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 Springplatz

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BeitragThema: Re: Springplatz   So 6 Jul 2014 - 21:50


Das genervte Seufzen der Blonden ging mehr oder minder im Chaos des Turniertrubels unter, allerdings bliebe es ebenso unbemerkt durch Abbie, wenn diese es tatsächlich gehört hätte. Ihr Blick allerdings ruhte wieder einmal auf einem prachtvollen Turnierexemplar eines Pferdes, das soeben einritt und seinen Parcours absolvierte - die Augen der Neunzehnjährigen glänzten begeistert, während sie euphorisch, die Hände halb gehoben, die Bewegungsmuster des Tieres betrachtete. Es war kein Starter des Ausbildungsbetriebes HMS, bei dem Joana und Abbie mit vielen Anderen lernen würden, ihre Karriere zu fördern, doch lag ein feinseliges Verhalten konkurrierenden Reitern gegenüber der gutmütigen Brünetten schlicht fern. Letztlich ließ sie sich wieder auf ihre Füße zurücksinken, hatte sie im Eifer versucht, einen besseren Blick zu bekommen, indem sie sich auf die Zehenspitzen stellte. Vergnügt sah sie nun Joana von der Seite her an, lauschte ihrer Frage doch ein wenig verblüfft, wirkte die Blonde doch eher wortkarg - Abbie hatte eigentlich damit gerechnet, einen Großteil der Unterhaltung allein bestreiten zu müssen - aber die Hoffnung war ja nie aufgegeben.

„Und du… nimmst du am Turnier teil?“ Sie dachte an ihren - vermutlich bereits wieder ausgebrochenen - Wallach Faun und grinste unwillkürlich, während sie im gleichen Augenblick zu nicken begann. Allerdings trübte noch immer ein andere Gedanke ihre gute Laune, denn Gladiator würde an diesem Turnier nicht teilnehmen. Dafür fühlte sich die Westernreiterin noch nicht fähig genug.
Ob sie sich überhaupt je so fühlen würde, war eine andere Frage.
Es fühlte sich für Abigail schlicht normal an, Faun zu reiten, kannte sie diesen Wallach inzwischen in- und auswendig. Es war ihr beinahe ebenso ins Blut übergegangen, wie das Atmen oder das Leben, sie konnte es schlicht und fühlte sich wohl auf dem Rücken des verrückten Mischlings. Bei dem nicht minder anspruchsvollen Araber war das etwas ganz anderes. Jedes Mal musste die Neunzehnjährige an das Gesicht ihrer Schwester denken, als sich ihr Pferd eine ernsthafte Kolik eingefangen hatte und der Tierarzt bereits mit schweren Folgen drohte. Wenn ihr das nun ausgerechnet mit dem letzten Überbleibsel geschah, dass sie noch mit Alexa verband, wenn dieses Tier nun irgendwie verletzt würde ... Abbie schob diese Gedanken rasch beiseite.
»Ja. Am Dritten Tag am Westernturnier, Trail.« Ob Joana etwas mit „Trail“ anfangen konnte? Abbie selbst wusste eben genug Bescheid, um die Grundgangarten und einige höhere Dressurlektionen zu benennen, doch zu mehr reichte es nicht. Wie es so ihre Art war, setzte Abbie ihre Frage gleich hintenan: »Und du? Welche Richtung ist dein Steckenpferd?« Western zumindest war es nicht, andernfalls hätten Patrick oder O'Donneil diesbezüglich schon etwas verlauten lassen. Zudem der Hof nicht groß genug war, um Azubis der gleichen Ausbildungsrichtung lange voneinander fern zu halten - irgendwann traf man sich immer. Die Erinnerung daran ließ die Brünette versonnen lächeln; es hatte schon etliche Überraschungen wie solche gegeben.  



[Joana & Samir # Turnier # Unterhaltung # Gedanken]
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Lawrence McKinley
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ALTER : Die Zeit ist das Kostbarste, was wir haben, deswegen achte ich auch nach 52 Jahren noch sehr genau auf sie.
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BERUF : Der Verantwortung als Hofleiter und Dressurlehrer kann und sollte man sich nicht entziehen.

BeitragThema: Re: Springplatz   Mo 7 Jul 2014 - 18:27

Bestätigend nickte Lawrence Patrick noch einmal zu, als dieser sich umwandte, einen letzten Gruß in seine Richtung absandte und dann den Weg von der Tribüne hinunter antrat, um sich durch die Menschenmassen zu bahnen, die sich dort unten nahe des Platzes angesammelt hatten. Dies war ein Moment, in dem der Hofleiter abermals seinen Blick schweifen ließ und sein Augenmerk vom Sandplatz abwandte. So viele Menschen wie heute, hatte er selbst seit der Neueröffnung nicht mehr auf dem Hof gesehen und es tat irgendwie gut, bestätigt zu werden, dass man das Richtige tat. Bisher hatten zwar einige Reiter der Heaven Meadows sich den ein oder anderen Fehler geleistet, doch er würde keinem Einzelnen von ihnen einen Vorwurf machen, weil sie sich je nach ihrem eigenen und nach dem Können ihres vierbeinigen Gefährten gut geschlagen hatten.
Mittlerweile waren die Umbauarbeiten auf dem Platz weitesgehend abgeschlossen, die Richter kehrten von ihrer kleinen Kaffeepause zurück und nahmen wieder ihre Plätze ein, als auch schon ein zartes Klingeln verriet, dass sich die erste Reiterin zum Start begeben konnte. In den nächsten Minuten würde also die M-Klasse starten.

Entspannt lehnte sich der Dunkelhaarige zurück. Den Schreck von Julis Sturz hatte auch er inzwischen weitesgehend überwunden, würde sich natürlich aber nachher noch nach der Kollegin erkunden. Da sie allerdings keinen Rücktritt vom nächsten Start angekündigt hatte, war zu erwarten, dass sie unversehrt geblieben war. Lawrence beobachtete gerade, wie sich die Menschen auf die Ränge drückten und bald kaum noch ein freier Platz zu sehen war, als sich eine ihm wohl vertraute Gestalt, auf dem von Patrick frei gewordenen Platz sinken ließ. Rebecca redete wie immer sofort drauf los, mit ihrer herzlichen, unkomplizierten Art, die einen Glauben machen mochte, es gäbe eigentlich nur Sonnenschein im Leben. Lewis grinste die Kollegin an, die ihm in den letzten Monaten zunehmends ans Herz gewachsen war. Sie hatte ihm nicht nur tatkräftig beim Wiederaufbau geholfen, sondern packte auch immer mit an, wo es ging und ohne sie, wäre der Hof nicht das, was er heute war.
"Ja, in der Tat. Das Turnier hat richtig eingeschlagen - und das nicht zuletzt dank dir und deinem grandiosen Organisationstalent. Du weißt, dass ich ohne dich aufgeschmissen wäre?!"
Ein leises Lachen entrang dem Hofleiter, der sich natürlich dessen bewusst war, dass seine Stellvertretung nicht viel Zeit zum Quatschen hatte, da auch sie noch an den Start ging. Ihre nächsten Worte deuteten zudem darauf hin, dass der Platz neben ihm wohl bald wieder leer sein würde.
"Oh ja, leg dich ins Zeug. Mach ihnen das bloß nicht zu leicht, zumindest Haber könnte man doch da mal wieder in seine Schranken weisen."
Verschwörerisch zwinkerte Lawrence Rebecca zu. Natürlich schätzte er Isaac für seine Arbeit und seine Fertigkeiten, doch seitdem der Londoner auf dem Hof war, mischte er die Lehrergesellschaft nicht selten mit seiner unkontrollierten, schroffen und direkten Art auf, die manchmal wirklich störend sein konnte. Amüsiert lächelnd erinnerte sich Lewis noch daran zurück, wie sehr Becca anfangs mit dem jungen Bereiter gehadert hatte, wäre es nach ihr gegangen, der Elitereiter hätte sicherlich keine Anstellung bekommen. Mittlerweile hatten sich die beiden aber wohl miteinander arrangiert und auch Isaac hatte seinen Platz auf dem Hof gefunden, die "Ausrutscher", in Form einer Aufmüpfigkeit (die man eher von Schülern kannte), waren seltener geworden. Nur sein sarkastisches Mundwerk würde man wohl nie ganz ruhig stellen können ...
"Ich drücke dir jedenfalls beide Daumen, dass dir dein Vorhaben gelingt."
Gespannt war er schon, wie sich Rebecca bei diesem Springen schlug. S stellte ja immerhin doch so seine Tücken und hatte einen hohen Anforderungsgrat, weshalb es umso interesannter wurde, wenn erfahrene gegen junge Reiter antraten.


{beobachtet Umgebung | Rebecca | Gespräch}
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Rebecca McKinley

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BeitragThema: Re: Springplatz   Di 8 Jul 2014 - 20:53

Rebecca lachte glockenhell auf, als sie Lewis' Kompliment hörte, und ihre Wangen wurden leicht warm. „Du Charmeur!“, neckte sie und knuffte ihn kameradschaftlich gegen die Schulter. Sie liebte es, sich leicht mit ihm zu kabbeln oder auch normal zu reden. Er schaffte es, sie zu beruhigen, wie sich gerade zeigte, da sie merkte, dass jeder Schrecken von ihr abfiel und sie sich so entspannt zu fühlen begann, wie sonst nur nach einem langen, langen Bad, oder aufzumuntern, sollte es ihr denn einmal schlecht gehen. Was Lawrence McKinley aber überhaupt nicht gelingen wollte, war Büroarbeit. Nun, ganz traf das nicht zu. Er schaffte es schon, Herr über Papier und Anfragen zu werden, aber er mochte es nicht. Daher war es für sie eine Selbstverständlichkeit, ihm diese lästige Arbeit abzunehmen.
„Du hast aber auch viel geleistet“, fügte sie dann ernsthafter hinzu, aber immer noch mit einem Lächeln. „Immerhin hast du das meiste mit den Pferden gemanaget und deine Schüler trainiert. Meiner Trainerpflicht für's Turnier bin ich ja nicht wirklich nachgegangen. Immerhin haben sich unsere Springreiter selbst trainiert oder mich nur ab und zu zur Beratung hinzugezogen.“ Ein bisschen wurmte das die Lehrerin schon, andererseits war es aber auch nicht schlimm, sich nur mit den Reitern anderer Richtungen, speziell des Beritts messen zu können. Wie sehr sie diesen Nervenkitzel doch vermisst hatte! Das Coaching war ein guter Job, besser als der der Anwältin, aber sie spürte noch immer, dass ihre Leidenschaft im Parcours lag und nicht daneben. Wenn sie auf einem Pferd saß, war sie viel ruhiger, was eindeutig besser war.
Und sich ja vielleicht auch heute noch als Vorteil erweisen würde. Lewis hatte nämlich definitiv recht, was er wohl auch wusste, bedachte man das verschwörerische Lächeln, mit dem er Becca bedachte, und das sie auch sogleich erwiderte. „Wenn Wizard und ich ihn nicht in die Schranken weisen, schafft das vielleicht Shana. Das dürfte auf jeden Fall hochinteressant werde.“ Rebeccas Augenbrauen huschten nach oben. „Mein Ziel war eigentlich, ins Stechen zu kommen oder Fall fehlerfrei zu bleiben. In meinem Alter muss man ja nicht mehr hetzen.“ Wieder grinste sie, bevor sie ihre Aufmerksamkeit kurz wieder dem Platz zu wandte, sich dann aber entschied, nicht so ganz aufmerksam dem Ritt zu folgen. Die mühsam erzielte Ruhe wäre sonst direkt wieder verschwunden. „Ich würde dich ja fragen, ob du mich gleich in den Stall begleitest, aber es wäre wohl wenig repräsentativ, wenn du deinen Posten hier verlassen würdest.“


