THESE ARE THE GLORY DAYS FROM NOW UNTIL FOREVER WE'VE COME ALONG WAY AND THE ROAD IS CLEAR FOR ANOTHER HUNDRED YEARS
 
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 Reitplatz

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BeitragThema: Re: Reitplatz   Sa 19 Jul 2014 - 13:45

Guillén war schon immer fasziniert vom Springreiten gewesen, weshalb er selbst diesen Sport ausübte, auch wenn sein eigener Schwerpunkt auf das Dressurreiten gerichtet war. Er ließ die beiden nicht aus den Augen. Beobachtete den Sprung, die Galoppade und wie sie eine einheitliche Symbiose mit einander ein gingen. Sie waren ein gutes Paar und keine einzelne Stange berührte den Boden. Jedoch wollte er Daniel und Gun noch etwas Zeit für sich geben, ehe sie zu Springen gehen würden. Er hob kurz eine Hand um sich von den beiden zu  verabschieden. Er wusste nicht, wo ihn seine Füße als nächstes hin tragen würde, ob er den Elan auf bringen konnte um sich doch das Springturnier an zu sehen oder ob er in den Stall gehen würde um etwas Zeit mit seiner Stute zu verbringen. Wieder Stoben so viele Gedanken durch seinen Kopf. Ja die meiste Zeit verstrickte er sich in das Netz seiner Gedanken und seiner eigenen Vergangenheit, manchmal war es wirklich leid, doch so war es nun einmal. Alles schien so unwirklich seit er sein Land verlassen hatte und doch mochte er Amerika und seine Anstellung auf den Heaven Meadows Stable.

Er vergrub die Hände in den Taschen und verließ den Springplatz. Den Kopf leicht gesenkt, immer noch in seine eigenen Gedanken verstrickt, nahm er den Weg zurück zum Hof. Wusste jedoch nicht so recht, wo er wirklich hin sollte, bis er sich dann doch dazu entschied seiner Stute einen Besuch ab zu statten und vielleicht dann zum Turnier zu gehen. Jedoch wusste er immer noch nicht, ob das wirklich so eine gute Idee war. Während er noch so weiter grübelte hatten ihn seine Füße schon in den Stall und zu Estelle, seiner Stute geführt, die bei seinem Anblick freudig wieherte. So würde der junge Mann doch einige Stunden bei seiner Stute verbringen und was danach geschah, war ihm jetzt herzlich egal.


[beobachtete Daniel & Gun | verabschiedet sich | Verlasst den Springplatz | geht zum Stall | Estelle]
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Isaac Haber

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BEITRÄGE : 720
ALTER :
JUNG GENUG, UM WIE 26 AUSZUSEHEN.

HERKUNFT : DAS, WAS EINER HEIMAT AM NÄHSTEN KÄME, IST UND BLEIBT LONDON IM LAND DER QUEEN.
BERUF : ALS BEREITER NEIGT MAN BEINAHE DAZU, GRAUE HAARE ZU BEKOMMEN.

BeitragThema: Re: Reitplatz   Di 22 Jul 2014 - 15:12

Deutlich spürte Isaac den Blick von Shana, der über ihn glitt. Es war einer dieser Blicke, die sie ihm früher immer zugeworfen hatte. Nicht zwingend bewundernd, aber doch sehr eingenommen von seinem Antlitz. So wie ein verliebtes Mädchen eben blickte, wenn sie den Mann ihrer Träume sah. Und so mit einem vollkommen anderen Ausdruck in den Augen, weil es Shana war, die ihn ansah, und Shana zeigte sich nicht als schwache, ergebene Frau, sondern als selbstbewusstes Wesen, das allerdings eine gewisse Neigung für die schönen Dinge, oder eben Wesen, dieser Welt hatte. Grinsend sah Isaac sie an, als sie neben ihn ritt und Cloud sofort in Royals Mähne schnoberte. Die Stute suchte augenblicklich die Nähe des jüngeren Wallachs und hatte offenbar nocht überhaupt keine Lust auf die turniertypische Konkurrenz, sodass die beiden Pferde auch einträchtig nebeneinander durch die Stallgasse laufen konnten, ohne dass man sich sorgen musste, sie könnten durchgehen. Zumal sich die hohe Stallgasse dazu anbot im Schritt hindurchzureiten und ähnlich wie die einstigen Könige aus dem Stall hinaus auf den Hof zu reiten.
Im Vorbeigehen tippte Isaac sich grüßend an die Kappe, als Rebecca Lacroix in sein Sichtfeld trat, die ebenfalls zu seiner heutigen Konkurrenz zählte. Da er bereits auf dem Pferd saß, musste er zu der stellvertretenden Hofleitung hinuntersehen, - was er eigentlich immer musste, da sie kleiner war, als er selbst - aber eigentlich sah er sowieso immer auf sie hinab. Zumindest von seinem Denken her, denn der Brite machte sich nichts aus hierarchischen Strukturen, sodass auch Becca schon das ein oder andere Mal zu spüren bekommen hatte, dass Isaac seinen ganz speziellen, eigenen Kopf hatte. Selbstverständlich hatte dies Folgen nach sich gezogen, da sich die Dunkelhaarige bei Weitem nicht alles gefallen ließ, aber der gebürtige Portugiese war ja niemand, der sich dadurch aus dem Konzept bringen ließ, oder über seine Grundeinstellungen nachdachte.

Draußen auf dem Hof war es weitesgehend ruhig, erst als sie sich dem Reitplatz näherten, verdichtete sich das Geschehen. Viele waren auf dem Weg zum Springplatz, der in ähnlicher Richtung lag und so bildeten sich Gassen, um die beiden Reiter hindurchzulassen. Nun war es jedoch so, dass sowohl Isaac, als auch Shana, durchaus bekannt im Turniersport waren und einige ihre Richtung änderten und mit ihnen zum Warmreiten gingen. Von Zeit zu Zeit trippelte Cloud vor sich hin und Isaac musste sich schon bemühen, sein Pferd im Zaum zu halten, denn der Trubel hier brachte auch die erfahrene Stute in Aufregung, noch dazu die Menschen, die das Weltklassepferd erkannten und am liebsten Autogramme verlangt hätten.
Endlich kam der Platz in Sicht, wo bereits Daniel seinen Wallach warmsprang. Er war einer der nächsten Starter. Isaac war froh, dass die Menschentrauben draußen bleiben mussten, sodass ihm und Cloud wieder Luft zum atmen blieb. Dennoch verlangten einige durch Zurufen nach Autogrammen, Fotos oder Ähnlichem. Der Portugiese ignorierte dies gekonnt, hinter Shana schloss jemand das Gatter des Platzes und so konnten sie sich in der Mitte des oberen Zirkels zum Nachgurten aufstellen.
"Lassen wir die Spiele beginnen. Falls du noch einen letzten Hinweis eines alten Mannes möchtest: in der Dreierkombination, reite an den letzten Sprung mit einem anstatt mit zwei Galloppsprüngen dran. Royal hat die Kraft in der Hinterhand dazu und er braucht den Schwung, wenn du ihn mit zwei Galloppsprüngen zurücknimmst, hast du weniger Platz und der letzte Steilsprung da ist tückisch. Aber dies ist nur ein Rat, du machst ja sowieso was du willst."
Seine Augen funkelten sie an, während er nachgurtete, dann zwinkerte Isaac der Brünetten zu und verließ den Zirkel. Einige Runden ging er im Schritt am dritten Hufschlag, begann dann Cloud an den Zügel zu stellen und schließlich in einem flotten Trab locker zu reiten. Die Stute schnaubte ab, Isaac spürte das sie entspannt und aufgeregt zugleich war. Sobald die Startglocke ertönen würde, würde ihr das Adrenalin in die Adern strömen und dann gab es kein Halten mehr. Voller Vorfreude nahm Isaac die Zügel mehr auf, saß aus und brachte die Braune auf die Hinterhand. Das Bild, das sich ergab, war harmonisch wie selten zuvor, Reiter und Pferd schienen miteinander zu verschmelzen, es war deutlich zu sehen, dass hier zwei Profis am Werk waren und auch die Zuschauer am Rand waren angesichts dieses Bildes verstummt. Dazu noch die Turnierkluft der beiden, die ihnen noch mehr Eleganz verlieh, als sie ohnehin schon hatten. In einem sanften, schwungvollen Gallopp sprang Cloud an, während sie Hin und Wieder zu den Sprüngen schielte, die noch auf M-Höhe gehalten waren. Nach einigen Runden im Gallopp visierte Isaac den ersten Sprung an, wie immer war sein Blick unaufhörlich auf das Gescheh auf dem Platz gerichtet, niemals sah er in das Pferd hinein, was viele andere Reiter, insbesondere die der Dressur, gerne taten. Auf der Geraden beschleunigte er Cloud, wendete sie dann rechzeitig ab, ritt noch mal zwei Galloppsprünge voll aus, nahm sie dann etwas zurück ... 1 ... 2... 3...4...5... Sprung. Die amtierenden Europameister waren zurück.

{<-WALLACH-UND STUTENSTALL | Shana | Hof | Zuschauer | Reitplatz | letzter Rat | Warmreiten}
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Rebecca McKinley

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BEITRÄGE : 196
ALTER : Ich kann auf 45 Jahre Lebenserfahrung zurückblicken und eben die weitergeben.
HERKUNFT : Die Stadt, die niemals schläft hat mich geprägt, aber nicht zu einer typischen New Yorkerin gemacht.
BERUF : Zusammen mit Lawrence leite ich den Hof als Stellvertretende Hofleiterin, davon abgesehen lehre ich Springreiten.

BeitragThema: Re: Reitplatz   Sa 26 Jul 2014 - 18:22

cf. Wallach- und Stutenstall

Wizard war mit gesenktem Kopf und aufmerksam gespitzten Ohren vom Stall bis zum Reitplatz marschiert, ohne sich von den Zuschauern irritieren zu lassen. Die beschlagenen Hufe klapperten über den Asphalt, wurden jedoch von den anderen Geräuschen ganz übertönt, was in Rebecca jenes altbekannte Gefühl der Zufriedenheit hervorrief. Die meisten Menschen kannte sie nicht mehr, scharten sich nicht um den hellen Wallach und sie, wie es vor zwanzig Jahren gewesen war oder wie es jetzt bei Isaac und Cloud geschah. Sollte sie das melancholisch stimmen? Egal, was es sollte, es machte sie weder nachdenklich noch traurig. Sie fühlte sich gut! Hoch über der Menge auf ihrem Ross kam sie sich wie eine Kämpfer vergangener Zeit vor, stark und frei.
Auf dem Reitplatz tummelten sich noch die anderen Reiter, die am M-Springen teilnehmen wollten. Sie alle verströmten letztlich das gleiche Bild, wenn auch auf ganz unterschiedliche Art. jeder war auf sein Pferd und die vor ihnen liegende Aufgabe konzentriert. Einige Reiter standen noch am Rand und redeten mit ihren Begleitern, andere nahmen schon die ersten Sprünge oder ritten ihr Pferd warm. Mit letzterem würde Rebecca auch beginnen.
Im Schritt reihte sie sich auf dem Hufschlag an und begann, mit Wizard zu arbeiten. Wie gewöhnlich richtete er sich sofort nach ihren Hilfen, blieb aufmerksam bei ihr. Vielleicht würde das ihr letztes Springen dieser Klasse werden, doch es würde auf jeden Fall wieder ein gemeinsames Springen werden. Und darauf kam es schließlich an.
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Shana McCormick
2. Lehrjahr
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ALTER : Ich bin mittlerweile schon 23 Jahre alt, doch das heißt nicht, dass ich mich auch unbedingt immer so verhalte.
HERKUNFT : Meine Heimat liegt in Schottland. Genauer auf einem Gestüt in der Nähe von Glasgow.
AUSBILDUNG : Ich lasse mich zur Bereiterin in der englischen Reitweise ausbilden. Die einzig vernünftige Entscheidung, wenn man sein Leben lang mit jungen Pferden zu tun hatte.

BeitragThema: Re: Reitplatz   Fr 8 Aug 2014 - 15:54


Cloud und Royal waren mal wieder ein Herz und eine Seele. Es schien ihnen egal zu sein, dass sie gegeneinander antraten. Sowieso würden sie ja die gleiche Belohnung bekommen, egal, was im Parcours passierte. Ob nun die Braune oder der Lichtfuchs vorn lagen, das war ihnen herzlich egal. Die Schleifenfarbe konnten sie ja größtenteils sowieso nicht erkennen. Und so marschierten sie einträchtig neben einander her und begannen sich gegenseitig mit der Nase anzustupsen und Zärtlichkeiten auszutauschen. Die breite Stallgasse bot sowieso an, hindurch zu reiten, denn sollte hier wirklich einmal ein Pferd durchgehen, war noch immer genug platz zur Seite und nach oben. Und da ihre beiden Pferde so ruhig und entspannt waren, wie sie es sein sollten, bestand auch keine Gefahr für irgendwen.
Als Rebecca Lacroix ihnen viel Glück wünschte, musste Shana sich wirklich bemühen, um ihr Lächeln an der Stelle zu halten, an der es gerade saß. Sie sagte lieber nichts, denn das hätte vermutlich nur dazu geführt, dass ihre Maske verrutscht wäre. Stattdessen nickte sie ihr nur freundlich lächelnd zu und sobald sie aus ihrem Sichtfeld war, fiel ihr Lächeln auch schon herunter und sie verdrehte genervt die Augen. Sie mochte diese Frau einfach nicht. Vielleicht lag es auch einfach daran, dass sie immer so dauerfreundlich war, wie jetzt.

