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 Reitplatz

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Lawrence McKinley
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BEITRÄGE : 981
ALTER : Die Zeit ist das Kostbarste, was wir haben, deswegen achte ich auch nach 52 Jahren noch sehr genau auf sie.
HERKUNFT : Als Heimatliebhaber habe ich Kalifornien immer die Treue gehalten.
BERUF : Der Verantwortung als Hofleiter und Dressurlehrer kann und sollte man sich nicht entziehen.

BeitragThema: Reitplatz   Mi 22 Jan 2014 - 20:30


Unmittelbar hinter der Reithalle liegt der Reitplatz des Anwesens. Insbesondere an warmen Tagen wird er gerne für die Unterrichtszwecke verwendet. Doch auch außerhalb der regulären Trainingszeit kann man hier mit Pferd in Form von Bodenarbeit o.Ä. arbeiten.
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Lawrence McKinley
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BeitragThema: Re: Reitplatz   Sa 8 März 2014 - 14:39


PLOT 3

Von Siegern, Stress und Prüfungsangst

Es ist so weit! Nachdem das erste Quartal des Ausbildungsjahres für die Azubis geschafft ist, steht nun das erste große Turnier an. Hier werden erstmals die Leistungen der Auszubildenden von international anerkannten Richtern beurteilt und bewertet. Dass das relativ bekannte Drei-tägige-Februar-Turnier dieses Jahr auf den Heaven Meadows Anwesen ausgetragen wird, gibt natürlich einen zusätzlichen Push, lastet jetzt auch noch der Druck der Erwartungen der Hofleitung auf den jungen Menschen.
Die Reitlehrer sind dennoch zuversichtlich, dass ihre Schützlinge gut abschneiden werden, obwohl die Konkurrenz groß ist. Aus der gesamten Umgebung und auch aus anderen Teilen des Landes, kommen viele Reiter an die Westküste nach Kalifornien, um sich hier unter Beweis zu stellen. Dabei sind ebenso nationale wie auch internationale Reiter vertreten, wenn Letztere sicherlich auch in der Unterzahl sind, so verfolgen sie doch alle dasselbe Ziel: in der gewählten Disziplin den begehrten Siegerpokal abzuräumen.

Während nun also erfahrene Hasen des Sportgeschäfts das Ganze relativ gelassen angehen, weil sie den Stress und die Hektik eines solchen Turniers gewohnt sind, ist besonders für die Neueinsteiger und die unerfahrenen Turnierreiter die Aufregung groß.
Wenige Minuten vor dem ersten Start liegen die Nerven blank, die Pferde sind auf Hochglanz poliert, einige tummeln sich schon auf dem Aufwärmplatz, andere kontrollieren noch ein letztes mal nervös, ob die Kleidung auch ja sauber und das Pferd richtig eingeflochten ist. Niemand will hier enttäuschen oder gar versagen, fließt die Bewertung der Jury heute ja auch mit in die Endjahrespunktzahl der Azubis ein.
Auf dem ganzen Hof herrscht reges Treiben, Reiter in schwarzen Jacket und weißer Turnierhose schreiten den Parcour ab, das Orga-Team wuselt über die Plätze, damit beim Start auch alles in Ordnung ist. Die Tierärzte kontrollieren bereits einige Pferde auf Doping - und die Azubis?
Für die ist es nun erstmals an der Zeit, dass sie ihre reiterlichen Fähigkeiten vor Publikum unter Beweis stellen müssen. Am heutigen Tag finden vormittags die Springen in den Klassen E-S und nachmittags die Dressur E-M statt. Am darauffolgenden Tag kommt es dann morgens zum Gallopprennen über 3400m, mittags findet der Distanzritt statt und ab 15.00 Uhr beginnen die Reiterspiele an denen jeder Azubi VERPFLICHTEND mit dem jeweiligen Pflegepferd teilnimmt. Am letzten Turniertag findet um 10.00 Uhr das Westernturnier und ab 16 Uhr sind dann alle herzlich zur Siegerehrung eingeladen.
Es stehen also drei aufregende Tage bevor. Für den gesamten Hof. Also, worauf wartet ihr noch? Letzter Kontrollcheck und dann rauf aufs Pferd oder die Tribüne. Lasset die Spiele beginnen!

> Mittwoch, 24. Februar
> Vormittags, 9.00 Uhr
> milder Morgen, ca. 11°
> es wird jedoch langsam wärmer und verspricht ein angenehmer Tag mit vereinzeltem Sonnenschein zu werden

ALLE, DIE AM SPRINGEN teilnehmen machen nun ihre Pferde fertig und begeben sich auf den Aufwärmplatz; in einer halben Stunde beginnt das Springen! ALLEN ANDEREN ist es freigestellt wo sie posten, allerdings solltet ihr euch an den natürlichen Turnierflair halten, d.h. startet jetzt keinen Ausritt o.Ä. Nehmt z.B. Plätze auf der Tribüne ein etc.
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BeitragThema: Re: Reitplatz   Di 6 Mai 2014 - 8:58

--> Wallch - und Stutenstall

Als Callum und Blue am Abreiteplatz ankamen waren schon einige Reiter unterwegs. Die Zuschauer, die sich hier her verirrt hatten, lugten neugierig über das Geländer. Es waren einige Hindernisse, ein Steilsprung und ein Oxer, zum Aufwärmen der Pferde bereitgestellt worden. Mr. McHale, der den jungen Mann und seine Stute am Zügel bis hier hin begleitet hatte, konnte nun mit einem guten Gewissen Abstand von den beiden nehmen. "Danke nochmal." meinte Callum noch freundlich und aufgeschlossen zu dem älteren Ausbilder hinunter. Blue war etwas guckig, ließ sich jedoch von den Zuschauern nicht all zu sehr verunsichern.
Das Reiter-Pferdpaar schritt auf den Sandplatz, dessen Geläuf mit Wasser etwas erschwert wurde. Die junge Schimmelstute ging zielstrebig auf den Hufschlag und sauber an den Zügel. Callum war ein relativ guter Reiter. Das musste er auch sein, zumal er Bereiter werden wollte. Blueberry half ihm oft, wenn er eine Schaffenskrise hatte. Die junge Stute war immer aufs neue eine Herausforderung für den 24-jährigen. Sie wechselten öfters durch die Bahn und drehten einige Zirkel und Volten. Die Biegung half der Holsteiner Stute oft ihren Bewegungsablauf geschmeidiger werden zu lassen. So verlor sich auch diesmal im Laufe der Zeit die angespannte Haltung von Blue. Das konnte man von Callum eher weniger behaupten. Mit jeder Sekunde auf dem Pferderücken stieg seine Nervosität. Er versuchte dies jedoch vor seinem Pferd zu verbergen. Nach dem sie etwas entspannter geworden war und Blueberry genug Zeit hatte sich an die neue Atmosphäre zu gewöhnen, setze Callum seinen Helm auf, der bisher am Sattel hing und zückte seine kurze, lederne Springgerte.
Der junge Mann nahm die Zügel auf und trabte mit möglichst geringer Schenkelhilfe an. Die Schritte der Stute waren gut untersetzt, auch wenn sie jetzt nicht die Elastizität eines Dressurpferdes besaß, konnte Callum schwungvoll mit den Schritten mitgehen. Aber auch die Schimmelstute, ließ die Aufregung nicht ganz unberührt. Als ein kleines Kind sich stark über den Begrenzungszaun lehnte, erschrak sich die junge Stute, stemmte die Hufe in den tiefen Sandboden und machten einen ordentlichen Satz zur Seite. Genau vor so einer Situation hatte der 24-jährige Angst gehabt. Er hoffte, dass sich Blue dadurch nicht ganz aus der Fassung bringen ließ. Sie machte einige kleiner Galoppsprünge nach vorne und riss den Kopf dabei ziemlich hoch. Callum saß jedoch tief in den Sattel ein und konnte der jungen Dame so die nötige Sicherheit vermitteln, die sie brauchte. "Alles gut, ganz ruhig." sprach er mit ruhiger, dunkler Stimme auf sein Pferd ein, wobei er sie sanft am Hals berührte. Es war manchmal ziemlich herzergreifend, wie die beiden miteinander umgingen. Als würden die Liebkosungen Wunder bewirkt haben, parierte die Stute durch und wurde im zügigen Schritt von Callum weiter bewegt. Am langen Zügel konnte die Stute die neue Situation erkunden, ohne die nötige Stütze des Reiters zu verlieren. So beruhige sich Blueberry auch nach einiger Zeit wieder, so dass Callum in Ruhe die Zügel wieder aufnehmen konnte und die Trabarbeit zügig fortsetzte.


[Callum & Blue betreten den Abreiteplatz | Begleitet von Daniel McHale | Bei der Trabarbeit erschrickt die Stute]
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BeitragThema: Re: Reitplatz   Fr 9 Mai 2014 - 13:20


Wie angeboten nahm Daniel einen Zügel. Er hielt ihn nur leicht fest, solange Blue ruhig und entspannt neben ihm lief, sodass Callum doch noch mit dem Zügel sein Pferd führen konnte. Doch es stellte sich heraus, dass diese Sicherheitsmaßnahme eigentlich gar nicht von Nöten gewesen wäre. Die Besucher blieben auf Abstand zum Pferd, nur Gin musste sich ab und an vor neugierigen Kinderhänden retten und lief so immer um sie herum – manchmal etwas weiter vorn, manchmal etwas hinter ihnen. Er war eigentlich sehr freundlich und menschenbezogen, doch zu viel konnte er dann auch nicht so gut ertragen. Und selbst wenn er mal weite Kreise um sie zog, so kam er doch immer wieder zurück an seine Seite, wie ein kleiner roter Bumerang. Dass sein Besitzer ihm kaum Beachtung schenkte, schien dem Irish Setter nicht viel auszumachen. Er trabte locker neben ihm her und blickte erwartend zu ihm hoch, bis sie schließlich den Reitplatz erreicht hatten.
Sogleich nahm der Vielseitigkeitslehrer die Hand von Blues Zügel und klopfte die Stute zum Abschied leicht am Hals. Dann bezog er vorerst einen Platz am Eingang des Platzes an der Begrenzung und ließ seine dunklen Augen über die Menschen wandern. Für weniger erfahrene Pferde und Reiter konnten die vielen Menschen, die sich zuweilen auch einmal über die Begrenzung lehnten, eine nicht zu unterschätzende Quelle von Nervosität und Unsicherheit sein. Sein Wallach war so starrsinnig, dass ihm Menschen mittlerweile nichts ausmachten und die innere Ruhe beider – des Reiters und des Pferdes – trug nur dazu bei, ohne einen einzigen Schrecken durch ein Turnier zu kommen. Kurz wanderte sein Blick zur Uhr. Das A-Springen lief bereits, es war doch später, als gedacht. Aber Gun war so unkompliziert, dass das satteln und zäumen nicht lange dauern würde. Sobald das L-Springen startete würde er auf dem Platz sein.
Nun wandte er sich wieder Callum und Blueberry zu, die gerade einen ersten Schrecken bekommen hatte. Der Auszubildende handelte gut und schnell, sodass sie kurze Zeit später schon wieder sicher im Schritt angekommen waren. Ja, so war das eben auf Turnieren und das schon in bekannten Gefilden.
“He, Gin, komm mit.“, wies er den Rüden in freundlichen und doch autoritärem Ton an, ihm zu folgen. Kurz schaute er noch einmal, ob er nicht jemandem in den Weg lief, dann ging er in die Mitte des Platzes zu den beiden aufgebauten Hindernissen. Gin folgte seinem Besitzer in geringem Abstand und platzierte sich auf dessen Anweisung zwischen den Hindernissen, die beinahe nebeneinander auf dem Platz standen. Als Callum an ihnen vorbei ritt, erhob Daniel seine Stimme. “Willst du gleich mal ein paar Sprünge nehmen oder erst einmal abgaloppieren?“ Er war bereit die Hindernisse einzustellen, wie Callum es brauchte. Da noch niemand gesprungen war, waren sie noch immer auf A-Niveau und das war definitiv nicht genug, wenn man gleich in einem L-Springen startete. Da momentan kein Coach zur Verfügung stand, der an den Hindernissen hätte stehen können, übernahm Daniel nun einfach diese Aufgabe. Er war schließlich auch dafür hier, selbst wenn Springen nicht seine Spezialisierung war. Vielseitigkeit beinhaltete ja sowohl Gelände, als auch Dressur und Springen. Deshalb sollte er wohl durchaus dazu in der Lage sein jemandem im Springen zu coachen, vor allem wenn es nur um diese Höhe ging. Für ein S-Springen war er dann vielleicht doch nicht wirklich der Richtige.

