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 Round-Pen

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Darian O´Donneil

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BEITRÄGE : 718
ALTER : Mit 35 Jahren zählt man noch nicht zum alten Eisen. Jedoch fühle ich mich manchmal viel älter.
HERKUNFT : Einer der letzten echten Cowboys. Glaub mir Partner, in meiner Heimat Nevada gibt es noch einige von meiner Sorte.
BERUF : Früher Besitzer einer stolzen Ranch, die mir manchmal fehlt. Heute hüte ich einen Sack Flöhe als Westernlehrer und versuche, ihnen etwas bei zu bringen.

BeitragThema: Re: Round-Pen   Di 27 Mai 2014 - 18:00

„Ja, das kann ich gut verstehen“ meinte er und strich seiner Paint Horse Stute über den Hals, er vermisste seine Ranch manchmal sehr, doch er konnte es nun einmal nicht ändern, nun war er Angestellter auf den Haven Meadows Stable und ihm gefiel das Unterrichten ja auch, nur viel ihm halt manchmal etwas, das konnte er nun einmal nicht leugnen. Er schob die trüben Gedanken bei Seite, denn diese Gehörten hier wirklich nicht her. Bei ihrer schüchternen Frage, wegen einer Westernreitlektion musste er schmunzeln „Ich zeige dir gerne ein paar Lektionen. Aber vielleicht erst nach dem Springturnier, dann haben wir mehr Zeit“ meinte er mit einem leichten Lächeln auf den Lippen. „Du musst mir nur sagen, was du wissen willst“ fügte er hinzu. Langsam setzte sich der Cowboy mit seiner geschenkten Stute in Bewegung. Mit geschmeidigen Schritten ging Tony neben ihm her, der Kopf leicht gesenkt, die Ohren zuckten Aufmerksam. Es freute ihn, dass die junge Schwedin etwas aufblühte. Es tat ihr sichtlich gut, mit jemandem zu reden, der sie nicht bei jeder Frage und jeder Geste unangespitzt in den Boden rammen wollte. Es schien, das Darian bei unsicheren Menschen eine ähnliche Wirkung hatte, wie sein Hund Basket bei unsicheren Pferden. Bei diesem Gedanken huschte ihm ein Lächeln über die Lippen. Kurioser Gedanke sich mit einem Hund zu vergleichen, huschte es ihm durch den Kopf, aber dann schob er die Gedanken wieder bei Seite und öffnete den Round-Pen um mit Tony hinaus zu treten. Basket hatte sich zu Frejas Rüden gesellt. Der Rüde hatte eine innere Uhr dafür, wenn er gebraucht wurde und wenn nicht und die beiden lagen brav neben einander. Darian hatte kein Problem damit wenn jemand mit seiner Erlaubnis sein Wohnung betrat, da es meist Ordentlich war und da er wusste, das Freja nichts anstellen würde und Basket ein sehr umgänglicher Hund war, hatte er keine Probleme damit. „Ich finde, dass ist gar keine schlecht Idee und ich glaube nicht, das Basket ein Problem damit hat dir zu folgen“ meinte er zu Freja ehe er zu seinem Hund blickte und ihm mit wenigen Zeichen mit teilte Freja in seine Wohnung zu Folgen und dort zu bleiben, bis er wieder da war. Anschließend zog er denn Schlüssen aus seiner Hose und drückte ihn Freja in die Hand. „Schließ danach bitte wieder zu.“ Meinte er, zwar mit einem ernsten Blick im Gesicht doch er meinte es nicht böse. „Wir treffen uns dann bei der Koppel, okay?“ verabschiedete er sich von Freja, ehe er diese dann auch ansteuerte.
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BeitragThema: Re: Round-Pen   Di 27 Mai 2014 - 18:39

Frejas Miene hellte sich auf, als Darian nochmals bestätigte, dass die Westernstunde klappen würde. Bei ihrem unfassbar ausgeprägtem Wissen über Westernlektionen würde es ihr allerdings alles andere als leicht fallen, sich selbst etwas auszusuchen. Sollte sie die Stunde mit Sleipner nehmen, würde auf jeden Fall alles rausfallen, was mit Stangen zu tun hatte. Sie wusste wirklich nicht, warum, immerhin war dem Wallach Skepsis sonst ein Fremdwort, aber er ließ sich einfach nicht über Stangen bewegen, ohne dass sie beide anschließend mit den Nerven am Ende und klatschnass geschwitzt waren.
„Mhm, nach dem Springen ist gut... vielleicht... oh, warte!“ Etwas abrupt fasste sie sich mit der Hand an die Stirn. Wie vergesslich konnte man denn eigentlich sein? „Kennst du irgendwelche Tricks, mit denen man ein Pferd binnen eines Tages gänzlich gegen Plastikplanen immunisiert? Ich... ich hab völlig vergessen, dass ich morgen ja an den Reitspielen teilnehmen... muss. Ach, das ist auch so eine lästige Sache. Wir müssen ja mit den Pflegepferden daran teilnehmen und Mony ist zwar ziemlich brav, aber auch ziemlich jung und diese Planen machen ihr ein bisschen Probleme. Nicht schlimm, sie geht deswegen jetzt nicht durch, aber sie versucht immer abzukürzen... wäre das was? Dann schick ich Sleipner auf die Koppel und käme dann mit meiner Diva“, plapperte sie los, über sich selbst den Kopf schüttelnd. Heute war wirklich zu viel passiert, um für alles Gedanken zu haben.
Freja folgte Darian und seiner Stute mit einem Abstand, als diese den Round-Pen verließen. Daneben hatte sich Basket zu Emil gesellt. Es war ein herrliches Bild der Harmonie ihren Chaos-Köter neben diesem ausgeglichenen Exemplar seiner Gattung zu sehen, besonders da beide auch keine Anstalten machten, ihre Besitzer zu überfallen, da die sich endlich wieder blicken ließen. Als dann auch noch die Zustimmung zu der kühnen Idee der Schwedin kam, fiel dieser ein halbes Gebirge vom Herzen.
Ihre eben noch spürbare Nervosität ließ nach, machte der Dankbarkeit für dieses Vertrauen platz und zauberte ein Lächeln auf ihr Gesicht, das bis zu ihren Augen reichte. „Okay. Natürlich schließ ich ab!“ Was für eine Unterstellung, dass sie das nicht machen würde! „Dann machen wir das so und ich komm dann gleich mit dem Dicken zur Koppel“, erwiderte sie und nahm den Schlüssel, den sie sorgfältig in ihrer eigenen Hosentasche verschwinden ließ. Während Darian und Sheitona sich auf den Weg zur Koppel machte, band die Schwedin Emil los, kraulte ihm kurz das weiße Fell, bevor sie auch Basket diese Streicheleinheit zukommen ließ, und sich ihrerseits auf den Weg zum Haupthaus und anschließend zu ihrem Cottage zu machen.

TBC Stuten- und Wallachstall


[erinnert sich an Reitspiele / stimmt Vorschlag zu / Abgang]


Zuletzt von Freja Björnsdottir am Fr 30 Mai 2014 - 18:02 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Darian O´Donneil

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BEITRÄGE : 718
ALTER : Mit 35 Jahren zählt man noch nicht zum alten Eisen. Jedoch fühle ich mich manchmal viel älter.
HERKUNFT : Einer der letzten echten Cowboys. Glaub mir Partner, in meiner Heimat Nevada gibt es noch einige von meiner Sorte.
BERUF : Früher Besitzer einer stolzen Ranch, die mir manchmal fehlt. Heute hüte ich einen Sack Flöhe als Westernlehrer und versuche, ihnen etwas bei zu bringen.

BeitragThema: Re: Round-Pen   Di 27 Mai 2014 - 20:11

Darian hielt kurz an und sah Freja nochmal an, Tony fand das nicht gerade lustig und quittierte sein Abruptes anhalten mit einem missbilligenden Schnauben, woraufhin sie von Darian den Hals getätschelt bekam. Darian lachte kurz auf und sah Freja musternd an. „Gänzlich gegen Plastiktüten nicht, aber ich denke da kann man was machen“ meinte er mit einem schiefen Grinsen auf den Lippen. „Dann helf ich dir erst mit deinem Plastiktüten Problem und dann bekommst du etwas Westernreitunterricht“ meinte er mit einem feinen Lächeln auf den Lippen, ehe er sich endgültig abwandte und sich zusammen mit Tony nun endgültig zu den Koppeln auf machte.


TPC: Stuten- und Wallachweide
(sorry für den kurzen post)
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BeitragThema: Re: Round-Pen   Fr 6 Jun 2014 - 21:38

Cf. Stuten- und Wallachkoppeln

Schon als Freja sich dem Round-Pen näherte, fragte sie sich, ob diese Idee die glanzvollste an diesem Tag war. Mit Sicherheit nicht, davor stand ja immer noch die Aktion mit Phantom of the Opera, doch das war schließlich eine Entscheidung gewesen, die auf einer Provokation beruht hatte. Der Weg hierher war... sie hatte einfach keine Ahnung, warum sie schon wieder hier war! Es war, als habe sie über Nacht die Rastlosigkeit eines Rennpferde erhalten, sodass nicht an einem Ort bleiben konnte und jetzt langsam, ja sogar zögerlich an die kleine, offene Halle herantrat.
Was, wenn es ein fremder Reiter war, der darin sein Pferd longierte? Oder jemand, den sie nun wirklich nicht sehen wollte? Natürlich, Freja könnte dann einfach wieder weggehen, tatsächlich zu den Tribünen oder ins Cottage oder in den Aufenthaltsraum. Sie fuhr sich erneut übers Haar, drehte an ihrem linken Ohrring herum, eine Geste, die sie sich während des Abiturs angewöhnt und vermeintlich wieder abgewöhnt hatte, und seufzte schließlich vernehmlich. Jetzt war sie hier und dann konnte sie auch nachschauen gehen, wer da gerade was mit seinem Pferd machte.

Die Schwedin wusste, dass manche Pferde sich ziemlich erschrecken konnten, wenn sie jemanden an der Bande stehen sahen, wo eigentlich keine Menschen sein sollten. Das lag an ihrer Gewöhnung oder ihrem Temperament. Selbst Sleipner zuckte manchmal, wenn jemand unvermittelt in sein Blickfeld trat. Mit Mony war es noch schlimmer und Freja war jedem dafür dankbar, der sich an ungeschriebene Regeln hielt.
Deshalb machte sie nun auch einen kleinen Umweg, bis sie an den Eingang des Round-Pens trat, wo sie auch an diesem Morgen schon bei Darian gestanden hatte. Sachte lehnte sie sich nach vorn ans Gatter, stellte einen Fuß auf die untere Latte.

Es war kein fremder Reiter, der sein Pferd longierte, sondern einer Heaven Meadows. Genauer gesagt der junge Mann, den sie schon auf dem Arbeitsplatz gesehen hatte. Seltsamerweise betrachtete Freja normalerweise immer zuerst das Tier an, bevor ihre Aufmerksamkeit auf den Menschen fiel. Hier jedoch nahm sie nur wahr, dass das Pferd ins typische Leistungspferdebild auf dem Hof passte und recht zart gebaut war. Ein hübsches Tier, das seinem Besitzer in nichts nachstand. Die Rothaarige legte den Kopf ein wenig schief, musterte ihn. Ein sehr kleines Lächeln umspielte ihre Lippen.
In Turnierkleidung sahen die meisten Männer, gelinde gesagt, nicht außerordentlich attraktiv aus. Zumindest tat die Kleidung nichts für ihre Träger. Bei diesem Exemplar konnte Freja darüber jedoch ausgesprochen gut hinwegsehen. Die lockige Haarmähne fesselte ihren Blick, immerhin war ihre Schwäche für etwas längere Haare bei Männern fast so ausgeprägt wie die für gutes Essen. Gleichzeitig lud die Art und Weise, wie er sich bewegte, einen dazu ein, ihn zu betrachten, zu beobachten, wie er mit seinem Pferd umging. Hochgewachsen ragte er auf.

Freja wusste, dass sie es nicht über sich bringen würde, ihn locker und offen anzusprechen. Insgeheim bewunderte sie andere Frauen in ihrem Alter dafür, dass sie so unbeschwert mit Menschen umgehen konnten. Ihr lag ein derartiges Verhalten einfach nicht. Was sollte sie auch sagen? "Hi" war banal. Außerdem konnte sie wohl keinen stören, der gerade mit seinem Pferd beschäftigt war. So würde sie sich also damit begnügen, zu zusehen und auf eine göttliche Eingebung zu warten, die ihr sagen würde, wie sie mit dem Reiter ins Gespräch kommen könnte.


