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 Rennbahn

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Lawrence McKinley
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BEITRÄGE : 981
ALTER : Die Zeit ist das Kostbarste, was wir haben, deswegen achte ich auch nach 52 Jahren noch sehr genau auf sie.
HERKUNFT : Als Heimatliebhaber habe ich Kalifornien immer die Treue gehalten.
BERUF : Der Verantwortung als Hofleiter und Dressurlehrer kann und sollte man sich nicht entziehen.

BeitragThema: Rennbahn   Mi 22 Jan 2014 - 20:43

Die Rennbahn des Hofes ist eine der Neuinvestitionen. Sie ist in drei Bereiche unterteilt: Die Außenbahn hat einen Sandboden, weiter innen folgt die normale Grünstrecke, auf der auch Rennen ausgetragen werden, und auf der abgetrennten Innenbahn stehen noch vereinzelte Hindernisse wie Hecken und Mauern.
Eine kleine Tribüne befindet sich hier ebenso wie eine Reihe Startboxen, die für Training und Testrennen zur Verfügung stehen.
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Lawrence McKinley
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BeitragThema: Re: Rennbahn   Sa 8 März 2014 - 14:39


PLOT 3

Von Siegern, Stress und Prüfungsangst

Es ist so weit! Nachdem das erste Quartal des Ausbildungsjahres für die Azubis geschafft ist, steht nun das erste große Turnier an. Hier werden erstmals die Leistungen der Auszubildenden von  international anerkannten Richtern beurteilt und bewertet. Dass das relativ bekannte Drei-tägige-Februar-Turnier dieses Jahr auf den Heaven Meadows Anwesen ausgetragen wird, gibt natürlich einen zusätzlichen Push, lastet jetzt auch noch der Druck der Erwartungen der Hofleitung auf den jungen Menschen.
Die Reitlehrer sind dennoch zuversichtlich, dass ihre Schützlinge gut abschneiden werden, obwohl die Konkurrenz groß ist. Aus der gesamten Umgebung und auch aus anderen Teilen des Landes, kommen viele Reiter an die Westküste nach Kalifornien, um sich hier unter Beweis zu stellen. Dabei sind ebenso nationale wie auch internationale Reiter vertreten, wenn Letztere sicherlich auch in der Unterzahl sind, so verfolgen sie doch alle dasselbe Ziel: in der gewählten Disziplin den begehrten Siegerpokal abzuräumen.

Während nun also erfahrene Hasen des Sportgeschäfts das Ganze relativ gelassen angehen, weil sie den Stress und die Hektik eines solchen Turniers gewohnt sind, ist besonders für die Neueinsteiger und die unerfahrenen Turnierreiter die Aufregung groß.
Wenige Minuten vor dem ersten Start liegen die Nerven blank, die Pferde sind auf Hochglanz poliert, einige tummeln sich schon auf dem Aufwärmplatz, andere kontrollieren noch ein letztes mal nervös, ob die Kleidung auch ja sauber und das Pferd richtig eingeflochten ist. Niemand will hier enttäuschen oder gar versagen, fließt die Bewertung der Jury heute ja auch mit in die Endjahrespunktzahl der Azubis ein.
Auf dem ganzen Hof herrscht reges Treiben, Reiter in schwarzen Jacket und weißer Turnierhose schreiten den Parcour ab, das Orga-Team wuselt über die Plätze, damit beim Start auch alles in Ordnung ist. Die Tierärzte kontrollieren bereits einige Pferde auf Doping - und die Azubis?
Für die ist es nun erstmals an der Zeit, dass sie ihre reiterlichen Fähigkeiten vor Publikum unter Beweis stellen müssen. Am heutigen Tag finden vormittags die Springen in den Klassen E-S und nachmittags die Dressur E-M statt. Am darauffolgenden Tag kommt es dann morgens zum Gallopprennen über 3400m, mittags findet der Distanzritt statt und ab 15.00 Uhr beginnen die Reiterspiele an denen jeder Azubi VERPFLICHTEND mit dem jeweiligen Pflegepferd teilnimmt. Am letzten Turniertag findet um 10.00 Uhr das Westernturnier und ab 16 Uhr sind dann alle herzlich zur Siegerehrung eingeladen.
Es stehen also drei aufregende Tage bevor. Für den gesamten Hof. Also, worauf wartet ihr noch? Letzter Kontrollcheck und dann rauf aufs Pferd oder die Tribüne. Lasset die Spiele beginnen!

> Mittwoch, 24. Februar
> Vormittags, 9.00 Uhr
> milder Morgen, ca. 11°
> es wird jedoch langsam wärmer und verspricht ein angenehmer Tag mit vereinzeltem Sonnenschein zu werden

ALLE, DIE AM SPRINGEN teilnehmen machen nun ihre Pferde fertig und begeben sich auf den Aufwärmplatz; in einer halben Stunde beginnt das Springen! ALLEN ANDEREN ist es freigestellt wo sie posten, allerdings solltet ihr euch an den natürlichen Turnierflair halten, d.h. startet jetzt keinen Ausritt o.Ä. Nehmt z.B. Plätze auf der Tribüne ein etc.
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BeitragThema: Re: Rennbahn   Fr 15 Aug 2014 - 23:41

PLOT 3
Von Siegern, Stress und Prüfungsangst

Schneller als gedacht, verging der Vormittag mit einem rasanten, packenden Springen, das sicherlich Höhen und Tiefen hatte. Es war ein spannender Wettkampf mit manchmal haarscharfen Entscheidungen und einer Menge Adrenalinkicks - nicht nur für die Reiter auf ihren Pferden.
Der erste Turniertag ist in vollem Gange und scheint schon jetzt ein voller Erfolg für die Heaven Meadows Stables zu sein. Die Starter des Gastgeberstalls konnten allesamt mehr als zufrieden stellende Ergebnisse in der ersten Disziplin des Turniers verzeichnen. Einzig und allein der Sturz von Juliena Grossworth sorgte für einige Schrecksekunden, doch sowohl Pferd, als auch Reiterin scheinen mit einem Schreck davongekommen zu sein. Aufgrund von jeweils einem Abwurf konnten leider weder Lillian Adams noch Callum Moreno die vorderen Plätze belegen, haben mit ihren jungen, unerfahrenen Pferden aber zweifelsfrei eine super Leistung gezeigt. In den zwei höchsten Klassen konnten dann sogar zwei Siege für die HMS eingefahren werden. Der erfahrene Vielseitigkeitslehrer Daniel McHale entschied mit seinem Heart-shaped Gun das Rennen ebenso für sich, wie der erfolgsverwöhnte Isaac Haber auf der alternden Cloud Atlas Sextet. Ebenso zeigten Shana McCormick und Rebecca Lacroix eine fehlerfreie Leistung und konnten sich damit im S-Springen die vorderen Plätze sichern.
Nach der Auswertung des Springens und einer kurzen Siegerehrung mit Ehrenrunde, gab es eine kurze Pause, in der alle einmal durchschnaufen und die Pferde zurück in die Box, oder sogar auf die Weide bringen konnten. Als nächstes steht nun die Dressur auf dem Plan, die ebenfalls nicht gerade wenige Gäste anlockt. Während sich die Springreiter also zurücklehnen und erstmal eine Stärkung brauchen, kommt nun langsam Aufregung bei den Dressurreitern auf und die ersten machen sich daran, die Pferde fertig zu machen, bevor es ins Viereck zum "tanzen" gehen kann.

> Mittwoch, 24. Februar
> Nachmittags, 15.15 Uhr
> sanfter Sonnenschein, ca. 18°

ALLE, DIE AN DER DRESSUR teilnehmen machen nun ihre Pferde fertig und begeben sich auf den Aufwärmplatz(Springplatz); in einer 3/4 Stunde beginnt die Dressur für die ersten HMS-Starter! ALLEN ANDEREN ist es freigestellt wo sie posten, allerdings solltet ihr euch an den natürlichen Turnierflair halten, d.h. startet jetzt keinen Ausritt o.Ä. Nehmt z.B. Plätze auf der Tribüne ein etc.
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BeitragThema: Re: Rennbahn   Di 30 Sep 2014 - 8:38

Violettas Tagesablauf war bisher sehr gediegen. Bis auf ein kurzes Zusammentreffen mit einem eher unsympathischen Patrick, war ihr Tag zu ihrer Zufriedenheit eher einsam gewesen. Am frühen Nachmittag hatte sich dann die Jockette entschieden, doch ihren Körper noch etwas gutes zu tun. Bei der Hand hatte sie den Hengst Battle Admiral. Der ständig nervös tänzelnd, an ihren zierlichen Armen zog. Violetta Gesicht verfinsterte sich. Mit ihrem eigenem Pferd Scottish Grace hatte sie nie solche Probleme. Admiral war da so ziemlich das Gegenteil. Der Hengst stand dauerhaft unter Strom. Sobald jemand seine Box öffnete, war der lackschwarze Vollblüter angespannt und nervös, als würde er bereits in der Startbox auf seinen Einsatz warten. Grummelnd zog sie den großen Hengst vorran. „Nerv mich nicht!“ brüllte sie beinahe dem Pferd entgegen, der sich jedoch nicht von seinem Verhalten abbringen ließ. Störrich zog er gegen das Gebiss, während sein Schweif wild von einer Seite zur anderen schlug. Die Nüstern waren augebläht und die dunklen Augen beobachteten hektisch jede Bewegung in seiner Nähe. Trotzdem ließ sich die Rothaarige Reiterin nicht von ihrem Vorhaben abbringen. Ihre Haare hatte sie wie heute Morgen zu einem strengen Dutt gebunden, wobei miitlerweile einige leicht gelockte Haarsträhnen an herunter hingen. Eine leichte Collagejacke verdeckte die zierliche Gestalt der Jockette, wobei Reithose und Stiefel ihr Outfit abrundeten. So näher sie ihrem Ziel kam, um so ruhiger wurde es. Die abgelegene Rennbahn der Stables war ideal zum Abschalten, insbesondere wenn Turniere statt fanden. Das Training würde Violetta wieder etwas mehr fordern als der bisherige Tag. Nach einem kurzen Waldstück, tat sich schließlich die Bahn vor ihr auf, so dass man meinen könnte ein sanftes Lächeln auf ihren Lippen erkennen zu können.

Admiral hingegen schien die Vorstellung in den Galopp zu fallen, noch mehr einzuheizen. Er stieg und bockte wild, so dass die Jockette alle Mühe hatte nicht von einem seiner Hufe getroffen zu werden. „Jetzt ist aber gut!“ rief sie ihm zu und zog fast etwas zu beherzt am Zügel. Der Hengst parrierte und schien für einen kurzen Moment inne zu Halten, ehe er widerwillig Folge leistete. Dank Lettas geringer Körpergrößte, hatte sie oft Probleme auf ein Pferd zu kommen, zum Glück half ihr meist ihr Erfindungsreichtum aus. Auf einer kleinen Anhöhe stieg sie dann in den Sattel, was wie zu vermuten war, dem Startschuss des Hengstes gleichkam. Dieser trabte an, noch ehe die Jockette die Füße in die Steigbügel gestellt hatte. Sie drückte ihre Schenkel fest gegen die Flanken des Hengstes und versuchte ihn vorsichtig und mit einer wesentlich ruhigeren Hand als zuvor an das Reitergewicht zu gewöhnen. Erstaunlicherweise ließ sich der Vollblüter auch vorerst händeln, so dass sie auf die Sandbahn einlenken konnten. Zum frühen Nachmittag war noch niemand hier. Obwohl die Bahn festlich geschmückt war und die Tribühne nur auf Zuschauer zu warten schien, war die im Wald gelegene Bahn höchstens durch ein laues Lüftchen anders als sonst. Einzelne Sonnenstrahlen suchten sich den Weg durch aufgelockerte Wolken, während Violetta den Hengst im Schritt die Bahn herum führte. Eines musste sie dem Hengst lassen. Er war eine Herausforderun und doch eines der besten Pferde, dass sie je reiten durfte. Sein schreitender Gang fühlte sich an, als würde man auf Wolken tanzen. Genüsslich schnaufte Letta kurz durch, ehe ihre kleine Hand den muskulösen Hals des Hengstes betätschelte. „So ist gut.“ Beruhigte sie ihn anschließend.

Die Reiterin war froh dem Trubel noch rechtzeitig entkommen zu sein und einfach ein paar ruhige Runden auf der Bahn zu drehen. Hier waren keine hyperaktiven Kinder oder unwissende Reitprofis, die ihr Vorschriften machen konnten. Das schwarze Fell von Battle Admiral leuchtete im Sonnenschein, während sein Kopf weder Anlehnung noch Aufgaben suchte. Der feine Kopf des Vollblüters war immer noch nicht wirklich von Entspannung gezeichnet, aber vermutlich hatte Violetta immer noch nicht das Bedürfnis ihm seine hitzige Art komplett abzugewöhnen. Eigentlich mochte sie solche Pferde sogar, die zeigten, dass sie Feuer besaßen. Kurz entschlossen drückte sie die Unterschenkel abermals an die Seiten des Hengstes, der sofort anfing zu traben. Die Jockette hielt den Hengst nahe an der Bande, gerade so, dass sie das Gefühl hatte nicht gegen zu Reiten. Sein Trab glich eher einem Stolzieren. Die Beine hob er hoch und stakste eher über den Sandboden. Rennpferde waren ja auch nicht für ihre Gänge bekannt. Immer wieder schnaubte Admiral, ganz so als wäre die geladene Sprungfeder bereit loszufeuern. Violetta machte ihm diesen Gefallen jedoch noch nicht. Eine kurze Berührung mit der Gerte machte ihm deutlich, dass er ersteinmal einige Runden im Trab absolvieren sollte. Violetta wusste schon, warum sie auf einen Startplatz beim Rennen verzichtet hatte. Nicht nur das die Distanz nicht unbedingt ihre Stärke war, auch die Pferde schienen noch einige Trainingseinheiten zu brauchen. Violetta genoss die wärmende Sonne und trabte ihren Hengst fleißig vorwärts.