Callum xx steht am Rand und beobachtet xx geht schließlich zur Mitte und fragt
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BeitragThema: Re: Reitplatz   Sa 10 Mai 2014 - 17:47

Die wippenden Trabschritte unter dem 24-jährigen schienen ihm engelsgleiche Flügel zu verleihen. Callum war vollkommen in seinem Element. Er konzentrierte sich auf die Dame seiner Gunst. Der Dunkelblonde vergaß etwas das bevorstehende Ereignis und so verschwamm die Umgebung um das Reiter- Pferdpaar in kleine vorbeifliegende Pixel.
Blue ging schön elastisch am Zügel und sie wurde mit jeder Minute ruhiger, viel jedoch dabei nicht über die Hand oder gar aus dem Takt. Sein Blick galt kurz einigen Zuschauern, welche hinter der Absperrung ihr Dasein fristeten. Musik und Lautsprecherdurchsagen hallten über den Platz. Aus ihnen ging hervor, dass das ganze Turnier sich noch mit dem A-Springen beschäftigte. Etwas Erleichterung machte sich in Callum breit und er fuhr kurz mit den Fingerspitzen am seidige Fell seiner Stute entlang. Ehe er wieder einen klaren Gedanken fassen konnte, beobachtete der junge Mann wie sich der Vielseitigkeitsausbiler auf die Mitte des Reitplatzes zu seinem Hund bewegte. Er stellte sich neben die Ständer der beiden Sprünge, welche bereits auf dem Platz gestanden haben. Ganz der Zweckmäßigkeit zu Folge, fragte er anschließend, ob er die Hindernisse für Callum herrichten sollte. "Ich lass sie erst noch ein paar Runden galoppieren. Wenn junge Frauen sich nicht etwas auspowern dürfen, zicken sie oft, wissen Sie?" meinte der Dunkelblonde neckisch, wobei ein breites Grinsen seine Mundwinkel vorzüglich nach oben ziehen ließ. Der kleine Scherz lockerte die Stimmung etwas auf. Die beiden wechselten noch ein letztes mal durch die ganze Bahn in einem schnellen Trab und galoppierten anschließend in der Ecke an. Blueberry ließ es sich freiwillig nicht nehmen, die Beine eifrig und etwas übereilt nach vorne zu werfen.
Callum saß es einfach aus und lächelte dabei unaufhörlich. Man konnte ihm ansehen, dass er sichtlich Spaß mit seinem Teenager hatte. Er ritt sie mit viel Geduld einige Runden ab und legte ab und an einige Trabpausen ein. Er liebte es, wenn sich die Stollen der Hufeisen in den weichen Sand des Reitplatzes gruben und die Beine seiner Stute schwungvoll nach vorne traten. Die Schimmelin hatte Lust an der Arbeit und das zeigte sie auch bei der Erwärmung deutlich. Callum hielt sie dabei immer kurz aber federnd am Zügel. In voller Montur wurde auch dem 24-jährigen langsam warm, trotz der recht kühlen Außentemperaturen. Im freien Training hätte er sich eindeutig etwas anderes angezogen, aber er wusste sich natürlich zu benehmen und zeigte diesen Anstand auch gerne nach Außen. Nach einigen elastischen Trabrunden, war dann auch Blueberry gut erwärmt und einige Sprünge sollten kein Problem für die junge Stute sein. "Ja, ich glaube jetzt ist sie gut gymnastiziert. Der Oxer und der Steil ist okay soweit, nur etwas höher wäre nicht schlecht." rief der 24-jährige zu Mr. McHale hinüber, welcher ruhig auf seinen Einsatz gewartet hatte. Callum galoppierte seine Stute erneut an und ritt sie auf einem größeren Zirkel, bis die Sprünge hergerichtet waren.


[Geht einige Runden im Galopp mit Blue | Bittet Daniel McHale | Wartet das Sprünge fertig sind]
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BeitragThema: Re: Reitplatz   Fr 16 Mai 2014 - 15:58

Cf. Wallach- und Stutenstall

Himmel und Menschen schienen zum Turnier gekommen zu sein. Überall standen sie herum, redeten miteinander. Fremde Hunde beäugten Emil und Freja mal neugierig, mal misstrauisch und die Kinder schienen es ihnen gleichzutun, wenn sie nicht mehr damit beschäftigt waren, ihren Eltern zu zurufen, was das doch für ein hübscher Schimmel oder Rappe sei und ob sie nicht auch bitte, bitte, bitte ein eigenes Pferd bekommen könnten.
An anderen Tagen und unter anderen Umständen hätte die junge Schwedin darüber lächeln müssen. Eine ihrer frühsten Erinnerungen war die Nase von Sleipners Mutter, die sie sachte angestoßen hatte. Freja musste damals drei oder so gewesen sein, auf der Latzhose mit den Mickey-Mouse-Aufnähern waren Grasflecke und die roten Haare hingen in unordentlichen Zöpfen an ihrem Kopf herab. Aber sie hatte gelacht, beherzt nach dem Pferdekopf gegrabscht und ihre Wange an der neugierigen Nase gerieben. Für diese Kinder jedoch schien ein so vertrauter Umgang mit Tieren jedoch etwas völlig Fremdes zu sein. Sie standen zu dicht an den Umzäunungen, kreischten trotz mancher Ermahnung und benahmen sich typisch kindlich und unpassend.

Emil liebte sie.

Trotz aller Erziehung zog er an der Leine, trabte mehr neben ihr her, als dass er normal lief und strotzte nur so vor Energie. Den Unmut seiner Besitzerin ignorierte er beflissentlich und solange sich ihr niemand näherte, schien er die ganze Aufregung einfach nur zu genießen.
Freja hingegen spürte mit jedem Schritt, dass es die falsche Entscheidung gewesen war, zum Reitplatz, wo Teilnehmer des Springreitens sich vorbereiteten, zu gehen. Lustlos ließ sie ihren Blick über das Gelände schweifen, erkannte das ein oder andere bekannte Gesicht, doch in den unteren Leistungsstufen waren die Azubis und Ausbilder der HMS eindeutig in der Unterzahl. Hier dominierten fremde Pferde und Reiter das Bild. In angemessener Entfernung zum Zaun des Platzes blieb sie stehen und bedeutete Emil mit einem Fingerzeig sich zu setzen. Wie gewöhnlich gehorchte der Rüde.

Die Rothaarige verschränkte die Arme vor der Brust und beobachtete, wie ein Grauschimmel, der mit Sicherheit zu den Stables gehörte, seine Runden über den Platz trat. Der Reiter des Warmbluts kam ihr nur vage bekannt vor. Vielleicht hatten sie sich mal in der Kantine getroffen oder im Stall, doch zu einem Wortwechsel war es nicht gekommen. Zumal ich ja eh fast nur mit denen rede, die irgendwelche Probleme mit ihren Pferden haben oder mir zufällig über den Weg laufen...., dachte sie und musste den Gedanken an Phantom und Shana mit aller Macht verdrängen, bevor er ihre Laune endgültig in den Keller treiben konnte. Um sich davon abzulenken, verfolgte sie weiterhin die Bewegungen des Springreiters. Er machte eine gute Figur und das bei vielen etwas streng wirkende Outfit stand ihm wirklich nicht schlecht.
Unwillkürlich schlich sich ein Lächeln auf Frejas Lippen. Nicht schlecht. Gar nicht schlecht. Für welches Springen er wohl angemeldet war? Und wie alt könnte der Schimmel sein? Wie um Shanas Unterstellung ihrer Inkompetenz Lügen zu strafen, versuchte die Veterinärmedizinstudentin das Alter des Pferdes abzuschätzen. Besonders alt war es nicht, das stand fest. Unter zehn Jahren tippte sie, sicher war sie sich aber nicht. Sollte sie näher an den Zaun gehen? Andererseits standen dort viele Menschen und sie wollte sich jetzt eigentlich nicht auf ein Gespräch einlassen.

Dazu sollte es dann auch nicht kommen.

Schwer beladen mit Getränkeflaschen wankte einer der Besucher an Freja und Emil vorbei, scheinbar auf dem Weg zum eigentlichen Springplatz. Der Boden zwischen den Plätzen war nicht besonders ebenmäßig, was vollkommen in Ordnung war, solange man eben keine vier Flaschen und zwei Gläser zu transportieren versuchte. Es kam, wie es kommen musste, und der Mann taumelte wegen einer kleinen Kuhle im Boden. Auf der Suche nach seinem Gleichgewicht, kam er Freja bedenklich nahe und reflexartig zuckte diese zurück, um nicht von einem Schwall Cola getroffen zu werden.
Reflexartiges Zucken war unter normalen Umständen gar kein Problem.
Reflexartiges Zucken in Gegenwart von Emil schon.
Mit einem Satz war der Rüde auf den Beinen und von der freundlichen oder wenigstens desinteressierten Art merkte man nichts mehr. Wild kläffend machte er einen Schritt vor, sodass der Mann nun zurück wich, wobei sich nun wirklich ein großer Schluck des schwarzen Getränks über das Gras und Frejas Schuhe ergoss. Die Entschuldigung des Getränkeholers ging in Emils Bellen unter, bevor die Schwedin ihren Hund laut tadeln und vor Scham über die plötzliche Aufmerksamkeit im Boden versinken konnte. Ihr Herz hämmerte gegen ihre Rippen und ihre Wangen brannten so stark, dass sich deren Farbe fürchterlich mit dem Kupfer ihres Haares beißen musste, während sie an der Leine des Schäferhundes zog und ihm schließlich mit einem klaren „Aus!“ zur Ruhe brachte.
Zum Glück schien der Mann kein typischer Amerikaner zu sein, der aus dieser Aktion eine riesige Szene machte. Mindestens ebenso peinlich berührt wie Freja selbst, machte er sich mit den Flaschen davon, jetzt allerdings genau auf entgegenkommende Menschen, seine Füße und den Boden achtend.
Viel zu langsam wandten sich die Gesichter der Zuschauer wieder dem Springen oder den Aufwärmübungen zu, doch ein kleines Mädchen funkelte Freja und den Schäferhund böse an.
Was zu viel war, war zu viel.
Freja packte Emils Leine fester und floh förmlich vor den ganzen Menschen, allerdings nicht ohne dem Reiter der Stables und seinem Grauschimmel noch einen kurzen Blick zu zu werden, als wolle sie überprüfen, ob sie durch die Aktion deren Unmut erregt hatte. Sie biss sich auf die Unterlippe, unterdrückte mehrere harsche Flüche in ihrer Muttersprache und Tränen, die ihr in die Augen traten. Was für ein fürchterlicher Tag!