[Ankunft / Gedanken / Beobachtet Callum / Gedanken]


Zuletzt von Freja Björnsdottir am Sa 7 Jun 2014 - 14:21 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: Round-Pen   Sa 7 Jun 2014 - 8:53

>> Wallach- und Stutenstall

Callum suchte sich den Weg über den Hof bis hin zum Round Pen. Die Menschenmassen hatten sich deutlich gelichtet, seit das Turnier begonnen hatte und so war es ein leichtes mit Blue an der Hand gemütlich über das Kopfsteinpflaster zu trotten. Dicht gedrängt musste der 24-jährige darauf acht geben, dass die junge Stute die Füße ihres Reiters nicht erwischte. Trotz der schmalen Figur der Holsteinerin, würde auch Blueberry ihre 500 Kilo auf ein Bein legen, wenn dies notwendig erschien. Die Schimmelstute war aufgetrenst und mit einem Longiergurt versehen. Callum hatte es vermeiden wollen den so schon überfüllten Abreiteplatz für einige ruhige Runden auf dem Pferderücken zu gebrauchen. Demnach hat er sich für eine Longe zur Muskelentspannung entschieden.

Da sich die Ströme der Besucher lichteten, konnte der junge Mann schon von weitem erkennen, dass das Round Pen unbesetzt war. Der Dunkelblond atmete leicht auf. In den frühen Morgenstunden war im Sandkreisel so einiges los gewesen. Ein richtiges Schlange - Stehen hatte eingesetzt, da viele ihre Pferde kurz vor der Angst noch Gymnastizieren wollten. Callum war hingegen jetzt, am späten Vormittag, sehr entspannt. Vorsichtig stieß der Mitzwanziger die Tür zum Round-Pen auf, woraufhin sein Turnierjackett etwas beschmutzt an dem Dunkelblonden zurück blieb. Wie zu erwarten war, lag die lange Peitsche in der Mitte des Zirkels. Callum war noch nicht dazu gekommen, seine Turnierkleidung abzulegen, nachdem er beinahe fluchtartig die Stallgasse verlassen hatte.

Lediglich der abgelegte Helm legte die lockige Fassade des 24-jährigen frei. Einige ungezähmte Strähnen hingen dem Auszubildenden im Gesicht, was ihn jedoch nicht weiter zu stören vermochte. Der junge Mann war stolz auf seine lange Mähne und seinen etwas abgewandelten Hipsterlook. Bevor er seine Stute einige Runden im Schritt vorwärts trieb, legte Callum die Longe auf den Boden. Selbstverständlich hätte Blueberry nun wild bockend und schlagend durch das Round-Pen pfegen können. Der Reiter kannte jedoch seine Stute zu gut als das er dieses Verhalten zu befürchten hatte. Callum schlüpfte aus seinem Jackett, während die Holsteinerin neugierig mit den weichen Lippen an der Longe zu knabbern versuchte. Ein leichte Lächeln ließ sich demnach auch nicht vermeiden. Der Körper des jungen Mannes schimmerte durch das helle Hemd hervor. Er öffnete die Manschettenknöpfe und zog die Ärmel gerade so über die Ellbogen.

Callum Unterarme waren, typisch für einen Reiter, gut trainiert. Aber auch seine restliche Gestalt konnte sich durchaus sehen lassen. Der junge Mann war ein Mensch für die grobe, harte Arbeit. Einige stets offene Kratzer und Schürfverletzungen zeugten davon. Nachdem er das Jackett über die Bande des Round-Pens gelegt hatte, stolzierte der Mitzwanziger wieder Richtung Zirkelmitte, wo er seine junge Stute disziplinierte. Durch eine leichte Berührung an der Schulter von Blue, schaute diese sofort auf. Durch leichten Druck, welchen Callum ausübte, wich die Stute nach hinten. Der Bereiter griff nach Longe und Peitsche, woraufhin die Schimmelin sofort die richtige Bahn einschlug. Gemächlich ging die junge Stute im Schritt, während ihre Bandagen immer noch im leuchtenden Grün glänzten. Auch die Mähne war noch vom Turnier eingeflochten, was wohl auch dem Zeitdruck zuzuschieben war. Lediglich einige Schweißflecken auf der Sattellage erinnerten noch an den guten Ritt im Parcours.

Kurz bevor Callum seine Stute durch ein leichtes aufbäumen der Peitsche antreiben wollte, lenkten ihn einige Geräusche außerhalb des Round Pens ab. Es schien so als erklimme jemand die Bande des hölzernen Zirkels. Auch die Augen des 24-jährigen ließ ihn seine Vermutung bestätigen. Blueberrys Ohren richteten sich auf den Eindringling, während ihre großen Dunklen Augen den Rand der Holzverkleidung absuchten. Und tatsächlich blickte der zierliche Rotschopf vom Reitplatz über die Abdeckung in den Zirkel hinein. Der Dunkelblonde konnte sich ein verschmitztes Lächeln nicht verkneifen. Die wallende Mähne der jungen Dame gefiel Callum. Schon auf dem Abreiteplatz hatte er sich von ihrem Tatendrang ablenken lassen. Auch in den Augen eines angehenden Bereiters, konnte es nie schaden die Unruhestifter vor Ort kennen zu lernen „Na? Wo ist denn dein liebreizender Vierbeiner vom Abreiteplatz?“ provozierte der 24-jährige. Natürlich wollte er die Unbekannte etwas aufziehen, hoffte jedoch, dass sie sich seine neckische Bemerkung nicht allzu sehr zu Herzen nahm.

Auch Callum kannte natürlich Anstand und wusste sich auch vor der weiblichen Gesellschaft zu präsentieren „Ich bin übrigens Callum Moreno. Aber nenn mich ruhig Callum. Und die junge Dame hier im Zirkel ist Blueberry.“ Stellte er sich und seine Stute vor. Erneut blickte er jedoch zu der Hübschen an der Bande „Wir haben ja bereits schon Bekanntschaft gemacht.“ Gab er abermals neckend zu verstehend. Ein prinzipielles Dauergrinsen machte sich auf den Lippen des 24-jährigen breit. Natürlich amüsierte ihn die Situation etwas und dank der entspannten Situation nach dem Turnier, konnte er die anfängliche Aufregung auch müde belächeln.

[Auftritt | Legt Jackett ab | Longiert | Bemerkt Freja | Spricht]
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BeitragThema: Re: Round-Pen   Sa 7 Jun 2014 - 16:09

Sanft stob der Staub mit jedem Schritt der Stute auf, setzte sich jedoch nicht an den grünen Gamaschen fest, die ihre Beine schützten. Sie schien vollkommen entspannt zu sein, sich voll und ganz auf den Mann verlassen zu können, der ihre Longe hielt. Bei ihrer näheren Musterung fielen Freja die trainierten Unterarme ins Auge. Trotz der milden Temperaturen draußen war es doch ungewöhnlich, dass er sein Jackett abgelegt hatte. Kam er aus einer kälteren Gegend, sodass er die Frische besser vertrug, oder war ihm noch warm vom Turnier? Vermutlich letzteres, sonst würde die dunkle Jacke kaum auf dem Boden liegen. Schließlich sahen die Richter es nicht gern, wenn man verschmutzt vor sie trat, und keiner der Heaven-Meadow-Reiter würde es riskieren, deshalb eine Rüge, und sei es nur eine von Mr. McKinley, der hier nicht für die Bewertung zuständig war, zu kassieren. Dazu waren sie alle viel zu professionell, da war sich Freja sicher, und, obwohl ihr Ehrgeiz bezüglich des Turnierreitens eher schwach ausgeprägt war, hatte sogar sie für die morgigen Reiterspiele ihre weiße Reithose herausgelegt und gebügelt.

Ganz unbewusst lehnte sie sich etwas mehr gegen die Bande, als der Dunkelblonde die Peitsche heben wollte, um die Stute zum Trab anzutreiben. Scheinbar hatte sie damit ein Geräusch verursacht, denn Reiter- und Pferdekopf wandten sich fast augenblicklich in ihre Richtung. Eine leichte Röte überzog sogleich ihre Wangen. Musste sie denn schon wieder auffallen? Und war es nicht genau das, was sie sich gewünscht hatte?
Trotzdem und entgegen ihres ersten Impuls senkte die Rothaarige nicht ihren Blick, als der Mann sie ansah, und Wiedererkennen über sein Gesicht huschte. Sein Kommentar verschlug Freja im ersten Moment die Sprache, immerhin war sie immer sofort bereit, ihre Vierbeiner gegen jegliche Anfeindung zu verteidigen und setzte schon zu einem sicherlich sehr bissigen Kommentar an, der zweifellos die Worte „nicht meine Schuld“ und „dämliche Amerikaner“ beinhaltet hätte. Ob es eine göttliche Eingebung oder einfach nur der Tatsache geschuldet war, dass sie Schimpftiraden grundsätzlich erst in ihrer Muttersprache ausformulierte, bevor sie ihren Mund verließen, würde sie später nicht sagen können, aber es veranlasste sie dazu, eine Augenbraue zu heben. Ihr Lächeln wurde schief, erreichte jedoch ihre Augen, die beim Sprechen zu blitzen begannen.
„Den hab ich zu einem Vormittag Hausarrest verdonnert. Ich kann ja nicht riskieren, dass er dran schuld ist, dass offenbart wird, dass manch einer hier seinen nervösen Champion nicht unter Kontrolle hat.“
Er hatte eine angenehme Stimme, wenn er nicht gerade dabei war, zu provozieren. So wie jetzt, als er und sein Pferd höflich vorstellte. Freja nickte bei seinen Worten, während sie anfing, eine Haarsträhne um ihren Finger zu zwirbeln. Warum nur ritt er so krampfhaft auf der Tatsache herum, dass Emil ein bisschen... beschützerisch war? Gut, ihr Hund konnte schwierig sein, aber diese Unarten hatten ja auch ihre Vorteile. In seiner Nähe konnte sie sich vollkommen sicher fühlen. Außerdem hatte er ja doch noch auf sie gehört und die ganze Szene konnte keine fünf Minuten gedauert haben. Bevor sie jedoch dazukam, Callum, wie er sich vorgestellt hatte, all diese Argumente an den Kopf zu werfen, meldete sich ihr Anstand vernehmlich. Emil konnte sie schließlich auch noch verteidigen, wenn sie sich ebenfalls vorgestellt hatte.

„Freja Björnsdottir“, erklärte sie schließlich mit einer leicht angedeuteten Handbewegung zu sich selbst. „Aber Freja reicht völlig.“ Das musste es in den USA auch meistens. Nicht mal der Mann ihrer Tante schaffte es, ihren Nachnamen wirklich korrekt auszusprechen, ohne zu stammeln. Mit den Umlauten konnten sich die Amerikaner einfach nicht wirklich anfreunden, vernuschelten sie, ließen sie einfach weg oder bemühten sich darum, sie doch richtig auszusprechen, was aber regelmäßig dazu führte, dass ihr Familienname mehr gestottert als ausgesprochen wurde. Wenn sie an der Uni mit ihrem Nachnamen angesprochen wurde, dann wurde dieser ganz pragmatisch zu einem Miss B abgekürzt. Besser wurde es dadurch nicht, aber erträglich.
„Es freut mich, eure Bekanntschaft zu machen, ohne durch einen bellenden Hund und Massen von Zuschauern getrennt zu sein.“, antwortete sie lächelnd, nachdem sie sich entschieden hatte, jegliches Verteidigungsplädoyer aufzuschieben. Außerdem reizte sie eine andere Frage viel zu sehr, als dass sie sie lange aufschieben können würde. „Habt ihr beide am Turnier teilgenommen?“
Das klang doch gleich viel netter, als sich sofort zickig zu geben. Und es war eine gute Möglichkeit, ins Gespräch zu kommen. Und das wollte sie mit dem hübschen Reiter viel dringender, als sie sich selbst oder irgendeinem anderen eingestehen wollte.


[Beobachtung / Antwortet / Gedanken / Frage]
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BeitragThema: Re: Round-Pen   Mo 9 Jun 2014 - 18:27

Während die Rothaarige in das Gespräch einstieg, hob Callum kurz die lange Peitsche in seiner Hand, woraufhin die junge Stute in einen lockeren, ruhigen Trab viel. Sie hielt ihren Kopf tief und kaute entspannt auf dem Gebiss herum. Der Sand im Round-Pen war stets trocken, was dazu führte, dass die schnelle Gangart eine leichte Staubwolke aufwirbelte. Den 24-jährigen machte dies allerdings nichts aus, da er lieber im gepflegten Dreck stand, als mit weißer Reithose in den Sattel zu steigen. Bei den ersten Worten der jungen Dame, blickte der Dunkelblonde kurz auf. Sie sprach von nervösen Champions, woraufhin sein Blick wieder auf Blueberry viel. Die beiden konnte sie wohl kaum gemeint haben. Die Holsteinerin ist weder ausgeflippt, noch hatten sie eine außergewöhnliche Runde im Parcours hingelegt. Callum fragte jedoch nicht weiter nach. Diskretion war dem gebürtigem Amerikaner wichtig, ebenso wie er es von anderen Leuten erwartete. Die Rothaarige, welche sich als Freja vorstellte, schien dem angehendem Bereiter dennoch sympathisch.

