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 Springplatz

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BeitragThema: Re: Springplatz   So 17 Aug 2014 - 12:42


Eine gewisse innere Unruhe ließ die Neunzehnjährige nervös von einem Bein auf das andere treten, denn einerseits verlangte es sie danach zu erfahren, wie Joana mit Unfällen und dergleichen zu Pferde umging, andererseits wusste Abbie ebenso, dass sie das nicht eben auf sich selbst übertragen könnte. Dafür lagen schlicht Welten zwischen dem Selbstbewusstsein der Blonden und der Brünetten. Also lauschte sie unruhig den Durchsagen, warf dann und wann einen kurzen Blick auf das Turniergeschehen, auf Samir, auf die Menschen um sie herum und auf Joana. Deren Antwort war letztlich ebenso ernüchternd wie enttäuschend, aber das lag vermutlich eher daran, dass Abigail nicht direkt danach hatte fragen wollen. Dennoch horchte sie auf, während die Gleichaltrige von den Turniererfahrungen des Hengstes sprach. Wie dieser wohl die ganze Aufregung wahrnahm? Zahlreiche Gedanken um den pechschwarzen Dressurhengst Joanas kreisten durch den Kopf der bereits leicht nervösen Abbie, versuchte sie doch Parallelen zu Gladiator zu ziehen, Möglichkeiten, ihn ein wenig auszupowern, ohne dabei ein zu großes Risiko für ihn einzugehen. Am Ende kam sie allerdings stets auf das gleiche Ergebnis und das war katastrophal genug, um sie erschrocken den Kopf schütteln zu lassen.
Niemals!
Niemals würde sie dieses prachtvolle Tier einer Gefahr aussetzen und wenn das bedeutete, dass sie ihn nur über die Weiden scheuchen konnte. Er durfte ganz einfach nicht sterben.

Psychologisch betrachtet ähnelte die Angst Abigails vermutlich bereits einer manisch-obsessiven Paranoia, doch diesbezüglich hatte sich die Neunzehnjährige stets selbst etwas vorgaukeln können. Solange es dem Hengst ihrer verstorbenen Schwester gut ging, solange ehrte sie auch ihre Schwester und den Hengst als Lebewesen. Verwirrt und ein wenig desorientiert blinzelte sie Joana an, als diese nun nach ihren Pferden fragte, doch Abbie öffnete lediglich den Mund und schloss ihn wieder.
Ja, eben. Wie stand es denn um Gladiator und Abigail Bridget? Waren diese beiden tatsächlich ein Reiterpaar oder nicht viel mehr eine Art Zweckgemeinschaft, in der aberwitzigen Hoffnung, Alexa käme jeden Moment um die Ecke und übernähme ihren Fuchs wieder?
»Äh ...« begann die Brünette noch immer verwirrt, blinzelte zu Samir hinab, der an seiner Leine herumzupfte und biss, ehe sie schwer ausatmete. Erneut blinzelte. Ein weiteres, wesentlich erstaunteres »Ehm« folgte, ehe sie den Arm ausstreckte und auf ein wild gezeichnetes Pferd wies, was in einiger Entfernung mit interessiert gespitzten Ohren um sich sah. Kleine Kinderhände versuchten den Wallach zu erreichen, Jugendliche wiesen lachend auf das umherwandernde Pferd.
Mit einem Satz sprintete Abbie los, quer durch die Menschen, ehe ein kleines, blondes Mädchen sie noch mal an Joana erinnerte. Im Laufen umdrehend, winkte sie kurz und führte die Hände zu einem Trichter geformt an ihren Mund. »Die scheinen sich bereits gut eingewöhnt zu haben« rief sie über die Köpfe der Menschen hinweg zu Joana, ehe sie sich wieder umwandte und kurz strauchelte. Rasch fing sich die Brünette wieder, schlug erstaunlich flinke Haken und entschwand - ebenso wie Faun - dem Blickfeld der Dressurreiterin.
Offensichtlich hatte Faun die Wanderlust gepackt - zum zweiten Mal an diesem Tag - und Abbie würde dafür sorgen, dass er blieb, wo er heute sein sollte: Auf den Weiden. Sobald sie ihn endlich sah, wurde sie langsamer und sprach behutsam auf den Wallach ein. Nachdem dieser eingefangen war und dank des Weidehalfters in sicheren Gewahrsam genommen werden konnte, brachte Abigail ihr Wanderpferd sicher zurück zur Weide. Und dort würde sie jetzt eine Weile bleiben, damit Faun ja nicht wieder auf dumme Gedanken kam.



[Innerer Kampf # Gedanken # Joana & Samir # Faun # Verschwindet zu den Weiden]
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Rebecca McKinley

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ALTER : Ich kann auf 45 Jahre Lebenserfahrung zurückblicken und eben die weitergeben.
HERKUNFT : Die Stadt, die niemals schläft hat mich geprägt, aber nicht zu einer typischen New Yorkerin gemacht.
BERUF : Zusammen mit Lawrence leite ich den Hof als Stellvertretende Hofleiterin, davon abgesehen lehre ich Springreiten.

BeitragThema: Re: Springplatz   Sa 23 Aug 2014 - 16:50


Höchst zufrieden mit ihrer und Wizards Leistung hatte Rebecca ihren Wallach schließlich trockengeritten und nach ausführlichen Streicheleinheiten auf die Koppel gebracht. Ihr Grinsen ließ sich aber nicht so leicht beiseite schieben, obwohl sie darum bemüht war, einen seriösen Gesichtsausdruck aufzusetzen, der nicht jeden direkt anschrie und verkündete, dass sie trotz anderer Verpflichtungen, einer unheilbaren Krankheit und einem nicht mehr ganz taufrischen Pferd immerhin Rang vier belegt hatte. Zugegeben, vor zwanzig Jahren hätte sie sich darüber noch geärgert, aber die Zeiten änderten sich, sodass sie sich nun wie ein kleiner Flummi freute und überschwänglich Smalltalk mit einigen wenigen betrieb, die sie noch aus ihrer aktiven Zeit kannten. Doch auch diese Gespräche verliefen sich, kaum dass sich die zweite Turnierhälfte ankündigte.
An und für sich hatte Becca Lewis suchen wollen, um ihm noch einmal Glück für seinen Ritt später zu wünschen. Doch der Leiter des Hofes war entweder verschwunden oder sie blind geworden. Ein bisschen grämte sie das schon, immerhin hatten sie einander mehr oder weniger versprochen, sich nach dem Springen noch zu sehen. Ein leicht schlechtes Gewissen machte sich in ihr breit, doch es hielt nicht lange. Bis zur M-Dressur dauerte es ja noch eine Zeit lang und wenn sie ihm bis dahin nicht über den Weg gelaufen wäre, dann würde sie eben einfach zum Abreiteplatz gehen. Dorthin musste er schließlich kommen.
Etwas entspannter hatte sie sich dann in ihr Apartment zurückgezogen, um sich umzuziehen und frischzumachen, sodass sie nun entspannt und erfrischt zurück zum Springplatz ging, um sich dort erneut auf einen Tribünenplatz fallen zu lassen. Dressur war ihr selbst zwar nicht immer spannend genug, doch konnte sie es sich in ihrer Position einfach nicht leisten, dabei zu fehlen. Sie wählte einen Randplatz, um sich im Fall der Fälle nicht durch Massen von Menschen kämpfen zu müssen, und erspähte Guillèn, der sich die Dressur ebenfalls nicht entgehen ließ. Die Blicke der beiden Kollegen begegneten sich, sodass Becca ihn zu sich winken konnte.
„Guten Tag, Guillèn!“, grüßte sie den Brasilianer freundlich und wenig reserviert. Dafür war ihre Laune inzwischen wieder viel zu gut. „Hast du noch Verpflichtungen hier oder kannst du dich auch zurücklehnen und entspannen?


[Rückblick auf Turnier und Leistung * Gedanken * grüßt]
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BeitragThema: Re: Springplatz   So 24 Aug 2014 - 14:07

Nachdem er sich etwas um seine Stute gekümmert hatte, war er in sein Zimmer gegangen und hatte sich etwas frisch gemacht und sich etwas anderes an gezogen. Nun ging er über den Hof zum Springplatz. Das Springturnier hatte er verpasst, was er allerdings nicht sonderlich schlimm fand. Das Dressurturnier wollte er sich allerdings nicht entgehen lassen. Schließlich war er nicht umsonst Dressurreitlehrer, aus irgendeinem Grund liebte er diese Form des Reitens und sah sich auch gerne andere Reiter dieser Sparte an. Nun lief er also am Springplatz entlang und steuerte die Tribünen an. Er musste sich durch eine Meng von Menschen drängen, die schon saßen oder sich gerade einen Platz suchten. Es war schon mühevoll einen Platz zu finden, doch dann sah er Rebecca, die ihm zu winkte. Mit schnellen Schritten steuerte er den Platz neben ihr an und ließ sich dann neben ihr nieder, als er bei dem Platz an kam.

Mit einem leichten Lächeln sah er die stellvertretende Hofleiterin an. Leider hatte er ihre Runde verpasst, aber das würde sie ihm hoffentlich verzeihen. Er war völlig mit seiner Stute beschäftigt gewesen und hatte somit das Springen schlicht und ergreifend vergessen. Aber was machte das schon, es war ja keine Pflicht dem Turnier als Zuschauer bei zu wohnen. Manche sparten wollte sich der Brasilianer jedoch nicht entgehen lassen, dazu Zählte auch die Dressur. „Einen wunderschönen guten Tag die Dame“ grüßte er die New Yorkerin mit einem charmanten Lächeln auf den Lippen. Ehe seine braunen Augen die New Yorkerin von der Seite leicht musternd anblickten. Die Worte die sie aus sprach erreichten Guilléns Ohren und er setzte zu einer Antwort an. „Ich nehme nicht an der Dressur teil, also kann ich mich guten Gewissens zurück lehnen und die Show genießen“ meinte er mit einem grinsen auf den Lippen „Und ich nehme an, du wirst dir die Dressur auch nicht entgehen lassen?“ entgegnete er ihr. Es war mehr eine Feststellung, den eine Frage.