[beobachtet Besucher / stellt sich an Rand des Platzes / bemerkt Calum, ohne diesen zu erkennen / wird von Besucher fast angerempelt / Emil kläfft / bringt Hund zur Ruhe / fluchtartiger Abgang]

Tbc. Round-Pen
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BeitragThema: Re: Reitplatz   Sa 17 Mai 2014 - 19:13


Aufgeregt fuhr der Irish Setter hoch, als er plötzlich Gebell hörte. Er kannte den weißen Schäferhund, sie hatten sich schon kennengelernt und kamen gut miteinander aus. Doch so aufgeregt er war, er blieb an seinem Platz stehen, in typischer Vorstehpose. Die Rute lag unten, wedelte leicht vor Aufregung hin und her. Daniels wachsamem Auge war das nicht entgangen. Sein Blick folgte dem seines Hundes und er entdeckte in der Menge, die sich etwas gelichtet hatte, eine Schülerin mit ihrem Schäferhund. Doch die Sache schien unter Kontrolle und er musste sich nicht weiter darum kümmern. Stattdessen schaute er nun wieder zu Callum, der seine Stute nun abgaloppiert hatte und bereit war, die ersten Sprünge zu machen. Wie angeboten stellte er die Stangen auf L-Höhe, ließ die Weite des Oxers allerdings erst einmal so, wie sie war. Als die Stangen lagen, kontrollierte er noch einmal, ob sie auch gerade waren und trat dann zwischen die Hindernisse zu Gin, der sich sogleich wieder setzte, als sein Besitzer zu ihm kam. Er hatte ja zum Glück die gute Angewohnheit stehen zu bleiben und nicht etwas nachzujagen, wie es zum Beispiel Terrier taten. Der Vorstehhund war ein idealer Begleiter bei Ausritten und eine noch bessere Gesellschaft im alltäglichen Leben. Möglicherweise verbrachte Dan auch deshalb so viel Zeit ausschließlich mit Tieren, aber es störte ihn ja auch nicht. Vielleicht störte es andere, aber es hatte ihm noch niemand gesagt?
“Dann wünsche ich viel Spaß mit den Hindernissen. Wenn ich den Oxer weiter stellen soll, sag‘ einfach Bescheid.“, erklärte er mit lauter Stimme, damit der Auszubildende ihn auch verstand über den Platz hinweg.

Callum xx stellt Hinderniss ein xx gibt sie frei
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BeitragThema: Re: Reitplatz   So 18 Mai 2014 - 10:26

Callum genoss den schwungvollen Galopp, der von seiner Stute ausging. Er konnte die Umgebung ausblenden und genoss die sanfte Briese, die über seine Haut wehte. Es entspannte den jungen Mann etwas, auch wenn er seinen Herzschlag nicht mehr herunterfahren konnte. Ehe der Dunkelblonde jedoch den ersten Sprung in Angriff nehmen konnte, hallte ein kräftiges, tiefes Kläffen über den Vorplatz des Turnieres.

Hektisch fuhr der Blick des 24-jährigen herum und kristallisierte das Problem heraus. Eine junge Dame zerrte leicht überfordert an der Leine ihres Schäferhundes. Blueberry reagierte etwas nervös und verkürzte die Galoppsprünge, erschrak jedoch nicht arg wie zuvor. Callum wollte nichts Ernstes riskieren und parierte kurz zum Trab durch. Die Situation außerhalb des Reitplatzes schien sich jedoch zu beruhigen und so umspielte ein sanftmütiges Lächeln die Lippen des Dunkelblonden. Er war kein sonderlicher Fan von zierlichen Damen, welche ihre Vierbeiner nicht unter Kontrolle hatten, aber so lange er sich auf seiner langbeinigen Stute befand, fühlte sich der ehemalige Soldat halbwegs sicher. Ihr war die Sache sichtlich unangenehm und so zog sie krampfhaft ihren Kläffer aus dem Geschehen. Mit gesenktem Kopf schlich sie am Gelände des Reitplatzes vorbei, ehe sich die Blicke der beiden kurz trafen.

Callums Blick musterte die junge, rothaarige Dame kurz, ehe er leicht amüsiert lächelte. Sie war mit Sicherheit eine Auszubildende oder Studentin, zumal der Dunkelblonde sie relativ jung einschätzte. Sie kam ihm auch irgendwie bekannt vor, aber er vermutete, dass sie nur eines dieser Gesichter war. Der 24-jährige ließ sich nicht lange vom Trouble um die kläffende Meute ablenken. In der nächsten Ecke galoppierte er seine Stute erneut an. Viel entspannter warf sie die Beine nach Vorn. Freundlich zustimmend nickte Callum, als Mr. McHale die Hindernisse für den jungen Mann hergerichtet hatte. Nach einer weiteren Runde im Galopp rief der konzentrierte Reiter „Steil frei!“ und ritt seine Stute in einer kurzen Passage auf den Sprung in der Mitte des Reitplatzes zu. Der Dunkelblonde fasste die Zügel seiner Stute leicht nach, so dass sie den Kopf nach oben nahm. Um die Entfernung besser einschätzen zu können, versammelte Callum seine Stute, so dass sie fast tänzelnd auf den Sprung zuritt. Die Ohren von Blue waren angespannt auf den Sprung gerichtet. Ihr Reiter spürte, dass die Holsteiner Stute nach vorne zog.

Demzufolge erreichte das Reiter-Pferdpaar recht flott den entsprechenden Absprungpunkt. Die Stute stemmte die Hinterbeine in den sandigen Boden und hob ab. Callum gab ihr gleichzeitig genug Zügel damit sie nach vorne springen konnte. Blueberry hatte eine wirklich tolle Manier am Sprung, auch wenn sie noch einige Lektionen lernen müsste, war Callum sich sicher, dass aus ihr mal ein toll ausgebildetes Springpferd werden würde. Die beiden flogen mit fantastischer Leichtigkeit über den Sprung, auch wenn es nur Sekunden waren, brachte es den 24-jährigen zu einem breiten Grinsen. Die Schimmelstute kam sicher und heil wieder auf dem Boden auf und galoppierte geradewegs auf die Absperrung zu. Im selben Moment viel dem Dunkelblonden abermals die Rothaarige mit ihrem weißen Schäferhund auf. Sie waren schon eine ziemlich komische Paarung. Die Absurdität, dass ein so kräftiger Hund, von einer zierlichen Dame geführt wurde, faszinierte den Reiter. Kurz bevor Blue jedoch Unheil anrichten konnte, zog Callum die junge Schimmelin herum und damit wieder auf den Hufschlag.


[Beobachtet das Geschehen um Freja | Ist amüsiert, jedoch nicht im negativen Sinn| Nickt McHale zu | Springt über den Steilsprung]
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BeitragThema: Re: Reitplatz   Mo 26 Mai 2014 - 15:54



Der Blick der dunklen Augen wanderte ruhelos umher. Vielleicht war Daniel tatsächlich etwas nervös. Aber eigentlich war das unwahrscheinlich. Viel eher suchte er nach jemandem, der sich mal um die einheimischen Reiter auf dem Abreiteplatz kümmerte. Wo waren eigentlich alle seine Kollegen, die keine Prüfung ritten? Naja, das war ja mal wieder typisch… Trotzdem musste er sich gleich verabschieden, denn ein Blick auf die Uhr verriet ihm, dass bald das L-Springen begann und dann musste er sich auch mal mit Gun auf den Abreiteplatz begeben.
Als Callums Worte ertönten blieb der Blick des Vielseitigkeitslehrers an ihm und seiner Stute hängen. Er hatte sie gut unter sich, das musste man sagen. Doch vor dem Sprung fehlte ihm für seinen Geschmack doch ein wenig der Schwung. Andererseits war Blue eine junge Stute und Gun fand schon beinahe von selbst den richtigen Absprung. Sie waren ein eingespieltes Team und der Brite war ein geübter Reiter, er wusste schon die Galoppsprünge abzuschätzen. Bis auf das machte das junge Paar die Sache aber sehr ordentlich, nur kam ihm das Abwenden etwas knapp vor.
“Lass‘ deine Augen mal auf dem Platz und konzentrier dich, die Konzentration wirst du im Parcours auch brauchen.“ Es war ein gut gemeinter Ratschlag und keine Kritik – und genauso klang es auch. Da Callum nicht sein Schüler war, war Daniel lieber vorsichtig, was Verbesserungen anging, doch er war sich sicher, dass sein Ausbilder diese eine Sache nicht anders sah. Selbst wenn es außen herum Trubel gab, so musste sich der Reiter doch auf sein Pferd und die Hindernisse konzentrieren.

Callum xx sieht zu xx Ratschlag
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BeitragThema: Re: Reitplatz   Sa 31 Mai 2014 - 20:23

Callums kurze Ablenkungsphase entging Mr. McHale nicht. Kurz darauf wurde der 24-jährige zurechtgewiesen, woraufhin der junge Reiter leicht verwirrt den Kopf schüttelte. Es war gar nicht seine Art sich ablenken zu lassen, erst recht nicht bei so einem Ereignis. Blueberry hatte Gott sei Dank die Situation gut im Griff und verzieh ihrem jungen Reiter diesen Fehler. Callum schämte sich innerlich, doch es blieb nicht mehr viel Zeit. Nachdem er sich innerlich wieder zusammengerissen hatte, nahm der Dunkelblonde die Zügel wieder auf und setzte sich tief in den Sattel. Nachdem er abermals durch die Bahn wechselte, beflügelte er die frischen Kräfte seiner Stute und lenkte sie erneut auf die Sprünge zu. Diesmal erprobte sich der junge Bereiter jedoch am Oxer.

Auch dieser gelang relativ problemlos, die Stute sprang gut ab und auch Blue schien langsam etwas Nervosität auszustrahlen. Callum versuchte dem entgegen zu wirken, indem er sie nach jedem gelungenem Sprung ordentlich mit der Hand abschlug. Nachdem er zwei weitere Sprünge absolviert hatte, tönte durch die Lautsprecher der Name des jungen Reiters und seiner unerfahrenen Stute. Er blickte zu McHale und nickte zustimmend „So jetzt geht es los. Vielen Dank nochmal für das Begleiten. Wenn ich mich revangieren kann, können sie mich jederzeit erreichen!“ meinte Callum respektvoll. Er ritt seine Stute am kurzen Zügel vom Abreiteplatz. Als die Hufe der Stute die Pflastersteine berührten, fing Blue an zu tänzeln und die Ohren aufgeregt im Wind zu spielen.
Auch das Herz des jungen Mannes fing an schneller zu schlagen.


>> Springplatz
[Nahm ein paar letzte Sprünge | Hörte | Dankte McHale | Abgang]
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BeitragThema: Re: Reitplatz   So 8 Jun 2014 - 12:47

cf. Hengststall.