[Battle Admiral | Genervt | Trainiert | Genießt]
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BeitragThema: Re: Rennbahn   Di 30 Sep 2014 - 9:57

So ein Turnier war letzten Endes nur eins: Stressig. Überall standen Menschen herum, die einen hierhin, dorthin, nach dahinten und wieder zurückdrängeln wollten und, wenn man sich dann einmal (oder auch zehn Mal, aber was machte das schon) eine klitzekleine, halbstündige Pause gönnen wollte, wurden die auch noch pampig!
Ian zog eine Packung Camel aus der Tasche seiner verwaschenen Jeans und zündete sie noch im Gehen an. Mit geschicktem Tricksen hatte er sich aus den Ställen geschlichen, nachdem er Glenn auf die Weiden gebracht hatte. Wofür man ihm eigentlich Lobenshymnen singen sollte: Er brachte sein Pferd selbst auf die Weide, brachte ihm das Fressen, Putzte und bewegte es. Warum also konnten das die anderen an diesem gottverdammten Tag nicht auch tun? Statt ihn wegen jeder Kleinigkeit zu fragen.
Ian, bring den-und-den auf die Koppeln.
Ian, meine Zopfgummis sind leer.
Ian, die Stallgasse sieht aus, als sei eine Horde Elefanten durchgerannt, feg' sie.

Wütend paffte der Schotte an der Zigarette. Das Nikotin beruhigte ihn nur langsam, viel zu langsam. Da half die Stille mehr, auch wenn er eigentlich liebend gern von Menschen umgeben war. Lauten Menschen, kreischenden Menschen. Das waren noch Zeiten, als er auf der Bühne gestanden hatte! Umringt von scharfen Bräuten, die nur darauf aus waren, dass er ihr Dekolleté signierte, sie in den Arm und mit aufs Zimmer nahm... Und generell war das ja wohl die größte Krönung an diesem ganzen Turnier! Kein Mensch kannte ihn! Lief Britains Got Talent etwa nicht in Amerika?
Als er vom Hof geflüchtet war, hatte er nicht wirklich bemerkt, wohin ihn seine Füße trugen. Jetzt tauchte die Rennbahn vor ihm auf, genauso festlich geschmückt, wie die ganze Ranch. Aber vermutlich leer. Immerhin tummelten sich gerade alle am Dressurplatz.
Die inzwischen abgebrannte Zigarette trat er auf dem Boden des Waldweges aus, doch seine Finger langten schon nach der nächsten. Einfach eine Stunde lang auf der Tribüne zu chillen, erschien ihm gerade ausgesprochen verlockend. Gemütlich schlurfte er durch die Tore und erblickte das hypernervöse schwarze Monster von Hengst, das ihn regelmäßig um den Verstand brachte, wenn er ihn irgendwie versorgen sollte. Dafür war das Geschöpf auf seinem Rücken schon mehr nach Ians Geschmack, obwohl sich seine Nase noch schmerzhaft an die Begegnung mit Lettas Faust erinnerte. Wie lange war das jetzt schon wieder her? Jahre? Ob die Kleine wohl immer noch so viel Feuer hatte?
Grinsend lehnte er sich an die Begrenzung der Sandbahn. „Du kommst ja scheinbar auch nicht mehr mit jeder Sorte Hengst klar, was, Lamont?“


Gedanken über Turnier, Ankunft an Rennbahn, Violetta
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BeitragThema: Re: Rennbahn   Di 30 Sep 2014 - 11:40


Violettas blaue Augen schauten durch die Pferdeohren auf den Sandboden. Durch den eher kühlen Morgen, der sich hauptsächlich durch Nebelschwaden und bedeckten Himmel ausgezeichnet hatte, war das Geläuf eher schwer geworden, was jedoch Admiral nicht daran hindern sollte einige Bestzeiten aufzustellen. Vorerst zügelte sie den Vollblüter jedoch wieder und ließ ihn in einem raumgreifenden Schritt die Bahn entlang schreiten. Leicht verträumt strich sie sich eine Haarsträhne hinters Ohr. Wenn man Letta so sah, könnte man fast glauben, dass sie umgänglich, vielleicht sogar sympathisch war. Aber ihre Mauer aus Trotzigkeit und Willensstärke war immer präsent. An der gegenüberliegenden Tribüne konnte sie dann eine Silhouette erkennen, welche sich gegen das Geländer der Sandbahn lehnte. Ebenso wie sie, schaute auch ihr Hengst auf und lief dabei etwas zügiger vorwärts um schnellstmöglich den Neuankömmling aus nächster Nähe betrachten zu können. In Gut 200 Metern Entfernung erhob der junge Mann schließlich das Wort. Seine Stimme durchbohrte Lettas Herz wie ein Pfeil. Sie traute ihren Augen nicht, als die wallende Mähne und diese schnippische Bemerkung Ian zuzuordnen waren. Sie hatte zwar schon davon gehört, dass er jetzt auch in den USA mit Pferden arbeitete, aber das es ihn ausgerechnet hier her verschlägt, hätte sie nicht vermutet. Die eisblauen Augen der Reiterin stierten förmlich in seine Richtung, während sie auf gleicher Höhe ihren Hengst zum Stehen brachte. Eine übermenschliche Wut tat sich in der Rothaarigen auf, so dass sie am liebsten vom Pferd gepoltert wäre um ihn zu kastrieren. Leicht perplex wusste Violetta jedoch nicht, was sie seinem Kommentar entgegensetzen sollte. „Ähm.“ Fing sie an leicht herumzustottern, was eigentlich gar nicht ihre Art ist.

Damals war sie geradezu vernarrt in diesen jungen Mann gewesen, so sehr sie sich auch gegenseitig anstachelten und wahrhaft zur Weißglut treiben konnten, so sehr zogen sie sich auch wieder an. Heute war ein Wiedersehen mit ihrer Jugendliebe eher zufällig, wobei ihr Herz fernab aller Realität über duftende Blumenfelder und wolkenlose Himmelspfade galloppierte. Die zierliche Jockette fasste jedoch auch wieder schnell ihren Mut zusammen, so dass ein eher ratloser Gesichtsausdruck, einem aufmüpfigen Grinsen wich. „Solltest du nicht lieber den Mist eines Ponys wegschaufeln, als dir darüber Sorgen zu machen?“ antwortete die Schottin spöttisch und zog ihre Fußspitzen aus den Steigbügeln, als wollte sie absteigen. Aber das Gegenteil war der Fall. Sie schnallte ihre Bügel extrem kurz und stieg anschließend wieder hinein. Mit der Gerte gab sie Admiral zu verstehen, dass er zeigen durfte was er drauf hatte. Der Hengst trabte sofot an und ehe er in die Kurve bog viel er in einen donnernden Galopp. Seine harten Hufe bohrten sich in den Sandboden und er preschte die Bahn entlang. Violetta folgte im leichten Sitz jeder seine Bewegung und liebte es den Wind an ihnen vorbeirauschen zu hören. Ihr Herz schlug schneller und das Adrenaliln pumpte durch ihre Adern. „Komm schon, ein bisschen kannst du noch.“ Feuerte sie ihr Pferd an und trieb ihn mit der Gerte an. Und tatsächlich legte Bettle Admiral noch einmal an Geschwindigkeit zu. Beim Zieleinlauf nahm die junge Reiterin schließlich den Schwung raus und ließ den Hengst ausgalloppieren, ehe er schnaufend und keuchend in den Schritt viel. Lobend klatschte Violetta ihren Hengst ab und ritt vor Ian einige Volten im Schritt, um Admiral wieder runter zu bekommen. Seine eindeutig zweideutige Bemerkung war typisch für Ian und vielleicht hätte es Violetta sogar etwas gereizt darauf einzusteigen, doch sie unterließ es.

Zu sehr war die Enttäuschung vom letzten Disaster noch präsent. Wie sie jeden Abend um die Häuser gezogen sind Alkohol und Drogen mehr als nur in Mengen vorhanden war und es schlussendlich in einer beispielhaften Begierde endete. Wie oft hatte sich Violetta schon vorgestellt, dass es nur zwischen ihnen so wäre? Das er ebenso wie sie, mehr als nur eine Affäre in ihren Küssen und Zärtlichkeiten sah. Sie fühlte es, als wäre es erst gestern gewesen, als sie ihn das letzte mal küsste. Seine Lippen immer etwas nach Alkohol und Abenteuer schmeckten und doch fühlte es sich für Letta immer nach ein wenig mehr an. Ein wenig mehr Vertrauen und Liebe, dass wäre damals das Richtige für die junge Frau gewesen. Aber das bekam sie nicht und würde sie auch heute nie von ihm bekommen, oder? „Was verschlägt dich hier her?“ fragte sie mit ihrer rauen Stimme nach, die so gar nicht nach einem wohlwollenden Mädchen klang. Es wäre gelogen gewesen, wenn sie sagen würde, dasss sie sich nicht zu ihm hingezogen fühlte. Aber Violetta war erwachsener geworden, hatte dazu gelernt und vielleicht auch etwas damit abgeschlossen. Sie zog die Füße aus den Steigbügeln und stieg anschließend von dem Hengst ab, der nun wesentlich ruhiger als zuvor neben ihr stand. Sie wendete sich jedoch nicht zu Ian, sondern steckte Admiral ein Leckerchen zu, welches sie aus der Hosentasche zog.


[Ian | Gallopp | Steigt ab]
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BeitragThema: Re: Rennbahn   Di 30 Sep 2014 - 12:45

Violetta Lamont sprachlos zu erleben, war etwas, das vielleicht einmal in hundert Jahren vorkam. Aber es war ja wohl absolut klar, dass Ian diesen Zustand bei ihr hervorrufen konnte. Und zwar nur Ian. Es war eine ziemlich krasse Zeit gewesen, die sie damals verbracht hatten. Aber was wollte man denn auch anderes in diesem schrecklich verregneten Schottland machen? Sie hatten experimentiert, waren um die Häuser gezogen. Letztlich wäre es gelogen, zu sagen, dass er sich noch genau daran erinnerte, wie es mit ihr gewesen war. Es verschwamm in den Erinnerungen mit den anderen, die nach ihr gekommen waren. Dafür war ihr Abschied allerdings noch sehr präsent – ebenso wie der Reiz, den ihre Mauer auf ihn ausübte. So mussten sich die Eroberer früher gefühlt haben! Ziemlich unbezwingbar.
Und sie war wild. Allein die Tatsache reizte ihn. Mit grauen Mäuschen konnte er nichts anfangen. Also gut, schon, aber nur zwischendurch.
Während Letta ihr Pferd vor ihm zum Stehen brachte, folgte dann aber doch eine Erwiderung. Oha, damit hatte er jetzt nicht so ganz gerechnet. Das war ja beinahe beleidigend. Ians Augen folgten ihren Bewegungen und einen Augenblick lang, dachte er, sie wolle absteigen, ihm in die Arme fallen und... okay, das war dann wohl doch ein bisschen traumtänzerisch.
Mit dem Handrücken strich er sich die Haare aus der Stirn, um sie auf dem Pferd besser betrachten zu können. „Stell dir mal vor, das kann ich in meinen Pausen. Schon beeindruckend, aber das war ich ja schon immer.“ Er zwinkerte und grinste erneut. Dass sie sich aber gleich darauf wieder aufmachte, um mit ihrem Training fortzufahren, war jetzt wirklich beleidigend. Man ließ Ian Morrison nicht so einfach stehen. Das gehörte sich einfach nicht.
Andererseits jedoch gab es ihm einen Moment, um sich auf einen möglichen weiteren Schlagabtausch vorzubereiten – und die Erinnerungen zu sortieren, die dann doch auf den Tiefes des manchmal ziemlich angeschlagenen Kopfes hervortaten. Ihre Schlagfertigkeit hatte ihn ebenso gereizt, wie der gerntenschlanke Körper, den sie damals eindeutig noch nicht unter so unförmigen Jacken verborgen hatte. Wäre sie ihm nicht so schnell ganz verfallen, hätten sie vielleicht noch ein bisschen länger Spaß zusammen haben können. Ihre Risikobereitschaft, die sich auch jetzt wieder zeigte, während sie über die Bahn preschte, war erfrischend gewesen.
Irgendwann jedoch zügelte sie Battle Admiral wieder und kam erneut zu ihm. Das ließ wiederum Ian das Kinn leicht heben. Sie hätte ihn ja immerhin auch ganz ignorieren können. Aber das tat sie nicht.
„Auf die Heaven Meadows? Das Geld. Auf die Rennbahn, die Ruhe. Aber mit der ist es jetzt ja scheinbar vorbei“, antwortete er, wobei er den Unterton ihrer Stimme einfach ignorierte. Ignoranz entpuppte sich ja eh in jeder Lebenslage als kleiner, feiner Helfer. „Und was hat dich aus Schottland vertrieben?“


Erinnerungen, Kommentar, Antwort und Frage
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BeitragThema: Re: Rennbahn   Di 30 Sep 2014 - 13:39

Violetta begnügte sich vorerst mit ihrem Pferd. Admiral ließ den Kopf leicht hängen und atmete noch leicht angestregt. Währenddessen klemmte die mitlerweile auf den Boden stehende Violetta die Bügel unter den Sattel. Die Rothaarige strich sich vorsichtig die roten Strähnen aus dem Haar und verschnaufte. Fast so als ob sie überlegen würde, ob sie zu ihm geht oder einfach ihn mit Ignoranz straft. Aber die Verlockung war schließlich doch zu groß. Sie zog dem Hengst die Zügel über den Hals und führte ihn zu der anderen Seite der Abgrenzung, an die sich der junge Mann gelehnt hatte. Ein kalter Schauer lief ihr über den Rücken, bei dem Gedanken ihn berühren zu können. Ihre weichen Hände klammerten sich beinahe flehend an die Zügel ihres Hengstes, der jedoch davon nicht wirklich etwas mitbekam. Gehorsam folgte dieser seiner jungen Reiterin, ehe sie ca. 1m von ihm getrennt zum Stehen kam. Er hatte sich seit ihrem letzten Treffen kein bisschen verändert. Als würde ihn die Offenbarung ihrer Gefühle genausowenig etwas angehabt haben, wie ihr schlagkräftiger Abgang. Er war der selbe egozentrische Mann, den sie in Schottland zurückgelassen hatte. Und trotzdem verfolgte er sie bis hier her. Etwas verwundert schien die 22-jährige jedoch auf seine Begründung. Das ihn das Geld in die USA zog war nicht verwunderlich. Wer einen ausschweifenden Lebensstil führte, so wie Ian, brauchte jeden Penny doppelt. Allerdings wunderte sie sich darüber, dass ausgerechnet er die Abgeschiedenheit der Rennbahn aufsuchte, zumal es eigentlich jemand war, der gerne im Mittelpunkt steht. Und was hat dich aus Schottland vertrieben? Als ob er das nicht selbst am Besten wüsste. Natürlich war es ihr Gegenüber, der sie schlussendlich doch dazu gebracht hatte alles hinter sich zu lassen und ein neues Leben in den USA zu beginnen.