[Gespräch * Gedanken * angedeutete Bitte]
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BeitragThema: Re: Springplatz   Fr 11 Jul 2014 - 15:17


Wenn man sich die stolzen Springreiter so ansah, konnte man meinen, sie hielten sich für etwas Besseres. Sie saßen ja schließlich auf den größten und besten Pferden. Pferde, die fähig waren über ein 1,60 m Hindernis zu springen und generell in so vielem besser waren. Es war ihr schon zu oft untergekommen, dass man sie als minderbemittelt abgestempelt hatte. Manche konnten sich das nicht vorstellen, aber es kam vor. Außerdem war kein Wesen so gemein wie Kinder und die Kinder, die mit ordentlichem Tempo über Hindernisse jagten, hatten einfach manchmal ein ziemliches Egoproblem – zu groß, verstand sich. In ihren jungen Jahren auf dem Dressurplatz hatte sie so einige Sticheleien ertragen müssen. Immer wieder bekam man zu spüren, dass eine wahre Feindschaft zwischen Reitern und Ställen herrschte. Der Reitsport war kein Ponyhof und besonders dann nicht, wenn man mit 12 Jahren von fremden Trainern runter geputzt wurde. Vielleicht war Jo deshalb so… Nein, eigentlich war sie so erst seit dem Unfall, doch der allgemeine Hass auf solche Leute, die sich für so viel besser hielten, war geblieben. Menschen waren sowieso meistens einfach nur ein Klotz am Bein, das brauchte niemand. Hätte sie zu ihrer Jugendzeit bereits diesen bekloppten Hengst an ihrer Seite gehabt, wären alle anderen wahrscheinlich auch nicht so bescheuert zu ihr gewesen. Vielleicht hätte man sie sogar bewundert, weil sie ein solches Tier bändigen konnte. Aber wie sagte man so schön ‚Die Zeit lässt sich nicht zurückdrehen‘. Nicht selten hatte sie sich das gewünscht, wie oft war kaum noch zu zählen. Doch es funktionierte nie. Und das war auch gut so, denn das Schicksal fand immer einen Weg und wenn es nicht das war, dann war es der Tod, der sich seine Seelen holte. Die Blonde glaubte nicht, dass irgendeine Entscheidung sie vor dem Verlust ihrer Eltern bewahrt hätte.
Schließlich wanderte der Blick der grauen Augen wieder zu Abigail. Das Mädchen wirkte so gar nicht, als könnte sie jemals jemandem verachtende Worte oder Blicke entgegenbringen. Nein, hätte sie erlebt, was Joana erlebt hatte, wäre sie wahrscheinlich daran zerbrochen… oder aber genau so geworden wie sie. Halb schlug die Blonde die dunkel geschminkten Lider nieder und blickte kurz zu Samir, der mittlerweile wieder entspannt da saß und sich die fremden Menschen stumm anschaute. Er hatte die Drohgebärden aufgegeben, machte es doch nur kurz Spaß bis es langweilig wurde, die Menschenmengen vor ihm zurückweichen zu sehen.
Auf die nun folgende Antwort und Gegenfrage musste die Dressurreiterin erst einmal kurz nachdenken. Nicht, weil ihr nicht klar war, was genau Trail war. Nein, so ungebildet war sie gewiss nicht. Sondern über die Begründung, warum sie nicht am Turnier teilnahmen. Normalerweise versuchte sie Mitleid von sich fern zu halten und nun zu erklären, dass sie nicht im Training waren, weil ihre Eltern bei einem Unfall umgekommen waren, sie lange Zeit im Krankenhaus gelegen hatte und noch länger unter den psychischen Folgen gelitten hatte, würde dem nicht gerade entgegen wirken. Dieses Westernmädchen würde sie wahrscheinlich mit Mitleid überschütten und in den Arm nehmen wollen… oder so. Das war… eklig, sie wollte keinen engeren Kontakt mit Menschen – nicht solchen jedenfalls. Deshalb würde sie es bei einer einfachen Begründung belassen, ganz simpel.
“Jaro und ich reiten normalerweise Dressur, aber wir sind nicht besonders gut im Training, deshalb nehmen wir nicht teil. Beim nächsten Turnier sind wir aber bestimmt wenigstens in der M-Dressur dabei.“, erklärte sie und beim Aussprechen des Namens ihres Pferdes schwang eine scharfe Note in ihrem Ton mit. Irgendwie sehnte sie sich gerade danach, ihren verrückten und ungestümen Hengst zu besuchen. Er war alles andere als ein Ruhepol, er benötigte mehr Aufmerksamkeit als ein kleines Kind – damit man sich nicht wirklich in Gefahr begab. Auf seinem Rücken war wirklich der sicherste Platz. Unaufmerksamkeit oder einen Moment in dem sie die sprichwörtlichen Zügel aus der Hand gab, konnte man sich bei ihm nicht leisten. Ähnlich war ihr Pflegepferd hier, obwohl sie mit diesem vielleicht sogar ein ganzes Stück besser klar kam. Trotzdem war Jaro ihr Leben, er war ihre Vergangenheit, ihre Gegenwart und ihre Zukunft.
Abigail xx Gedanken xx Samir xx antwortet
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BeitragThema: Re: Springplatz   Sa 12 Jul 2014 - 18:20


Das amüsierte Schmunzeln wollte scheinbar gar nicht mehr aus seinem gesicht weichen, so hartnäckig hatte es sich dorthin gebettet, während die dunklen Augen die dunkelhaarige Frau beobachteten. Diese schien durch sein Kommentar offenbar reglich erheitert und knuffte ihn freundschaftlich, was Lawrence mit einem leichten Zwinkern quittierte. Er schien von grundauf ein ehrlicher Mann zu sein, für den Loyalität und Gerechtigkeit an oberster Stelle standen, weshalb man eigentlich in keiner einzigen Sekunde daran zweifeln konnte und wollte, dass er log. Bei Komplimenten schon gar nicht, denn der 50-Jährige hatte nicht zuletzt aufgrund seiner Lebenserfahrung schon eine sehr charamante Art seine Komplimente zu verpacken.
Selbstverständlich konnte Rebecca aber seine Aussage nicht so auf sich sitzen lassen und schickte augenblicklich einige lobende Worte an ihn zurück, was den Hofleiter nur den Kopf schütteln ließ. Diese Frau konnte wirklich nicht ein einziges Mal einfach mal ein Lob annehmen, sondern musste sofort auch den anderen ihre Wohltaten vor Augen führen. Aber so war Becca nunmal und wahrscheinlich war es auch gut so, denn andernfalls hätten sie wohl alles etwas vermisst. Also nickte Lewis bestätigend, um ihre Worte nicht vollkommen ungeachtet zu lassen.
"In der Tat, wir beide sind ziemlich toll."
Wenn er soetwas sagte, dann kam es keineswegs arrogant rüber, weil immer ein sprühendes Glitzern in den dunklen Seelenspiegeln lag, das verriet, dass er nur scherzte. Ohnehin wäre Lewis nicht der Mann, der sich selbst in den höchsten Himmel pries, einfach, weil es sich nicht gehörte und nicht seine Art war. Perfektion schien in seinen Augen ebenso unerreichbar wie in Isaacs, wobei dieser sich oftmals perfektioniert präsentierte, womit auch gleich Anklang an das nächste Thema gefunden war.
"Oh ja, ich denke, wenn ihr beiden euch verbündet, dann habt ihr ziemlich gute Chance um ihm ein wenig den Mund zu stopfen."
Der Gedanke, wenn Isaac tatsächlich nicht gewann, ließ den Hofleiter innerlich auflachen. Nur zu gut konnte er sich vorstellen, welche Schmach dies für Isaac sein würde und auch wenn er den jungen Reiter mochte, so würde es ihm auch nicht schaden, einmal indirekt eins auf den Deckel zu kriegen, wenn er sich sonst schon von niemandem etwas sagen ließ. Andererseits hatte der Londoner die unangenehme Angewohnheit seine schlechte Leute an seinem näheren Umfeld und leider auch oft an den Schülern auszulassen. Also vielleicht gewann er doch besser?
"Mach dir bloß keinen Stress, aber das brauche ich dir ja eigentlich nicht sagen. Du weißt selbst am Besten, worauf es in dieser Disziplin ankommt. Ich werde dir auf jeden Fall alle Daumen drücken, die ich finden kann."
Natürlich standen Beccas Chancen nicht allzu hoch wirklich etwas zu reißen in diesem Turnier, aber das Stechen sollte für sie schon drin sein und die vermeintlichen Außenseiter waren doch immer noch die besten Überraschungskandidaten.
Ihre nächsten Worte enthielten eine leise Bitte, die Lawrence zwar hörte, doch die ihn etwas beklommen werden ließ. Ein wenig schuldbewusst wandte er den Blick ab und beobachtete die Reiterin auf dem Platz, er würde verneinen müssen, denn das Turniergeschehen forderte seine komplette Aufmerksamkeit und wenn tatsächlich noch etwas Ernsthaftes vorfiel, konnte er nicht irgendwo im Stall herumwuseln. Gerade jetzt, wo es in die hohen Klassen ging, war Vorsicht die Mutter der Porzellankiste.
"Ja, das wäre es wahrlich. Tut mir Leid, ich hätte dir bei Wizard gerne ein wenig unter die Arme gegriffen, aber ..."
Entschuldigend sah er die Freundin an, um die es ihm schon Leid tat. Sie hätte sicherlich Hilfe gebrauchen können und nun lehnte ausgerechnet ihr bester Freund ab. Aber was sollte er machen? Als Hofleiter hatte er nunmal diese repräsentative Aufgabe hier zu erfüllen und wenn er nun ging, würde das kein gutes Licht auf ihn und wahrscheinlich auch auf den Hof werfen. So gern er auch mit Becca gegangen wäre...


{Rebecca | Gespräch | Bedauert}
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BeitragThema: Re: Springplatz   So 13 Jul 2014 - 11:49