Sie überschritt die Schwelle vom Hengststall und blieb kurz stehen. Strahlender Sonnenschein schien ihr ins Gesicht und mit einem feinem Lächeln schaute sie zu ihrem Hengst. Kurz huschten ihre Finger zärtlich über seine Nüstern, ehe sie kurz tief einatmete und weiterging. Kaum hatte sie den kleinen Weg zum Abreiteplatz betreten, bemerkte sie die Blicke auf ihr und ihrem Hengst. Interessiert spitzte Ethalon die Ohren, rollte leicht seinen Hals ein, und Präsentierte sich von seiner schönsten Seite, bevor ein Lautstarkes Wiehern die Anlage erhallte. Ein feines Grinsen konnte sich die 29 Jährige nicht verkneifen, Es war schön zu sehen, wie die ganzen Menschen den AlbinoHengst anstarrten, mit einem Anflug von Respekt in deren Augen. Seine Eiskalten blauen Augen überschauten Neugierig den Rummel von Menschen und fremden Pferden. Überall standen ihm fremde Gegenstände, und wenn es auch nur eine Frittenbude oder ein Getränkestand war. Doch bevor Ethalon irgendwas anstellen konnte, standen sie am Rand des Abreiteplatzes und Juli fing an die Steigbügel runterzumachen und richtig Einzustellen, Sie überprüfte ob alles richtig saß und nichts verrutscht war. Vorsichtig zog sie den Gurt des Sattels und und verengte ihn um ein Loch. Ethalon stand da wie in Stein gemeißelt, kein einziger Muskel zuckte, kein Haar vibrierte, nur das Atmen des Pferdes war zu hören und bestätigte das der Hengst am leben war. Ein grinsen huschte über die Lippen der Lehrerin. Vorsichtig strich sie über seinen Nasenrücken, und zum erstenmal, seit sie dort Standen, bewegte sich der Kopf des Hengstes, bevor er diesen Vorsichtig an ihren Bauch drückte und sich streicheln ließ. Kurz schlossen sich die Augen des Weißen, bevor er diese wieder öffnete. Juli ließ von ihm ab und wollte grade aufsteigen, als sie merkte wie sie etwas an der Hüfte festhielt und zu sich zog. Als sie sich umdrehte schaute sie in die Rehbraunen Augen von Bastian, und ein verlegenes Lächeln huschte über ihre Lippen. Die wohltuenden Worte die ihre Ohren erreichten, ließen sie in verlegenheit bringen. Er wusste das sie Angst hatte, er wusste das Ethalon unberechenbar war, und manchmal sogar eine tickende Zeitbombe. Als seine Lippen ihre berührten, waren alle Sorgen wie durch ein Wunder verschwunden, ihre Schultern senkten sich um ein Stück und sie erwiderte den Kuss mit Leidenschaft. Sie liebte es wenn er sie küsst, sie liebte es wenn er sie im Arm hielt und nicht mehr los lies. Er war Perfekt, Perfekt in ihren Augen. Und er war Ihr`s, Ihrer ganz alleine. Als er sich wieder von ihr löste, biss sie sich kurz auf ihre Lippe und lächelte, bevor sie sich umdrehte und sich mit so einer Leichtigkeit auf ihren Riesen schwang, das es schien als könnte sie fliegen. Bevor sie losritt, schaute sie noch einmal zu Ihm. "Danke, Danke für alles und" sie zögerte kurz bevor sie tief luft holte "Ich liebe dich" flüsterte sie kaum hörbar, aber verständlich genug für ihn, bevor sie einfach los ritt und anfing ihren Hengst im Schritt und Trab aufzuwärmen. Er lief erstaunlich gut und geschmeidig, leicht kaute er auf dem Olivenkopfgebiss und Gab im Genick nach. Mit leichter Hand reitete Juli mit ihrem Hengst übergänge, bevor sie sich das erste mal an den Steilsprung rantraute. Langsam steuerte sie auf ihn zu, saß tief ein, bevor sie Ethalon langsam die Zügel gab und dieser locker über den Sprung flog und wieder landetete um in einen entspannten Galopp zu fallen. Juli Grinste, es ging besser als sie dachte. Freudestrahlend schaute sie zu Bastian.

(Reitplatz|Bastian| Wärmt ihr Pferd auf)
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BeitragThema: Re: Reitplatz   Mo 9 Jun 2014 - 17:23

Für eine Weile hielt Bastian bei Lean on Pête inne. Der junge Hengst stand entspannt in seiner Box, ein Hinterbein angewinkelt, lediglich die Ohre aufmerksam nach vorn auf das Geschehen auf der Stallgasse gerichtet. Rasch schlüpfte Bastian zu ihm in die Box, tätschelte ihm sanft den Hals und strich ihm zärtlich über die Nüstern, als der Schwarzbraune ihm den kleinen Kopf zuwandte. Aus den dunklen Seelenspiegeln heraus sah er ihn vertrauensvoll an, sodass den Jockey eine eigenartige Wärme erfüllte, die er so schon lange nicht mehr gespürt hatte. Natürlich liebte er seinen schwarzen Pfeil Night of the Hunter's agent und auch all die anderen Pferde, die ihn so willentlich von Sieg zu Sieg trugen. Aber bei Lean hatte er einfach das Gefühl, dass es etwas anderes war, das sie verband. Etwas, das nich tiefer ging als Vertrauen und Liebe zwischen Pferd und Reiter. Peter, wie er ihn liebevoll nannte, war einer unter vielen, doch für ihn war er genau der eine. Es war ähnlich wie mit Juli. Bastian hätte so viele andere haben können, vielleicht bessere, aber dieses Pferd und diese Frau waren die einzigsten, die ihn wirklich glücklich machten. Die ihn komplettierten und bei denen er sich zu Hause fühlte.

Mit einigen Minuten Verzögerung war der Mützenträger am Abreiteplatz angekommen, gerade rechtzeitig um Juliena noch gegen zu halten, als sie aufstieg. An ihrem Lächeln sah er ihr an, dass ihr der Kuss Mut gegeben hatte und das war auch seine Absicht gewesen. Ein zufriedenes Grinsen lag auf seinen Zügen und als sie sich hinunterbeugte und ihm zum ersten Mal offen ihre Liebe gestand, war es doch ein wenig wie der Sprung ins kalte Wasser. Natürlich hatte Bastian ihm ihre Gefühle für ihn gewusst, war es doch bei ihm inzwischen nicht anders und doch war es etwas Besonderes, wenn diese zierliche Frau dort oben auf ihrem Hengst thronte und ihm sagte, dass sie ihn liebte. Seine Rehaugen musterten sie, eindringlich aber liebevoll, bevor er jedoch noch groß etwas sagen konnte, trabte sie schon auf und davon. So verlor sich das Flüstern nur ihm Wind und drang an niemandes Ohren.
"Ich dich auch."

Viele Augen waren auf den Albinohengst gerichtet, war seine Genmanipulation schließlich eine Seltenheit. Doch sowohl Pferd als auch Reiterin gingen gut mit dieser neugewonnenen Aufmerksamkeit um und während Juliena so ihr Pferd aufwärmte, kamen weitere Reiter aus dem Parkour. Irgendwann ertönte zum neunten Mal die Glocke für den Starter. Juliena war also als nächstes an der Reihe, es wurde Zeit, dass sie vom Platz runter kam und sich auf den Weg zum Springparkour machte, ihr blieb nur noch knapp eine Minute.
Bastian gab ihr mit einem Handzeichen zu verstehen, dass sie durchparieren und zu ihm kommen sollte. Er stand am Gatter, um es ihr zu öffnen und hinter ihr wieder zu schließen, damit sie nicht extra absteigen musste. Als Jockey hatte man zwar für gewöhnlich sein Bodenpersonal, aber Bastian war sich heute ausnahmsweise mal nicht zu Schade für die Freundin diesen Dienst zu übernehmen.
"Du bist dran, honey. Auf geht's, zeigt denen da draußen, was in euch steckt."
Viel mehr blieb ihm nicht zu sagen, denn für einen letzten ermunternden Kuss war Juliena einfach zu weit oben.


{<-HENGSTSTALL | Lean on Pête | Abreiteplatz | Juli&Ethalon | Startaufruf}
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Lillian Adams
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BeitragThema: Re: Reitplatz   Do 12 Jun 2014 - 19:34

cf: Springplatz

Gunshot war immer noch viel zu aufgedreht. Er war gerade einen verdammten Parcour gegangen, wie konnte er dann immer noch so aufgedreht sein? Lilly konnte es sich nicht erklären. Aber es war besser, als wenn er jetzt schon total fertig war. Sie liebte es, einen so neugierigen und energiegeladenen Partner für den Sport zu haben. Gunshot war eindeutig die richtige Wahl für ein junges Pferd zur Ausbildung gewesen. Sie hatte genug davon, Pferde zu reiten, die bereits fertig dafür waren, mit ihr profimäßig den Parcours zu gehen. Sie genoss es, dass Gunshot noch fetzen wollte und die Entfernungen noch nicht so recht einschätzen konnte.
Genau deswegen war ein breites Lächeln auf ihren Zügen, als die junge Profireiterin mit ihrem Pferd wieder auf den Abreiteplatz ritt. Es waren noch einige Starter der höheren Springdisziplinen darauf, die ihre Pferde warmritten, und die Trainingssprünge, die darauf aufgebaut waren, waren inzwischen auch höher als zuvor. Also entschied Lilly sich dagegen, Gunshot nicht mehr weiter zu springen, sondern ließ ihn ein paar Runden außen um die Bahn traben, bevor sie ihn durchparierte, auf einen Zirkel ging und die Zügel aus der Hand kauen ließ. Dabei lobte die Einundzwanzigjährige ihren Hengst überschwänglich, nachdem er sich endlich entspannt hatte. Er hatte es wirklich gut gemacht heute.
Lilly konnte nicht anders, als sich zu fragen, was Leon davon hielt. Es war das erste Mal seit einer langen Zeit, dass er sie wieder hatte reiten sehen, und sie war bei aller Liebe nicht mehr das kleine Mädchen, dass sie damals gewese war, das gerade erst angefangen hatte, den Profisport als eine Jobmöglichkeit anzusehen. Ob er wohl beeindruckt war, fragte sie sich, als sie mit Gunshot noch mal die Hand wechselte - denn während er sich entspannte, war er noch lange nicht trocken genug, um mit ihm in den Stall zurückzukehren. Ob Leon wohl stolz darauf war, sie seine Freundin zu nennen? Also nicht Freundin im klassischen Sinne - noch waren sie nicht in einer richtigen Beziehung, das hatten sie nie festgelegt; sie hatten sich beide für etwas Zwangloses entschieden.
Obwohl, war das wirklich etwas, das sie noch entscheiden konnten?


{ reitet Gunshot trocken & denkt nach }
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BeitragThema: Re: Reitplatz   Do 12 Jun 2014 - 23:34

NO MATTER WHAT THEY SAY
i'm fighting my own way, i'm writing my own tale
Quietschvergnügt sprang das flauschige Bündel braunes Fell durch die Menschenbeine. Es sah fast aus, wie ein Tanz mit sich selbst, bei dem sie sich immer wieder um die eigene Achse drehte, kurz einen Blick nach hinten warf und wartete, bis der Angebete folgte. Egal wo Bella seit den frühen Morgenstunden hinkam, die meisten stürzten sich auf sie und begannen, die kleine Hundedame zu Herzen. Was natürlich sehr zu ihrer Freude war, beschäftigte sich schließlich sonst niemand mit ihr!
Insbesondere die Kinder hatten Gefallen an der Chihuahuahündin, stellte sie aufgrund ihrer geringen Größe auch keine große Gefahr dar, sondern ließ das Niedlichkeitsbarometer von Null auf Hundert schnellen. Spätestens, wenn ihr Besitzer in das Sichtfeld der die Hündin herzenden Personen trat, waren auch die Eltern vollends Hin und Weg. Wie oft hatte man schließlich schon die Gelegenheit seinen Zöglingen ein Treffen mit dem Fußballer schlechthin zu ermöglichen?
Mehr als die gewöhnlichen Fanaktionen mit Foto und Autogramm hatte der Römer dann aber auch nicht für die breite Masse übrig. Er war hier nicht, um sich an einer UNterschriftenaktion zu beteiligen, tat dies nur, um die Anhänger willen, visierte aber eigentlich ein ganz anderes Ziel an. Nämlich den Springplatz.
Zuvor hatte es nicht zu mehr, als einem flüchtigen 'Viel-Glück'-Kuss gereicht, jetzt saß Lilly auch schon auf dem Rücken ihres schwarzen Ungetüms und ritt gerade in den Parcour ein. Wenn er sich nicht beeilte, würde er noch die Hälfte des Ritts verpassen.
Resigniert schnaubte der Blonde, als er sah, welche Menschentraube sich vor ihm bildete, setzte dann einfach die Sonnebrille auf, die er bei so großen Veranstaltungen immer dabei hatte, bog dann ab und joggte leichtfüßig an den fremden Personen vorbei. Er konnte nur froh sein, dass das Lauftraining wieder genehmigt war, andernfalls hätte er sicherlich ein Problem mit dem Gelenk bekommen, aber so war es wenigstens schon wieder einigermaßen stabilisiert und an Belastung gewöhnt - wenn er auch noch weit von seiner angestrebten Bestform entfernt war.