Mit einem Nachnamen, der einem Zungenbrecher gleich kam, war klar, dass seine Bekanntschaft nicht aus der näheren Umgebung sein konnte. Ehe er also auf eine ihrer Fragen Stellung bezogt rutschte ihm ein "Wo kommst du her?" über die Lippen. "Freja, der Name gefällt mir." fügte er noch hinzu, während er charmant zu ihr hinüber lächelte. Seine bisherige Bekanntschaft mit Shana endete eher in Neutralität. Er konnte mit der Dekadenz und dem annähernd ungezügelten Temperament einfach nicht umgehen. Viel zu lange hat sich der ehemalige Soldat in Geduld üben müssen, um nun so jemanden längere Zeit als Mit-Azubi aushalten zu müssen. Wie dem auch sei konnte man sich ja nicht so viel im Leben aussuchen, obwohl ihm die Begegnung mit der unbekannten Freja ganz gelegen kam. Sie wirkte leicht angespannt, als ihr das Blut in die runden Wangen schoss, woraufhin der 24-jährige abermals verschmitzt lächeln musste.

Callum machte sich erst gar nicht die Mühe den Nachnamen der Rothaarigen in den Mund zu nehmen. Vermutlich hätte seine verschandelte Ausdrucksweise nur zu einem Börner oder Börnstotter geführt. Da der junge Mann hinterließ also einen weniger bescheuerten Eindruck, wenn er einfach schwieg. Ihre darauffolgende Bemerkung wunderte ihn etwas. Callum war nicht bewusst gewesen, dass Freja ein schlechtes Gewissen wegen ihres Hundes hatte. Sicherlich hat es sich der 24-jährige nicht nehmen lassen, sie ein wenig zu necken, beließ es jedoch dabei. Er war lediglich froh das sowohl Hundehalter als auch Pferdebesitzer nichts passiert waren. "Jetzt übertreib mal nicht. Es ist ja nochmal alles gut gegangen." antwortete er ihr mit einer sympathischen, dunklen Männerstimme. "Aber im Gegensatz zu Hund und Publikum trennt uns nun Bande und Training voneinander." ergänzte er noch, während er ihr ein provozierendes Lächeln hinüber warf.

Nachdem er Blueberry noch einige Runden im Trab laufen ließ, holte der angehende Bereiter die junge Stute anschließend zu sich und löste die lange Longe vom Trensenzaum der Holsteinerin. Er legte Longe und Peitsche an der Seite des Round Pens ab und ließ Blue frei im Sandzirkel ihre Runden drehen. Nach nicht mal einer Minute, senkte die Holsteinerin ihren Kopf und legte sich in den staubigen Sandboden zu wälzen. Callums Aufmerksamkeit war jedoch schon längst nicht mehr bei der Schimmelin. An der inneren Bande stieg der junge Mann auf eine eiserne Absperrung, eben genau an der Stelle, von der aus Freja von außen in das Round Pen blickte. 30cm Luftlinie trennten die beiden nun nur noch von einander, während der 24-jährige in ihre bernsteinfarbenen Augen blickte. Callum hatte Freja absichtlich nicht hinein gebeten. Er wusste nicht wie Blue reagieren würde, wenn sie frei umher lief, weshalb er an der Bande immer noch ab und an einen kurzen Blick zu der Stute werfen konnte.

"So ist es doch gleich viel besser, oder?" fragte er provozierend, währen er sich mit der rechten Hand durch die wallende, lockige Haarmähne strich. "Ja wir haben am L-Springen teilgenommen. Es ist ganz gut gelaufen, wir hatten zwar einen Abwurf, aber das stört mich nicht weiter. Sie ist ja noch jung." antwortete der Reiter zuversichtlich. Selbstverständlich wusste der Dunkelblonde, dass seine Leistungen nicht die eines Profis waren aber deshalb war er ja auch Azubi und kein Lehrer. "Und was ist mit dir? Reitest du heute noch irgendwo? Kann man dich anfeuern?" fragte der 24-jährige nach. Callum konnte sich jedoch nicht erinnern sie irgendwo bereits auf einem Reitplatz erspäht zu haben. Das konnte aber auch daran liegen, dass er sich in den letzten Wochen explizit und diszipliniert auf das heutige Turnier vorbereitet hatte. Viel Freizeit war in dieser Phase nicht vorhanden, geschweige denn die Chance neue Leute zu entdecken.


[Longiert | Antwortet | Freilauf | Steigt auf innere Bande | Antwortet | Fragt]
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BeitragThema: Re: Round-Pen   Di 10 Jun 2014 - 20:53

Ehrlich gesagt, wusste Freja nicht ganz, was sie davon halten sollte, dass Callum die Stute seelenruhig antraben ließ. Einerseits fand sie es recht sympathisch, dass das Pferd vor einem Gespräch an der Reihe war, was bei etlichen Menschen vielleicht anders gewesen wäre, aber gleichzeitig – und dafür schämte sie sich auch ein wenig – kratzte es an ihrer Eitelkeit, nur einen Teil der Aufmerksamkeit geschenkt zu bekommen. Wie dumm und kindisch. Wahrscheinlich drehten ihre Hormone mal wieder durch, weil die nächste Periode vor der Tür stand, sonst ließ sich das wirklich nicht erklären. Übermäßig leicht zu kränkende Eitelkeit war schließlich nie ein Problem gewesen, mit dem die Schwedin sich hätte herumschlagen müssen. Trotzdem blieb das Gefühl als lauernder Kobold im Hintergrund hocken. Da, aber zu ignorieren, wie sie erleichtert feststellte, während sie wieder das Zusammenspiel von Pferd und Reiter beobachtete.

Seine Frage schien ein wenig ungewollt zu sein, was sie zum Lächeln brachte, bevor sich die Hitze – aber hoffentlich nicht die Röte – in ihren Wangen noch verstärkte, als das charmante Kompliment im staubigen Raum des Round-Pens stehen blieb.
„Danke“, antwortete sie, ohne das Kompliment zu erwidern. Ihr erschien es wenig passend, jetzt noch etwas Positives zu seinem Namen zu sagen, zumal Callum zwar kein Alltagsname wie John war, aber trotzdem keine arge Selten- oder Schönheit. „Ich komme aus Südschweden, aus der Nähe von Malmö.“

Kurz überlegte sie, ob ihr Gegenüber überhaupt etwas mit skandinavischer Geographie anfangen konnte, entschied sich dann aber, nicht sofort davon auszugehen, dass er ein ungebildeter Klotz war und nicht noch weiter zu präzisieren, wo der Hof ihrer Eltern lag. Sie hatte mehrfach erfahren müssen, dass ein derartiges Erklären ziemlich unsympathisch wirkte. Natürlich hätte sie noch mehr zu sagen gehabt, hätte von der Landschaft, der Nähe zum Wasser und den kleinen verschlafenen Örtchen, die in unmittelbarer Nähe ihres Bauernhofs lagen, erzählen können, doch schien das hier weder die richtige Zeit, noch der richtige Ort dafür zu sein. Außerdem bezweifelte sie ein wenig, ein klitzekleines bisschen, dass sie wirklich gerade Sätze herausgebracht hätte, wenn sie mit diesem verschmitzten Lächeln konfrontiert war. Wann hatte sie überhaupt die letzte Begegnung dieser Art gehabt? Vor einem Jahr? Himmel, sie lebte wirklich wie eine Einsiedlerin... oder Nonne... nein, lassen wir das Thema.

"Jetzt übertreib mal nicht. Es ist ja nochmal alles gut gegangen. Aber im Gegensatz zu Hund und Publikum trennt uns nun Bande und Training voneinander.“

Flirtete er? Freja kämpfte ihre natürliche Zurückhaltung, ebenso wie den Impuls, den Blick schüchtern zu senken, nieder. Stattdessen hob sie diesen, begegnete den grünen Augen Callums versucht fest und schaffte es, trotz schwitzender Hände, die sie schnell in den Ärmeln ihres cremfarbenen Pullovers, den sie unter der Jacke trug, verbarg, kokett zu lächeln.

Das kann man ja ändern, wollte sie sagen, doch die Worte wollten ihre Zunge nicht betreten und ihren Mund nicht verlassen. Stattdessen verlegte sie sich – notgedrungen – darauf, Callum weiterzubeobachten. Blueberry und er schienen ein eingespieltes Team zu sein. Das Schnobbern ließ Freja schmunzeln und, dass das Pferd sich wohlfühlte, erkannte sie spätestens daran, dass sie sich zum Wälzen niederlegte. Schnell war der Grauschimmel eher ein Staubschimmel – aber wenigstens ein zufriedener.
Auch Sleipner liebte es, sich in jeglichem Dreck zu wenden, als wolle er sich einmarinieren. Vielleicht hatte er sich das in den schwedischen Sommern am Fjord mit all den Mücken an- und auch hier nicht abgewöhnt. Doch egal wie, er war manchmal auch eher dunkelbraun als sandfarben, sodass sie ihn ausführlich putzen durfte, um ein sauberes Ponychen zu haben. Harmony war da so vollkommen anders. Pfützen wurden da schon gemieden als könne der Teufel aus ihnen spritzen. Eitles Ding.

Freja war so in Gedanken und im Anblick des Pferdes versunken, vielleicht auch, um sich nicht länger mit dem provozierenden Callum beschäftigen zu müssen, der sie nicht zu knapp aus der Bahn brachte, ohne ihr viel Zeit zu geben, sich darauf einzustellen, dass sie unwillkürlich zusammenzuckte, als er vor ihr stand. So nah, dass sie ihn problemlos hätte berühren können. Seine Worte zielten definitiv darauf ab, sie aus dem Konzept zu bringen, was ihm perfekt gelang.
Die Rothaarige schluckte.
Doch es hatte definitiv nicht nur Nachteile, mit Selbstvertrauenskünstlerin Shana zusammenzuwohnen. Es gab belegte Theorien der Verhaltensforschung, dass man sich Verhalten abschauen konnte. Modelllernen wurde das genannt und man konnte es teilweise auch dazu nutzen, das Verhalten von Tieren zu beeinflussen. Und so hatte sich auf Freja das ein oder andere Verhalten ein bisschen abgeschaut, wenn auch nicht die Herablassung und Arroganz, und fasste sich schnell wieder.
„Es ist eine erste Verbesserung“, erwiderte sie, hob eine Augenbraue und lächelte. Was sie aber nicht verhindern konnte, war hier heftig schlagendes Herz und das leichte Gefühl der Überforderung, das sie zu überspielen versuchte. Was zur Hölle passierte hier?
Als sich das Gespräch dann wieder in unverfänglichere Bahnen bewegte, atmete sie unmerklich, aber fast erleichtert aus. Ihr war als rase ein D-Zug an ihr vorbei und habe sie mitgenommen, ohne dass sie wusste, wann und ob sie eine Fahrkarte gezogen hatte. Umso glücklicher war sie schließlich damit, wieder neutraleren Boden betreten zu haben.
„Wie alt ist sie denn, die Hübsche?“, erkundigte sich die Studentin interessiert. „Ein Abwurf ist okay, denke ich. Vielleicht ein bisschen ärgerlich, aber kein Beinbruch.“ Zum Glück nicht. Auf die Übungsstunde konnte sie nun wirklich verzichten.
Seine Frage beantwortete sie mit einem Kopfschütteln. „Ich bin morgen bei den Reiterspielen dabei, aber sonst bei keiner Prüfung. In den letzten Wochen war ich zu sehr mit Lernen eingespannt, als dass ich zu einem ernsthaften Training gekommen wäre... ich studiere Tiermedizin“, fügte sie erklärend hinzu. „Was machst du? Springreiter?“


[Gedanken / Antwort / Gedanken / Gespräch]
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BeitragThema: Re: Round-Pen   Fr 13 Jun 2014 - 9:13

Dadurch dass der junge Mann kurz von seiner Stue abgelenkt war, verstand er nur die Worte Südschweden und Malmö. Das Land, so wusste der ehemalige Soldat, lag hinter dem Atlantik. Als Berufssoldat erinnerte ihn dieser große, blaue Tümpel nur an unaussprechliches Leid und unschuldige Tränen. Er wollte nie wieder dahin zurück. Aber selbst jetzt, könnte er als Reservist jederzeit abgezogen werden, um seinem Land zu dienen. Ganz gleich: Er liebte das Militär, den Zusammenhalt und die Disziplin, welche in der heutigen Gesellschaft allzeit zu kurz kam. Aber noch viel mehr als all das Recht auf Mitgliedschaft, liebte er seine Stute. Sie gab ihm die Kraft Geheimnisse zu bewahren und mit der Vergangenheit abzuschließen. Mit dem alten Hof, auf dem er lebte, dem harten und unbarmherzigen Vater und seine älteren Geschwister, welche viel zu früh das Leben in der Stadt gesucht hatten. Seit er mit 18 Jahren von zu Hause fort ging, hat er keinen Kontakt mehr zu seiner Familie gehabt. Vielleicht wäre es auch besser so. Die abrasierten Haare und die strenge Uniform gegen eine lockige Mähne und Zivilkeidung eingetauscht zu haben, bereute der 24-jährige bis heute nicht. All zu oft erinnerte ihn das staubige, alte Foto in seinem Cottage daran, dass es auch ein Leben vor Blueberry gab. Es zeigte ihn und seine gesamte Kaserne unter einem General der US Army.