Wahrscheinlich bemerkten die Zuschauer in ihrer näheren Umgebung, dass sich die beiden Herrschaften in ihrer Turnierkluft blendend verstanden. Rebecca selbst konnte darüber nur immer wieder staunen, dass sie doch noch ein solches Glück haben konnte, einen Mann zu finden – und sei es nur als Freund –, dem sie blindlings vertrauen konnte und wollte. Nach dem Fiasko mit Shaun, ihrem Exmann, hatte sie eine Zeit lang wirklich ihre positive Einstellung verloren. Zu tief saß dazu die erlittene Schmach und zu innig war dazu ihre vorherige Beziehung gewesen. Zumindest hatte sie das geglaubt und sich darin getäuscht. Doch das Leben oder ihre Willensstärke hatte sie zurück auf den richtigen Weg gelenkt, sodass sie nun hier sitzen, dem sechs Jahre älteren Mann in die blitzenden Augen sehen konnte und glücklich war.
„Oh ja, das sind wir“, erwiderte sie ebenfalls zwinkernd. Dann wurde sie jedoch ernst, als das Thema auf Shana und Isaac fiel. Rebecca war durchaus in der Lage, sehr klar zwischen dem Pferdeverstand eines Menschen und dessen restlicher Persönlichkeit zu unterscheiden, obwohl diese beiden Seiten eines jeden Mannes und einer jeden Frau im Strudel der Gefühlsregungen manchmal zu verschwimmen drohten. In den ruhigen Minuten in ihrem Apartment, wenn Snow zusammengerollt auf ihrem Schoß lag, gelang ihr diese Differenzierung jedoch sehr gut. Auf der Seite des Pferdeverstadnes schätzte sie die beiden Bereiter sehr wohl. Der Umgang mit ihren Tieren war einwandfrei, ihre reiterlichen Fähigkeiten vielleicht besser als ihre eigenen, als sie noch in der Blüte ihres Könnens gestanden hatte, aber die Arroganz, in die sie beide sich kleiden konnten, wollte ihr einfach nicht gefallen. Sie hoffte jedoch immer noch, dass es nur eine Fassade war, etwas das irgendwann bröckeln würde, wenn sie nur merken würden, dass man mit Höflichkeit und Nettigkeit so viel mehr erreichen konnte. Besonders mehr Freunde.
„Vielleicht schaffen wir es ja, ihn ein bisschen zum Schwitzen zu bringen. Aber eine Allianz wird es im Reitsport nicht geben“, fügte sie mit gespielt militärischem Ton hinzu. „Wenn er aber dennoch Plätze vor uns belegt, biete ich Shana natürlich gern meine Hilfe an. Nachwuchs sollte man ja doch fördern.“
Sowieso sollte sie vielleicht anfangen, ein bisschen in den anderen Ausbildungsrichtungen zu wildern. Für ihren Geschmack stand sie im Moment fiel zu selten auf dem Platz und saß zu häufig im Büro. Aber das würde sie ja gleich ändern können. Sobald ihr Ritt gelaufen war, würde sie sich umsehen, ob Sponsoren anwesend waren oder für die HMS potenziell interessante Nachwuchstalente, die noch bei anderen Ställen trainierten, zu finden seien. Bevor es jedoch soweit war, müsste sie ihren Zauberer erst mal warmreiten und, wie schon gesagt, den Jungspunden ein bisschen Konkurrenz machen.
„Oh, wenn du uns die Daumen drückst, fliegen wir über die Hindernisse, als würde Wizard von Pegasi persönlich abstammen!“, sie lächelte freundlich, aber nur für einen Moment, als sie seine Beklemmung ob ihrer Frage bemerkte. Das hatte sie damit wirklich nicht bezwecken wollen! Es wäre nur einfach schön gewesen, noch ein bisschen Zeit mit ihrem Freund verbringen zu können, bevor sie für derartiges keinen Kopf mehr haben würde, weil dieser zu sehr damit beschäftigt wäre, den Parcours durchzugehen.
Zudem war ihre Frage dann doch eher rhetorischer Natur gewesen. Sie war selbst auf zu vielen Turnieren gewesen, um nicht zu wissen, dass gerade die Hofleitung eigentlich überall, aber besonders bei den laufenden Prüfungen sein sollte. In dieser Hinsicht war es auch schon ein Luxus, dass sie beide in ihren Disziplinen überhaupt antraten.
Um Lewis' Beklemmung und ein mögliches Schuldgefühl im Keim zu ersticken, legte sie ihm eine Hand auf den Unterarm, drückte diesen kurz und durchaus zärtlich. „Kein Grund, betrübt zu sein. Wirklich nicht. Wir sehen uns dann wohl nach meinem Ritt. Allmählich sollte ich mich wirklich fertig machen und vielleicht finde ich irgendwo einen knackigen jungen Helfer, der sich die Beine ausreißen würde, um mir zur Hand zu gehen.“ Wieder musste sie leise lachen, allein wegen der Absurdität dieses Gedankens. Welcher normale junge Mann hätte schon Lawrence McKinley ersetzen können? „Und ich komm schon zurecht.“
Eine leiser Impuls forderte sie dazu auf, ihn zum Abschied kurz auf die Wange zu küssen. Eigentlich war sie keine Frau, die lange über ihre Impulse nachdachte, da diese sich für gewöhnlich als die beste Option entpuppt hatten. Diesmal jedoch hielt sie etwas zurück, möglicherweise die schiere Menschenmenge oder der erneute Anflug von Anspannung, wie er vor Prüfungen typisch war und der manche Übersprungshandlung einzudämmen vermochte. Was auch immer sie nun davon abhielt, brachte sie trotzdem dazu, ihre Hand über seinen Unterarm zu seiner Hand fahren zu lassen. Sie fuhr mit dem Daumen kurz über den Handrücken, drückte auch diese, wobei sie sich wie ein Teenager vor kam und den Wangenkuss plötzlich doch bevorzugt hätte. Doch das wärmende Gefühl der Ruhe blieb auch, als sie sich schließlich wirklich erhob. „Ich komme dich nach meinem Durchlauf nochmal suchen, ja?“, hörte sie sich sagen und wahrscheinlich merkte nur sie, dass sich ihre Stimme dabei leicht belegt anfühlte. Dieses Gefühl tat sie dann jedoch als Nichtigkeit ab, allenfalls als Signal dafür, ihren Blutzucker nochmals zu überprüfen, was sie vor dem Ritt sowieso getan hätte, und machte sich auf den Weg zum Stall.

Tbc. Wallach- und Stutenstall.


[Gedanken * Gespräch * Beruhigung * Verabschiedung]
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BeitragThema: Re: Springplatz   Di 15 Jul 2014 - 21:56

Sophie musterte den Spanier und versuchte sich ein Bild über ihn zu machen. Er war nicht auf HM um eine Reitkarriere hinzulegen. Nein, er hielt sich eher im Hintergrund. Nicht das der Job eines Schmiedes nicht wichtig wäre, nein im Grunde genommen, war es das wichtigste auf einem Gestüt einen guten Schmied zu haben, der die Pferde kannte und mit seinem Handwerk umzugehen wusste und bei Aléjandro war Sophie sich dessen sicher. Er wirkte eher wie ein ruhiger, in sich gekehrter Typ, der nicht viel und gerne von sich erzählte. Ein bisschen erinnerte er sie an sich selbst. Wer wollte schon gleich im ersten Moment über seine Vergangenheit sprechen wie ein brodelnder Wasserfall. Sie selbst hasste es darüber zu reden, oder gar Anmerkungen darüber zu machen. Castro schien gelangweilt und irgendwie war es Sophie auch, sie konnte sich so oder so nicht auf die Ritte konzentrieren und hier rumzustehen und jede Sekunde an den morgigen Tag zu denken, würde dazu führen, dass sie irgendwann vor Erschöpfung einschlafen würde. Aber da war ja noch Aléjandro, der versuchte mit ihr einen Small Talk zu führen und Sophie meist mit Verzögerung antwortete. Sie entschied sich also dafür, nun abzuschalten und sich voll und ganz auf ihn zu konzentrieren. Es würde wohl die beste Ablenkung sein.
Sein Hund hatte den Kopf flach auf den Boden gelegt und ihm fiel es schwer die Augen offen zu halten. Sophie lächelte ihn an und dachte dann über Aléjandros Worte nach. Er war schon lange hier gewesen, im Gegensatz zu Sophie, die erst angekommen war als sich die ersten Azubis schon eingelebt hatten. Sie erinnerte sich an ihren ersten Tag, indem sie mit dem Wagen auf den Hof fuhr und Lawrence sie freundlich empfangen hatte und ihr die Ställe zeigte. Es war ein schwüler Tag gewesen und Falina konnte es kaum erwarten aus dem stickigen Transporter zu kommen. Es war ein aufregender Tag gewesen, mit den ganzen neuen Leuten, neue Umgebung und das kleine Zimmer dem sie zugewiesen wurde. Aller Anfang ist schwer, sagte sie sich, doch eigentlich war es so einfach gewesen und nun stand sie kurz vor ihrem ersten, großen Turnier. Aber tiefer greifen wollte sie nicht, denn sie wunderte sich warum sie Aléjandro nie wahr genommen hatte. Verrückt da lebte man auf dem selben Gestüt für einige Wochen und hatte nicht ein einziges Mal miteinander gesprochen. Verrückt.
Der Spanier drehte sich in Richtung des Parcours und legte seine muskulösen Arme über den Zaun. Kurz musste Sophie schmunzeln und fing sich schnell wieder, als die nächste Frage kam.
"Puh du ich glaube ab 14 Uhr ist Dressur an der Reihe, doch ich muss ehrlich zugeben, dass mich da wohl hier nicht halten wird. Ich werde mir wohl kaum den ganzen Tag die Reiter ansehen, oder wie siehst du das?", hielt Sophie kurz inne, "ich meine. Irgendwann wird's langweilig." Es vermochte vielleicht etwas hart klingen, doch wozu sollte sie sich das ansehen, wegen der anderen Azubis zu Liebe, oder wegen der steigernden Aufregung, die sie verspürte je mehr sie auf die Ergebnisse und Richter achtete. Zwar hatte sie bis jetzt noch keine Ahnung wo siedet Nachmittag hinziehen würde, doch es würde mit Sicherheit nicht das Turniergelände sein.


(Denkt nach, redet, Aléjandro/Castor)
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BeitragThema: Re: Springplatz   Mi 16 Jul 2014 - 18:51


Neugierig geworden, inwiefern sich noch weitere bekannte Gesichter in der Menschenmenge erkennen ließen, reckte die Brünette ihren Hals. Bisher waren die antretenden Reiter weder bekannt für Abigail gewesen, noch irgendwie vertraut erschienen, was ausschloss, das sie sich im Springsport überhaupt auskennen konnte. Zudem war ihr das Springen suspekt, lieber blieb sie mit Kopf und Pferd nahe am Boden und zeigte, was es bedeutete, Staub aufzuwirbeln. Denn darin waren Faun und sie durchaus ein sehr gutes Team - sei es nur, um umstehende Zuschauer zu ärgern.
Da auch Joana vorläufig mit ihren eigenen Gedanken beschäftigt war und Abbie nicht der Typ Mensch war, dem das zwangsläufig auffiel, konnte die Neunzehnjährige sich vorerst unbehelligt umsehen. Viele Füße hatten den Platz bereits in eine Sandkuhle der Extraklasse verwandelt und noch weitere Hundertschaften an Füßen, Hufen und Pfoten würden diesen Vorgang intensivieren. Soweit die Westernreiterin wusste, stand nach dem Springen die Disziplin Dressur auf dem Plan, die ihrerseits nochmals eine Heerschar an Zuschauern anlocken würde. Zu diesem Zeitpunkt würde Abbie sich zurückziehen, nicht etwa, weil ihr diese Disziplin nicht zusagte - sie liebte die federleicht wirkenden Paare, die einander ohne viel Hilfen zu verstehen schienen und über den Platz schwebten - aber ihr Verlangen nach etwas Ruhe würde sie recht bald wieder zu den Weiden treiben.
Oder wo auch immer Faun sich wieder herumtrieb. Das schlechte Gewissen zwickte die Neunzehnjährige, als sie an ihren Fuchs Gladiator dachte und biss sich auf die Lippen. Er wurde von Tag zu Tag unberechenbarer, sodass ihre Furcht, sie könnte ihn bei einem Ritt verletzten oder verlieren, immer größer wurde. Ein Teufelskreis.

