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 Reitplatz

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AutorNachricht
Mai-Lin Cheng
2. Lehrjahr
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BEITRÄGE : 669
ALTER : 23 Jahre jung
HERKUNFT : Auch wenn man es mir nicht direkt ansieht, so bin ich doch Amerikanerin, geboren in der Stadt der Stars und Sternchen, L.A..
AUSBILDUNG : In eineinhalb Jahren werde ich professionelle Vielseitigkeitsreiterin sein.

BeitragThema: Re: Reitplatz   Fr 13 Jan 2017 - 16:14

Ein Smartphone war noch nie so bedrohlich gewesen, wie in diesem Moment. Mai-Lin drehte das kleine Gerät seit bestimmt fünf Minuten um seine eigene Achse, während auf dem Reitplatz die Spiele längst begonnen hatten. Eigentlich hatte sie Shana versprochen, ihr beim Reiten zu zusehen, aber sie schaffte es nicht, ihre Konzentration auf die Spiele zu lenken. Viel mehr war sie davon genervt, konnte den bunten Aufgaben und teils bunten Pferden einfach nichts abgewinnen.
Wieder drehte sie das Handy.
Wenn sie mit Damian wieder ins Reine kommen wollte, musste sie ihrem Vater von der Beziehung – falls sie noch eine hatten, da war sie sich im Moment auch nicht so sicher – erzählen. Ihr war das vollkommen bewusst und sie sehnte sich genug nach der Anfangszeit mit dem Vielseitigkeitsreiter, als Dinge wie Bekanntmachungen oder Geld noch bedeutungslos zu sein schienen, dass sie ihren Stolz und ihre Angst überwinden wollte. Ob sie das konnte, war etwas ganz anderes. Ihr ganzes Leben hatte daraus bestanden, ihrem Vater alles recht zu machen, seinen Willen zu erfüllen und ihm eine perfekte Tochter zu sein. Damian sollte das verstehen, er sollte sie unterstützen. Das tat er, aber er wollte eine Gegenleistung. Diesen verfluchten Anruf.
Mai-Lin tippte ihren Pin ein, während der nächste Reiter den Platz betrat. Von ihrem Hintergrundbild starrte ihr ein lächelnder Damian entgegen. Sie hatte das Bild beim Vorbereiten der Pferde aufgenommen, sodass auch noch Abraxxas schwarzer Kopf eine Seite des Displays begrenzte.
„Er ist es wert...“, murmelte die Schwarzhaarige zu sich selbst und berührte das Icon des Telefons, ehe sie auf das strenge Gesicht ihres Vaters, natürlich abgespeichert unter Favoriten, berührte.
Am anderen Ende der Leitung meldete sich der Anrufbeantworter. Mai-Lins Mut sank, sie nahm das Telefon vom Ohr und verkrampfte sich. Wenn sie jetzt nichts sagte, würde sie Damian verlieren und es wäre ihre eigene Schuld.
„Daddy, hey, ich bin's, Maili. Ich wollte dich nur fragen, ob ich am nächsten langen Wochenende nach Hause kommen kann, um dir meinen Freund vorzustellen. Er ist… Pferdetrainer hier… ähm, ja. Schreib mir am besten eine E-Mail, wenn dir der Termin passt. Bye. Hab dich lieb!“, sprach sie in das Telefon, während ihr Herz immer schneller schlug. Sie wollte es Damian gleich sagen, hielt sich aber zurück. Zuerst stand der Auftritt der Band an, was ein Klacks sein sollte, verglichen mit diesem Telefonat.


[Gedanken | ruft ihren Vater an, spricht auf Mailbox | tbc. Wiesen und Felder]
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Krisztiná Rádvanyi
1. Lehrjahr
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BEITRÄGE : 91
ALTER : Mit gerade mal 21 Jahren stehe ich noch am Anfang meiner Ausbildung.
HERKUNFT : Ich bin ein waschechtes Pferdemädchen aus der ungarischen Puszta.
AUSBILDUNG : Ich befinde mich zurzeit in einer Ausbildung zur Bereiterin in den englischen Disziplinen.

BeitragThema: Re: Reitplatz   Mi 1 Feb 2017 - 22:21

Krisztina ließ Shadow fleißig im Schritt vorwärts gehen. Der Wallach ging locker in schöner Selbsthaltung am Zügel und schritt energisch voran, während die Ungarin sich den Pacours und ihre Vorreiter ansah. Während ihr Blick über die verschiedenen Hindernisse und Stationen glitt musste sie feststellen, dass sie gegenüber den anderen Reitern einen riesen Vorteil hatte. Die meisten Dinge waren ihr vom Gestüt ihrer Großeltern in Ungarn geläufig - mit Stangen Ringe aufsammeln, auf Tonnen liegende Gegenstände einsammeln - all das hatte sie schon einmal getan.
Sie hoffte nur, dass Shadow mitmachte. Eigentlich war der junge Wallach ein Draufgänger, den man manchmal eher zügeln, als dass man ihn zu etwas überreden musste. Das Flatterband stellte kein Problem für ihn dar, aber die Holzbrücke und der Slalom gaben ihr zu denken. Würde er über das Holz, einem Untergrund, der andere Geräusche von sich gab, als der Rest des Platzes traben oder sogar galoppieren?
Er musste, oder besser gesagt, sie musste es versuchen, denn vor allem Shana hatte bis auf die Station mit der Stange und den Ringen ordentlich vorgelegt. Dann fiel ihr ein, dass sie über die Holzbrücke traben mussten. Sie bedauerte, Balaton nicht reiten zu dürfen, denn der Nonius Hengst würde den Parcours auf jeden Fall komplett im Galopp durchlaufen - bis auf den Holzbalken, natürlich.
Als Teresa den Platz verließ wusste Krisztina, dass es jetzt ernst werden würde. Sie nahm die Zügel auf und steuerte Shadow in Richtung des Parcours, bevor sie sich am Startpunkt aufstellte. Sie verkürzte noch einmal das Zügelmaß und gab dem Wallach unter ihr dauernd halbe Paraden, um ihn aufmerksam zu halten. Dann ertönte die Startglocke.
"Rajta!"*, rief Krisztina dem Wallach zu und gab ihm die Galopphilfe. Sofort sprang Shadow ab und schoss vorwärts. In vollem Galopp steuerte sie die Tonnen an und lehnte sich wie bei der Gymkhana seitlich vom Pferd, um die Ringe einzusammeln. Vor dem Stuhl versammelte sie Shadow leicht mit einer halben Parade, um sich hinunter zu lehnen und die Ringe abzulegen.
Danach ließ sie ihn wieder mehr vorwärtsgaloppieren; die beiden schossen regelrecht und ohne zu zögern durch die Flatterbänder, Shadow bewegte sich willig unter ihr und ließ jede ihrer Hilfen zu, als wüsste er, dass es um etwas ging.
Entschlossen steuerte sie den Slalom an. Wenn sie eine gute Zeit erreichen wollte, musste sie im Galopp reiten, also saß sie tief in den Sattel ein und kippte kurz ihr Becken nach hinten ab, während sie eine halbe Parade gab. Shadow reagierte auf die Gewichtshilfe und Krisztina spürte, wie seine Hinterhand sich mehr setzte, mehr unter den Schwerpunkt trat und die Vorhand sich hob. Perfekt, nun müsste er nur noch die fliegenden Wechsel hinbekommen. Sie ritt die erste Stange an, verlagerte das Gewicht und ließ ihn umspringen. Tatsächlich schaffte Shadow es, alle vier Galoppsprünge umzuspringen und so in einem immer noch recht hohen Tempo den Slalom zu durchlaufen.
Nach der letzten Stange stellte sie sich wieder in die Bügel und trieb ihn voran, ehe sie vor der Holzbrücke in den Trab durchparierte. Shadow prustete kurz beim Anblick des Hindernisses, doch er trabte flüssig und ohne zu stocken im Arbeitstempo darüber. Als seine Hufe wieder den Sand berührten, galoppierte er von allein wieder an.
Krisztina ritt ihn geradeaus auf die Cavaletti zu und ließ ihn taxieren, der Wallach nahm die beiden Sprünge wie ein Kinderspiel. Dann kam das Ringestechen. Krisztina biss die Zähne zusammen und trieb Shadow vorwärts. Wie vom Teufel gejagt schnellten sie über den Platz. Als sie die Stange passierte, griff die Ungarin danach und hielt sie sofort vor sich. Sie ließ Shadow nicht langsamer werden, sondern preschte geradewegs auf die Ringe zu, die sie mit mehr Glück als Verstand beide aufspießte bevor sie die Stange in den Boden steckte.
Das Herz schlug ihr bis zum Hals als sie den Holzbalken anritt. Kurz davor parierte sie Shadow zum Trab durch und schwang sich noch während er trabte von dem Wallach. Ihre Füße landeten auf dem Holzbalken und sie schwankte kurz, als Shadow zum Schritt durchparierte. Erst jetzt spürte sie, wie adrenalingeladen sie wirklich war.
Zügig balancierte sie über das Hindernis, ehe sie sich wie Csikos in den Sattel schwang, hektisch die Steigbügel aufnahm und Shadow im Jagdgalopp vorwärtsschickte. In gefühlter Rekordzeit überquerten sie beide die Ziellinie.
Krisztina war schweißgebadet als sie Shadow im leichten Sitz ausgaloppieren ließ. Sie quietschte vor Freude und klopfte seinen Hals. Der Wallach, der so oft schon ihre Hilfen ignorierte, war mit ihr heute eins gewesen und hatte quasi ihre Gedanken gelesen. Das letzte Mal hatte sie so etwas nur mit Balaton empfunden.
Die Ungarin parierte den Palominowallach durch zum Trab und verließ den Reitplatz, schwer schnaufend, aber glücklich. Sie betete, dass ihre Zeit zum Sieg reichen würde.
*Los!
{Warmreiten # absolviert den Parcours # erleichtert} tbc.: Stall
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Isaac Haber

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BEITRÄGE : 720
ALTER :
JUNG GENUG, UM WIE 26 AUSZUSEHEN.

HERKUNFT : DAS, WAS EINER HEIMAT AM NÄHSTEN KÄME, IST UND BLEIBT LONDON IM LAND DER QUEEN.
BERUF : ALS BEREITER NEIGT MAN BEINAHE DAZU, GRAUE HAARE ZU BEKOMMEN.

BeitragThema: Re: Reitplatz   So 5 Feb 2017 - 21:36

Herrlich. Manchmal kam Isaac gar nicht davon ab, sich zu amüsieren, weil die McKinleys seinen Humor ständig mit neuen, erheiternden Ideen fütterten. Nach dem Wanderritt, der ja zugegebenermaßen ganz ok verlaufen war, stand nun eine Art Sommerfeier auf dem Programm, weil alle so artig ihre Prüfungen bestanden und absolviert hatten. Wäre Isaac in seiner Schulzeit nicht so ein Faulpelz gewesen, hätte man ihn wohl als Musterschüler bezeichnet, denn die Berittausbildung hatte er mit einer Eins bestanden. Das lag wohl aber auch daran, dass ihm die Arbeit mit den Pferden mehr lag, als irgendwelche Zahlen, die addiert werden wollten. Französisch hatte er daher auch eher spät und nur neben der Ausbildung her gelernt, doch dafür sprach er es inzwischen fließend wie eine Muttersprache. Wer regelmäßig in Paris auf den Laufsteg ging, sollte wohl die Sprache der Mode beherrschen. Genauso wie Italienisch. Und dann waren da noch einige Fetzen Finnisch, die er in einer Ziehfamilie aufgeschnappt hatte. Doch bei Allem Sprachentalent blieben ihm die Pferde das Liebste und vielleicht zog es ihn auch deswegen zum Reitplatz, ganz gleich, wie lächerlich er diese Ponyspiele fand. Immerhin waren sie hier auf einem Ausbildungshof, sodass er sich ernsthaft fragte, was so ein Rumgeheize mit den Pferden bringen sollte, außer überdehnte Muskeln. Shana war von der Idee jedoch begeistert gewesen, was vielleicht daran lag, dass sie tief innen drinnen eben doch noch ein bisschen das naive Mädchen von früher war, dessen Herz bei derartiger Reiterei aufging. Nicht jeder mochte es so gehoben und glatt wie Isaac und das konnte er akzeptieren. Ob ihm das in Shanas Fall behagen sollte, wusste er allerdings noch nicht so genau, denn auch wenn es niemand wusste, so waren sie doch ein Paar und hatten schon genug unterschiedliche Ansichten.