Callum verzog leicht das Gesicht, als er über seine Vergangenheit nachdachte und kommentierte Frejas Herkunft nicht. Sie konnte nichts für die Eindrücke, die der junge Mann in seinem Leben schon gesammelt hatte. Nach einem kurzem Kopfschütteln und einem leichten Seufzen umspielte wieder ein kokettes Lächeln die Mundwinkel des angehenden Bereiters. Die Rothaarige wirkte etwas nervös, fast so als hätte der Dunkelblonde sie in Verlegenheit gebracht. Das Lächeln wurde breiter und formte sich zu einem fast triumphierendem Grinsen. Callum war eigentlich nicht sonderlich umgänglich, geschweige denn kontaktfreudig. Dennoch schien ihm Frejy etwas die angespannte Situation und den Turnierstress zu nehmen. Immerhin erwartete den Auszubildenen erstmal einige entspannte Tage. Mit ihren Worten 'Es ist eine Verbesserung', ließ die junge Dame deutlich ihre angespannte Haltung durchschimmern. "Wenn du Lust hast, kann ich dich gerne auf einen Kaffee einladen." kommentierte der Dunkelblonde ihre Aussage. Sicherlich musste er noch Blueberry in die Box schaffen, ehe er in die Stadt könnte. Bis heute Abend vergingen noch einige Stunden, so dass er genügend Zeit hatte den restlichen Tag mit anderen Aktivitäten zu füllen, insbesondere wenn sie so schön waren wie Freja.

Natürlich zielte der grobe Amerikaner auf die unschuldig wirkende Schwedin. Inwiefern es dabei zu einer enger geknüpften Bindung kam, konnte Callum nicht einschätzen. Freja wirkte auf ihn etwas prüde und verklemmt, was sich vielleicht in einer ruhigen Minute im Café ändern ließ. Herausforderungen haben den angehenden Bereiter schon immer gereizt. Das gehörte zum Berufsrisiko. Und viel schlimmer als die stets launische und unkontrollierbare Blueberry, würde auch sein Gegenüber nicht sein. Die Nähe zu der Rothaarigen erfüllte den 24-jährigen mit Glücksgefühlen, fast so als hätte ein Jäger seine Beute erspäht. Als Freha das Gespräch in neutralere Bahnen lenkte, verflog diese Gefühl etwas und Callum begann von seinem Pferd zu schwärmen. "Sie ist 6 und erst seit ca. einem Jahr unter dem Sattel. Ich habe sie selbst eingeritten." erzählte der Bereiter stolz. Vermutlich würde Blueberry heute noch auf irgendeiner amerikanischen Weide stehen und so gut wie kaum Beachtung finden. Mit Callum hatte sie einen Partner für's Leben gefunden.

"Ja, mit einem Abwurf kann ich ganz gut Leben, auch wenn mein Trainer das mit Sicherheit anders sieht." antwortete der 25-jährige leicht verlegen, während er sich am Hinterkopf kratzte, ehe er mit seinen grünen Augen wieder zu Freja blickte. Er nickte zustimmend, als sie vom Lernstress in ihrem Studium berichtete. Tiermedizin war kein einfaches Pflaster und war eher etwas für die klügeren Geschöpfe auf den Stables. Callum gehörte kurz gesagt, nicht dazu. Er war ein Mann für die grobe Arbeit. Die rohe Eleganz eines jungen Pferdes in die richtigen Bahnen zu lenken, lag dem Bereiter im Blut. "Achso, schade. Aber ich kann das verstehen, Studium geht vor." kommentierte der junge Mann neutral, während ein sanftes Lächeln über seine Lippen huschte. Callum suchte immer den Ausgleich zum Turnierreiten und fand den oft in Momenten wie diesen. In denen er seine Stute einfach frei laufend Pferd sein lassen durfte. Blueberry hatte sich inzwischen wieder aufgerichtet und steuerte zielstrebig auf ihren Besitzer zu, welcher immer noch über die Bande des Round Pens lugte. Verspielt knabberte sie das weiße Hemd ihres Besitzers an, ganz so als würde die junge Sute um Aufmerksamkeit betteln. Callum verdrehte die Augen und blickte zu ihr hinunter "Benimm dich doch mal." raunte er ihr übertrieben ernst zu. Er hob seine rechte Hand, woraufhin seine Stute sofort wild bocken und quietschend davon sprang und wie ein wildes Tier durch den Sandzirkel pfegte "Verspieltes Ding." meinte der Bereiter und schüttelte leicht frustriert den Kopf "Nein nicht ganz, ich mache hier eine Ausbildung zum Bereiter. Aber wie man an der jungen Dame gut erkennen kann, fehlt uns noch der nötige Feinschliff." entgegnete er Freja und deutete mit einem Kopf nicken auf Blueberry, welche sich mittlerweile abermals dazu entschlossen hat, ein Sandbad zu nehmen.


[Gedanken | Freja | Fragt | Antwortet | Blueberry]
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BeitragThema: Re: Round-Pen   So 15 Jun 2014 - 13:56

Eine Einladung zum Kaffee? Frejas Lächeln vertiefte sich wie von selbst, während ein leichter Schauer über ihren Rücken glitt, als sei der Wind durch ihre Jacke gekrochen. Hatte sie es darauf angelegt mit ihrem Kommentar? Sie wusste es nicht, doch neben all ihrer Nervosität und Unsicherheit, merkte sie, dass sie die Einladung auf keinen Fall ausschlagen wollte. Sie hatte immerhin nichts zu tun, noch keinen einzigen Ritt miterlebt und die Stadt, außerhalb des Universitätsgeländes, kannte sie inzwischen auch nur noch vom Hörensagen. Außerdem war Callum interessant, eine Eigenschaft an Männern, die sie stets als anziehend empfunden hatte.
Ihr war keinesfalls entgangen, dass sein Blick bei der Erwähnung ihrer Heimat ins Leere gegangen war, seine Miene sich verfinstert hatte, sodass sie im ersten Moment nicht hatte einschätzen können, ob sie irgendetwas Falsches gesagt hatte. Hatte er eine Abneigung gegen Europa? Das konnte sie sich beim besten Willen nicht vorstellen. Andererseits waren Amerikaner, und für einen solchen hielt Freja ihn zweifellos, zuweilen etwas speziell, um es vorsichtig auszudrücken. Wenn sie seine Einladung annahm, könnte sie sicherlich ein bisschen nachhorchen und vielleicht... ja, vielleicht würde es ja nicht bei einer so zufälligen Begegnung und einem Kaffee bleiben...
„Sehr gern“, antwortete sie daher und in den braunen Augen tauchte ein vorfreudiges Leuchten auf. Dann jedoch zögerte sie, erinnerte sich wieder an die Hilfe, die Darian ihr mit Mony versprochen hatte, und hätte lautstark fluchen können, dass ihr diese Nettigkeit jetzt die Chance des Vormittags versauen könnte. „Allerdings... hab ich um zwei noch einen... nennen wir es Proberitt mit meinem Schulpferd, damit wir uns morgen nicht so ganz blamieren.“ Ha, eine traumhafte Vorstellung, sich nicht vollends zum Deppen zu machen. Aber vielleicht würde es ja doch klappen, mit etwas Selbstbewusstsein. Und eben dieser verflixten Übungsstunde, die ihr gerade so gar nicht in den Kram passen wollte. „Aber ein kleiner Lunch sollte drin sein. Denke ich.“

Während Callum antwortete, beobachtete Freja, wie die Stute sich ihrem Besitzer näherte. Der Anblick erinnerte sie an Emil, wenn dieser etwas ausgefressen hatte und sich mit seinem Hundeblick und einigen gezielten Gesten wieder bei ihr einschleimen wollte. Von ihren beiden Pferden war sie ein derartiges Verhalten nur teilweise gewöhnt. Sleipner bettelte zwar sehr konsequent, allerdings käme es bei ihm einem Wunder gleich, wenn er springend und quietschend durch die Halle fegen würde, wenn sie eine Hand hob und etwas strenger wurde. Dazu war ihr Dicker einfach viel zu behäbig.
Umso mehr ließ sie das Verhalten der Stute lachen. Sie schien so anders zu sein als Callum, der trotz des charmanten Lächelns, das sie so gekonnt verwirrte, eher ein ruhiger Typ zu sein schien. Immer noch leise kichernd, bekam sie von den letzten Worten des Mannes nur „Bereiter“ und „Feinschliff“ mit, doch sein Blick und die ganze Situation genügten, um sie wissen zu lassen, was er eigentlich sagen wollte.
„Ach, dein Trainer soll sich nicht so haben. Wenn sie erst ein Jahr lang geritten wird, ist das schon eine gute Leistung“, antwortete sie schließlich mit einer abfälligen Handbewegung, bevor sie ihm wieder offen ins Gesicht sah, statt Blueberry zu beobachten. Er hat schöne Augen. Das mochte bei einem Mann vielleicht eine etwas eigentümliche Beobachtung sein, dennoch war es das, was Freja als erstes in den Sinn kam. Selbst, wenn sie neutral dreinblickten, strahlten sie etwas aus, das sie kaum beschreiben konnte. Lebenserfahrung vielleicht? Eine gewisse Ruhe und Konsequenz? Oder galoppierte ihre Phantasie gerade wieder über Wald und Wiesen?
„Man merkt, dass euch etwas verbindet“, fügte die Schwedin noch hinzu, einen Seitenblick auf Blueberry werfend, die den Sand wieder abschüttelte und erneut zu ihnen trottete. Unter lockendem Zungenschnalzen streckte Freja die Hand aus, sodass die Schimmelstute daran riechen und sie selbst ihre Nase kraulen konnte. Blueberry hielt still, kam sogar einen Schritt näher, doch man merkte, dass die Rothaarige ihr noch unbekannt und damit ein Grund zur Skepsis war. Trotzdem merkte man, dass sie sie nicht primär ablehnte oder zurückzuckte, wie Shanas Phanom es bei ihrem ersten Aufeinandertreffen getan hatte. „Wenn du sie von ihrem Turnieroutfit befreien möchtest, kann ich dir vielleicht helfen. Sie scheint ja recht umgänglich zu sein. Ähnlich wie ihr Reiter.“
Letzteres sagte sie mit heftig schlagendem Herzen und einem verschmitzten Lächeln. So sehr sie es auch genoss, hier zu stehen, wusste sie doch, dass die Zeit drängte, wenn sie ein bisschen Zeit mit Callum verbringen und danach noch genügend Zeit haben wollte, um Mony fertig zu machen.


[Gedanken / nimmt Einladung an / Einschränkung / Blueberry / Angebot]
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BeitragThema: Re: Round-Pen   Mi 18 Jun 2014 - 9:12

Callum genoss die Gesellschaft sichtlich. Sein ewig währendes Dauerlächeln in angesichts von Freja verriet dies nur allzu gut. Der eher kontaktmeidende Bereiter war froh in Gesellschaft zu sein. Vielleicht lenkte ihn das etwas ab. Immerhin waren sein dekadenter Ausbilder und die mehr oder weniger freundliche Shana die einzigen Bekanntschaften, die der 24-jährige näher kannte. Ansonsten hatte er sich jedoch ganz gut eingelebt auf den Stables. Auch Blueberry ging es ersichtlich gut, so dass er sich entspannt zurück lehnen konnte. Dementsprechend erfreut war er über ihre Zusage. Die darauf folgende Erläuterung trübte die Stimmung jedoch etwas. „Oh,na ja das kann ich natürlich verstehen. Aber ich glaube du kannst dich nicht viel weniger zum Deppen machen als ich. Immerhin reite ich eine Welsh- Dame. Du glaubst nicht welch seltsames Bild das assoziiert.“ Kommentierte Callum amüsiert, wobei ein kurzes, ausdrucksvolles Lachen unvermeidbar war. Inwiefern es wirklich sinnvoll war einen über 1,80m großen Mann ein Pony unter den Sattel zu setzen ist dahingestellt. Der 24-jährige ritt selten auf Champagne, um ihren schmalen Rücken zu schonen. Jedoch war die kleine Stute ein ausgezeichnetes Springtalent, von der sich Blueberry noch so einiges abschauen könnte.