Dementsprechend in eigene Gedanken versunken und mit eigenen Problemen beschäftigt, bemerkte sie den kurzen Blick Joanas zu ihr nicht, ebenso wenig deren nachdenkliche Miene. Erst die Worte der Blonden, nüchtern gesprochen, wenngleich die Erwähnung ihres Pferdes dem ein wenig die Neutralität nahm, ließen Abbies Gedanken wieder ein wenig zur Ruhe kommen. Erstaunen funkelte in den tiefblauen Augen des Mädchens, als dieser bewusst wurde, was Joana dort gesagt hatte.
»Dressur! In Klasse M?! Unglaublich.« Das Beide nicht gut im Training standen, tat der Begeisterung Abbies keinen Abbruch, die sich der Blonden jetzt ein wenig entgegen drehte und breit grinste. »Ach, ihr macht das schon, da bin ich sicher. Dressur verlangt viel Talent und Disziplin und wenn ihr Klasse M antreten könnt, seid ihr ein gutes Team.« Entweder war es Einfältigkeit oder ehrlich gemeinter Optimismus, der die Reiterin das zu Joana sagen ließ, aber ein Blick in die blauen Augen genügte, um sicher sein zu können: Abbie meinte, was sie sagte. Neugierig geworden sah sie in die grauen Augen ihres Gegenübers, sah darin nicht die zahlreichen Emotionen, die ihr Aufschluss hätten geben können über den emotionalen Zustand der Anderen. Mit beinahe schon kindlicher Neugier legte sie den Kopf leicht schief.
»Und Jaro ist dein Pferd? Was ist er für Einer?« Wenn es etwas gab, was die Brünette stets brennend interessierte - noch vor den Geschichten um Vergangenheit und Zukunft der Reiter - dann war es das jeweilige Pferd der Reiter.
Gewiss ließe sich aus der Art und Weise, wie jeder Einzelne von seinem vierbeinigen Gefährten sprach, erahnen, ob sich vor Abbie ein gut sorgender Mensch befand oder schlichtweg ein karriereorientierter Sportler. Da dies für die Neunzehnjährige jedoch nicht zur Debatte stand - jeder Reiter liebte sei Pferd auf irgendeine Art - und sie ohnehin selten schlau aus anderen Menschen wurde, sammelte sie die Informationen auf altmodische Art. Sie hörte zu und merkte sich alles.
Interessiert und aufmerksam sahen die blauen Augen nun geradewegs in Joanas graue. Was für eine Art Pferd in der Dressur wohl bevorzugt wurde?



[Turniertrubel ## Joana ## Interessiert]
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BeitragThema: Re: Springplatz   Sa 26 Jul 2014 - 23:26

Nachdenklich ruhte der ungewöhnlich helle Blick des Spaniers auf dem Turnierplatz, betrachtete sich eingehend das startende Paar und kam nicht umhin, seinen eindrucksvoll gebauten Hengst Jumper mit den hiesigen Pferden zu vergleichen. Ihr Wuchs war im Gegensatz zu seinem Wallach beinahe grazil und elegant, wenngleich A.J. seinem eigenen Pferd durchaus Eleganz und Grazie zusprach. Nur eben sah er sie andernorts als turniererprobte Springreiter.
Lautlos lehnte er sich ein wenig weiter vor, haschte einen Blick auf die Zeit des Reiters und seine Fehlerpunkte, doch bisher schien es dem Hufschmied kein übler Ritt zu sein. Wenngleich sein Fachwissen diesbezüglich natürlich begrenzt war. Ein kurzer Blick galt Castor, der noch immer zu seinen Füßen döste und offenbar die entspannte Haltung seines Besitzers übernommen hatte. Etwas wie ein feines Schmunzeln zuckte durch die Mundwinkel Aléjandros, der sich der kurzen Musterung Sophies nicht bewusst war.

»Mhm? Oh, lo siento entschuldige der Hufschmied seine Unaufmerksamkeit der jungen Blonden gegenüber und lächelte entschuldigend zu ihr hinab. In seine Gedanken und Überlegungen versunken in Bezug auf Jolly Jumper und seine Namensgeber, den Springpferden, nahm er ihre Antwort nur bedingt wahr. Wie es schien war die nächste Disziplin Dressur, somit ein gebiet, auf welchem Jolly und er durchaus einige Erfahrungen hatten sammeln können. Wenn auch keine turnierrelevanten.
»En efecto? Nun, Dressur ist etwas, was Jolly und mir einigermaßen liegt.« Ein kurzes, charmantes Lächeln, ehe er seinen Blick kurz über den Platz schweifen ließ, bevor er Sophie eingehender betrachtete. Vermutlich lag einer Jockette die vermeintliche Ruhe im Springen ebenso wenig wie die Geduld in der Dressur. Adrenalin und Jagdgalopp waren ihre Bereiche. Knapp nickte er somit der Zwanzigjährigen zu, ehe der Hufschmied freundlich erwiderte: »Vermutlich werde ich die Dressur noch abwarten, ehe ich Jumper besuche.« Soweit zumindest der Plan.
Ein leichter Seitenblick galt dabei dem beigefarbenen Rüden, der bisher ruhig neben seinem Besitzer lag, doch die unberechenbare Ader des hünenhaften Hundes kannte keine Grenzen. Aléjandros Priorität lag vorerst in der einfachen Dressur, ein kurzer Blick auf Lektionen, die mit dem vorgeschädigten Jolly Jumper noch möglich waren. Ein wenig Bewegung tat gut, etwas Abwechslung tat noch besser. Außerdem würde A.J. sich noch die Hufe einiger Pferde ansehen müssen, bevor er für diesen tag die Segel strich. Abwartend sah er zu Sophie, erwartete deren Entscheidung. Es fiel dem Hufschmied schwer, seine Bedenken abzulegen, mit einer Schülerin des Ausbildungsbetriebes soetwas wie freundschaftliche Bekanntschaft zu hegen. In dieser Hinsicht war seine Mutter recht konservativ eingestellt, aber vermutlich würde der Spanier in Amerika einige dieser Einstellungen rasch ablegen müssen.


[Sophie # Überlegungen]  
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BeitragThema: Re: Springplatz   Do 31 Jul 2014 - 21:14


Plötzlich erinnerte Abigail sie an einen Terrier. Schnell zu begeistern und dann kaum wieder ruhig zu bekommen. Allerdings jagte sie nicht alles, was vor ihr weglief, was bei Terriern ja irgendwie so veranlagt war. Jedenfalls war das so bei jenen gewesen, die sie kannte. Umso glücklicher war sie mit Samir, der so gut wie kein Bedürfnis danach hatte, Rehen, Katzen oder anderem Getier hinterherzujagen. Es sei denn es waren andere Hunde, denen er drohen wollte. Doch genau deshalb, behielt sie ihn auf dem Hof auch häufig an der Leine. Allerdings kannten sich die Hunde hier fast alle und hatten ihre Rangfolge ganz gut geklärt. Ein Irish Setter hatte sich bereits ungeordnet, einzig dieser Dobermann des Bereiters wurde von dem Mischlingsrüden als höherrangig akzeptiert. Woran genau das lag, wusste Joana auch nicht so recht. Der andere Rüde war deutlich älter, vielleicht immer noch stark, allerdings schien Samir durchaus überlegen. Und dennoch respektierte er den anderen und ging ihm aus dem Weg. Wenn er einen Hund einmal kennen gelernt hatte, dann machte er sich meist auch nichts aus weiterer Interaktion. Dazu war er viel zu fixiert auf seine Besitzerin und zu sehr Einzelgänger. Im Grunde waren sie das ja beide.

Ein Seufzen war der erste Kommentar, den sie auf ihre Worte gab. Ja, was war Jaro bloß für ein Pferd? Wäre er ein Mensch, wäre es ihr leichter gefallen, ihn zu beschreiben. Er wäre einer dieser Typen, die sich nicht beherrschen können. Vielleicht ein Footballspieler oder Eishockey. Einer von denen, die die anderen Spieler tackelten und sich nichts daraus machten, ob sie verletzt wurden. Und dann waren sie in einer Beziehung und wurden zu liebenswerten Dumpfbacken, die ein Talent für Ausdruckstanz… Nein, ok, das ging nicht. Dann doch lieber ein bekloppter Hengst, als ein Eishockeyspieler mit Tanztalent.
“Ja, er ist meiner. Seit ich 15 bin ist er in meinem Besitz. Aber ich habe lange nicht mit ihm gearbeitet, aus verschiedenen Gründen. Um ihn in ein paar Worten zu beschreiben: Er ist lebensbedrohend, weiß nicht mit seiner Kraft umzugehen und scheint zu denken, wir Menschen wären ein ganzes Stück robuster, als wir es tatsächlich sind.“, erklärte Jo mit einem leicht verächtlichen Ton und blickte ihre Gegenüber dabei gar nicht an. Stattdessen hatte sie den Blick in die Ferne gerichtet, noch hinter dem Springplatz, dem Wald und dem Meer.
Ruckartig fuhr der Blick ihrer grauen Augen dann herum und fixierte die Dunkelhaarige. “Aber er ist kein Monster und auch nicht unzähmbar. Er ist nur… anders.“ In diesem Moment klang ihre Stimme weicher, fast mitfühlend. Ihr war plötzlich bewusst geworden, wie sehr ihr Rappe ihr doch ähnelte. Sie hatten viel gemeinsam durchgemacht, voneinander getrennt worden und schließlich wieder zusammen gefunden. Auch sie behandelte Menschen mit einer gewissen Gleichgültigkeit, dachte, sie könnten das schon ab. Und wenn es nicht so war? Sie beide waren Dressurtalente, sie beide waren nur beim Training relativ umgänglich. Obwohl dieses Gespräch mit Abigail eine Ausnahme bildete, was allerdings nur daran lag, dass sie so unschuldig und naiv war. Dieses naive Weltbild wagte nicht einmal Joana Collins zu zerstören.

Abigail xx Gedanken xx Antwort xx realisiert Ähnlichkeiten
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BeitragThema: Re: Springplatz   Fr 1 Aug 2014 - 4:45

Er war also ein interessiert an der Kunst der Dressur, zumindest schien seine Antwort ganz danach zu klingen. Sophie hatte sein Pferd noch nicht gesehen, aber nach den Aussagen von Aléjandro zu urteilen war er ein kräftiges Pferd, was die Blondie innerlich etwas schmunzeln ließ. Sie stellte sich den großgewachsenen Aléjandro auf seinem Pferd vor, wie sie Dressurfiguren übten. Doch vermutlich übertrieb die Blondine auch einfach mal wieder mit ihrem Kopfkino. Er würde wohl kaum hüpfend durch die Arena tänzeln und Pfaffen versuchen… Nein, sie konnte es sich tatsächlich nicht vorstellen und wusste das sie mal wieder übertrieb. Aber dennoch überraschte es Sophie, dass ein muskulöser Kerl wie er auf die leichte und künstlerische Art der Dressur stand, das ihn nicht Springen, oder Vielseitigkeit interessierte. Zu derDressur hätte sie AJ niemals zu geordnet. Doch eigentlich konnte sie nichts dergleichen denken, weil sie ihn ja auch nicht kannte. Erst jetzt realisiert sie, dass AJ viel viel älter als sie war und dennoch fühlte sie sich zu ihm hingezogen. Nicht auf die erotische Weise, obwohl der Spanier ein Fang fürs Auge war. Nein, er schien interessant und sympathisch und auch wenn ihre Gespräche bisher eher dem üblichen Tratsch entsprachen, wusste die Blondine seine Anwesenheit zu schätzen und genoss sie.
Sophie nahm seine Worte auf wie die letzten Zeilen eines spannenden Thrillers und überdachte seine Antwort. Er würde sich dir Dressur ansehen, was ihr nicht viel zu entscheiden gab. Entweder konnte sie bei ihm bleiben, hier rum stehen und mit AJ ein paar weitere Worte wechseln, oder sie würde wieder alleine herum laufen und den Rest des Tages mit Träumen verbringen und versuchen Ablenkung zu finden um die Aufregung vor morgen etwas zu senken. Die Wahl fiel leichter als gedacht.
"Wenn es dir nichts ausmacht dann würde ich deine Gesellschaft gerne weiterhin genießen da ich nicht alleine in meinem Zimmer sitzen will und dabei vermutlich verrückt werde, weil ich nicht abschalten kann.",lachte sie herzlich und hoffte er würde sie verstehen. Wieder fiel ihr Blick zu AJ´s Hund, wenn sie einen Hund hätte wäre das Ganze wohl etwas einfacher. Immer jemand in deinem Zimmer, der auf dich wartete, der mit dir alles unternimmt und dir immer treu bleibt. Ja wie gerne hätte Sophie wohl einen Hund gehabt, nur war neben dem harten Training kaum Zeit für sich selbst. Wie sollte dort dann noch ein Hund in ihr Leben passen?