Dass die Schottin gleich die Erste auf der Startliste war, musste ihm entgangen sein. Shana hatte es ihm sicherlich erzählt, doch im Stress der letzten Wochen hatte er es wohl überhört oder vergessen. Beides Dinge, die ihr nicht gefallen würden, wenn sie sie je erfuhr. Immerhin war er einmal pünktlich gewesen, sodass ihn ein Zuspätkommen nicht verriet. Mit einem Kopfnicken grüßte er Alex und Chris, die ebenfalls am Zaun standen und sich den Spaß nicht entgehen lassen wollten. Bei aller Liebe: Isaac mochte Alex - sehr gerne. Jetzt wo Daniel weg war, blieben schließlich nur noch er und Alex, denn James hatte immer mehr mit Dean zu tun, was Isaac auch nicht so ganz munden wollte. Dean war zwar in Ordnung, aber irgendwie so kleinkariert. Isaac wusste jedoch nicht so ganz, was er davon halten sollte und streng genommen war er ein sehr eifersüchtiger Mensch, dem es nicht behagte, dass dieser Blonde ständig an James klebte. Oder umgekehrt? Die Tatsache war jedoch, dass ihm hauptsächlich Zeit mit Alex blieb zum Joggen oder zum Weggehen. Aber Alex wurde bald Vater und das ließ er jeden spüren, was wirklich anstrengend war. Vor Allem für Isaac, der Kinder nicht ausstehen konnte und jedes Mal einen Anfall bekam, wenn kleine Kinderfinger in die Nähe seiner Pferde kamen. Er glaubte nicht, dass sich seine Einstellung bei Alex und Ciaras Kind ändern würde, denn es war immer noch ein Kind. Da war ihm Wakiza lieber und der trottete jetzt auch gelassen neben ihm her, als sie eine Silhouette ansteuerten, die dort ebenfalls am Zaun lehnte und irgendwie nicht in diese Welt passte.
"Na, auf wen wartest du? Auf die Outbacklady?" Süffisant grinste der Brite Noah an. Natürlich war ihm nicht entgangen, dass dieser regelmäßig den Kontakt zu der Tierarztazubine suchte, deren Namen Isaac ständig vergaß. Der Fakt, dass sie lieber auf irgendwelchen lammfrommen Pferden durch die Wälder zuckelte, als ordentlich zu trainieren, ließ ihn schon auf Abstand bleiben. Er war Sportreiter und deswegen schnellte sein Kopf auch herum, als die Glocke klingelte und Shana ankündigte, die mit Rembrandt augenblicklich losschoss und sich bemühte, alle Aufgaben regelkonform zu erfüllen. Es war eine gute Vorlage von ihr, die gewiss schwer zu schlagen war, denn sie war schnell gewesen und der schwarze Hengst wie gemacht für derartige rasante Touren. Ein Grund mehr, warum er Springpferd werden sollte. Wakiza hatte sich inzwischen hingesetzt, behielt Noah jedoch skeptisch im Auge. Der Dobermann wollte sich noch nicht an den jungen Mann gewöhnen, mit dem sein Besitzer neuerdings so viel zu tun hatte. Doch das war üblich für ihn, immerhin hatte es bei Shana auch eine halbe Ewigkeit gedauert.

{Sommerfest | Reiterspiele | Alex&Chris | Shana | Noah}
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Noah Shoemaker
1. Lehrjahr
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ALTER : I've been on this world TWENTY-FOUR YEARS - and it feels like it's been too long.

HERKUNFT : They told me I'm AUSTRALIAN - but I found out there's something else there, too.

AUSBILDUNG : I've been a JOCKEY all my life - now I'm fighting for my US license.


BeitragThema: Re: Reitplatz   Mo 6 Feb 2017 - 21:50

Noah vermisste die australische Hitze.
Er hätte nicht gedacht, dass er das mal sagen würde - früher hatte er oft damit zu kämpfen gehabt, auch, wenn er damit aufgewachsen war. Er hatte keine allzu sonnenempfindliche Haut, und trotzdem war er von langen Trainings- und Wettkampftagen, ja sogar teilweise von einigen Sommerfesten, mit Sonnenbrand heimgekommen, und hatte sich teilweise wegen seiner verbrannten Haut kaum bewegen können. Oft genug hatte er die Sonne und die Hitze verflucht, die Pferd und Mensch träge werden ließ und meist nach acht Uhr früh keine vernünftigen Starts und Trainingseinheiten mehr zugelassen hatte. Da hatte er sich über jeden Regenschauer und jeden grauen Tag gefreut, weil sie selten gewesen waren, etwas Besonderes. Er hatte gemeint, dass im Sonnenstaat, wie man Kalifornien so schön nannte, das Wetter ähnlich sein würde.
Aber anscheinend hatte Noah sich geirrt. Den Winter hätte er verfluchen können. Er war nicht gemacht für eine schlammige Rennbahn mindestens vier Monate im Jahr, oder für tagelang anhaltenden Regen. Das machte seine mentale Verfassung nur noch schlimmer; nicht, dass damit etwas nicht stimmte. Aber es war einfach zu selten geworden, dass er mal Sonne sah. Daran würde es liegen. Vielleicht war das auch der Grund, warum er heute neben seinen üblichen hautengen, modisch an den Knien gerissenen schwarzen Jeans ein Tanktop und ein leichtes Jeanshemd trug, das eigentlich zu viel Haut für 20 Grad Celsius zeigte. Noah wollte einfach mal wieder die Sonne auf seiner Haut spüren, denn das war viel zu lange nicht mehr passiert. Klar, beim Wanderritt war das Wetter okay gewesen. Aber das hier war was anderes. Das hier war tatsächlich fast schon sommerlich. Er musste das ausnutzen, solange Kalifornien ihm die Chance dazu gab. Nach Australien würde er ja immerhin so bald nicht zurückkehren.

Doch so sehr Noah es genoss, draußen zu sein, konnte er der ganzen Idee des Sommerfestes nicht viel abgewinnen. Er würde später mit den anderen ein bisschen Fußball spielen - aber das war doch läppisch. Und diese tollen Reiterspiele? Mit Chilli hätte er da mehr Probleme als jeder andere Reiter. Und sowieso: das war etwas für Reitschulen für Middle und High School-Kids, nicht für erwachsene Menschen, die sich gerade ausbilden ließen, um Profisportler zu werden. Er war nur hier, weil er seine amerikanische Zulassung brauchte, und die würde er bald haben. Und sobald er dann ein paar Rennen gewonnen hatte und seinen Wert beweisen konnte, würde er umziehen, in einen hochmodernen Stall, wo ihm die Chance geboten wurde, Cat ordentlich vorzustellen - sie hatte das Potential, bei den Fünfjährigen nochmal ordentlich aufzuräumen. Und dann würde er sie decken lassen, vielleicht von einem Secretariat-Erben; das Fohlen würde ihm ordentlich Kohle einbringen. Und dann würde er irgendwann auf sein Leben zurückblicken und sehen, dass diese Jahre ihm gehört hatten - und nicht den Menschen, die ihm vorgegaukelt hatten, seine Familie zu sein. Er konnte diesen Tag jetzt schon kaum noch erwarten.
Aber bis dahin gab es andere Dinge zu bewältigen. Zum Beispiel Isaac. Sein Bruder. Oder auch nicht? Sie waren sich ja immer noch nicht ganz grün geworden, gingen vorsichtig miteinander um. Das einzige, das ihnen sagte, dass sie wirklich Brüder waren, war ein Stück Papier; doch Noah zumindest hatte immer noch das Gefühl, dass sie nicht mehr waren als Fremde, die durch ein gemeinsames Projekt in der Schule gezwungen waren, sich kennenzulernen. Aber wäre er ein Mann wie Isaac Haber, dann würde er mit so einem kleinen Mann ohne Perspektive wie Noah auch nichts zu tun haben wollen. Wobei, es war ja nichtmal so, dass Isaac nichts mit ihm zu tun haben wollte; es war einfach nur so, dass sie nicht ganz so miteinander umgingen, wie Noah sich das vorgestellt hatte. Das war ja in der Regel mit allen seinen Träumereien so.
Trotzdem versuchten sie es. Wie heute, bei diesem komischen Fest. Noah hatte es nach draußen verschlagen, und weil er nichts besseres zu tun hatte (wenn er noch eine Trainingseinheit machen würde, würde ihm Emma wieder auf die Schliche kommen), stand er etwas abseits vom allgemeinen Getümmel am Zaun des Reitplatzes und beobachtete das Spektakel. Er fragte sich, ob Cat vielleicht sowas mitmachen würde, wenn schon nicht Chilli - aber den Gedanken musste er leicht amüsiert verabschieden: Cat würde hier alles kurz und klein schlagen. Aus dieser erheiternden Überlegung wurde er allerdings von keinem anderen entrissen als von Isaac höchstpersönlich. Der kreuzte, mit dem stets misstrauisch guckenden Dobermann im Schlepptau, ebenfalls am Platz auf - und anstatt sich zu seinen Kumpels zu gesellen, stellte er sich zu Noah, und ließ auch gleich den ersten provokanten Spruch ertönen.
Noch ein bisschen mehr von Noahs alter Welt kehrte mit einem Schlag zurück: zum Beispiel sein arrogantes Grinsen. "Ich will mir angucken, wie sich unsere Feld-, Wald- und Wiesenreiter blamieren, mehr nicht.", erwiderte er süffisant, und es schien, als sei er wieder ganz der Alte, der junge Jockey, der auf den Hof gekommen war, um Karriere zu machen. Der australische Landadel, eben. Er warf einen Seitenblick auf seinen Bruder, bevor er sich wieder an den Zaun lehnte, und die Affäre (Freundin? Das Mädel) von seinem Bruder in Augenschein nahm, wie sie durch den Parcours fetzte. Dass das nach Spaß aussah, würde er noch nichtmal im Traum zugeben. "Und du? Auf der Suche nach der nächsten großen Sportlegende?"


{ Gedanken | Gespräch mit ISAAC }
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Alex Salas

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ALTER : Wer hat mit 29 denn noch Angst vorm schwarzen Mann?
HERKUNFT : In KENTUCKY | USA hat der Rennsport einen seiner größten Standorte.
BERUF : Warum bin ich nochmal JOCKEYTRAINER geworden? Mir ist es glatt entfallen.