[kommt an | bahnt sich seinen Weg zu Rebecca | Begrüßung und Gespräch]
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Rebecca McKinley

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BeitragThema: Re: Springplatz   So 24 Aug 2014 - 14:51

Wenn sich Guillèn über eine Sache nicht beklagen konnte, dann war das mangelnder Charme. Bei dessen Verteilung musste der Brasilianer in vorderster Reihe gestanden und eine Löwenanteil abbekommen haben. Dazu kam die südländische Art und ein blendendes Aussehen, was natürlich auch von Becca nicht völlig unbemerkt blieb. Zudem verband sie in ihrer Geschichte vor den Heaven Meadows mehr, als sie wohl zugeben würden. Natürlich waren ihr die Gerüchte über ihn nicht verborgen geblieben, ebenso wenig sein Lebenslauf, der wie alle anderen irgendwann einmal auch ihren Schreibtisch passiert hatte. Insgesamt empfand sie eine gewisse Sympathie für den Brasilianer und würde sich die Gelegenheit auch auf keinen Fall entgehen lassen, ein bisschen mehr über die Ritte im Dressurviereck zu erfahren, als sie gekonnt hätte, wenn sie sich nur auf ihren eigenen Kennerblick verlassen hätte. Der war schließlich eher auf Stangen und Sprünge ausgelegt, als auf tanzende Pferde.
Darum erwiderte sie sein Lächeln nicht minder freundlich, ließ den Blick kurz über den Platz schweifen, bevor sie auf seine Antwort nickend reagierte. „Von deinen Schülern nimmt auch keiner am Turnier teil, oder? Eigentlich hatte ich mir vorgenommen, die Pläne ganz zu kennen, aber irgendwie ist das ein bisschen im Stress untergegangen“, vertraute sie ihm an, zupfte den Kragen ihres Trenchcoats zurecht und packte den Schal, den sie mehr aus Ästhetik denn tatsächlicher Kälte angelegt hatte, in ihre Handtasche. Es war ungewohnt, nicht in Reithosen über den Hof zu gehen, doch sie wusste, dass sie heute in keinen Sattel mehr steigen würde. Zum Zuschauen und Plaudern konnte sie also ein Outfit wählen, das sie sonst nur selten trug, doch hundertprozentin zufrieden war sie mit ihrem Ensemble nicht. „Natürlich sehe ich mir die Dressur an!“, lachte sie schließlich leicht. „Unsere Starter sind hier ja definitiv eher in den höheren Klassen unterwegs, da bin ich besonders gespannt, wie sie sich schlagen werden.“ Insbesondere auf Shanas und Laurences Leistungen war sie neugierig. Die angehende Bereiterin hatte sich ja schon beim Springen herausragend gut geschlagen und Phantom of the Opera hatte Potenzial. Aber auch Lilians Ritt würde interessant werden, immerhin war sie mit einem der Schulpferde unterwegs, für die Rebecca ein besonderes Herz hatte. Wie sich der andere alte Hase auf dem Hof anstellen würde, machte sie aber beinahe noch neugieriger.


[Gedanken * Antwort * anstehende Ritte]
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BeitragThema: Re: Springplatz   So 24 Aug 2014 - 15:42

  
Aléjandro Javier Vaqúez war beileibe kein Name, der besonders einprägsam für die amerikanische Bevölkerung war, noch ein Garant für hervorragend vorgestellte Turnierpferde. Allerdings zeichnete sich der Spanier besonders durch eine ruhige, geduldige Hand während der Arbeit aus, als auch über enorme Fachkenntnisse im Bereich der Hufpflege und gelegentlich auch der Pferdemedizin. Zweiteres jedoch betrieb er lediglich als eine Art Hobby, um im äußersten Notfall selbstständige Entscheidungen treffen zu können. Es kam selten vor, doch es geschah - besonders zu seiner Zeit als berittener Stiertreiber in Frankreich. Mochten die Carmaguepferde auch zäh und widerstandsfähig sein, dem Horn eines Stieres hatten auch sie nicht mehr viel entgegenzusetzen. Dementsprechend eindrucksvoll waren die Verletzungen der Tiere und ihrer Reiter gewesen, sodass in Aléjandro damals erstmals der Wunsch reifte, auch diesbezüglich ein wenig Wissen anzusammeln. Für Aushilfsmöglichkeiten reichte es vollkommen.

Die Erwähnung Sophies, bisher keinen eigenen Hund besessen zu haben, ließ den Hufschmied kurz innehalten. In seiner Zeit als Viehtreiber in Spanien waren etliche Hunde - herrenlose, sowie aufgenommene und selbst gezogene - mit ihnen gelaufen, selbst in Frankreich war stets ein ganzer Pulk von den Raubtieren um sie herum gewesen. Ein Leben ohne Hund erschien A.J. glanzlos, ein Leben ohne Pferd glücklos, aber ein Leben ohne diese beiden Geschöpfe wäre für ihn kaum möglich gewesen. Allerdings würde er Sophie jetzt einem Impuls heraus nicht die Leine Castors überlassen, immerhin war dessen vibrierende Anspannung bereits wieder spürbar und die Unerfahrenheit der Auszubildenden keine gute Kombination. Also nickte er schwach, als die Blonde bestätigte, Shana zu unterstützen und der Spanier beobachtete die letzten Ritte beinahe ebenso ungeduldig wie der Kangalrüde. Nachdem Shana wieder ausgeritten war und kurz darauf Isaac einritt, warf der Schmied einen kurzen Blick auf die Uhr, danach auf seinen Rüden, der bereits wieder an der Leine zerrte.
Qué lástima. Ein wenig bedauernd glitt der helle Blick des Spaniers über die Ränge weiter bis zum Reitplatz, auf welchem vor kurzem die Dressurprüfungen begonnen hatten. Vermutlich würde er diese letztlich doch ausfallen lassen, damit der Rüde endgültig die aufgestauten Energien abbauen konnte. Lichtblick dabei war der unweigerlich damit verbundene Besuch bei Jolly Jumper. Kurz hoben sich die Mundwinkel Aléjandros an, bevor er nach dem Verkünden von Zeit und Fehlerpunkten zu Sophie hinab sah.

»Señorita Ein kurzes Lächeln erhellte seine Gesichtszüge. Fragend neigte er das dunkle, kurz geschorene Haupt, ehe er mit einer kurzen Geste gen 'Ausgang' wies. »Begleitest Du mich noch bis zu den Weiden?« Eine andere Frage wäre unhöflich und respektlos gewesen, nachdem sich die beiden Menschen kurz davor eben darüber unterhalten hatten. Als erahnte er den kurz bevorstehende Aufbruch, sprang der Hund auf die langen Läufe, öffnete die Schnauze und hechelte aufgebracht. Nebenher ritten bereits die ersten Dressurreiter ihre Pferde warm.

[Nachdenklich # Sophie # Aufbruch]  
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Sophie Ferall
2. Lehrjahr
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ALTER : 25 Jahre
HERKUNFT : Ich bin wohl eine waschechte Amerikanerin, die wirklich schon beinahe jede Stadt kennt. Aber ursprünglich komme ich aus Texas.
AUSBILDUNG : Noch bin ich Auszubildende als Jockette. Aber damt bin ich hoffentlich auch bald fertig.

BeitragThema: Re: Springplatz   Do 4 Sep 2014 - 20:50

Die Leute wurden irgendwie ungeduldiger, was vermutlich daran lag, dass es immer wieder das Selbe war. Ich beobachtete, wie sich um ich herum die Hände der Menschen mit Essen gefüllt hatten. Langeweile trieb dazu an, etwas zu kaufen und da es hier nicht viel gab, war es Essen. Ein Eis, ein Schälchen Pommer, oder Zuckerwatte. Wer das alles organisiert hatte, wusste Sophie selbst nicht, aber es gefiel den Leuten anscheinend, denn sie sah immer mehr Kinder mit Eiscreme rum laufen, die einen ließen es auf den Boden fallen und brachen danach in Tränen aus, andere hatten ihr gesamtes Gesicht darin eingetaucht und wussten mit der großen Kugel nichts anzufangen. Es war immer wieder ein Vergnügen Menschen zu beobachten.
Der Lautsprecher riss sie aus den Gedanken: "Shana McKormick"
Shana war an der Reihe und Sophie konzentrierte sich wieder auf den Platz. Sie ritt ganz gemütlich einen Zirkel und galoppierte dann an. Mit jedem Sprung drückte ich meine Daumen noch fester zusammen und hoffte innerlich, dass keine Stange fallen würde. An einer der letzten Sprünge blieb sie hängen. "Nein, nein… und sie bleibt liegen. Ich glaube es ja nicht!", redete ich mit mir selbst und dann war der Ritt schon vorbei. Null Fehler und sie hatte auch noch eine gute Zeit. Mit einem Lächeln drehte die Blondine sich zu AJ um und es irritierte sie selbst, warum sie so grinste. Shana war nicht mal ihre beste Freundin und trotzdem freute Sophie sich wie ein Kleinkind darüber, dass sie einen guten Ritt hinter sich gebracht hatte. Schnell unterdrückte sie ihre Freude und blinzelte. Wie komisch musste es ausgesehen haben. Innerlich lachte sie.
"Sehr gerne. Hier wird vermutlich nicht mehr viel passieren.", entgegnete Sophie dem Spanier und machte sich für einen Aufbruch bereit. Castro war der wenige der sich am meisten freute. Er sprang wie wild auf und zog gleich nach vorne weg, doch hatte AJ ihn gut unter Kontrolle, damit er nicht davon rannte. Sie schmunzelte, wie lange er auf diesen Moment gewartet hatte, endlich hier Weg zu kommen. Und plötzlich bewunderte sie die Geduld des Rüden.
"Da freut sich wohl jemand, endlich zu verschwinden.", meinte Sophie noch und blickte ein letztes Mal auf den Springplatz, der sich nun in eine Dressurviereck verwandelte und alle Leute sich zu den Essensständen aufmachten.


(feuert Shana an/ redet mit AJ/ Castor/ Aufbruch-- zu den Weiden)
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BeitragThema: Re: Springplatz   Di 9 Sep 2014 - 11:59

Guillén war sich seines Charmes durchaus bewusst und er wusste durchaus wie er diesen gekonnt einsetzen konnte, doch manche Frauen waren schon von seinem bloßen Äußeren verzaubert, was er nicht so ganz nachvollziehen konnte, da er fand, dass er aussah wie jeder durchschnittliche Mann auch, aber das war wohl eine Frage der Ansicht. Langsam ließ der Brasilianer seine braunen Augen über den Platz und die Drehbühnen schweifen, ehe er Rebecca wieder von der Seite ansah und jede ihrer Gefühlsregungen studierte. Sie war eine hervorragende und angesehen Springreiterin, so wie er gehört hatte, doch wie es schien, blieben ihre Kenntnisse der Dressur ziemlich auf der Strecke, was er jedoch nicht schlimm fand, jeder hatte sein Spezialgebiet, wie er fand. Ihre Stimme riss ihn aus seinen Gedanken und Überlegungen. „Von meinen Schülern nimmt keiner Teil, da hast du recht“ meinte er mit einem leichten Lächeln auf den Lippen *zumindest nicht direkt* fügte er in Gedanken hinzu. „Aber was noch nicht ist, kann ja noch werden“ fügte er dann noch hinzu, denn es war nicht unwahrscheinlich, dass in naher Zukunft Schüler von ihm an Turnieren teilnehmen würden, doch er gab sich keinen Illusionen hin, denn momentan war es noch nicht so weit.