Kurz kam dem Dunkelblonden der Gedanke sie auch bei ihrer Übungsstunde zu begleiten, weiterführend betrachtet wollte er Freja jedoch nicht zu sehr bedrängen. Immerhin kannten sie sich nicht, auch wenn Callum ein Ritt auf seiner Ponydame auch gut tun würde. Innerlich nahm er diese Reiterwettkämpfe jedoch nicht sehr ernst. Selbstverständlich ist der direkte Vergleich zwischen den Auszubildenden immer ein spannendes Überraschungspaket, allerdings war Callum wie so oft die Ruhe selbst und konzentrierte sich eher auf wesentliche Dinge. Freja zum Beispiel, welche gerade einem Lunch zusagte. „Das freut mich natürlich zu hören. Im Café ist sicherlich immer ein Plätzchen frei.“ Argumentierte der angehende Bereiter zusätzlich. Neben diversen Eisspezialitäten gab es um diese kühle Jahreszeit auch eine große Auswahl an Kuchen und Desserts in der Stadt. Mit Sicherheit würde der 24-jährige einige kleine Köstlichkeiten mit einem Grinsen verschlingen können. Ein wärmender Kaffee würde den Abend dann gemütlich ausklingen lassen. Eine gewisse Vorfreude machte sich in Callum breit und erfüllte ihn mit einem wohlig warmen Gefühl.

Das Lachen von Freja, aufgrund der wild davon fegenden Blueberry, hielt den Bereiter nicht davon ab ebenso ein wenig mitzulachen. Die Rothaarige hatte eine angenehme Stimme, was zu noch mehr Sympathiepunkten bei dem 24-jährigen führte. Er könnte sich durchaus eine gut gemeinte Affäre mit der charmanten Schwedin vorstellen. Inwiefern dieses Verhältnis an Tiefgang gewinnen könnte, war bisher noch nicht abzuschätzen. Als sie auf das Training der beiden zusprechen kam, nickte Callum zustimmend. Sicherlich hätte er jetzt auch schlecht über Isaac reden können oder die arrogante Shana ebenso meiden können, jedoch ermahnte ihn sein Anstand. Es hatte schon seine Gründe warum sein Lehrer, Lehrer geworden ist. Isaac hatte ein hervorragendes Pferd und war definitiv einer der besten Reiter hier auf dem Hof, auch wenn seine Art vielen anstößig vorkam. Callum kam mit vielen verschiedenen Leuten sehr gut zurecht, da er einfach nur einen guten Job machen möchte. Dabei ist es relativ egal, auf welche Charaktere er stößt. Er ruht in sich selbst und kann somit immer garantieren, dass er sein bestes gibt. Er nahm es Freja jedoch nicht übel, dass sie so dachte. Für jeden Außenstehenden hätte Blueberry schon eine beachtliche Leistung erzielt. Der zielstrebige und ehrgeizige Callum hatte jedoch nur allzu oft mit Minderwertigkeitskomplexen zu kämpfen. Bevor sein Gesicht sich aber verfinstern konnte, horchte der angehende Bereiter weiterhin zu.

„Ja uns verbindet tatsächlich etwas. Wir haben beide erst spät unseren Weg erkannt.“ Raunte der 24-jähriger mit grober Stimme in Richtung Freja, lächelte dabei jedoch freundlich. Als Blue auf seine Gesellschaft zukam, schmunzelte er etwas. Die junge Stute war ebenso neugierig wie furchtbar verspielt. Callum hatte die Hoffnung aber noch nicht aufgegeben, dass sich das mit dem Alter noch besserte. Das letzte Kommentar der Schwedin ließ ihn aufhorchen und leicht verlegen Lächeln. „Danke.“ Meinte er leise, ehe er wieder zu seiner Bekanntschaft sah. Ihre bernsteinfarbenen Augen drückten eine gewisse Zufriedenheit und Sorglosigkeit aus. Eben das, was Callum viel zu oft fehlte. „Ja das wäre super.“ Stimmte er anschließend noch ihrem Angebot zu. Kurz darauf stieg der 24-jährige von der Bande und holte die Longe von der Mitte des Round Pens. Bereitwillig folgte ihm Blueberry bis dorthin und ließ sich wieder an die Longe schnallen. Das Fell der Stute war voller Sand, ebenso wie ihre Bandagen. Einige Strähnen ihrer Mähne hatten sich mittlerweile aus der Flechtung gelöst und hingen wild abstehend am Hals der Holsteinerin. Langsam führte er das Pferd an der Hand aus dem Round Pen. Die Eisen der Stute schallten abermals über den Hof, als sie das harte Pflaster berührten. Als Callum das Tor des Sandzirkels verschlossen hatte, schritt er mit samt Blueberry zu Freja.


[Erläutert | Antwortet | Zustimmung | Holt Blue aus Round Pen | Steht bei Freja]
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BeitragThema: Re: Round-Pen   Fr 20 Jun 2014 - 16:22

Ein kleines Grinsen huschte über ihr Gesicht, als Callum von seinem Pflegepferd berichtete. Der Mann überragte sie ja doch um mindestens einen Kopf und schon als junges Mädchen mit Zöpfen hatte man sie nachts um drei wecken können, um zu erfahren, welche Rasse welche Größe und welches typische Aussehen hatte. Das Bild, das nun in ihrem Kopf emporstieg, hatte zwar etwas sehr comichaftes, aber wahrscheinlich war es gar nicht so abwegig. „Dann hat Mr. McKinley bei dir vielleicht nicht die geschickteste Wahl getroffen“, entgegnete sie grinsend, vom warmen Lachen des Bereiters zu einer fast euphorischen Stimmung angesteckt. Sie hatte zwar keine Ahnung, wie sie in ihren mit sicherlich einem Dutzend Schmetterlingen gefüllten Magen auch nur ein Stück Kuchen bekommen sollte, aber irgendwie war das Essen wohl das aller nebensächlichste an dieser Sache. Obwohl so ein Stückchen Beerentorte diese Begegnung noch süßer machen würde...
„Die meisten Leute scheinen heute sowieso hier zu sein“, stimmte sie schließlich seiner Ausführung zu. „Und mit etwas Ordentlichem im Magen“ Sofern süßer Kuchen als ordentlich gelten konnte. Aber Gedanken um zu viel Zucker, zu wenig Vitamine und zu viele künstliche Zusatzstoffe schob die Schwedin, deren Mutter eine hervorragende Köchin war und die selbst gern gut aß, konsequent beiseite. „bekomm ich Mony vielleicht wirklich dazu, dass sie sich vor lächerlichen Plastikplanen nicht mehr erschreckt.“ Erklärend fügte sie hinzu: „Mony ist mein Pflegepferd. Die liebenswerte, aber leicht schreckhafte Tinkerstute. Aber sie ist eben auch noch jung. Da darf sie das... aber bitte nicht morgen.“
Für einen Moment verfolgten beide wieder das Spiel Blueberrys. Callums anschließender Kommentar, mit rauer Stimme geäußert, die ein wenig grob klang, was aber eben durch jenes Lächeln wieder wettgemacht wurde, das sich scheinbar dauerhaft auf seinen Lippen einquartiert hatte, jagte ihr hundert Schauer über den Rücken. War das eine andere Seite von ihm? Würde sie erfahren, was seine Worte zu bedeuten hatten und seine Stimme wieder diesen Klang annehmen hören? Freja schluckte kurz, was jedoch ihrem eignen Lächeln nicht im Weg stand.
„Immerhin habt ihr ihn gefunden“, antwortete sie ebenfalls leise und kam sich sogleich dämlich vor. Hätte sie nicht etwas Lässiges sagen können? Irgendeinen coolen Spruch? Nun ja, coole Sprüche waren anscheinend gerade ausverkauft. Und der Nachschub würde, so wie sie sich kannte, erst in drei bis vier Stunden kommen... wie immer. Nun gut, vielleicht beließ er es ja dabei. Und vielleicht konnte man mit ihm genauso gut Dinge verschweigen, wie man reden konnte. Zumindest hoffte sie das, während sie auf sein „Danke“ nur lächelte und anschließend verfolgte, wie er seine Stute wieder an die Longe nahm.
Unbeabsichtigt glitt ihr Blick dabei über seinen Rücken, prägte sich die kräftigen Schultern ein, das starke Kreuz. Ihre Augen wanderten tiefer und noch unwillkürlicher als die Musterung war ihr Lippenbefeuchten. Was für ein Hintern, schoss ihr durch den Kopf und augenblicklich errötete sie in einer tsunamiartigen Welle, die jedoch schnell wieder abflaute, ihr Gesicht jedoch trotzdem leicht rosa zurückließ. Manchmal – oder eher recht häufig – war die Schwedin eben doch prüde. Sich einfach so auf jemanden einzulassen, den man nicht wirklich kannte, erschien ihr falsch und die Richtung, in die die Bilder in ihrem Kopf davon preschten, daher vorschnell. Verhindern konnte sie es dennoch nicht. Entsprechend zittrig entwich ihr dann auch der Atem, als Callum vor ihr stand. Nicht mal mehr durch eine Bande getrennt, dachte sie, fing seinen Blick kurz auf. Hielt ihn. Und ließ ihn dann doch los, weil sie sich diesem Sog nicht gewachsen fühlte.
Kurz räusperte sich die Schwedin, fuhr mit der Hand über ihre Haare. „Dann... dann gehen wir wohl mal dein Pferd entkl-“ entkleiden „... ähm, fertig machen.“ Herre gud, was sollte das gleich noch werden?


[Kommentiert / erzählt von Mony / Beobachtungen / Verlegenheit / Aufbruch]
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BeitragThema: Re: Round-Pen   Mi 25 Jun 2014 - 18:28

Leicht verlegen schaute der 24-jährige zu Freja auf, welche immer noch auf der Bande am Round Pen hing. Blueberry senkte mittlerweile ihren grazilen Kopf und graste ein wenig die kurzen Überreste des Unkrauts ab, welches rund um den Sandzirkel wuchs. „Ja, aber ich werde mich nicht beschweren.“ Kommentierte Callum. Das hatte er im Laufe der Zeit gelernt – sich nicht beschweren und ‚Befehle‘ so akzeptieren wie sie erteilt wurden. Auch wenn er nicht mehr in der Armee war, war die Disziplin und der eiserne Wille immer noch erhalten geblieben. Sein grobes Gesicht zeichnete einige Falten auf der Stirn, was vermutlich an dem entstandenem Bild liegen könnte, was Freja nun offenbart wurde. „Aber es ist ja auch nicht für immer, wie so meist.“ Fügte er noch bei. Wieder sprach er in unerklärlichen Rätseln, was den 24-jährigen mittlerweile wohl selbst in Bedrängnis bringen könnte „Aber wie dem auch sei – es hätte auch schlimmer kommen können.“ Kommentierte er, wobei wieder sein typisch charmantes Lächeln auftauchte. Ob Callum selbst ein Mann für die Ewigkeit ist? Wohl vorerst nicht. Sein Leben ist ebenso unbeständig wie chaotisch. Eine Person, welche jetzt schon seinen Tagesablauf rumwirbelte, wäre da wohl die falsche Wahl gewesen, oder?

Ehe er sich jedoch völlig wegen seiner eigenen Worte blamieren konnte, fuhr die Schwedin mit dem Gespräch fort. Eine Tinkerstute war wohl eher weniger nach dem Geschmack des Amerikaners. Die gutmütigen Vierbeiner wirkten oft wie aus einem Märchen entsprungen und in der Tat, er konnte sich Freja gut wie eine thronende Prinzessin auf dem Rücken dieses leichten Kaltblüter vorstellen. Als Turnierpferd waren die Pferde aber meistens aufgrund ihres Gewichts nicht geeignet, gute Freizeitpartner waren sie dennoch. „Das muss ja nicht unbedingt mit ihrem Alter zusammen hängen. Wenn man es gut anstellt, kann man sie bereits als Fohlen an solche Situationen gewöhnen. Aber ich will jetzt nicht klugscheißen.“ Er will nicht klugscheißen? Was war denn bitte mit Callum los? Normalerweise redete er ununterbrochen von seiner Ausbildungsrichtung und der verantwortungsvollen Aufgabe eines Bereiters. „Du solltest versuchen Vertrauen zu ihr aufzubauen, am besten vom Boden aus.“ Fügte er dann doch noch anschließend an sein vorheriges Kommentar an. Gänzlich unterlassen konnte es der 24-jährige dann doch nicht, obwohl ihn Unwissenheit sonst deutlich mehr gegen den Strich geht als bei Freja. Vielleicht hatte er einfach nur Respekt vor ihrem Studium. Es würde noch viel mehr geben, was Callum nicht wusste als umgekehrt.

Auch wenn Callums Formulierungen vorhin vielleicht den Anschein von Missgunst erwecken hätte können, reagierte Freja erstaunlich gelassen. Sie fragte auch nicht weiter nach, weshalb er sie sehr wertschätzte. Lediglich ein kurzes, zustimmendes Nicken äußerte Callum. Nachdem Freja euphorische Aufbruchsstimmung verbreitete, konnte sich der Auszubildende allerdings nicht mehr zurück halten. Ein kurzes Lachen schallte über den Hof „Keine Sorge, Blue schämt sich nicht für ihr Äußeres.“ Gab er immer noch unter kurzen Pausen zu verstehen. Selbstverständlich hätte sich der 24-jährige auch zurück halten können. Nach einigen Minuten, zog er kurz an der Longe, so dass die schon leicht dösende Stute den Kopf hoch nahm. „Na gut, dann los.“ Meinte er und zog an, wodurch die Schimmelin in einen entspannten Schritt viel und hinter Callum her trottete. Immer mal wieder blickte er zurück zu Freja, um zu überprüfen, ob sie mit kam. Blueberry drängte förmlich in den Stall. Die ganze Aufregung um das Turnier schien ihr nun mittlerweile auch zu viel geworden zu sein.