So offen zugeben konnte sie das natürlich nicht, nicht vor ihm. Sie schaute kurz etwas verlegen zu Boden, ehe sie mit „Ich brauchte einen Tapetenwechsel.“ Antwortete. Der junge Mann wusste praktisch alles von ihr. Er war nicht nur der Mann neben ihr im Bett gewesen. Sie haben oft viele Abende an den Bars der Stadt Spaß gehabt und über Gott und die Welt geredet. Violetta band Admiral an der Absperrung fest und sprang danach über das Geländer. Die zierliche Jockette wirkte selbst neben dem auch nicht gerade übermäßig Großen Ian wie ein kleines Mädchen. Ihr Herz schlug mehr als nur bis zum Hals. Sie verbarg ihre Unsicherheit aber hinter ihren blauen Augen und schaute in Ians Gesicht. Wie oft schon hat sie sich in seinen dunklen Augen verloren und sich davon geträumt. Weit weg von Schottland und weit weg von der Realität „Es ist viel Zeit vergangen.“ Murmelte die 22-jährige anschließend. Aber war es wirklich genug Zeit, um hier und jetzt alle guten Vorsätze über Bord zu schmeißen? Die kleine Dame zögerte kurz und verkleinerte schließlich den Abstand zwischen ihr und Ian. Ihre grazilen Hände umfassten seine warmen Wangen und zogen ihn zu sich hinunter „Ich habe dich vermisst.“ Flüsterte sie anschließend leise und drücke ihre Lippen auf seine. Ihre Beziehung zueinander ähnelt eher einem Dramafilm, als einer Bezierhung oder einer Affäre oder gar einer Freundschaft. Sie hatte Höhen und Tiefen und war von mehr als nur die Begierde zueinander gekennzeichnet. Violetta wusste das sie einen Fehler beging, aber es schien so, als könnte sie sich nicht dagegen wären. Sie ließ ihren Gefühlen freien lauf und genoss die Berührung mit ihm. Sie sog seine Nähe auf wie ein trockener Schwamm, als würde alles was sie wollte nur er sein.

Und eigentlich war es momentan auch genau das. Vielleicht war es Schicksal das sie sich selbst auf einem anderem Kontinent wiedertrafen und eben genau hier standen. Der Kuss fühlte sich wie eine Ewigkeit für Letta an, überdauerte Wirklichkeit nur ein paar Sekunden. Als sich ihre Lippen wieder von seinen lösten, rutschten ihre Hände in seinen warmen Nacken. Ihre kühlen Augen schauten erwartungsvoll in die seinige. Fast etwas erschrocken, zog sie sich anschließend zurück und verschränkte die Arme vor der Brust „Tut mir leid.“ Sagte sie und richtete den Blick währenddessen auf den Boden. Ihr war bewusst das es damals nicht die Drogen und auch nicht der Alkohol waren, sondern Ian nach dem sie süchtig war. Auch wenn sie damals das Gefühl hatte, dass es ihm ähnlich ginge, wurde sie enttäuscht. Was sie sich davon erhoffte war wohl abzusehen. Aber auch wenn es nur eine Nacht sein würde, hätte Ian sie wie damals in der Hand. Violetta blickte kurz zu Admiral, der sich aber von den beiden Menschen nicht aus der Ruhe bringen ließ.


[Gespräch| Zu Ian| Kuss]

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BeitragThema: Re: Rennbahn   Mi 1 Okt 2014 - 18:24

Einer der milchigen Sonnenstrahlen strich über Violettas Haar, ließ es wie frisches Blut schimmern. Dass sich mehrere Strähnen keck aus dem Dutt wandten, machte sie nicht gerade unattraktiv. Im Gegenteil, mit einem Mal kamen kleine Erinnerungen zurück, von denen Ian gar nicht mehr gewusst hatte, dass er sie besaß.
Sie musste damals sechzehn gewesen sein, als sie ihn, der mit seiner Gitarre vor der Glasgower Rennbahn gestanden hatte, mit einem ihrer intensiven Blicke bedacht hatte. Damals wie heute war dieser Blick faszinierend. Selten hatte der Musiker jemanden getroffen, der einen mit einem Augenaufschlag anziehen und abstoßen konnte – und er hatte viele Menschen gesehen. In den großen Fernsehshows, bei den Konzerten, auf der Straße und schließlich auch hier, in den USA. Aber keine Augen waren so interessant gewesen. Schon damals, als er spontan beschlossen hatte, ein anderes Lied zu spielen, als Letta und ihr Großvater an ihm vorbeigegangen waren, hatte er gewusst, dass sie in seiner kleinen Sammlung noch fehlte. Deshalb war er auf das Angebot, auf der Rennbahn zu arbeiten. Dass das sein Ticket in den Garten Eden war, hatte er damals noch nicht ahnen können. Nun gut, sie hatte sich letztlich zwar auch als romantiksuchendes, kleines Mädchen entpuppt, aber Ian war nur zu gern dazu bereit, darüber hinwegzusehen. Die Zeit, bevor sie zu einer Enttäuschung wurde, war dazu einfach zu gut gewesen.

Jetzt, da sie um die Absperrung herumging, war ihre Anspannung deutlich spürbar. Ian runzelte die Stirn, stieß sich von der Bande ab und trat einen Schritt auf sie zu. Sie musste zu ihm aufsehen, was ihm auch nicht schlecht gefiel. Es passte so gar nicht zu ihrer sonstigen Art, dieser hohen Mauer an Eigenständigkeit und Stärke. Ja, auch das war damals anziehend gewesen, weil Letta nie sofort zugegeben hatte, dass sie auf ihn stand. Dafür waren ihre Ideen aber mindestens ebenso aufregend und vielversprechend gewesen, wie seine eigenen.
Lamonts Verlegenheit war wirklich süß. Ians Hand zuckte vor, als wolle er ihr Gesicht berühren, doch die Bewegung endete schließlich in einem erneuten Haare streicheln. Manchmal wäre es wohl angenehmer, seine Wuschelmähne zu kürzen, aber sie passte einfach so ausgesprochen gut zu seinem Äußeren, dass er diesen Gedanken allein deshalb wieder beiseite schob. Und es war einfach ein ziemlich geiles Gefühl, wenn sich zarte, schmale Hände in ihnen vergruben.
„Es ist viel Zeit vergangen.“
Was sollte er darauf antworten? Ian beließ es bei einem Nicken. Wollte sie sich dafür entschuldigen, dass sie ihm die Nase gebrochen hatte? Und wollte sie ihre Affäre etwa wieder beginnen? Diese und noch etliche andere Fragen schossen durch den blonden Kopf des Schotten, was ihn ganz schwindlig machte. „Ich weiß“, entgegnete er schließlich und wurde schon wieder überrascht, als plötzlich ihre Hände an seinen Wangen lagen und wieder einen Schwall Erinnerungen zurückbrachten. Automatisch beugte sich Ian zu ihr herunter, atmete den unverkennbaren Duft ein. Seine Hände, die zuvor noch untätig an seiner Seite herunter gehangen hatten, glitten nun zu ihrer Taille, fanden heraus, dass sie noch immer so dünn wie damals war. Dünn und dennoch muskulös.
Worauf ihn aber nichts hätte vorbereiten können, war der Kuss. Ein Schwall Wärme flutete durch seinen Körper, ließ ihn sie näher zu sich ziehen. Sie passte immer noch perfekt.

Und ja, es war viel Zeit vergangen, sehr viel Zeit. Wahrscheinlich würde sie inzwischen wissen, dass er nicht der Ritter auf dem weißen Pferd war – und das lag nicht allein daran, dass Glenn so grau wie Beton war. Ciara wusste das ja schließlich auch.
Er wagte es, seine Hände über ihren Rücken gleiten zu lassen, bis sie sich wieder lösten. Lächelnd erwiderte er ihren Blick, sodass Grübchen in seinen Wangen erschienen. Ja, dafür hatte es sich dann doch eindeutig gelohnt, vom Turnier zu flüchten. Nach Flucht schien dann aber doch auch Letta der Sinn zu stehen. Süß, wirklich süß.
Der Schotte trat auf sie vor, hob ihr Kinn an, damit sie ihm in die Augen sehen musste. „Das muss dir jetzt wirklich nicht leidtun.“ Mit dem Daumen fuhr er die Kontur von Lettas Lippen nach. „Anderes vielleicht“, grinste er dann, stahl sich einen weiteren schnellen Kuss.
Ian ließ von ihr ab, lehnte sich neben Admiral und strich dem Tier über den verschwitzten Hals. „Ich weiß ja, dass du dich viel lieber mit mir beschäftigst, aber du solltest ihn noch ein bisschen trocken führen.“


Erinnerung, Letta, Kuss, Aufziehen
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BeitragThema: Re: Rennbahn   Mi 1 Okt 2014 - 21:03

Der Kuss schmeckte nach Heimat. Ein wenig nach dem verregnetem Schottland, dem sie schon vor einiger Zeit den Rücken gekehrt hatte und ein wenig nach ihrem alten, jugendlichem Leben. Und ihr Gegenüber? War immer noch der selbe. Als er ihr Kinn anhob, musste sie in seine starren, durchdringenden Augen schauen. Sie ließ ihn gewähren. Obwohl viel zwischen den Beiden vorgefallen war, vertraute sie dem Blondschopf. Sein Daumen auf ihren vollen Lippen, ließ sie wieder zu dem naiven jungen Mädchen werden, was sie damals war. Aber wollte sie das wirklich? Eine Wiederaufrischung der Gefühle würde mit Sicherheit nicht nur Spaß und Abenteuer bedeuten. Viel mehr war es der unendliche Herzschmerz, der dazu führte, dass sie wie ein entlaufener Hund in die Arme von Ian rannte. Der erneute Kuss ließ sie für einen Moment ihre Augen schließlich. Für Immer war in Schottland ziemlich lang gewesen und doch hatte sie sich damals eine Zukunft ausgemalt. Vielleicht nicht eine mit einem Haus und Kinder, diese Wunschvorstellung passte heute noch nicht zu der impulsiven Reiterin, aber vielleicht eine Weltreise zu Pferd. Ian immer an ihrer Seite. Als sie die Augen öffnete und erneut seinen Blickkontakt suchte, erlosch diese Vorstellung jedoch so schnell wie sie gekommen war. Das muss dir jetzt wirklich nicht leid tun, hatte er zuvor gesagt und eigentlich hatte er auch Recht. Warum sollte ein Typ wie Ian so eine Begrüßung auch Ablehnen? Aber vielleicht wollte sie sich insgeheim nur bei ihrem eigenen Herz entschuldigen, was wieder einen spürbaren Schlag bekam, als er auf den Hengst zu sprechen kam, den sie schon fast vergessen hatte. Admiral schaute mittlerweile schon wieder etwas wilder als gerade nach der Runde auf der Bahn. Ein Zeichen, dass er wieder ein bisschen bewegt werden wollte.

Sie nickte widerwillig auf seine Bemerkung und wusste nicht so Recht wie sie darauf reagieren sollte. In Ians Gegenwart wurde der Tiger zur Schmusekatze, weshalb sie ohne ein weiteres Wort über die Lippen zu bringen, wieder über das Geländer kletterte und neben Admiral stand. Der Hengst drehte seinen feinen Kopf in ihre Richtung und und sie legte kurz ihre kleine Hand auf seine breiten Nüstern. Währenddessen biss sie sich auf die Unterlippe, als wollte sie den Geschmack des Kusses wieder aufrischen. Sie löste den Sattelgurt und legte ihn schließlich samt Sattel auf dem Geländer ab. Sie löste die Zügel von der Absperrung und der Vollblüter machte kehrt. Kurz sah sie nochmal zu Ian zurück, als würde sie noch irgendeinen dummen Spruch erwarten, bevor er edoch dazu kam, setzte sich das Gespann in Bewegung. An der Innenbahn entlang gingen die beiden die Runde ab. Battle Admiral schnaubte zufrieden und drückte seinen Kopf gegen die Schulter seiner Reiterin. Diese schnaufte ebenso kurz durch, wenn auch nicht vor Entspannung. Während die kleine Dame neben dem kräftigen Hengst schritt, öffnete sie ihren strengen Dutt und die welligen, roten Haarsträhnen legten sich über ihre schmalen Schultern. Um das Schaulaufen abzurunden öffnete Letta ihre dunkle Jacke und zog sie aus. Ihr hautenges, blaues Top umspielte ihre durchtrainierte Silhouette. Man könnte meinen, dass seit sie auf den Stables ist noch etwas mehr an Sportlichkeit zugelegt hat, nur um ihrer Arbeit mit dem nötigem Potenzial gerecht zu werden. Violetta legte ihre Jacke auf den Pferderücken ab. Admiral schritt trotzdem fleißig vorwärts und ließ sich von dem Überhängsel nicht stören.