Er beobachtete, wie die Stangen vom Platz getragen würden und wie der Platz wieder eben gerecht wurde. Es würde wohl nicht mehr lange dauern, bis die Dressur starten würde. Ein leichtes kribbeln ging durch seinen Körper. Er schob das Gefühl zur Seite und rief sein inneres zur Ordnung. Es hatte gar nichts zu bedeuten, das Mariza an der Dressur teilnehmen würde. Sie hatten sich seit einer Ewigkeit nicht mehr gesehen, und er würde nicht wieder den gleichen Fehler begehen. Sein Kopf fuhr herum, als er wieder die melodische Stimme von Rebecca vernahm. „Sie werden bestimmt gut abschneiden“ meinte Guillén zuversichtlich. Er hatte Shana schon ein paar Mal reiten gesehen und wusste dass sie eine gute Reiterin war. Das Mariza ein Talent war, wusste er von früher noch. Innerlich schüttelte er den Kopf und rief sich erneut zur Ordnung. Er sollte sich wirklich zusammen reisen. Es brachte nichts aus zu flippen, wenn er Mariza wieder sehen würde. Er Atmete einmal tief durch und sah dann Rebecca mit einem charmanten Lächeln an.


[Gespräch mit Rebecca | Gedanken]
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Rebecca McKinley

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BeitragThema: Re: Springplatz   Mi 10 Sep 2014 - 13:20

Wissend erwiderte Rebecca das Lächeln des Brasilianers und es fiel ihr ausgesprochen schwer, nicht verlauten zu lassen, dass sie durchaus von den Gerüchten und Geschichten von ihm und Mariza wusste. Ihre Stellung als Lehrende an den Heaven Meadows verbot es ihr eigentlich, ihm zu sagen, dass seine ehemalige Schülerin und vermutlich Geliebte inzwischen volljährig war, sodass es – abgesehen von den Regeln und Geschwätz von Sitte und Moral – keinen Grund gab, sich ihr nicht wieder zu zuwenden.
Doch letzten Endes ging sie das einfach überhaupt nichts an, obwohl sie sich über kleine, skandalöse Romanzen ebenso freute, wie mancher Paparazzi, der den Prominenten hinterherschlich. Sie genoss solche Geschichten, konnte ein manchmal recht breit werdendes Lächeln nicht unterdrücken, wenn sie eine neue Liebe aufkeimen sah, wie die Rosen im Frühling. Man könnte ihr in dieser Hinsicht vielleicht vorwerfen, dass sie ihre Jugendlichkeit nie abgelegt hat. Jedoch hatte sie in diesem Punkt noch niemand zurechtgewiesen. Und geändert, hätten ein paar böse Worte sowieso nichts.
„Dann haben wir schon etwas gemeinsam. Ava hat sich die Gelegenheit, E.G. oder Thunder vorzuführen, ja auch entgehen lassen. Beim nächsten Turnier werden wir dann hoffentlich wirklich beide unsre Schüler unterstützen können“, entgegnete Becca recht neutral, obwohl sich ein leiser Unterton der Enttäuschung nicht aus ihrer Stimme hatte verbannen lassen. Ava Reed war eine gute Reiterin, doch trauerte sie ein bisschen ihrem eigenen Pferd nach, so schien es der Springreitlehrerin an manchen Tagen, weswegen sie sich manchmal nicht ganz auf die Pflegepferde einzulassen schien. In den unteren Klassen hätte sie aber dennoch problemlos starten können. Daran hinderte sie aber ihr Stolz. Trotzdem war Becca davon überzeugt, dass sie anderen Turnieren mit den Pferden antreten könnte. Denn, wie schon erwähnt, war es nicht Talent, das ihr fehlte.

Ein Moment des Schweigens breitete sich zwischen ihnen aus, während man das Dressurviereck vorbereitete. Lange würde es nicht mehr dauern, bis die Ränge erneut gefüllt und die ersten Pferde den Sandplatz betraten. Vorfreude keimte in Rebecca auf. Bei einem Turnier zuzuschauen machte sie fast genauso glücklich, wie selbst daran teilzunehmen. Es dann aber auch noch selbst organisiert zu haben und sich ein bisschen in der Sonne des Erfolges zu baden, machte die Sache noch besser.
„Ja, das denke ich eigentlich auch.“ Sie konnte es sich nicht verkneifen. „Besonders auf die junge Brasilianerin bin ich ja gespannt. Du hast sie trainiert, bevor sie hierher kam, nicht wahr?“, erkundigte sich die Brünette mit einer ausgesprochen bemühten Unschuldsmiene. Das Lächeln hatte sie aber nicht vertreiben können, während sie ein Bein über das andere schlug und ihren Kollegen von der Seite her ansah.


[Guillén * Antwort * Gedanken über Ava * Turnierplatz * Frage]
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BeitragThema: Re: Springplatz   So 14 Sep 2014 - 11:09

„Na das will ich doch hoffen“ meinte Guillén auf Rebeccas Aussage hin. Er mochte die Stellvertretende Hofleiterin. Sie war offenherzig und nett und sie hatte immer ein Lächeln auf den Lippen. Auch wenn er fand, das es hier und da etwas zu wissend aussah für seinen Geschmack. Innerlich Schüttelte der Brasilianer leicht den Kopf und sah seinen gegenüber dann wieder an. Die leichte Enttäuschung in der Stimme der Stellvertretenden Hofleitung bei ihren Worten war Guillén nicht entgangen, aber er lächelte ihr leicht aufmunternd zu. „Es gibt immer ein nächstes Mal“ meinte er und bezog das auch auf seine eigenen Schüler hier am Hof.

Guillén beobachtete das rege Treiben. Wie das Dressurviereck vorbereitet wurde. Sich die Tribünen wieder mit Menschen von Außerhalb und dem Hof füllten. Die Unterhaltungen die anschwollen und dann wieder abebbten. Es hörte sich fast so an wie in einem Übervollen Bienenstock, aber dem Brasilianer machte das ganze überhaupt nichts aus. Er lehnte sich einfach zurück und schlug die Beine übereinandern, sodass sich seine Knöchel berührten. Als Rebecca wieder das Wort erhob schreckte er nicht hoch, wieso auch, er hatte nichts zu verbergen. Denn für ihn war das, was geschehen war Vergangenheit und da würde es vorerst auch einmal bleiben. „Mariza, ja in Brasilien habe ich sie Trainiert“ meinte er in neutralem Tonfall „Sie ist wirklich ein Talent und eine hervorragende und konzentrierte Reiterin“ fügte er dann noch hinzu. Er zählte nur Fakten auf. Das irgendetwas zwischen ihnen gewesen sein könnte erstickte er somit im Keim. Wieso sollte er auch davon anfangen, es war momentan nicht relevant, daher befand er es nicht für nötig davon an zu fangen.


[Aufmunternde Worte zu Rebecca | beobachtete das Treiben | gespräch]
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BeitragThema: Re: Springplatz   Mo 15 Sep 2014 - 21:26

Anscheinend hatte Gullièn tatsächlich mit der jungen Dressurreiterin abgeschlossen. Eine Welle der Enttäuschung flutete durch Rebecca, obwohl sie zuvor gar nicht so genau wahrgenommen hatte, dass sie auf ein derartiges Gespräch gehofft hatte.
Neugierde war ihr angeboren. Seit jeher hatte sie alles herausfinden und erkunden wollen, was sich in ihrer näheren Umgebung abspielte. Man konnte ihr vorwerfen, dass sie ihre Nase dadurch zu häufig in Angelegenheiten steckte, die sie nichts angingen. Doch anders als manche Klatschweiber hatte sie sehr früh gelernt, die gewonnenen Informationen für sich zu behalten, mit ihnen nicht hausieren zu gehen und sie auch nie zu missbrauchen. Verbunden mit der Fähigkeit, sich in eine Sache zu verbeißen und nicht locker zulassen, hatte ihr diese Neugier als Anwältin immer sehr geholfen. Stundenlang hatte sie über Dokumenten sitzen können, um diesen einen kleinen entscheidenden Fehler zu finden, der ihrem Mandanten helfen konnte.
Auch als Springtrainerin war Neugier nicht immer von Nachteil. Gerade bei Wizard, dem schnell langweilig wurde, war es wichtig, Neues auszuprobieren und gespannt auf das Ergebnis zu sein.
Um ihren Kollegen jedoch nicht zu verärgern oder zu bedrängen, würde sie nicht auf die Gerüchte, die sie gehört hatte, zu sprechen kommen. Ihre zarten Andeutungen reichten eigentlich schon aus, um die Grenze des guten Tons zu überschreiten.
„Dann bin ich umso gespannter, wie sie sich gegen Lewis schlagen wird“, erwiderte sie lächelnd und drückte ihrem Chef und bestem Freund direkt umso mehr die Daumen.
Allmählich müssten die ersten Starter auch antreten. Rebecca ließ ihre Gedanken schweifen. „Wir sollten nach dem dritten Turniertag eine kleine Feier veranstalten“, überlegte sie laut. „Ich denke, das wäre schön, wenn alle nochmal zusammenkommen könnten. Die jungen Leute haben sowieso viel zu häufig die Gelegenheit, sich aus dem Weg zu gehen.“


[Gedanken * Erinnerung * Kommentar * Überlegung]
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BeitragThema: Re: Springplatz   Sa 27 Sep 2014 - 12:02

Auch wenn es vielleicht nach außen hin so schien, als hätte Guillén mit der ganzen Sache ab geschlossen so konnte er ein leichtes kribbeln, das durch seinen Körper fuhr, wenn er an das alles dachte, nicht ganz unterdrücken. Er war wirklich gespannt, wie Mariza abschneiden würde, schließlich hatte er die junge Brasilianerin schon eine halbe Ewigkeit nicht mehr gesehen, wie es ihm schien. „Irgendwann sollte man die Vergangenheit einfach ruhen lassen und was die Zukunft bereit hält, kann ich auch nicht sagen.“ Meinte er, wobei er leicht auf das Thema mit sich und Mariza anspielte. Er hatte die leichte Welle der Endeischung seiner Kollegin gespürt. Er wusste, dass sie Geheimnisse gut für sich behalten konnte und dass sie eine große Schwäche für Romanzen hatte, aber er konnte wirklich nicht sagen, ob er noch Gefühle für Mariza hatte oder ob es wirklich nur eine dumme Schwärmerei für eine gute und talentierte junge Reiterin war.

Guillén für sich durch die dichten dunklen Haare und sah Rebecca von der Seite an. Sie war wirklich eine beeindruckende Frau und eine gute Kollegin. Ein leichtes lächeln umspielte die Lippen des Brasilianers und hörte den Worten seiner Kollegin zu. „Ich finde eine kleine Feier wäre keine schlechte Idee. Eine gute Gelegenheit, sich mit anderen Reitern aus zu tauschen und für die Schüler ist es eine gute Gelegenheit vielleicht neue Freundschaften zu schließen“ überlegte er laut und Stimme seiner Kollegin zu. Eine kleine Feier würde ihnen allen nicht schlecht tun und es wäre mal eine kleine Abwechslung, wie er selbst fand. „Auf jeden Fall wird die Dressur spannend bei so herausragenden Reitern wie Shana, Mariza und unserem werten Hofleiter“ meinte Guillén mit einem verschmitzten grinsen. So langsam wurde er etwas hibbelig, das passierte ihm schon mal vor einem Dressurturnier, so war er nun mal. Die Dressur war seine Welt, schon fast sein Leben und so war es nicht verwunderlich, dass er vor einem Turnier immer etwas hibbelig und zappelig wurde. Egal ob er nur zu sah oder ob er nun selbst an einem Teil nahm. „Kennst du dich den gut in der Dressur aus oder muss ich dir ein paar Hilfestellungen geben?“ frotzelte er leicht, jedoch war es nicht böse gemeint.