(AJ/ Macht eine Entscheidung)[/color]
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BeitragThema: Re: Springplatz   Sa 2 Aug 2014 - 23:23

Aufmerksam hatte er sich der jungen Reiterin entgegen gewandt, abwartend und sich höflich zurückhaltend, um ihr Gelegenheit zu geben, eine selbstständige Entscheidung zu fällen. Dabei fixierten die blauen Augen der jungen Frau Aléjandro unverwandt und schienen seinen Worten tatsächlich ehrlich interessiert zu folgen. Es amüsierte den Hufschmied, wenngleich es ihn ebenso ein wenig irritierte. Derartig aufmerksame Zuhörer war der eher ruhige Spanier kaum gewohnt, ein Großteil seiner Kunden nickte lediglich, warf ihm die Anweisungen zu und verschwand, um zu telefonieren, zu rauchen oder sonst dergleichen.
A.J. war sich der Bedeutung dahinter nur halb bewusst, wusste sein Kundenkreis ihre Pferde bei dem Spanier in besten Händen und überließ diese durchaus teuren Geschöpfe den fachkundigen Händen des Schmied. Doch umso mehr irritierte ihn nun der aus Interesse geborene Blickkontakt zu Sophie, der für ihn gelinde gesprochen ungewohnt war. Besonders, wenn es sich dabei um derart junge Menschen handelte, die ihm kaum einen zweiten Blick schenkten, wenn sie ihre Pferde bei ihm abgaben.

Also nickte er, zum Teil erleichtert, nicht doch wieder einsam durch die Massen zu flanieren, auf der Suche nach Aufgaben oder Ablenkungen. Castor selbst war, wenn ihm auch inzwischen zu einem treuen Begleiter geworden, schlichtweg zu unberechenbar, als dass Aléjandro je Nachsichtigkeit oder gar Unaufmerksamkeit in dessen Nähe zulassen würde. Als spüre er die Gedanken seines Herren, hob sich der breite Kopf des Rüden, die bernsteinfarbenen Augen blickten zu ihm empor und fixierten A.J. aufmerksam. Dieser hatte sich allerdings wieder Sophie zugewandt.
»Es un honor para mí, jovencita. Es wird mir ein Vergnügen sein.« Dankbar neigte er das Haupt ein wenig, lächelte dezent, während Sophie ein helles Lachen von sich gab und Castor erneut betrachtete. A.J.s Blick folgte ihrem, runzelte allerdings die Stirn, als der Rüde sich erhob und mit erhobener Rute angespannt quer über den Springplatz starrte.
»No, muchacho Seine Worte waren nicht laut gesprochen, nicht drohend oder gar flehend, doch sie schienen ihre Wirkung nicht zu verfehlen. Mit einem schweren Schnaufen legte der große Hund sich wieder ab. Die Miene des Spaniers wurde wieder weicher, die Ernsthaftigkeit wich allerdings nie so ganz aus ihr. Es schien inzwischen zu einem Teil seines Wesens geworden zu sein. Ob Veronique ähnlich empfand? Oder ihr Ehemann?
Die Gedanken an seine Schwester ließen ihn kurz schwer aufseufzen, den Blick in einen unbestimmten Punkt gerichtet. Letztlich, um Sophie noch gänzlich allein auf sich zu stellen, suchte er einen Knotenpunkt im Gespräch, an dem Aléjandro wieder anknüpfen könnte.
»Allein? Wohnen Azubis nicht zusammen?« Er hatte bisher recht beschränkten Kontakt zu den Auszubildenden gehabt, obgleich ihm zugetragen wurde, dass auch er, Aléjandro, alsbald einen eigenen Schützling bekäme. Deren Wohnsituation war jedoch nie Gegenstand der Gespräche gewesen, weshalb sich die dunklen Augenbrauen des Spaniers nun überrascht lüfteten.


[Sophie # Gedanken # Castor # Gespräch]  
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BeitragThema: Re: Springplatz   Do 7 Aug 2014 - 20:34

>>Cf “Reitplatz ”


Bevor sie aufgerufen wurden, wollte Daniel dann doch noch ein paar Sprünge nehmen. So bahnte er sich seinen Weg durch die anderen Teilnehmer, die teilweise auch schon für das S-Springen nun ihre Pferde aufwärmten. Ein paar Mal nahm er noch die beiden Sprünge und alles klappte, wie es sollte. Lediglich ein wenig aufmerksamer könnte der Wallach dann und wann sein, doch das war nichts, was sich mit einer halben Parade oder vermehrtem Schenkeldruck nicht beheben ließ. Nun lag es am Reiter, den Parcours fehlerfrei zu durchreiten, denn Gun schien heute wirklich eine gute Form zu haben.
Im Schritt ritten sie nun vom Platz in Richtung des Springplatzes. Gerade als sie ankamen beendete ihr Vorreiter seinen Ritt. Nun war also der große Moment, doch als Routinier hatte der Vielseitigkeitsreiter keine Angst, wenn dann nur Respekt vor dem Springen. Gun schritt ruhig, mit aufmerksamen Ohren auf den Platz zwischen die Hindernisse. Noch einmal ging sein Reiter die Strecke im Kopf durch und stellte sich dann vor die Richtertribüne und grüßte. Dann ertönte auch schon die bekannte Klingel und er trabte seinen Wallach vom Fleck weg an. Noch einmal ging er einen großen Zirkel, galoppierte schließlich an und visierte den ersten Sprung an. Die Galoppade des Braunen war frisch und er war deutlich aufmerksamer, als noch auf dem Abreiteplatz.

Die Runde lief fehlerfrei, Gun machte seine Sache gut und sein Reiter ritt ihn ohne Probleme gezielt an die Hindernisse. Wenn ihnen etwas noch einen Strich durch die Rechnung machen konnte, dann war es die Zeit, obwohl sein Wallach eigentlich für ein flottes Springen bekannt war. Ohne nun aber die Wertung abzuwarten, trabte er zum Ausgang und kehrte im Schritt zurück zum Abreiteplatz.

Gun xx Parcours xx Rückkehr zum Reitplatz

Tbc „Reitplatz“ >>
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BeitragThema: Re: Springplatz   Do 7 Aug 2014 - 23:06

13:30 AM - S-SPRINGEN
__________________________________________________________________

1# Rodrigo Pessoa (auswärtig)
2# Diana Bioncallo (auswärtig)
3# Roger Selfaro (auswärtig)
4# Shana McCormick (HMS)
5# Rebecca Lacroix (HMS)
6# Kira Yokuma (auswärtig)
7# George O'Danis (auswärtig)
8# Ben Roosevelt (auswärtig)
9# Isaac Haber (HMS)
10# Jessica Kürten(auswärtig)


Zuletzt von Lawrence McKinley am Fr 15 Aug 2014 - 21:58 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: Springplatz   Fr 8 Aug 2014 - 5:40

Etwas regte sich auf dem Springplatz. Sie stellten die Hindernisse erneut um und es ging eine weitere Stange nach oben. Wie konnten Pferd nur so hoch springen? Welche Kraft mussten sie wohl aufbringen um einen Parcours fehlerfrei durch zu stehen? Mit einem Reiter auf dem Rücken, der auch mindestens 60 kg wog? Sophie konnte sie die Energieaufbringung nicht vorstellen, wobei sie sich die selbe Frage hätte stellen können. Wie konnten Pferd über 70 km/h schnell werden, mit Gewicht auf dem Rücken, mit voller Konzentration auf die Bahn gerichtet sein, damit man nicht stolperte, oder einen Fehler machte. Ein Fehler und für die meisten Pferd, gar Reiter war es vorbei. Ein winziger Hauch, nur ein minimaler Gedanke, nur für eine Millisekunde unkonzentriert und es war vorbei. Sie stellte sich den Springsport in den höheren Klassen genau so vor. Es war nichts anderes wie auf einer Rennbahn zu laufen. Durchgehende Konzentration, ansonsten hatte man schon verloren bevor der Startschuss überhaupt fallen würde.
Die Antwort von AJ ließ Sophie innerlich ein wenig erfreuen. Sie wusste zwar, dass sie gut mit anderen Menschen klar kam und auch meist schnell Kontakte knüpfte, doch war es hier auf HM doch etwas anders als man sich vielleicht vorstellte. Jeder war auf sich und seine Karriere konzentriert. Jeder wollte das beste aus seinem Job machen, die Ausbildung mit Glanzleistung beenden und Turnier für HM gewinnen. Da blieb kaum Zeit um nach richtigen Freunden zu suchen, oder viel zu unternehmen. Außer vielleicht man fand hier die große Liebe, wie Shana und Isaac. Die Zwei hatten sich gesucht und gefunden, oder wie Leon, der wohl die hübscheste Freundin er Welt hatte. Ein leiser Seufzer entglitt ihrer Kehle.
Wenn Sophie an ihren letzten EX dachte lief ihr ein Schauder über den Rücken, wirklich Glück hatte sie bisher noch nie gehabt und sie zweifelte auch daran jemals Glück zu haben. An Zufälle glaubte sie eh nicht und Liebe war mittlerweile auch einfach nur noch ein Wort, dass keinerlei Bedeutung mehr hatte…

Die Frage von AJ warf sie etwas aus der Gedankenwelt und passte dennoch perfekt zum Thema, was sie innerlich angeschlagen hatte.
"Doch doch Freja und Shana wohnen mit mir in einer Cottage, aber Ghana ist heute selbst an der Reihe mit Springen und Freja wird wohl auch irgendwo unterwegs sein. Aber im Moment habe ich nicht sonderlich viel zu tun mit den Beiden. Shana ist im großen Isaacfieber und Freja ist viel unterwegs… Da bleibt viel Zeit für meine Gedanken und mich, alleine in meinem Zimmer.", lachte ich etwas sarkastisch und sah zu AJ, "Und wie ist es bei dir, wohnst du überhaupt auf HM?"


(Denkt nach-Liebe-antwortet-redet über Shana)
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BeitragThema: Re: Springplatz   Sa 9 Aug 2014 - 12:54


Es war beinahe schon ominös zu nennen, die Ähnlichkeit der Situationen, in denen dich beide Neunzehnjährige befanden. Wenngleich Joana damit weit besser zurecht kam, als es Abbie tat, die sich noch immer weigerte, einen Blick in die Zukunft zu tun. Aus Angst vor dem, was sie eventuell sehen könnte. Ein einziges Pferd; Faun. Gladiator nicht mehr am Leben.
Die Neunzehnjährige schauderte kurz ob dieser Möglichkeit und spürte ihre Kehle eng werden, sobald sie an Lexa dachte und deren Begeisterung für das temperamentvolle Vollblut. Eines Tages, dessen war sich Abigail inzwischen beinahe sicher, würde der Punkt kommen, an dem es kein Zurück mehr gab, doch um bis dorthin zu gelangen, würde sie alles Menschenmögliche unternehmen, damit Gee derweil nichts geschah. Ein Leben im goldenen Käfig, ungenügend und beengend.