Draußen auf dem Hof war es nicht ganz so voll, wie sie es erwartet hätte. Doch je näher sie dem Reitplatz kamen, desto mehr verdichtete sich die Menge. Und das Los eines jeden bekannten Sportlers war es, bedrängt zu werden – von allen Seiten, was bei Roy keine besonders gute Idee war. Der Wallach hatte nun einmal Probleme damit, von fremden Menschen angefasst zu werden und es war nicht ungewöhnlich, dass er dann auch mal austrat. Und genau das war der Grund, warum an seinem Schweif auch ein schickes rotes Schleifchen hing, das eigentlich mehr für Zuschauer gedacht war, als für andere Reiter auf dem Abreiteplatz, denn mit Pferden vertrug er sich ja.
“Ein bisschen mehr Abstand, bitte!“, verlangte sie mit lauter Stimme, sodass es hoffentlich alle gehört hatten. Ein kleines Mädchen hatte gerade die Hand nach der Schulter des Wallachs ausgestreckt und die Reaktion kam prompt, indem er die Ohren anlegte und den Kopf nach oben riss. Zum Glück blieb er sonst ruhig und als sie endlich auf dem Abreiteplatz ankamen, auf dem auch der hiesige Vielseitigkeitslehrer Daniel McHale gerade seinen Wallach warm sprang, wurde auch Royal wieder ruhiger. Genervt seufzte Shana und ließ sie Zügel wieder ein Stück länger, sodass er sich noch einmal strecken konnte, bevor sie mit der Arbeit anfingen. Bevor sie beide anfingen, stellten sie sich noch gemeinsam zum nachgurten auf und Isaac hielt es für nötig, seiner ‚Schülerin‘ noch einen Hinweis zu geben.
“Du hast ganz recht, ich mache sowieso, was ich will. Aber ich werde mich daran erinnern. Wenn ich optimal dran komme, dann werde ich es wohl so machen.“
Nachdem auch Royals Sattelgurt ein paar Löcher weiter nach oben verschnallt war, trieb sie ihn mit sanftem Schenkeldruck vorwärts und nahm die Zügel auf. Nun begann die richtige Arbeit. Schon im Schritt gab sie leichte Paraden und arbeitete ihn an den Zügel heran, bis sie schließlich antrabte und ihn im Trab langsam löste. Der 11-jährige trabte locker und arbeitete gut mit. Auf dem Zirkel bog sie ihn noch ein paar Runden ordentlich, was nicht ganz einfach war, da man doch auch immer sehr auf seine Mitreiter achten musste. Schließlich galoppierte sie ihn an und ließ ihn erst einmal ein paar Runden locker warm galoppieren, ehe sie wieder durchparierte, nach gurtete und dann weiter ritt. So langsam musste sie auch die ersten Sprünge nehmen und setzte gleich Isaac und Cloud hinterher, die vor ihnen einen tollen Sprung hinlegten.
Royal war sofort aufmerksam, schaute sich den Sprung genau an und seine Galoppade wurde etwas größer, bis Shana ihn schließlich wenige Sprünge vor dem Sprung wieder leicht zurücknahm und verkürzte. Sie saß ein und schwang mit jedem Galoppsprung mit. 1…2..3 Am Sprung tippte sie ihn noch einmal kurz mit den Sporen an, um einen vernünftigen Satz über den Steilsprung machen zu können. Der Wallach stieß sich ordentlich und kraftvoll vom Sandboden ab, zog die Vorderhand schön an seinen Körper und bog sich über den Sprung. Die Schottin ging mit der Bewegung mit, gab ihm die Hand vor und presste sich an den Körper ihres Pferdes. Der Sprung wirkte harmonisch, doch nicht so, wie es bei Isaac und Cloud war. Diese legten eine sportliche Perfektion hin, sie waren Profis. Bei Roy und Shana schien es nicht ganz so professionell zu sein, nicht zu professionell einfach. Man merkte dem Lichtfuchs deutlich seine Freude an und sein Vertrauen, aber auch die Zwanglosigkeit. Ihr Sprung besaß eine gewisse Leichtigkeit, die sie schon in den niedrigeren Klassen gehabt hatten. Royal hatte ein wenig Gummiball-Charakter, während Cloud immer ein Profi zu sein schien. Doch dieses Bild sagte gar nichts im Spitzensport. Es gab auch Pferde, die kontinuierlich mit dem Schweif schlugen und austraten und trotzdem fantastisch sprangen.
Bevor sich aufkamen, saß sie wieder ein und nahm die Zügel wieder auf, damit er ihr nicht davonmarschierte. Geordnet setzten Royals Hufe auf dem Boden auf und er sprang sogleich wieder freudig im Galopp an. Lobend klopfte die Hand seiner Reiterin seinen Hals, dann steuerte sie erneut den Steil an.
Isaac & Cloud & Royal xx verscheucht Besucher xx Abreiteplatz xx Antwortet xx Warmreiten
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Lawrence McKinley
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ALTER : Die Zeit ist das Kostbarste, was wir haben, deswegen achte ich auch nach 52 Jahren noch sehr genau auf sie.
HERKUNFT : Als Heimatliebhaber habe ich Kalifornien immer die Treue gehalten.
BERUF : Der Verantwortung als Hofleiter und Dressurlehrer kann und sollte man sich nicht entziehen.

BeitragThema: Re: Reitplatz   Fr 15 Aug 2014 - 23:40

PLOT 3
Von Siegern, Stress und Prüfungsangst

Schneller als gedacht, verging der Vormittag mit einem rasanten, packenden Springen, das sicherlich Höhen und Tiefen hatte. Es war ein spannender Wettkampf mit manchmal haarscharfen Entscheidungen und einer Menge Adrenalinkicks - nicht nur für die Reiter auf ihren Pferden.
Der erste Turniertag ist in vollem Gange und scheint schon jetzt ein voller Erfolg für die Heaven Meadows Stables zu sein. Die Starter des Gastgeberstalls konnten allesamt mehr als zufrieden stellende Ergebnisse in der ersten Disziplin des Turniers verzeichnen. Einzig und allein der Sturz von Juliena Grossworth sorgte für einige Schrecksekunden, doch sowohl Pferd, als auch Reiterin scheinen mit einem Schreck davongekommen zu sein. Aufgrund von jeweils einem Abwurf konnten leider weder Lillian Adams noch Callum Moreno die vorderen Plätze belegen, haben mit ihren jungen, unerfahrenen Pferden aber zweifelsfrei eine super Leistung gezeigt. In den zwei höchsten Klassen konnten dann sogar zwei Siege für die HMS eingefahren werden. Der erfahrene Vielseitigkeitslehrer Daniel McHale entschied mit seinem Heart-shaped Gun das Rennen ebenso für sich, wie der erfolgsverwöhnte Isaac Haber auf der alternden Cloud Atlas Sextet. Ebenso zeigten Shana McCormick und Rebecca Lacroix eine fehlerfreie Leistung und konnten sich damit im S-Springen die vorderen Plätze sichern.
Nach der Auswertung des Springens und einer kurzen Siegerehrung mit Ehrenrunde, gab es eine kurze Pause, in der alle einmal durchschnaufen und die Pferde zurück in die Box, oder sogar auf die Weide bringen konnten. Als nächstes steht nun die Dressur auf dem Plan, die ebenfalls nicht gerade wenige Gäste anlockt. Während sich die Springreiter also zurücklehnen und erstmal eine Stärkung brauchen, kommt nun langsam Aufregung bei den Dressurreitern auf und die ersten machen sich daran, die Pferde fertig zu machen, bevor es ins Viereck zum "tanzen" gehen kann.

> Mittwoch, 24. Februar
> Nachmittags, 15.15 Uhr
> sanfter Sonnenschein, ca. 18°

ALLE, DIE AN DER DRESSUR teilnehmen machen nun ihre Pferde fertig und begeben sich auf den Aufwärmplatz(Springplatz); in einer 3/4 Stunde beginnt die Dressur für die ersten HMS-Starter! ALLEN ANDEREN ist es freigestellt wo sie posten, allerdings solltet ihr euch an den natürlichen Turnierflair halten, d.h. startet jetzt keinen Ausritt o.Ä. Nehmt z.B. Plätze auf der Tribüne ein etc.
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Lawrence McKinley
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BeitragThema: Re: Reitplatz   Sa 8 Nov 2014 - 20:04

16:00 - L-DRESSUR
__________________________________________________________________

1# Alexander Lee (auswärtig)
2# Samira Turner (auswärtig)
3# Lillian Adams (HMS)
4# Tim Johnson (auswärtig)
5# Joey Collins
6# Samantha Lucklar (auswärtig)
7# Tina Hünau (auswärtig)
8# Marc Black (auswärtig)
9# Roman Lopleklovka (auswärtig)
10# Kelly Roncalv(auswärtig)
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Lillian Adams
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ALTER : Die "Kleine" ist schon stolze, mutige 22 Jahre alt - wie die Zeit rast!
HERKUNFT : California girls are undeniable ...
AUSBILDUNG : Lillian hat es zwar schon geschafft, sich als Reiterin in der Branche einen Namen zu machen, doch jetzt will sie auch die Ausbildung zur Vielseitigkeitstrainerin hinter sich bringen.

BeitragThema: Re: Reitplatz   Di 11 Nov 2014 - 18:22

Das Lustige war, dass Apokalypse sich heute ziemlich gut benahm. Lillian hatte gedacht, dass sie mit dem Hengst ganz schön kämpfen müsste, immerhin hatte er sich ja eben beim Fertigmachen schon ganz schön angestellt und das war alles gewesen, nur nicht schön. Allerdings riss er den Kopf weniger in die Höhe, als sie noch mal nachgurtete, und brach nur leicht seitlich aus, als sie sich in den blitzenden Dressursattel schwang, und das überraschte die junge Profireiterin schon deutlich. Sie passte natürlich auf die anderen Pferde auf dem Warmreiteplatz auf, als sie den Tigerschecken warm machte, aber er benahm sich - zum Glück, denn sie war die einzige HMS-Starterin in der L-Dressur. Apokalypse benahm sich: er ließ sich gut biegen und stellen, stellte sich an den Zügel, seine Gänge waren federnd und weich, nachdem sie ihn erstmal eine Runde galoppiert hatte. Klar, er hatte versucht, zu rasen, hatte ihre Dominanz etwas in Frage gestellt. Aber er bekam sich auch schnell wieder ein, nachdem sie sich durchgesetzt hatte, und als sie schließlich in den Ring ritten, war er weich und warm, quasi nicht am Schwitzen, bereit, Menschen zu bezaubern.
Es war schon ein komischer Anblick, dieses auffällige, scheinbar zufällig zusammengewürfelte Paar. Apokalypse war nur durchschnittlich groß, aber kompakter gebaut als die meisten tanzenden Dressurpferde, und mit seinem weißgrauschwarzen Fell stach er definitiv aus der breiten Menge von Braunen, Füchsen und Rappen heraus. Lilly wirkte auf ihm ziemlich klein und zierlich, aber auch irgendwie zu elegant, als dass sie so einen Wallach hätte reiten können. Das bedeutete aber nicht, dass sie nicht zeigen konnten, das ssie sich durchaus zusammengerauft hatten in den letzten Wochen. Klar, Lilly hatte mit ihrem letzten Pferd, das über fünf Ecken sogar mit dem großen Totilas verwandt gewesen war, manche S-Dressur abgeräumt, bevor der große Schimmel schließlich in den wohlverdienten Ruhestand gegangen war, und davor hatte sie ja Chocolate Lady gehabt, die durchaus noch anspruchsvoller gewesen war als Apokalypse, und mit ihr hatte sie manche M-Preise eingesackt. Aber trotzdem war der Warmblüter eine Herausforderung für sie; eine Herausforderung, der sie sich nur zu gern jeden Tag aufs Neue stellte.
Schon beim Aufreiten schaffte Lilly es, Apokalypses Schritte an den Takt der im Hintergrund dudelnden Kürmusik anzupassen, und auch als sie nach dem Gruß wieder antrabten, gelang es ihr. Dann, dann begann ihr Tanz. Apokalypse hatte keine superhohe Knieaktion, aber er stand schön im Genick und nahm sogar die Hinterhand besser mit, als er es in manchen erfolgreichen Trainingsstunden getan hatte. Lillys Hilfen waren unauffällig, quasi nicht vorhanden, und das, obwohl sie auf die Sporen verzichtet hatte - Apokalypse reagierte noch immer nicht gut auf scharfe Reiterhilfen mit Sporen und Gerte, und so ließ Lilly sie immer weg, wenn sie ihr Pflegepferd ritt. Es schien beinahe so, als würde er allein durch den Ring tanzen, vom versammelten in den spanischen Trab wechseln und zurück, und all die Figuren ausführen, die Lilly ihm vorgab. Lilly achtete nicht auf das, was um sie herum geschah, sondern konzentrierte sich ganz und gar auf ihren Reitpartner. Sie wusste, dass Apokalypse wahrscheinlich ausbrechen würde, wenn sie ihm die Chance gab. Aber auch, als sie die perfekt getimten Galoppwechsel vollführten, behielt sie ihn bei sich, ließ ihn nicht davonkommen. Sie hatten das hier so oft geprobt, um die Wechsel auf die Musik abzustimmen, um das Tempo und die Wendungen richtig hinzubekommen, sie wusste inzwischen, wann Apokalypse ihr am Liebsten davonglitt.
Dieses Mal lief alles glatt. In der Generalprobe hatten sie, mit einem kleinen Gangartswechselfehler, sechs Minuten und dreiundfünfzig Sekunden gebraucht, dieses Mal sollten sie wohl etwas darunter liegen. Aber es war ihr auch egal - auch, wie die Richter sie am Ende bewerden würden, es war ihr egal. Denn als sie anhielt, um nochmal zu grüßen, dann den Reitplatz verließ, wusste sie, dass die Beiden eine Runde hingelegt hatten, wie sie zusammen nach der Zeit, die sie zusammen gehabt hatten, nicht besser hätten hinkriegen können. Und so grinste sie einfach nur voller Freude, als sie Apokalypse vom Reitplatz ritt und dann schließlich auf dem Hof von seinem Rücken glitt. Überschwänglich lobte sie den Wallach, klopfte ihm den Hals, strich ihm über Schulter und Kopf - nur, damit er ihn hochwarf und sie böse anfunkelte. Es brachte sie zum Lachen, denn genau das war das Pferd, das sie trotz allem in den letzten Wochen ins Herz geschlossen hatte.