Keineswegs außer Atem kam Leon am Springplatz an und bahnte sich geschickt einen Weg durch die Menschen, die die Sicht versperrten. Keiner nahm hier noch Notiz davon, wer er eigentlich war, viel zu beschäftigt waren sie damit, den Ritt der Reiterin auf dem Platz zu verfolgen.
Nach einer gefühlten Ewigkeit hatte er endlich einigermaßen akzeptable Sicht auf die Sprünge, da machte Bella mit einem empörten Kläffen auf sich aufmerksam. Wie selbstverständlich war sie ihm gefolgt. Mit einem Lächeln bückte sich Leon, nahm die schokoladenfarbene Hündin auf den Arm und drückte ihr einen knappen Kuss auf den kleinen runden Kopf, der sich augenblicklich neugierig zu Lilly und Gunshot drehten, als wüsste sie genau, worauf es im Springreiten ankam.
Leon für seinen Teil verstand ja eine Menge von Pferd, auch wenn dies nur die wenigsten wussten. Er hatte dieses Wissen seinem Großvater zu verdanken, der sich nicht zu schade gewesen war, ihm alles immer wieder vorzupredigen, bis er ein begnadeter Reiter wurde. Während Leon mit der Dressur und dem Westernreiten aber nie etwas hatte anfangen können, hatten ihn Springen und Rennen schon viel mehr fasziniert. Letztendlich hatte er ja eine kurze Jockeykarriere hingelegt und erst auf der Horizon Ranch hatte ihm eines der geduldigen Reitschulpferde gezeigt, wie grandios Springen sein konnte. Das Jahresendturnier hatte er dort mit diesem schon etwas älteren, aber sicherlich nicht ganz einfachen Wallach gewonnen - in seinem letzten Jahr auf der HR. Dem Pferd war er für diese Erfahrung auf ewig dankbar. Allerdings hatte sich dannach nie wieder Gelegenheit ergeben, intensiver zu springen, zumal Firesky alles andere als ein springgeignetes Pferd war. Somit war es bei den Rennen geblieben.
Derweil hatte Lilly schon ganz anderes im Springsport geleistet und war inzwischen wohl einer der hellsten Sterne am Himmels dieses Sports. Ja, es erfüllte ihn schon irgendwie mit Stolz, dass sie es tatsächlich so weit geschafft hatte. Nun saß sie dort, auf Gunshot und nahm die ersten Sprünge des Parcours. Sie hätte sicherlich auch S gehen können, doch offenbar reizte sie die Ausbildung des Pferdes und sein Werdegang mehr, als der Sieg in der höchsten Klasse. Es war typisch für Lilly, sie hatte schon immer anderes mehr geschätzt, als einen bloßen Sieg. Vielleicht liebte er sie auch deswegen immer noch, weil sie ihm immer zeigte, dass andere Dinge im Leben viel bedeutender waren, als die vermeintlichen 'wichtigen'.
Eine Stange fiel zu Boden, ob aus Unaufmerksamkeit von Reiter oder Pferd, oder einfach weil der Abstand nicht gestimmt hatte, konnte Leon nicht sagen, schließlich war dies nicht sein Fachgebiet. Als Lilly vom Platz ritt, blieb ihm also nicht mehr, als in den Applaus der anderen Leute miteinzufallen.

Noch ein Weilchen blieb der Römer am Rand stehen, verfolgte ein paar weitere Springer der L-Runde, riss sich dann aber wieder los, war es doch einfach immer der gleiche Ablauf und ging mit Bella auf dem Arm zum Abreiteplatz.
Dort angekommen, ließ er die Hündin wieder auf den Boden hinunter, gab ihr aber mit einer kurzen italienischen Anweisung Befehl, nicht geradewegs auf den Platz zu Lilly zu spazieren, selbst wenn sie dies nun zu gern getan hätte. Bella hatte seit jeher einen Narren an Lilly gefressen, ganz im Gegensatz zu den ganzen anderen seiner 'Freundinnen', die sie gerne mal angeknurrt, ignoriert oder zumindest abfällig angesehen hatte. Ob Bella etwas damit zu tun hatte, dass er nie das Gefühl gehabt hatte, jemals wieder wirklich von Lilly loszukommen? Eigentlich war es verrückt, aber Leon musste sich schlichtweg eingestehen, dass er sich in seinem Leben nicht oft verliebt hatte. So richtig mit ganzen Herzen, leidenschaftliche, wie es Italiener und auch Römer eben taten. Nach Elisa hatte es Penny in sein Herz geschafft und als diese Liebe abgeflaut war, war nur noch Lilly gekommen, die seine bessere Hälfte abgeben konnte. All die Jahre hatte er sich zwar stets eingeredet, dass auch sie nichts Besonderes gewesen war, doch war dies schlichtweg eine Lüge. Wenn er sie so betrachtete, wie sie ihren schwarzen Hengst abritt, jede ihrer Bewegungen mit der seinen verschmolz und ihr dunkles Haar sich dem des Pferdes anglich, dann waren sie nicht nur ein wundervolles Paar, sondern auch sie die Frau, die die Letzte sein würde, in die er sich je verlieben konnte. Lilly hatte ihn von Anfang an mitgerissen, mit ihrer störrischen, fürsorglichen, jugendlichen, unbeschwerten und liebevollen Art. Sie war seit so langer Zeit, der einzigste fremde Mensch gewesen, den es wirklich interessiert hatte, was mit ihm los war. Die verdammte fünf Jahre gewartet hatte, bis sie endlich seine Geschichte hören durfte. Die auch dann nicht weggelaufen war, als sie alles wusste. Manchmal, ja manchmal (oder eigentlich sogar sehr oft), hasste er sich selbst dafür, dass er sie so oft, so schreckloich behandelt hatte, nur aus Angst, selbst verletzt zu werden.
Ein wenig hatten sich die Bernsteinaugen verklärt, als der Fußballer so in Gedanken hing, doch merkte dies sowieso niemand, weil die Sonnenbrille seine Augen vor der Außenwelt abschirmten.
Leon lehnte die Unterarme auf dem Zaun auf, verkreuzte die Finger ineinander und wenn man ihn nicht gekannt hätte, hätte man meinen können, er sei ein ganz gewöhnlicher junger Mann, der sich eventuell nach Pferden umso, die man vielleicht aufkaufen könnte. Tatsächlich verfolgten seine Augen die ganze Zeit über aber nur ein einziges Pferd, oder vielmehr dessen Reiterin. Über den Platz zu rufen, oder winkend auf sich aufmerksam zu machen, wäre einfach nicht seine Art gewesen. Leon stand gerne im Mittelpunkt, das schon, aber hier würde er zurückstecken und warten, bis Lilly fertig war, an den Zaun kam oder gar ganz vom Platz ritt. Sie hatten fünf Jahre auf ein Wiedersehen gewartet, nur aus der Ferne die Karriere des jeweils anderen verfolgt (ja, auch Leon hatte Zeitung gelesen und Lillys Erfolgszug mitverfolgt), da würde er diese fünf Minuten auch noch warten können.
Wobei: Geduld war ja nun eigentlich nicht so bei Herrn Fabbri...


{Bella | Menschenmengen | Springplatz | Lillys Ritt | weitere Springer | beim Abreiteplatz | Gedanken | wartet}
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Lillian Adams
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BeitragThema: Re: Reitplatz   Fr 13 Jun 2014 - 9:51

Mittlerweile hatte Gunshot sich ziemlich lang gemacht und nutzte jeden Zentimeter Zügel aus, um seinen langen, muskulösen Hals zu strecken. Seine Schritte waren noch immer lang, aber das waren sie immer, dank seiner langen, kräftigen Beine - für seine Größe, die ja nicht gerade gering war, schlich er geradezu um den Zirkel, auf dem seine Reiterin ihn laufen ließ. Sein Körper war immer noch eine deutliche Wärmequelle, aber das war sie immer, und so entschied sich Lilly dafür, dass er trocken genug war. Sie ritt noch eine ganze Bahn auf dem dritten Hufschlag, bevor sie in die Mitte ritt, abstieg, und den Platz wieder verließ.
Und das lag ganz bestimmt nicht an dem Schopf blonder Haare, den sie am Rande erkannt hatte, obwohl Leon bestimmt auch ein Faktor war. Jetzt, wo sie das Turnier hinter sich gebracht hatte - weil ganz ehrlich, die Reiterspiele würden sie nur fordern, weil Apokalypse ein hinterhältiges kleines Arschloch war -, konnte sie ein bisschen ihrer Aufmerksamkeit auch ihrem vorlauten kleinen Italiener-pardon-Römer schenken (über diesen Witz würde sie wohl niemals hinwegkommen).
Und so schenkte sie Leon ein breites Grinsen - natürlich hatte sie bemerkt, dass er sie beobachtet hatte, sie hatte ihn lediglich nicht beachtet - und führte Gunshot extra da vorbei, wo Leon stand. Vielleicht war es ein bisschen viel des Guten, aber zuvor hatte sie ihn ja auch schon größtenteils ignoriert, und sie wusste, wie er dann manchmal wurde, also war sie da lieber vorsichtig. Sie blieb bei ihm stehen, ließ Gunshot die Gegend beobachten und kraulte ihren Hengst an der Nase, als sie sich ihrem Lieblingsausländer zuwandte.
"Und, was sagst du zum heutigen Turniergeschehen?", fragte Lilly Leon fröhlich, ein Blitzen in den Augen. Sie würde ihn niemals nach ihrem eigenen Ritt fragen. Sie wusste, dass sie zu riskant geritten waren, dass sie Gunshot zu sehr hatte laufen lassen, gerade nach ihrem Abwurf - was leider wirklich einer gewesen war, sie hatte es auf der Anzeigetafel aufleuchten sehen, als sie vom Platz geritten war, diese verdammte, unglückbringende "4" bei den Fehlerpunkten -, dafür brauchte sie keine Expertenmeinung von irgendwem. Abr vielleicht würde Leon ja doch seinen Senf dazugeben - bei ihm könnte sie das eventuell sogar noch verzeihen. Okay, es war Leon - Lilly würde ihm so ziemlich alles verzeihen, und das auf jeden Fall. Aber trotzdem.


{ beim Trockenreiten | verlässt den Platz | LEON }
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BeitragThema: Re: Reitplatz   Sa 14 Jun 2014 - 7:10

>>Cf “Stuten- und Wallachstall”



Zur Abwechslung schien Gun heute hochmotiviert, was die Sporen an seinen Stiefeln im Grunde fast überflüssig machte. Eifrig schritt er voran, ließ sich von den Menschenmengen war nicht stören, die ihn umringen. Er war es ja gewöhnt, sogar schlimmeres. Und wie sein Reiter blieb er ruhig. Das hier war schließlich nur ein kleines Turnier und hatte keine wirkliche Bedeutung für das Weltgeschehen. Niemand würde darüber in den Weltnachrichten berichten und es war auch nicht wichtig, ob er irgendetwas gewann. Pokale und Schleifen hatte er sowieso genug, wenn dann ging es hier um seine Sportlerehre. Und wenn keiner von ihnen einen Fehler machte, konnten sie auch durchaus gewinnen. Sie waren darauf trainiert so schnell und fehlerfrei wie möglich durch einen Parcours zu kommen, das waren doch gute Voraussetzungen für ein schlichtes Springreiten. Eigentlich schien ihnen nichts im Weg zu stehen, außer vielleicht der eigenen Konzentration.

Auf dem Abreiteplatz angekommen ließ Daniel die Zügel erst einmal lang und ließ seinen Hannoveraner auf dem zweiten Hufschlag Schritt gehen. Während er das tat, sah er sich ein wenig um. Lillian war wohl gerade mit ihrem Umlauf durch und unterhielt sich mit ihrem Fußballstar Leonardo Fabbri. Er konnte diesen jungen Mann nicht so richtig einschätzen. Eigentlich konnte jemand, der mit Pferden zu tun hatte, ja nicht so verkehrt sein, aber es war nun auch nicht so, dass der Brite ein besonders guter Menschenkenner war. Einem Pferd konnte er fast jede Macke ablesen, bei Menschen fiel ihm das schon deutlich schwerer.
Er war kein Mensch überschwänglicher Begrüßungen, generell war das, wenn er auf dem Pferd saß eher selten und so würde sich die junge Frau wohl nicht viel dabei denken, dass ihr Ausbilder sie erst einmal vollkommen ignorierte. Außerdem wollte dieser auch ihr Gespräch nicht unterbrechen und sich nun erst einmal auf sein Pferd konzentrieren.