Nachdem die beiden eine gemütliche Runde um die ganze Bahn gemacht hatten, kontrollierte Letta seinen Hals. Er war schon deutlich trockener, auch wenn sein schwarzes Fell den seidigen Schimmer nicht verloren hatte. Anschließend bewegte sich die Schottin mit ihrem Hengst Richtung Ausgang und verließ mit ihm die Bahn. Selbstverständlich hatte sie Ian nicht vergessen und schritt zu ihm herüber. „Ich werde ihn in seine Box stellen und ihm eine leichte Decke überwerfen.“ Berichtete sie mit einem kühlen Unterton und zog sich währenddessen die Reithandschuhe aus, die sie kurz vorher angezogen hatte, um den Hengst durch die Bahn zu führen. Mit ihren grazilen Fingern fuhr sich die 22-jährige durch die mittlerweile offenen Haare und schenkte dem jungen Mann sogar ein leicht verschmitztes Lächeln. Ihre hellblauen Augen schienen ihn eine Einladung vermitteln zu wollen und irgendwie wusste sie, dass er nicht ablehnen würde, auch wenn er vielleicht aus anderen Gründen mit ihr Zeit verbrachte als sie. Mit Admiral an der Hand ging sie Ian noch ein Schritt entgegen und schmiegte abermals ihren kleinen Körper gegen seinen. Die freie Hand glitt in seinen Nacken, wobei ihre Fingerspitzen leicht unter seine Bekleidung nach Wärme suchten. Ihr durchdringender Blick war nur für Ian bestimmt und das wusste er bereits vom ersten Tag ihrer Begegnung an. Dementsprechend hatte er ihre Hingabe immer ausgenutzt, doch momentan schien das die Rothaarige nicht zu stören. Viel mehr genoss sie es ein bekanntes Gesicht so nah bei sich zu haben. Sie stellte sich leicht auf Zehenspitzen während sie „Ich würde mich über deine Gesellschaft sehr freuen.“ Flüsterte. Sie musste Ian nicht erklären was das Bedeute, er wusste das bereits von anderen, unzähligen Tagen und Nächten die sie miteinander verbracht hatten. Es blieb dabei meistens nicht bei ein paar Shots oder einigen Zigarretten, viel mehr kamen ihre gemeinsamen Unternehmungen einem Rausch an Gefühlen und Hormonen gleich. Früher flüchteten die beiden sich in eine andere Realität. Ganz nach dem Motto: Wir gegen den Rest der Welt. Sie wartete jedoch nicht länger auf eine Reaktion, sondern drückte ihre weichen Lippen wieder auf die seinige. Wenn man nicht wüsste, dass die beiden eher ein Drama verband, als Liebe, könnte man sie auch für ein Pärchen halten. Allerdings war Violetta das momentan so ziemlich egal. Vermutlich hätte sie ihm auch hier und jetzt die Klamotten vom Laib gerissen, wenn sie nicht Admiral bei der Hand hätte. Bei dem Gedanken daran blieb es nicht bei einem einfachen Kuss. Ihre Hand, die sich vorher noch in seinem Nacken vergraben hatte, wanderte an seinem Körper hinunter und stoppte an seinem Hosenbund. Dort schob sie sich dann unter seine leichte Jacke und glitt an seiner Seite entlang zu seinem Rücken, wo sie ihre Fingerspitzen leicht unter seine Gürtellinie schob. Kurz darauf lösten sie die Lippen der beiden wieder.


[Führt Admiral | Ian | Andeutung | Kuss]
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BeitragThema: Re: Rennbahn   Fr 3 Okt 2014 - 18:25

Ian hatte seine Begierde zu allen Dingen selten zu zügeln versucht. Hatte er Lust auf eine Zigarette, gönnte er sie sich. Sex? Irgendwo fand sich schon jemand, der sich mit ihm einließ. Ein Tag des Vergessens? Ein bisschen was aus seinem Vorrat von Schottland schlummerte immer noch verborgen zwischen seinen Socken, auch wenn es relativ wenig war, um wirklich einen ganzen Tag wegzudämmern. Stets hatte er irgendwie das bekommen, was er wollte und jetzt, da Lettas Blick den seinen einmal mehr fesselte, als seien keine Jahre vergangen, in denen sie sich weder gesehen noch gesprochen hatten, sondern eher Tage. Sollte sie sich wirklich nicht verändert haben? Waren sie immer noch die gleichen? Und wenn ja, musste er ihr dann schon wieder erklären, dass er keine feste Bindung wollte? Ja, er stand auf sie, ein bisschen zu sehr und zu wörtlich, das wusste er noch sehr genau. Ihr wildes Wesen zog dabei eben so an, wie ihr Körper. Letzterer, das hatte er bei dem Begrüßungskuss deutlich gespürt, hatte sich ein wenig verändert und es brachte ihn beinahe um den Verstand, noch nicht zu wissen, inwiefern er anders war.
Als Violetta sich schließlich wieder mit Admiral beschäftigte, hatte er die Gelegenheit, dieser Veränderung mit seinen Blicken nachzuspüren. Sportlich war sie definitiv immer noch – wahrscheinlich auch ausdauernder als er, der sich eher mit Fitnessgeräten zum Muskelaufbau beschäftigte, als mit langen Joggingrunden. Ob er jetzt eine Stunde lang durchlaufen konnte, sah man ihn ja auch nicht an. Ob sein Sixpack jedoch zu einem No-Pack wurde, schon.
Der Schotte legte den Kopf ein wenig schief, zog die Zigaretten erneut aus der Hosentasche und vervollständigte die Beobachtung mit dem ungesunden Genuss. Wäre doch bloß diese hässliche Jacke nicht! Ärgerlich runzelte Ian die Stirn, was jedoch schnell einem Grinsen wich, als Letta den Hengst absattelte. Dass sie sich dann auch noch zu ihm umdrehte, verschaffte ihm die perfekte Gelegenheit: „Der Schwarze ist nicht der Einzige, der sich in voller Pracht zeigen könnte!“, feixte er, etwas Asche in den Sand schnipsend. Falls sich die Rothaarige geändert hätte, könnten sie sicherlich wieder viel Spaß haben. Ciara war ja schon eine Nummer für sich gewesen; ihre aggressive Art und die Tatsache, dass sie seine Ausbilderin war, hatten die Affäre ziemlich wild und reizvoll gemacht. Aber sie war seit einiger Zeit nicht mehr auf ihn eingegangen, was Ian alles anderer als glücklich machte. Da konnte er Aktionen wie Lettas Begrüßung schon mehr als vertragen.
Und die Show, die sie ihm da bot, erst recht! Ian beugte sich etwas vor, vergaß kurz sogar, weiterzurauchen. In Schottland war ihr Haar ein ganzes Stück kürzer gewesen, das wusste er noch. Und vielleicht auch etwas natürlicher gefärbt, obwohl Farben in den damaligen Rauschzuständen das ein oder andere Mal sowieso etwas von ihrer Natürlichkeit abgewichen waren. Trotzdem gefiel ihm dieser Anblick und seine Finger kribbelten vor Verlangen, sich in diesen Locken zu vergraben und deren feine Spitzen auf seiner Brust tanzen zu fühlen. Okay, nein, die Haare waren definitiv nicht das Einzige, das den Anblick lohnte.
Spiel du nur weiter, dachte er, das lüsterne Grinsen erst gar nicht verbergend, bevor er die Finger in den Mund steckte und anerkennend pfiff. Das macht viel zu viel Spaß, um den Gentleman rauszukehren.
Das Einzige, was ihn störte, war die Größe der Rennbahn, die Letta immer kleiner werden ließ, sodass er den Anblick des hautengen Tops nur kurz genießen konnte. Gut daran, war allerdings, dass sie zwangsläufig wieder bei ihm vorbeikommen musste, um die Rennbahn zu verlassen.
Ian verließ seinen Beobachtungsposten, um sich an die Wand des Ausgangs zu lehnen und auf die Rothaarige und den Rappen zu warten.
Der Unterton, mit dem sie ihn schließlich begrüßte, war ihm nicht unbekannt, ebenso wenig wie der Blick. Nur zu gern erwiderte er diesen, ignorierte die Gegenwart des Pferdes dabei einfach. Der Spruch 'Ich kann nicht, wenn die Katze zuguckt' – wahlweise auch auf alle anderen Vierbeiner übertragen – galt bei ihm nicht. Und wieder suchte sie den Körperkontakt zu ihm, versteckte die kühlen Finger unter seinem Kragen, was ihm und seinem leicht erhitzten Körper ein Schaudern entlockte. Ebenso die gehauchten Worte.
Eine Zeit lang hatte es nur sie beide gegeben. Da waren ihm die anderen Mädchen sogar recht egal gewesen, weil Lettas Facettenreichtum für zehn gereicht hatte. „Ich leiste dir zu gern Gesellschaft“, flüsterte er zurück, gab sich ihrem Kuss und der Leidenschaft darin hin. Seine Hände fanden zielsicher den Saum des Tops, schob sich darunter, wurden mit weicher Haut belohnt. Das Blut verließ seinen Kopf, wurde auch nicht aufgehalten, als sich ihre Finger in den Bund seiner Jeans hakten. Sie hätten das Pferd auch einfach laufen lassen können, oder? Admiral war ja nicht blöd, der würde sich schon nicht an dem Schmuck der Tribüne erhängen. Und sie beide könnten im Schatten der Startboxen... aber nein, da musste Letta den Kuss ja wieder beenden, gerade, als er sich ihren Bauch hinauftasten wollte.
„Willst du wirklich in den Stall? Dort sind jetzt garantiert unzählige Leute... und meine Gesellschaft funktioniert ungestört am besten.“


[Gedanken, Letta, Kuss, Frage]
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BeitragThema: Re: Rennbahn   Fr 3 Okt 2014 - 21:12

Es war schwer sich immer wieder von Ian lösen zu müssen, um sich dem Pferd zu widmen.  Ihr Blick, den sie den Schotten kurz vor ihrer Runde geschenkt hatte, hatte selbstverständlich einen Spruch zur Folge, auf den sie aber nur beiläufig mit einem versteckten Lächeln reagierte. Selbstverständlich wusste der junge Mann, welchen Eindruck er schon von der ersten Sekunde an auf Violetta gemacht hatte. Es waren vielleicht seine verspielten Locken oder sein verschmitztes Lächeln, welches immer leicht abfällig über ihren naiven Träumereien lag.  Vielleicht aber auch immer seine Arme, die sie oft fest an seinen Körper drückten und so etwas Sicherheit vermittelten. Generell lag hinter der spröden, ruppigen Art von Violetta ein ziemlich zerbrechlicher Kern. Als einiger der wenigen wusste das ihr Gegenüber und nutzte dies auch ohne Umschweife aus. Bei seinem Pfiff verbreiterte sich ihr schmales Lächeln zu einem frechen Grinsen. Vielleicht tat ihr in der neuen Heimat ein bisschen unbefangene Jugendliebe ganz gut. Allerdings war zwischen den beiden weder Liebe, noch war diese unbefangen. Kurz hatte die Rothaarige aufgeschaut, als ihre Gesellschaft ihr vorlaut hinterhergepfiffen hatte. Selbstverständlich hatte es die Jockette darauf angelegt, immerhin wusste sie, dass Ian für sowas ziemlich empfänglich war. Natürlich konnte sich der durchtrainierte Körper von Violetta sehen lassen. Ihre Arbeit verlangte der kleinen Dame viel ab und so brauchte sie kaum ein Fitnessgerät, wenn ein 600Kilo Hengst an ihren Armen zog reichte das in der Regel aus.

Bei ihrem versüßten Kuss, spürte sie, wie auch seine Hände den Weg unter ihr Top suchten. Sie ließ ihn gewähren, immerhin wollte sie das schließlich auch. Oder? Violetta war sich mit Sicherheit im Klaren, dass die erneute Liebkosung mit Ian auch so einige Probleme mit sich führen würde. Aber anscheinend blendete sie ihre Ängste einfach aus und tat zumindest für den Moment so, als würde sie nicht wissen, dass diese Lippen nicht nur für sie bestimmt waren. Bei dem Gedanken daran, spannte sie ihre Hand an, welche knapp unter Ians Hosenbund ihren Platz gefunden hatte, so dass sich ihre Fingernägel in seine Haut vergruben. Bei dem Gedanken an seine zustimmenden Worte, beruhigte sich die Reiterin allerdings jedoch wieder ziemlich schnell und lockerte ihren Griff. Ihr Hengst riss sie dann aber nach dem Kuss wieder leicht aus der Fassung. Er war der Meinung, dass die Ruhephase nun schon lang genug ging und zog sie mit einer spielerischen Leichtigkeit aus Ians Armen. Eine gewisse Wut machte sich in der Schottin breit und ihr Blick verfinsterte sich. „Mistvieh!“ rief sie Admiral entgegen, als hätte gerade eine potenzielle Konkurrenz zugeschlagen. Mit aller Kraft lehnte sie sich gegen den Hengst, der wieder leicht anfing zu steigen und dabei ihre Jacke runter warf, die sie zuvor auf dem Pferderücken abgelegt hatte. Als der Schwarze wieder auf den Boden der Tatsachen angekommen war, konnte sie sich ein Schmunzeln trotzdem nicht verkneifen, auch wenn es vermutlich der letzten Bemerkung von Ian galt. Natürlich reizte es sie in der Öffentlichkeit ein wenig Intimität auszutauschen, doch wohin mit Admiral? Sie konnte ihn nicht einfach wieder unbeaufsichtigt am Geländer anbinden. Auch wenn ihr Herz am liebsten einfach die Zügel losgelassen hätte. Trotzdem nickte sie Ian zu und verschwand mit dem Vollblüter anschließend um die Ecke.

Die Startboxen standen noch abseits von der Bahn, da erst in den kommenden Tagen die Rennbahn benutzt werden würde. Violetta war sich sicher, dass Admiral hier den wenigsten Schaden anrichten würden. Da die Boxen mechanisch funktionierten, konnte sie sie auch ohne weitere Hilfe öffnen. Der Hengst benahm sich immer noch nicht vorbildlich, ließ sich aber in die enge Vorrichtung treiben und an den Gittern festbinden. Anschließend schloss Violetta die Vorrichtung wieder und legte im Laufschritt die letzten Meter zu Ian erstaunlich zügig zurück. Beinahe magnetisch drückte sie ihren Körper wieder gegen seinen. „Seit wann machen dir denn Zuschauer etwas aus?“ entgegnete sie ihm mit entsprechendem Unterton. Ein provozierendes Grinsen lag ununterbrochen auf ihren Lippen. In Gegenwart von anderen Menschen kannte man die Reiterin überhaupt nicht in diesem Zustand. Sie wirke um einiges entspannter und vielleicht konnte sie sich auch in der Gegenwart einer bekannten Person auch endlich etwas Zeit für sich nehmen. In Violettas Vorstellung konnte dabei ein wenig zu viel nie schaden. Ihre zierlichen Hände zogen aus ihrer Hosentasche ein Feuerzeug und eine zusammengerollte Zigarette raus. „Ich hoffe du bist nicht zu erwachsen dafür geworden.“ Kommentierte sie ihren selbst gedrehten Joint, während sie sie bereits im Mundwinkel anzündete und einen kräftigen Zug nahm. Eigentlich hatte sich Viola vorgenommen, dass ihr Leben auf den Stables in geregelte Bahnen verläuft, allerdings waren ihr der Stress und die Einsamkeit doch etwas über den Kopf gewachsen. Sie atmete den Rauch aus und legte anschließend wieder ihre Lippen auf seine. Anders als erst, schob sie nun auch die Zunge zwischen seinen Zähnen hindurch und küsste ihn leidenschaftlich. Die Begierde zu ihm, schien sie von Innen aufgefressen zu haben und bei der Vorstellung diese nun endlich befriedigen zu können, schienen ihre guten Vorsätze völlig in den Hintergrund zu geraten. Als der Kuss in einer kurzen Pause endete kicherte die Rothaarige wie ein verspieltes Kind und schob ihren Joint zwischen die Lippen von Ian „Wenn das kein Beweis meiner Zuneigung ist!“ entgegnete sie ihm flüsternd und schob ihre beiden freien Hände unter Jacke und Shirt von Ian. Seine Wärme ließ ihre Begierde nur noch mehr anwachsen. Ihre roten Wellen rahmten ihr feines Gesicht elfengleich ein. Eigentlich sah sie immer noch so unschuldig aus, wie an dem Tag als sie ihm das erste mal begegnet ist. Vielleicht wäre alles anders gekommen, wenn sie sich nie begegnet wären. Vielleicht wäre es aber auch nur mit irgendjemand anderem genauso gekommen. Leicht vom Schwall der Hormonen und Glücksgefühlen überrannt, konnte sie Ian aber gar nicht mehr genug für sich einnehmen. „Hier und jetzt gehörst du nur mir.“ Flüsterte sie besitzergreifend, wobei ein verführerisches Lächeln eine provozierende Einladung war.