{ Warmreiten | Turnierauftritt | vorm Reitplatz | lobt Apokalypse }
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Lawrence McKinley
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ALTER : Die Zeit ist das Kostbarste, was wir haben, deswegen achte ich auch nach 52 Jahren noch sehr genau auf sie.
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BeitragThema: Re: Reitplatz   Mi 12 Nov 2014 - 16:45

17:00 - M-DRESSUR
__________________________________________________________________

1# Annabelle Riedl (auswärtig)
2# Shana McCormick (HMS)
3# Toni Rocher (auswärtig)
4# Kim Gopsilt (auswärtig)
5# Alex Salas (HMS)
6# Nadine Capellmann (auswärtig)
7# Mariza Ferreira (HMS)
8# Elijas Horton (auswärtig)
9# Richard Davison(auswärtig)
10# Lawrence McKinley (HMS)
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BeitragThema: Re: Reitplatz   Do 18 Dez 2014 - 20:07

Der Hof schien nur so zu summen von all der Energie, die von all den Menschen, die heute auf ihm herumwuselten, kam. William genoss es wieder und wieder, solche Events zu verfolgen: Turniere waren etwas, das ihn faszinierten, weil sie ihm die Chance gaben, Menschen zu beobachten, ohne, dass er wirklich bemerkt würde. Sie sahen den jungen Mann, der sich stets bedeckt hielt und mit niemandem wirklich Augenkontakt machte, nicht, waren sie doch zu sehr konzentriert auf ihre Pferde, oder die Pferde von anderen, oder die Menschen um sich herum. Es faszinierte William, was so ein Turnier mit dem Hof anstellte, und an sich guckte er es sich gern an - solange er denn nur nicht mitmachen musste.
Zum Glück hatte er sich dem geschickt entzogen, und konnte so in aller Seelenruhe das machen, was er am Liebsten tat: beobachten. Auch die Tatsache, dass er sich entschieden hatte, Zeit mit der jungen Auszubildenden Camille zu verbringen, obwohl er sie doch kaum kannte und obwohl er wirklich schlecht darin war, Zeit mit Menschen zu verbringen, spielte dem ein wenig zu; so hatte er eine schöne Ausrede, über den Hof zu dackeln, immer der quirligen kleinen Brünetten hinterher, und zu beobachten, was vor sich ging. Es war alles so supergut durchgeplant - sogar das Essen passte, kleine gesunde Happen, die perfekt waren für die Pause zwischen zwei Turnierdurchgängen. Will selbst aß natürlich nichts; er war zu sehr gewöhnt an das Loch im Bauch, das ihn daran erinnerte, dass sein Körper noch lebte, noch danach strebte, Energie zu sich zu nehmen, um zu überleben. Es war Jahre her, dass er zum letzten Mal ohne das stetige Hungergefühl durch die Welt gegangen war. Es war inzwischen ein Teil von ihm.
Camille sagte dazu glücklicherweise nichts, als sie sich etwas zu essen holte und er sich trotz der Chance nichts nahm, und bevor er sich versah, waren sie schon wieder aus dem Hauptgebäude raus und auf dem Weg zum Reitplatz. Er sah gerade eine auswärtige Reiterin auf den Platz reiten - wenn er es richtig vernommen hatte, hatte soeben die M-Dressur-Prüfung begonnen. Es war kaum zu glauben, wie schnell der Tag schon wieder umgegangen war. Noch etwa eine Stunde Auftritte von heimischen und auswärtigen Reitern, und dann würde dieser erste Turniertag auch schon dem Ende zugehen; was morgen kam, darüber wollte der Engländer gar nicht erst nachdenken. Morgen musste er in den Ring, mit Lewandje. Es waren zwar 'nur' Reiterspiele, aber das war schon genug, um ihm Magenschmerzen zu bereiten.
An der Tribüne angekommen, sah sich der junge Brite um, wo denn noch ein freier Platz war. Die Tribüne war gut besetzt, und vermutlich würde er nirgendwo einen Sitz bekommen, wo er nicht viel zu nah an irgendeinem komplett Fremden sitzen musste. Das war immer so, er hatte damit rechnen müssen. Es sorgte trotzdem dafür, dass er wieder begann, sich etwas unwohler zu fühlen - und das, obwohl er sich so fest vorgenommen hatte, sich zusammenzureißen, sich zu verhalten wie ein normaler Mensch. Er hatte es seinen Eltern doch versprochen.
"Wo hin?", fragte William Camille schließlich, noch immer unschlüssig.


{ kommt mit CAMILLE vom Stuten-/Wallachstall zu den Tribünen am Reitplatz }
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Shana McCormick
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BEITRÄGE : 897
ALTER : Ich bin mittlerweile schon 23 Jahre alt, doch das heißt nicht, dass ich mich auch unbedingt immer so verhalte.
HERKUNFT : Meine Heimat liegt in Schottland. Genauer auf einem Gestüt in der Nähe von Glasgow.
AUSBILDUNG : Ich lasse mich zur Bereiterin in der englischen Reitweise ausbilden. Die einzig vernünftige Entscheidung, wenn man sein Leben lang mit jungen Pferden zu tun hatte.

BeitragThema: Re: Reitplatz   Mo 22 Dez 2014 - 11:59

Cf "Solarium"

Nach einem kurzen Aufwärmen ihres Pferdes unter dem Solarium, verschwanden sie wieder in ihren Boxentrakt. Das kurze Gespräch mit Leon fand kaum einen Nachhall, handelte es sich doch hauptsächlich um Banalitäten. Jetzt hieß es wieder einmal Konzentration, doch die Brünette hatte keine Sorge, dass nun noch etwas schief gehen konnte. Bei diesem Wettkampf legte sie auch gar nicht einmal so viel Wert auf’s Gewinnen, selbst wenn sie sich recht sicher war, dass sie es schaffen würden. Gegen Isaac zu gewinnen, wäre ihr wichtiger gewesen. Sie wollte ihn zwar nicht zwingend runtermachen, doch es wäre definitiv eine Genugtuung gewesen, die Rache dafür, dass er sie fast tagtäglich beim Training quälte. Aber er war nicht umsonst ein Spitzenreiter und nicht umsonst Ausbilder auf dem Hof. Hinter diesem Erfolg steckte harte Arbeit und Können, sie war kein Glücksgriff, der mal so kam und dann wieder verschwand. Und das gleiche wollte sie auch aufbauen, war sich sogar sicher, dass sie es schaffen würde. Mit seiner Unterstützung oder allein – das war egal. Irgendwann würde sie auch dort sein, an der Spitze, Teil der Elite!
Phantom bewegte sich zunächst etwas schwerfällig unter dem Sattel, doch als sie ihn ein wenig zu arbeiten begann, wurde er wacher. Sanft kitzelte sie ihn mit den Sporen, spielte mit dem Zügel und bekam ihn ohne große Probleme in eine feine Anlehnung. Während sie ritt, beobachtete sie die anderen Reiter ein wenig, kritisierte sie stumm und arbeitete dennoch weiter, um das Beste aus ihrem Andalusier herauszukitzeln. Er war das einzige barocke Pferd auf dem Abreiteplatz, das wunderte Shana jedoch nicht wirklich. Viele sahen in den iberischen Pferden auch nicht das Potenzial für den hohen Dressursport. Doch wer einmal Fuego XII, diesen PRE Hengst mit seiner außergewöhnlichen Ausstrahlung und Präsenz gesehen hatte, der konnte schwer bestreiten, dass diese Outsider, die Underdogs der Spitzendressur nicht für diesen Sport gemacht waren. Und genau dorthin wollte sie mit Phantom auch, egal was sie sagten. Sie hatte nicht ohne Grund irgendein Warmblut gewählt, das eine halbwegs passable Abstammung hatte, sie hatte sich an diese Rasse gewagt und es niemals bereut.

Der Aufruf erwischte sie passend, sie war gerade so weit, dass Phantom vernünftig warm war, ohne sich groß angestrengt zu haben. Am langen Zügel ritt sie ganz entspannt zum Dressurplatz. Das Pferd-Reiter-Paar genoss die Blicke, die ihnen zugeworfen waren. Phantom streckte den muskulösen Hals, der durch die eingeflochtene Mähne nur noch mehr betont wurde. Niemand würde es nun wagen ein abfälliges Wort über sie fallen zu lassen, sie wirkten perfekt und vor allem perfekt für diesen Sport. Der Braune ließ alle wissen, dass das hier seine Bestimmung war und zeigte seine besten Gänge – er war in Topform. Die Kür war allerdings zu leicht für ihn, sie hätten durchaus mehr zeigen können. Doch es war eben nur eine M-Dressur und nun galt es statt nur schwierige Lektionen zu zeigen, diese einfachen Lektionen umso perfekter zu reiten. Der – im Gegensatz zu seinen Mitstreitern – etwas schwerfälliger wirkende Wallach machte seine Sache sehr gut, bemühte sich, zeigte alles, was er konnte. Er schwebte beinahe im Trab, zeigte eine beachtliche Aktion der Vorhand, wie sie ein normales Sportpferd niemals haben würde. Im Galopp warf er die kräftige Vorhand weit nach vorn, ohne dass die Hinterhand inaktiv wirkte, dafür sorgte seine Reiterin mit ein wenig aktivierendem Schenkel.
Als sie aufmarschierten und mit langem Zügel aus der Bahn ritten, atmete der PRE schwer. Shana war nicht minder geschafft, jedoch mehr geistig, als körperlich. Sie war die Anstrengung gewohnt, trainierte sie doch fast jeden Tag hart. Doch sich wenige Minuten auf jeden Schritt seines Pferdes zu konzentrieren zehrte sogar an ihr. Aber jetzt waren sie durch und das einzige, was nun noch auf sie zu kam war ein entspannter Distanzritt mit Royal, der sich bis dahin locker wieder vom Springen erholt hatte.
Nach ein paar Minuten Abreiteplatz, verschwand die Schottin schließlich wieder in den Stall. Die Menge um sie herum verdichtete sich etwas, wollten doch alle dieses außergewöhnliche Pferd näher betrachten, doch als sie im Stall war, hatten sie endlich ihre Ruhe und der Wallach stellte die Ohren auch wieder entspannt auf, statt die genervt anzulegen.

Leon xx Abreiteplatz xx Ritt xx Stall

Tbc in „Stuten- und Wallachstall - Boxen“
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Alex Salas

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BERUF : Warum bin ich nochmal JOCKEYTRAINER geworden? Mir ist es glatt entfallen.