Die Beschreibung des Rapphengstes Jaro, der zu Joana gehörte, minderte die Unsicherheiten Abbies auch nicht zwangsläufig, sodass sie mit weit geöffneten Augen verunsichert die Blonde anblickte. Beinahe schon erleichtert atmete Abigail schließlich auf, während sich die Aufmerksamkeit der Dressurreiterin wieder auf die Brünette richtete und zu erklären versuchte, weshalb sie ihr Pferd dennoch liebte. Es hatte etwas ... Beruhigendes an sich zu wissen, dass selbst ein Pferd wie Ihres nicht verloren ob seines Temperaments war. Allerdings sprach Abbie ihrer Kollegin weit mehr Selbstbewusstsein zu als sich selbst, wenn auch nicht wirklich offen und direkt. Dazu war sie nicht fähig.
»Das klingt nach einem anspruchsvollen Pferd. Umso beeindruckender, dass ihr bis in die höheren Klassen gekommen seid.« Abbies Augen strahlten vor Begeisterung, gedachte nur kurz ihrem sie zwickendem Gewissen, ehe sie eine der wenigen Fragen stellte, die sie bisher kaum zu stellen gewagt hatte. Die Antworten ängstigten sie.
Zögerlich begann sie, ließ ihre Augen unruhig über den Platz wandern, der nun wieder umgebaut wurde, um die nächsthöhere Klasse starten zu lassen. Soweit Abbie es bisher beurteilen konnte - und das war tatsächlich nur begrenztes Laienwissen, denn der Westernsport lag ihr einfach im Blut, Dressur dagegen nicht - waren die Teilnehmer der Stables recht erfolgreich gewesen. »Und wie ist das so ...?« Kurz zuckte ihr Blick zu Joana, ehe er wieder auf andere Dinge gerichtet wurde, »Hattet ihr schon Turnierun... Turniererfahrungen?« Sie verfluchte ihre eigene Angst, aber irgendwie ließ es der Knoten in ihrer Brust nicht zu, nach Unfällen zu fragen. Also wich sie aus, bemühte sich um ein freundliches Lächeln und studierte eingehend Joanas Hund Samir, der offensichtlich durch seine Besitzerin weitestgehend ruhig gehalten wurde.
Abigail war noch nicht bereit, sich dem Schrecken eines Unfalls stellen zu müssen. Selbst, wenn es nicht ihr selbst widerfahren war, allein der Gedanke lähmte ihr sonst eher einfaches Gemüt. Schwermütig seufzte sie leise auf, versuchte aber diese seltsame Situation nicht einmal zu retten. Was auch? Abbie nahm sie als solche eher kaum wahr, dafür kreisten ihre Gedanken in letzter Zeit viel zu häufig um Gladiator und dessen Ableben.    



[Joana ## Verunsichert ## Gedanken]
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BeitragThema: Re: Springplatz   Sa 9 Aug 2014 - 13:24

 
Allmählich wurde es dem Kangalrüden wohl zu langweilig, ein Geschöpf wie er war zum Hüten und Bewachen - kurz: Zum Laufen - berufen, nicht aber zum Herumliegen und Faulenzen. Sicher, nach verrichteter Arbeit entließ Aléjandro den eigensinnigen Rüden stets in wohlverdiente Pausen, doch der Hunde nutzte diese nur selten oder gar nicht, gab es doch stets wichtigere Dinge. Beispielsweise ein Kind, dem soeben der HotDog zu Boden fiel. Mit wachsam aufgerichteten Ohren und hoch emporgetragener Rute fixierte Castor das weinende Kind, wollte sich diesem nähern, doch die Leine wurde durch diese Bewegung straffer gespannt und A.J.s Aufmerksamkeit auf den großen Hund gelenkt.
Innerhalb weniger Herzschläge hatte der Hufschmied die Situation begriffen und nutzte den Moment des Umbaus für das S Springen. »Castor« ermahnte er den Hund mit harter Stimme, wusste er doch um die Dickköpfigkeit dieser Rasse. Ihre Dominanz. Noch immer stand der Rüde angespannt in die Leine gelehnt halb vor seinem Besitzer, starrte das Kind weiterhin aus kohleschwarzen Augen an. Ohne weiter über Zuschauer oder öffentliche Meinung zu referieren zupfte Aléjandro an der Leine, fing die Aufmerksamkeit des Hundes kaum ein und brach diese letztlich, indem er mit zur Klaue geformter Hand in die Flanken des Rüden tippte. Irritiert zuckte der Hund zurück, sah den Spanier kurz an und folgte dem Befehl Aléjandros augenblicklich.
»Acostarse Hinlegen! Beinahe herausfordernd sahen die schwarzen Augen zu A.J. auf, der seinerseits auf den Rüden niederblickte und seine innere Anspannung wachsen spürte. Sofern er konsequent und hart blieb, würde Castor dies nicht als Anlass nutzen, um zu rebellieren, doch wusste der Hufschmied, dass es allmählich Zeit würde, dem Drang des Hundes nachzugeben.

Mit einem schweren Seufzen rieb sich der Zweiunddreißigjährige über das Gesicht, fuhr sich durch das kurze, schwarze Haar und lenkte den Blick seiner blauen Augen auf Sophie. Entschuldigend verzog er einen Mundwinkel, mochte das Gebaren zwischen Hund und Besitzer etwas grob wirken, doch der Kangal verstand entsprechend seiner Rasse keine anderen Befehle.
»Sentimos! Castor benötigt eine strenge Hand.« Mehr würde der schweigsame Mann nicht als Erklärung geben, wenn auch nicht aus Unhöflichkeit, als viel mehr aus eigener Überzeugung. Es gab nichts daran zu erklären, wie er mit seinem Hund umging bzw. diesen erzog. Nachdenklich tippte der Spanier gegen die nun wieder durchhängende Leine, warf einen Blick auf den Parcours und fällte seinerseits eine Entscheidung. Knapp lächelnd nahm er die Worte Sophies zur Kenntnis.
»Issac?« Ah, der Montador, der Bereiter. Allmählich prägten sich die Namen der Kollegen ein, wenngleich ihm Shana und Freja bisher kaum etwas sagten. Obwohl, Freja ... entfernt meinte er sich zu erinnern, dass sie ähnliche Arbeitszweige eingeschlagen hatten. Konnte das korrekt sein? Vermutlich würde er sowohl Isaac, als auch Shana hier im Springen sehen, sofern er Sophie richtig verstand. Aléjandro nutzte diesen Punkt, um dort einzuhaken.
»Demnach willst du ... Shana ... noch anfeuern?« mutmaßte der Hufschmied, spürte Castor allerdings bereits wieder unruhig werden, obwohl Kind und Wurst bereits lange fort waren. Sein Plan sah vor, das Springen abzuwarten, bis zur Dressur. Danach sah er sich die erste Klasse an, die startete und würde - endlich - einen ausgedehnten Spaziergang bis zu den Weiden und Jumper unternehmen. Eventuell nahm das Castor ein wenig seiner Unruhe, denn er begann bereits wieder, sich liegend anzuspannen. Bemüht um Gelassenheit und Ruhe sah er Sophie fragend an.

[Castor # Sophie # Turnier # Überlegungen]  
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BeitragThema: Re: Springplatz   Di 12 Aug 2014 - 21:45

Ein leises Auflachen konnte sich der Hofleiter nicht verkneifen, als Rebecca derartig zu Scherzen aufgelegt war. Seine Stellvertretung versprühte eben immer eine Menge gute Laune und positive Energie, die einfach auf alles und jeden übersprang, und die einen alle Anspannung vergessen ließ. Seine dunklen, braunen Augen ruhten auf der Mittvierzigerin, die sich nun zum Gehen wandte.
"Und das ist auch gut so. Wo kämen wir denn sonst hin?!"
Seine Frage auf ihre Antwort der Allianz warf Lawrence mehr rhetorisch ein. Er erwartete darauf nicht wirklich ein Kommentar, da Rebecca ohnehin schon aufgestanden war und sich nun auch schon verabschiedete. Erneut musste er schmunzeln, als sie meinte, sich einen jungen, knackigen Helfer suchen zu wollen. Nur zu gut wusste der Dressurlehrer, dass sie dies nur im Ernstfall tun würde, da sie sich am liebsten selbst um ihren Wallach kümmerte.
"Sobald der letzte Reiter durch den Parcour ist und ausgewertet wird, schlage ich mich ins Getümmel und schau im Stall vorbei."
Dies waren die letzten Worte, die er ihr mit auf den Weg gab, als sich Becca auch schon umdrehte und die Tribüne hinunterlief. Noch eine ganze Weile verfolgten McKinleys Augen die Frau, die ihm eine so großartige Hilfe war und ohne die er sich es nicht vorstellen konnte, diesen Hof zu führen.
Unten auf dem Platz wurde derweil wieder umgebaut und der Parcour für das S-Springen nahm allmählich Formen an. Lawrence hatte sich zwar den Plan angeschaut, wie geritten wurde, doch wirklich behalten hatte er die Wege nicht in seinem Kopf, da dort auch noch eine viel wichtigere Dressuraufgabe abgespeichert war. Doch schon allein die Höhe der Hindernisse reichte aus, um dem Hofleiter seine zuvorige Anspannung zurückzubringen. Es waren beachtliche Höhen, die dort überwunden wurden und wieder erinnerte er sich an das Gespräch mit Patrick. Der Azubi hatte nicht nachvollziehen können, wie man mit einem Pferd über solche Hindernisse springen können und daraufhin hatte er selbst versucht dem Jüngeren dieses Phänomen näher zu bringen. Wenn er nun allerdings so den Parcour betrachtete, musste er sich eingestehen, dass er für seinen Teil niemals dort drüber springen wollte. Da blieb er doch lieber beim Tänzerischen, der Dressur.

Die Startglocke läutete das erste Mal. Das S-Springen wurde eröffnet und die Tribünen waren propenvoll. Überall saßen und standen Menschen, um sich dieses Spektakel ja nicht entgehen zu lassen, zumal hier einige internationale Größen starteten. Gleich als Erster war Rodrigo Pesso an. Der Brasilianer war eine feste Größe im Springsport, stand im brasilianischen Kader und gewann regelmäßige große Turniere. Heute war er mit seinem Seniorpferd an der Reihe, dass ihn schon durch so manchen Parcour getragen hatte. Möglicherweise wollte er damit Fehler, die aus Unerfahrenheit resultierten, vorbeugen...
Das Signal ertönte und der dunkelhaarige Mann ritt auf einem Schimmel ein. Er grüßte die Richter, galloppierte an und begann nach einem Zirkel mit dem ersten Sprung. Seine Zeit lief.
Die Zuschauer verfolgten gebannt jeden einzelnen Sprung und es war beinahe komplett still auf den Rängen bis der Reiter ohne Abwurf durch den Parkour gekommen war. Das Resultat war ein Zeitstrafpunkt und Lawrence merkte erst jetzt, wie knapp bemessen die Zeit eigentlich war. 72 Sekunden waren für diesen Parkour sicherlich nicht viel und auch dies versetzte ihn in Spannung wie sich wohl die drei Starter vom Hof damit schlagen würden. Shana konnte Tempo machen mit ihrem Royal, das wusste er, allerdings unterliefen dabei leider auch das ein oder andere mal Flüchtigkeitsfehler. Isaac war zweifelsohne jemand, der immer auf Zeit und Risiko ritt und niemals Zeitstrafpunkte einfuhr, was allerdings auch aus seiner etwas waghalsigen Reitweise auf Turnieren begründet war. Und Becca: nun, sie kannte sicherlich alle Tücken des Springsports, wusste genau, wann und wo sie ein Pferd zurücknehmen und wo sie es laufen lassen sollte. Aber ob ihr die Zeit reichen würde? Der Hofleiter begann jetzt schonmal dafür die Daumen zu drücken. Nur zur Sicherheit.


{Rebecca | allein | Parcourumbau | S-Springen | Rodrigo Pessoa | Zeit}
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ALTER : Ich bin mittlerweile schon 23 Jahre alt, doch das heißt nicht, dass ich mich auch unbedingt immer so verhalte.
HERKUNFT : Meine Heimat liegt in Schottland. Genauer auf einem Gestüt in der Nähe von Glasgow.
AUSBILDUNG : Ich lasse mich zur Bereiterin in der englischen Reitweise ausbilden. Die einzig vernünftige Entscheidung, wenn man sein Leben lang mit jungen Pferden zu tun hatte.