BeitragThema: Re: Reitplatz   Mi 8 Feb 2017 - 16:18

Vorfreude war bekanntlich die schönste Freude, doch sie konnte auch zur reinsten Strapaze für die Nerven werden. Beispielsweise dann, wenn man einen ganz speziellen Moment herbeisehnte, der sich mit seiner Ankunft aber reichlich Zeit ließ. So erging es auch Alex, während er auf Ciaras Start wartete, der in der Startreihenfolge wohl relativ weit hinten angesetzt war. Ein Seufzen entglitt ihm, als die erste Reiterin angekündigt wurde, und im nächsten Augenblick schon Shana auf ihrem schwarzen Ross über den Platz fegte. Auch wenn sich der Jockeytrainer nicht recht konzentrieren konnte, so verfolgte er gespannt Shanas Ritt und musste zugeben, dass Isaac bei ihr wirklich beste Arbeit leistete. Natürlich hatte die Schottin schon gute Veranlagungen mit auf den Hof gebracht und hatte die richtigen Ambitionen, um groß durchzustarten, aber mit Isaac als Trainer hatte sie noch das Zeug dazu, so unschlagbar zu werden, wie der Bereiter selbst. Doch Alex würde sich hüten, das vor seinem besten Kumpel zuzugeben, denn Isaac war gewiss nicht bescheiden und sein Ego ohnehin schon viel zu groß. Während er also weiterhin die Reiter auf dem Platz beobachtete, entging ihm beinahe, dass sich jemand genähert hatte und dieser jemand war kein geringerer als Chris. Seitdem Daniel weg war, hingen sie noch öfter miteinander rum, wenn sie Freizeit hatten, zumal Chris eine nicht gerade einfache Trennung von Dana hinter sich hatte. Alex hoffte, er konnte dem Doktor eine Stütze sein, selbst wenn er wusste, dass dessen engster Vertrauter der Hofleiter höchstpersönlich war. Ein bisschen komisch war es zwar schon, dass zwei seiner engsten Freunde mit Liebeskummer konfrontiert waren, doch er würde ihnen so gut es ging zur Seite stehen. Jeremy jedenfalls schien sich relativ gut ablenken zu können und Alex hoffte, dass er bald darüber hinweg kam. Wie es jedoch um Chris stand, vermochte er nicht genau zu sagen. "Ja, natürlich - aber man hat eben doch so seine Bedenken." Hidalgo war in der Tat ein klasse Partner für Ciara, da er recht viel Potenzial besaß und zudem sehr wissbegierig und eifrig war. Patzer erlaubte er sich eigentlich nie. Aber dennoch blieb ein Pferd eben ein Pferd und Pferde waren nunmal Fluchttiere. Chris sollte das doch eigentlich verstehen, immerhin war Dana eine ähnliche Pferdenärrin und Joy schon früh damit konfrontiert worden. Aber das würde er ihm jetzt nicht auf die Nase binden, zumal gerade Camille mit ihrer hellen Stute an ihnen vorbeischoss. Sie machte das wirklich gut, das musste man ihr lassen, doch das Tempo, das Shana vorgelegt hatte, war schwer zu schlagen. Selbst für Terésa, die Erfahrung in solchen Spielen zu haben schien und als nächstes auf den Platz ritt. Jack war ein guter Partner für soetwas, denn immerhin liebte er es Quatsch zu machen. Doch wirkliche Konkurrenz für Shana sah Alex viel eher in ihrer Mitazubine. Kristina hatte sich auf den ihr zugeteilten Palomino geschwungen und obwohl der eher schwierig zu händeln war, war jede Aufgabe stimmig absolviert.
"Was meinst du, wer macht das Rennen? Ich tippe auf Shana oder Kristina." Einige Schritte von ihnen entfernt, sah er Isaac an den Zaun treten und sich zu Noah zu gesellen. Alex nickte ihm knapp zur Begrüßung zu, ehe er sich wieder an Chris wandte. Bisher wusste noch kaum jemand, dass in den Adern des Briten und des Australiers dasselbe Blut floss und auch Alex mochte sich nur schwer an diesen Gedanken gewöhnen, wenngleich die charakterlichen Parallelen kaum zu leugnen waren. "Aber sag', wie geht es dir?" Die grün-braunen Augen richteten sich auf den Arzt, der immer mit so viel Eifer bei der Arbeit war. Die Trennung von Dana war hart für ihn gewesen, zumal sie Joy mitgenommen hatte und auch wenn Alex noch keine Kinder hatte, so fühlte er mit dem Doktor. Ein Kind, das man liebte, mehr oder weniger zu verlieren, konnte nur hart sein.

{Reiterspiele | Chris | Gespräch}
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Leonardo Fabbri
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ALTER : IN DER BLÜTE DES LEBENS IST MAN DOCH MIT 24
HERKUNFT : DIE MENSCHHEIT HAT NUR EINEN URSPRUNG, DAS IST KLAR. DER LIEGT IN ROM AUCH DAS IST WAHR.
BERUF : VON UNTEN NACH GANZ OBEN: ALS PROFIFUSSBALLER LÄSST ES SICH DURCHAUS LEBEN.

BeitragThema: Re: Reitplatz   Mi 8 Feb 2017 - 17:17

Unterhaltung fand man auf diesem eigenwilligen Hof wirklich immer, denn wann immer man glaubte, es würde etwas ruhiger werden und alles entspannen, kamen die Hofleiter mit einer neuen amüsanten Idee um die Ecke, die alle in helle Aufregung versetzte. Jeder machte sich dann auch immer sofort daran, diese Idee weiterzuplanen - natürlich in Punkten, die nur ihn selbst betrafen. Und so war es keineswegs verwunderlich gewesen, dass bei der Verkündung, es würde ein Sommerfest stattfinden, alle in pure Vorfreude verfielen und sich kaum noch zügeln konnten. Sie erinnerten ein wenig an Fohlen, die im Frühling das erste Mal auf die große Weide gelassen wurden und erste Erfahrungen ohne ihre Mütter sammelten. Jedenfalls gebärdete sich ein Großteil der Azubis so und das, obwohl die meisten hunderte Kilometer von Mama entfernt waren. Während Leonardo zu Beginn seiner Zeit auf den HMS sehnlichst darauf gewartet hatte, dass er endlich wieder zurück nach San Francisco konnte, bekam er jetzt manchmal ein mulmiges Gefühl, wenn er daran dachte, dass sein Zwangsurlaub jederzeit vorbei sein könnte. Charlie hatte ihn schon mehrmals darauf angesprochen und er war mehrmals einer Erklärung ausgewichen, denn er selbst wusste gerade kaum, wie es weitergehen sollte. Zu Beginn des Monats hatte es in seiner Beziehung zu Lillian große Aufruhr gegeben, weil sie glaubte, schwanger zu sein, was alle seine Pläne gründlich über den Haufen geworfen hätte. Jetzt stand fest, dass sie nicht schwanger war und doch fühlte er sich noch nicht bereit, wieder zum Verein zurückzukehren. Da war etwas, das ihn zurückhielt und das waren zweifelsfrei nicht die Ideen der Hofleitung. Viel eher wollte er nicht kilometerweit von Lillian entfernt sein und sie nur am Wochenende sehen können. Er war gewiss kein Romantiker, aber er hatte sich schließlich verliebt. War es vielleicht schon seit den Tagen auf der HR gewesen. Die dunkelhaarige Kaliforniern trieb ihn tagtäglich in den Wahnsinn, doch genau das würde er vermissen, wenn man ihn zurückbeorderte. Sollte er vielleicht genau deswegen noch jeden Moment hier auf dem Hof genießen, so lange er noch konnte?

Die Reiterspiele waren kein guter Ort, um Trübsal zu blasen, denn hier ging es vor Allem rasant und laut zur Sache. Die Lautsprecher dröhnten, die nicht teilnehmenden Hofbewohner hatten sich am Zaun eingefunden und feuerten tatkräftig die Reiter und ihre Pferde an und Leon konnte es nicht vermeiden, dass ihm ein seichtes Lächeln über die Lippen glitt. Diese bunte Welt hätte er vor einigen Jahren noch spöttisch verachtet, doch seit er Lilly wieder näher gekommen war, war es, als habe sie ihm die Augen geöffnet. Er konnte nachvollziehen, welche Begeisterung sie für den Reitsport aufbrachte, der diese Reiterspiele inkludierte, wenn sie auch nur zum Spaß waren. Aber darum ging es doch letztendlich auch im Sport und im Leben: dass man Spaß hatte. Man musste nicht immer nur gewinnen und die ganz große Kohle machen. Meistens reichte es, einfach glücklich zu sein. Und das war er hier geworden, weswegen er sich keineswegs den Ritt seiner Freundin entgehen lassen wollte.
Während er sich - in ein dunkelrotes Hemd mit hochgekrempelten Ärmeln, einer grauen, gerippten Jeans und in dunkelroten Nike-Sneakern gekleidet - dem Zaun näherte, nahm er aus dem Augenwinkel eine andere Bewegung war. Isaac. Der hatte ihm gerade noch gefehlt! Nur hatte der Römer keine Lust auf Streit und machte einen Bogen, um sich möglichst weit entfernt von dem Bereiter an den Zaun zu stellen. Unmittelbar neben einer jungen Blondine, die ihm merkwürdigerweise noch nie richtig aufgefallen war. Dabei war sie hübsch und durchaus ansehnlich - würde Lilly ihn schelten?
Aber er kam einfach nicht auf den Namen; die waren immerhin auch nie seine Stärke gewesen. Bella hatte sich zu seinen Füßen auf die unterste Zaunlatte mit den Vorderpfoten gestellt und beobachtete schwanzwedelnd das geschehen, während Pferde und Reiter an ihr vorbeisausten und die Sandkörner nur so flogen. Als nächste Reiterin wurde Lilly angekündigt, als Kristina gerade den Platz verließ. Immerhin ihren Namen konnte er sich nun merken, aber auch nur, weil er ihr öfter mal über den Weg gelaufen war. Dass war bei der Blondine anders, wenn er sich aber auch dessen entsann, dass sie wohl eine Azubine der Hofleiterin war. Springen schien neuerdings wieder im Trend zu liegen. Er schob sich die Sonnenbrille in die Haare, sodass seine Bernsteinaugen nur noch mehr funkelten, weil sie zuvor vor dem Licht so gt verwahrt worden waren und ihm nun unmittelbar ausgesetzt waren. Ciao, und wem drückst du die Daumen? Ein weiteres Indiz, warum er vielleicht schon zu lange auf dem Hof war: Er sprach willkürlich mit irgendwelchen Leuten, die er kaum kannte. Er war doch Römer und kein Italiener, der jeden bequatschte. Aber nun war es eben geschehen und ihm blieb nicht viel, als eine Antwort abzuwarten.

{Gedanken | Reitplatz | Amber}
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Dr. Christian Ackles

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BEITRÄGE : 91
ALTER : Die ersten leichten grauen Haare zeigen sich bei dem 37 Jährigen
HERKUNFT : Trotz multikulturellen Eltern ist er ein waschechter Amerikaner
BERUF : Chris ist der Arzt an der HMS und mit Leib und Seele Vater

BeitragThema: Re: Reitplatz   Fr 10 Feb 2017 - 15:10

Christian erinnerte sich noch sehr genau an die Zeit der Schwangerschaft damals und wie es ihm damit gegangen war. Als Mediziner wusste er genau was alles passieren konnte und hatte Dana mit seiner Führsorge schier in den Wahnsinn getrieben.
Mehr als einmal hatten sie sich in den Haaren wegen dem Thema: „Reiten in der Schwangerschaft“ und doch hatte Dana ihn irgendwann beruhigen können und Chris hatte es auf sich beruhen lassen. Zum Glück war Joy ja dann auch gesund auf die Wellt gekommen.
Doch gerade weil er das ganze selbst schon einmal durchgemacht hatte wusste er was im Kopf des schwarzhaarigen vor sich ging und über seine Rechtfertigung konnte er nur leise lachen.
„Ich versteh dich ja, aber Dana sagte damals zu mir und das glaube ich inzwischen auch: Eine Frau kennt ihren Körper und sie wissen genau was sie diesem zutrauen können. Schwanger oder nicht. Ich denke da müssen wir alle einfach auf Ciaras Körpergefühl vertrauen und solange im Ultraschall und bei den Blutuntersuchungen alles in Ordnung ist wird schon nichts passieren!“; sprach er beruhigend auf den Jockey ein und verfolgte mit seinem Blick wie Shana über den Platz fegte.
Wirklich viel Ahnung hatte der Arzt nach wie vor nicht. Zwar bekam er inzwischen immer mal wieder Unterricht und hatte auch den Wanderritt mehr oder weniger gut hinter sich gebracht, trotzdem war das alles für ihn ein netter Zeitvertreib und er würde diesem Hobby wohl niemals so intensiv nachgehen, wie seine Kollegen dies taten.
Im nächsten Moment trieb Camille ihr Pferd in den Ring und auch hier folgte Chris dem Ritt gespannt und klatschte als die Fußballerin den Ring verließ. Die junge Frau war immer mal wieder Patientin bei ihm, doch waren es im großen und ganzen immer nur Kleinigkeiten gewesen, so dass bisher nichts Besorgnis erregendes aufgetreten war. Anders sah es da bei Luke aus, denn wenn dieser sich etwas tat, dann richtig und dann auch so das Chris ihn zu einer Pause zwingen musste. Der junge Fußballer erinnerte ihn sehr stark an sich selbst. Zar hatte der Arzt zu seinen High scholl Jahren Football gespielt, welches schon ein noch härterer Sport war, doch hatte er genauso hart trainiert wie der dunkelhaarige und war genauso ehrgeizig gewesen. Er wünschte Luke wirklich dass dieser seinen Weg gehen würde und nicht so kläglich scheiterte wie er es getan hatte.
Alex Frage holte Chris wieder ins Hier und Jetzt zurück und er besah sich Kristinaz Ritt und überlegte dann kurz.
„Shana war ziemlich schnell, aber Kristian war auch nicht schlecht. Ich denke es wird ein enges Rennen zwischen den Beiden. Aber ein Paar kommen ja noch!“, gab er seinen Tipp ab.
Noch war immerhin alles offen.
Auch Chris entging nicht das Isaac an den Zaun trat und begann sich mit Noah zu unterhalten. Auch an sein Ohr war das Gerücht gedrungen, dass die Beiden Brüder sein sollten und automatisch verglich er die Beiden miteinander.
Wirklich ähnlich sahen sie sich nicht, aber ihre Art konnte schon darauf schließen lassen, dass die Beiden etwas verband.
Auch von Seitens Christian kam ein kurzes Nicken in Richtung des Bereiters ehe er sich wieder Alex zu wand.
Er wusste das Alex sein Freund war und er mit ihm über alles reden konnte und dieses nicht an Dritte weiter gegeben wurde und trotzdem war das Thema Trennung ein Thema über das er noch nicht wirklich reden konnte und er verdrängte dies so gut es ging.
Leise seufzte er.
„Keine Ahnung... Ich weiß immer noch nicht so ganz wie ich damit umgehen soll. Das ich Joy nicht mehr jeden Abend ins Bett bringen kann macht mich wahnsinnig...“, begann er zögernd. Zwar lag sein Blick noch auf den Reiterspielen, doch nahm er diese nicht mehr wirklich wahr.
Joy fehlte ihm wahnsinnig. Alleine das leere Zimmer am Ende des Flurs machte den Arzt schier verrückt und auch Dana fehlte ihm. Es fehlte ihm Abends mit ihr ins Bett zu gehen und morgens neben ihr aufzuwachen und gemeinsam in den Tag zu starten.
Er schlief extrem schlecht in letzter Zeit und die viele Arbeit die er sich aufhalste taten ihr übriges. Chris hatte gute 8 kg abgenommen, auch wenn dies nicht wirklich auffiel, da der Blonde viel trainierte.
„Ich muss mich wohl so langsam damit anfreunden, dass es endgültig ist und sie nicht zu mir zurück kommt.“, meinte er schließlich und sah zu Alex rüber.
Bisher hatte er immer nur mit Lewis und ab und an mit Becca darüber geredet, mit Alex darüber zu sprechen war irgendwie merkwürdig, auch wenn dieser genau wusste warum sie sich getrennt hatten und auch sonst viel mitbekommen hatte. Trotzdem hatte Chris die Tatsache noch nicht so ganz verinnerlicht und somit fiel es ihm noch immer schwer darüber zu sprechen.