BeitragThema: Re: Reitplatz   Di 23 Dez 2014 - 15:05

Die Tage im Februar waren, ebenso wie die meisten im Winter, mit nicht gerade viel Sonne gesegnet. So hielt sich der Himmel auch an diesem Tag relativ bedeckt, doch die Temperaturen waren eigentlich ganz angenehm. Zumindest, wenn man aus Finnland kam und die eisigen Minusgrade eines finnischen Winters erlebt hatte, der weitaus weniger Gnade kannte, als der Winter Amerikas. Wobei auch in diesem Land es ja Gegenden geben sollte, wo die Temperaturen ernorm fielen. Möglicherweise waren das aber auch nur Geschichten.
Doch auch winterliche Grade machten dem Team aus Finnland nichts aus. Alex und Ilmarinen waren die kalten Tage und Nächte gewöhnt und hatten schon bei frostigeren Zeiten trainiert, sodass dieses Wetter für den Friesen ebenso wenig wie für seinen Besitzer ein Problem darstellte.
Glücklicherweise hatte Alex früh genug angefangen, die Mähne seines Hengstes einzuflechten, denn wie er abermals feststellte, war dies eine Aufgabe mit der man(n) sich stundenlang beschäftigen konnte, zumal er ohnehin nicht sonderlich geschickt war, was Mähnenfrisuren anging. Der Rappe war jedoch mit einer äußerst üppigen Haarpracht gesegnet, die nun gezähmt werden wollte und anders als der Rest mit seinen Sportpferden mit Kurzhaarfrisur, stand Alex doch eine ganze Weile, bis er das dicke Langhaar einmal annäherungsweise gezähmt hatte. Nachdem sie schließlich fertig war, machte sich der vermeintliche Jockey, der heute in der Dressur antrat, an den Schweif des Schwarzen, den er in weitaus kürzerer Zeit mit einem Fischgrätenzopf versah. Dann war der Friese endlich fertig eingeflochten, sodass der DUnkelhaarige zufrieden sein Werk betrachten konnte, ehe er in der Sattelkammer verschwand. Dort schlüpfte er in sein Jacket, knöpfte es zu, zog sich die Dressurstiefel an, schnallte stumpfe Sporen dran und griff dann nach Zylinder und weißen Handschuhen. Mit gezielten Handgriffen rutschte er das Outfit zurecht, dann holte er den blank geputzten, schwarz glänzenden Sattel und die ebenso auf Hochglanz polierte schwarze Kandare mit den weißen Polsterungen aus dem Schrank.
Zurück bei Ilmarinen reckte dieser interessiert den Kopf, als sein Besitzer in einem derartigen Aufzug zu ihm trat, offensichtlich fand der Hengst Gefallen daran, Alex wieder einmal so zu sehen, war ihre aktive Turnierzeit doch eigentlich ausgelaufen. Heute jedoch sollte der Friese noch einmal zeigen, was er konnte und Alex war sich sicher, er würde es. Er hängte den Sattel vor der Boxentür über die Halterung, legte auch die Kandare darüber und griff nach den Bandagen und deren Unterlagen. Klassisch weiß wurde der schwarze Hengst heute eingekleidet, sodass beide Farben einen starken Kontrast bildeten und ihn noch mehr erstrahlen ließen, als er es ohnehin schon tat. Nachdem die Bandagen angelegt waren (der Fesselbehang irgendwie in seine Schranken gewiesen worden war), machte sich Alex ans Satteln. Auch hier war die Big Square Schabracke weiß und dick gepolstert, um eine ideale Stoßdämpfung zu ermöglichen. Den mit Lammfell überzogenen Gurt, zog der Jockey noch nicht allzu fest, schnappte sich ersteinmal die Kandare und zäumte seinen Friesen auf. Kurz hatten die beiden noch Zeit, um ein paar Sekunden inne zu halten, sich zu sammeln und Kraft zu tanken, dann führte Alex Ilmarinen aus der Box, zog sich Handschuhe über und setzte den Zylinder auf. Beide schwarz und weiß, waren perfekt aufeinander abgestimmt und draußen auf dem Hof, warf man ihnen doch den ein oder anderen beeindruckten Blick zu, als sie sich zum Weg auf den Abreiteplatz machten.

Osmo war angespannt, das merkte Alex, noch bevor er auf seinem Rücken saß. Der Rappe kannte den Turniertrubel, doch so viel Aufregung hatte er schon lange nicht mehr mitbekommen, war Alex nur noch selten und wenn auf kleineren Turnieren mit ihnen gewesen. Beruhigend murmelte er einige finnische Worte, nachdem er aufgesessen war, und lenkte den Schwarzen in die Bahn.
Zugegeben, alle hier waren ziemlich gut. Logischerweise, sonst würden sie nicht in der M-Dressur starten. Alex wusste, dass die Konkurrenz hart war und so rechnete er auch nicht mit einem Sieg, denn der war gegen eine Shana McCormick oder Mariza Ferreira sicherlich nicht ganz leicht zu erringen. Shana allerdings musste auch ein wenig mehr Glück haben für einen Sieg als Mariza, denn es gab eine Menge Richter, die die PREs in der Dressur nicht sonderlich mochten, da sie in vielen hohen Lektionen nicht beide Hände stark genug aktivierten. Ihre Pirouetten waren zweifellos grandios und unschlagbar, doch bei den Traversalen hatten die Andalusier dann doch oft mehr Probleme als ein klassischer Warmblüter. Jedoch wollte sich Alex nun nicht weiter mit derartigen Gedanken über die Konkurrenz befassen, nahm langsam die Zügel auf und begann mit ein paar lockeren Trabrunden. Doch schon nach wenigen Minuten scheute Osmo aus heiterem Himmel, sodass der Jockey Mühe hatte den impulsiven Friesen wieder zu beruhigen. Anschließend verlief das Aufwärmen zwar gesittet und ruhig, doch Alex spürte wie der Hengst unter ihm weiter damit beschäftigt war, seine Aufregung zu kompensieren. Blieb nur zu hoffen, dass die Kür besser lief.

Die Glocke ertönte und in einem runden Gallopp ritt der Dunkelhaarige ein, kam bei X zum Stehen und grüßte. Anschließend nahm er die Zügel wieder auf, trabte vom Fleck weg an und wendete ab auf den ersten Hufschlag. Ilmarinen hatte schon zu Kauen begonnen und war nun einigermaßen locker, sodass er eine ordentliche Kür zeigen konnte. Gleich in der nächsten Ecke, stellte Alex den Friesen um, sodass sie eine gute Ausgangslage für die Traversale hatten, die im nächsten Augenblick auch schon wie von Zauberhand von dem Schwarzen ausgeführt wurde. In der Mitte hatte er mal einen kurzen Trittfehler, den er mit Alex Unterstützung aber sofort wieder korrigierte. Bei C zeigten sie eine Piaffe, wendeten dann auf den Zirkel ab und galloppierten an. Nun begann es langsam wirklich so auszusehen, wie man es von den beiden gewohnt war: wie ein perfekter Tanz von Harmonie, Kraft und Eleganz. Ilmarinen schien über den Boden zu schweben und die Gesetze der Schwerkraft hatten offenbar keinen Grund mehr zu wirken. Die fliegenden Wechsel, die Stärke des Friesen, waren perfekt wie in seinen besten Zeiten und so verstummten die Zuschauer auf den Rängen nach und nach, als der Reiter an der nächsten langen Seite das Tempo erhöhte und der Gallopp raumgreifender wurde, nur um an der kurzen Seite wieder zurückgenommen zu werden und in einen lockeren, losgelösten Trab zu verfallen, während der Friese in einer perfekten Anlehnung in der Senkrechten dahinschritt.
Beinahe viel zu schnell war die Kür zu Ende und Alex fand sich auf der Mittellinie auf einem schwitzenden Pferdeleib wieder, der zuvor ein seine alte Bestform zurückgefunden hatte. Ein letztes Mal grüßte er, auch die Richter nickten ihm leicht lächelnd zu und die Zuschauer verfielen in Applaus, als er die Zügel freigab und seinen Rappen zufrieden lobte. Er wusste, dass der Ritt nicht perfekt war, ebenso wie ihm bewusst war, dass Osmo keine 10 Jahre mehr war, doch in diesem Augenblick im Viereck, hatte er fast geglaubt, es wäre so.

Sanft lächelnd ritt der Jockey mit den finnischen Wurzeln zum Abreiteplatz zurück. Ilmarinen schien ebenso zufrieden wie er, kaute schmatzend vor sich hin und besah sich nun ruhig und ausgeglichen das Turniergeschehen, als tatsächlich ein paar kleine Kinder zu ihnen kamen und um ein Foto baten. Bereitwillig nickte Alex und hielt seinen Rappen an, der sofort Neugierde gegenüber den kleinen Kreaturen verspürte und seinen Kopf zu ihren Schultern senkte.
Dieser Tag schien doch noch einen Hauch von Perfektion zu bekommen...


{<-Stall/Abreiteplatz | Scheu Osmos | Viereck | Ritt | Zufriedenheit | Foto | ->ABREITEPLATZ}
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BeitragThema: Re: Reitplatz   Di 23 Dez 2014 - 20:00

Mariza erwartete von diesem Turnier nicht weniger als sich den Titel für die HMS zu sichern. Nicht gerade einfach, bei einer doch sehr starken Konkurrenz. Das Feld war breit gefächert. Auf dem Platz konnte sie Shana und ihren braunen PRE- Wallach entdecken. Aber auch Alex war mit seinem Friesen vertreten. Obwohl Mariza wusste, dass die beide außerordentlich guten Reiter waren, wiegte sie sich doch etwas in Sicherheit. In den höheren Klassen waren Friesen oder spanische Muskelpakete eher Randerscheinungen. Montesquieu hingegen schien wie gemacht für diese Prüfungen. Auf dem Abreiteplatz gab es keinerlei Probleme. Der Hengst war wunderbar locker und schwebte in seiner Losgelassenheit in Piaffen und Traversalen hinein, die seinesgleichen suchte. Mariza war in Jackett und Zylinder kaum widerzuerkennen. Die wilde Mähne war streng zusammengebunden und die feurige Ader, wich einer hochkonzentrierten Ausstrahlung. Auch ihr markanter Monty ließ sich von der Atmosphäre nicht einschüchtern. Wie auch? Ist der populäre Hengst von Brasilien schon ganz andere Kaliber gewohnt. Stadien, Flutlicht? Alles kein Problem für den Showman. Montesquieu war im besten Alter und zeigte sich so rausgeputzt von seiner besten Seite. Mähne und Schweif waren eingeflochten und betonte seine schwungvolle Oberlinie. Kandarenzaum und Sattel waren auf Hochglanz poliert und funkelten geradezu in der spärlichen Beleuchtung des Platzes. Am langen Zügel schreiteten die beiden durch die Bahn, ehe sie aufgerufen wurden. Marizas Herz war kaum zu bändigen. Dieses Turnier war ihr erstes auf amerikanischen Boden. Nun konnte sich das Reiter-Pferd-Paar erstmals international beweisen, wenn auch im kleinen Maßstab.

Am Einlass zum Platz entfernte ein Stallbursche noch schnell Montesquieus Bandagen und dann ging es auch schon ins Viereck. Schwungvoll trabte der Oldenburger in das Dressurviereck, während passend die Kürmusik spielte. Am Mittelpunkt stellte sich der Hengst exakt auf, ohne die Spannung zu verlieren. Konzentriert grüßte Mariza die Richter. Anschließend erlebte das Publikum einen wahren Augenschmaus. Montesquieus Perfektion unter den Einfluss seiner zierlichen Reiterin Mariza suchten potenzielle Konkurrenz. Galoppwechsel waren alle korrekt und exakt durchgesprungen. Auch bei den Traversalen schob der Oldenburger sein Gewicht schön unter und stolzierte von einer Hufschlagfigur in die Nächste. Zur Musik von Rihanna tanzten die beiden eine sehr gute, moderne Performance. Auf der Schlussgeraden holten beide noch einmal das letzte bisschen Konzentration aus sich heraus. Die Brasilianerin konnte sich aber ein freudiges Lächeln bis zum Halten nicht mehr verkneifen. Sie grüßte die Richter und ihre spektakuläre Vorstellung war vorbei. Überschwänglich lobte sie ihren stattlichen Hengst, der seine Arbeit wirklich gut gemacht hatte. Sie klopfte beidseitig seinen Hals ab, ehe Monty entspannt schnaubend am langen Zügel das Viereck verlassen hatte. Unter Beifall kehrten die beiden auf den Abreiteplatz zurück „Du bist einfach der Beste.“ Freute sich die Brasilianerin über ihre sehr passable Vorstellung. Eilig kam wieder ein Stallbursche angerannt, der eine dünne Decke über den Pferdekörper warf.