Gun xx warmreiten xx Gedanken
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BeitragThema: Re: Reitplatz   Sa 14 Jun 2014 - 11:22

Guillén hatte sich bis jetzt gut ein gelebt und er mochte die Atmosphäre auf der Ranch. Es war etwas anderes als zu Hause in Brasilien und doch vermisste er seine Heimat manchmal. Aber es hatte ihn dort nichts mehr gehalten und nun war er zufrieden hier zu sein. Er mochte seine Wohnung und er mochte die Unterbringung für seine Stute Estelle. Er hatte sich gerade um die Stute gekümmert und sie auf die Koppel gebracht. Nun schlenderte er einfach über den Hof, beobachtete die Menschen die wegen des Turniers angereist waren. Er war vorhin dort gewesen und hatte sich die Durchläufe angesehen. Guillén hatte sich nicht für das Turnier angemeldet, da er noch nicht lange hier war, wollte er nicht an irgendwelchen Turnieren teilnehmen, erst einmal, wollte er sich auf das Unterrichten konzentrieren.

Ohne es wirklich zu wollen, hatten ihn seine Füße zum Reitplatz geführt. Hier wärmte der Vielseitigkeitstrainer Daniel gerade sein Pferd auf. Er kannte ihn nur flüchtig, sie waren Kollegen, hatten aber noch nicht viel mit einander zu tun gehabt. Er und sein Pferd Gun waren eine Einheit und sie ergänzten sich gut. So wie er es beurteilen konnte. Er lehnte sich auf die Metallstange, welcher den sandigen Reitplatz umgab und ließ seine Gedanken kreisen, was sie in letzter Zeit immer häufiger taten, warum wusste er allerdings nicht, aber es war ihm gleich, wenn er ehrlich zu sich selbst war.


[Reitplatz | beobachtete Daniel & Gun | Gedanken kreisen]
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BeitragThema: Re: Reitplatz   Sa 14 Jun 2014 - 11:24

THIS IS MY KINGDOM COME
look into my eyes it's where my demons hide

Ganz unerkannt blieb der Römer natürlich nicht immer. Einige Personen erkannten ihn trotz Mütze und Sonnebrille und kamen dann auf ihn zu. Betont geduldig widmete sich Leon für einige Minuten den Unbekannten, ehe er sich wieder dem Geschehen auf dem Reitplatz zuwandte, was für ihn in diesem Moment viel relevanter war. Dennoch durfte man eben nie vergessen, wem man die Aufmerksamkeit aller Welt zu verdanken hatte, weshalb es sich einfach nicht anschickte, alle Autogrammjäger von sich zu weisen.
Gerade wieder in seinen eigenen Gedanken hängend, hätte er beinahe nicht mitgkriegt, wie Lilly ihren Hengst in die Zirkelmitte ritt, abstieg, die Steigbügel hochschob und ihn anschließend vom Platz führte. Natürlich war ihm aber ihr Grinsen, dass sie ihm zuwarf nicht entgangen, und obwohl sich Herr Fabbri doch sonst stets zu fein war auf so etwas einzugehen, erwiderte er das Grinsen.
Kaum war die Kalifornierin vom Sandplatz heruntergetreten und hatte ihre Richtung eingeschlagen, da sprang eien Etage tiefer ein brauner Fellball auf und flog im Hundsgallopp mit wehendem Fell auf Lilly zu. Leon richtete sich von seiner zuvorigen Haltung auf, verschränkte die Arme vor der Brust und sah Bella schmunzelnd hinterher, die so hellerfreut auf Lilly zurannte, als hätte sie diese jahrelang nicht gesehen. Es war schon faszinierend, wie präzise sich Tiere diejenigen auswählten, denen sie ihr Herz schenken. Obwohl Leon immer ihr Herr und König bleiben würde, war zu spüren, dass die kleine Dame ebenso eine Schwäche für die dunkelhaarige Profireiterin hatte. Was Leon ihr eigentlich nicht verübeln konnte, stand es um ihn doch nicht viel anders.
Ab und an entwich Bella schwanzwedelnd ein fröhliches Kläffen, während sie um Lilly herumsprang wie ein Flummi. Bei Leon angekommen, war es Lilly die erneut zu Grinsen begann, als hätte sie einen Sonnenstrahl gefrühstückt. Der schwarze Hengst besah sich derweil die Umgebung, für ihn war das Turnier etwas Neues, Ungewohntes, aber auch etwas Aufregendes, was seine Neugierde und sein Interesse weckte. Höchstwahrscheinlich war er eines dieser Pferde, was später mal die Turnierreiterei liebte.

"Se continui così, Bella, io alla fine ancora molto geloso."*
Amüsiert waren die Worte an den kleinen Hund gerichtet, der augenblicklich seine Ohren auf den Blonden richtete, dann aber beschloss, dass er momentan nicht weiter relevant war und sich stattdessen wieder auf die junge Frau vor ihr konzentrierte. Kopfschüttelnd betrachtete Leon seine Hündin, die ihn so einfach links liegen ließ, kommentierte dies aber nicht weiter.
Stattdessen ergriff Lilly das Wort und wollte wahrlich seine Meinung zu dem bisherigen Turniertag hören. Ein wenig erstaunte ihn das schon, war der Pferdesport doch schon so lange nicht mehr seine Welt. Allerdings waren das Springen und natürlich das Rennen, die einzigsten Disziplinen, die ihn je näher interessiert hatten, da beide einen gewissen Adrenalinkick versprachen.
"Es ist wahrlich ganz akzeptabel. Allerdings sind diese Zeiten einfach unmenschlich. Wer ist denn bitte um diese Uhrzeit schon so hellwach, dass er sich das alles von Anfang bis Ende reinziehen kann?"
Vermutlich würde Leon eher durch die Hölle oder das Feuer gehen, anstatt zuzugeben, dass ihm etwas tatsächlich ganz gut gefiel, was nichts mit Fußball oder nackter Haut zu tun hatte. Es war allerdings anzunehmen, dass seine letzte Frage eher rhetorisch gemeint war, als dass er wirklich eine Antwort darauf wollte.

Als Jockey war er ja ein paar Jahre ganz erfolgreich gewesen, doch in das Springen hatte er erst spät Einblick erhalten. Damals auf der Horizon Ranch war das gewesen, als Thorne ihn auf eines der Reitschulpferde gepackt hatte, egal wie sehr er sich gewehrt hatte. Es war ein sensibles, sanftmütiges Tier gewesen. Einfach zu reiten, nicht sehr anspruchsvoll, geduldig und ein wenig faul. Gut geeignet für Anfänger, aber auch bis in die L-Klasse hineingeritten. Die wenigsten allerdings hatten den kompakt gebauten Wallach wirklich zusammenhalten und versammeln können. Nach einer langen Anlaufphase hatte Leon dieses Tier wirklich lieb gewonnen, irgendwann beinahe täglich geritten und mit ihm schließlich auch das Springen in seinem letzten Jahr bestritten. Sie waren sogar platziert gewesen und dafür dankte er diesem Pferd heute noch. Es hatte ihn geprägt auf seine eigene, unkomplizierte Art und Weise und hatte ihn daran erinnert, wie sehr er das reiten doch vermisst hatte. Wie es dem Dicken heute wohl ging?
Dies war jedoch eigentlich nicht die Zeit in Gedanken zu schwelgen und Leon wurde auch das Gefühl nicht los, dass Lilly indirekt von ihm erfahren wollte, wie er ihren Ritt fand, auch wenn sie nicht auf direktem Wege dannach fragte. Inzwischen kannte er sie gut genug, um ihre nicht ausgesprochenen Worte doch zu hören. Ein feines Grinsen zog sich über seine Lippen, während er sanft Gunshot über den Nasenrücken strich und ihm dann lobend den Hals klopfte, ehe er einen Schritt auf Lilly zutrat bis sie nur noch wenige Zentimeter voneinander trennten. Der Blonde schob sich die Sonnenbrille kurz auf die Mütze hoch, sodass Lilly ihm auch in die Augen sehen konnte und nicht immer nur zwei Brillengläser anstarren musste, legte dann eine Hand in ihren Nacken und zog sie zu sich, bis sich ihre Lippen berührten. Der Kuss an sich war leicht, süß und zeugte doch von Stolz und Liebe. Als die Bernsteinaugen sich wieder öffneten und die Kalifornierin ansahen, leuchteten sie voller Wärme und Zuneigung wie selten zuvor. Hier war es das erste Mal, dass Leon Lilly so ungeschützt vor neugierigen Blicken geküsst hatte, er war ja doch oft darauf bedacht, dass nicht gleich wieder alles in der Zeitung stand. Schon gar nicht, wenn es ihm am Herzen lag.
"Aber man steht natürlich gerne so früh auf, wenn man dafür so etwas zu sehen bekommen. Der Schwarze da kann sich glücklich schätzen eine Reiterin wie dich mit einer derartig guten Ausbildung zu haben, was ja auch nicht von ungefähr kommt. Allerdings solltest du dir überlegen, nicht vielleicht das Pferd zu wechseln. Der Abwurf war schon ziemlich tragisch - mir wäre soetwas nicht passiert."
Diesmal war sein Grinsen nur gespielt selbstgefällig und keineswegs so ernst gemeint, wie sonst. Beschwichtigend drückte er ihr noch einen Kuss auf die Wange, ehe sich sein Blick auf Gunshot richtete. Der Rappe hatte seine Arbeit gut gemacht. Es war sein erstes Turnier und Leon hatte seine Worte sicherlich nicht ernst gemeint. Aus der Art und Weise wie Leon das Wort 'Reiterin' jedoch aussprach, war zu entnehmen, dass er es nicht im pferdesportlichen Sinne interpretiert haben wollte, sondern viel eher in - nunja - sexueller Hinsicht. Er wusste, dass er Lillys erster gewesen war, wie in so vielen Dingen, so auch bei der einen bedeutenden Sache und dass sie anschließend kaum noch die Finger voneinander lassen hatten können, bezog Leon natürlich so, dass er mehr oder wneiger Lillys "Mentor" gewesen war. Was vielleicht in gewisser Weise stimmte, aber wohl nicht so übermäßig, wie es Leon manchmal auszulegen vermochte.

Der Gedanke allerdings, dass er morgen selbst an diesem Turnier teilnehmen würde, ließ ihn irgendwie ein wenig schauern. Knapp acht Jahre war es nun her seit dem Unfall, dannach hatte er nie ein Pferd in einem Rennen geritten, aber McKinley hatte ihn überredet und so hatte er sich schließlich doch eingeschrieben. Ob er mit Firesky wirklich Chancen gegen Sophie oder O'Hara mit seinem Jungspund hatte, wusste er nicht, ebenso wenig, ob er die Geister der Vergangenheit im richtigen Moment ausschalten würde können, aber vielleicht war es ja noch mal eine Chance für ihn und Firesky.