[Antwortet in Gedanken | Beobachtete Rebecca | Gespräch]
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BeitragThema: Re: Springplatz   So 28 Sep 2014 - 12:46

„Ach, die Zukunft“, sinnierte Rebecca leicht auf Gullièns Kommentar hin und streckte die Beine aus, um die schwarzen Stiefletten kurz mustern zu können. Es war immer wieder beachtlich, wie sehr ein Outfit Menschen verändern konnte. Normalerweise trug sie nur ihre Reitbekleidung, Abends dann weiche Hosen, wenn sie mit Snow auf dem Schoß in einem guten Buch las oder ein bisschen fern sah. In ihrer Reitkleidung war sie die Springreiterin, Trainerin und irgendwie auch Hofleiterin, obwohl Stiefel mit speziellen Profil und eine Vollbesatzreithose nicht gerade ein Muss für administrative Tätigkeiten waren. Wann hatte sie zuletzt ein Kleid getragen? Es musste Wochen, wenn nicht sogar Monate her sein. Verabredungen gestalteten sich mit Mitte Vierzig etwas schwieriger und solange sie keine Dating-Webseite zu Rate ziehen wollte, würde es wohl auch in Zukunft kaum dazu kommen, dass sie sich wieder wirklich weiblich fühlen würde. „Man weiß ja letztlich nie, was sie für einen bereit hält. Oder hättest du gedacht, dass du jetzt hier und heute auf der Tribüne sitzen würdest?“, kam sie auf die eigentliche Aussage des Dressurtrainers zurück. „In Begleitung deiner äußerst charmanten, aber amerikanischen Chefin.“ Sie zwinkerte vergnügt. Oder hatte er vielleicht doch auf sich und Mariza angespielt? Becca wusste es nicht mit Sicherheit, doch sie beschloss, das Ganze unaufdringlich im Blick zu behalten. Reaktionen verrieten einem manchmal ebenso viel wie ungesagte Worte, das war ihr schon lange klar.

„Ha! Damit hätte ich meinen ersten Unterstützer“, grinste sie sogleich. In Gedanken begann sie sogleich zu überlegen, was man den dafür bräuchte und ob man eine kleine Feier wohl direkt nach dem ersten oder doch lieber nach dem dritten Tag veranstalten sollte. Der Tatendrang in ihr wollte eigentlich direkt loslegen, in die Stadt fahren, um Wein und Sekt zu besorgen, doch diese lästige Stimme der Vernunft hockte bereits in Teufelsgestalt auf ihrer Schulter und hob eine Augenbraue, um den Blick à la 'Du bist irre' zu vervollständigen.
„Ganz genau! Man sieht sich ja maximal im Stall oder im Cottage und ich erinnere mich noch zu genau an meine Studienzeit und wie unbeschreiblich ätzend es war, immer mit den selben Mitbewohnern zusammenzuhocken.“
Damals war wirklich noch alles anders gewesen. Sie hatte geglaubt, ihre Profession gefunden zu haben und auch die wahre Liebe. Was ihr von diesem Leben geblieben war, waren Erinnerungen von so mannigfaltiger Natur, dass es unmöglich war, wenige Worte dafür zu finden.
Hatte sie nun wieder einen solchen Hafen gefunden? Wizard war einer ihrer Anker geworden, doch er war nicht der einzige. Der ganze Hof und seine Bewohner taten ihr gut, die Aufgaben, die sie zu erledigen hatte auch. Und sie fühlte sich zum ersten Mal seit Jahren wieder gebraucht. Nicht nur für die Verwaltung und ihre Springschüler musste sie da sein. Sondern auch für Lewis.
Bei dem Gedanken musste Becca lächeln. Wärme breitete sich in ihr aus und einen Augenblick lang fiel es ihr schwer, Gullièns Worten zu folgen. In einer eingeübten Geste strich sie sich eine Strähne aus der Stirn, um ihre Gedanken zu sammeln. „Wizard und ich gehen zwar nur bis A, wenn es um die Dressur geht, aber ganz unkundig bin ich nicht“, erwiderte sie. „Aber du darfst mich gern mit Insiderwissen versorgen.“


[Gedanken / Gespräch]
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BeitragThema: Re: Springplatz   Do 9 Okt 2014 - 18:23

Die braunen Augen waren auf die Kollegin gerichtet und er musste Leicht schmunzeln „Nein, im Leben nicht. Normaler weiße habe ich mir nie ein Turnier entgehen lassen, aber ich denke ich lasse den jüngeren mal den Fortritt“ meinte er, wobei er mehr auf Ava und Mariza anspielte, als auf ihren lieben Kollegen und Hofleiter Lawrence, der ja schon fast zum alten Eisen gehörte, was man ihm jedoch keineswegs ansah, vor allem, wenn er mal wieder ein Turnier bestritt. Alles in allem mochte er seinen Kollegen und er war froh, dass er die Chance bekommen hatte hier zu Unterrichten. „Eine sehr charmante Begleitung“ meinte er mit einem frechen aber vergnügten Lächeln auf den vollen Lippen. Wenn er nicht schon eine Berufung gefunden hätte, hätte er vielleicht Model werden sollen, zumindest hatten ihm das schon mehrere Leute vor geschlagen, er hatte jedoch immer danken Abgelehnt. Er streckte die langen Beine unter der vorderen Bank hindurch und überkreuzte sie an den Knöcheln. Entspannt lehnte er sich zurück und verschränkte die Arme vor der Brust und beobachtete weiterhin das treiben unten auf dem Platz. Es wurde langsam voller und es würde wohl nicht mehr lange dauern bis es los ging. Es krippelte unter seinen Fingernägeln und ein leichtes prickeln ging durch seinen Körper. Was wohl ein Zeichen dafür war, dass sich eine Welle Adrenalin in seinen Venen herum trieb, doch er schob das alles bei Seite und musterte Becca von der Seite.

„Für die Schüler wäre es wirklich mal eine willkommene Abwechslung. Auch wenn der ein oder andere vielleicht zusammen rum hängt, kennt man doch nicht jeden und es wäre wirklich eine nette Gelegenheit um andere kennen zu lernen oder sich einfach mal wieder auf zu Brezeln“ meinte der Brasilianer, obwohl er vom Aufbrezeln eher weniger hielt, jedoch könnte er so vielleicht mal wieder etwas von seinem sonst so stressigen Alltag abschalten und einfach mal etwas anderes genießen. „Vielleicht kann man da ja was Planen, nach dem Turnier“ schlug Guillén der Stellvertretenden Hofleiterin vor. Es war wohl eher eine indirekte Einladung ihr mit helfender Hand zu Diensten zu sein. *Okay, das hat sich in seinen Ohren jetzt leicht komisch an gehört, aber was soll´s* dachte er so bei sich, ein verschmitztes Lächeln umspielte seine Züge und die braunen Augen blitzen kurz schelmisch auf, ehe er seinen Blick wieder Becca zu wandte und sie leicht musterte. Selten sah man sie in etwas anderem als Stallkleidung, doch es schmeichelte ihrer Figur und machte sie sehr Feminin. Er hatte sie vom ersten Augenblick an gemocht, doch er musste zugeben, dass sie in ihrer Freizeitkleidung ein echt heißes Geschoss war, jedoch hatte er sie noch nicht groß ausgehen sehen oder dass sie sich mit einem Mann verabredet hätte. Er zog leicht die dunklen Brauen zusammen. „Ich will dir ja nicht zu nahe Treten, aber fehlt es dir aus zu gehen….Männer zu treffen oder Dates zu haben?“ fragte er rein ins Blaue. Nicht das es groß na ihr interessiert war, aber er hatte noch nicht viel mit ihr gesprochen und auch wenn sie eine taffe Frau war, brauchte doch jeder hin und wieder etwas Zärtlichkeit. Was ihn unweigerlich dazu brachte über sich selbst nach zu denken. Er hatte selbst schon längere Zeit keine Frau mehr gehabt, aber das war egal, er hatte Stell und sie war mehr, als bloß ein Pferd.

Guillén musste bellend Auflachen bei ihrer Aussage. „Ich habe nicht behauptet, dass du unwissend währest, aber vielleicht brauchst du bei den Lektionen in der L oder M Dressur ein paar Hilfestellungen“ meinte Guillén feigsend mit einem breiten grinsen auf den Lippen. Ja manchmal konnte er echt nett sein, aber nicht im eigentlichen Sinne des Wortes. Innerlich musste er leicht den Kopf schütteln, doch irgendwie genoss er Beccas Gesellschaft und man konnte es mit ihr wirklich gut und gerne mehrere Stunden aushalten. Sein Blick wanderte wieder hinunter zum Springplatz, der nun ein Dressurviereck war und wieder prickelte seine Haut, vor lauter Vorfreude auf die kommende Dressur.


[Gespräch mit Rebecca & Gedanken]
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Rebecca McKinley

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ALTER : Ich kann auf 45 Jahre Lebenserfahrung zurückblicken und eben die weitergeben.
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BERUF : Zusammen mit Lawrence leite ich den Hof als Stellvertretende Hofleiterin, davon abgesehen lehre ich Springreiten.

BeitragThema: Re: Springplatz   So 26 Okt 2014 - 19:40

„Eine vielleicht weise Entscheidung!“, lachte Rebecca leicht und vergnügt. „Aber es war eine interessante Erfahrung beim Springen gegen die jüngeren anzutreten, obwohl ich es sehr bedauere, nicht auf dem Treppchen zu stehen. Aber Isaac hat verdient gewonnen.“ Sie mochte den Mann nicht mögen, aber das war noch lange kein Grund, ihm den Sieg zu missgönnen. Seine Stute war ein Ausnahmetalent, ebenso wie seine Reitkünste. Fachlich war er ein echter Zugewinn für den Stall, das wusste auch sie. Trotzdem waren sie nie Freunde geworden. Seine Arroganz brachte sie zur Weißglut und machte es ihr unbeschreiblich schwer, sich zu beherrschen. Trotzdem; sein Sieg war gerechtfertigt gewesen, auch wenn sie sich gern auf den forderen Rängen gesehen hätte. Oder einen ihrer Schüler. Aber Ava schien zu sehr an ihrem alten Pferd zu hängen und den Kopf zu voll mit anderen Dingen zu haben. Leise seufzte Rebecca, bevor sie sich wieder ganz Gullièn zuwandte. Dessen Komplimente waren auch sehr viel schöner, als die Gedanken an Isaac Haber oder Ava Reed.
„Charmeur!“, beschuldigte sie ihn grinsend und stieß ihm den Ellenbogen in die Seite. „Aber danke!“ Es tat gut, einfach so mit einem Kollegen zusammenzusitzen und ein wenig – ja, was eigentlich? Ein Flirt war das nicht, dafür fehlten die Gefühle. Aber einfach ein wenig zu scherzen, den Turnierstress zu vergessen und Spaß zu haben, war schön. So gut der Brasilianer aussehen mochte, war er doch nicht ihr Typ. Auf jüngere Männer hatte sie sowieso nie gestanden, wie ihre Ehe nur zu deutlich gezeigt hatte, und auch sonst wusste sie, dass er nicht derjenige war, der ihr Herz erobern könnte.
Ihr Blick folgte dem seinigen, fand immer mehr Menschen auf dem Platz. Bald würde es losgehen!