Nachdem sie schlussendlich noch einige entspannte Runden auf den Platz gedreht hatte, verschwand Mariza ohne große Aufregung wieder im Stall.
[Auftritt | Teilnehmer | Ritt | Freude | Abgang]


Zuletzt von Mariza Ferreira am Mi 24 Dez 2014 - 12:26 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Isaac Haber

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BeitragThema: Re: Reitplatz   Mi 24 Dez 2014 - 11:16

@Mariza: Shana's Phantom ist ein Brauner Wink Kein weißer
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BeitragThema: Re: Reitplatz   Mi 24 Dez 2014 - 12:27

oT - Habe es geändert, danke für den Hinweis ;-)
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Lawrence McKinley
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BeitragThema: Re: Reitplatz   Di 30 Dez 2014 - 20:57

Nicht einmal in seinen kühnsten Träumen hatte sich Lawrence es sich ausgemalt, dass dieses Turnier ein derartiger Erfolg werden würde. Schon am ersten Tag waren die Besucher nur so geströmt und jetzt, obwohl sich der Tag schon dem Ende neigte, war auf dem Hof immer noch reger Betrieb. Innerlich war er schon gespannt, wie wohl der morgige Tag verlaufen würde, an dem die Rennen und die Reiterspiele anstanden. Von diesem Tag hatte er sich zusammen mit Rebecca bei der Planung eigentlich am meisten Profit erhofft, war das Programm auch für die jüngeren Besucher weitaus ansprechender als eine trockene Dressur. Wobei der Hofleiter die Dressur niemals als trocken bezeichnen würde, jedoch konnte er verstehen, dass sie für unwissende Kinder, die einfach aufgrund ihres Alters und Entwicklungsstandes noch nicht die Tiefgründigkeit besaßen, um eine Dressur genießen und auskosten zu können, schlichtweg langweilig war. Aber genau jene Dressur war momentan am Laufen und er hörte gerade, wie man Alex Salas auf den Platz rief. Der eigentliche Jockey bildete mit Ilmarinen sicherlich ein starkes Team, das viele unterschätzten. Lawrence beeilte sich somit endlich auf den Abreiteplatz zu kommen.

Schon am zuvorigen Abend hatte er Butterfly eingeflochten. Glücklicherweise hatte sich die Stute über Nacht nicht zu sehr eingesaut und da er sie eingedeckt hatte, da sie ohnehin geschoren war, stellte auch das Putzen keine größeren Komplikationen dar. Als er noch beim Springen und mit den Sponsoren etc. im Gange gewesen war hatte Becca nach seiner Schwarzbraunen gesehen und ihm nachher vermeldet, dass sie in einem Topzustand war. So konnte es nun auch endlich für ihn los gehen. Als die A-Dressur begann, verschwand Lewis von den Tribünen und begab sich in den Stall, wo er das Turnieroutfit herausholte, sich selbst nur seiner Weste entledigte, in die Stiefel schlüpfte und sein Pferd sattelte, bevor es nun Richtung Abreiteplatz ging, wo schon reger Betrieb herrschte.
Shana war inzwischen schon von ihrem Ritt zurückgekehrt und sah zufrieden aus. Der Dunkelhaarige war sich sicher, dass sie die 75-er Marke geknackt hatte. Freundlich grüßte er die Reiter auf dem Platz, dann richtete er seine Konzentration auf Butterfly. Auch für sie war es seit Langem mal wieder ein Turnier. es war nicht so, dass Lawrence unbedingt gewinnen musste; zwar war er ehrgeizig, doch wusste er um das Können der Konkurrenz und das Verhältnis zu ihrem eigenen Leistungsvermögen. Er würde zufrieden sein, wenn sie in den vorderen Platzierungen mit dabei waren, dabei musste es nicht zwingend der Sieg sein - wenn dies auch besonders schön wäre.
Nach einer Weile kam auch Mr Salas wieder, sein schwarzer Friese hatte schon von Weitem eine Ausstrahlung für sich und eine Aura, die einen automatisch die Luft anhalten ließ. Sie zu schlagen würde nicht leichter werden, als es mit Shana und ihrem Andalusier aufzunehmen, der zweifelsohne auch in einer guten Form war. Doch nun ritt zunächst Mariza, Lewis eigene Schülerin, die heute ebenfalls zur Konkurrenz zählte. Mit Montesquieu war sie in einer M-Dressur wahrscheinlich nahezu unterfordert, doch genau diese Annahme verleitete ja oftmals dazu, Leichtsinnsfehler zu machen. Ein Punkt auf den der Dressurtrainer die junge Brasilianerin mehrmals im Training hingewiesen hatte.
Schade fand er es, dass William nicht am Turnier teilnahm. Zusammen mit Lewandje wäre eine A, wenn nicht sogar die L-Dressur durchaus machbar gewesen, denn der Junge hatte durchaus Talent und war einfühlsam genug für en Lipizzanerhengst, der die Aufgaben mit Bravour erfüllt hätte. Doch Will hatte sich bis zuletzt gegen alle von Lawrence Überzeugungsversuchen standhaft gewehrt, sein Lampenfieber war zu groß gewesen. So blieb nur zu hoffen, dass er sich beim nächsten Turnier traute.

Der vorletzte Reiter kam aus dem Viereck und dies war das Zeichen für McKinley. Butterfly Flip war entspannt, ihr schien der ganze Trubel nichts auszumachen, stattdessen blickte sich die Stute interessiert um, ehe ihr Reiter nach ihrer Aufmerksamkeit verlangte und mit ihr in das Viereck trabte, auf die Mittellinie abwendete, bei x hielt und grüßte. Schon jetzt gab es Applaus für den Hofleiter, der dieses Turnier austrug, doch als er erneut angalloppierte verstummte jener sofort wieder. Die Bewegungen von Pferd und Reiter verschmolzen miteinander, so wie es in der Dressur sein sollte, sie bildeten eine Ebene, schienen ein Wesen in zwei Körper zu sein. Butterfly kaute bereits entspannt, als sie einen Handwechsel aus der Volte heraus ritten und dann piaffierten. Die Warmblutstute war konzentriert dabei und unter der ruhigen Hand und den erfahrenen Beinen des Reiters lief sie auch nciht Gefahr, Fehler zu machen. Ihr Takt war rein und die Gänge schwungvoll, es war das klassische Dressurpaar, das hier sein Bestes gab. Eine Traversale hier, eine Traversale dort, perfekt abgestimmt zur Musik. Wie im Flug verging für Lewis der Ritt, als er sich schon auf der Mittelline wieder fand und aus seiner Trance erwachte, zum Abschied noch einmal grüßte, den Rängen zunickte und wie die Reiter zuvor unter Applaus den Platz verließ. Für diesen Tag war die letzte Prüfung gelaufen.

Zurück auf dem Abreiteplatz war kaum noch ein Reiter anzutreffen und so beließ es auch Lawrence bei knappen sieben Minuten Trockenreiten, ehe er den Weg in den Stall antrat, unterwegs noch von einigen Besuchern aufgehalten und um ein Gespräch gebeten wurde. Bei Butterflys Box angelangt, wäre er der Stute beinahe um den Hals gefallen, sie hatte eine grandiose Leistung gezeigt, sodass er ihr einige Leckerli zusteckte, was sonst nur selten seine Art war. In ihren Trog warf er zwei Äpfel und einige Karotten, zusammen mit etwas Mash, sodass die Schwarzbraune in ihre Abschwitzdecke gekleidet, zufrieden mampfend den Tag ausklingen lassen konnte.
Es war nach 19.00 als Lawrence aus dem Stall kam und die Tore für diesen Tag schloss, die Pferde brauchten Ruhe, für die Besucher war nun kein Zugang mehr gestattet. Es würde vermutlich noch ein bis zwei Stunden dauern bis auch der letzte Zuschauer den Hof verließ, doch auch diese Zeit würde noch rumgehen, bis auch er sich endlich ausruhen konnte. Es war ein anstrengender Tag gewesen. Aber ein umso gelungenerer dafür.


{<-ABREITEPLATZ | Konkurrenz | William | Ritt | Zufriedenheit | -> STALL | Tagesende}
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Camille Breaker
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ALTER : Ich zähle die Jahre, seit ich auf der Erde wandle, bis jetzt sind es 23 Jahre.
HERKUNFT : Geboren und Aufgewachsen im schönen Long Beach in LA, in den schönen USA.
AUSBILDUNG : Man glaubt es kaum und im Fußball muss man sich gegen ziemlich viele Vorurteile der männlichen Kameraden wehren.

BeitragThema: Re: Reitplatz   Di 30 Dez 2014 - 22:58

Manchmal fand Mille den jungen Briten doch etwas merkwürdig. Auch wenn man es nicht mit bekam, war die junge brünette sehr Aufmerksam und bekam manchmal mehr mit als man glauben mochte. Sie verspeiste gerade den Apfel. Die braunen Augen ruhten auf einer Reiterin, die gerade an der Reihe war. Sie konnte es kaum glauben, da sie noch nicht vielen Turniere beigewohnt hatte. Langsam ließ sie den Blick über die Tribünen schweifen und erblickte dann eine Reihe, die nicht ganz so voll war. Durch ihre unbemerkten Beobachtungen hatte sie gemerkt, das William nicht nur nicht viel aß, sondern auch ziemlich schlecht mit großen Menschenmassen klar kam und mal wieder musste sie an einen unerfahrenen kleinen Welpen denken, denn man am liebsten hoch nehmen und ganz feste an sich drücken wollte um ihm vor allem schlimmen auf der Welt zu bewahren, aber bei Will war das, so dachte sie zumindest, etwas unangebracht.

Sie sog die frische Luft in ihre Lungen, ehe sie William leicht am Arm berührte, was jedoch eher unbeabsichtigt geschah. „Da Drüben ist noch eine recht freie, da können wir uns hin setzten“ meinte sie und sah ihn kurz von der Seite an. Zumindest konnten sie so noch den Rest des Turniers verfolgen. „Bist du eigentlich schon auf Turnieren geritten oder nimmst du hier an einem der Turniere teil.“ Fragte sie eher beiläufig und nagte etwas an dem Apfel herum, bis er zur Gänze ab genagt war und nur noch der Stiel übrig blieb.

Die 22. jährige war fasziniert davon, was sie einzelnen Reiter zu Stande brachte, selbst würde sie wohl nie ein Turnier reiten, dazu hatte sie wohl eine zu ablehnende Haltung zu den ganzen Turnieren, außerdem fand sie es verabscheuungswürdig, dass die Pferde ab einem bestimmten Alter einfach aussortiert werden und entweder beim Schlachter oder sonst wo landen. Bei dem Gedanken wurde ihr schlecht und sie musste sich zusammen reisen, sich nicht ihr Essen nochmals durch den Kopf gehen zu lassen. Sie Atmete tief durch und feuerte jeden an, den sie vom Hof kannte, aber auch denen, die von auswärts kamen drückte sie leicht die Daumen. Im Turniersport war sie unparteiischer als beim Fußball, aber so war sie nun einmal.


[sucht und findet Platz für sich und William | setzt sich | Feuert an | Gespräch/Gedanken]
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Lawrence McKinley
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BeitragThema: Re: Reitplatz   Fr 2 Jan 2015 - 18:53


PLOT 4

Von Überfliegern, Möchtegernen und Kindheitshelden

Der erste Turniertag hatte voll eingeschlagen. Die Heaven Meadows waren besser besucht gewesen, als alle vermutet hatten und so erhofft man sich vom zweiten Turniertag Ähnliches, zumal dieser mit seinem Programm den größten Unterhaltungswert bieten dürfte.
Nicht ganz so früh wie noch am ersten Tag geht es am 25. Februar los, doch schon um 10.00 wird der Startschuss zum Auftaktrennen fallen, das auf der Rennbahn ausgetragen wird.
Während die meisten Azubis erst am Nachmittag wieder an den Start gehen, heißt es für einige wenige, aufstehen und Pferde fertig machen. Das Adrenalin schießt schon jetzt so manchem Rennpaar durch die Adern und die edlen Vollblüter tänzeln nervös über den Hof. Obwohl am zuvorigen Tag noch mildes Wetter geherrscht hatte, zeigt sich an diesem Donnerstag bereits früh morgends die Sonne mit den ersten Strahlen und verspricht ein lauwarmer Tag zu werden.

Frühzeitig trudeln nun die Besucher ein und suchen sich die besten Plätze auf der Tribüne, versorgen sich mit einem zweiten Frühstück an den Imbissbuden oder sehen sich den Hof an. Viele waren schon am Vortag hier und sind nun gespannt, was das Turnier noch so zu bieten hat. Neben der Bahn wurde ein kleiner Stand aufgebaut, an dem man wie bei einem richtigen Rennen auf die einzelnen Starter wetten kann. Auch diese Möglichkeit wird zahlreich wahr genommen und auch der ein oder andere vom Hof hat bereits seinen Tipp abgegeben. Angeboten wird die Platzierungswette (Tippen der Reihenfolge ins Ziel), die Triplewette (Tippen Belegung von den ersten drei Plätzen) und die Siegeswette (wer wird Sieger), wobei Letztere mit dem höchsten Gewinn versehen ist. Insbesondere bei den jüngeren Besuchern kommt dieses Glücksspiel gut an, doch auch viele Erwachsene erfreuen sich am Tippen. Bis das Hoffen losgeht, dauert es nun nur noch wenige Minuten, sodass sich langsam aber sich fast alle auf den Tribünen eingefunden haben und nun zusehen wie die Jockeys mit ihrern Pferden das zweite Mal nach ihrer Vorstellung den Platz betreten und in die Startboxen geführt werden. Einige Pferde scheuen angesichts der Enge in den Boxen, manche geben sich wie die großen Profis und gehen selbstsicher hinein. Der Countdown läuft und nun kann es jeden Moment losgehen in dem sich die Türen öffnen, die Pferde herauspreschen und erneut alles auf Sieg gesetzt wird.

