal war Damian heute schon mit einem anderem Pferd fast zusammen gestoßen, weil der Azubi nicht aufgepasst hatte und nur knapp hatte er das jeweilige Pferd abwenden können. Dazu gab es scheinbao doch einige, die einfach nicht planen konnten und zumindest die Schulpferde gerne dem Trainer aufs Auge drückten. So hatte Damian heute statt den gewohnten 8 Pferden 11 zu bewegen und seine eigenen waren da noch nicht mal mit dazu gerechnet. Für das Training mit dem Rappen opferte Damian gerade seine Mittagspause. Kurz hatte er sich in der Sattelkammer einen Müsliriegel genehmigt und einen Tee getrunken, ehe er wieder an die Arbeit gegangen war. Er hoffte zumindest in der Mittagszeit die Halle leer vorzufinden, doch als er das Schnauben eines Pferdes vernehm verdunkelte sich sein Blick.
Mit einem deutlichen "Bahn frei!", machte er sich bemerkbar und trat dann ein. Als er sah wer da trainierte, stimmte ihn dies schon etwas milder. Maili und Alkestis waren ein wiklich gutes Paar geworden und Maili konnte stolz auf sich und die Stute sein.
In der Mitte der Bahn und ohne dem anderem Paar in die Quere zu kommen, gurtete er nach, ließ die Bügel runter und kontrollierte nochmals kurz den Sitz der Bandagen und schang sich dann in den Sattel. Schnell zog er die Abschwitzdecke über seine Beine und rückte seine Kappe zurecht.
Bei Abraxxas musste er wenigestens nicht mit unerwarteten Freudensprüngen rechnen und konnte den Wallach die ersten Runden entspannt durch die Halle zockeln lassen und seine Freundin beobachten.
"Wenn sie in der Prüfung auch so läuft kann ja nichts mehr schief gehen!", meinte er an Maili gewand und grinste sie an.
Die gemeinsame Zeit der Beiden war Momentan leicht begrenzt, umso mehr genossen sie die kurzen Momenten zusammen.
"Wie läufts mit Charming?", erkundigte er sich nach Mailis Pflegepferd und nahm langsam die Zügel auf um Braxxi aufmerksam zu machen. Sofort suchte der Rappe die Anlehnung und drehte ein Ohr nach hinten zu seinem Reiter.
Daniel hatte es wirklich geschafft und die Beiden wieder zu einem Team, sowhl in der Halle, als auch im Gelände, vereint. Damian war guter Dinge, das er im Sommer wieder mit Abraxxas starten konntem, wenn auch erstmal in einer leichten Klasse.

(mit Abraxxas in der Reithalle/ Maili)
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Mai-Lin Cheng
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BeitragThema: Re: Reithalle   Mi 20 Jan 2016 - 11:13

Mit der Konzentration war es so eine Sache und Mai-Lin merkte, dass ihre gerade gewaltig schwand. Ihre Gedanken drifteten ab, obwohl sie sich zusammenzureißen versuchte – vergeblich. Wenn sie vollkommen ehrlich war, dann hätte sie sich vielleicht eingestehen müssen, dass ihr Vater einen viel zu großen Platz in ihrem Leben einnahm, auch wenn sie ihn fast nie sah. Seine Meinung war ihr zu wichtig, es behinderte sie darin, ihre eigenen Entscheidungen zu treffen. Aber warum? Nur, weil ein Lob von ihm, ein simples und seltenes „Gute gemacht!“, schlimmer wirkte als jede Droge. Dabei kam man an Drogen sicherlich sehr viel leichter heran, auch wenn sie viel gefährlicher waren.
Es war nicht so, dass Maili nur für ihn lebte, nein, die Zeiten waren vorbei, aber sie hatte Angst vor seiner Zurückweisung. Ihre vergangenen Beziehungen – kurz oder auch etwas länger – waren mit Menschen aus ihrer Schicht gewesen.
Dieses Denken war dumm, Damian hatte ihr das mehrfach klargemacht, zeigte es ihr eigentlich jeden Tag, an dem er mit ihr zusammen war. Aber es war so fest verankert in ihrem Denken, dass sie ihn an manchen Tagen trotzdem ansah und dachte: „Warum können deine Eltern nicht einfach ein wenig mehr Geld haben? Oder den Hof, auf dem sie arbeiten, besitzen?“ Nicht, dass das genug für ihren Vater wäre. Aber es wäre ein Anfang.
Alkestis entzog sich erneut ihrer Hilfengebung, was die Reiterin schließlich zurück in die Gegenwart holte. Sie wich von ihrem eigentlichen, halb vergessenen Plan an Figur ab und ging auf den Zirkel, als sie vor der Tür einen anderen Reiter hörte.
Na danke, schoss es ihr durch den Kopf. Sie wollte gerade niemanden, absolut niemanden sehen. Warum war ihr denn nicht einmal das vergönnt? Trotzdem verkündete sie, dass die Bahn frei sei, nahm sich aber vor, jeden, der ihr Trainig auch noch physisch störte, so anzufahren, dass er freiwillig abzog.
Dieser Gedanke hielt exakt so lange, bis sie erkannte, wer die Halle betrat.