(Reiterspiele// Alex// Gespräch// Gedanken)
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Isaac Haber

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JUNG GENUG, UM WIE 26 AUSZUSEHEN.

HERKUNFT : DAS, WAS EINER HEIMAT AM NÄHSTEN KÄME, IST UND BLEIBT LONDON IM LAND DER QUEEN.
BERUF : ALS BEREITER NEIGT MAN BEINAHE DAZU, GRAUE HAARE ZU BEKOMMEN.

BeitragThema: Re: Reitplatz   Sa 11 Feb 2017 - 22:06

Zweifel an der eigenen Herkunft hatte Isaac immer gehabt und er glaubte nicht, dass dies jemals aufhören würde. Inzwischen wusste er zwar, wie genau seine gesamte Vergangenheit aussah, auch viel von dem, woran er sich nicht mehr erinnerte, doch das würde niemals eine leibliche Familie ersetzen. Doch er hatte sich damit abgefunden, dass er ein Heimatloser war, der immer auf der Suche sein würde und niemals ans Ziel gelangte. Für ihn war das okay, weil er nichts anderes kannte. Er war immer derjenige gewesen, den sie erst alle hatten haben und dann so schnell wie möglich wieder loswerden wollen. Eine Heimat und einen Ort der Zuflucht gab es in seinem Leben nicht. Zumindest nicht bis das Ehepaar Haber in sein Leben trat und ihn in die Welt der Pferde entführte, wo er zwar ebenfalls keine Heimat fand, aber immerhin einen Zufuchtsort. Dass Großbritannien der Ort war, an dem er leben wollte, war rasch klar geworden, doch die Welt war groß und Isaac niemand, den es lange an einem Ort hielt. Er war rastlos geworden, immer unterwegs; von Fashionshow zu Fashionshow, von Turnier zu Turnier, von Auftrag zu Auftrag. Manche mochte ihn als Workaholic bezeichnen, doch sein Ehrgeiz zahlte sich aus und mehr brauchte er nicht, um glücklich zu sein. Oder besser zufrieden, denn was bedeutete schon Glück, wenn man es mit niemandem teilen konnte? Mittlerweile konnte er von sich behaupten, dass ihm auch das gelungen war, denn immerhin hatte er Shana an seiner Seite, wenngleich es kaum jemand wissen durfte. Noch heute gab es Tage, an denen er sich fragte, wie die Schottin es geschafft hatte, sein Herz zu erobern. War es gewesen, als sie ihn ins Krankenhaus gefahren hatte, nachdem er einen Sturz mit Willow gehabt hatte? Oder schon viel früher auf den Horizon Ranch? Vermutlich eher weniger, denn welche Bedeutung die Brünette für ihn einmal haben würde, hatte er damals noch nicht einmal geahnt. Da war sie wirklich nur ein verlockendes Abenteuer gewesen, das ihn vom Alltag ablenkte. Heute lenkte sie ihn immer noch ab, aber war keineswegs mehr ein Abenteuer. Sie hatten einander gefunden und Isaac begann sogar wieder an die wahre Liebe zu glauben.

In khakifarbener, gerippter Jeans und dunkelblauen Ralph Lauren Poloshirt war er zu Noah getreten, der trotz seiner merkwürdigen Psyche immerhin Modegeschmack besaß und mit der Zeit ging. Wenngleich seine Kleidung durchaus teurer hätte ausfallen können, aber nicht jeder war mit einem derartigen Einkommen gesegnet, wie es Isaac Haber zukam. Er hatte die Ray Ban aufgesetzt, denn die langsam sinkende Sonne verbreitete zeitweise ein blendendes Licht und seine hellen Augen waren noch nie für hohe UV-Einstrahlung gemacht gewesen, ganz gleich, welche südländischen Wurzeln er besaß. "Na na na, vergiss nicht, dass du auch einer von denen bist." Ein süffisantes Grinsen umspielte Isaacs schmale Lippen und ließ seine kantigen Züge noch arroganter wirken. Natürlich konnte er Noah aber auch irgendwo beipflichten, denn mal ernsthaft: Reiterspiele? C'mon! War das hier etwa der Jahrmarkt? Aber es ging doch um den Spaß. Die McKinleys standen auf Spaß. Ganz offensichtlich. Isaac mochte Spaß auch, aber in anderer Hinsicht. Er hielt auch nicht viel von Gelassenheitsprüfungen, denn er brauchte keinen Schein und Anstecker, um zu wissen, dass sein Pferd verlässlich war. Manche Menschen fanden sich aber nur damit erst richtig cool.
Die Frage nach dem nächsten Sportgenie war zwar durchaus berechtigt, doch bisher hatte Isaac noch keine wirkliche Legende hervorgebracht. Natürlich trainierte er hier und dort das ein oder andere vielversprechende Talent und einige sammelten auch fleißig Schleifen, aber er selbst war noch viel zu jung, als dass er einen Nachfolger für einen seiner Erfolgsazubis hätte suchen können. Zudem waren Shana und Kriztina vielversprechend genug. "Wenn ich nach Sportlegenden suchen würde, würde ich auf andere Höfe fahren. Die Einzigen, die hier wirklich die Chance zu etwas Größerem hätten, sind ohnehin schon unter meinen Fittichen." Das Grinsen blieb, denn der Brite war sich seiner Sache sicher und er konnte sich durchaus vorstellen, dass die Worte seinen kleinen Bruder provozierten. Noah. Sein Bruder. Noch immer fühlte sich das komisch an, denn was gab es schon, das sie verband außer einem Blatt Papier? In Isaacs Augen waren sie viel zu unterschiedlich, als dass sie wirklich häte verwandt sein können und doch sollte es so sein. Ob er sich damit einmal abfinden konnte, wusste er noch nicht, aber er hatte festgestellt, dass er Noah leiden konnte. Sofern man eben einen kleinen Bruder leiden konnte. Denn er hatte durchaus etwas Nerviges an sich, was Isaac ihm aber nicht auch noch auf die Nase binden würde. Es war doch zu schön, den Jüngeren ein wenig zu foppen und da konnte er nicht gleich alle seine Karten ausspielen.

{Vergangenheit | Gespräch mit Noah}
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Amber Roseford
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BeitragThema: Re: Reitplatz   Mo 13 Feb 2017 - 10:19

Auch wenn Amber nun schon einige Zeit auf diesem Hof verbrachte, musste sie sich immer noch an gewisse Sachen gewöhnen. Zum Beispiel, das hier Spaß und Abwechslung ziemlich hoch im Kurs standen. Sie war es nicht gewohnt an einem Internat, einer Schule oder an sonstigen Lernorten mit so einem Rahmenprogramm beglückt und bei Laune gehalten zu werden. Es war ihr sonst immer untersagt worden, Schulische Aktivitäten mit Freude zu verbinden, da sonst der Lernwille nicht groß genug wäre. Sie wusste zwar das es Schwachsinn war, konnte sich aber dem System nicht entgegen setzen. Bis jetzt. Es war nämlich ihre eigene Entscheidung gewesen, ihre Ausbildung an diesen Ställen zu bestreiten und fühlte sich glücklicher denn je. So war es auch, das sie an dem heutigen Tag mit voller Freude aus ihrem Bett hüpfte und es kaum erwarten konnte, den ganzen Trubel um sie herum zu erleben. Nachdem sie sich bei einem ausgiebigen Frühstück gestärkt hatte, führte sie ihr erster Weg, wie an jedem Tag, in den Stall. Amber wusste durchaus, das man sich sehr gut um ihre Lieblinge kümmerte, konnte es sich jedoch nicht nehmen lassen, mindestens einmal am Tag nach dem Rechten zu sehen. Gerade Xerxes brauchte die tägliche Aufmerksamkeit und Streicheleinheiten. Er war zu Sensibel, als das sie ihn auch nur einen Tag vernachlässigen könnte. Auch der Blick in die Box von E.G., ihrem Pflegepferd, gehörte zur Tagesordnung. Natürlich wusste sie, das der stattliche Fuchs nicht ihr gehörte und sie ihn zum nächsten Lehrjahr wieder hergeben musste, aber ihr Herz hing trotzdem an dem  Wallach.

Die Zeit rannte und so war das Fest in vollem Gange, nachdem sie sich nochmal in ihr Zimmer zurückgezogen hatte um sich Frisch zu machen. Ihr langes, blondes Haar hatte sie zu einer Hochsteckfrisur gezaubert, ein schlichtes Top, eine schwarze Cardigan mit hochgekrempelten Ärmeln und eine schlichte Röhrenjeans, die in schwarze Sneaker endete, rundeten den Look ab. Nachdem sie sich ihre Sonnenbrille geschnappt hatte, machte sie sich auf den Weg zum Reitplatz, wo die Reiterspiele schon im vollen Gange waren. Sie selber fand es zwar durchaus Interessant und auch Amüsant, hatte allerdings nicht die Intension gehabt, selber daran Teil zu nehmen. So gehörte sie zu den Zuschauern die sich am Reitplatzrand sammelten und gespannt dem Treiben folgte. Auch Amber hatte sich an dem Zaun eingefunden, wo sie ihre Hände drauf abstützte und mit Begeisterung dem einen oder anderen Reiter zujubelte. Das sich jemand mittlerweile neben sie gestellt hatte, hatte die junge Blondine gar nicht mitbekommen. Erst die Worte ließen sie zusammen zucken und ihren Kopf zur Seite drehen. Ihr Blick viel auf einen großen, recht sportlichen jungen Mann, welcher seine Sonnenbrille in die Haare schob. Ein kurzes Schmunzeln umspielte ihre Mundwinkel. Sie wusste ganz genau wen sie hier vor sich stehen hatte und war ein wenig überrascht, das sich der Römer gerade zu ihr gesellt hatte. "Hallo, Oh, ich habe niemand bestimmtes, ich drücke jedem die Daumen" Sprach sie in einem angenehmen Singsang, bevor sie ihre Sonnenbrille abnahm und ihre moosgrünen Augen auf den jungen Mann richtete. "Lass mich raten, du drückst bestimmt Lilly die Daumen?" Ihr Lächeln verwandelte sich zu einem breiten Grinsen, bevor sie sich wieder dem Reitplatz zuwendete. Sie wusste das die beiden ein Paar waren, schließlich sah man sie oft genug zusammen.