> Donnerstag, 25. Februar
> Vormittags, 10.00 Uhr
> milder Morgen, ca. 15°
> es wird jedoch langsam wärmer und die Sonne kämpft sich ihren Weg durch die Wolkendecke frei

Wie schon am zuvorigen Tag, ist die Teilhabe am Turnier für niemanden Pflicht. Jedoch gilt weiterhin die Regel, dass keine großartigen Aktionen wie Ausritte oder intensive Springtrainings vollzogen werden. Wer sich mit den Pferden beschäftigen möchte, kann dies gerne bei der Fellpflege, einem Koppelbesuch o.ä. tun.
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BeitragThema: Re: Reitplatz   So 1 März 2015 - 17:49


PLOT 5

Zeit für die große Pause

Endlich ist sie da, die ersehnte Auszeit! Semesterferien. Gibt es etwas Schöneres als das? Für die Auszubildenden der Heaven Meadows Stable wohl kaum nach den anstrengenden Trainingswochen und dem Turnier, das trotz der angenehmen Abwechslung doch für alle Beteiligten Anstrengend war. Obwohl die Azubis und Ausbilder viele Schleifen hatten einfahren können, waren diese Leistungen schnell wieder vergessen. Nachdem die letzten Zelte und Stände abgebaut waren, der Müll beseitigt und wieder allgemein Ruhe eingekehrt war, hatte der Alltag wieder begonnen. Und das hieß Training, Training, Training. Sich nebenbei noch um das eigene oder das Pflegepferd kümmern und das andere liebe Vieh, sofern vorhanden. Viel Zeit für Partys oder Freizeitaktivitäten blieb da nicht wirklich. Wenn man es mal schaffte sich am Wochenende mit Freunden zu treffen, grenzte es ja schon fast an ein Wunder.
Doch diese Zeit ist nun vorbei – zumindest für einen Monat. Nun können die Azubis sich ihre Trainingszeiten selbst einteilen, das offizielle Training mit den Ausbildern ist für diese Zeit ausgesetzt. Das bietet natürlich neue Freiheiten und Zeit, die für Ausritte oder anderweitige Ausflüge genutzt werden kann. Seit langer Zeit ist man am Abend nicht mehr vollkommen geschlaucht und kann auf Partys gehen. Und das sonnige kalifornische Wetter lädt geradezu dazu ein, schon einmal zu testen, wie warm der Pazifik eigentlich im April ist. So angenehm wie es sein könnte, sollten sich die Azubis ihre freie Zeit aber nicht machen, denn nach den Ferien warten die wichtigen Prüfungen für die es noch viel zu trainieren gibt. Vier Wochen auf der faulen Haut liegen wäre ja auch wirklich zu schön. Für außerplanmäßige Trainingseinheiten stehen natürlich die Ausbilder trotzdem bereit und geben gern Reitstunden oder auch nur Hilfestellungen in einem lockeren Rahmen. Was sonst etwas unorthodox ist, ist in den Ferien durchaus auch mal möglich – der Kreativität, was Trainingseinheiten angeht, sind keine Grenzen gesetzt.


> Samstag, 4. April
> Nachmittags, 14.00 Uhr
> Sonnenschein, 20°C
> das Wetter verspricht weiterhin so zu bleiben und kündigt einen milden Abend an

Es ist freigestellt, was ihr macht, doch beachtet, dass das Mittagessen bereits geschehen ist und nun am Nachmittag entweder etwas in der Stadt oder auch auf dem Hof mit den Pferden gemacht werden kann. Trainingseinheiten mit den jeweiligen Ausbildern sind möglich, ebenso wie Ausritte oder Shoppingausflüge in die Stadt.
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Ciara Rothwood

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ALTER : Man wird ja nicht jünger, aber bestimmt wird man mit den Jahren noch weißer. Mit meinen 29 Jahren bin ich das noch nicht wirklich.
HERKUNFT : Geboren und aufgewachsen im schönen New Orleans.
BERUF : Neben meiner Abreit als Pferdepflegerin und Azubidompteur, arbeite ich noch als Barkeeperin.

BeitragThema: Re: Reitplatz   Di 3 März 2015 - 21:15

Es war ein herrlicher Tag. Die Sonne schien, die Blumen blühten und der Hof war so friedlich wie schon lange nicht mehr. Auch wenn Ciara an diesem Morgen sehr früh auf gestanden war, schien man ihr dies nicht an zu merken. Sie war schon den ganzen Morgen im Stall herum gewuselt und hatte sich um die Pferde gekümmert. Mia hatte sich hier und da mal blicken lassen. Momentan, so vermutete die dunkelhaarige lag sie wahrscheinlich auf einem Heuball neben Willows Box. Sie musste leicht schmunzeln und strich sich ein paar Strähnen hinter die Ohren ehe sie weiter arbeitete. Da auf dem Hof nicht mehr so viel los war, wie zum Turnier und die Hofbewohner ihre Pferde meist selbst versorgten, musste sie sich hauptsächlich um die Schulpferde kümmern und diese Arbeit war schnell erledigt. Sie Atmete einmal tief durch ehe sie zu Willows Box ging. Der Paint Horse Wallach mit der Tobiano-Scheckung und den verschiedenfarbigen Augen stand scheinbar friedlich in seiner Box. Die braunen Augen der 28. Jährigen musterten ihr Pflegepferd. Der Wallach schnaubte und blickte zurück. „Na Dicker, heute einen deiner ruhigeren Tage?“ fragend sah sie ihn an und er nickte nur mit dem Kopf. Ein Lächeln umspielte die sonst so ernsten Gesichtszüge der dunklen und sie nahm Halfter und Führstrick vom Hacken um ihn vor der Box an zu binden und ihn, nachdem sie das Putzzeug geholt hatte, ihn ausgiebig zu Bürsten. Willow drückte den Kopf leicht gegen die Boxenwand und ließ den Kopf etwas hängen „Hey Dicker, nicht einschlafen“ meinte sie mit einem breiten grinsen und wischte sich etwas Schweiß von der Stirn ehe sie fort fuhr. Mit seinem Fell war sie schnell durch. Danach bearbeitete sie die Mähne und Schweif und kratze ihm dann die Hufe aus. Als sie fertig war, nahm sie den Putzkasten und räumte ihn dann zurück. Zurück kam sie mit seinem Westernsattel und einer Longe. Erst einmal sattelte sie den Wallach mit geübten Händen. Dann hackte sie die Longe ein und den Führstrick aus und machte sich auf Richtung Reitplatz.

Sie genoss es, das auf dem Hof so wenig los war. Man spürte dass es Frühling war und doch stand sie in einem dünnen Pullover und Jeans auf dem Platz und longierte ihr Pferd. Der Paint Horse Wallach machte gut mit und nach einer ausgedehnten aufwärmfase im Trab und Galopp hielt sie ihn in der Mitte an und bedeutete ihm stehen zu bleiben. Auch wenn der Wallach gern hinter ihr her trotte wie ein treudoofer Hund und hört er doch gut und blieb in der Mitte stehen. Die Ohren Aufmerksam auf Ciara gerichtet. Sie baute in einem großzügig bemessenen Kreis ein paar Stangen auf und ging dann zurück zu Willow. Die Longe die sie zu Boden hatte fallen lassen, nahm sie wieder auf und trieb ihn dann mit einem schnalzen wieder an zu laufen. Erst ein paar Runden im Schritt, ehe sie ihn antraben ließ und ihn über die Stangen lotste. Nach ein paar Runden wiederholte sie dies im Galopp und dann wieder im Trab, ehe sie ihn enger zu sich rann holte und ihn zum Schritt bewegte um im leichten Schritt mit ihm weiter zu Arbeiten. Hin und wieder schnaubte er ab und senkte den Kopf.


[Stallarbeit | fertig machen im Stall | Training auf dem Platz]
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Isaac Haber

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BeitragThema: Re: Reitplatz   Mi 4 März 2015 - 17:50

London's Wetter war meistens geprägt von einem wolkenverhangenen Himmel und einem seichten Nebelschleier, der früh morgens über Stadt hing und erst im Laufe des Vormittags verschwand. Vielen schlug dieses Wetter auf das Gemüt, sodass sie depressiv und unausstehlich waren, doch für jemand, der den größten Teil seines Lebens in der britischen Hauptstadt verbracht hatte, war es eben vollkommen gewöhnlich. Nun war Isaac Haber niemand, der gebürtig aus London kam, oder eine sonderlich innige Verbundenheit mit dieser Stadt verspürte, aber dennoch hatte er sich an das regelmäßig trübe Wetter gewöhnt. Es war nicht so, dass es keine Sonnentage gab; die existierten durchaus auch, waren aber weitaus seltener als z.B. in Kalifornien. Portugal bildete dagegen einen starken Kontrast mit der drückenden Hitze im Sommer und milden Temperaturen über das ganze Jahr hinweg. Natürlich lagen diese Gene, dass man mit Hitze gut konnte, auch in Isaac, weswegen er keinerlei Probleme mit einer extremerer Wetterlage hatte. An diesem Tag jedoch hielt sich die Wärme noch etwas zurück und stieg nicht über angenehme 20°Grad. Es war Grund genug für den Bereiter, nur ein leichtes Sweatshirt überzuziehen, sich dann, wie sonst auch, in die Reithose zu schwingen und den Gang in den Stall anzutreten. Shana hatte sich nach dem Mittagessen zusammen mit Leon auf in die Stadt zum Shoppen gemacht, was dem Dunkelhaarigen sehr missfiel. Wirklich gut leiden konnte er den Römer nicht, der in seinen Augen viel zu selbstbezogen und aufmerksamkeitsgeil war. Selbstverständlich konnte Isaac den Medienrummel nachvollziehen, war es bei ihm nicht viel anders, doch störte ihn irgendetwas an Leon extrem. Möglicherweise, dass dieser so ein Frauenheld war und auch mit Shana gut klarkam. Doch, dass da Eifersucht und Konkurrenzdenken mit im Spiel war, hätte der Londoner natürlich nie zugegeben.
Über Mittag hatte er Snapshot of Downhill von den Koppeln, wo Cloud, Royal, Phantom und Oxygen, sowie viele weitere Pferde den Tag verbrachten, reinholen lassen. Er wollte mit seinem Jungspund ein wenig Grundlagenarbeit machen, da Wasabi in den letzten Wochen teils sehr fest im Maul geworden war. Isaac kannte dies von jungen Pferde, dass sie manchmal Phasen hatten, in denen sie sich verwarfen, oder dem Reiter trotzen wollten. Mit Geduld bekam man sie wieder weich, doch das dauerte eben seine Zeit.
Schon als er den Stall betrat hörte er aus dem hinteren bereich ein Wiehern. Natürlich gefiel es dem 6-Jährigen nicht sehr gut, dass er nahezu allein in seiner Box stand, während der Rest draußen das schöne Wetter genoss. Lachend trat Isaac zu ihm in die Box. "Está tudo bem, meu rapaz. Eu não me esqueci de você, é claro."* Aufgeregt warf Downhill den Kopf auf und ab, ehe sein Reiter sich auf dem Weg zur Sattelkammer machte und aus dem Schrank die nötigen Utensilien suchte. Rasch bürstete er in routinierten Zügen über Wasabi's kurzes, glänzendes Fell, während dieser sein Heu malmte. Auch die Hufe kratzte er aus und überprüfte dabei kurz ihre Beschaffenheit, ehe er sich dem Langhaar widmete, die Strohhalme herauszog und es verlas. Staubfrei sah der Braune ihn nun kauend an, woraufhin Isaac ihm freundschaftlich über die Stirn strich, dann die Gamaschen und Streichkappen samt Hufglocken anlegte und den Sattel holte. Die Big-Square Schabracke war aus der neuen Eskadron-Kollektion und hatte den gleichen smaragdgrünen Ton wie die Gamaschen und Streichkappen. Der Bereiter hob den Vielseitigkeitssattel auf den Rücken seines Nachwuchstatlents, schnallte den Gurt um und trenste ihn dann auf. Auf Fliegenhaube verzichtete er heute, die Instekten waren in diesen Tagen noch nicht allzu aktiv. Zu guter Letzt schlüpfte er dann selbst in seine Reithandschuhe und führte Wasabi aus der Box, hinaus zum Reitplatz, wo er schon aus der Ferne die Silhouette eines ihm wohl bekannten Pferdes ausmachen konnte. Mit kribbelnder Freude sah Isaac seinen alten Freund und Kumpel über die Stangen traben und musste zugeben, dass der Paint das sehr gut machte. Wie lange hatte es doch gedauert, bis er überhaupt nur einen einzigen Fuß über die langen Hölzer gemacht hatte! Wasabi reckte derweil neugierig den Kopf in die Luft, stellte die Ohren auf und begrüßte Willow mit einem jugendlichen Wiehern, woraufhin der Schecke aus der Konzentration geriet, nach dem Braunen sah und erstaunt, aber leise antwortete. Ein Lächeln zierte sich auf Isaacs Lippen ab, das von aufrichtiger Liebe zu dem Westernpferd sprach. Willow war so schüchtern, aber mittlerweile hatte der offenherzige junge Württembergerwallach Zugang zu dem zurückhaltenden Tobianoschecken gefunden.
Nachdem die Antwort auf das gerufene "Tor frei?", erklungen war, öffnete Isaac das Gatter und führte Wasabi hindurch, der aufgeregt tänzelte. Eigentlich hatte der Bereiter gehofft, den Platz für sich alleine zu haben, waren an diesem Tag ohnehin viele ausreiten, doch Ciara hatte offenbar dieselben Gedanken gehabt. Mit einem Nicken begrüßte er die Pflegerin mit der er schon öfter gesprochen hatte. Manchmal fragte sie ihn noch um Rat mit Willow und jedes Mal freute es den Mittzwanziger, wenn er seinem ehemaligen Pferd wieder etwas näher sein konnte. Noch immer spürte man die innige Bindung, die die beiden hatten, doch merkte man auch, dass sie einander losgelassen hatten, um sich individuell weiterzuentwickeln. Doch so wie es Isaac Sicherheit gab, dass er Willow jeder Zeit packen und mitnehmen konnte, wenn er den Hof verließ, so schien es dem Wallach Sicherheit zu geben, seinen ehemaligen Besitzer um sich zu wissen.
Für manch einen mochte es wagemutig erscheinen, sich in CalvinKlein-Pullover auf ein Pferd zu schwingen, doch materielle Güter und deren preise stellten für den gebürtigen Portugiesen keine Hürde dar. Andernfalls hätte er sich wohl auch nicht die farblich abgestimmte Ausrüstung des Pferdes leisten können.
Einige Runden ritt er Wasabi warm, der immer wieder den Kopf hin und her warf, weil er etwas in der Umgebung entdeckte. Viele machte dies nervös, aber Isaac war das gewöhnt, für junge Pferde, mit denen er schließlich tagtäglich zu tun hatte, war das normal. "Er macht eindeutig Fortschritte...", begann er ein Gespräch mit Ciara, während sich sein Blick auf Willow richtete. Noch vor knapp drei Jahren war Longenarbeit mit dem Paint schier unvorstellbar gewesen, hatte er vor allem, was auch nur annähernd wie ein langes Seil aussah, reißaus genommen. Selbst Führstricke waren ein heikles Unterfangen gewesen. Immer wieder musste er Wasabi unter sich zurückhalten, wollte er ständig nach vorne lospreschen, offenbar hatte er wieder Hummeln im Hintern. Voller Tatendrang war er schließlich immer. Im Gegenteil zu Willow, der doch noch etwas verschlafen aussah, was Isaac zum Grinsen brachte. So sehr hatte sich der Wallach also doch nicht verändert.