Seine nächsten Worte ließen sie lächeln und ihre Augen blitzen. Becca war immer gern weggegangen. Nicht exzessiv und auch mehr zur Highschoolzeit und im Studium. Sie hatten nicht exzessiv gefeiert, aber lange zusammengesessen, viel gelacht und auch gern getanzt, ab und an auch etwas mehr Alkohol getrunken, doch sie hatte sich nie einfach so abgeschossen. Darauf würde sie auch gern bei der Abschlussfeier des Turniers achten, aber da sie hier mit Erwachsenen arbeiteten, hatten sie nicht die Handhabe. Seit ihrer Diagnose hatte sie nichts mehr getrunken und eine regelrechte Abneigung gegen Drogen jeder Art entwickelt und so auch festgestellt, dass man nichts brauchte, das Leber und Gehirn schädigte, um Spaß zu haben. Allerdings sahen das viele der Azubis ja anders... Du benimmst dich gluckenhaft, schalt sie sich mit einem stillen Lächeln. Aber vielleicht kam das davon, dass sie nur eine Katze und ein Pferd zum Bemuttern hatte. Bereute sie es, keine Kinder zu haben? Manchmal war sie sich dessen nicht mehr so sicher. Andererseits könnte sie immer noch versuchen, eines zu bekommen. Mit vierundvierzig war das Leben noch nicht vorbei, doch ihre Krankheit machte es auch nicht gerade einfacher, noch Kinder zu bekommen. Zumindest welche zu gebären.
Mit Vehemenz schob sie die Gedanken beiseite, widmete sich lieber dem Gespräch mit dem Dressurreiter. „Es würde mich freuen, wenn du mir zur Hand gehen würdest“, versicherte sie sich wieder seiner Mithilfe, obwohl die Dunkelhaarige eigentlich davon ausging, dass er ihr helfen würde. Sein Lächeln war ansteckend und half dabei, ungeliebte Überlegungen zu verbannen. Das war wohl die größte Gabe des Mannes – sein Charme und seine Leidenschaft für Pferde und das Leben. Dass er auf dem Hof war, war für sie alle ein großes Glück, was sie ihm irgendwann auch einmal sagen würde, wie sie sich fest vornahm. Am besten gleich...
Dann jedoch veränderte sich sein Blick und er überraschte die Reitlehrerin mit einer doch sehr persönlichen Frage. Es war, als habe er ihren Gedankengang von vorhin aufgegriffen, irgendwie belauscht. Manch einer hätte vielleicht abgewunken und irgendeine Ausrede erfunden, nicht aber Rebecca. Von Geheimnissen hielt sie nicht viel. Dafür aber umso mehr von Offenheit und einem lockeren Umgang miteinander. Jozé war ein Freund, vielleicht nicht ihr bester, denn diese Stellung besaß Lewis.
Ein trauriges Lächeln schlich sich auf ihre Lippen, doch es verschwand auch schnell wieder. „Eine schwierige Frage“, murmelte sie schließlich ehrlich und selbst überrascht. „Ich habe meine Arbeit, ich habe Lewis...“ Ihre Stimme verstummte. Ja, McKinley reichte ihr eigentlich. Sie saßen abends häufig zusammen, redeten stunden lang und sie schätzte ihn. Nein, das war zu schwach ausgedrückt. Sie genoss seine Gegenwart, er beruhigte sie, heiterte sie auf und vertrieb dunkle Gedanken. Aber reichte ihr das denn wirklich? „Tief drinnen... manchmal wünsche ich es mir schon, das stimmt. Wieder jemanden zu haben, der für mich da ist... aber ich suche nicht verzweifelt“, fügte sie hinzu, musste lächeln. „Nach meiner Ehe gab es noch ein oder zwei Männer, aber sie verstanden mich nicht. Irgendwann gab es dann nur meine Arbeit und nun eben diesen Hof hier. Es ist okay so.“ Ihr Blick wanderte über den Platz, sah die ersten Reiter am Rand stehen oder in einiger Entfernung auf ihre Pferde steigen. „Was ist denn mit dir? Hast du keine Sehnsucht nach einer Familie oder einer Beziehung?“

Dann legte sich schließlich doch wieder ein Lächeln auf die Lippen der Reiterin. „Dann bin ich sehr gespannt auf deine Ausführungen!“, erwiderte sie, lehnte sich noch ein wenig mehr zurück und sah ihn von der Seite her an. „Du freust dich sehr, nicht wahr? Wieder Dressurreiter hier sehen zu können?“, deutete sie seinen Blick und die deutlich sichtbare Freude in seinen Augen.


[Gedanken & Überlegungen, Gespräch]
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BeitragThema: Re: Springplatz   So 7 Dez 2014 - 14:43

„Bestimmt läuft es beim nächsten Mal besser. Aber Isaac ist auch ein harter Gegner“ meinte der Brasilianer leicht nachdenklich und streckte seine langen Beine aus und überschlug sie an den Knöcheln. Wenn man zu lange in einer Haltung verbrachte, konnte es schnell passieren, das einem gewisse Gliedmaßen einschliefen und das war ein Gefühl, auf das der dunkelhaarige gut und gerne verzichten konnte. „Entschuldigung, aber ich komm einfach nicht gegen meine Natur an“ meinte er mit einem breiten Grinsen, auf ihre Aussagen mit dem Charmeur hin. Doch es machte ihm nichts, schließlich war er nun einmal so und er konnte gut damit leben einer zu sein und wenn er Becca damit ein Lächeln auf die Lippen zu zauber und sie auf andere Gedanken zu bringen, so machte er dies doch wirklich gerne. Mit Adleraugen schien er das Turnier, welches nun im vollen Gange war zu beobachten doch er war immer noch auf das Gespräch mit der stellvertretenden Hofleiterin vertieft. Manchmal war der Brasilianer beneidenswert. Viele verstanden nicht, wie er sich auf etwas konzentrieren konnte und doch noch mit anderen sprechen konnte. Das lag wohl an seiner Art, mehrere Dinge gleichzeitig zu erledigen, was wohl aber auch daran lag, wie er erzogen wurde, und das er immer mehrere Sachen gleichzeig erledigen musste und dabei auch immer noch ein Auge auf seine Geschwister haben musste. Ein leichtes wehmütiges Lächeln schlich sich auf seine Züge. Dies passierte ihm häufig, wenn er an seine Vergangenheit und seine Heimat dachte. Ja sie fehlte ihm und es schmerze ihn, dass er das Land verlassen hatte. Doch auch in Amerika war er ein großes Stück weit zu hause. Er hatte hier gute Freunde und eine solide Arbeit und es konnte immer etwas tun und etwas lernen und anderen etwas bei zu bringen, das war schon immer eine seiner liebsten Aufgaben. „Wir können uns ja nach dem Turnier gerne zusammen setzten und einen Plan für eine kleine Feier aus arbeiten, wenn du Lust hast“ schlug er vor und seine Augen rissen sich für einen kurzen Augenblick vom Turniergeschehen weg um die dunkelhaarige Springreiterin an zu sehen um ihr zu vermitteln, das er das Gespräch immer noch verfolgte und nicht abschweifte wegen des Turniers für das er Feuer und Flamme war.

"Lewis ist wirklich ein guter Kerl und ihr passt gut zusammen“ meinte er leicht nachdenklich. Er wusste, dass die beiden nur gute Freunde waren, doch manchmal konnte sich aus einer einfachen Freundschaft mehr entwickeln, als man denkt, doch ihn ging das nichts an. Schließlich war er in seinem Leben nie wirklich richtig verliebt. Schwärmereien gab es wohl haufenweiße doch die einzige große Liebe in seinem Leben, war bis jetzt nur seine Stute. Bei Beccas Ausführung musste er leicht schmunzeln und an sein Eigenes, doch recht karges Leben denken, doch er hatte alles und eine Frau, wäre ihm auch zu stressig gewesen. Manchmal war eine Frau anspruchsvoller als jedes Pferd und sie erwarteten immer irgendetwas von einem Mann, nein darauf konnte er gut und gerne verzichten und nach der Geschichte mit Mariza hatten ihn Frauen auch nicht mehr so wirklich gereizt. Hir und da gab es wohl schon eine die gewillt gewesen wäre doch für Guillén stand seine Arbeit und die Pferde immer im Vordergrund und so kam es nicht zu mehr als ein zwei Nummer mit diversen Frauen, doch irgendwann hatte er aufgehört zu zählen und eigentlich genoss er ja sein Singelleben, ohne sorgen und ohne irgendwelche Verpflichtungen einer Frau gegenüber.

Einer Seiner Augenbraue hob sich und er sah Becca abschätzend ein. „Ich bin mit meinem Beruf und den Pferden verheiratete. Das schreckt die meisten Frauen wohl etwas ab" meinte er mit einem breiten grinsen und sah die schwarzhaarige an. „Ich bin ganz zufrieden mit meinem Leben und Frauen können einen manchmal ganz schön stressen“ meinte er mit einem milden Lächeln. Tatsächlich fehlte ihm nichts, er war zufrieden mit dem was er hatte. Weiterhin lauschte er den Worten der Springreiterin und ließ seinen Blick wieder über den Platz schweifen. Schließlich war nun, da das Turnier wieder im vollen Gange war, reichlich Trubel ausgebrochen. „Oh ja. Das is wirklich eine große Freude für mich. Es gibt doch nichts schöneres für einen Dressurreitlehrer zu sehen, welche Talente es so gibt“ meinte er mit einem breiten grinsen und er beobachtete die ersten Reiter und ließ es sich dann nicht nehmen etwas über die Dressur und über die einzelnen Ausführungen, wie die Traversalle, den Versammelten Galopp oder andere Sachen zu philosophieren.