[Stall|Gedanken|Umziehen|Reitplatz&Leon]
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Leonardo Fabbri
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BeitragThema: Re: Reitplatz   Mi 15 Feb 2017 - 17:34

Zeitweise fragte sich Leon, ob er vielleicht beginnen sollte, das ganze Ambiente zu mögen und sich damit abfinden, dass das hier vorerst sein Zuhause war. Doch das viel dem heimatverbundenen Blonden gar nicht so leicht, denn auch, wenn er immer viel gereist war und schon lange in Amerika lebte, so fiel es ihm schwer, sich an neuen Orten einzugliedern. Er war nie der einfachste Charakter gewesen und das war ihm oft zum Verhängnis geworden. In der Schule waren die Lehrer nicht mit ihm klar gekommen und hatten ihn aus der Überforderung heraus lieber abgeschrieben, anstatt sich mit ihm zu befassen. Seine Eltern glaubten, gegen eine Wand zu sprechen und wehrten sich lieber mit Schweigen oder einer Ohrfeige, anstatt sich seiner anzunehmen. Was dann am Ende blieb waren nur die Freunde und seine Schwester, die allesamt italienische Wurzeln hatten. Als wäre dies nicht genug gewesen, riss man ihn dann aus der UMgebung und schickte ihn geradewegs nach Amerika auf ein Reitinernat, obwohl er doch nie wieder hatte reiten wollen.
Inzwischen hatte er sich zumindest mit seiner Situation abgefunden, wobei dies nicht bedeutete, dass er damit zufrieden war. Er war immer ehrgeizig gewesen und wollte es besser machen. Besser als sein Vater, der nie an ihn und seinen Traum vom Fußballstar geglaubt hatte. Dabei musste er längst akzeptiert haben, dass sein Sohn nicht mehr nur irgendwer auf diesem Planeten war, sondern jemand. Ob es ihn mit Stolz erfüllte stand in den Sternen, denn wenn es so war, dann konnte er dies sehr gut verbergen.
Letztendlich hatte Leonardo gemerkt, dass man sich nicht auf vieles im Leben verlassen konnte. Auch nicht auf etwaige fußballerische Erfolge, denn auf jeden Höhenflug folgte auch immer ein Rückschlag. In seinem Fall mit einer sehr langen Regenerationspause. Aber wenn man den Stimmen der Gerüchte Glauben schenken wollte, dann wurden die HMS ja ohnehin bald zum Auffangsort für gestrandete Sportler, die ein wenig Rückzug in die Natur suchten. Wie genau das angestellt werden sollte, überließ Leon jedoch lieber der blühenden Fantasie der Hofleiter.

Die Abendsonne legte sich über das Anwesen und umhüllte alles in einem goldgelben Glanz, der beinahe romantisierend wirken konnte, wenn da nicht eine solche Spannung aufgrund der Reiterspiele in der Luft gelegen hätte. Da die Zeiten, die die Reiter jeweils gebraucht hatten, geheim gehalten wurden, bis alle den Parcour durchlaufen hatten, ließ sich derzeit auch schwer sagen, wer vorne lag, zumal jetzt noch niemand einen offensichtlichen Patzer gehabt hatte. Der Römer fürchtete schon, dass später die bösen Zungen kommen würden und die Transparenz des Wettbewerbs anzweifelten, weil nicht jeder die Chance hatte, direkt nach einem Durchlauf die Zeit einzusehen. Aber manche erkannten eben auch nicht den Unterschied zwischen ein bisschen Spaß und einer ernsten Wettkampfsituation. Amber schien keiner von diesen Menschen zu sein, wenn sie auch selbst nicht scharf auf die Reiterspiele gewesen war, weswegen sie jetzt wohl am Zaun stand. Leon konnte sich nicht entsinnen, dass sie schon einmal länger miteinander geredet hatten, aber einerseits war irgendwann immer das erste Mal, und andererseits glaubte er kaum, dass es so unaushaltbar mit ihr war. Sie war immerhin hübsch und das war zwar kein Garant für Intelligenz, aber meistens für eine ansprechende Optik. Als sie sprach glich ihre Stimme einem harten Kontrast zu der Seinen, die meistens rau war und ein vibrierendes Timbre besaß, während sie niemals wirklich akzentfrei im Englischen klang. Ambers Stimme dagegen war reine Perfektion und hätte genaus gut einem Elb in Herr der Ringe angehören können. "Die Pflicht verlangt es so von mir." Er grinste sie in seiner typischen Marnier an, wobei das Funkeln in seinen Augen verriet, dass er seiner Freundin den Sieg mehr als gönnte, wenn es hier auch nicht ausschließlich ums Siegen ging. Lilly war ehrgeizig und er wusste, dass ein Sieg für sie zwar nicht alles war, aber dennoch gerne als Herausforderung gesehen wurde, die sie gerne annahm. Dass sich die Existenz ihrer Beziehung offensichtlich inzwischen herumgesprochen hatte, störte ihn wenig, denn immerhin konnten sie nicht auf Dauer verstecken spielen. Außerdem hatten sie sich für nichts zu schämen und selbst wenn irgendwelche Zungen dieses Thema vom Hof in die Zeitungen tragen sollten, so war es an der Zeit zu der Beziehung zu stehen. Über diese innerliche Reife war der Römer beinahe selbst überrascht. "Machst du bei irgendeiner dieser Spielereien heute Abend mit?" Leon hatte schnell gewusst, dass er sich für keine der angeprisenen Aktionen melden würde, denn dafür war er sich dann doch zu schade. Er sah sich lieber an, wie sich die anderen präsentierten oder bloß stellten, ehe er irgendwann wieder ins Stadion zurückkehrte und sich anschließend von den Kritikern zerfetzen ließ.

{Gespräch mit Amber}
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Lillian Adams
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BeitragThema: Re: Reitplatz   Do 16 Feb 2017 - 8:12

Bei Shawty, hatte Lilly in den letzten Monaten gelernt, gab es nur zwei Gänge: schnell, und nahezu unhaltbar. Wenn der große Warmblüter wollte, konnte er sich aufführen wie ein Junghengst, und obwohl Lilly Erfahrungen mit schwierigen Pferden hatte, hatte sie teilweise fast mehr mit ihm zu kämpfen als mit Chocolate in ihren schlimmsten Zeiten oder gar mit Apokalypse. Oft genug lag diese Überschwänglichkeit aber auch nur daran, dass er nicht ausgelastet war. Es langweilte den Wallach, allzu oft das gleiche zu machen - und gerade hier im Training, wo sie oft Sachen wiederholten, die immer noch problematisch waren, musste er das. Lilly konnte schon verstehen, warum er dann immer mal wieder einfach keinen Bock mehr hatte, das Gebiss zwischen die Zähne klemmte und lief, als wollte ihn der Teufel holen.
Am Tag des Frühlingsfestes stellte Lilly schon auf dem Warmreiteplatz fest, dass ihr Pferd heute mal wieder Feuer im Arsch hatte. Mit Mühe bekam sie ihn in eine vernünftige Haltung, denn guckig war er heute auch noch, und trotzdem preschte er ihr erstmal davon, als sie ihn das erste Mal angaloppierte. Das war schon nichts neues mehr, weder für sie noch für die Mitreitenden, und so ließ sie ihn erstmal etwas schneller laufen, bis er von sich aus anfing, geschlossener zu werden - das konnte er nämlich auch, wenn er wollte. Sie war gespannt, wie Shawty sich im Parcours machen würde. Die letzten Wochen im vorbereitenden Training hatte er sich als unerschrocken und geschickt gezeigt; das bedeutete aber noch lange nicht, dass er sich heute auch so gut benehmen wurde. Als sie aufgerufen wurde, war er zumindest für den Moment aber entspannt und konzentriert, also vielleicht konnte es ja was werden.

Die erste Aufgabe war leicht - Shawty war ein wendiges Pferd, und schaffte die engen Bögen um die Kurven im Galopp fast so elegant wie ein ausgebildetes Westernpferd, und so schafften sie es in einer super Zeit, die Ringe von den Tonnen auf den Stuhl zu bringen. Der Weg zum Flattervorhang war lang genug, um Shawty kurz etwas schneller werden zu lassen, doch Lilly bemerkte schnell, dass sie ihn in dem Tempo nicht durch den Vorhang kriegen würde. Mit etwas Nachdruck ging Shawty dann aber in einem vorsichtigen Trab durch, nur um dahinter von sich aus wieder anzugaloppieren und etwas wegzuspringen - die Absperrbänder sind aber auch gruselig! Den Slalom nahm Lilly dann im Trab, und ignorierte die Tatsache, dass sie den Bogen zum Slalom etwas weiter machen musste, um Shawty überhaupt wieder so versammelt zu kriegen. Die Stangen waren dann aber kein Problem, da ging er durch wie geschmiert.
Die Holzbrücke würde dann aber ein weiteres herausforderndes Hindernis ergeben - Shawty war ein super trainiertes Vielseitigkeitspferd, Angst hatte er davor nicht. Ganz im Gegenteil, er freute sich, weil in der Regel hinter so einer Brücke entweder ein Sprung oder ein Wassergraben kam, und da wollte er hin, und zwar schnell. Sein Trab war zügig, und seine Ohren spielten, als könnte er nicht verstehen, warum sie nicht galoppierten. Den Gefallen tat Lilly ihm erst, als sie ihn auf die Cavaletti ausrichtete - für ihn kein Problem, und so ließ sie den erfahrenen Wallach einfach mal machen, gab nur leichte Hilfen. Das klappte dann auch prima. Problemlos bekam Lilly auch den Stab zu fassen, musste dann nur gucken, dass ihr Shawty nicht doch noch wegrannte - der hatte jetzt Blut geleckt und wolltte weiter. Mit Hängen und Würgen traf sie aber irgendwie doch alle Ringe; der Stab wurde von ihr allerdings nicht in den Boden gesteckt, sondern einfach nur fallen gelassen, da sie doch jetzt beide Hände brauchte, um Shawty wieder zu sich zurück zu kriegen. Sie parierte ihn schnell durch, balancierte über den Balken, und sprang in einem Satz, der für manche, die sie nicht kannten, wohl echt waghalsig aussehen musste, wieder auf den Pferderücken zurück. Sie hatte noch nichtmal wieder die Füße in den Bügeln, als sie ihren Wallach zu einem gestreckten Galopp motivierte und durchs Ziel peste.
Das war gar nicht mal so schlecht gelaufen!
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Jonathan McGillis
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BeitragThema: Re: Reitplatz   Mi 22 Feb 2017 - 12:42

Johnny war jetzt schon fast ein Jahr hier auf dem Hof, und trotzdem hatte er manchmal immer noch das Gefühl, dass er in der Vergangenheit lebte. Zwar hatte die Heaven Meadows keine sonderlich großen Gemeinsamkeiten mit der Horizon Ranch, aber es zählte weniger der Ort als die Menschen. Er erwartete immer noch, dass Lilly am Abend ins Cottage kam und sich darüber beschwerte, dass Chocolate sie schon wieder irgendwo in den Sand gesetzt hatte, oder dass Leon und Lilly sich mal wieder derbe in die Haare bekamen. Das passierte in den letzten Monaten ziemlich selten - anscheinend war sein römischer Bruder doch noch erwachsen geworden. Es war schon komisch, hatte Johnny doch nie gedacht, dass dieser Tag mal kommen würde.
Aber jetzt war er hier. Und es war schon manchmal komisch, so ohne Penny. Aber er hatte sie nicht halten können, sie war gegangen, hatte ihn verlassen - natürlich war das schwer für ihn gewesen, dass sie sich von ihm getrennt hatte. Doch er konnte sie auch irgendwo verstehen. Sie waren nunmal zusammengekommen, als sie noch Kinder waren, und irgendwann, aber spätestens, als Penny auf dem College war und er sich durch die Gegend jobbte, hatten sie einfach beide feststellen müssen, dass das Leben andere Pläne mit ihnen hatte. Der Prozess des Erwachsenwerdens ließ viele Paare scheitern, und ganz egal, wie viel Arbeit man da reinsteckte, man konnte es nich ändern. Vielleicht hatte Johnny auch zu wenig Arbeit reingesteckt, und hatte sie deswegen verloren. Es war jetzt schon über ein Jahr her, und noch immer hatte er keine Antworten. Vielleicht würde er sie irgendwann kriegen - vielleicht würden Penny und er auch irgendwann eine zweite Chance kriegen, so wie Leon und Lilly. Und vielleicht würde das auch niemals passieren. Er wusste es nicht, aber von dem Unwissen würde er sich nicht zurückhalten lassen; er war jung, gutaussehend, und es gab viele interessante Frauen auf der Welt, sogar hier auf dem Hof. Er würde sich nicht von einer nicht einmal anwesenden Penny ins Bein schießen lassen.