*Ist ja gut mein Junge. Ich habe dich natürlich nicht vergessen
{Wetter | Stall | Wasabi | Reitplatz | Ciara&Willow}
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BeitragThema: Re: Reitplatz   Do 5 März 2015 - 23:38

Es tat gut einfach mal nur auf dem Platz zu stehen und mit seinem Pferd zu arbeiten ohne das man von jemandem abgelenkt wurde oder das man ständig das Training unterbrechen musste, weil irgendjemand etwas von einem wollte. Aber sie hatte es sich so aus gesucht und jetzt sollte sie sich nicht beschweren über ihren Job, denn sie machte ihn gern. Auch wenn sie von manchen ziemlich herablassend behandelt wurde, interessierte es sie nicht. Auch wenn vielleicht manche hofften, sie damit zu verletzen, so würde es sie nie zu geben, wenn sie von jemandem verletzt würden werden, dafür war sie zu stolz und zu stark. Das wiehern, von Isaacs jüngstem Pferd riss sie aus ihrem inneren Monolog und sie sah kurz zu Isaac und Wasabi. Willo ließ sich leicht ablenken und Ciara schnalzte mit der Zunge um Willows Aufmerksamkeit wieder auf sich zu richten und die beiden anderen zu ignorieren. Sie fand es schön, das sie beide so gut zusammen arbeiteten und sich auch gut verstanden, wie sie befand. Wie das andere sahen, war ihr relativ. Aber es war schön, wenn sie von Isaac Komplimente bekam, wie gut sie zusammen arbeiteten und sie konnte sich bei ihm auch immer rat hohlen und sie merkte, wie es ihm schmeichelte, wenn sie dies tat.

Auch wenn sie sehr auf ihren Wallach konzentriert war, vernahm sie jedoch Isaacs Worte und ihre Augen ruhten für eine Weile auf ihm. „Ja, das tut er. Auch wenn er heute etwas verschlafen ist“ meinte Ciara und sah zu Willow. Seine klugen Augen blickten gerade aus, aber seine Ohren waren aufmerksam in ihre Richtung gedreht. Sie konnte ein leichtes schmunzeln nicht verkneifen „Wasabi scheint heute ziemlich viele Hummeln im hintern zu haben“ meinte sie zu dem Bereiter und arbeitete dann eine Weile schweigend weiter mit dem Wallach. Manche würden sich wohl wundern, dass sie ihn mit Sattel longierte, doch wenn er gut mitarbeitete wollte sie nachher noch etwas ins Gelände mit ihm. „Du hast mir aber auch eine gute Grundlage geschaffen, mit der man arbeiten kann“ meinte sie dann noch zu ihm, jedoch ohne in seine Richtung zu sehen. Es war keine Unhöflichkeit, es lag viel mehr daran, dass ihre Aufmerksamkeit auf ihrem Wallach lag und sie bei der Arbeit nicht gerne den Blick abwandte nur um die Höflichkeit zu wahren.

Die Sonne streifte sacht ihr Gesicht und im Stillen dachte sie sich, dass es nicht schlecht wäre, wenn sie eine Sonnenbrille zur Hand hatte. Doch sie schob den Gedanken bei Seite, nahm die Longe etwas kürzer und der Kreis, denn Willow um sie zog wurde kleiner und er musste nicht mehr über die Stangen. Sie ließ ihn noch ein paar Runden gehen, bis sie ihm mit einem bbbrrrtt bedeutete stehen zu bleiben. Sie raffte die Longe zusammen und ging zu ihm. Strich ihm über den leicht verschwitzten Hals. „Das hast du gut gemacht“ lobte sie ihn und steckte ihm ein paar Leckerlies hin, die sie immer in ihrer Tasche dabei hatte.


[Reitplatz | Arbeit | gespräch mit Isaac | Isaac & Wasabi]
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Isaac Haber

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BeitragThema: Re: Reitplatz   Fr 6 März 2015 - 17:36

Vollkommen loszulassen war niemals einfach und für viele auch nahezu unmöglich. Bei Isaac war es da kaum anders, zumindest, wenn es um Wesen bzw. Persönlichkeiten ging, die ihm am Herzen lagen. Innige Beziehungen führte er nur zu wenigen und so fiel es ihm oft auch nicht schwer, etwas hinter sich zu lassen, bei ausgewählten Charakteren jedoch, stellte dies auch für ihn ein Problem dar. Wakiza war eine dieser Persönlichkeiten, die ihn nie in Ruhe gelassen hatte, seitdem er ihn das erste Mal von der Tötungsstation zum rettenden Tierarzt gesehen hatte. Immer wieder hatte der aggressive Rüde seine Gedankengänge gekreuzt, sodass er ihn schließlich - nachdem fest stand, dass auch der Arzt nichts mehr für ihn tun konnte, um ihn zu sozialisieren, und er eingeschläfert werden sollte - zu sich genommen hatte. Calvin Klein war sein Mentor gewesen und auch heute noch viel mehr ein Vater oder Kumpel, als es jemals David Haber gewesen war. Dann war da Shana, die er seit dem Kennenlernen auf der Horizon Ranch, nicht mehr wirklich vergessen konnte - trotz diverser One-Night-Stands. Zu seinen Geschwistern - zumindest zu denen, deren Kontaktdaten er hatte - pflegte er ebenfalls eine tiefe Verbundenheit. Und letztlich waren da noch die Pferde, die ein ewiger Bestandteil seines Lebens waren. Viele waren unter ihm gelaufen, alte und junge, große und kleine, zierliche und kräftige. Die einen waren Aachensieger geworden, die anderen waren für ihre 12-Jährigen Besitzer wieder reitbar. Auch wenn Isaacs Schwerpunkt die Ausbildung und Korrektur von Sportpferden der englischen Sparte war, so hatte er doch manchmal auch ander Fälle gehabt. Ein Senior, der verbittert wurde und keine Freude mehr am Laufen hatte. Ein Renter, der partout keine kleinen Dressuraufgaben mehr gehen wollte. Gewissermaßen hatte er zu jedem Pferd eine eigene Bindung aufgebaut, doch die meisten konnte er wieder gehen lassen, weil es Teil seines Jobs war. Anders bei Cloud, Wasabi und Oxygen, die einfach zu seinem Leben gehörte und auf die er niemals verzichten konnte, weil jeder Einzelne von ihnen, so unglaublich individuell und charakterstark war, dass er sie nicht missen wollte. Schließlich war da noch Willow, den er zwar abgegeben, aber ebenfalls niemals losgelassen hatte. Die Vergangenheit verband nunmal. Und der Paint schien zu wissen, dass Isaac immer für ihn da war, auch wenn er jetzt eine neue Bezugsperson hatte.
Genau jene Bezugsperson schnalzte ihn nun vorwärts und tatsächlich wurde der Zweifarbige mit den Fischaugen etwas flotter. Jedoch nicht nur er: auch Wasabi nahm das Schnalzen zum Anlass anzutraben, woraufhin Isaac ihn erst nach einer halben Runde mit Geduld wieder durchpariert bekam. "Ja, ich glaube bei ihm ist eine Epidemie ausgebrochen. Sie scheinen seinen ganzen Körper zu fluten. Eventuell sollte ich mal den Tierarzt kommen lassen...", entgegnete er scherzhaft auf Ciaras Feststellung über Wasabi's Energie.
Nach mehreren Schrittrunden, setzte sich Isaac dann die Pilotensonnenbrille auf, die er Gott sei Dank mitgenommen und sich in den Ausschnitt des leichten Pullovers gesteckt hatte. Die Sonne stand gerade wirklich etwas ungünstig. Am langen Zügel trabte er zwei ganze Runden, wobei Wasabi den Kopf lange nach unten streckte und sich dehnte, erst dann nahm der Bereiter die Zügel etwas kürzer und begann Paraden zu geben, während er leichttrabte. Derweil konnte er einen Teil seiner Aufmerksamkeit noch auf Ciara und den Pinto richten und vernahm so auch ihr Lob über die guten Voraussetzungen. "Freut mich zu hören, dass ich dem Guten trotz mangelnder Westernkenntnisse zumindest etwas beibringen konnte." Sogar ein kurzes Lächeln huschte über die sonst eher starren Züge, ehe sich die volle Konzentration des Londoners wieder auf sein Pferd richtete. Aufgrund seiner jugendlichen Natur war Wasabi schon wieder langweilig und er schlackerte mit dem Kopf hin und her, was mehr als nervig war, war es so auch für Isaac schwierig, die sonst so feinfühligen, ruhigen Hände ruhig zu halten. Kurz gab er ein paar Mal energischere Paraden, um sich die Konzentration des Braunen zurückzuerobern und begann dann beim Aussitzen mit dem eigentlichen Arbeiten. Schritt-Trab-Übergänge, die Wasabi nicht sonderlich mochte, musste er sein Tempo doch immer wieder Bremsen. Anfangs sah man seine Unwilligkeit, doch sein Reiter reagierte darauf bestimmt, jedoch niemals grob. Mehrere Male machte der 6-Jährige Takt- oder Rythmusfehler, trabte zu spät oder zu früh an, doch Isaac hatte eine Engelsgeduld mit ihm. Manchmal nahm er die Stimme zur Hilfe, schnalzte ihn an, oder parierte ihn mit der Stimme durch. Dabei blieb die ganze Zeit über sein Körper eine einzige Einheit, die sich perfekt den Bewegungen des Pferdes anpasste. Wer sagte, Springreiter konnten keine sauberen Dressurarbeiten erledigen, bekam hier das Gegenteil bewiesen. Vielleicht war die S-Dressur kein Gebiet für Isaac, aber bis zur L- oder M-Klasse bekam er seine Pferde schon irgendwie.
Einmal brach Wasabi aus und sprang mit einem riesigen Satz und Poltern bockend nach vorne, doch war dies keine Auflehnung gegen die Reitweise seines Besitzers, sondern nur der Schalk der aus seinen Augen leuchtete, sprühte er doch nur so vor kindlichem Schabernack. Erst als es an die Gallopparbeit ging wurde er zufriedener, begann zu kauen und schnaubte ab. Allmählich wurde er weicher und man sah deutlich, dass er begann entspannt und auch zunehmend konzentriert mitzuarbeiten. Die Arbeit mit jungen Pferden war jeden Tag eine neue Herausforderung, aber es war auch ein klasse Gefühl, wenn man sah, wie sie sich entwickelten. Snapshot of Downhill ließ hier, in diesem ganz gewöhnlichen Dressurtraining erahnen, dass er trotz seiner kurzen Ausbrüche eine Menge Potenzial besaß.
"Und gleich noch eine Runde ins Gelände?" Willow sah schon relativ bedient aus, vermutlich würde Ciara zeitnah mit ihm das Arbeiten aufhören. Es bot sich an, dass sie gemeinsam eine Runde drehten, denn alleine rausgehen, war ohnehin ein heikles Unterfangen. Außerdem konnte auch Wasabi mal wieder etwas Geländestrecke vertragen, wollten sie doch im Sommer mal wieder einen Geländeparcour bestreiten. Vielleicht half ja sogar die gelassene Ausstrahlung Willows, dass Wasabi dann noch mehr runterkam, wobei er schon jetzt relativ entspannt und ausgeglichen wirkte. Das intensive Arbeiten tat ihm gut, man merkte, dass er das Training mochte und begierig war zu lernen. Er war ein Goldgriff gewesen. Genau wie Willow.