[Admiral | Schafft in Startbox | Zurück | Kuss | Joint | Verführt]
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BeitragThema: Re: Rennbahn   Mo 6 Okt 2014 - 18:41

Lettas Fingernägel auf seiner Haut machten es ihm schwer, noch einen wirklich klaren Gedanken zu fassen. Sein letztes Mal war immerhin auch schon wieder einige Zeit her und ihre Wiedersehensfreude stachelte ihn immer noch an, besonders weil er sich auf dünnem Eis bewegte. Die Rothaarige hatte einen Narren an ihm gefressen, das wusste er längst und im Moment würde er es auch bedenkenlos ausnutzen. Aber machte sie sich immer noch Hoffnungen, dass er mehr als nur ein Mann für einige Nächte war? Gut, mit etwas Abwechslung zwischendurch konnten das schon sehr viele Nächte werden, aber Monogamie schmeckte ihm ebenso wenig wie Abstinenz. Prinzipiell machte er das einfach damit klar, dass er sich irgendwann nicht mehr meldete. Warum Konfrontation suchen, wenn man einfach abhauen konnte? Das wäre allerdings auf einem Hof, so klein wie dieser hier war, ziemlich unmöglich. Sie würden sich zwangsläufig über den Weg laufen, ob beim Frühstück oder im Stall. Ihm machte das wenig aus, aber er erinnerte sich noch genau an ihre letzte Begegnung, vor diesem zärtlichen Wiedersehen hier.
Doch genau darin lag der Reiz für den Schotten. Er wusste nicht, ob Violetta noch genauso verrückt wie früher nach ihm war, und er würde einen Teufel tun, sie danach zu fragen. Dazu kostete er den Moment und das Prickeln auf seiner Haut zu sehr aus.
Ihr Griff lockerte sich und im nächsten Moment wurde sie dann direkt ganz von ihm weggerissen. Ian zuckte zusammen, als der Hengst stieg, und wieder zuckte seine Hand vor, um sie auf die von Letta zu legen, um das Mistvieh, wie ihn die Rothaarige zu recht beschimpft hatte, unten zu halten. Eine leise Stimme sagte ihm, dass sie problemlos ohne seine Hilfe mit dem Pferd zurechtkommen würde, aber selbst Ian Morrison war kein vollkommener Klotz. So hämmerte sein Herz nun nicht nur wegen der Nähe Viola schneller, sondern auch wegen des Schrecken, den das Vollblut ihm mit dieser Aktion eingejagt hatte. Als dieser jedoch wieder mit allen vier Beinen auf dem Boden stand, trat er einen Schritt zurück, steckte die Hände in die Hosentaschen, als sei ihm sein plötzlicher Anflug von Sorge unangenehm. War er letztlich ja auch. Es würde sie wohl nur dazu ermuntern, zu glauben, dass sie mehr für ihn war, als nur ein Mädchen.
Seine Hände um Feuerzeug und Zigarettenpäckchen schließend beobachtete er, wie Letta den Rappen zu den Startboxen brachte. Andererseits wäre es vielleicht gar nicht so verkehrt, wenn die Zweiundzwanzigjährige glaubte, er sei an ihr interessiert. Sex mit hoffnungsvollen Frauen hatte sich nie als zu schlecht entpuppt.
„Seit wann machen dir denn Zuschauer etwas aus?“
Seine Lippen zuckten zu einem Grinsen hoch, ebenso seine linke Augenbraue. „Wenn du eine richtig schnelle Nummer willst, können wir gehen. Aber darauf hab ich grade so gar keinen Bock.“ Neugierig verfolgte er schließlich, wie sie einen nur all zu vertrauten Gegenstand aus der Hosentasche zog und ihr eigenen Feuerzeug aufschnappen ließ. Ians Grinsen wurde breiter, während sein Blick den Rauchschwaden folgte. Ihr altbekannter Duft erinnerte ihn nur zu genau an die langen Abende in der Stadt oder seltener auch außerhalb von ihr, in den mit Heide bewachsenen Hügeln der Highland. Nur sie beide, ihre kleinen Helferlein und ihre Träume und Ideen.
„Ich bin Peter Pan, schon vergessen? Auf die alten Zeiten!“, erwiderte er lächelnd, bevor sich ihre Lippen wieder auf seine legten, diesmal leidenschaftlicher als zuvor. Sie schmeckte nach dem Joint, nach Vergessen und Verlangen. Zu gern erwiderte er den Kuss, ließ seine Hände auf Wanderschaft gehen und auch nicht von ihr ab, als sie ihm den Joint zwischen die Lippen steckte und kicherte. Der erste Zug war so viel besser als das Nikotin, so viel wirkungsvoller. Ihr Kichern erwiderte Ian mit einem leisen Lachen, protestierte nicht, als sie ihn von seiner Jacke befreite. Es tat ihm in der Seele weh, den Joint wegzuwerfen, so akzeptierte er den kurzen Schmerz und drückte die Spitze zusammen, um ihn später aufrauchen zu können. Er steckte ihn in seine eigene Hosentasche, küsste Letta das provozierend verführerische Lächeln von den Lippen. Seine Hände rutschten über ihren Po, packten sie darunter und hoben sie auf seine Hüften, sodass er sie gegen die Wand der Treppe, die zu den Tribünen führte, tragen konnte. Vom Druck der Mauer gehalten, küsste er ihren Hals herab, angestachelt davon, dass sie ihn offensichtlich genauso wollte, wie er sie, dass sie immer noch nicht wirklich viel Privatsphäre genossen. „Und du mir“, flüsterte an ihrem Ohrläppchen und begann, alle alten Erinnerungen wieder aufzufrischen.


[Gedanken, Admiral, Joint, Kuss, Verführung]
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BeitragThema: Re: Rennbahn   Do 23 Okt 2014 - 8:44

Violetta führte sich in Ians Armen schwerelos, als würde sie nichts mehr länger auf dieser Welt halten. Durch den Einfluss des Joints wurde dieses Gefühl nur noch verstärkt. All der Schmerz und die Trauer über eine gescheiterte Beziehung versank in einem Schwall aus Leidenschaft und Küssen. Eine gescheiterte Existenz war noch nicht genug. In Gestalt von Ian tauchte vor ihrem inneren Auge das perfekte Gegenstück auf. Dieses sympathische Lächeln und die dunklen Augen, die einen so schnell mit aller Begierde ansahen, dass Letta meinen könnte sie wäre etwas Besonderes für den jungen Mann gewesen. Es steht außer Frage, dass sie seine Berührungen vermisst hatte, doch war es wirklich die richtige Entscheidung, ihm ausgerechnet wieder so gegenüber zutreten? Als wäre nie etwas gewesen, als hätte sie ihren Herzenswunsch nie zum Platzen gebracht. Hinter der harten, unzähmbaren Wand aus eisblauen Augen steckte irgendwo ein verzweifeltes Mädchen, welches versucht sich krampfhaft an ihrer Vergangenheit festzuklammern. An dem Wunsch, dass Ian eben genau der Traummann ist für den sie ihn auch hält. Als seine Hände auf ihrem Po lagen, entriss sich diese Wunschvorstellung wieder. Ihre kalten Augen schauten in die seinige, während er sie gegen die Wand der Tribüne lehnte. Violettas Beine umschlangen aus Reflex Ians Kehrseite, so dass ihre beiden Körper fast wie eine einheitliche Silhouette verschmolzen. Sie liebte es seine Lippen auf ihren zu spüren. Diese wohlige Wärme aus Gefühlen und der Nachgeschmack der Drogen fluteten ihren Körper, währenddessen sie diese Atmosphäre an ihre Jugendjahre erinnerte. Beinahe magnetisch zogen sich die beiden Körper an, während die kleinen Hände der 22-jährigen sich in seinem Nacken wieder fanden.

Immer wieder zog sie ihn zu sich heran, um ihn zärtlich und leidenschaftlich zugleich, zu küssen. Seine Worte schienen nicht mal mehr wirklich bei der Rothaarigen durchzudringen. Es legte sich ein dumpfer Schleier über jeden gesprochenen Satz, so irreal war die Vorstellung, dass sie wieder Zeit mit Ian verbringen konnte. Wie gerne hätte sie ihn ein Ich liebe dich. zugehaucht. Die Vorstellung, dass er diese Gefühle erwidert ließ sie kurz ihre Augen schließen, während sie sich unbemerkt auf die Unterlippe biss, fast so, als müsste sie sich zwingen es ihm nicht zu sagen. Nicht das sie davon ausgehen würde, dass er daraufhin die Flucht ergreift, nein, vermutlich würde es ihn sogar schmeicheln. Aber mit einem Ich liebe dich auch. Brauchte die 22-jährige nicht zu rechnen. „Deine Nummern sind doch immer kurz.“ Hakte die Reiterin anschließend ein und grinste ihn frech an. Wenigstens hatte sie etwas gesagt, anstatt sich einfach nur der Situation hinzugeben. Noch hätte sie seinen Griff lösen können, um ihn schließlich doch eine Abfuhr zu erteilen. Aber Violetta verschwendete daran nicht mal einen kleinen Gedanken. „Nirgends würde ich dich lieber nehmen als hier.“ Machte sie anschließend eine kleine Anspielung auf die Rennbahn. Vermutlich stimmte das sogar, immerhin verbrachte Violetta hier oft Zeit und spürte den Rausch von Geschwindigkeit auf ihre Haut einprasseln. Nun konnte sie mit Ian hier Zeit verbringen und genoss das natürlich sichtlich. Ihre kalten Augen funkelten wie schon lange nicht mehr und in Erinnerung zu schwelgen erschien ihr momentan äußerst verlockend. Vielleicht erging es Ian ja sogar ähnlich. Sie hatten früher fast jede freie Minute miteinander verbracht. Sind gemeinsame durch die verschiedensten Zeiten gegangen und wenn sie nicht gerade miteinander geschlafen haben, waren sie wie Bruder und Schwester gewesen.

Der eine wusste alles über den anderen und war eben nicht nur für Sex empfänglich. Zu gerne erinnerte sich Letta auch an die Abende, an denen sie einfach mit ein paar Shots den Tag haben ausklingen lassen. Wie sie halbtrunken sich in den Armen gelegen haben, um Späße über den Ernst des Lebens zu machen. Kein Wunder das sie ihn vermisst hatte, nicht nur aus Liebelei, sondern auch als Freund. Sie hatten aber nie wirklich darüber geredet, ob es Ian ähnlich ging. Vielleicht war er wirklich nur auf die eine Nacht aus, den einen Abend. Violetta stellte sich gerne vor, dass sie in ihren besten Freund verliebt war. Das hörte sich naiv und romantisch gleichzeitig an. Warum es schlussendlich so kam, wie es gekommen ist, konnte sich die Reiterin nicht mehr zusammenreimen. Nicht nur das ihre erste Begegnung schon einige Jahre her war, sie verschwamm auch stark zwischen Alkohol und Drogen. Mit Sicherheit war es für Letta aber die intensivste Erfahrung in ihrem Leben gewesen.

[Verführung | Provokation | Anspielung | In Gedanken]
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BeitragThema: Re: Rennbahn   Di 18 Nov 2014 - 18:41

Vergessen und Erinnerung verschwammen in den Zärtlichkeiten. Ian hatte geglaubt, Letta vergessen zu haben, hatte geglaubt, dass er sich nicht mehr um sie kümmerte, dass sie ihm egal geworden war. Andere Frauen waren gekommen und auch wieder gegangen, Freunde hatten mit ihm die Nächte durchgefeiert, sich mit ihm zusammen an ihrem kurzweiligen Ruhm betrunken und waren schließlich auch wieder fort gewesen, von ihrem eigenen Leben weggerissen oder vielleicht auch geflohen, weil Selbstverliebtheit und Egozentrik keine guten Voraussetzungen waren, um Freundschaften lange zu pflegen.
Letta hatte das nie etwas ausgemacht. Klar, immerhin hatte sie ihn genauso geliebt, wie Ian sich selbst vergötterte. Sie hatte ihn als das wahrgenommen, was er war und vielleicht wäre er mit ihr in einer arrangierten Ehe glücklich geworden. Aber – Gott sei Dank – war es soweit nicht gekommen, obwohl sie doch Freunde gewesen waren. Freunde mit gewissen Vorzügen, die Ian auch jetzt noch schätzte.
Ja, er und vor allem sein Körper erinnerten sich an die Leidenschaft, die kalten Abende in Schottland, wenn sie aneinander gekuschelt auf einer der klammen Bänke gesessen waren, ohne die Feuchtigkeit zu spüren, dazu waren sie zu berauscht gewesen von der Gegenwart des anderen und den Flaschen mit wechselndem Etikett, die irgendwann umgefallen waren, ihren Inhalt in halb verdorrte Heide ergossen hatten.
Wie lange sich Ian und Letta nun jenen Erinnerungen hingaben, jenen verdorben berauschenden Leidenschaften, konnte der junge Mann später nicht mehr sagen. Er genoss es, das Verbotene, das Ekstatische, die Gefahr, dass einer der Ausbilder jeder Zeit auf die Rennbahn treten und sie unterbrechen könnte. Kümmerte er sich um Konsequenzen? Dachte er darüber nach, was es bedeutete, Violetta so auszunutzen?
Nein, das tat er nicht, so wie er sich noch nie über etwas Gedanken gemacht hatte. Warum hätte er also heute damit anfangen sollen?
Mit einem Seufzen und sehr zufriedenen Grinsen ließ er schließlich von ihr ab, stahl sich einen weiteren Kuss von den vollen Lippen seiner Landsfrau, ehe er seine Kleidung richtete.
„Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass ich dich heute Abend wiedersehe. Wir können zusammensitzen und du erzählst mir, wie dein Leben so gegangen ist, ich besorg' ein bisschen was zu trinken und zum Schluss...“ Er trat wieder näher zu ihr, so nah, dass ihre Körper sich erneut berührten, sein Begehren erneut aufflammte und er ihren Atem spüren, ihren Duft tief in sich aufsaugen konnte. „beweise ich dir, dass ich nicht nur ein Kerl für kurze Nummern bin.“