[unterbreitet Vorschlag | Gedanken/Gespräch | beobachtet Turnier geschehen]
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BeitragThema: Re: Springplatz   Fr 2 Jan 2015 - 18:53


PLOT 4

Von Überfliegern, Möchtegernen und Kindheitshelden

Der erste Turniertag hatte voll eingeschlagen. Die Heaven Meadows waren besser besucht gewesen, als alle vermutet hatten und so erhofft man sich vom zweiten Turniertag Ähnliches, zumal dieser mit seinem Programm den größten Unterhaltungswert bieten dürfte.
Nicht ganz so früh wie noch am ersten Tag geht es am 25. Februar los, doch schon um 10.00 wird der Startschuss zum Auftaktrennen fallen, das auf der Rennbahn ausgetragen wird.
Während die meisten Azubis erst am Nachmittag wieder an den Start gehen, heißt es für einige wenige, aufstehen und Pferde fertig machen. Das Adrenalin schießt schon jetzt so manchem Rennpaar durch die Adern und die edlen Vollblüter tänzeln nervös über den Hof. Obwohl am zuvorigen Tag noch mildes Wetter geherrscht hatte, zeigt sich an diesem Donnerstag bereits früh morgends die Sonne mit den ersten Strahlen und verspricht ein lauwarmer Tag zu werden.

Frühzeitig trudeln nun die Besucher ein und suchen sich die besten Plätze auf der Tribüne, versorgen sich mit einem zweiten Frühstück an den Imbissbuden oder sehen sich den Hof an. Viele waren schon am Vortag hier und sind nun gespannt, was das Turnier noch so zu bieten hat. Neben der Bahn wurde ein kleiner Stand aufgebaut, an dem man wie bei einem richtigen Rennen auf die einzelnen Starter wetten kann. Auch diese Möglichkeit wird zahlreich wahr genommen und auch der ein oder andere vom Hof hat bereits seinen Tipp abgegeben. Angeboten wird die Platzierungswette (Tippen der Reihenfolge ins Ziel), die Triplewette (Tippen Belegung von den ersten drei Plätzen) und die Siegeswette (wer wird Sieger), wobei Letztere mit dem höchsten Gewinn versehen ist. Insbesondere bei den jüngeren Besuchern kommt dieses Glücksspiel gut an, doch auch viele Erwachsene erfreuen sich am Tippen. Bis das Hoffen losgeht, dauert es nun nur noch wenige Minuten, sodass sich langsam aber sich fast alle auf den Tribünen eingefunden haben und nun zusehen wie die Jockeys mit ihrern Pferden das zweite Mal nach ihrer Vorstellung den Platz betreten und in die Startboxen geführt werden. Einige Pferde scheuen angesichts der Enge in den Boxen, manche geben sich wie die großen Profis und gehen selbstsicher hinein. Der Countdown läuft und nun kann es jeden Moment losgehen in dem sich die Türen öffnen, die Pferde herauspreschen und erneut alles auf Sieg gesetzt wird.

> Donnerstag, 25. Februar
> Vormittags, 10.00 Uhr
> milder Morgen, ca. 15°
> es wird jedoch langsam wärmer und die Sonne kämpft sich ihren Weg durch die Wolkendecke frei

Wie schon am zuvorigen Tag, ist die Teilhabe am Turnier für niemanden Pflicht. Jedoch gilt weiterhin die Regel, dass keine großartigen Aktionen wie Ausritte oder intensive Springtrainings vollzogen werden. Wer sich mit den Pferden beschäftigen möchte, kann dies gerne bei der Fellpflege, einem Koppelbesuch o.ä. tun.
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BeitragThema: Re: Springplatz   So 1 März 2015 - 17:48


PLOT 5

Zeit für die große Pause

Endlich ist sie da, die ersehnte Auszeit! Semesterferien. Gibt es etwas Schöneres als das? Für die Auszubildenden der Heaven Meadows Stable wohl kaum nach den anstrengenden Trainingswochen und dem Turnier, das trotz der angenehmen Abwechslung doch für alle Beteiligten Anstrengend war. Obwohl die Azubis und Ausbilder viele Schleifen hatten einfahren können, waren diese Leistungen schnell wieder vergessen. Nachdem die letzten Zelte und Stände abgebaut waren, der Müll beseitigt und wieder allgemein Ruhe eingekehrt war, hatte der Alltag wieder begonnen. Und das hieß Training, Training, Training. Sich nebenbei noch um das eigene oder das Pflegepferd kümmern und das andere liebe Vieh, sofern vorhanden. Viel Zeit für Partys oder Freizeitaktivitäten blieb da nicht wirklich. Wenn man es mal schaffte sich am Wochenende mit Freunden zu treffen, grenzte es ja schon fast an ein Wunder.
Doch diese Zeit ist nun vorbei – zumindest für einen Monat. Nun können die Azubis sich ihre Trainingszeiten selbst einteilen, das offizielle Training mit den Ausbildern ist für diese Zeit ausgesetzt. Das bietet natürlich neue Freiheiten und Zeit, die für Ausritte oder anderweitige Ausflüge genutzt werden kann. Seit langer Zeit ist man am Abend nicht mehr vollkommen geschlaucht und kann auf Partys gehen. Und das sonnige kalifornische Wetter lädt geradezu dazu ein, schon einmal zu testen, wie warm der Pazifik eigentlich im April ist. So angenehm wie es sein könnte, sollten sich die Azubis ihre freie Zeit aber nicht machen, denn nach den Ferien warten die wichtigen Prüfungen für die es noch viel zu trainieren gibt. Vier Wochen auf der faulen Haut liegen wäre ja auch wirklich zu schön. Für außerplanmäßige Trainingseinheiten stehen natürlich die Ausbilder trotzdem bereit und geben gern Reitstunden oder auch nur Hilfestellungen in einem lockeren Rahmen. Was sonst etwas unorthodox ist, ist in den Ferien durchaus auch mal möglich – der Kreativität, was Trainingseinheiten angeht, sind keine Grenzen gesetzt.


> Samstag, 4. April
> Nachmittags, 14.00 Uhr
> Sonnenschein, 20°C
> das Wetter verspricht weiterhin so zu bleiben und kündigt einen milden Abend an

Es ist freigestellt, was ihr macht, doch beachtet, dass das Mittagessen bereits geschehen ist und nun am Nachmittag entweder etwas in der Stadt oder auch auf dem Hof mit den Pferden gemacht werden kann. Trainingseinheiten mit den jeweiligen Ausbildern sind möglich, ebenso wie Ausritte oder Shoppingausflüge in die Stadt.
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BeitragThema: Re: Springplatz   Di 2 Jun 2015 - 17:55


PLOT 6

Neues Jahr, neues Glück

1 ½ Monate der freien, unbeschwingten Zeit liegt hinter Lehrern, Schülern und Pferden. Wochen, in denen die Tiere die Freiheit auf den Wiesen genossen und nur die Privatpferde bewegt wurden. Wochen, in denen kein Schüler zu den Büchern greifen und sich dahinter verstecken musste. Wochen, in denen keine Trainingsstunde geplant und Leistungsschreiben angefertigt werden mussten. Allen hatte diese Zeit gut getan. Viele haben sie für einen Urlaub genutzt. Entweder in der Heimat oder fern ab an einem anderen schönen Landstrich dieser Erde.
Pünktlich, zwei Wochen bevor das neue Lehrjahr startet, sind dann alle wieder zurück auf dem Hof. In den ersten beiden Augustwochen sind schon die neuen Azubis auf dem Hof eingezogen und mit ihnen neue Privat- und auch das ein oder andere Reitschulpferd. Für besonderes Aufsehen sorgte zweifelsohne die Hochzeit von Lawrence McKinley und Rebecca Lacroix, die eine großartige Feier auf dem Hof war. Doch auch dieses Fest ist vorbei und so begann einige Tage später, am 01. September, auch schon wieder das neue Lehrjahr. Für die einen geht es in die zweite Runde, für die anderen ist es das erste Jahr auf dem Hof und ganz gespannt sind alle natürlich nur auf eins: die neuen Pflegepferde. Wer wird in diesem Jahr ihr vierbeiniger Begleiter durch dick und dünn? An wen wurde das Lieblingstier verteilt? Und hat man selbst vielleicht den geheimen Wunschkandidaten zugeteilt bekommen? Nun endlich hat das Warten ein Ende. Und nach einer Woche Theorieunterricht startet schließlich am 09. September der praktische Teil der Ausbildung in Form der ersten Stunde auf den neuen Pflegepferden. Für alle Beteiligten ist es eine aufregende Sache, denn sowohl die Pferde bekommen neue Reiter, als auch die Azubis, die neuen Partner bekommen und die Lehrer, die sich auf die neuen Paare einstellen müssen.
Inzwischen ist die erste Stunde in vollem Gang und das erste Betasten ist größtenteils überstanden. Die Unterrichtseinheit geht schon in die Schlusseinheiten und danach wartet dann doch ein wenig freie Zeit bis es ins Bett geht.

> Mittwoch, 09. September (->Geburtstagsliste)
> Nachmittags, 15.10 Uhr
> ein noch relativ warmer Tag, sonnig, ca. 25°
> ein paar Wolken zeigen sich schon am Himmel und lassen auf ein abendliches Sommergewitter schließen

Da wir mit der ersten Unterrichtseinheit beginnen, sind die Postingpartner schon festgelegt. Es findet Gruppenunterricht statt. Dabei erfolgt die Verteilung auf das Gelände folgendermaßen:

Dressurreiter (Dressurplatz)
Lawrence McKinley – William Cavanaugh
Guillén Jozé – Raven Blackwater&Joana Collins
Springreiter (Springplatz)
Rebecca Lacroix – Ava Reed&Miranda Gillingham
Vielseitigkeitsreiter (Vielseitigkeitsstrecke)
Daniel McHale – Mai-Lin Cheng&Lillian Adams
Jockeys (Rennbahn)
Alex Salas – Sophie Ferall&Noah Shoemaker
Westernreiter (Reitplatz)
Darian O’Donneil – Patrick Murray
Bereiter (Reithalle)
Isaac Haber – Shana McCormick&Noriko Cromwyll&Aaron Harris
Pferdepfleger (Hengststall)
Ciara Rothwood – Dorothea Kaiser
Tierärzte (Stuten-&Wallachstall)
Josephine Bernard – Emma Carter&Carolin von Meeden

Nach dem Unterricht steht die restliche Zeit des Tages allen frei zur Verfügung und neue Postingpaare können gebildet werden.
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BeitragThema: Re: Springplatz   Di 2 Jun 2015 - 21:44