{Loslassen | Ciara | Gespräch | Training | Wasabis Bocken | Frage}
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BeitragThema: Re: Reitplatz   So 8 März 2015 - 17:44

Ciara musste leicht schmunzeln über Isaacs Worte. Sie beide verstanden sich gut, hatten sie doch ähnliche Charakterzüge und einen ziemlich gleichen Humor. Jeder andere wäre hätte wohl etwas barsch reagiert, wenn Ciara etwas Derartiges über irgendein anderes Pferd gesagt hätte, doch Isaac nahm das alles locker und so hatten sie sich nach einer Zeit angefreundet. Hatte sie am Anfang doch ein paar Differenzen mit seinem Hund, diese hatte sie bis jetzt aber gut bei Seite Geräumt, auch wenn sich ihr bei ihm immer noch die Nackenhaare stellten und sie ihn am liebsten wie eine ganze Anfauchen würde. Das würde sich wohl nicht so schnell ändern. Ciara war nun mal eher ein Katzenmensch, mit Hunden kann sie da nicht so gut. Auch wenn sie die anderen Hunde auf dem Hof nicht direkt anfauchen würde. Zumal die andern Hunde sehr sozial und tolerant wahren. Einzig mit Wakiza hatte sie solche Schwierigkeiten. Was wohl daher rührte, das er sie bei ihrem ersten Treffen zerfleischt hätte, weil sie ihn provoziert hatte. War sie wohl selber schuld, dass sie nun so ein Verhältnis haben.

„Vielleicht solltest du wirklich mal den Tierarzt zu Rate ziehen, oder er bekomm einfach Frühlingsgefühle“ meinte Ciara um ihren inneren Monolog über ihr Verhältnis mit dem Dobermann Rüden zu unterbinden. Sie beobachtete Die beiden eine Weile und strich Willow derweil sanft über die breite Nase. Der Wallach nickte leicht mit dem Kopf und stupste sie leicht an „Hör auf damit, ich hab heute keine Leckerbissen dabei“ meinte sie zu ihm und sah ihn mit einem leicht bösen Blick an, aber sie meinte es nicht so und Willow wusste das. Sie graulte ihm leicht die Stirn, den Blick weiterhin auf Wasabi und Isaac gerichtet. Sie mochte den Bereiter und sie mochte es, wie er mit den Pferden um ging. „Naja, auch ohne Westernkenntnisse, kann man ihm ja die Grundsachen bei bringen“ meinte sie zu ihm und ein schmales lächeln umspielte ihre Lippen.

Sie hing eine Zeit lang ihren Gedanken nach und beobachtete weiterhin das andere Paar auf dem Reitplatz. Ein lautes poltern ließ Willow aufschrecken, doch die 28. Jährige beruhigte den Pinto wieder und sie sah sich kurz um, was den jungen Wasabi erschreckt haben könnte, doch sie sah rein gar nichts. Manchmal waren ihr diese jungen Dinger ein Rätzel und sie war froh, dass sie sich damit nicht herumschlagen musste. „Ja ich wollte noch ein wenig ins Gelände. Du darfst dich gerne anschließen“ meinte sie mit einem breiten grinsen und Unschuldsmiene zu ihm. Sie fand wirklich, dass es kein Wunder war, das sie sich so gut verstanden. Obwohl die eine oder andere, wobei es eigentlich nur eine Person war, die da etwas dagegen hatte, das sie sich so gut verstanden. Dachte Ciara im Stillen bei sich und sie musste immer grinsen. Wenn sie auf Shana traf, aber das war wieder eine andere Geschichte.

[Gedanken | leichtes Geplänkel | beobachtete Isaac & Wasabi | Vorschlag]
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BeitragThema: Re: Reitplatz   Sa 28 März 2015 - 16:46

Plänkelei war etwas, da sman nicht mit jedem Menschen so unbefangen teilen konnte. Es war ein spezielles "Geschenk" - wenn man das so sagen konnte - mit jemanden eine derartig gute Beziehung zu pflegen, dass man sich losgelassen mit dieser Person unterhalten und vor allem auch mal den ein oder anderen Scherz auf ihre Kosten machen konnte. Man musste sich dafür nicht schämen oder schlecht fühlen, schlichtweg, weil man wusste, dass das gegenüber es nicht allzu ernst nahm und den Spaß dahinter verstand. Zwar war Isaac niemand, der darauf achtete, was er anderen an den Kopf warf, oder damit bei ihnen auslöste - das viel ihm ja sogar bei geliebten Menschen schwer - aber es war doch irgendwie gut zu wissen, dass da jemand war, der auch dann noch Verständnis für eine schroffe Wortwahl hatte und diese abkonnte, wenn man sich einmal nicht mehr beherrschen konnte. Ciara war so eine Person und sie hatte anfangs Isaacs Interesse nicht nur deswegen geweckt, weil sie sich nun um Willow kümmerte, sondern auch, weil ihre Bissigkeit ihn jeden Tag aufs Neue herausgefordert hatte. Zu Beginn ihrer gemeinsamen Zeit auf den HMS hatten sie sich im Stall oftmals gewetzt, da Ciara Isaacs herablassende Art gegen den Strich gegangen war und er sie stets mit Argusaugen begutachtet hatte, sobald sie sich einem seiner Pferde näherte. Das hatte natürlich an dem Stolz der Pferdepflegerin gekratzt, hatte sie ständig das Misstrauen des Springreiters zu spüren bekommen. Überhaupt hatten sie sich oft über den Umgang mit Pferden gestritten, aber nicht, weil sie unterschiedliche Ansichten hatten, sondern weil Isaac der Meinung gewesen war, diese Pflegerin sei nicht gut genug für seine Hochleistungssportler. Wie oft waren sie doch im Büro McKinleys gelandet, der den Streit wie zwischen Kleinkindern hatte schlichten müssen! Und nun, nun hatten sie ihren Frieden gefunden, waren zwischendurch mal im Bett gelandet - was zwar nichts zu bedeuten hatte, aber defintiv grandios gewesen war - und hatten inzwischen eine gesittete Freundschaft aufgebaut. Isaac vertraute Ciara bei den Pferden und ließ sie mittlerweile im Stall in Ruhe ihre Arbeit machen. Oxygen, Cloud und Wasabi zeigten ja auch keinerlei Anzeichen, dass es ihnen schlecht ging. Im Gegenteil: die Pflegerin machte ihre Arbeit offensichtlich gut, wie man aus Wasabi's Zustand schließen konnte. Nach einigen Runden intensiven Galloppierens und Versammelns, ließ Isaac schließlich die Zügel länger und gab dem Braunen die Möglichkeit sich auszulaufen. Der Wallach streckte den Hals nach unten und schnaubte mehrmals ab. Er war zufrieden und entspannt.
"Das ist aber sehr großzügig von der Dame." Das spitze Kommentar kam dem Briten gefolgt von einem sarkastischen Lächeln über die Lippen, als er das nassgeschwitzte Nachwuchstalent neben der Schwarzhaarigen zum stehen brachte. Er wartete eine Weile, bis Ciara Willow für den Ausritt verschnallt und die Longe über das Gatter gehängt hatte, ehe er Wasabi hinter Willow lenkte, um nach dem Paint durch das Tor nach draußen zu gelangen. Vor dem Reitplatz pfiff Isaac eindringlich durch die Finger und kurz spielten auch die Ohren der Pferde in seine Richtung, doch keines der beiden erschrak, weil sie diesen Ton nur zu gut kannten. Nach einigen Sekunden hörte man leichtes Getrappel und weitere Augenblicke später kam Wakiza um die Ecke in gestreckten Hundsgallopp auf sie zugefegt. Aufgeregt wuselte er um die Pferde herum, begrüßte Willow, seinen alten Kumpel, indem er ihn mit der Nase am Bein berührte und lief dann auch schon weiter Kreise um das Vierergespann. "Na dann, rauf aufs hohe Ross, my Lady." Hoch war wohl nicht die geeignete Beschreibung, denn mit knapp 1,55m war Willow niemand, der gegen einen Warmblüter ankommen könnte. Aber Isaac stichelte nunmal für sein Leben gern.


{Ciara&Willow | Ausritt}
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Ciara Rothwood

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BeitragThema: Re: Reitplatz   Do 7 Mai 2015 - 21:35

Es war manchmal schon komisch, wie sich durch eine Person der ganze Lebensweg verändert. Wenn Darian nicht gewesen wäre, wäre sie jetzt wahrscheinlich im Gefängnis oder hätte ihr Leben sonst wie verbockt. Aber dank dem Westernreitlehrer hatte sie die Kurve gekriegt und Arbeitete jetzt als Pferdepflegerin auf den HMS und Jobbte hin und wieder in dem ein oder anderen Club hinter der Theke. Es war nicht das Geld das sie Reizte. Es war nur ein krasser Kontrast zu dem alltäglichen. Die Pferde, das Missten, das Versorgen und immer die gleichen Leute um sie herum. Früher hätte sie sich das nie träumen lassen, da sie immer eine Einzelkämpferin war und sie von Menschen nur enttäuscht wurde. Doch hier auf den HMS hatte sie wirklich nette Leute getroffen und auch, wenn sie manche Verhaltensmuster nicht ablegen konnte, so fühlte sie sich doch wohl und mit manchen Menschen, zu denen auch Isaac zählte umgab sie sich wirklich gerne. Sie konnte sich noch gut daran Erinnerung, wie es zwischen ihnen am Anfang war. Regelmäßig wurden sie ins Büro gerufen, nur damit McKingley ihre Streitigkeiten beilegen konnte. Ein leichtes Schmunzeln umspielte die Lippen der jungen Frau. Sie legte den Kopf leicht schief und sah Isaac dann kurz an. Sie überprüfte nochmals den Sattelgurt. Die Longe hatte sie an einen der Holzpfeiler gehängt, welche den Reitplatz umgaben.

Ohne weitere Umschweifen, schwang sie sich auf den Rücken des Paint Wallach. Dass er kein Zaum auf hatte, störte sie dabei nicht. Der Wallach reagierte gut auf Gewicht und Schenkel, da brauchte sie nicht unbedingt einen Zaum. „Und, wo soll es jetzt hin gehen?“ fragend Blickte sie zu Isaac, sie hätte Lust an den Strand zu reiten oder über die Wiesen zu preschen. Ihr war alles recht, solange sie dabei die Sonne genießen konnte. Ein leichtes schmunzeln überzog die Züge der Pferdepflegerin. Mit einem schnalzen und leichtem Schenkeldruck signalisierte sie dem Wallach, das sie los gehen konnten und er ließ sich kein zweites Mal bitten. So verließ das Vierergespann den Platz. Weit kamen sie nicht, da Isaac leicht Pfiff und der Dobermannrüde wie eine Dampfwalze auf sie zu gerannt kam.

„hohes Ross. Du bist echt witzig“ meinte sie sarkastisch und sah ihn gespielt böse an. Sie wusste, dass ihr Paint nicht der größte war, aber sie nahm Isaacs Worte mit Humor. Jeder andere hätte wohl angefangen zu schmollen oder wäre Zickig geworden. Aber das war das tolle an den beiden. Sie konnten sich immer ein hitziges Wortgefecht liefern ohne dass einer der beiden gekränkt oder verletzt wäre. Bei diesen Gedanken umspielte wieder ein Lächeln ihre Lippen. Wakiza versuchte sie, so gut es ging zu ignorieren.

[Gedanken an Vergangenheit | Isaac & Wasabi | Ausritt]
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