[Letta&Ian, Einladung out: entschuldige die ewige Wartezeit]
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BeitragThema: Re: Rennbahn   Do 27 Nov 2014 - 9:20

Eigentlich verging die Zeit wie im Flug, wenn sich die Lippen der beiden ununterbrochen mit Küssen austauschten. Die Zeit die sie mit Ian verbrachte, glich einer Achterbahnfahrt durch ihre Vergangenheit. Ein Film verflossener Tage, in denen sie für Nächte lebten, die heute unvorstellbar gewesen wären. Dieser eine Mann, der ihr alles genommen hatte, würde auch auf einem anderen Kontinent wieder alles nehmen können. Und Violetta? Sie schien es zuzulassen. Als schien ihre Handlungen keinen Einfluss mehr auf das Geschehen zu haben, genoss sie die unsagbare Nähe zu ihm. Als er von ihr abließ öffnete die Jockette wieder ihre eisblauen Augen. Viele ihrer Haarsträhnen waren wild zerzaust und es war kaum zu verbergen, dass sie wie benommen an jedem Wort von Ian hing. Sie nickte kurz, strich sich durch die Haare und lehnte sich mit ihrer schmalen Silhouette an die kalte Wand der Tribüne. Das schien sie aus ihrer Trance zu holen. Die junge Frau richtete sich auf, noch ehe sie auf ihn reagieren konnte, zog Ian sie wieder zu sich heran. Sein warmer Körper schien zu beben. Anstatt ihn jedoch in die Augen zu sehen, legte sie ihren Kopf auf seiner Brust ab. Ihre Arme umschlungen seinen ebenso schmalen Körper fest. Sie lauschte seinem Herzschlag, der sie ungemein beruhigte und es schien so als würde eine große Last von ihren Schultern fallen. Vielleicht waren es seine Worte, die ihr versicherten, dass sie sich wiedersehen werden oder es war einfach nur das Gefühl einen langjährigen Freund wieder in die Arme schließen zu können. Ein angestrengtes, aber amüsiertes Grinsen zierte die schmalen Lippen der Rothaarigen. Die zierliche Frau blickte zu Ian hinauf und drückte ihn einen Kuss auf die Lippen, ehe sie auf seine Einladung reagierte.

Vielleicht ließen seine Worte in ihr etwas Hoffnung aufkeimen. Nicht nur auf eine Wiederholung ihrer durchaus ausschweifenden Freundschaft, sondern auch, dass er mehr als für all die anderen Mädchen empfindet. Es war dieser naive Funke, der sie dazu trieb, wieder in Ians Arme zu fallen, als wäre nichts gewesen. „Nichts lieber als das.“ Hauchte sie ihm verführerisch zu und hing wieder mit euphorischer Vorfreude an seinen Lippen. „Meine Tür steht dir jederzeit offen.“ Entgegnete sie ihm. Und vielleicht war es eben genau das, was Ian länger an Violetta gebunden hatte, als an jede andere. Sie war nicht dieses Mädchen für eine Nacht gewesen, sondern eine feurige Affäre mit Höhen und Tiefen. Die Vorstellung dass er ihre tiefen Gefühle nicht erwiderte verdrängte die 22-jährige einfach. Immerhin wäre es jetzt für einen Moralapostel zu spät gewesen. Violetta befand sich wieder in ihrem Sumpf aus Drogen, Alkohol, Sex und Ian. Das vor dem sie aus Schottland geflohen war, holte sie genau jetzt wieder ein. Und sie wollte nichts lieber als das. Ihre rechte Hand legte sich in Ians Nacken und zog ihn sanft zu ihr hinunter „Mit dir hat mein Leben wieder einen Sinn. Ich würde jede freie Minute mit dir teilen.“ Raunte sie ihm zu und küsste ihn abermals auf seine butterweichen Lippen. Ein Polten riss die Rothaarige kurz aus der innigen Berührung. Sie hatte Admiral so gut wie vergessen. Hastig richtete sie ihre Sachen, schob ihr Top wieder auf Position und warf sich die Jacke über, die sie noch beim Training an hatte. Ihre schmale Silhouette verschwand wieder hinter dem dicken Stoff. Sie löste sich aus Ians Armen und rannte zu den Startboxen, wo sie den Vollblüter im Eifer eingestellt hatte. Dieser war mittlerweile mehr als unruhig und wieherte unaufhörlich. Die langen Beine schlugen wild gegen die Eisengitter.

Die Jockette würde sich großen Ärger einhandeln, wenn sie den Hengst mit Schrammen wieder vom Training entließ. Die zierliche Dame gab sich alle Mühe den Rappen zu beruhigen. Als sie die Boxen öffnete, hatte sie Glück, dass sie Admiral angebunden hatte. Der Vollblüter stieg wie wild und seine zierliche Reiterin brachte sich wieder einmal in Gefahr. Sie band den Hengst los. Trotz Kette machte Admiral mächtig Terz. „Jetzt komm mal wieder runter man!“ schrie sie ihn an. Der Vollblüter lehnte sich mit aller Kraft gegen die Kette. Violetta hatte wirklich Mühe ihn festzuhalten. Nach der Eskapade beruhigte sich der Hengst langsam wieder. Leicht tänzelnd folgte er seiner Reiterin mit weit geblähten Nüstern und groß aufgerissenen Augen „Kein Wunder das dich sonst keiner reiten will.“ Murrte die 22-jährige und blickte hinüber zu Ian, der noch an der Tribüne stand. Sie lächelte ihm zu, fast so, als wäre er ihr Freund. „Ich muss ihn wegschaffen, sonst zerfleischt er mich.“ Rief sie ihm zu. Ganz ihre Art wartete sie allerdings nicht auf den jungen Mann. Ian war ein Freigeist, wenn er ihr folgen wollte, dann würde er das schon und wenn nicht, würde er mit Sicherheit spätestens heute Abend an ihrem Cottage vorbei schauen. Das mochte sie an ihrem Verhältnis schon immer. Auch wenn sie nicht verbunden waren, konnte sie sich sicher sein, dass sie ihn wiedersehen würde. Trotzdem hatten beide ihre Freiheiten und konnten eigentlich auch tun und lassen was sie wollten. Mit einem trotzigen Grinsen auf den Lippen führte sie den Hengst in Richtung Stall.


[Küsse | Zustimmung | Admiral | Abgang]

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ALTER : Die Zeit ist das Kostbarste, was wir haben, deswegen achte ich auch nach 52 Jahren noch sehr genau auf sie.
HERKUNFT : Als Heimatliebhaber habe ich Kalifornien immer die Treue gehalten.
BERUF : Der Verantwortung als Hofleiter und Dressurlehrer kann und sollte man sich nicht entziehen.

BeitragThema: Re: Rennbahn   Fr 2 Jan 2015 - 18:53


PLOT 4

Von Überfliegern, Möchtegernen und Kindheitshelden

Der erste Turniertag hatte voll eingeschlagen. Die Heaven Meadows waren besser besucht gewesen, als alle vermutet hatten und so erhofft man sich vom zweiten Turniertag Ähnliches, zumal dieser mit seinem Programm den größten Unterhaltungswert bieten dürfte.
Nicht ganz so früh wie noch am ersten Tag geht es am 25. Februar los, doch schon um 10.00 wird der Startschuss zum Auftaktrennen fallen, das auf der Rennbahn ausgetragen wird.
Während die meisten Azubis erst am Nachmittag wieder an den Start gehen, heißt es für einige wenige, aufstehen und Pferde fertig machen. Das Adrenalin schießt schon jetzt so manchem Rennpaar durch die Adern und die edlen Vollblüter tänzeln nervös über den Hof. Obwohl am zuvorigen Tag noch mildes Wetter geherrscht hatte, zeigt sich an diesem Donnerstag bereits früh morgends die Sonne mit den ersten Strahlen und verspricht ein lauwarmer Tag zu werden.

Frühzeitig trudeln nun die Besucher ein und suchen sich die besten Plätze auf der Tribüne, versorgen sich mit einem zweiten Frühstück an den Imbissbuden oder sehen sich den Hof an. Viele waren schon am Vortag hier und sind nun gespannt, was das Turnier noch so zu bieten hat. Neben der Bahn wurde ein kleiner Stand aufgebaut, an dem man wie bei einem richtigen Rennen auf die einzelnen Starter wetten kann. Auch diese Möglichkeit wird zahlreich wahr genommen und auch der ein oder andere vom Hof hat bereits seinen Tipp abgegeben. Angeboten wird die Platzierungswette (Tippen der Reihenfolge ins Ziel), die Triplewette (Tippen Belegung von den ersten drei Plätzen) und die Siegeswette (wer wird Sieger), wobei Letztere mit dem höchsten Gewinn versehen ist. Insbesondere bei den jüngeren Besuchern kommt dieses Glücksspiel gut an, doch auch viele Erwachsene erfreuen sich am Tippen. Bis das Hoffen losgeht, dauert es nun nur noch wenige Minuten, sodass sich langsam aber sich fast alle auf den Tribünen eingefunden haben und nun zusehen wie die Jockeys mit ihrern Pferden das zweite Mal nach ihrer Vorstellung den Platz betreten und in die Startboxen geführt werden. Einige Pferde scheuen angesichts der Enge in den Boxen, manche geben sich wie die großen Profis und gehen selbstsicher hinein. Der Countdown läuft und nun kann es jeden Moment losgehen in dem sich die Türen öffnen, die Pferde herauspreschen und erneut alles auf Sieg gesetzt wird.

> Donnerstag, 25. Februar
> Vormittags, 10.00 Uhr
> milder Morgen, ca. 15°
> es wird jedoch langsam wärmer und die Sonne kämpft sich ihren Weg durch die Wolkendecke frei

Wie schon am zuvorigen Tag, ist die Teilhabe am Turnier für niemanden Pflicht. Jedoch gilt weiterhin die Regel, dass keine großartigen Aktionen wie Ausritte oder intensive Springtrainings vollzogen werden. Wer sich mit den Pferden beschäftigen möchte, kann dies gerne bei der Fellpflege, einem Koppelbesuch o.ä. tun.
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BeitragThema: Re: Rennbahn   Fr 2 Jan 2015 - 18:58

10:00 - GALOPPRENNEN
   __________________________________________________________________

   1# Carpe Diem (auswärtig)
   2# Capitol (auswärtig)
   3# Spirit of Firesky mit Leonardo Fabbri (HMS)
   4# Falina mit Sophie Ferall (HMS)
   5# Evening Standard (auswärtig)
   6# Rosslyn (auswärtig)
   7# Dancing with Sharks mit Alex Salas
   8# Coming In (auswärtig)
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BeitragThema: Re: Rennbahn   Fr 2 Jan 2015 - 22:07

Wie im Flug schien der erste Turniertag vergangen zu sein, denn selten zuvor hatte sich Lawrence so schnell auf dem Rücken seines Lieblingspferdes wiedergefunden. Der Vormittag hatte sich noch ziemlich in die Länge gezogen, wenn er auch durch Julienas Sturz erschüttert worden war, die anschließend mit Bastian ins Krankenhaus gereist war und ihrem Lehrerjob abgedankt hatte. Etwas schade fand es der Hofleiter schon, zwei so wundervolle Ausbilder verloren zu haben, doch er konnte die Beweggründe natürlich nachvollziehen. Dass sie ihre Arbeit weiterhin dem Reitsport verschrieben, daran zweifelte er nicht, auch nicht, dass Bastian weiterhin erfolgreich Rennen ritt, doch ob Juliena noch mal in den Springhimmel aufstieg, daran glaubte er nicht. Dafür kannte er ihre Akte einfach zu gut. Glücklicherweise hatte er Alex Salas wenige Monate zuvor auf dem Hof angenommen. Der engagierte Jockey und Dressurreiter hatte dem Trainingsklima gut getan, hatte Bastian stets mit Rat und Tat zur Seite gestanden und gemeinsam mit ihm Violetta und Sophie trainiert. In zwei Tagen - nach einer Trainingspause - würde er die beiden Schülerinnen allein übernehmen und Lawrence war schon jetzt gespannt wie er sich schlagen würde, denn aktiv ritt er ja keine Rennen mehr. Mit einer Ausnahme - und die war heute. Denn an diesem Donnerstag stieg Alex Salas wieder in den Rennsattel und Lewis war sich sicher, dass er nicht der Einzige war, der gespannt auf das Endergebnis war, immerhin hatte der Name Salas schon aufgrund des Gestüts und Alex' Vorfahren einen gewissen Ruf im Renngeschäft.
Ein weiterer Kandidat, der heute seit Langem mal wieder im Rennsattel saß, war Leonardo Fabbri. Der blonde Römer und sein Fuchshengst waren schon von Natur aus und aufgrund ihres Temperamentes unberechenbar, sodass sich Lewis fragte, was sie bei diesem Rennen zeigen würden. Zu guter Letzt ging schließlich noch Sophie für die HMS an den Start und die Schülerin war vielleicht eine der unerfahrensten Jockeys im Rennen, aber dennoch hatte sie mit ihrer Stute durchaus Chancen auf den vorderen Plätzen zu landen.

Es war kurz vor Rennbeginn, als der Hofleiter sich auf den Tribünen einfand und zwei freie Plätze erspähte, die nebeneinander lagen. Rebecca wollte auch noch kommen und gemeinsam mit ihm das Rennen verfolgen, doch bisher hatte er seine Stellvertretung nirgendwo gesehen. Vermutlich war sie irgendwie in dem Turniertrubel und wuselte noch durch die Menschenmengen, oder sie gab noch schnell einen Tipp ab. Natürlich hatte auch Lewis es sich nicht nehmen lassen für ein paar Dollar einen Tippschein zu erwerben. Alle seinen Hoffnungen lagen - wie konnte es anders sein - auf den Startern der HMS.
Obwohl es gestern ein langer Tag gewesen war und er an diesem Donnerstag schon wieder früh hatte aufstehen müssen, nicht nur weil er Hofleiter war und nach dem rechten sehen musste, sondern auch, weil er die letzten Vorbereitungen hatte treffen müssen, bevor wieder die ersten Besucher kamen, verspürte er keine Müdigkeit. Im Gegenteil, durch ihn schoss freudige Erwartung und geballte Spannung wie die Rennen an diesem Tag ausgehen würden. Schließlich stand auch noch der Geländeritt an, bei dem er Shana große Chancen einräumte.
Nun kamen wurden langsam aber sicher die Pferde von er Sandbahn geholt und auf die Grasbahn geführt. Die Zuschauer hatten sich nahezu ausschließlich auf der großen Tribüne eingefunden und sahen nun alle gebannt zu, wie die Pferde in die Startboxen gebracht wurden. Es waren nur noch wenige Sekunden bis zur Eröffnung des zweiten Turniertages.