>> Wallach- und Stutenstall
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BeitragThema: Re: Round-Pen   Mi 25 Jun 2014 - 21:33

Freja nickte bezüglich Callums Kommentar zum Vertrauen. Eigentlich wusste sie das selbst, aber da sie ihr Leben lang nur zwei Pferde geritten hatte, die in dieser Hinsicht beide mehr als vorbildlich waren, fiel es ihr schwer, sich umzugewöhnen. In der Hinsicht bewunderte sie Menschen wie Shana und anscheinend ja auch Callum, die sich gut auf neue Pferde einstellen konnten. Sie lernte zwar über die verschiedensten Zellen in den Tieren, was ihr bei den Plastikplanen aber einfach gar nicht half.
„Der Herr Bereiter darf mir da gern weiterhelfen“, entgegnete sie mit erhobenen Augenbrauen und einem schiefen, aber liebevollen Lächeln. „Vorausgesetzt, Mr. O'Donneil schafft das heute Mittag nicht. Nun ja... wir arbeiten ja dran. In nächster Zeit wird es auch wieder etwas ruhiger, da hab ich dann auch wieder Zeit für zwischenmenschliche Beziehungen und nicht nur für eine enge Bindung zu meinen Lehrbüchern. Das Anatomiebuch und ich hätten fast unseren Facebookstatus in 'In einer Beziehung' ändern können...“ Ein leises Lachen ließ sie verlauten, obwohl ihr auch diese Worte leicht peinlich waren, sobald sie ausgesprochen waren. Immerhin gab es ihr eine Gelegenheit, zu verschnaufen, als sich Callum kurz wieder Blueberry zuwandte.
Zum Glück nahm er ihren anderen auf einem reinen Hormoncocktail basierenden Versprecher mit Humor. Sein Lachen schaffte es, sie zu entspannen, sodass sich ihre Hände nicht länger ineinander verschränken mussten, um ihr Zittern zu verbergen. „Nein, das muss sie wirklich nicht!“, antwortete sie, nun wieder selbst grinsend.
Damit war das Gespräch dann aber vorübergehend auch wieder beendet. Seite an Seite schritten sie in Richtung Stall, wobei die Stute ein ganz schönes Tempo an den Tag legen wollte. Freja verstand das aber auch. Inzwischen waren wirklich viele Leute auf der Ranch, vermutlich, weil höhere Klassen im Springen lockten. Aber irgendwie interessierte es die junge Schwedin gerade gar nicht. Und auch die Möglichkeit, Shana immer noch im Stall antreffen zu können, erschien plötzlich weniger beklemmend als noch heute morgen.


TBC Wallach- und Stutenstall

[Gespräch / Aufbruch / Turnierstimmung / Abgang]
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Lawrence McKinley
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ALTER : Die Zeit ist das Kostbarste, was wir haben, deswegen achte ich auch nach 52 Jahren noch sehr genau auf sie.
HERKUNFT : Als Heimatliebhaber habe ich Kalifornien immer die Treue gehalten.
BERUF : Der Verantwortung als Hofleiter und Dressurlehrer kann und sollte man sich nicht entziehen.

BeitragThema: Re: Round-Pen   Fr 15 Aug 2014 - 23:41

PLOT 3
Von Siegern, Stress und Prüfungsangst

Schneller als gedacht, verging der Vormittag mit einem rasanten, packenden Springen, das sicherlich Höhen und Tiefen hatte. Es war ein spannender Wettkampf mit manchmal haarscharfen Entscheidungen und einer Menge Adrenalinkicks - nicht nur für die Reiter auf ihren Pferden.
Der erste Turniertag ist in vollem Gange und scheint schon jetzt ein voller Erfolg für die Heaven Meadows Stables zu sein. Die Starter des Gastgeberstalls konnten allesamt mehr als zufrieden stellende Ergebnisse in der ersten Disziplin des Turniers verzeichnen. Einzig und allein der Sturz von Juliena Grossworth sorgte für einige Schrecksekunden, doch sowohl Pferd, als auch Reiterin scheinen mit einem Schreck davongekommen zu sein. Aufgrund von jeweils einem Abwurf konnten leider weder Lillian Adams noch Callum Moreno die vorderen Plätze belegen, haben mit ihren jungen, unerfahrenen Pferden aber zweifelsfrei eine super Leistung gezeigt. In den zwei höchsten Klassen konnten dann sogar zwei Siege für die HMS eingefahren werden. Der erfahrene Vielseitigkeitslehrer Daniel McHale entschied mit seinem Heart-shaped Gun das Rennen ebenso für sich, wie der erfolgsverwöhnte Isaac Haber auf der alternden Cloud Atlas Sextet. Ebenso zeigten Shana McCormick und Rebecca Lacroix eine fehlerfreie Leistung und konnten sich damit im S-Springen die vorderen Plätze sichern.
Nach der Auswertung des Springens und einer kurzen Siegerehrung mit Ehrenrunde, gab es eine kurze Pause, in der alle einmal durchschnaufen und die Pferde zurück in die Box, oder sogar auf die Weide bringen konnten. Als nächstes steht nun die Dressur auf dem Plan, die ebenfalls nicht gerade wenige Gäste anlockt. Während sich die Springreiter also zurücklehnen und erstmal eine Stärkung brauchen, kommt nun langsam Aufregung bei den Dressurreitern auf und die ersten machen sich daran, die Pferde fertig zu machen, bevor es ins Viereck zum "tanzen" gehen kann.

> Mittwoch, 24. Februar
> Nachmittags, 15.15 Uhr
> sanfter Sonnenschein, ca. 18°

ALLE, DIE AN DER DRESSUR teilnehmen machen nun ihre Pferde fertig und begeben sich auf den Aufwärmplatz(Springplatz); in einer 3/4 Stunde beginnt die Dressur für die ersten HMS-Starter! ALLEN ANDEREN ist es freigestellt wo sie posten, allerdings solltet ihr euch an den natürlichen Turnierflair halten, d.h. startet jetzt keinen Ausritt o.Ä. Nehmt z.B. Plätze auf der Tribüne ein etc.
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BeitragThema: Re: Round-Pen   Fr 3 Okt 2014 - 17:35

cf. Waschplatz

Freja hatte den kurzen Abstecher durch die Menschenmassen mit mehr Gleichmut aufgenommen als die neugierige Tinkerstute oder Emil. Der Hund peitschte mit seinem Schwanz gegen Frejas Jeans, während Josephine und Cup ihnen mit etwas Abstand folgten. Wer startete eigentlich bei der Dressur? Freja wusste es nicht. Nun ja, das stimmte auch nicht ganz – Shana startete, aber ihr wollte sie auch nicht wirklich zusehen, zumal sie ja sowieso andere Verpflichtungen hatte.
Mony schnobberte an ihrer Hosentasche herum, weil sie wusste, dass die Schwedin dort stets Leckerli aufbewahrte, bevor sie zu ihr kam. Damit hatte sie sich schon am Anfang in das Herz des Reitschulpferdes eingeschmuggelt und war bislang nicht ausgezogen. Zwar war ihr Verhältnis bei Weitem noch nicht so eng, wie das zu Sleipner, aber sie hatten sich gut aneinander gewöhnt und kamen perfekt klar. Die Stute war gelehrig, zwar ein bisschen eitel, aber damit kam sie klar. Freja hoffte nur, dass sie bei den Reiterspielen nicht durchdrehen würde. Flatterband und Plastikplanen mochte sie einfach nicht und die Rothaarige war sich nicht sicher, wie sie sie davon überzeugen konnte, dass es sie nicht fressen würde, wenn etliche Augen auf ihnen lagen.
Mach dir morgenfrüh darüber Gedanken, riet sie sich, als sie am Round-Pen ankamen. Mony hob den Kopf, schnupperte kurz in die Luft, während Freja Emil erneut an einem der Pfosten anband. Kurz kläffte der Hund, um seinen Unmut kundzutun. Der strenge Blick der Schwedin kam jedoch zu spät, sodass sie kurz zu Josephine und Cup herüberblinzelte. Dann jedoch öffnete sie den Panikhaken am Halfter und scheuchte die Stute mit einem Klaps in das sandige Rund.
An der Umfriedung des Platzes lehnend, wandte sie sich schließlich an die Tierärztin. „Kann es sein, dass Cup keine Hund mag? Und wenn ja, warum?“


[Weg zum Round-Pen / Ankunft / Frage]
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Josephine Bernard

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ALTER : Nicht mehr die Jüngste, aber manchmal führe ich mich nicht wie 34 Jahre auf.
HERKUNFT : Geboren im schönen Städtchen Stillwater in Oklahoma wurde ich geboren und bin somit eine Waschechte Amerikanerin.
BERUF : Als leidenschaftliche Tierärztin hab ich alle Hände voll zu tun. Nicht nur mit den Tieren, sondern auch mit meinen Studenten.

BeitragThema: Re: Round-Pen   Sa 22 Nov 2014 - 12:43

cf. Waschplatz

Es war nicht so, das Cup von Natur aus eine Schreckhafte Stute war, es war nur, dass mit manchen Dingen einfacher um ging als mit anderen und auch wenn es gut war, das hier auf dem Hof so viele Hunde herum liefen, bedeutete es für die Stute jedes Mal aufs neue stress und es war ein kleiner Kraftakt die Stute zum Round-Pen und dann dort hinein zu Bucksieren. Nachdem sie den Führstrick gelöst hatte und sie der Stute einen Klaps auf die Gruppe gegeben hatte schoss die braune Stute förmlich über den Sand und Buckelte heftig. Josy war das Gewohnt. Immer wenn die Stute stress hatte und danach frei Laufen durfte musste sie sich erst einmal aus buckeln, auch wenn das unterm Sattel alles andere als Lustig war. Sie ließ der Stute ihren Freiraum bis sie anfing zu Schnauben und den Kopf sinken ließ. Dann schnalzte Die Blondine mit der Zunge und drehte sich leicht zur Seite. Cup hob den Kopf und drehte sich auf ihre Reiterin zu, ehe sie mit gemächlichen Schritten in Bewegung setzte und auf Josy zu ging.

Für eine kurze Weile schmiegte sie den Kopf an Cup´s Hals und Atmete ihren einzigartigen Pferdegeruch ein, den sie so liebte und mit allerhand Erinnerung verband. Doch es schien nur einen Herzschlag lang an zu halten, ehe sie die Verbindung löste und der Stute mit einer Geste Bedeutete, dass sie wieder laufen durfte. Nur kurz machte sie sich Gedanken darüber wie lange Freja noch brauchen würde, aber sie würde keinen Stress machen, schließlich hatte sie eine fleißige und lernwillige Schülerin an die Hand bekommen, da war Darian mit Patrik wohl schlechter Bedient. Ein kurzes Lächeln für über die Lippen der Blonden, wenn sie an ihren Kollegen dachte. Er hatte schon viele Schwierige Pferde gezähmt. Aber warum manche Leute dadurch daraus schlossen, dass er auch schwierige Menschen zähmen konnte, darauf konnte sich Josy echt keinen Reim machen. Er kannte Ciara zwar nicht sonderlich, aber was sie so von Darian erfahren hatte, war sie nicht einfach, aber er hatte sie von der Schiefen Bahn geholt und ihr einen besseren Weg auf gezeigt.

Josy beobachtete Cup. Es schien fast so, als würde sie etwas schief laufen. Sie schnalzte mit der Zunge und pfiff leicht. Cup riss den Kopf hoch und sah fragend zu Josy. Diese bedeutete ihr mit ein paar Gesten zu ihr zu kommen und die Stute gehorchte. Sie fuhr ihr über den Hals und den Rücken bis zur Gruppe. Keine Reaktion. Sie untersuchte die Beine und die Hufe und in einem Fand sie den Übeltäter. Ein Dorn im Huf. Nachdem sie diesen Entfernt hatte und sie die Stute wieder laufen ließ, ergab es wieder ein rundes Bild, was die Tierärztin sehr Freute. Ehe sie sich an Freja wandte. Die wohl nur kurz nach ihr den Round-Pen betreten haben musste. Josy war manchmal viel zu tief in ihre Gedanken versunken, doch nun wandte sie sich ihrer Schülerin zu.