Johnny ermahnte sich dazu, mit dem Trübsalblasen aufzuhören, als er die Lederjacke überzog, um sich auf den Weg nach draußen zu machen. Das Sommerfest stand an. Anders als Leon freute er sich tatsächlich über einen gemütlichen Abend mit seinen Freunden und Kollegen, und konnte es kaum erwarten. Aber wie es mit Johnny so oft war, war er mal wieder nicht fertig geworden, und kam verspätet an. An seinem Outfit lag es nicht, auch wenn die schwarze Röhrenjeans, das rote Hemd und die passenden schwarzen Lederstiefel mit der schwarzen Lederjacke sorgsam gewählt worden war. Die Haare könnten schuld sein, die sorgfältig in Perfektion gestylt worden waren. Aber das würde er niemandem erzählen. Kaum, dass er das Cottage verlassen hatte, steckte er sich die erste Zigarette zwischen die Luft - das hatte er sich auch nach all den Jahren noch nicht wieder abgewöhnt, nachdem er sich das einst von Leon abgeguckt hatte.
Eine kurze WhatsAppnachricht hatte ihm verraten, wo er seinen besten Freund fand, und so machte Johnny sich auf den Weg zum Reitplatz. Lilly ritt gerade auf den Platz, als er sich zu Leon und Amber gesellte. Sein Grinsen kam schnell und leicht und legte sich auf seine Züge, als er sich neben Leon an den Zaun lehnte und an seiner Zigarette zog. "Na, ihr zwei Hübschen?!", grüßte er die beiden fröhlich. "Was hab ich verpasst?"


{ Gedanken | kommt zu LEON & AMBER }
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BeitragThema: Re: Reitplatz   Mi 22 Feb 2017 - 17:39

Die anderen hatten sich isher gut geschlagen und Sophie hatte selbstverständlich jedem bisher zugesehen. Lillian hatte sich ziemlich gut geschlagen und das machte die Nervosität der Blondine auch nicht wirklich besser.
Mockingjay war ein gutes Pferd, immerhin waren die Beiden bereits auf der Rennbahn ein eingespieltes Team, aber nun ging es um Reiterspiele und Disziplin und nicht darum wer der schnellste war auf einer Strecke von 2600 Metern. Sie hatte den Hengst bereits gesattelt und schnallte sich den Helm um . Jetzt waren es nur noch wenige Minuten bis zum Start. Diesmal war es anders. Auf Rennen gab es immer Alex der ihr Mut zusprach und mit ihr nochmal alles durchging, doch dies war kein Turnier, geschweige denn ging es darum die Erste zu sein. Nein, es ging um Spaß und gute Zusammenarbeit und auch wenn Sophie das bewusst war, machte sie sich dennoch ein bisschen Druck. Mockingjay war ruhig, ihm war wohl schon bewusst, dass es kein Turniertag war.
"Das bekommen wir doch hin, oder?", flüsterte sie dem Hengst zu, mehr um sich selbst ein bisschen Mut zu zusprechen. Sophie grinste und machte sich bereit aufzusteigen. Der Start konnte kommen und während sie auf den Reitplatz ritt versuchte sie die bekannten Gesichter rund um den Platz auszublenden.
"Na dann lasset die Spiele beginnen.", wisperte die Blondine und wartete darauf das es endlich los gehen konnte.

Es fing an mit den Ringen. Sophie trabte an und wechselte schnell in einen leichten Galopp über. Nummer eins, Nummer zwei und Nummer drei waren schnell eingefangen und auf den Stuhl gelegt. Es konnte so weiter gehen. In einem rasanten Tempo galoppierten sie durch den Vorhang. Mockingjay amchte vor nichts halt und ihm schien das Flatterband nicht viel zu beeindrucken. Sophie grinste und  machte sich gleich auf den Weg zu den Slalom Stangen. Im Galopp würde sie diese nicht schaffen, dazu war Mockingjay zu hitzig. Also parierte sie durch und ging um die erste Stange rum. Es folgten 6 weitere, wobei sie die Letzte etwas zu spät sah und beinahe dagegen geritten wäre. Aber der junge Hengst wusste bereits was er tun musste und machte eine elegante, enge Wendung, sodass die Zwei es gerade so um die letzte Stange schafften. Die Brücke stand an und Sophie wusste, entweder würde der Hengst anhalten, oder wiederwillig hinüber traben. Sie versammelte ihn und nahm die Zügel kürzer. Dann ging es auf die Rampe zu und Mockingjay versuchte schon auszubrechen, doch Sophie trieb ihn mehr vorwärts und ihr gelang es den Hengst wiederwillig über die Rampe zu bringen. Auch wenn sie dadurch bestimmt einige Sekunden verloren hatte. Aber sie lobte den Hengst und konzentrierte sich auf die weiteren Aufgaben. Die Cavalettis waren ein Klacks. Sophie brauchte nicht viel dafür tun, da waren die zwei Sprünge auch schon gemeistert. Dann parierte sie durch um den Stab vom Boden aufzuheben. Mockingjay ließ sich anfangs etwas beirren von dem langen Stab und den ersten Ring verfehlten die Beiden, doch die nächsten waren sicher eingefangen und so landete der Spieß auch wieder im Sandboden. Nun hieß es abspringen. Sophie sprang ab und hüpfte schnell auf den Balken, während sie die Zügel von Mockingjay griff und ihn zu sich zog. Bis sie ihre Balance gefunden hatte war der Hengst ihr schon einen Schrittvoraus, doch sie fing sich schnell und tapste federleicht über den Balken bis zum Ende hin, wo sie schnell wieder aufstieg, dem Hengst die Zügel gab und ihn kräftig antruieb. Mit einem Schnellstart galoppierten die Zwei in einem zügigen Tempo durch die Ziellinie. Sophie brauchte noch einige Meter um den Hengst durchzuparieren, doch dann war es geschafft. "Das war klasse mein Großer!", lobte sie den Hengst und streichelte seine Nase, die er zu ihr gestreckt hatte.


(Reiterspiele | -> zu den Wiesen )
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Ciara Rothwood

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ALTER : Man wird ja nicht jünger, aber bestimmt wird man mit den Jahren noch weißer. Mit meinen 29 Jahren bin ich das noch nicht wirklich.
HERKUNFT : Geboren und aufgewachsen im schönen New Orleans.
BERUF : Neben meiner Abreit als Pferdepflegerin und Azubidompteur, arbeite ich noch als Barkeeperin.

BeitragThema: Re: Reitplatz   Do 23 Feb 2017 - 11:50

Ciara hatte schon etwas bammel, schließlich war es etwas anderes als ein kleiner Wanderitt. Sie hatte Hidalgo auf dem Putzplatz fertig gemacht. Sie Atmete nochmals tief durch und führte den Quarter Horse Wallach zum Reitplatz wo sich ihrer Meinung nach zu viele Menschen tummelten. Sie grüßte hier und da, ehe sie nochmals nachgurtete und Hidalgo dann warm ritt. Ciara ließ ihren Blick hier und da zu Sophie wandern, die gerade ihren Ritt absolvierte. Hier und da hatten sie und ihr Hengst ein paar Probleme, aber Sophie meisterte die Aufgaben gut, wie Ciara fand, jedoch hatte sie ihre Vorgängerinnen nicht gesehen und wusste nicht, wie sich diese angestellt hatten. So schnell wie der Ritt begonnen hatte, war er auch schon wieder vorbei und Ciara wurde an den Start gebeten. Die junge Amerikanerin musste ein paar Mal tief durchatmen und ihre Hände zitterten wie Espenlaub. „Lass mich jetzt bloß nicht im Stich ja Hidalgo“ sprach sie mit leiser Stimme zu dem Wallach und lenkte ihn an den Start.

Sie Glocke ertönte und Ciara trieb den Wallach in einen flotten Galopp, sie schienen um die Tonnen zu fliegen, doch da Hidalgo Barrel Race beherrschte war es ein Klacks für den kleinen wendigen Wallach um die Tonnen zu Galoppieren und Ciara konnte die Ringe einsammeln und sie dann auf dem Stuhl ablegen. Auch das Flatterband ließ den Wallach kalt, er Galoppierte einfach hindurch als wäre da nichts. Kurz Klopfte Ciara dem Fuchs den Hals und feuerte ihn an. Auch der Slalom war für den Fuchs kein Problem. Weiterhin im Galopp meisterten sie die sieben Slalomstangen. Auch wenn Hidalgo die Wendungen eng nahm und Ciara das Gefühl hatte gleich aus dem Sattel zu fliegen, hielt sie sich wacker oben. Vor der Brücke Zügelte sie den Wallach und zusammen Trabten sie über die Holzbrücke, durch Hidalgos Trail Erfahrung, war diese gar kein Problem. Nach der Brücke ließ sie die Zügel wieder länger und der Fuchs galoppierte wieder an. Ciara wusste nicht ob Hidalgo schon einmal gesprungen war, aber er nahm die zwei Cavaletti ohne einmal zu verweigern und Ciara war stolz auf ihren kleinen Fuchs.

Nachdem sie die Cavaletti so gut gemeistert hatte klopfte sie dem Fuchs nochmals den Hals und im Galopp ging es weiter zu der Stange die im Boden steckte. Sie zog diesen mit einem Ruck aus dem Boden und verlangsamte Hidalgos Galopp nur minimal um sicher alle Ringe zu durchstechen. Am Ende rammte sie den Stab wieder in den Boden, dieser Zitterte ein wenig als er wieder in der Erde versenkt wurde. Mit einem Sliding Stop kam sie vor dem Holzbalken zum stehen. Einen Zügel schlang sie um das Sattelhorn, den anderen nahm sie in die Hand. Sie sprang gekonnt auf den Holzbalken und mit Hidalgo an der Hand Balancierte sie auf dem Balken. Am Ende Stieg sie direkt wieder in den Sattel und gemeinsam mit Hidalgo preschte sie durchs Ziel.

Ciara war erleichtert das sie beide das so gut gemeistert hatte. Sie schlang die Arme um Hidalgos hals und knuddelte ihn kurz, ehe sie ihn noch etwas trocken Ritt. Ihr Herz raste immer noch und ihr Blut war voll von Adrenalin, doch sie war stolz auf sich. Nach ein paar Schritt runden stieg sie ab und brachte den Fuchs zurück in die Box.