{Rückblende | Renntag | wartet auf Becca}
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BeitragThema: Re: Rennbahn   Sa 3 Jan 2015 - 22:02

Allein aufzuwachen, nachdem man am Abend zuvor mit einem Arm voll kuscheligem, blondem Italiener - pardon, Römer - eingeschlafen war, war nicht unbedingt herzerwärmend. Natürlich, es war süß, dass Leon leise gewesen war, sodass Lilly noch bis zu ihrem Wecker, der erst um neun Uhr klingelte, als Leon schon längst im Stall sein musste, weiterschlafen konnte; diese Art von Rücksicht hätten viele von dem Fußballstar nicht erwartet. Aber es war nicht schön, ihr Bett kalt und leer vorzufinden, wenn sie so gern Leon bei sich gehabt hätte ... sie würde es überleben, so war es nicht. Immerhin durfte Lilly heute Leon und Firesky beim Siegen zusehen - hoffentlich zumindest.
Die Dunkelhaarige überlegte so vor sich hin, während sie sich fertig machte, wann sie ihre große Liebe das letzte Mal wirklich nicht nur zum Spaß auf einem Pferd gesehen hatte .. hatte sie das überhaupt schon mal? Live jedenfalls nicht, dass sie sich erinnern könnte (digital war das eine andere Sache. Sie hatte immer mal wieder seinen Namen in gewissen Google-Töchter eingetippt, da kam man auch an Aufnahmen seiner Rennen dran). Eher im Gegenteil: sie erinnerte sich sogar noch daran, als der Römer sich partout geweigert hatte, den Stall auch nur zu betreten, und als sie ihn dann doch mal da rein bekommen hatte, hatte er geraucht und fast - okay, nein, gar nicht - den Stall abgefackelt. Das waren noch Zeiten gewesen! Jetzt arbeitete er viel mehr mit Firesky, kümmerte sich rührend um den Fuchs, wie sie es nie gesehen hatte, dass er es mit seinem vorherigen vierhufigen Begleiter gemacht hatte.
Ja, sie durfte sich also auf den heutigen Tag freuen. Voller Elan verließ die Einundzwanzigjährige ihr Cottage, um sich auf den Weg zur Rennbahn zu machen - sie hatte kaum zwanzig Minuten zwischen Aufstehen und Verlassen des Hauses gebraucht. Frühstück holte sie sich von einem der Stände auf dem Innenhof, und mit Brötchen und Kaffee bewaffnet machte sie sich auf zu den Tribünen. Sie war gespannt, was das Rennen bringen würde - einige der auswärtigen Starter hatten verdammt gute Bilanzen, und auch die anderen HMS-Starter neben Leon, Alex und Sophie, hatten einen Ruf zu verteidigen. Eins war klar: das würde ein verdammt heißes Rennen werden, das sich entweder direkt zu Anfang entschied, oder, was viel wahrscheinlicher war, auf der Zielgeraden. Wie auch immer, eins war klar: sie würde Leon unterstützen.
Bevor sie sich allerdings einen freien Platz suchte, von wo sie alles mit ihrem Fernglas sehen konnte, hielt sie noch kurz am Wettstand an: Spirit Of Firesky mit Leonardo Fabbri auf Sieg. Der restliche Ausgang des Rennens war ihr eigentlich total egal, deswegen schloss sie die Wette auf Sieg ab. Vielleicht war es Wunschdenken, aber ihrer Meinung nach gehörte das sowohl zu einem guten Renntag als auch zu der Unterstützung ihres Mannes - nein, nicht so, aber halt ihres- ihres Kerls - dazu. Der Wettschein verschwand in ihrer Hosentasche, und sie begann, die Tribüne hochzuklettern, gerade rechtzeitig, um den Beginn der Vorstellung noch mitzukriegen. Ihre Augen waren von Anfang an fixiert auf den wunderschönen Fuchs, der mit Startnummer Drei ins Rennen gehen würde. Verdammt, das war wirklich ein Anblick, an den sie sich gewöhnen konnte.


{ Morgenroutine | beobachtet Leon von den Tribünen aus }
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BeitragThema: Re: Rennbahn   Sa 3 Jan 2015 - 23:33

Sophie hatte sich nun seit 20 Minuten auf den Sattel geschwungen und tänzelte mit ihrer Stute vor den Startboxen herum. Falina war im Vergleich zu vorhin zu einer tickenden Zeitbombe mutiert und es schien als würden ihre Beine glühen. Sie war so nervös, wie Sophie die Stute seit langem nicht mehr gesehen hatte. Aber trotz allem schien die Blondine zuversichtlich. Sie hatte den blauen Helm auf ihren Kopf gezogen und auch ihr Outfit war kaum zu übersehen. Sie hatte sich ein hellblaues Shirt ausgesucht mit einem gelben Stern darauf. Jedenfalls würde sie dann jeder erkennen, wenn etwas dort draußen passieren würde... Dort draußen. Es sauste ein Schauder über ihren Rücken, als sie daran dachte. Sie standen nun kurz vor dem Start und auch wenn die Blondine versuchte alles um sich herum auszublenden und Falina zu beruhigen, war sie selbst eher mit einem der Pferde zu vergleichen.
Die Tribünen waren nun auch belegt und sie hatte Lillian und Lawrence schon gesehen, aber sie war immernoch weit weg von dem Gedanken gleich starten zu müssen. Eine gute Leistung abzuliefern und alles geben. Bei Falina machte sie sich da keine großen Gedanken. Die Stute würde von Anfang an Vollgas geben und wenn sie nicht aufpasste, würde sie wohl als letzte ins Ziel laufen, wegen der mangelnden Ausdauer. Es gab so viele Dinge an die sie denken musste.
Das Leben einer Jackette war nun mal kein Zuckerschlecken und das wusste sie auch. Von Anfang an war klar gewesen, als sie beschlossen hatte hier her zu kommen und sich anzumelden, das die Ausbildung hart werden würde und der Leistungsdruck ebenso. Wenn man als Jackette versagen würde, hatte man keinerlei Chancen im Berufsleben. Man musste etwas besonderes sein, sicher und vor allem musste man sich seiner Anforderungen bewusst sein.
"Alles gut Kleine. Wir schaffen das. Hola.", versuchte sie die junge Stute zu beruhigen und klopfte ihr auf den Hals.
Es vergingen einige Minuten und dann war es soweit. Einer der Angestellten nahm Falina an den Zügeln und zog sie in Richtung der Startboxen. Sie hatten dieses Szenerie tausende Male geübt und es sollte funktionieren. Das tat es auch, mit ein, zwei Versuchen der Box zu entkommen, schaffte es die Stute letztendlich doch in die Startbox. Die Klappen schlossen sich und Sophie atmete schwer. Sie versuchte einen Moment nur für sich zu sein, konzentrierte sich auf Falina. Das Stimmengewirr um sie herum wurde leiser und ihr Herzschlag lauter, so laut, dass sie ihn selbst hören konnte. Sie kontrollierte einen letztes Mal ihren Sitz, sah nach vorn auf die Bahn.
"Meine Damen und Herren, es erfolgt der Start!", hörte sie durch die Lautsprecher und Falina schoss aus der Startbox und das Rennen konnte beginnen....


(Wartete auf der Rennbahn/ In Gedanken/ Geht in die Startbox/ Startschuss and GO!)
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ALTER : Ich kann auf 45 Jahre Lebenserfahrung zurückblicken und eben die weitergeben.
HERKUNFT : Die Stadt, die niemals schläft hat mich geprägt, aber nicht zu einer typischen New Yorkerin gemacht.
BERUF : Zusammen mit Lawrence leite ich den Hof als Stellvertretende Hofleiterin, davon abgesehen lehre ich Springreiten.

BeitragThema: Re: Rennbahn   So 4 Jan 2015 - 14:41

Rebecca hatte schlecht geschlafen. Die Anstrengungen des Turniers und die sehr zweifelhafte Ernährung am vergangenen Tag hatten ihren Tribut gefordert. Sie war von Unterzuckerung zu Unterzuckerung geschwankt, hatte nur hier und da mal wieder eine volle Stunde oder sogar zwei Schlaf gefunden, ehe Snow ihr die raue Zunge gegen die Wange gedrückt und sie wieder geweckt hatte, weil sie spürte, dass mit ihrem Frauchen etwas nicht stimmte.
Entsprechend verschlagen und müde, was das Make Up auch nicht vollständig kaschierte, hatte sie am Morgen ihre Wohnung verlassen. Auch war sie später aus dem Bett gekommen, als sie beabsichtigt hatte, sodass sie den morgendlichen Abstecher im Stall auf ein absolutes Minimum hatte beschränken müssen. Allerdings war ihr ein unangenehmer Rauchgeruch in die Nase gekommen, ohne dass sie den Übeltäter hätte erfassen können. Eine Wut hatte sich in ihrem Magen festgebissen, die ihn zwicken ließ. Wenn sie diesen Menschen erwischen würde, könnte er sich auf die Standpauke seines Lebens gefasst machen! Man rauchte nicht in der Nähe von Pferden und Heu und Stroh. Da könnte man direkt Russisch-Roulett mit allen Kugeln spielen!
Wahrscheinlich war es nur Wizards neugierigem Schnobbern an ihrer Hosentasche zu verdanken, dass sie sich irgendwann wieder beruhigt hatte. Ihr Wallach schien zu wissen, wie er sich verhalten musste, um der Mittvierzigerin wieder ein klitzekleines Lächeln auf die Lippen zu zaubern. Er würde sie nie davon abhalten, den Raucher zur Rede zu stellen (und sie hatte schon so einen Verdacht, dass es der schottische Taugenichts war, den Lewis eingestellt hatte), aber er hatte es immerhin geschafft, dass sie nicht mehr so wütend war, dass ihr nächster Weg eigentlich zurück in ihre Wohnung führen müsste.
So kam es, dass Rebecca sich doch auf den Weg zu Rennbahn gemacht, währenddessen mit einigen Leuten geplaudert hatte, die ihr zum gelungen ersten Tag des Turniers gratulierten. Sie nahm das dankend an, verwies aber immer wieder darauf, dass sie nicht allein die Verantwortung trug. Einmal wanderte das Gespräch danach auf Lawrence' gute Leistung bei der Dressur oder Marizas herausragenden Sieg. Darüber unterhielt sie sich gern, auch wenn sie immer wieder an Gulliens Worte denken musste und an das Gespräch über ihre Lebenswege und ihr aktuelles, nonexistentes Liebesleben. Sie und Lewis würden also gut zusammenpassen? Das war beinahe absurd. Obwohl der Hofleiter der einzige Mann war, für den sie tiefe Zuneigung verspürte. Er war ihr Fels in der Brandung, der Garant für Ruhe und Entspannung.
Das würde sie am heutigen Tag und vor allem nach dieser Nacht auch dringend brauchen. Rebecca hatte sich irgendwie bis zum Wettschalter vorkämpfen können, um auf die Starter ihres Stalls zu setzen, ehe sie sich durch die Masse an Zuschauern kämpfte, bevor sie an Lillian vorbei kam, sie kurz grüßte und ihr viel Glück für ihren Freund wünschte, und schließlich die Gestalt ihres besten Freundes auf der Tribüne erspähte. Die Rennpferde wurden schon in die Startboxen bugsiert. Die Springreiterin beeilte sich, auf den Platz zu kommen, der sicherlich ihrer war.
Kurz berührte sie Lawrence an der Schulter und setzte sich neben ihn. „Guten Morgen!“, grüßte sie ihn und zupfte einen Halm von ihrer Jacke. „Ich hoffe, du hast besser geschlafen als ich...“


[Morgens & Ankunft an Rennbahn & grüßt Lillian & bei Lawrence]
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ALTER : Wer hat mit 29 denn noch Angst vorm schwarzen Mann?
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BeitragThema: Re: Rennbahn   So 4 Jan 2015 - 18:35

Sonderlich verwundert war Alex nicht gewesen, dass es am Tag zuvor nicht für einen Sieg in der M-Klasse gereicht hatte, das hatte er schließlich auch nicht erwartet. Die Konkurrenz war stark gewesen und es war kein Geheimnis, dass sich Barockpferde in den höheren Klassen schwerer taten, zudem war Ilmarinen kein Jungspund mehr. Doch der Friesenhengst hatte sich gut geschlagen und von seiner besten Seite gezeigt, sodass Alex angesichts der Umstände mehr als zufrieden mit der Leistung seiner schwarzen Perle war. Es war tatsächlich keine schlechte Entscheidung gewesen, dem Rappen noch einen Auftritt im Viereck zu gewähren, hatte er es doch sichtlich genossen, sich einmal wieder zu präsentieren.
Nachdem also der Mittwoch mit einem erfolgreichen fünften Platz zu Ende gegangen und so allmählich der erste Tag des Turniers ausgeklungen war, hatte sich auch der Dunkelhaarige in sein Apartment verzogen, war früh ins Bett gegangen, um bereit und ausgeruht für den nächsten Tag zu sein. Denn an diesem stand das große Rennen gleich am Vormittag an und bei diesem wollte er auch bei den vorderen Plätzen mit dabei sein.