BeitragThema: Re: Springplatz   Di 12 Aug 2014 - 22:58

Cf “Reitplatz”

Ruhig machte Shana einfach weiter. Es war gerade egal, dass das Springen begonnen hatte. Es war egal, dass einer ihrer Gegner ihr Ausbilder, Ex-Freund und in-was-auch-immer-sie-jetzt-gerade-steckten war. Und es war egal, dass internationale Konkurrenz und eine der hiesigen Springlehrerinnen ihnen den Sieg auch noch streitig machten. Sie konzentrierte sich voll und ganz auf ihr Pferd und Royal tat dies im Gegenzug auch. Er war konzentriert bei der Sache, ließ sich nicht durch Zuschauer und Durchsagen ablenken. Er hatte einen guten Tag, sprang fantastisch. Sie mussten nur so flink wie sonst durch den Parcours kommen und dabei alle Stangen oben lassen, dann hatten sie ihre Platzierung, selbst wenn es nicht der erste Platz war.
Zwar nahm die Schottin alles auf, doch erst als sie sich auf den Weg zum Springplatz machte, realisierte sie, dass Redrigo Pessoa einen Zeitstrafpunkt kassiert hatte und so tatsächlich von ihr zu schlagen war, wenn sie fehlerfrei blieb – und das war das große Ziel. Denn Schnelligkeit, das wusste jeder, das konnten sie. Doch manchmal unterliefen noch Flüchtigkeitsfehler. Allerdings waren sie gut im Training, Royal war gut drauf und achtete auch selbstständig auf seine Hufe. Heute war ein Tag zum Siegen!

Als sie im Schritt auf den Springplatz ritt, fühlte es sich so anders an, als an einem normalen Trainingstag, dass sie sich erst einmal ungläubig umblickte und dann eine lockere Trabrunde um die Hindernisse ritt, um sich und ihren Wallach an die Stimmung zu gewöhnen. Dann parierte sie vor den Richtern durch und grüßte höflich, ehe sie ein letztes Mal ruhig durchatmete und nach einigen Trabtritten angaloppierte. Zuerst ritt sie noch einmal einen kleinen Zirkel im lockeren Galopp, dann visierte sie das erste Hindernis an. Royal merkte, dass es ernst wurde und seine Galoppade wurde sofort etwas flotter und fließender. Seine Reiterin fasst noch einmal die Zügel ein Stück nach und trieb ihn dann nach vorn. Sie schafften einen flotten Einstieg. Das erste Hindernis war noch gut zu überwinden, zum Aufwärmen, doch dann wurde es bereits kniffliger. Doch Shana war konzentriert, setzte ihre Sporen ein, wenn der Lichtfuchs ihr zu entgleiten drohte und sich nicht richtig konzentrierte. Auf den längeren Strecken gab sie Gas, versuchte abzukürzen was möglich war. Auf einer längeren Passage vor der dreifachen Kombination, zischte sie knapp mit dem Knie an einem Hindernis vorbei, ehe sie dann auf die Kombination zu steuerten. In ihrem Kopf ging sie blitzschnell die Möglichkeiten durch – und entschied sich für die, die Isaac ihr nahegebracht hatte. In fleißigem Tempo ritt sie in die Kombination ein. Die ersten beiden Sprünge waren kein Problem. Nachdem sie den ersten Sprung überwunden hatten, trieb sie noch einmal nach und sie setzten groß über den mittleren Sprung. Nun blieb nur noch Platz für einen Galoppsprung. Mit ordentlich Druck am Schenkel, vergrößerte sie den Galoppsprung und in einem sehr gutem Abstand zum Sprung drückte sich der Wallach vom Boden ab. So gut wie möglich, ging sie mit der Bewegung mit, gab ihm vorn frei und sie flogen in einem schönen Bogen über den Sprung. Doch dann ertönte das unheilvolle Geräusch eines Hufes an der Stange und ein Raunen ging durch die Menge, als sie landeten. Doch sie hörte die Stange nicht aufkommen! Sie war liegen geblieben und sie hatten noch immer Chancen zum Sieg.
Mit neuem Elan, nahmen Shana und ihr Budjonny die letzten Hindernisse und dann war es vorbei. Die Zeit war raus. Sie waren nicht drüber und strafpunktfrei. Ein erleichtertes Lächeln zierte ihre Lippen, als sie ihren Wallach langsam zum Trab durchparierte, ausgiebig lobte und schließlich aus dem Parcours ritt. Damit war der Kampf um die ersten Plätze also eröffnet.
Warmreiten xx Aufruf xx Ritt

Tbc in „Reitplatz“
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ALTER : Ich kann auf 45 Jahre Lebenserfahrung zurückblicken und eben die weitergeben.
HERKUNFT : Die Stadt, die niemals schläft hat mich geprägt, aber nicht zu einer typischen New Yorkerin gemacht.
BERUF : Zusammen mit Lawrence leite ich den Hof als Stellvertretende Hofleiterin, davon abgesehen lehre ich Springreiten.

BeitragThema: Re: Springplatz   Mi 13 Aug 2014 - 12:13

Cf. Reitplatz.

Seit sie ihren ersten niedrigen Sprung genommen hatte, wusste Rebecca, dass sie in dieser Kunst Meisterschaft erlangen wollte. Das Gefühl, wenn sich das Pferd abdrückte, dieser kurze Moment der Schwerelosigkeit, bei gleichzeitiger vollkommener Präzision, war unbeschreiblich, die einzige Droge, die sie sich gönnte.
So war es auch an diesem Tag, während Wizards Hufe noch auf dem Reitplatz ein wenig Sand aufwirbelten, sie sich im Sattel vorlehnte, als er absprang, die Hufe angezogen, als komme es jetzt schon auf jeden Millimeter an. Genau das liebte die Dunkelhaarige so an ihrem Zauberer. So lange galt er als Problempferd, trat – wenn überhaupt – nur in den unteren Klassen an, weil sein damaliger Besitzer einfach nicht verstanden hatte, dass in ihm ein Champion steckte. Vielleicht war er kein Pferd, mit dem man den Grand Prix gewinnen konnte, vielleicht auch keines, das regelmäßig durch die ganze Welt reisen konnte. Aber er war ein Kämpfer, ihr Weggefährte und treuer Begleiter. Wie oft sie schon geflogen waren, konnte Becca nicht mehr zählen.

Auch an diesem Tag würde sie fliegen. Wie Shana oder einer der auswärtigen Reiter abgeschnitten hatte, wusste sie nicht und es war ihr auch egal. Sie ritt dieses Turnier in dieser hohen Klasse, um sich selbst noch einmal etwas zu beweisen und dann wohl ihren Abschied aus dem S-Springen zu nehmen. Es würde reichen, wenn sie Ava und wenigstens eines ihrer Pflegepferde zu einer wahren Größe ausbilden würde und ab und an noch ein Turnier mit ritt. Ach, wem machte sie etwas vor? Ein bisschen Ehrgeiz, was ihre eigenen Leistungen anging, besaß sie dann ja doch, auch wenn ihre Ziele nicht mehr auf der Höhe der Sterne hingen.

Als Rebecca den Springplatz betrat, interessierte es sie nicht, ob man sie noch kannte oder wie viele Menschen überhaupt da waren. Sie brachte Wizard, der zu vibrieren schien, vor den Richtern zum Stehen, grüßte kurz und lächelnd. Die Stimmung war berauschend, doch sie beide brauchten jetzt ihre ganze Konzentration, sodass sie tief einatmete und ihren Fuchs schließlich angaloppierte. Mit einem Mal war es so, als sei sie wieder vierundzwanzig, als reite sie nicht auf ihrem eigenen, sondern auf einem Pferd ihrer Sponsoren und auch nicht auf den Heaven Meadow Stables, sondern auf der Weltbühne. Wizard spürte die Veränderung, die in ihr vorging, schien selbst aufmerksamer zu werden, als sie ihn auf den ersten Sprung zu lenkte. Die Sprünge waren ihr kleinstes Problem, die Zeit war jedoch knapp bemessen. Sie war keine risikofreudige Reiterin und ihr Pferd war keines, das zum Rennen neigte.
Dennoch flogen sie und dennoch erkannte Rebecca, wann und wo sie Gas geben konnte. Nur einmal tippte sie ihn kurz mit der Gerte an, um ihn zur Aufmerksamkeit zu erziehen. Sie kannten und vertrauten einander blind.
Raumgreifend galoppierte Wizard auf die Dreifache zu, ließ sich jedoch gut zurücknehmen. Eins, zwei, drei... Sprung. Sie unterstützte ihn, machte sich so leicht, wie sie konnte, nahm ihn anschließend aber zurück. Sie setzten kurz über den Mittleren hinweg, zwei kleine Galoppsprünge bis zum Abschluss, was ein gewagtes Vorgehen war, doch sie hatte es mit ihrem Wallach geübt, wusste, dass er auch damit umgehen konnte. Das unheilvolle Geräusch von Hufen auf der Stange blieb aus, sodass Rebecca Wizard auf die letzten Hindernisse zu bringen konnte. Ein Oxer noch, der durch seine Konstrukt unerfahrenen Pferden Probleme machen konnte. Schnalzend trieb Becca den Wallach an, presste ihm kurz die Ferse in die Flanke, während sie im Stillen die Galoppsprünge zählte. Wizard zog an verkürzte die Zahl der Sprünge selbst. Für einen Augenblick war Becca irritiert, fasste sich jedoch. Stilvoll und elegant wurde der Sprung nicht, doch auch diesmal fiel keine der Stangen. Konnten sie noch fehlerfrei bleiben?
Rebecca gab dem Drang des Pferdes nach, schoss mehr ins Ziel herein, als dass sie kontrolliert ritt. Die Durchsage zu ihrer Zeit und möglichen Strafpunkten bekam sie nicht mehr wirklich mit, zu sehr rauschten ihr Blut und Adrenalin durch die Ohren, als sie Wizard durchparrierte und den Platz verließ. Sie konnte es also immer noch.

Tbc Reitplatz


[Einritt * Parcours * Abgang]
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BeitragThema: Re: Springplatz   Do 14 Aug 2014 - 0:08

Es faszinierte die Blondine fast schon ein wenig, wie AJ mit Castro kommunizierte. Ein Zwischenspiel von Spanisch und Deutsch, generell wie er seine Worte wählte und immer ins die spanische Sprache hinein rutschte. Es hatte irgendwie etwas besonderes und als der Hund schließlich auf hörte wie gebannt auf das Kind zu starren und sich hinlegte musterte sie die Menge erneut.
ja es waren viele Leute gekommen, sie hatte es sich niemals vorstellen können so viele Leute auf HM zu sehen und auch machte sich der Druck in ihrem Inneren kurz bemerkbar, als sie darüber nachdachte, dass dieses Leute morgen auch bei ihr zusehen würden. Sie hatte kein Problem mit Menschen, oder Augen die auf sie gerichtet waren. Nein, sie würde sogar sagen, dass sie es manchmal genoss angesehen zu werden, aber nicht unter solchen Umständen. Leute die am Rand standen Eis und anderes Junk Food in sich rein stopften und jede deiner Bewegungen analysierten und nach Fehler suchten um die Niederlage erörtern zu können. Es war als würden sie nur am Rand stehen und darauf warten, dass man einen Fehler begann und scheiterte.
Sie nahm AJ´s Entschuldigung an und lächelte Castro an.
"So ein Hund braucht das denke ich. Ich hatte nie einen eigenen Hund. also kann ich darüber auch ehrlich gesagt nichts urteilen.", grinste sie und richtete ihren Blick wieder auf den Parcours.
Sie nahm den Namen Isaac war und sah AJ erneut in die Augen.
"Ja Isaac, ich muss gestehen ich kenne ihn nur über Shana, weil die ununterbrochen über ihn erzählt. Aber so ist da eben. Die ersten Wochen und Monate sind noch unglaublich aufregend und dann wird es immer und immer schlimmer.", Sophie lachte etwas, "aber ja ich würde Shana ganz gerne noch sehen. Ein bisschen anfeuern kann nicht schaden."
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BeitragThema: Re: Springplatz   Fr 15 Aug 2014 - 11:21