[Aufregung | Reiterspiele | ->Stall]
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Alex Salas

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BeitragThema: Re: Reitplatz   Mi 22 März 2017 - 12:06

Ein schweres Seufzen entglitt Alex. Chris hatte gut reden, er war immerhin Arzt und verstand weitaus mehr von menschlicher Physe als alle anderen hier. Aber dennoch konnte er ihm nur schwer glauben, selbst wenn er Recht haben mochte. Irgendetwas hemmte ihn einfach gelassener zu werden und dabei hatte er niemals einer dieser Überväter werden wollen. Doch genau dazu war er jetzt auf dem besten Weg und das wurmte ihn insgeheim noch mehr. Doch in seinem Leben war nicht viel glatt gelaufen und so wollte er zumindest in Hinblick auf seine eigene kleine Familie nicht mit einem Fehler ins Leben starten. Dennoch würde er zwangsläufig einen Gang zurückschalten müssen, denn auch wenn Ciara ihn liebte, es war nur eine Frage der Zeit, wie lange sie ihn noch ertragen konnte. Er konnte es in letzter Zeit ja selbst kaum. Deswegen konnte er auch nur schwach nicken, als Chris meinte, Ciara würde ihren Körper kennen und wissen was sie tat. Natürlich vertraute Alex ihr, immerhin liebte er sie, aber einige Bedenken blieben immer zurück. Er stieg schließlich nicht ebenfalls in den Sattel und konnte seine Sorgen auf dem Boden zurücklassen, sondern stand hier am Zaun und war versucht zu Beten, dass alles glatt gehen würde. Was war, wenn sie das Kind verlor? Würde er sich das je verzeihen?
Bevor er sich weiter den Kopf zerbrechen konnte, ergriff der Mediziner wieder das Wort un gab seinen Tipp ab, der ähnlich dem von Alex war. Der Jockey wog den Kopf Hin und Her und stimmte dem Blonden zu. Vermutlich würde eine von Isaacs Azubinen das Rennen machen und das würde das Ego von Herrn Haber nur noch mehr pushen. Wobei - eigentlich waren es doch nur Reiterspiele. Isaac betonte selbst immer, für was für eine Zeitverschwendung er das hielt. Ein Wunder, dass er Shana erlaubte dort mitzumachen... Doch das würde Alex jetzt hier nicht zur Sprache bringen, denn das Verhältnis von dem Bereiter und seiner Azubine war ein wohl gehütetes Geheimnis. "Das stimmt, aber die beiden werden schwer zu schlagen sein."
Schließlich ritt Ciara mit Hidalgo auf den Platz und Alex ballte die Hände zu Fäusten. Jetzt durfte nur nichts schief gehen. Die Schwarzhaarige stellte sich auf, trieb den Wallach dann rasch an und versuchte offenbar Shana und Kriztina ihre Plätze streitig zu machen. Beinahe im gesamten Parcour galoppierte sie und ritt den Fuchs in enge Wendungen, die für das gut ausgebildete Westernpferd jedoch kein Problem darstellten. Das würde wirklich noch ein Kopf-an-Kopf Rennen werden. So rasch sie gekommen waren, so rasch verließen sie auch wieder den Platz und alles wartete auf die letzte Starterin. Alex konnte nicht vermeiden, dass er erleichtert aufatmete und das vermutlich auch hörbar. Erst jetzt realisierte er, dass ihr Gespräch weitergegangen war und Christian begonnen hatte, von seiner Trennung zu erzählen. Der Jockeyausbilder hörte dem Arzt mit ernster Miene zu und kam nicht umhin, dass ein mitleidiger Ausdruck in seine Augen trat. Wie hart musste es sein, die beiden Menschen, die man am meisten liebte, gehen zu lassen? Alex konnte sich nicht vorstellen, jemals wieder ohne Ciara und das Kind in ihrem Bauch zu sein. Er liebte beide abgöttisch und Chris ging es mit seiner Tochter nicht anders. "Das glaube ich dir. Trennungen sind echt immer scheiße. Wenn du irgendwas brauchst oder ich dir irgendwie helfen kann, dann rühr dich einfach ja? Kannst du Joy eigentlich noch regelmäßig sehen oder nur vereinzelt?" Das eigene Kind ziehen zu lassen war ein hartes Los und Alex wollte um Nichts in der Welt mit Chris tauschen. Aber er würde für ihn da sein, wenn er ihn brauchte. Genauso wie für Jeremy, der des Weges geschlendert kam und Alex knapp die Hand hob, sodass sich der Pfleger zu ihnen gesellen konnte. Nun hatte er hier zwei Männer mit gebrochenem Herzen, aber schwere Zeiten bestritt man am Besten mit guten Freunden an der Seite.

{Chris | Gedanken | Spiele | Ciara | Chris | Jeremy}
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Noah Shoemaker
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ALTER : I've been on this world TWENTY-FOUR YEARS - and it feels like it's been too long.

HERKUNFT : They told me I'm AUSTRALIAN - but I found out there's something else there, too.

AUSBILDUNG : I've been a JOCKEY all my life - now I'm fighting for my US license.


BeitragThema: Re: Reitplatz   Do 23 März 2017 - 8:55

Noah wusste zwar nicht, wie es war, einen Bruder zu haben; aber das bedeutete nicht automatisch, dass er nicht wusste, wie Brüder miteinander umgingen. Er hatte viele Filme gesehen, hatte viele Bekannte beobachtet, und aus diesem Wissen war ja die Sehnsucht nach einem Geschwisterchen gewachsen, damals. Jetzt hatte er immerhin einen großen Bruder - jemanden, den er jahrelang gesucht hatte - und Isaac ging überraschenderweise immer mehr mit ihm um, als würde er ihn tatsächlich als seinen Bruder akzeptieren. Das war schon komisch. Es war das, was Noah gewollt hatte, aber es fühlte sich ungewohnt an. Und nicht selten traf Isaac mit seinen dummen Sprüchen, die vermutlich nicht so böse gemeint waren, einen wunden Punkt bei Noah.
Die Kommentare an diesem Tag bildeten da auch keine Ausnahme. Er war kein Feld-, Wald- und Wiesenreiter, und er hatte Potential. Seit er denken konnte, arbeitete er jeden Tag hart an seinem Traum, professioneller Jockey zu werden, und in Australien hatte er es schon geschafft. Gut, er hatte keine großen Siege außerhalb der Listenrennen geschafft - aber er war in manchem großem Rennen zumindest platziert gewesen. Sein Herz zog sich zusammen, wenn er daran zurückdachte, wie stolz seine Eltern nach seinem ersten richtigen Rennen gewesen waren, das er gleich gewonnen hatte. Es war nur ein Listenrennen, ein Verkaufsrennen, nichts großen. Aber sie waren so stolz gewesen. Die Shoemakers. Nicht seine Eltern. Die hatten ihn noch nie reiten sehen.
Und jetzt redete Isaac wie die Stimmen in Noahs Kopf, die versuchten, ihm das letzte, was er liebte, auch noch madig zu machen. Und eigentlich wusste er es besser, wusste, dass er besser war, als die Leute dachten, wusste, dass er es zu etwas bringen konnte. Aber irgendwann, wenn er immer und immer wieder das gleiche hörte, konnte er nicht anders, als zu überlegen, ob da nicht doch ein Fünkchen Wahrheit hintersteckte. Vielleicht hatten die Stimmen - und Isaac - ja doch recht, und er war gar nicht so viel wert, wie er immer dachte. Vielleicht sollte er es ja doch einfach aufgeben, und irgendwas aus seinem Leben machen, das einfacher war. Vielleicht, vielleicht, vielleicht.

Nach außen hin war jedoch von seinem inneren Tumult nichts zu merken. Noch immer lehnte er entspannt am Zaun, und hatte seinen natürlich-arroganten Gesichtsausdruck aufgelegt. Langsam kam die Übung wieder, und es wurde wieder einfacher, die Zweifel und die Wunden zu verstecken und so zu tun, als ginge es ihm gut. Vielleicht lag das auch daran, dass die Wunden sich schlossen, und der frische Schmerz abebbte. Auf jeden Fall war Noah erleichtert darüber; die Fassade hatte ihn jahrelang beschützt, das hatte sich bis heute nicht geändert. Es war sicherer, sich dahinter zu verbergen, denn so konnte er verhindern, dass er wieder verletzt wurde.
"Siehst du mich mit irgendeinem totenbraven Pony da rumgurken? Nein. Also bin ich auch keiner von ihnen.", erwiderte Noah trocken, denn es war alles, was ihm zu dem Thema einfiel. Wenn er Glück hatte, würde Isaac es so auf sich beruhen lassen. "Na, wenn das so ist, warum stehen wir dann noch hier? Drüben auf den Wiesen gibt es Essen und Alkohol." Nach Essen stand ihm zwar nicht der Sinn - er hatte gerade wieder ein Pfund zugenommen, das ging so nicht -, aber er musste den Schein wahren. Für Emma, die sich zu schnell sorgen machte. Für Isaac, damit der nicht dachte, sein kleiner Bruder wäre endgültig übergeschnappt. Und für sich selbst, damit er sich in Sicherheit hegen konnte.


{ Gedanken | Gespräch mit ISAAC }
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Dr. Christian Ackles

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BeitragThema: Re: Reitplatz   Fr 24 März 2017 - 20:15

Ciara meisterte den Ritt ganz wunderbar und konnte unversehrt den Platz wieder verlassen. Sofort fiel von dem Jockeytrainer die Anspannung ab, welches Chris mit einem Lächeln hinnahm. Er konnte den Anderen sehr gut verstehen. Ciara war aber auch über den Platz geheizt. Sie schien allen beweisen zu wollen, dass sie es trotz Schwangerschaft konnte und für die beiden Azubinen einen große Konkurrentin war. Sie erinnerte den Human-Mediziner sehr stark an seine Ex-Frau. Dana war auch immer sehr ehrgeizig gewesen und hatte es immer allen beweisen wollen.
Nach dem Ritt kam das Thema wieder auf die Trennung des Arztes zu sprechen und Chris nickte dankbar.
"Das weiß ich Alex. Vielen Dank aber Momentan kann mir da glaube ich keiner helfen.", meinte er und versuchte ein leichtes Lächeln aufzulegen, was jedoch misslang.
"Naja, wirklich regelmäßig kann man das nicht nennen. Ich kann Joy ja nur nehmen wenn ich ein freies Wochenende habe und die sind momentan auch eher mau. Fußball, feste oder Turniere und dazu noch die Arbeit im Krankenhaus... Das merke ich schon sehr und wenn die Kleine bei mir ist, dann will ich sie ja nicht irgendwie abschieben, auch wenn ich weiß das Becca und Lewis sie jederzeit nehmen würden, sondern mich ganz um sie kümmern."
Ja momentan war es einfach schwierig, doch die Zeit die der Vater mit seiner Tochter hatte, die genoss er auch in ganzen Zügen, auch wenn es ihm sehr schwer viel die Kleine dann Sonntags wieder zu ihrer Mutter zurück zu bringen.
Auch weil es Chris immer noch schwer fiel Dana nicht mehr als seine Frau zu sehen. Dafür war es dann doch noch zu frisch.
Als Alex seine Hand hob sah Chris sich um und erblickte ebenfalls Jeremy. Er wusste das auch dieser eine Trennung hinter sich hatte und so waren sie Leidensgenossen.
Chris atmete einmal tief durch und versuchte die Trüben Gedanken beiseite zu schieben. Immerhin sollte dieser Tag ein Fest und keine Trauerveranstaltung werden.
"Na Jeremy? Wer ist dein Favorit?", fragte er den jüngeren und lenkte somit das Thema wieder auf die Reiterspiele, die sich langsam dem Ende zuneigten.


(Alex/ Gespräch/ Jeremy)
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Leonardo Fabbri
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BeitragThema: Re: Reitplatz   Mo 1 Mai 2017 - 17:54

Die überraschende Schweigsamkeit von Amber kam zwar plötzlich, aber wirklich verwundern tat sie Leonardo nicht. Immerhin kannten sie sich kaum und man musste nicht jedem sein Herz ausschütten, aber zumindest seine Frage hätte sie beantworten können. Dennoch musste auch er seinen Blick vorerst von ihr wieder auf den Platz wenden, denn soeben ritt Lilly auf Shawty ein und wartete auf ihr Startsignal. Der Römer konnte nicht leugnen, dass er seiner Freundin gerne dabei zusah, wie sie das machte, was ihre Profession war. Sie gehörte auf den Pferdrücken und auch jetzt, wo sie sich konzentrierte, konnte er förmlich ihre blauen Augen leuchten und vor Glück strahlen sehen. Dem Reiten würde sie wohl nie überdrüssig werden und Leon wollte auch gar nicht, dass es so kam. Immerhin blieb ihm somit auch Raum für seinen eigenen Sport.
Bevor er allerdings Shawtys und Lillys Ritt verfolgen konnte, mischte sich eine anderen, wohl bekannte Gestalt unter sie. Er brauchte die Bernsteinaugen gar nicht abwenden, um zu erkennen, wessen Zigarettenrauch ihm da in die Nase stieg. Jonathan war seit Anfang des neuen Lehrjahres auf der Ranch und Leon konnte es zeitweise noch immer nicht glauben, wie "angenehm" ihm seine fußballerische Zwangspause mittlerweile erschien. Jetzt konnte er wenigstens endlich wieder ungehemmt mit jemandem ungehemmt Männergespräche führen. Bisher hatte er da bei niemand anderem auf dem Hof den Elan zu gehabt und alles wollte er auch nicht immerzu mit Lilly besprechen.
"Rauchen ist schlecht für den Erfolg im Sport." Wie gerne er Jonny doch damit tadelte. Ihm war es gelungen aufzuhören, als er sich vollkommen auf seine Karriere fokussiert hatte. Dennoch weckte sein Freund mit seinem Zigarettenkonsum wieder alte Gelüste in ihm und manchmal hasste Leon ihn beinahe dafür, dass er den Glimmstängel nicht mal Glimmstängel sein ließ, während er selbst abstinent lebte.
Nun wandte er sich doch kurz zu seinem besten Freund, dessen Augen ebenfalls auf Lilly gerichtet waren. Ehe Leon allerdings zu einer kurzen Zusammenfassung des bisherigen Verlaufs ansetzen konnte, ertönte schon die Glocke un Shawty galoppierte an. Der Blonde ertappte sich dabei, wie er selbst mitfieberte und jede Bewegung der beiden verfolgte, doch es lief gut. Der Braune machte es seiner Reiterin nicht unbedingt leicht, aber er hörte gut auf ihre Signale. Leon wusste darum, wie sehr Apocalypse Lilly manchmal fehlte, wie sehr sie dieses verrückte Punktetier liebte, aber Shawty war eine neue Herausforderung für die zierliche Reiterin. Und er selbst musste mit Erstaunen feststellen, dass sie noch besser geworden waren, als er vermutete hatte. Reiterspiele waren nicht unbedingt seine Welt, immerhin kam er aus der Rennsparte, aber dass es um Vertrauen und Feinabstimmung ging, war auch ihm klar. Beides harmonierte bei den Beiden und doch wagte der Römer zu bezweifeln, dass es die neue Bestzeit war. Die anderen waren teilweise ebenfalls sehr schnell unterwegs gewesen.