*Wenn du so weitermachst, Bella, werde ich irgendwann wirklich noch eifersüchtig.
{beobachtet Lilly&Gunshot | Bella | Lilly | Kuss | Antwort | Gedanken | Anspielung}
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BeitragThema: Re: Reitplatz   So 15 Jun 2014 - 21:30


Während Gun unbekümmert dahin schritt ließ sein Reiter noch einmal die Parcoursskizze in seinem Kopf Revue passieren und prägte sich die Wege ein, die sie reiten wollten. Manchmal gab es Abkürzungen, die einem kostbare Zeit sparen konnten, doch bei diesem Parcours war es für ihn nicht möglich, irgendwelche Wege zu verkürzen. Denn erstens waren diese sehr rar und zweitens war der Wendekreis seines Hannoveraners einfach zu groß. Er hatte wirklich schon schlankere Pferde gehabt als den Wallach und dennoch liebte er ihn am meisten – und hatte auch überhaupt das Besitzrecht. In seinen jüngeren – man konnte vielleicht sogar sagen, besseren – Tagen war er ja auf diversen Pferden unterwegs gewesen. Unter anderem sogar auf Pferden aus der Zucht der McCormicks, deren Tochter ja nun auch hier ihre Ausbildung machte. Letztendlich schien es die Briten doch immer an die gleichen Orte zu ziehen. Er kannte Shana nur flüchtig, hatte aber schon feststellen können, dass sie viel von sich hielt. Er akzeptierte das, war sie ja auch nicht gerade unerfolgreich in heimischen Gefilden und eine gute Reiterin, die heute vielleicht sogar die eine oder andere Platzierung erreiten würde. Und dennoch war er froh, dass er sie nicht ausbilden musste und Isaac sich dessen annahm, aber er war ja auch der ausgebildete Bereiter während Daniel selbst tatsächlich im Turniersport dank seiner Eltern aufgestiegen war. Aber das war auch schon gefühlte Jahrhunderte her.
Gerade als er nun den Blick über die Zuschauer, die noch hier am Abreiteplatz standen, schweifen ließ, erblickte er ein wohlbekanntes Gesicht. Guillén war Dressurlehrer und verstand wirklich etwas von Pferden und Dressurreiterei. Sie hatten sich nie besonders lang unterhalten, generell kannte er seine Kollegen eher flüchtig und er befürchtete, dass Lillian ihn hier besser kannte als alle anderen, einfach weil sie seine Schülerin war und sie gezwungenermaßen viel Zeit miteinander verbrachten. Doch vielleicht war ja jetzt mal die Zeit, mit dem Brasilianer zu reden und ihn sogar um Hilfe zu bitten, denn wie vorhin schon, würde niemand sich dazu berufen fühlen, die Hindernisse zu verstellen.
“Und, auch schon Lust auf’s Springreiten bekommen?“, begrüßte er den Gleichaltrigen in lässigem Tonfall und hielt Gun mit einer leichten Parade auf dem zweiten Hufschlag an, damit die anderen Reiter auf dem Abreiteplatz noch vorbei konnten.

Gun xx Warmreiten xx Gedanken xx spricht Guillén an
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BeitragThema: Re: Reitplatz   Di 17 Jun 2014 - 21:23

Ein leichtes lächeln lag auf den Lippen des Brasilianers. Auch wenn er seine Heimat liebte, so sprach er doch recht selten in seiner Muttersprache. Er hatte so ziemlich alles hinter sich gelassen, als er das Land verlassen hatte, schließlich wollte er neu anfangen. Er hob die Hand zum Gruß um den Gleichaltrigen zu begrüßen. „Ja klar, obwohl ich nur zuschauen werde. Aber ich hoffe natürlich, dass unsere Teilnehmer eine gute Platzierung abliefern“ meinte er mit einem leichten Lächeln auf den Lippen. Seine Worte meine er natürlich ernst. „Nimmst du den an einem der Turniere teil?“ fragend hob er eine Augenbraue, er wusste nicht, wer genau Teil nahm, einige wenige wusste er, aber das war dann auch wieder alles, manchmal war er wirklich etwas neben der Spur und so überhaupt nicht auf dem Laufenden.

Viel hatten die beiden noch nicht mit einander zu tun gehabt aber er mochte Daniel irgendwie und er hoffte, das sich daraus vielleicht auch eine echte Männerfreundschaft entwickeln konnte, beide konnten voneinander lernen und sich gegenseitig helfen, das hatte der Brasilianer im Gefühl. „Gun ist wirklich ein gutes Pferd mit guter Ausbildung“ meinte Guillén zu Daniel und es war ein aufrichtiges Lob. Guillén verlagerte das Gewicht von einem auf das andere Bein und lehnte sich weiter gegen die Eisenstang. Guillén hatte noch andere bekannte Gesichter gesehen, doch viele kannte er hier noch nicht, was ihn jedoch nicht weiter Störte, die meisten lernte man erst nach Wochen oder Monaten kennen und schließlich war er noch nicht sehr lange hier, was ihn jedoch auch nicht störte und ihm war es sehr recht, das er niemandem aus seiner alten Heimat über den Weg lief. Er wusste nicht wie er reagierte. Die Anrufe von seiner Familie ignorierte er rigoros, genauso wie Briefe oder ähnliches, auch wenn er wusste, dass er seiner Mutter damit sehr weh tat, aber so war es nun einmal und er würde in naher Zukunft nichts an diesem Umstand ändern, dass hatte er sich geschworen, als er gegangen war.


[beobachtete Daniel | spricht mit ihm | Kompliment]
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BeitragThema: Re: Reitplatz   Mi 18 Jun 2014 - 16:26



Der Hannoveraner kaute entspannt auf seinem Gebiss, während Daniel seinen Kollegen aus braunen Augen ansah. Sein Blick war warm und freundlich wie üblich. Selbst wenn er nicht besonders viel unter Menschen war, so hatte er doch die Fähigkeit mit ihnen umzugehen. Zwar waren ihm Pferde immer noch deutlich lieber, doch die Gesellschaft von Guillén war auch nicht die schlechteste. Nur stellte er bei einem kurzen Blick auf seine Armbanduhr fest, dass es auch langsam Zeit würde, mit dem Warmreiten richtig zu beginnen.
“Ja, wir nehmen am M-Springen teil und deshalb muss ich mein gut ausgebildetes Pferd jetzt auch warm reiten. Du hast nicht zufällig Lust uns die Sprünge mal ein wenig höher einzustellen?“, antwortete er gleich auf alles und fragte eigentlich gar nicht wirklich, sondern erwartete viel mehr diese Hilfe. In der Gewissheit, dass ihm sein Kollege schon helfen würde, trabte er dann seinen Hannoveraner aus dem Stehen an und ging erst einmal leicht. Entspannt nahm er den Kopf nach unten und suchte den Halt seines Reiters, der die Zügel ein Stück aufnahm und begann, ihn auf gebogener Linie – soweit das möglich war – etwas zu lockern. Zum Springen gehörte eben auch ein lockeres und aufgewärmtes Pferd, genauso wie in der Dressur.

Gun & Guillén xx antwortet xx reitet los
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BeitragThema: Re: Reitplatz   Do 19 Jun 2014 - 16:21

Es überraschte den Brasilianer nicht, dass die beiden am Springen teil nahmen. Ohne noch ein Wort zu äußern stieg er durch die Eisenstangen und überquerte, ohne einen der Reiter zu behindern, über den Platz um an den Hindernissen die Stangen höher zu legen. Nachdem er alles nochmals auf seine Sicherheit überprüft hatte, verließ er den Reitplatz wieder und stellte sich an seinen Vorherigen Platz und beobachtete Daniel und Gun weiterhin beim Reiten. Während er die beiden Beobachtete, schweiften seine Gedanken wieder etwas ab. Zu seiner Familie und seiner Vergangenheit. Es war manchmal echt zum Haare raufen, wie oft er in letzter Zeit an die vergangene Zeiten dachte. Er sollte endlich damit Aufhören, diese Zeiten waren vorbei und es war eine gute Entscheidung und das war einzig und allein das was Zählte. Er Atmete einmal tief durch, fuhr sich durch die kurzen dunkeln Haare, wobei er seine Frisur leicht verwuschelte, doch es störte ihn nicht im Mindesten. Er ließ den Blick für einige Minuten schweifen, ehe er wieder zu dem Gleichaltrigen sah. Er entlastete eines seiner Beine. Die Arme auf der Eisenstange gebettet.


[Gun & Daniel | erhöt die Höhe der Hindernisse | beobachtete]
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Lillian Adams
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AUSBILDUNG : Lillian hat es zwar schon geschafft, sich als Reiterin in der Branche einen Namen zu machen, doch jetzt will sie auch die Ausbildung zur Vielseitigkeitstrainerin hinter sich bringen.

BeitragThema: Re: Reitplatz   Do 19 Jun 2014 - 18:04

Bella kam angesprungen, fröhlich und ausgelassen, und Lilly konnte nicht anders, als über das Verhalten des Chihuahuas zu lachen. Dieser kleine Fellball war einfach zu drollig: Lilly hatte die Hündin einfach ins Herz geschlossen, und es war offensichtlich, dass dieses von diesem klugen Tier erwidert wurde. Kurz lehnte sich die Reiterin hinab, um Bella einmal kurz durchs Fell zu wuscheln - wie Leon an so einen süßen, spaßigen Hund gekommen war, konnte sie sich nicht so ganz erklären. Aber er hatte es auf jeden Fall verdient, einen so treuen Gefährten wie Bella an seiner Seite zu haben.
Lilly richtete sich wieder auf und lobte Gunshot leise dafür, dass er bei Bellas Gekläffe nicht in die Luft ging, sondern kaum mit den Ohren zuckte - immerhin war das Turnier ja doch wesentlich interessanter. Mit einem stolzen Blick beobachtete die Einundzwanzigjährige ihren Hengst: mit ihm hatte sie einen ähnlichen Glücksgriff gehabt wie Leon mit Bella. Er war einfach perfekt für sie, und er war auch als Pferd an sich makellos: nicht nur war er richtig wunderschön und absolut lernwillig, sondern hatte auch noch keine Probleme mit Trubel, Krach und allem anderen, was andere Turnierpferde in Angst und Schrecken versetzte. Mal ganz davon abgesehen, sie hatte noch nie ein Tier geritten, dass so viel Spaß an seinem Job hatte - und sie war schon eine ganze Menge Pferde geritten.

Lange bevor sich Leon ihr wirklich nähern konnte, fanden die Augen Lillys wieder sein gutaussehendes Gesicht, nur teilweise verborgen von Mütze und Sonnenbrille, und weil sie erkannte, dass er direkt auf sie zusteuerte, machte sie sich gar nicht mehr die Mühe, wegzuschauen. Stattdessen ließ sie ihre Augen auf ihm ruhen, beobachtete in Bewunderung die Art, wie er seinen Körper hielt und sich bewegte. Leonardo war ein Bild eines Mannes - und er gehörte ihr, ihr ganz allein (das hatte er nie wörtlich gesagt, aber es war kein Geheimnis zwischen ihnen beiden). Dieser Gedanke ließ die Schmetterlinge, die sie bei ihm schon so oft gefühlt hatte, so stark zurückkehren wie seit langem nicht mehr.
Als Leon die Gruppe von Pferd, Hund und Reiter erreichte, richtete er kurz einen italienischen Kommentar an seine Chihuahuadame, bevor er sich schließlich die Sonnenbrille abnahm und Lilly zuwandte. Einmal mehr war die Kalifornierin fasziniert von dem scheinenden Goldton seiner Augen, die ihr so nah waren - eigentlich zu nah. Sie wusste, dass Leon kein Mann der großen öffentlichen Zuneigungsbekundigung war. Sie hatte nicht damit gerechnet, dass er so direkt in ihr private space eindringen würde - oder, dass er sie küssen würde, wo sie schon gerade dabei waren.
Aber selbstverständlich würde sie sich nie beschweren. Sie lehnte sich freiwillig in den Kuss, der ihre Schmetterlinge noch mal zum Aufflattern und ihr Herz zum Rasen brachte, und die Hand, die nicht Reithelm und Pferdezügel festhielt, kam wie von selbst auf seiner Hüfte zu liegen - als würde sie dort hingehören. Es war nicht gerade ein typischer Kuss: nicht nur, dass er ungeschützt vor dem öffentlichen Auge inmitten des Turniertrubels geschah, sondern auch, dass er weich war, so voller Zuneigung, dass Lilly beinahe die Knie weich wurden.

Und dann, dann war da Leons Kommentar zu ihrem Ritt - über den konnte Lilly nur herzlich lachen. Leon war einfach nur zu amüsant manchmal! Aber was hatte sie auch anderes von ihm erwartet? Natürlich würde er aus allem ein sexuelles Innuendo machen; das lag einfach in der Natur des Römers. Es war eine Sache, die sie an ihm liebte, und niemals könnte sie ihm dafür böse sein. Wenn überhaupt, dann genoss sie es nur, dass sie einen Menschen mit so gutem Humor in ihr Herz geschlossen hatte.
"Tja, ich hab halt von den Besten gelernt.", meinte Lilly mit einem Funkeln in den Augen. Zwei konnten dieses Spiel spielen, und was Leon konnte, konnte Lilly schon lange. "Und natürlich wärst du besser gewesen - oben bist du einfach unhaltbar!" Passend dazu zwinkerte sie ihm zu, und ihr Griff um seine Hüfte verstärkte sich kurz.
Dann jedoch war es auch schon an der Zeit, von ihm abzulassen: denn während für heute ihr Turniertag so gut wie beendet war, wurde Gunshot jetzt doch ein bisschen ungeduldig - und der Hengst hatte es sich redlich verdient, Sattel und Trense loszuwerden und den Nachmittag auf einer der weiten Weiden, die zum Hof gehörten, zu verbringen. Also trat Lilly einen Schritt von ihrem Herzkönig weg und wandte sich Richtung Stall. "Kommst du mit, Gunshot fertig machen? Ich will Dan's Ritt nicht verpassen."