Kaum hatte der Wecker geklingelt, war Alex aus dem bett gesprungen, hatte sich in Joggingkleidung geschmissen und war mit einem Brötchen in der Hand auf dem Weg in den Stall. Bei Dancing with Sharks Box, schob sich sofort der helle Kopf des jungen Pferdes über die Tür, um ihn zu begrüßen. In raschen, routinierten Zügen bürstete er durch das kurze, glatte Fell, des schon ziemlich hellen Schimmels, ehe in der Sattelkammer verschwand. Dort atmete er einmal tief durch, dann schlüpfte er in die weiße Jockeyhose, zog das rote Oberteil über und setzte den Helm mit dem ebenfalls roten Überzug auf. Die eigentliche Salas-Farbe blau, war bereits an Sophie vergeben, weswegen er kurzerhand auf rot ausgewichen war. Hauptsache, das beeinträchtigte nicht die Siegeschancen!
Mit dem leichten Sattel über dem Arm und dem Zaumzeug über der Schulter kam er zu seinem Vollblüter zurück, der sichtlich erfreut war, heute mal wieder rennen zu dürfen. Noch schien der 2-Jährige nichts von dem Turniertrubel und der Aufregung zu spüren, die sich langsam etwas in dem Jockey breit machte. Es war schließlich auch für ihn das erste Mal seit Langem, dass er wieder bei einem Rennen teilnahm, anstatt nur als Trainer am Rand zu stehen und die Zeit zu messen. Doch er war Profi genug, um seine innere Aufruhr sp gut zu verbergen, dass sie nicht auf Shark übersprang.
Behutsam legte er den schwarzen Sattel mit der roten Decke und der Startnummer sieben auf den weißen Rücken, zog den Sattelgurt fest und trenste Dancing with Sharks anschließend auf. Selbstverständlich passte auch bei ihm der Kopfüberzug mit Sichtschutz zur Satteldecke. Durchatmend betrachtete Alex sein Werk und sah sein Pferd an, dass den Blick kontinuirlich erwiderte. Sie schienen in diesem Moment einen Entschluss zu fassen: alles geben, nicht zurücksehen und kämpfen, bis es nicht mehr ging.
Fixiert griff der Jockey die Zügel, führte den langsam etwas nervös werdenden Hengst nach draußen und blickte dort in die Menge, bei deren Angesicht Dancing with Sharks zu tänzeln begann. Aber Alex hatte sein Leben lang mit Vollblütern gearbeitet und ließ sich davon nicht aus der Ruhe bringen. Gelassen führte er das Pferd über den Hof, zur Rennbahn, wo sie in Empfang genommen wurden und man ihn auf das Pferd schmiss. Er stellte die Füße in die Bügel, nahm die Zügel auf und redete in seichtem Finnisch auf den Schimmel ein, der immer unruhiger wurde. Das war das Adrenalin. Vollkommen normal vor einem Start. Eigentlich sogar gut, denn mithilfe dieses Hormons wurden unbekannte Kräfte freigesetzt. Heute würden sie fliegen!
Alex erkannte Sophie mit Falina und nickte ihr zu, um ihr Glück zu wünschen. Im Gegensatz zu Violetta nahm sie am Rennen teil und Alex war gespannt wie sie sich schlagen würde. Nach dem Turnier würde er die ehemaligen Schülerinnen von Bastian übernehmen, der überraschend den Hof verlassen hatte. Doch jetzt galt es, sich auf das Pferd unter ihm zu konzentrieren.
Die Vorführung verlief reibungslos, dann wurden sie zum Aufwärmen in den Sand entlassen. Schon hier musste er Dancing with Sharks enorm zurückhalten, der Hengst drängte vorwärts. Aus dem Augenwinkel sah Alex Leonardo und seinen Firesky, die beiden waren augenscheinlich keine Konkurrenz für ein eingespieltes Team, aber Alex traute ihnen nicht. Leon und Firesky wirkten trotz allem Altersunterschied unberechenbar und vor allem waren sie zwei tickende Bomben, die erstaunlich gut mit Dancing with Sharks im Training mitgehalten hatten.
Wie im Flug verging die Zeit und schon holte man sie wieder von der Bahn, führte sie auf die Grasstrecke und direkt in die Startboxen. Nach drei Versuchen war schließlich auch der junge Schimmel drin und Alex klopfte ihm beruhigend den Hals, während neben ihm die anderen Pferde rumorten. Auch Sophie und Falina schienen ruhig zu werden, was er aus dem Augenwinkel sehen konnte, auch wenn sie einige Boxen weiterstanden. Anschließend richtete er seine volle Aufmerksamkeit wieder auf seinen hengst und die Strecke vor ihm. Zog die Schutzbrille über die Augen, rückte den Helm zurecht, fasste die Zügel kurz und spannte sich an. Ebenso Dancing with Sharks.
Dann fiel der Schuss.
Die Boxen öffneten sich und die Pferde stoben los. Mit einem halben A-Klasse-Sprung setzte Dancing with Sharks auf das offene Feld hinaus, während Alex sein Gewicht langsam aus dem Sattel hob, sich aber fest hinter dem Mähnenkamm des Pferdes verbarg, um möglichst wenig Widerstandsfläche für den Wind zu bieten. Er gab ihm kurz die Zügel frei, setzte sich mit ihm direkt hinter die Zweier-Spitze aus Capitol und Evening Standard, dann zügelte er Sharks etwas. Wenn sie jetzt schon zum Angriff ansetzten, hatten sie später keine Kraft mehr für den Endspurt.
Das Rennen würde drei Runden gehen, das war die normale Strecke. Nach der Hälfte überholte sie Coming In, ein gewaltiger Brauner. Auch das hintere Feld kam zunehmends näher, doch sie hatten noch nicht einmal die Hälfte der Strecke bewältigt. Alex ließ sie gewähren, er durfte die Kraft des Hengstes nicht schon jetzt vollkommen ausschöpfen.


{Tagesrückblick | Aufstehen | ->STALL | ->RENNBAHN | Vorführung | Aufwärmen | Startboxen | Rennen}
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Gast
Gast



BeitragThema: Re: Rennbahn   So 4 Jan 2015 - 19:17

Es war furchtbar einen aktiven Hund zu haben, der noch dazu nicht ausgelastet war. Punkt 6 Uhr morgens war Gin aufs Bett gesprungen und hatte sein Herrchen nach 15 Minuten herumtapsen und anstupsen mit seiner nassen, kalten Nase aus dem Bett geworfen. Das kam zwar nicht jeden Tag vor, aber leider oft genug. Es war wirklich zum Verzweifeln. Allerdings war Daniel noch nie ein Langschläfer gewesen, irgendwie war das nicht seine Art und außerdem begann ja auch schon bald wieder der Turniertrubel. Bevor schon wieder die ganzen begeisterten Zuschauer eintrudelten, wollte er wenigstens noch mit seinem hyperaktiven Hund eine Runde Joggen gehen – beide hatten das jedenfalls nötig. Gesagt getan. Nach einem Kaffee, zog sich der Brite Sportsachen an, schnappte sich sein Smartphone und Kopfhörer. Der Rüde tappste schwanzwedelnd hinter ihm her nach draußen und wartete geduldig bis sein Besitzer sich die Ohrstöpsel angezogen hatte und das Handy verstaut hatte. Manchmal lief er auch ohne Musik, um mal die Natur zu genießen, doch heute war einer dieser Tage, wo er doch ein wenig Motivation und Antrieb in Form von Musik.
Es war bereits dämmrig als er aufbrach und als er schließlich nach etwa 30 Minuten wieder zurückkam war es schon heller und der Himmel zeigte sich in einem angenehmen Orange-Rot. Gin schien nun glücklich zu sein, trabte hechelnd neben seinem Herrchen her zurück in die Wohnung, wo sich Daniel erst eine Dusche und dann ein kleines Frühstück gönnte. Heute stand nicht viel an und da die Prüfungen zu großen Teilen abseits des Hofes stattfanden konnte er heute vielleicht sogar kurz Sally und Gun in die Halle lassen, damit seine beiden Schützlinge nicht einrosteten.

Er hatte kurz im Stall bei seinen beiden vorbeigesehen und machte sich nun mit einem angeleinten Gin auf den Weg zur Rennbahn. Ehe er sich einen Sitzplatz suchte, kämpfte er sich noch seinen Weg zum Wettstand frei. Er hatte mal deutlich mehr von Rennen verstanden, deshalb setzte er hauptsächlich zum Spaß und ohne größeren Einsatz. Aus Loyalität seinen Kollegen gegenüber setzte er auf Salas und seinen jungen Hengst. Doch so wirklich glaubte er ja nicht an ihren Sieg. Dancing with Sharks war sehr jung und nicht sehr erfahren, Alex war nicht gerade ein Mann mit der Statur eines Jockeys und es gab ernstzunehmende Konkurrenz. Auch Lillians Freund Leonardo Fabbri nahm teil, allerdings mit einem weitaus älteren Pferd, das zwar ohne Zweifel gut ins Schuss und Ausdauernd war, doch Daniel war sich nicht sicher, ob das Alter sie nicht doch den Sieg kosten würde. Zudem stammte Salas aus einer Rennfamilie. Allerdings gab es da ja auch noch den HMS-Underdog Sophie. Möglicherweise gelang es ja ihr, sich den Sieg zu schnappen, weil alle anderen sie und ihre Stute unterschätzten.
Kurz bevor das Rennen begann, trat Daniel nun auf die Tribüne, blickte sich kurz nach einem freien Platz um und fand auch einen, direkt neben seiner Auszubildenden. Er hoffte einfach mal, dass sie nichts dagegen hatte, dass er zu ihr kam.
“Darf ich?“, fragte er freundlich wie immer und deutete auf den Platz neben ihr. Allerdings erwartete er nicht wirklich eine Antwort, ließ sich also neben ihr auf die Sitzbank nieder und ließ Gin neben ihm Sitzen. Ehe er versuchte ein Gespräch anzufangen, womit er bei seiner eigenen Auszubildenden weniger Probleme hatte als bei anderen Personen. Das lag zum einen daran, dass es kaum andere Themen gab über die er sprach, als Pferde und den Beruf. Und zum anderen daran, dass er Lillian kannte, sie schätzte und auch soetwas wie eine freundschaftliche Beziehung zu ihr aufgebaut hatte.
“Ich nehme mal an, du hast auf Leonardo gesetzt? Es würde mich zwar wundern, wenn er gewinnt, allerdings traue ich ihm doch einiges zu. Naja, wir werden sehen, wie gut sie sind. Mein Vater könnte das wahrscheinlich mit einem einzigen schiefen Blick beurteilen, aber ich konnte einfach noch nie seine Begeisterung für den Rennsport teilen.“

Morgen xx Stall xx Tribüne xx setzt sich zu Lillian xx Gespräch
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Lawrence McKinley
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ALTER : Die Zeit ist das Kostbarste, was wir haben, deswegen achte ich auch nach 52 Jahren noch sehr genau auf sie.
HERKUNFT : Als Heimatliebhaber habe ich Kalifornien immer die Treue gehalten.
BERUF : Der Verantwortung als Hofleiter und Dressurlehrer kann und sollte man sich nicht entziehen.

BeitragThema: Re: Rennbahn   So 4 Jan 2015 - 23:12

So ein Turnier konnte durchaus kräftezehrend sein und meistens lag auch eine Menge Anspannung auf allen Beteiligten, die nicht ausschließlich zum Zuschauen kamen. Aber irgendwo genoss Lawrence es auch, es war etwas Besonderes und vor allem war es etwas, das er ganz alleine mit Becca auf die Beine gestellt hatte. Sie hatten sich beide unglaublich gefreut, als sie gehört hatten, dass das 3-tägige Februarturnier auf den HMS ausgetragen werden sollte, immerhin hatte es eine Vielzahl an Bewerbern als Austragungsort gegeben, sodass sie sich nicht wirklich Chancen errechnet hatten, waren die HMS nun auch kein allzu großer Hof. Aber sie hatten es geschafft und wenn er sich so umsah, konnte man sagen, dass das Turnier gelungen war - zumindest bisher. Aber was sollte nun noch groß schief gehen, wo doch der zweite Tag gerade begann und alles erfolgreich zu verlaufen schien.
Langsam wurde der Hofleiter etwas unruhig, wartete er noch immer auf Becca und unten auf der Bahn wurden die Jockeypaare schon eingesammelt, um in die Startboxen gebracht zu werden. Gerade als die Pferde direkt die Startreihe anstrebten, kam Rebecca in sein Sichtfeld, ließ sich neben ihn auf den freien Sitz fallen und grüßte zugleich. Lächelnd wandte sich Lawrence mit einem immer währenden warmen Leuchten in den braunen Augen zu ihr, erkannte jedoch sofort, dass etwas nicht stimmte. Die Mittvierzigerin sah erschöpft aus und vor allem stand sie unter Schlafmangel wie ihre zarten, aber vorhandenen Augenringe verrieten. Fragend und sorgenvoll sah er 50-Jährige die Dunkelhaarige an, die dort neben ihm saß und zugleich nach seinem Schlaf fragte. "Durchaus war es ganz erholsam und eine Wohltat nach dem Tag gestern endlich in den Federn zu liegen. Aber was ist bei dir los? Warum so schlecht geschlafen?" Ernste Besorgnis spiegelte sich in seinem Blick wieder, der Rebecca forschend ansah. Sofort schossen ihm sämtliche Szenarien durch den Kopf, was geschah, wenn sie nun ersteinmal ausfiel, doch er rief sich wieder zur Ordnung. Wenn Rebecca eine Auszeit brauchte, würde sie diese bekommen, bis sie sich komplett erholt hatte. Möglicherweise hatte sie aber auch einfach nur schlecht geschlafen. War letzte Nacht Vollmond gewesen?

Bevor Lewis weiter nachgrübeln konnte, fiel der Startschuss und unten auf dem Rasen ging es ans Eingemachte. Der Start verlief reibungslos, alle Reiter kamen gut weg. Mit einem leichten Grinsen sah er, wie Alex' Dancing with Sharks einen riesen Satz nach vorne machte. Sophies Falina stob sofort nach vorne und setzte sich ins mittlere Feld. Firesky dagegen blieb etwas zurück. Auf dem siebten Platz vollendete der Fuchs die erste Runde, was Lewis etwas schade fand, aber er wusste, um das Alter des Tieres. Die meisten Vollblüter hier waren knapp vier Jahre jünger als er, doch Firesky war Lawrence immer wie ein Ausnahmekünstler erschienen. Offenbar war dem aber nicht so.
Kurz wandte er den Blick wieder von dem Geschehen unten im Oval ab und sah zu seiner Stellvertretung. Die Spannung war deutlich zu spüren, alle fieberten mit, wollte doch jeder, dass sein Tipp sich erfüllte. "Hast du gewettet?" Wie immer strahlte der Hofleiter Ruhe und Entspannung aus. Niemals wirkte er überspannt oder gar hektisch, immer ruhig und bedacht, als würde er täglich nichts anderes tun, als geduldig zu sein. Und eigentlich war das auch so...mit Mariza und William brauchte man eine Menge Geduld, schon allein, weil sie so unterschiedlich waren.


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