Verheiratet! Und diesmal, so war sich Rebecca sicher, würde es wirklich halten, bis dass der Tod sie scheiden würde. Auch jetzt noch, da sie in Reitstiefeln statt Pumps am Rand des Springplatzes stand und ihren beiden Azubinen zusah, wie sie sich mit einigen Cavaletti und niedrigen Steilsprüngen mit ihren neuen Pflegepferden vertraut machten, überkam sie ein unbeschreibliches Glücksgefühl, wenn sie an die vergangenen Wochen dachte. So viel Arbeit lag hinter ihr, so vieles an Vorbereitung und so herrliche Stunden. Doch die 'Ferien' waren auch kräftezehrend gewesen. Auf dem Hof hatten Bauarbeiten stattgefunden, sodass Lawrence nun auf dem frischen Dressurplatz seinen Azubi einweisen konnte und Daniel endlich eine richtige Geländestrecke zur Verfügung hatte. Dazu kam, dass die McKinleys das Dachgeschoss des Haupthauses bezogen hatten, das immer noch nicht fertig eingerichtet war. Von den neuen Azubis und den neuen Pferden und dem üblichen Stress zum Ausbildungsjahreswechsel wollte sie eigentlich gar nicht anfangen. Doch das lag nun hinter ihnen.
Ava hatte gemeckert, weil sie den kleinen Mustang als neues Pflegepferd zugeteilt bekommen hatte. Miranda konnte sie noch nicht gut genug einschätzen, schließlich war die Blondine heute zum ersten Mal unter ihrer Obhut unterwegs. Das kurze Vorstellungsgespräch hatte sie jedoch als äußerst ehrgeizig entpuppt und vielleicht auch als etwas vorlaut. Doch die Art, wie sie mit Mister Johnson umging, war nicht schlecht. Zumindest war noch keine von beiden im Sand gelandet.
„Ava, pariere ihn nochmal zum Trab und geh über die Cavalettireihe links!“, wies sie die Amerikanerin mit lauter Stimme an. Es ging heute nicht darum, einen ganzen Parcours zu reiten. Daher war die erste Hälfte der Stunde mehr eine Dressurstunde gewesen. Sie sollten sich an die neuen Pferde gewöhnen und gerade bei Dan Roy war das eine Aufgabe, die wesentlich mehr als eine Stunde ein Anspruch nehmen würde. „Miranda, geh noch eine Runde mit Johnson im Schritt, bevor du die gleiche Übung wie Ava machst.“


[Erinnerungen / Azubis / Anweisungen]
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BeitragThema: Re: Springplatz   Do 4 Jun 2015 - 18:20

Es war der erste Tag, den Miranda in der Obhut von Rebecca McKinley verbrachte. Nachdem die Hochzeit ein gelungenes Fest gewesen ist, und die Reitlehrerin nun mit dem Hofleiter verheiratete war, brach danach der ganz normale Alltagstrott aus. Nachdem Mira ein kurzes Vorstellungsgespräch bei der Brünetten hatte, hatte sie es sich zur Aufgabe gemacht, ihr neues Pflegepferd von der Koppel zu Sammeln und Fertig zu machen. Nur schweren Herzens konnte sie sich von dem schlacksigen Achal Tekkiner trennen, fand den gescheckten Hengst allerdings Traumhaft. John, wie sie ihn liebevollen nennen würde, war das Model vom Hof. Mit Hummeln im Hintern und unglaublichen Aussehen, war er ein Wunder und ein Fluch zugleich. Die Blonde konnte nur schwer verstehen, warum dieser Teufelshengst das Wort 'stillstehen' nicht kannte. Immer wieder trat er von einer Stelle auf die andere und beäugte seine Umgebung. Seufzend hatte sich Miranda dem Schicksal hingegeben und mit Mühe den Sattel auf seinen Rücken gewuchtet.
Auf dem Springplatz versuchte sie sich mit dem Schecken anzufreunden. Sie wusste das dies einige Zeit dauern würde, bis er das Vertrauen zu ihr hatte, allerdings hatten sie auch keine großen Schwierigkeiten. Sie hatte ein gutes Gefühl, während sie den Bewegungen des Hengstes geschmeidig folgte.
Mira nickte, als sie die Stimme von Mrs. McKinley vernahm und nickte ihr zustimmend zu. Da die hälfte der Stunde damit verbracht wurde, Dressur zu reiten, freute sie sich nun ein bisschen über die Cavalettireihe zu traben. Natürlich konnte man dies nicht Springen nennen, aber es war zumindest ein Anfang.
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BeitragThema: Re: Springplatz   Mo 29 Jun 2015 - 16:03

Sie war hergekommen, um sich zu einer Profispringreiterin ausbilden zu lassen. Sie war hergekommen, um die Arbeit mit fremden Pferden, mit Sportpferden zu erlernen. Der Begriff Sportpferd ließ sich zwar weit auffächern, doch für Ava ging dieser Begriff im Springsport von Holsteiner bis Westfale und ließ Mustang komplett außen vor. Und doch saß sie nun auf dem kurzen Rücken eines stämmigen, kleinen Falben mit spanischem Blut in den Adern, aber amerikanischem Starrsinn. Sie war leider durch Thunderbird eine etwas deutlichere Hilfengebung gewohnt, sodass ihr der Hengst erst einmal nach vorn wegschoss, als sie ihn das erste Mal angaloppieren wollte. Gebuckelt hatte er auch schon ausgiebig, doch das konnte sie gar nicht aus der Ruhe bringen. Mittlerweile hatte sich die Kalifornierin auf weichere Hilfen eingestellt und arbeitet mit Trab-Galopp-Übergängen mit Dan Roy. Das schien ihn etwas zu ärgern, denn er zog sich immer wieder aus der Anlehnung, die sie geschaffen hatte und drückte den Rücken durch. Je öfter er das machte, desto ärgerlicher wurde sie auf ihre Ausbilderin und ihren frisch angetrauten Ehemann. Wie konnte man ihr so etwas zur Weiterbildung geben? Er war im letzten Jahr kaum richtig trainiert worden und mit seiner Größe taugte er eigentlich nicht einmal für M-Springen. Gut, das machte er wohl mit Sprungkraft wieder wett, trotzdem mochte sie ihn schon jetzt nicht. Sie erwartete gar kein einfaches Pferd, sondern ein vernünftiges, mit dem sie arbeiten konnte, ohne sich dafür schämen zu müssen, mit so etwas abgespeist zu werden. Das war nicht besonders nett gegenüber dem Hengst, doch sie konnte diese Gedanken nicht aus ihrem Kopf verbannen.
Der einzige Lichtblick darin war, dass sie nicht gleich zwei von der Sorte bekommen hatte, denn Thunder gehörte seit einiger Zeit ihr. Oder eigentlich mehr Raven, obwohl er immer wieder beteuerte, er wäre ihr Eigentum. Letztlich war es aber sein Geld gewesen und sollten sie jemals große Geldsummen zusammen gewinnen, würde sie ihm etwas davon abtreten – selbst, wenn er es scheinbar so absolut gar nicht nötig hatte.

Seufzend parierte Ava den Hengst in den Trab, ritt ihn auf die Cavaletti zu. Ihre Schenkel begrenzten ihn seitlich, damit er gar nicht erst auf die Idee kam, irgendeine Scheiße zu bauen. Im Aussitzen und mit halben Paraden hinderte sie ihn daran, deutlich anzuziehen oder anzugaloppieren. Das Tempo, das sie ihm vorgab, reichte für ein Pferd seines Könnens für deutlich höhere Sprünge, ein Cavaletti würde er locker schaffen. Über dem ersten „Sprung“ - den man nur schwerlich so nennen konnte, es war eher ein Hopser - ging sie in den leichten Sitz, gab die Hand leicht vor, gab ihre Verbindung aber nicht auf. Um besser durchtreiben zu können, saß sie wieder ein, trieb ihn einen Galoppsprung zwischen den Cavaletti voran. Die nächsten beiden Hopser erwiesen sich als unproblematisch, doch sobald sie die Dreierreihe hinter sich gelassen hatten, meinte Roy wohl, dass er noch nicht genug getan hatte und preschte erst ein Stück vorwärts, ehe er zu eher möchtegernartigen Rodeo-Bucklern ansetzte. Er müsste sich schon mehr einfallen lassen, um sie zu beeindrucken.
“Zick nicht so rum, du kleiner Scheißer.“, fluchte Ava sauer und trieb den bockigen Hengst vorwärts in einen ungestümen Galopp, den sie allerdings nach einer Runde wieder vollkommen unter Kontrolle hatte und ihn schließlich gewollt und gesittet zum Trab parierte. Widerwillig klopfte sie ihn den Hals und trabte ein wenig leicht, in der Hoffnung, dass die Stunde gleich vorbei war.

Dan Roy xx Cavaletti xx Mini-Rodeo xx Leichttrab
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BeitragThema: Re: Springplatz   Fr 3 Jul 2015 - 22:08

Bis ihre beiden Schülerinnen wirklich mit Parcours anfangen könnten, würde noch eine ganze Zeit vergehen, dessen wurde sich Rebecca bewusst, während sie den beiden zusah, Anweisungen gab und hier und da einen Tipp herausrückte. Die Pferde, auf denen sie saßen, waren keine der anspruchslosen. Mister Johnson war ein Tier mit unglaublich viel Energie, mit dem man viel arbeiten musste, um ihn ruhig zu bekommen. Doch dafür, dass sie zum ersten Mal auf den Schecken saß, machte sich Miranda überraschend gut. Hin und wieder huschte ein Ausdruck der Anstrengung über ihre Züge, wenn John partout nicht stillstehen oder Schritt gehen wollte, sich umsah und eigentlich einfach nur los wollte. Doch sie hatte ihr Pferd unter Kontrolle, konnte mit ihm arbeiten. Noch nicht flüssig, noch nicht perfekt, aber das erwartete Becca ja sowieso nicht.
„Ja, sehr schön, Miranda! Versuchen wir zum Abschluss mal etwas mit ihm, sobald Ava die Cavletti genommen hat. Siehst du das kleine Kreuz dahinten? Galoppiere ihn in in der Ecke an. Halte ihn bei dir, dann müsstet ihr das locker hinbekommen!“

Dann wandte sich Mrs McKinley ihrer älteren Schülerin zu, die sichtlich unzufrieden mit ihrem Pflegepferd war. Wäre Rebecca anders veranlagt, hätte sie vielleicht in einem Anflug von Gehässigkeit gedacht, dass sie eigentlich dankbar sein sollte, weil sie ihr Thunderbird wirklich verkauft hatten. Gut, sie hatten Raven das Pferd verkauft, aber Ava ritt ihn nun einmal. Doch aktuell saß sie auf dem kleinsten und wohl sprungkräftigsten Pferd in ihrem Stall und hatte ihre liebe Mühe mit dem Flummi. Durchgehen und Buckeln hatten sie in dieser Reitstunde schon erlebt, wenigstens aber keinen Sturz und die blonde Reiterin hatte ihr Pferd immerhin wieder unter Kontrolle bekommen. Anderes hätte Becca auch nicht erwartet, aber ihr war trotzdem jedes Mal das Herz ein Stück nach unten gesackt, wenn der Kleine wieder einen Satz gemacht hatte. Bei der aktuellen Übung sah es jedoch wirklich gut aus. Sie hielt ihn unter Kontrolle, Dan Roy blieb bei ihr... zumindest bis nach dem letzten Sprung, vor dem Rebecca schon zu einem 'Sehr gut gemacht!' hatte ansetzen wollen. Dann jedoch schoss der kleine Hengst vor, buckelte schon wieder und diesmal erklang auch ein Fluch der Amerikanerin.
„Du musst ruhiger mit ihm werden, Ava! Viel ruhiger. Er ist nicht Thunderbird! Ruhiger im Bein, ruhiger in der inneren Einstellung! Trab ihn noch eine Runde leicht und reite ihn dann trocken. Miranda, dein Sprung noch und dann kannst du auch Schluss machen. Wir treffen uns morgen Nachmittag wieder hier, machen aber kürzer als heute. Danach eine dreiviertel Stunde Pause und dann machen wir mit euren eigenen Pferden weiter.“
Rebecca stieß sich vom Rand ab, um den Sprung von Miranda zu betrachten und gleichzeitig Ava und ihren Kleinen besser im Auge haben zu können.