{ Bella | Leon | Kuss | Flirten }
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BeitragThema: Re: Reitplatz   So 22 Jun 2014 - 22:34

RECORDS MADE OF GOLD
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Noch während sie sich küssten, hatten sich Leons Mundwinkel zu seinem Grinsen nach oben gezogen und senkten sich auch nicht ab, als er dann seinen Kommentar zu Lillys Ritt abgab. Der Blonde war in seiner Art vielleicht nie einfach gewesen, wenige kamen mit seinem Charakter klar, der so komplex und unantastbar war, wie der Papst. Lilly allerdings hatte sich irgendwann vor nun ziemlich genau fünf Jahren mal die Zeit genommen, ein wenig durch seine starre äußerliche Maske hindurchzuleuchten. Es hatte sich gelohnt - auch wenn sie ihren Preis, nämlich sein bedingungsloses Vertrauen, erst knapp nach diesen fünf Jahren bekommen hatte. Manchmal war er ihr wirklich unendlich dankbar, dass sie sich damals die Zeit genommen und ihm die Chance sie lieben zu lernen gegeben hatte. Allerdings war auch dies eine dieser unausgesprochenen Sachen, die zwischen ihnen stand. Eine der Sachen, deren sie beide sich zwar mehr als bewusst waren, aber keiner sie wohl jemals aussprechen und sie sie so mit ins Grab nehmen würden. Bedauern würde dies jedoch keiner von ihnen wirklich, denn was zählten schon diese ganzen vermeintlichen Bedeutsamkeiten, wie Vertrauen, wenn man nur einander brauchte, um das Gemüt in Sekundenbruchteilen aufzuheitern?
Nähe war etwas, was Leon jahrelang vermisst hatte, was er beinahe vergessen hatte, da niemand heutzutage noch wirklich Zeit darauf zu verschwenden schien. Natürlich war da stets diese sexuelle Nähe gewesen, aber eben nicht jene Nähe, die ein jeder Mensch brauchte, um glücklich zu sein. Vielleicht war er auch deswegen in jenen Jahren so unglücklich gewesen. Schlussendlich jedoch blieb ihm wohl nur übrig sich einzugestehen, dass es Lilly war, die er an seiner Seite wollte. Die da bei ihm sein sollte, für immer. Deren Liebe er brauchte, wie die Luft zum Atmen. Die, mit der es vielleicht ein für immer geben konnte.

Offenbar war die schlanke Kalifornierin überrascht von seiner öffentlichen Zärtlichkeitsbekundung und auch das ließ den Römer schmunzeln, doch er quittierte es mit keinem einzigen Wort, sondern ließ sie in ihrer Überraschung vollkommen allein. Jedoch verschluckte Lilly ihre Zunge nicht so schnell (gut, manchmal vielleicht schon - wenn er sie tatsächlich mal wieder vollends überrumpelte, wo sie scheinbar gerade gedacht hatte, sie würde nun wirklich alle seine Facetten kennen; mal ehrlich: das würde niemand jemals, wo er es selbst noch nicht einmal tat), sodass sie ihre Worte relativ schnell gefunden hatte. Aber nicht ohne vorher herzhaft über die seinen zu lachen, was Leon nur noch breiter ließ, war es ihr Lachen, das so vertraut und voller Liebe zugleich war und ihn immer wieder daran erinnerte, welch ein Segen sie für ihn wohl war.
Ihre Worte entsprachen sicherlich der Wahrheit, weshalb Leon bestätigend nickte, wobei ihr zweiter Satz dem Blonden nur ein leises Auflachen entlockte.
"Sollte mir das Leid tun? - Ich glaube nicht."
Er drückte ihr noch einen zärtlichen Kuss auf die Wange, ehe er sich auch schon direkt neben sie gesellte und mit ihr den Weg zum Stall antrat. Ein wenig tadelnd war sein bernsteingreller Blick auf ihre Frage, ob er noch mitkommen würde.
"Wie könnte ich dieses Angebot ablehnen? Im Übrigen - du verbringst ziemlich viel Zeit mit McHale, jetzt willst du auch noch keinesfalls seinen Ritt verpassen, sollte ich anfangen mir um meine Position Gedanken zu machen, wo mein Hund sich scheinbar auch von mir abwendet?"
Leonardo Fabbri, der immer bestritten hatte eifersüchtig wie ein Italiener zu sein, denn - mal ehrlich - Italiener waren doch so vollends unter seiner Würde, schien tatsächlich - wenn auch auf eine scherzhafte Art - ein wenig etwas gegen die Vertrautheit von der Freundin und ihrem Lehrer zu haben. Natürlich war Leon niemand, der einfach so jemand anderen aus Eifersucht oder so verprügelte, nein, doch waren seine eiskalten, tötenden Blicke wohl auch nicht immer angenehm zu ertragen. Es stimmte zwar, dass Lilly sich außerordentlich gut mit Daniel verstand, aber die beiden verbrachten außerhalb der Trainingsstunden schließlich keine Zeit miteinander, weshalb Leon wohl keine ernsthaften Sorgen hegen dürfte. Aber er war ja nunmal ein Römer und Penny hatte ihre beste Freundin nicht umsonst belehrt, dass die meist noch schlimmer waren als die Italiener, es aber immer genau andersherum darstellten, um sich selbst aus der Schneise zu ziehen. Fakt war: das Temperament und den Stolz eines Römers sollte man ebenso wenig einzuschränken versuchen, wie an seiner Würde zu kratzen. Sie verkrafteten das schlichtweg nicht sonderlich gut.
Ausgelassen tippelte Bella neben den schlanken Beinen des Rapphengstes her, deutlich darauf bedacht seinen harten Hufen nicht zu nahe zu kommen und doch mit einem außerordentlichen Interesse und einer klugen Neugier in den Augen. Die Hündin mochte Pferde, sprang ja gerne zwischen diesen herum, jedoch hatte sie auch Respekt vor den Unbekannten. Gunshot war ihr zwar vertraut, jedoch schien sie sich nicht vollends sicher zu sein, wie der Schwarze in einem aufscheuchenden Moment reagieren würde. Vermutlich blieb sie sowieso nur aufgrund des Trubels in der Nähe ihres Herrn und Gebieters(von dem sie sich ja angeblich abwandte).


{Lilly | Gedanken | Gespräch | Bella | ->HENGSTSTALL}
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BeitragThema: Re: Reitplatz   Do 26 Jun 2014 - 17:43


Der flache angenehme Trab des Wallachs wurde mit jeder Runde lockerer und entspannter. Und Daniel tat es ihm gleich. War es wenigstens ein kleines bisschen aufgeregt gewesen, so war er nun so entspannt und ruhig wie immer. Es bestand für sie kein Grund, sich zu fürchten. Sie waren gut im Training, hatten vielleicht schon einmal bessere Tage erlebt, aber dieser Durchlauf würde ihnen absolut keine Probleme bereiten, denn ein M-Springen war keine besonders große Nummer für den Hannoveranerwallach, der sowieso schon mit einer erheblichen Größe ausgestattet war. Er erinnerte sich gut an viel kleinere Pferde, die an S-Prüfungen teilgenommen hatten und den Sieg locker nach hause geholt hatten. Und selbst ein hinterer Platz bedeutete heute nicht viel. Allein die Turnieratmosphäre tat Gun gut und das merkte auch sein Reiter. Ein wenig Adrenalin in der Blutbahn war nie verkehrt, wenn es denn in der richtigen Dosierung auftrat. Und dem schien heute definitiv so.
Kurz wanderte der Blick des Vielseitigkeitstrainers über den Platz und erblickte Guillén, der ihnen die Hindernisse höher gestellt hatte. Nun konnten sie bald mit dem richtigen Warmreiten beginnen. Schließlich ließ er Gun zur geschlossenen Zirkelseite angaloppieren und wendete dann auf die ganze Bahn ab. Er ging in den Entlastungssitz und ließ den Braunen ein paar Runden abgaloppieren. Irgendwann fing dieser in seiner weichen Galoppade an abzuschnauben und auf seinem Gebiss zu kauen. Danach ließ Dan ihn noch einmal auf der anderen Hand eine Runde galoppieren und wendete schließlich mit einem “Steil frei!“ auf eine Viertellinie ab, um den Sprung zu erwischen. Vor dem Sprung saß er ein, gab seinem Wallach noch einmal ein wenig Druck am Schenkel und verkürzte leicht die Galoppsprünge. In seinem Kopf zählte er konzentriert mit, fixierte den Sprung, als würde er vielleicht im letzten Moment noch zur Seite springen wollen. Und dann, drückte sich Heart-Shaped Gun kraftvoll mit der starken Hinterhand vom Sandboden ab und sein Reiter folgte in perfekter Harmonie der Bewegung seines Pferdes. Wer jemals der Auffassung gewesen war, Springreiten besäße keine Harmonie, keine Eleganz, der würde bei einem solchen Anblick vermutlich bekehrt. Es gab durchaus noch andere große Springreiter. Zum Beispiel Isaac, einen Kollegen, den Daniel sehr schätzte, doch auch „alte“ Stars wie Rebecca Lacroix, die einst sogar ein Vorbild für ihn dargestellt hatte, besaßen eine so enge Verbindung zu ihren Pferden, dass es mühelos und ästhetisch aussah.
Mit deutlichem Abstand zu den Stangen setzte Gun über das Hindernis und kam ein bisschen strauchelnd auf der anderen Seite wieder auf. Typisch für ihn, noch nicht richtig wach. Mit einem energischen Druck am Schenkel machte sein Reiter ihn allerdings wach und wenn er eben noch etwas verschlafen gewirkt hatte, zeigte er nun seine prächtigste Galoppade, wegen der er so geeignet für den Vielseitigkeitssport war. Er war ein großrahmiges, weit nach vorn greifendes Pferd und wenn es darauf ankam, flink wie ein Wiesel, obwohl er doch nicht ganz so aussah.
Ein erneuter Versuch am Steil folgte sogleich. Dieses Mal klappte es deutlich besser, ohne gestraucheltes Aufkommen, sodass sie in einer Galoppade direkt noch einmal auf den Oxer abwenden konnten. Allein die Erkenntnis, dass er gleich über einen Oxer springen würde, ließ den sonst so ruhigen Wallach voller Ehrgeiz, einen bravurösen Sprung zu zeigen, noch einmal mehr anziehen und diesmal gab Daniel ihm die Freiheit, die er brauchte. Deutlich war die Kontrolle über die Galoppade, doch ein kleines bisschen Entscheidungsfreiheit überließ er ihm dann doch. Obwohl er noch nicht besonders alt war, hatte Gun doch eine gewisse Erfahrung und wusste, solche Sprünge einzuschätzen. Kaum eine Sekunde schien vergangen, da kamen sie auf der anderen Seite auf, ohne die Stangen auch nur Ansatzweise berührt zu haben. Heute schien wirklich ein guter Tag zu sein.
Nach diesem Sprung parierte der Vielseitigkeitstrainer sein Pferd erst einmal zum Trab und schließlich zum Schritt und ließ die Zügel länger. Eine kurze Verschnaufpause, dann würden sie noch den ein oder anderen Sprung nehmen, um warm zu bleiben, bis sie aufgerufen wurden.

Gun xx Guillén xx Galopp xx erste Sprünge xx langer Zügel Schritt (Verschnaufpause)
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