"Verpasst hast du nicht viel, das Wichtigste hast du immerhin jetzt gesehen." Er zwinkerte Jonny unter der Sonnebrille zu. "Gab einige, die relativ flott unterwegs waren. Shana, Ciara und die schweigsame Azubine von unserem Lieblingsbereiter. Gemeinsam mit Lilly werden sie wohl um die vorderen Plätze kämpfen." Die Feindschaft zwischen Isaac und Leon war kein Geheimnis, sodass er sie auch nicht zu verstecken suchte. Er glaubte auch nicht, dass Jonny den arroganten Bereiter mittlerweile mehr leiden konnte als zuvor. Selbst wenn es sein Ausbilder war. Und wenn doch - vielleicht sollte er seine Freundewahl nocht einmal überdenken... Natürlich würde er das nicht wirklich tun, denn Jonny war Jonny und er war durch niemanden zu ersetzen. "Und was hast du heute Abend vor?" In letzter Zeit war relativ viel auf dem Hof los gewesen, sodass Leon sich fragte, ob sein bester Kumpel ihm mitgeteilt hatte, an einem der Stände oder Aktionen teilzunehmen. Vielleicht hatte der Drogenkonsum von früher ihm doch die ein oder andere Zelle des Langzeitgedächtnisses außer Gefecht gesetzt.

{Amber | Reiterspiele | Lillys Ritt | Jonny}
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Isaac Haber

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JUNG GENUG, UM WIE 26 AUSZUSEHEN.

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BeitragThema: Re: Reitplatz   Do 4 Mai 2017 - 18:57

Wieder einen realen Bruder zu haben war etwas, womit Isaac nicht mehr gerechnet hatte. Er hatte lange Nachforschungen angestellt, hatte wissen wollen, wo seine wirkliche Familie war, wie sie lebte und wie es ihr ging. Doch von vier Geschwistern hatte er nur Raquel und Filipa ausfindig machen können, wobei er mit Raquel kaum Kontakt hatte. Doch immerhin mit seiner jüngeren Schwester telefonierte er öfter - es war einfach gut zu wissen, dass dort noch jemand war, der die eigene Geschichte kannte und einem das Gefühl von Heimat vermitteln konnte, ganz gleich wie heimatlos man war. Und dann war da auch noch Noah, der ihm die HMS zur Heimat hätte machen können, wenn nicht alles an und mit ihm so vollkommen fremd gewesen wäre. Isaac war es, als wäre sein einstiger Bruder Alvaro gegen Noah Shoemaker ausgetauscht worden. Grundlegend war das ja auch so. Er war kaum fähig gewesen zu laufen, als sie ihn ins Heim gesteckt und zur Adoption freigegeben hatten - wie hätte er sich an irgendetwas erinnern sollen. Dennoch tat genau dieses Wissen weh. Das Wissen darum, dass Noah kaum noch etwas mit ihm teilte, außer vielleicht sein Blut. Doch die Erinnerungen und die Vergangenheit hatten sie beide alleine bestritten und geformt und ein wirkliches Band zwischen Brüdern würden sie so schnell nicht wiedererlangen.
Nichtsdestotrotz versuchten sie beide irgendwie zueinander zu finden, selbst wenn es ihnen noch so schwer fiel. Es war nicht so, wie wenn man einen neuen Freund kennenlernte und auch nicht so, wie wenn man ein altes, vertrautes Gesicht wiedertraf. Es war etwas anderes und es fühlte sich komisch an, sodass Isaac versucht war, der Situation zu entfliehen, es aber insgeheim besser wusste und seinen Schweinehund unterdrückte.
Die Trockenheit in Noahs Worten erinnerte in keinster Weise an den fröhlichen, aufgeweckten Jungen, als den Isaac ihn jahrelang in Erinnerung behalten hatte. Doch was hatte er erwartet? Er selbst hatte sich schließlich auch verändert und dennoch sehnte er sich nach Noahs einstiger Unbeschwertheit. "Nur weil du Vollblüter reitest..." Es klang versöhnlich und keineswegs herausfordernd. Dass Isaac allerdings nicht viel von Vollblütern hielt, war kein Geheimnis. Wenn sie jedoch auf der Rennbahn liefen, war es für ihn einigermaßen ok. So konnten sie mit ihren dünnen Beinen wenigstens vorerst keine anderen Reiter in Gefahr bringen. Wobei man nicht sagen konnte, dass so manches Warmblut dickere Beine oder Nerven als ein geschulter Blüter besaß.
Die von Noah geäußerte Begierde zum Grillstand zu gelangen, verwunderte den Bereiter doch ein wenig. Zwar war er Model und er wusste, was dieses Business mit so manchem anstellen konnte, doch er erkannte auch, wann ein Mensch weitestgehend körperlich entstell war. Misstrauisch hob er die Brauen und in die grauen Sturmaugen legte sich ein ernster Glanz. "Alkohol vor einem Fußballspiel? Es ist zwar nur zum Spaß, aber ich würde dich dennoch ganz gerne besiegen, Brüderchen. Und das geht nüchtern besser. Und woher rührt dein plötzlicher Heißhunger?" Esstörungen hatten vielerlei Muster und noch mehr verschiedene Gründe. Isaac hatte nicht vor Noah zu bedrängen oder zu belästigen. Er wusste besser als viele andere, was Körperkult wirklich bedeutete, und was so mancher dafür zu opfern bereit war. Er selbst war immerhin ebenfalls mehr als schlank und fast zu muskulös für seinen Körper, der kantiger kaum hätte sein können. Aber er sah dennoch, dass bei Noah etwas nicht stimmte, das weit außerhalb der Modebranche und deren Einfluss lag und dass das, was er da trieb keineswegs gesund oder nur eine Phase war. Dafür ging es schon zu lange und die weiten Shirts konnten das kaum noch verbergen. Er war immer schlank gewesen, seitdem Isaac ihn kennengelernt hatte, aber nicht so schlank. Und plötzliche Hungerattacken in Kontrast mit stundenlanger Enthaltsamkeit waren dem Bereiter nicht vollends unbekannt. Wenn auch eher bei Frauen als bei den Herren der Schöpfung.

{Noah}
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Ich bin zarte 19 Jahre alt.
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Ich bin in Rom Fiumicino geboren und aufgewachsen.
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Ich will eine Jockette werden.

BeitragThema: Re: Reitplatz   So 14 Mai 2017 - 21:34

Lange hatte Francesca am Zaun gestanden, um sich ihre Konkurrenz anzusehen. Lange war sie auch der Meinung gewesen, als Jockette selbstverständlich sehr gute Chancen auf den Sieg zu haben. Doch diese Behauptung hatte sie schnellstens wieder abgelegt, denn das Tempo, dass Shana, und wenige Minuten später auch die Ungarin Krisztina vorgaben, war beinahe schon unmöglich. Reiterlich war Francesca weit entfernt von dem, wozu die vorher genannten Bereiterazubinen in der Lage waren, denn immerhin befanden sich die beiden unter den Fittichen von Isaac Haber.
Abgesehen davon hatten beide die gehörige Portion Talent und den Ehrgeiz, um einmal im ganz großen Sport mitzumischen.
Francesca hatte das auch, aber nicht in dieser Disziplin. Der Parcours würde sie an ihre absoluten Grenzen bringen, vor allem auch, da sie keinen ihrer beiden Vollblüter ritt, sondern die Welsh Stute Mercy Falls. Mercy war bei weitem kein einfaches Pony, eher so etwas wie eine Prinzessin, und Francesca war sich sicher, dass die Schimmelstute auch hier wieder einmal versuchen würde, ihren Kopf durchzusetzen.
Das Duell der Dickköpfe durfte sie allerdings nicht verlieren, denn hier sah jeder zu. Ihr Ausbilder, und nicht zuletzt auch ihr Mitazubi Noah. Besonders vor ihm konnte sie sich nicht lächerlich machen, denn er nutzte jetzt schon jede Gelegenheit, um die Italienerin verbal niederzuschlagen. Ein Versagen würde dem arroganten Australier nur noch mehr Angriffsfläche bieten.

Seufzend wandte Francesca sich ab. Sie besaß nicht das reiterliche Geschick der Berittazubinen, also musste sie da Tempo machen, wo sie konnte, und den Rest eben so genau wie möglich ausführen. Das würde definitiv nicht einfach werden, denn ihre Fähigkeiten beschränkten sich hauptsächlich auf das Temporegulieren auf einer Ovalbahn.
Nachdenklich stiefelte die Italienerin zu Mercy, die sie am Halfter vor ihrer Box angebunden hatte -Abgeritten hatte sie vorhin schon, ehe sie den anderen zugesehen hatte - und trenste die Ponystute auf. La principessa piccola jedoch legte die Ohren an, woraufhin Francesca ungeduldig die Augen verrollte. Nach gefühlten zehn Minuten hatte sie es dann geschafft, Mercy die Trense aufzuziehen und alle Riemen zu schließen. Zum Schluss setzte sie sich noch ihren Helm mit dem pink-weißen Überzug und der Jockeybrille auf, ehe sie sich in Mercys Sattel schwang und sie zum Reitplatz steuerte. Dort verließ gerade Ciara mit dem Quarter Fuchs Hidalgo den Ring, da der Wallach ein Barrel Racing Horse war vermutete Francesca, dass auch dieses Paar die Messlatte sehr hoch gelegt hatten. Zugegeben, ein klein wenig Nervosität verspürte die Italienerin jetzt schon, doch sie durfte sich nicht unterkriegen lassen. Entschlossen ritt sie Mercy auf den Platz und wartete, bis das Startsignal ertönte.
Als es soweit war, schon Francesca ihre Hände auf Mercys Mähnenkamm nach oben und gab ihr die Galopphilfe. Willig, jedoch bockend, sprang die Welsh Stute ab und preschte mit angelegten Ohren auf die erste Tonne zu. Francesca saß nun im Sattel ein, nahm Mercy ein wenig zurück und schaffte es, alle Ringe im Galopp einzusammeln. Als sie jedoch am Stuhl ankamen, stellte Mercy jedoch fest dass dieser kleine Schimmelponys fraß, und sprang zur Seite, woraufhin Francesca die Ringe gerade noch auf den Stuhl fallen ließ.
Die Italienerin schüttelten den Kopf, trieb Mercy jedoch weiter und mahnte sie, sich zu konzentrieren. Das tat sie auch, und zwar auf den Flattervorhand, vor dem sie letzten Endes prustend parkte. "Che cazzo fai???", fluchte Francesca. Das war es dann mit der Zeit.
Dennoch trieb Francesca Mercy entschlossen durch den Vorhang und beendete den Parcours in einem waghalsigen Tempo. Selbst wenn der Rest geklappt hatte, so hatte die Verweigerung sie zu viel Zeit gekostet. Enttäuscht verließ sie mit dem Pony den Platz. Sie war nicht entschlossen genug vorwärts geritten, das hatte Mercy wohl ausgenutzt und verweigert.
Stöhnend öffnete sie die Schnalle ihres Helms und schloss die Augen, während sie sich vom Reitplatz entfernte.
{schaut zu # steigt auf # RITT # Verweigerung # verlässt den Platz}

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