[Anweisung an Miranda / Sprung Ava / weitere Anweisungen ---> Hengstkoppeln]


Zuletzt von Rebecca McKinley am Sa 18 Jul 2015 - 19:38 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: Springplatz   Do 16 Jul 2015 - 14:23

Es war eine verdammt ruhige Stunde gewesen. Natürlich sie mussten sich an ihre Pferde gewöhnen, und es war auch nicht wirklich angebracht jetzt schon die ganz großen Hindernisse zu nehmen, aber ein bisschen Aktion würde Mira ganz gut gefallen. Sie beobachtete Ava dabei, wie sie versuchte den kleinen Hengst bei sich zu behalten. Denn ein oder anderen Buckler hatten sie schon hingelegt und auch John ließ es sich bei dem Trubel nicht nehmen, selbst den ein oder anderen Bocksprung zu vollführen. Mira hatte keine großen Probleme mit dem Schecken, fand es sogar lustig wie er versuchte dem kleinen Mustang hinterher zu hetzen und selber den Kopf zwischen die Beine zu ziehen. Das verhinderte die kurzhaarige Blondine allerdings geschickt, indem sie ihm immer wieder ein paar Aufgaben gab, bei denen er gar nicht die Chance hatte Blödsinn zu veranstalten. Ein kurzes Lächeln huschte über ihre Lippen, als sie die Stimme von Mrs. McKinley vernahm. Es machte sie stolz, dass man sie lobte, schließlich war auch sie ein verdammt ehrgeiziges Mädchen und wenn sie eines verabscheute, dann war es definitiv die schlechte Leistung von ihrer Seite aus. Allerdings würde sie den Partner Pferd, bestimmt nicht als Sportgerät ansehen, denn dafür hatte sie eine viel zu große, emotionale Bindung zu den wunderschönen Geschöpfen.
Nachdem Ava die Calavetti´s überwunden hatte, machte sich auch Mira bereit, erst die Bodenstangen zu überqueren und danach aus der Ecke heraus das Kreuz anzureiten. Vorsichtig trabte sie den Scheckwallach an und drehte noch eine Runde, was sich als gut herausstellte. Denn kaum das Ava die Reihe durch hatte, preschte der Hengst nach vorne und verwandelte seine Sprungkraft wieder in einen kräftigen Buckler. Tief atmete Miranda die Luft ein, um sie dann ruhig und langsam wieder auszuatmen. Wenn sie eins wusste, dann war es, ihre eigene Aufregung nicht auf das Pferd zu übertragen auf dem sie gerade saß. Locker ritt sie nach einer großzügigen Runde auf die Cavalettireihe zu. Sanft aber bestimmt versammelte sie den Wallach unter sich, der bei dem Anblick der Stangen einen Schritt schneller wurde. Feine Paraden hinderten den Schecken daran, wie von einer Tarantel gestochen, über die Stangen zu rennen. Sanft verlagerte sie ihren Körper in den leichten Sitz und nahm die Cavaletti´s gekonnt. Nur einmal kurz berührte ein Huf die Stangen und das bekannte Geräusch hallte über den Platz. Konzentriert galoppierte sie John in der Ecke an und ritt ihn auf das Kreuz zu. Ruhig ritt sie auf das Hinderniss zu, und gab im richtigen Moment die Hilfen. John hob ab und nach einem kurzen Moment der völligen Freiheit, landete er hinter dem Hindernis. Lobend strich sie dem Wallach über den Hals und parierte zum Trab durch.
Lächelnd ließ sie die Zügel ihres Wallach´s lang, der schnaubend den Platz im Schritt überquerte. Es war ein fantastisches Ende gewesen, und Mira war ziemlich Stolz auf sich und natürlich auch auf ihr neues Pflegepferd. Es konnte ein erfolgreiches Jahr werden, da war sie sich sicher.
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BeitragThema: Re: Springplatz   Fr 17 Jul 2015 - 20:07

Rebeccas Worte erschienen ihr wie eine Erlösung und waren eine wahre Wohltat für ihre Nerven. Damit war also dieses Ponyreiten endlich vorbei. Ihr war durchaus bewusst, dass ihre Trainerin Recht hatte. Sie musste vollkommene Ruhe ausstrahlen und sehr vorsichtige Hilfen einsetzen. Doch Ava war zuversichtlich, dass es beim nächsten Training schon besser klappen würde. Sie war ja schließlich keine Anfängerin und hatte einen ungeheuren Ehrgeiz, den so mancher nicht gutheißen konnte. Es wäre doch gelacht, wenn sie mit dem Mustang nicht zurechtkommen würde.
Normalerweise ließ die Blondine ihren Pferden immer die Zügel ein wenig aus der Hand kauen, doch bei Dan Roy war ihr das ganze doch ein kleines bisschen zu riskant, selbst wenn er jetzt recht entspannt wirkte. Stattdessen gab sie ihm ein paar Mal die Hand vor, damit er sich ein wenig nach unten strecken konnte, sie aber die Verbindung schnell wieder herstellen könnte. Er stand immerhin gut an den Hilfen und kam leicht mit der Nase nach unten, selbst wenn er gelegentlich zu ein paar schnelleren Schritten ansetzte, die seine Reiterin mit Sitz und leichten Zügelhilfen wieder einfing. Nach zwei Runden auf dem Zirkel parierte sie den Falben zum Schritt durch und ließ die Zügel erst jetzt ein kleines bisschen länger. Hoffentlich merkte auch ihr Hengst, dass ihr Training beendet war und er aufhören konnte, sich aufzuspielen.
Bei ihrer Mitreiterin und neuen Mitazubine hatte es heute deutlich besser geklappt, obwohl auch ihr Pferd kein einfaches war. Doch um einfache Pferde zu reiten, waren sie ja auch nicht hier. Sie waren hier, um verschiedene Charaktere mit verschiedenen Stärken und Schwächen zu reiten und mit ihnen zu lernen. Und um zu lernen eben diese Stärken und Schwächen optimal zu nutzen und auszugleichen.

“Ich bin so froh, morgen eine Stunde auf Thunderbird reiten zu können. Endlich mal etwas vertrautes und weniger Buckeln.“, bemerkte sie, nachdem sie sich mit etwas Sicherheitsabstand zu Mira gesellt hatte und beobachtete interessiert die Bewegungen des Schecken, der einem wirklich ins Auge stach. Er war schön, keine Frage. Doch Aussehen war eben nicht alles, was zählte. Die Erfahrung würde sie wohl mit ihrem kleinen Mustang auch noch machen müssen. Er sah zwar aus wie ein Schaukelpferd aber konnte wohl fliegen wie… Wie hieß noch gleich dieser fliegende Elefant von Disney? Naja, das wäre jedenfalls ein passender Vergleich. Wenn Mustangs S-Springen gingen, konnten Schweine pfeifen und Elefanten fliegen.

Stundenende xx Dan Roy xx spricht Mira an
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BeitragThema: Re: Springplatz   Mo 27 Jul 2015 - 21:13

Zufrieden und erleichtert über das gute Ende der Stunde, legte sie die Zügel auf den Hals des Schecken und zog sich die Handschuhe aus, die während des Trainings ihre Finger schützten. Aber im gleichen Moment auch zum schwitzen brachte. Ein feines Lächeln lag auf den zierlichen Zügen ihres Gesichtes, während sie ihrer Reitlehrerin hinterher schaute. Es war schwierig für Mira sich einer Frau zu „Unterwerfen“ aber dafür hatte es heute ganz gut funktioniert. Fast jeder der Reitlehrer wusste dass die junge Blondine kein Zuckerschlecken war und es mehr als faustdick hinter den Ohren hatte. Es war nicht selten dass der ein oder andere Streich auf ihre Kappe ging und Unruhe stiftete. Meist war es der unschuldige Hundeblick, der den ein oder anderen ihre Taten vergessen ließ, oder sie nur den mahnenden Finger gezeigt bekommt. Allerdings musste sie das ein oder andere Mal auch für ihren Mist grade stehen.
Zu dem chaotischen Verhalten und der ungewollten Lust nach Unruhe, gehörte auch der fast schon gut begründete Frauenhass, der es Miranda ermöglichte, jedes weibliche Individuum abstoßend und unfair zu behandeln. Meist lag es an dem Tussigen und überdrehten Verhalten der Reichen und Schnöseligen, die der Meinung waren jeden der nicht in deren Mitte passte, herablassend zu behandeln und als deren Bimbo zu missbrauchen. Natürlich war Mira jetzt nicht grade Mittellos und bekam von ihren Eltern ein sehr großzügiges Taschengeld, allerdings war sie nicht abgehoben sondern blieb auf dem Boden der Tatsachen und kämpfte für ihren Erfolg und erkaufte sich diesen nicht. Sie war ein sehr ehrgeiziger Mensch, der sich nicht zu schade für schmutzige Hände und schweißtreibende Arbeit war. So passierte es, das sie in ihrer Freizeit, die Boxen ihres Wallach´s selber Mistete. Natürlich gab es hier genügend und auch gute Pferdepfleger, aber sie mochte es doch eher, wenn sie sich selber für Fehler zurechtrücken konnte und nicht anderen die Schuld für Versäumnisse geben musste.

Sie streichelte den Hals von John, als sich Ava neben sie gesellte und auch sofort zu Sprechen begann. Eigentlich ein Verhalten was Mira nicht wirklich gutheißen konnte, akzeptierte es aber und blickte nun zu der blonden Amazone auf dem wilden Mustang. Ein kurzes Lächeln, nicht deutlich zwischen Schadenfreude und Freundlichkeit zu unterscheiden, huschte über ihre Lippen bevor sie zu Sprechen anfing. „Es sah auf jeden Fall sehr Zirkusreif aus, was er da Fabriziert hat. Er könnte glatt Handstandakrobat werden.“ Man hörte den Sarkasmus sehr deutlich, allerdings schwang etwas Freundliches in ihrer Stimme und machte dies schon wieder Sympathisch. Sie kannte Ava noch nicht wirklich und man konnte ihr zumindest die Chance lassen, Miranda von den guten Frauen auf dieser Welt zu überzeugen.

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