Es war wie Frühling und Sonnenschein in Sekunden. Auf den kalten Lippen der Schwarzhaarigen breitete sich ein Lächeln aus. Damian mochte den Winter nicht und die Unart der anderen Azubis, ihm im Moment auch die Schulpferde aufs Auge zu drücken, gefiel ihm noch weniger. Verständlicherweise! Seine beiden waren in letzter Zeit mehr als einmal zu kurz gekommen. Außerhalb der Prüfungsphase hätte sie ihm daher auch angeboten, Diamant oder Abraxxas zu bewegen. So jedoch war auch ihre Zeit zu knapp bemessen.
Sie schenkte ihm ein breites Grinsen, nachdem Damian aufgesessen war, konzentrierte sich dann aber wieder mehr auf Alkestis, bevor sie auch der eine kleine Pause gönnte und durchparierte.
„Danke“, erwiderte sie strahlend auf sein Kompliment. „Ich bin eigentlich sehr zuversichtlich. Die Sprünge klappen auch gut... nur im Gelände konnten wir in letzter Zeit zu wenig üben, das macht mir einige Sorgen....“, berichtete sie und strich ihrer Stute kurz über den Hals.
„Ein bisschen schlechter. Er ist einfach so schreckhaft....“ Ein kurzes Augenrollen folgte. Seit dem Gewitter war es eher schlimmer als besser geworden, obwohl sie mit Daniels Hilfe schon einiges geleistet hatte. Aber trotzdem. Der Wallach war ein wahrer Traum – auch wenn er nicht Alkestis war, aber welches Pferd war das schon? – und würde es noch weit bringen. Nur wie lange er dafür brauchen würde, konnte sie nicht wirklich abschätzen. „Wollen wir heute Abend in der Stadt essen? So wie ich dich kenne, hattest du kein MItagessen.“

(Gedanken / Damian / Gespräch (Farbe folgt))
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Damian Masen



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BeitragThema: Re: Reithalle   Mi 27 Jan 2016 - 12:44

Damian warf die Decke übber die Bande und gurtete bei seinem Rappen nach. Dann lenkte er Abraxxas neben Maili und sah zu ihr rüber.
"Ich glaube nicht dass die Geländeprüfungen statt finden. Selbst wenn der Schnee bis dahn weg ist, wird der Boden zu aufgeweicht sein. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Mr. McKinley euch so einer Gefahr aussetzen wird. Vielleicht werden ein paar Geländesprünge in der Halle aufgebaut, aber eine wirkliche Geländeprüfung? Kann ich mir kaum vorstellen!", meinte er und strich über den schwarzen Hals seines Wallachs.
Bei ihren Worten über Charming seufzte er. Der Wallach war ein Traumpferd, wenn das mit dem schreckhaften nicht wäre. Selbst in der Halle sah der Falbe oft Gespenster und scheute vor nichts und wieder nichts und vorallem aus dem Nichts. Er hatte vollstes Vertrauen in Daniel und trotzdem sah er Maili jedesmal mit Bauchschmerzen beim reiten des Falben zu. In der Halle ging es noch, aber im Gelände konnte so einiges passieren. Mehrfach war er kurz davor gewesen sich den Wallach selber mal vorzunehmen um ihn einfach mal vom Rücken aus beurteilen zu wollen, aber er wollte Daniel und auch Maili da nicht rein fuschen.
"Musst du mit Charming auch in ne Prüfung gehen oder nur mit deiner Stute?", fragte er und sah zu der Braunen rüber, die entspannt am Gebiss kaute. Da er nur für das Training der Pferde zständig war, wusste er nicht wirklich wie die Prüfungen abliefen.
Immer ofters dachte er darüer nach was wohl für ein top Sportpferd raus käme, wenn man Aketstis und Diamant verpaaren würde. Doch das würde wohl niemals passieren, immerhin brauchte Maili die Stute.
Er wendete Abraxxas ab und trabte ihn an, schwungvoll trat der Schwarze unter und spielte mit den Ohren. Er liebte die Arbeit mit seinem Reiter und auch Damian hatte besonders viel Spaß an dem Schwarzen, der eigentlich immer Hoch motiviert war.
Auf Mailis Frage nach dem Essen nickte er und sah nochmal kurz zu ihr rüber.
"Klar, gerne! Wann?", fragte er und wendete Braxxi auf den Zirkel um ihn zu lockern. Er würde jede Möglichkeit wahrnehmen um Zeit mit seiner Freundin zu verbringen.


(Gespräch mit Maili/ Trainning Abraxxas)
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