„Nein, sie kann Hunde nicht aus stehen.“ Meinte Josy und strich sich durch die kurzen Haare ehe sie die Vergangenheit Revue passieren ließ. „Wir waren Unterwegs, ein kleiner Wanderritt, nichts großes doch aus heiterem Himmel wurden wir von wilden Hunden an gegriffen. Wir haben es zwar geschafft sie zu verscheuchen, doch das hat sie wohl traumatisiert und immer wenn sie Hunde hört oder sie sieht, dreht sie durch“ meinte Josy und beobachtete die beiden Stuten wie sie gemeinsam über den Sand jagten und mit einander spielten, ihre beiden Menschen doch scheinbar nie aus den Augen verloren.


[komt vom Stall | Beobachtung/Gedanken | Entfernung eines Dorns | Arbeitete mit Cup | redet mit Freja]
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BeitragThema: Re: Round-Pen   Sa 22 Nov 2014 - 17:18

Freja beobachtete die Pferde mit einem Lächeln. Cup schien die Bewegung richtig zu genießen, doch der Anblick des buckelnden Pferdes war nicht nur positiv für sie. Sie hatte das schon einmal gesehen, auf einem äußerlich guten Hof in Stockholm. Das Pferd hatte so lange gestanden, dass es gar nicht wusste, wie es mit seiner neugewonnenen Freiheit umgehen sollte.
Die Schwedin runzelte die Stirn. Sollte sie ihre Ausbilderin danach fragen? Das könnte ihre eigentlich gute Beziehung aber beeinträchtigen, was sie keinesfalls wollte. Zudem kannte sie die Stute auch nicht gut genug, um irgendetwas über sie sagen zu können. Vielleicht war es ja einfach nur ein Zeichen ihres Lebensmutes oder der Anspannung? Konnte der Weg durch die Menschen das Pferd nervös gemacht haben?
Nein, sie würde sie nicht darauf ansprechen. Zumindest nicht jetzt, an einem Tag, der wie geschaffen dafür schien, sich in seltsame Situationen positiver und negativer Art zu begeben. Stattdessen betrachtete sie die fließenden Bewegungen ihres Pflegepferdes, das Wippen ihrer Mähne, während sie am äußeren Rand des Roundpens entlang trabte, bevor sie sich zu ihrer heutigen Gefährtin gesellte. Die beiden gaben ein schönes Gespann ab, wie sie einander neckten und in dem doch recht beengten Raum zu toben begannen – falls man bei den edlen Ladys von Toben sprechen konnte. Es war eher wie ein Tanz. Oder war Freja gerade etwas philosophisch eingestellt? Irgendetwas musste in der Luft liegen, überlegte sie, während sie sich auf den Balken, die die Umfriedung des Platzes bildeten, abstützte, um sich hoch zu ziehen und anschließend den Round-Pen zu verlassen, um den Kopf ihres weißen Teddybären kraulen zu können, der dies mit einem Blick quittierte, den nur Hunde besaßen.
Als ihr Josephine jedoch antwortete, ließ sie kurz von Emil ab. „Oh... das wusste ich nicht. Ich hätte Emil auch im Stall lassen können, wenn es für sie so ein Problem ist...“ Noch während sie das sagte, flammte ein Funke Ärger in ihr auf. Davon etwas zu sagen, dass ihr Pferd traumatisiert war, war ja anscheinend zu viel verlangt...


[Pferde / Antwort]
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Josephine Bernard

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BeitragThema: Re: Round-Pen   So 7 Dez 2014 - 15:31

Josy hatte sich an die Hölzerne Umzeunung des Round Pens gelehnt und beobachtete die beiden Stuten bei ihrem Treiben. Abschätzend beobachtete sie ihre Schülerin. Scheinbar Ärgerte sie sich etwas über Josy´s betragen doch so war sie nun einmal. Manche Sachen musste man nicht an die große Glocke hängen und Cups Trauma ging nun einmal nicht jeden etwas an, zumindest fand Josy das so. „Naja, in den letzten Monaten hat es sich schon sehr gebessert. Sie versucht nicht mehr gleich zu Türmen wenn sie einen Hund sieht, aber ein Hund in ihrer Nähe bedeutet immer noch ein gewisses Maß an stress für sie“ meinte Josy und blickte kurz zu ihrer Schülerin. *Das war natürlich auch ein hartes Stück Arbeit*. Fügte sie in Gedanken hinzu und musste schmunzeln. Da sie sich Basket für dieses unterfangen sehr oft aus geliehen, doch der Australien Shepherd war der ausgeglichenste Hund den sie kannte und durch ihn hatte Cup wieder etwas vertrauen in die Hunde gefast, aber in der Gegenwart von unbekannten war sie immer noch äußerst an gespannt. Sie war wirklich ein schlaues Mädchen und sie lernte Schnell. Sie Arbeitete gerne mit der jungen Frau zusammen und sie hielt große Stücke auf sie. Sie würde wohl bald eine ausgezeichnete Tierärztin ab geben.

Josy hing so ihren Gedanken nach und beobachtete die beiden Pferd. Auch wenn das Turnier im vollem Gange war, so schien es doch nicht ganz bis zum Round Pen durch zu dringen und darum war sie auch recht froh. So langsam ging ihr der ganze Trubel etwas auf die Nerven doch das verbarg sie gekonnt hinter ihrer fröhlichen Maske, doch sie sollte nochmals nach den Pferden sehen, die am Turnier teil nahmen, nicht das sich ein Doping Skandal oder der Gleichen auf den Hof schlichen. Doch sie glaubte nicht, schließlich war es kein großes Turnier und die Teilnehmer waren Schüler, da war es eher unwahrscheinlich, aber trotzdem, man sollte immer auf Nummer sicher gehen. Ausgiebig streckte sich die Blondine und einige Knochen in ihrem Körper fingen an zu knacken und zu Krachen. Man könne manchmal wirklich meinen sie wäre eine alte Frau und sie hätte die besten Jahre schon hinter sich, aber so war das wohl, wenn man schon sein ganzes Leben harte Arbeit verrichtete.


[Erläuterung | Gedanken | beobachtete Pferde]
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BeitragThema: Re: Round-Pen   Fr 2 Jan 2015 - 18:53


PLOT 4

Von Überfliegern, Möchtegernen und Kindheitshelden

Der erste Turniertag hatte voll eingeschlagen. Die Heaven Meadows waren besser besucht gewesen, als alle vermutet hatten und so erhofft man sich vom zweiten Turniertag Ähnliches, zumal dieser mit seinem Programm den größten Unterhaltungswert bieten dürfte.
Nicht ganz so früh wie noch am ersten Tag geht es am 25. Februar los, doch schon um 10.00 wird der Startschuss zum Auftaktrennen fallen, das auf der Rennbahn ausgetragen wird.
Während die meisten Azubis erst am Nachmittag wieder an den Start gehen, heißt es für einige wenige, aufstehen und Pferde fertig machen. Das Adrenalin schießt schon jetzt so manchem Rennpaar durch die Adern und die edlen Vollblüter tänzeln nervös über den Hof. Obwohl am zuvorigen Tag noch mildes Wetter geherrscht hatte, zeigt sich an diesem Donnerstag bereits früh morgends die Sonne mit den ersten Strahlen und verspricht ein lauwarmer Tag zu werden.

Frühzeitig trudeln nun die Besucher ein und suchen sich die besten Plätze auf der Tribüne, versorgen sich mit einem zweiten Frühstück an den Imbissbuden oder sehen sich den Hof an. Viele waren schon am Vortag hier und sind nun gespannt, was das Turnier noch so zu bieten hat. Neben der Bahn wurde ein kleiner Stand aufgebaut, an dem man wie bei einem richtigen Rennen auf die einzelnen Starter wetten kann. Auch diese Möglichkeit wird zahlreich wahr genommen und auch der ein oder andere vom Hof hat bereits seinen Tipp abgegeben. Angeboten wird die Platzierungswette (Tippen der Reihenfolge ins Ziel), die Triplewette (Tippen Belegung von den ersten drei Plätzen) und die Siegeswette (wer wird Sieger), wobei Letztere mit dem höchsten Gewinn versehen ist. Insbesondere bei den jüngeren Besuchern kommt dieses Glücksspiel gut an, doch auch viele Erwachsene erfreuen sich am Tippen. Bis das Hoffen losgeht, dauert es nun nur noch wenige Minuten, sodass sich langsam aber sich fast alle auf den Tribünen eingefunden haben und nun zusehen wie die Jockeys mit ihrern Pferden das zweite Mal nach ihrer Vorstellung den Platz betreten und in die Startboxen geführt werden. Einige Pferde scheuen angesichts der Enge in den Boxen, manche geben sich wie die großen Profis und gehen selbstsicher hinein. Der Countdown läuft und nun kann es jeden Moment losgehen in dem sich die Türen öffnen, die Pferde herauspreschen und erneut alles auf Sieg gesetzt wird.

> Donnerstag, 25. Februar
> Vormittags, 10.00 Uhr
> milder Morgen, ca. 15°
> es wird jedoch langsam wärmer und die Sonne kämpft sich ihren Weg durch die Wolkendecke frei

Wie schon am zuvorigen Tag, ist die Teilhabe am Turnier für niemanden Pflicht. Jedoch gilt weiterhin die Regel, dass keine großartigen Aktionen wie Ausritte oder intensive Springtrainings vollzogen werden. Wer sich mit den Pferden beschäftigen möchte, kann dies gerne bei der Fellpflege, einem Koppelbesuch o.ä. tun.
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BeitragThema: Re: Round-Pen   So 1 März 2015 - 17:48


PLOT 5

Zeit für die große Pause

Endlich ist sie da, die ersehnte Auszeit! Semesterferien. Gibt es etwas Schöneres als das? Für die Auszubildenden der Heaven Meadows Stable wohl kaum nach den anstrengenden Trainingswochen und dem Turnier, das trotz der angenehmen Abwechslung doch für alle Beteiligten Anstrengend war. Obwohl die Azubis und Ausbilder viele Schleifen hatten einfahren können, waren diese Leistungen schnell wieder vergessen. Nachdem die letzten Zelte und Stände abgebaut waren, der Müll beseitigt und wieder allgemein Ruhe eingekehrt war, hatte der Alltag wieder begonnen. Und das hieß Training, Training, Training. Sich nebenbei noch um das eigene oder das Pflegepferd kümmern und das andere liebe Vieh, sofern vorhanden. Viel Zeit für Partys oder Freizeitaktivitäten blieb da nicht wirklich. Wenn man es mal schaffte sich am Wochenende mit Freunden zu treffen, grenzte es ja schon fast an ein Wunder.
Doch diese Zeit ist nun vorbei – zumindest für einen Monat. Nun können die Azubis sich ihre Trainingszeiten selbst einteilen, das offizielle Training mit den Ausbildern ist für diese Zeit ausgesetzt. Das bietet natürlich neue Freiheiten und Zeit, die für Ausritte oder anderweitige Ausflüge genutzt werden kann. Seit langer Zeit ist man am Abend nicht mehr vollkommen geschlaucht und kann auf Partys gehen. Und das sonnige kalifornische Wetter lädt geradezu dazu ein, schon einmal zu testen, wie warm der Pazifik eigentlich im April ist. So angenehm wie es sein könnte, sollten sich die Azubis ihre freie Zeit aber nicht machen, denn nach den Ferien warten die wichtigen Prüfungen für die es noch viel zu trainieren gibt. Vier Wochen auf der faulen Haut liegen wäre ja auch wirklich zu schön. Für außerplanmäßige Trainingseinheiten stehen natürlich die Ausbilder trotzdem bereit und geben gern Reitstunden oder auch nur Hilfestellungen in einem lockeren Rahmen. Was sonst etwas unorthodox ist, ist in den Ferien durchaus auch mal möglich – der Kreativität, was Trainingseinheiten angeht, sind keine Grenzen gesetzt.


> Samstag, 4. April
> Nachmittags, 14.00 Uhr
> Sonnenschein, 20°C
> das Wetter verspricht weiterhin so zu bleiben und kündigt einen milden Abend an

Es ist freigestellt, was ihr macht, doch beachtet, dass das Mittagessen bereits geschehen ist und nun am Nachmittag entweder etwas in der Stadt oder auch auf dem Hof mit den Pferden gemacht werden kann. Trainingseinheiten mit den jeweiligen Ausbildern sind möglich, ebenso wie Ausritte oder Shoppingausflüge in die Stadt.
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BeitragThema: Re: Round-Pen   Di 17 März 2015 - 17:39

Noriko schnaufte weniger angetan, während sie den Sattelgurt prüfte. Im Frühling neigte Ikarus dazu, lieber zu tänzeln, als vernünftig zu arbeiten, aber trotzdem konnten sie das Training nicht völlig vernachlässigen. Nachdem sie ihn an der Longe etwas hatte arbeiten lassen, hoffte sie darauf, seine Energie in etwas Sinnvolles umwandeln zu können. Im Zweifel schnappte sie sich ihren Rucksack und würde das Gelände unsicher machen.
Aber mit ein bisschen Hoffnung im Blick schwang sie sich behutsam auf den Rücken ihres ‚Mustangs‘ und gab ihm mit leichtem Schenkeldruck zu verstehen, dass er sich in Bewegung setzen sollte. Zuerst drehten sie einige Runden, ehe Noriko zu Zirkeln und einigen anderen leichten Figuren überging. Ikarus stellte sich erstaunlich sittsam an, weshalb die Asiatin ihren Hengst etwa in der Mitte des Round Pen versammelte. Bisher hatte sie mit dem Hengst noch nicht viel am Western Pleasure gearbeitet, aber gerade der Gang rückwärts bereitete ihnen bisher Probleme.
Zelda hatte nie Probleme gemacht, wenn es um neue Dressurlektionen ging, aber daran merkte man mal wieder, wie verschieden Pferde sein konnten. Dafür musste sie bei Ikarus nicht so tun als sei er aus Porzellan. Dennoch war sie leicht nervös, als sie ihm mit leichtem Schnalzen zu verstehen gab, dass er sich rückwärts bewegen sollte. Aber wie bei den letzten Malen schüttelte Ikarus nur störrisch den Kopf und stampfte mit einem Huf auf.
„Nagh“, seufzte Nori frustriert und legte sich auf den Hals ihres Großen. „Du treibst mich noch zum Selbstmord, du blöder Esel!“ In ihren Ohren klang sein Schnauben daraufhin sehr nach einem Lachen. Grummelnd setzte sich die junge Frau wieder gerade hin und ließ den Hengst zur Entspannung noch zwei Runden drehen, ehe sie ihn – dieses Mal aus dem Fluss – wieder rückwärts laufen lassen sollte. Natürlich endete es wieder damit, dass Ikarus den Kopf hochriss und einen, gerade Mal, minimalen Schritt nach hinten tat. „Nein“, entschied die Asiatin halblaut. „Wir werden heute ganz sicher nicht einfach aufgeben!“ Allerdings hatte sie noch nicht die leiseste Ahnung, wie sie schaffen sollte, diesen halben Mustang dazu zu bringen, endlich diese blöden Schritte nach hinten zu machen.


[mit Ikarus beim Training]
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BeitragThema: Re: Round-Pen   Di 17 März 2015 - 19:20

Schon die frühe Sonne hatte den Amerikaner aus den Federn geholt und er war bester Laune, weshalb er sich erst einmal Zerberus geschnappt hatte und mit ihm einen netten kleinen Ausritt gestartet hatte. Basket dabei immer an seiner Seite. Es war schön mal etwas von der Umgebung zu sehen, hatte er sich in den letzten Tagen doch mehr auf dem Hof auf gehalten. Patrick, hatte sich, wie Darian fand wirklich gut entwickelt und es wurde immer einfacher seine beiden Pferde voneinander zu trennen, auch wenn es Patrick eher zu vermeiden versucht. Aber das machte dem Cowboy eher weniger. Manchmal war es ganz interessant mit zwei Pferden zu Arbeiten. Der 35 Jährige Cowboy hing also so seinen Gedanken nach, während er auf dem Rücken seines Hengstes saß und den Frühling auf sich wirken ließ. Hier und da ließ er ihn dann auch mal Galoppieren und nach einer ausgiebigen Runde um den Hof kehrte er wieder zu diesem zurück. Vor dem Stall saß er ab und zog die Zügel vom Rücken des Falben, ehe er ihn in den Stall führte. Die Stallgasse hinunter bis hin zu seiner Box. Er Trenste ihn ab und legte ihm das Halfter an und Band den Führstrick an der öse, die an der Box befestig war an. Danach löste er den Bauchgurt, legte die Trense auf den Stall und zog diesen dann von dem breiten Rücken seines Quarter Horse. Er Verschwand mit beidem in der Sattelkammer und kam dann mit Putzzeug zurück. Es dauerte nicht lang das Fell zu reinigen und die Hufe zu Säubern. Dann löste er den Führstrick und nahm ihn locker in die Hand. Zusammen mit Zerberus ging er zu den Koppeln wo er den Hengst laufen ließ.

Eigentlich wollte er nun zu Sheitona um die Stute noch etwas zu bewegen. Über die Wintermonate hatte er seine Pferde etwas vernachlässigt und es tat der Stute nie schlecht etwas zu Trainieren. Eine sanfte Stimme kam vom Round Pen zu ihm herüber und er drehte den Kopf. Basket fror förmlich in der Bewerbung ein und sah sein Herrchen abwartend an. Dieser schwankte zwischen Stall und Round Pen, entschied sich dann jedoch einen kleinen Abstecher zu dem runden Ding zu machen.

Es dauerte nur wenige Minuten, die kurze Strecke zwischen Koppeln und Round Pen zurück zu legen. Bald kam auch das Pferd mit seiner jungen Reiterin in sein Blickfeld und er erkannte sie sofort. Ein leichtes Schmunzeln überzog seine Züge. Da es neben Patrik eigentlich niemanden gab, der ihn bewunderte. So war das wohl, wenn man aus den jungen Jahren raus war und schon mehr zum alten Eisen gezählt wurde. Doch Darian hatte damit durchaus kein Problem. Lag ihm doch mehr an der Arbeit, als an irgendwelchen Flirtereien. Er hatte zwar die eine oder andere Frau, jedoch standen bei ihm immer die Pferde und die Arbeit im Vordergrund und das fanden die Frauen dann doch eher etwas abtournend. Wieder lag ein leichtes Schmunzeln auf seinen Lippen, ehe er die Stimme erhob „Gibt es irgendein Problem? Kann man dir irgendwie behilflich sein?“ mit einer erhobenen Augenbrau sah er zu Nori und ihrem Pferd, der anscheinend so seine Probleme mit dem Rückwertsrichten hatte. So wie Darian das von seinem Stadtpunkt aus beurteilen konnte. Er hatte schon öfter mit bekommen, das manche Pferde ein Problem mit dem Zurückgehen hatten und auch früher hatte er ein paar Pferde gehabt, die damit Schwierigkeiten hatten. Manchmal konnte es langwierig sein, es einem Pferd bei zu bringen und es konnte einem hin und wieder den letzten Nerv rauben. Bei Zerberus lag es zum einen am vertrauen, zum anderen einfach daran, das er Darian manchmal liebend gern auf der Nase herum tanzte, aber der Cowboy hatte den längeren Atem bewiesen und es dem Hengst schlussendlich doch beibringen können. Nun beobachtete er Nori und überlegte sich schon mal, wie man diese Schwierigkeit überwinden könnte.

[Ausritt mit Zerberus | Putzen/Koppel | Hört Stimmen vom Round Pen | Round Pen | Gespräch mit Nori]
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BeitragThema: Re: Round-Pen   Fr 20 März 2015 - 13:49

Nori war sehr vertieft in ihre Arbeit mit Ikarus, als Darian dem Round Pen immer näher kam. Sie probierte, dem Hengst noch sensiblere Hilfen zu geben, doch auch das schlug bei ihm nicht an. Langsam sah die Asiatin die Möglichkeit schrumpfen, ihn je am Western Pleasure teilnehmen zu lassen. Wenngleich er bei anderen Lektionen eifrig und willig war, schien es beim Rückwärtsgehen einfach zu enden. Grundsätzlich hatte Noriko nichts dagegen, diesen Part des Reitens aufzugeben, wenn sie nicht das Gefühl gehabt hätte, Ikarus wollte sie lediglich testen.

Just in diesem Moment, in dem sie sowieso daran dachte, jemanden um Rat zu fragen, entdeckte sie Darian am Rand des Platzes stehen und grinste ihn verlegen an. „Japp“, antwortete sie locker und wuschelte Ikarus nebenbei durch die Mähne. „Ehrlich gesagt kommst du mir wie gerufen… Dieser Sturkopf will partout nicht rückwärtsgehen, sobald ich oben auf sitze. Würde ich absteigen und vor seiner Nase stehen, ist er lammfromm. Er regiert auf keine Hilfen, sondern macht einen auf ‚sturer Esel‘!“ Sie seufzte aus tiefster Seele und schüttelte absolut ratlos den Kopf.

Während sie auf die Antwort des Cowboys wartete, dachte sie über die erste Begegnung der beiden nach, die ihr frisch in Erinnerung geblieben war. Sie hatte sich im ersten Moment gedacht: Was für ein Spinner! Er hatte ausgesehen, wie ein Typ, der direkt aus einem alten Westernfilm entsprungen war. Später hatte sie dann noch erfahren, dass er ausgerechnet auf Motorräder stand, was das klischeehafte Bild noch ergänzt hatte. Doch sie stand auf seine Art, mit den Dingen umzugehen. Er war eindeutig er selbst und sich so etwas zu erhalten, hatte Respekt mehr als verdient. Zudem war er ein toller Lehrer, was sie schon mehrmals von anderen Azubis gehört hatte. Dementsprechend hoffnungsvoll war sie auch, was ihr Ikarus-Problem anging.


[probiert sensiblere Technik ● entdeckt Darian ● spricht mit ihm ● denkt an früher]
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BeitragThema: Re: Round-Pen   Sa 21 März 2015 - 11:31

Darian beobachtete die beiden eine Zeit lang. Er konnte jedoch nicht genau heraus sehen, warum der PRE Hengst beim Rückwärtsrichten Bockte. „Geht er denn an der Hand Rückwärts?“ fragend sah er zu der jungen Beritt Azubine. Manche Pferde verhielten sich an der Hand immer anders, als wenn man auf ihnen saß und manche Pferde verhielten sich bei einem anderen Menschen auch anders. Zerberus war manchmal ein Musterbeispiel fürs bocken und unleidlich sein, doch Darian hatte ihn mit ruhiger jedoch bestimmter Hand zu einem wirklich vortrefflichen Westernpferd gemacht. Der Cowboy lehnte sich auf das Holz, welches den Round-Pen umgab und musterte die Beiden. Im Geiste ging er einige Möglichkeiten durch, aber um diese um zu setzen musste er erst einmal sehen, wie er sich sonst so verhielt. Er hatte mit bekommen, dass der Hengst von seiner früheren Besitzerin hart geritten wurde und zu ziemlich viel gezwungen hatte und da schien es nicht verwunderlich, dass Ikarus zu machte, wenn man ihn zu sehr zu etwas zwang. Vielleicht würde es etwas helfen, ihm mit einem anderen Pferd zu zeigen, dass es nicht so schlimm war, mit seinem Reiter rückwärts zu gehen. Es erforderte viel  Vertrauen vom Pferd rückwärts zu gehen. Schließlich war es wieder ihrer Natur. Sie gingen nach vorne und drehten sich um und verschwanden einfach in einer riesigen Staubwolke. „Kann ich ihn mir mal so an schauen, wie er so Läuft und auf andere Lektionen reagiert?“ fragend sah er Nori an. Erst einmal wollte er sich den Hengst so an schauen, wie die beiden zusammen harmonierten und dann konnte er immer noch überlegen, wie er dem Hengst das Rückwärtsrichten doch noch bei bringen konnte. Bis jetzt hatte er noch jedem Pferd etwas bei bringen können, auch wenn er kein Bereiter war, so konnte ihm doch keiner etwas beim Westernreiten vor machen. Ein leichtes Lächeln lag auf seinen Zügen, hätte er doch nicht gedacht, dass er von jemandem so viel respekt entgegen gebracht bekommt, der nicht sein Schüler war. Auch wenn ihn Patrick manchmal wirklich auf die Palme brachte, mochte er den Iren auch wenn er ihn manchmal als irren Iren bezeichnete, aber nur, im Stillen.

Ein leichtes Kläffen ließ ihn zu seinem Hund sehen, der immer noch neben ihm saß und ihm immer gerne bei schwierigen Pferden half. „Nein ich glaube nicht, dass du mit bei ihm helfen kannst“ meinte Darian zu Basket. Dieser nieste und legte den Kopf leicht schief, ehe er sich auf den Boden legte und den Kopf missmutig auf die Pfoten legte. Darian lachte schallend los und musste dann leicht den Kopf schütteln. „Nun sei mal nicht beleidigt“ meinte der 35 jährige zu dem Australien Shepherd Rüden, kniete sich kurz hin und graulte ihm das Fell. Versöhnlich fing dieser an zu Hecheln und drehte sich leicht auf die Seite. „Ja ja ein paar Streicheleinheiten und alles ist wieder gut“ meinte Darian und strich ihm nochmals durch das dichte Fell, ehe er sich wieder erhob und wieder zu Nori und Ikarus blickte. Als letzen Ausweg, wenn wirklich nichts helfen würde, würde er wohl doch eins seiner Pferde zu Hilfe nehmen und es dem Hengst einfach vor führen, wie das mit dem Rückwertsrichten und dem Vertrauen ging. Immer noch lag ein leichtes schmunzeln auf den Lippen des Cowboys und er beobachtete jede Bewegung von Pferd und Reiter.


[Beobachtete/Gespräch/Vorschlag | Basket | Nori & Ikarus]
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