Langsam aber sicher wurde Samir doch langweilig. Das merkte seine Besitzerin vor allem daran, dass er begann, in unregelmäßigen Abständen nach der Leine zu schnappen und kurz daran zu ziehen. Dementsprechend sah die Leine dort, wo er immer zuschnappte, auch schon etwas mitgenommen aus, denn es passierte nun einmal nicht selten, dass er sich langweilte. Es tat Jo fast ein wenig leid, dass sie ihn heute nicht über den Hof laufen lassen konnte. Sonst schnupperte er in der Stallgasse herum und inspizierte alles aufs Genauste, doch heute konnte sie ihn bei den vielen fremden Leuten und Hunden nicht von der Leine lassen. Damit er nicht noch mehr Langeweile bekam, würde sie sich wohl bald verabschieden und in den Stall gehen. Dort konnte sie wenigstens die Tore schließen und wenn jemand hereinkam, würde der Rüde schon nicht entwischen, das war nicht seine Art.
Am Rande hörte sie die Durchsagen zu Reiter, Zeit und Fehlerpunkten. Bis jetzt schien es für die HMS-Reiter gut zu laufen. Es war fast schade, dass sie nicht teilnehmen konnten, sie hatten so hart gearbeitet in den letzten Monaten. Doch gegen die Konkurrenz vom Hof hatten sie keine Chance. Shana und Mariza starteten normalerweise in der S-Dressur und ritten nur die M, weil keine S-Prüfung angeboten wurde. Sie waren zu geübt und eingespielt mit ihren Pferden, als dass sie eine Chance gehabt hätten. Und Jaro war auch noch nicht bereit dafür, das spürte sie einfach. Wenn sie schon ritten, dann mit Erfolg und nicht, um den 5. oder 6. Platz zu machen. Nein, ihr Ehrgeiz wollte einen der ersten drei Plätze machen.
“Bis jetzt nicht, jedenfalls nicht zusammen. Er wurde von einer Bereiterin bereits in einer L-Dressur vorgestellt, aber noch nicht von mir.“, gab sie eine etwas kurze und auch eher gelangweilte Antwort. Joana fand es lästig, so ausgefragt zu werden. Sie fühlte sich ein wenig durchlöchert, fast wie bei einem Vorstellungsgespräch. Derjenige, der die Fragen stellte, führte normalerweise das Gespräch. Ob das Abigail allerdings bewusst war, war zweifelhaft. Nun beschloss sie allerdings, den Spieß auch mal umzudrehen.
“Und wie sieht es mit deinen Pferden hier so aus?“ Die Frage war recht allgemein, gab ihr die Chance eine längere oder kürzere Antwort zu geben, je nachdem, was sie erzählen wollte. Ganz im Gegensatz zu anderen Leuten, wollte die Blonde sie nicht zusätzlich verunsichern oder vertreiben, wie es sonst eher ihre Art war.
Samir xx Abigail xx antwortet xx Gegenfrage
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BeitragThema: Re: Springplatz   Fr 15 Aug 2014 - 21:19

Allmählich leerte sich der Abreiteplatz immer mehr. Die Starter aus dem M-Springen waren mit Abreiten fertig und die meisten S-Springer waren noch am, im oder um den Parcour, um die Ritte der anderen und damit ihre eigenen Siegeschancen zu verfolgen. Nur am Rande drangen die Durchsagen der Reiter über Zeit und Fehlerpunkte an sein Ohr. Rodrigo Pessoa hatte zwar keinen Abwurf, aber dafür blieb er nicht in der Zeit - auch er war mit seinem Seniorpferd gestartet. Kurzzeitig drängte sich ein mulmiges Gefühl in Isaac auf, war es vielleicht doch ein Fehler gewesen, Cloud noch diese Saison starten zu lassen? Konnte sie möglicherweise nicht mehr mithalten? Aber schnell verscheuchte er diese Gedanken wieder. Er kannte sein Pferd in- und auswendig, er hatte sie im Training laufen sehen, er hatte mit ihr auf Zeit trainiert, er wusste, was sie konnte. Und sie konnte das. Cloud würde noch einmal siegen. Noch diese Saison. Entschlossen steuerte Isaac den nächsten Steilsprung an, die Stange klapperte - blieb jedoch liegen.

Shana war die Erste, die für die HMS an den Start ging und als sie vom Platz ritt, nickte ihr der gebürtige Portugiese noch einmal ermunternd zu. Er hielt viel auf seine Schüler, auch wenn er das nicht immer offen zugab. Doch sowohl Shana als auch Callum waren großartige Reiter, die erstaunliche Fortschritte gemacht hatten, seitdem sie bei ihm trainierten. Isaac wusste, dass er sparsam mit Lob umging und seine Schüler ihm dies vielleicht des Öfteren übel nahmen, aber er wusste eben auch, wie man jemanden zu Erfolg brachte. Und das nicht durch ständiges Loben.
Rebecca war die nächste. Seine Kollegin und zugleich Vorgesetzte war zwar schon in einem fortgeschrittenerem Alter, doch Isaac wusste nur zu gut, dass das kein Grund für eine Niederlage war. Auch in den großen Springen gab es noch viele Reiter, die über fünzig hinaus erfolgreich waren und Titel einfuhren. Deswegen war für ihn die Dunkelhaarige nicht zu unterschätzen, doch würde es heute letztendlich auch ein wenig um Glück gehen. Wenn auch pures Können von Vorteil war.
Rodrigo war mit dem Zeitstrafpunkt keine Konkurrenz mehr, auch Rebecca würde ihm zeittechnisch wahrscheinlich nicht auf die Pelle rücken können. Die einzigsten, um die sich Isaac ein wenig sorgte, waren die Irin Jessica Kürten, die defintiv wusste, wie man ein Pferd zum galloppieren brachte, und - Shana. Royal war schnell, hatte große Galloppaden, die ihm Sekunden brachten. Doch all dies würde er für einen guten Ritt ausblenden müssen, alles was es geben durfte, waren er und Cloud.

Oftmals hatte man Isaac gefragt, warum er noch immer Cloud ritt. Warum er sie nicht verkaufte, wo sie doch eigentlich schon zu alt war, um Spitzenleistungen zu erbringen. Stets hatte Isaac bei diesen Fragen geschwiegen. Es stimmte ja irgendwo. Cloud wurde langsam zu alt für diesen Extremsport, den er betrieb, und er hatte zwei vielversprechende Nachwuchstalente im Stall, die nur auf ihren großen Durchbruch warteten. Aber Cloud, seine Cloud, sie war eben etwas Besonderes. Er glaubte an sie, weil er tief in sich drin wusste, dass es noch nicht vorbei war. Das Cloud ein gebührender Abschied gehörte, einer, der gefeiert wurde. Wahrscheinlich würde sie sich mit einem Donnerschlag verabschieden, mit hoch erhobener Nase. So, wie man sie kannte - und liebte.

Der Aufruf kam und Isaac ritt seine Stute zum Tor, das ihm wie selbstverständlich geöffnet wurde. Der Weg zum Springplatz war schneller überwunden, als er es für möglich gehalten hatte und so fand er sich schließlich mitten zwischen den Hindernissen wieder. Aufmerksam und interessiert sah Cloud sich um, während sie einliefen und die Menge sie unter tobenden Applaus empfingen. Dies war ihre Bühne für knapp ein-einhalb Minuten. Mit einem kurzen Kopfnicken gab der Springreiter seinen Dank für den Empfang an das Publikum, bevor er schließlich aufmarschierte, die Richter grüßte und dann vom Fleck weg antrabte. Unter sich spürte er Cloud pulsieren, ihre freudige Erwartung, immer wieder spähte sie zu den Sprüngen hinüber, wartete auf das Signal, endlich losgalloppieren zu können. Ihre Anspannung lag förmlich in der Luft und schließlich setzte Isaac sich dann auch in den Sattel, legte das Bein zurück und galloppierte die Braune an, die mit einem kurzen, freudigen Buckler ansprang und Kurs auf den ersten Steilsprung nahm.
Wenn man zu den Besten der Besten zählte, kannte man eine Menge Parcoure. Man war vertraut mit den Tücken von Wassergräben, Oxern, etc. Und doch, war jeder Parcour anders, jede Atmosphäre war speziell und niemals war ein Turnier wie das andere.
Der Startsprung bereitete ihnen keine Mühe, er war weder sonderlich hoch, noch extrem schwierig zu reiten, perfekt zum Einspringen sozusagen. Sobald sich auch nur Annährungsweise die Möglichkeit ergab Tempo zu machen, tat Isaac das. Schon längst war es vollkommen still auf den Rängen geworden, die Menge verfolgte gebannt, diese Ritt, der sich einmal mehr anmaßte so waghalsig wie eh und je zu werden. Im Training sah man Isaac selten so reiten, wie auf Turnieren, wenn es darauf ankam. Jede einzelne von seinen und Clouds Bewegungen waren perfekt aufeinander zugeschnitten, waren das Resultat jahrelanger, intensiver Zusammenarbeit, die sie zu diesem eingeschworenen Team gemacht hatte.
Die nächste Kurve schnitt der Brite regelrecht, sodass Cloud wieder einen ihrer bekannten Haken schlug, sofort aus der Hinterhand mit Macht Tempo machte, den Wassergraben anvisierte und in einem großen Satz darüber hinwegfegte, ehe sie schon die Ohren auf den nächsten Steil richtete und dort sogar noch mit Luft nach oben drüberwegsetzte. Der folgende Oxer machte diesmal keinerlei Probleme.
Die meisten Reiter waren beim nächsten Steilsprung stets hinter dem davor quer stehenden Hindernis abgebogen, so wie es der normale Parcourverlauf auch vorsah, doch Isaac wendete Cloud schon vor diesem Hindernis in einer engen Kurve ab und richtete sie dann auf den Steilsprung aus, den sie zwar schärg sprang, aber dennoch ohne auch nur mit dem Huf die Stangen zu streifen. Die letzte Kombination, die darauf folgte, war jene, bei der er Shana noch einen Tipp gegeben hatte. Er wusste nicht, ob sie seinen Rat befolgt hatte, da er weder ihre Zeit noch ihre Fehlerpunkte wahrgenommen hatte, doch jetzt zählte sowieso nur, dass er fehlerfrei blieb. Die Zeit war gut - wie immer.
Cloud zog an, ihre großen Galloppsprünge nahm Isaac schließlich zurück, setzte sie stark auf die Hinterhand, atmete ein, aus, ein aus, die Stute sprang in die Kombination mit einem viel zu großen Satz. Schon als sie absprang wusste Isaac, dass er seine eigentlich geplante Zahl von Galloppsprüngen umlegen musste. Sobald sie landete, trieb er sie vorwärts, sie hatte nur noch Platz für zwei anstatt für drei Sprünge, bekam den mittleren Oxer gerade noch so und landete auf der anderen Seite sehr knapp, zog aber glücklicherweise die Hinterbeine eng an, hatte doch auch sie den Fehler bemerkt. Um wieder Schwung aufnehmen zu können, ritt Isaac zwei Galloppsprünge zwischen oxer und den nächsten Steil, wo er eigentlich - wie Shana - nur einen hatte nehmen wollen. Aber Cloud brauchte Schwung, also ließ er sie erst nach zwei Galloppaden abspringen. Die Braune flog regelrecht, zog alle Beine so eng an sich, wie sie konnte, während ihr Reiter flach auf ihrem Hals lag. Auf der anderen Seite ging es nur noch um Tempo. Die Braune legte einen Sprint hin, den man ihr so wohl kaum noch zugetraut hätte und schließlich war sie dann im Ziel. Die Zeit blieb stehen und die Menge auf den Rängen brandete erneut in Applaus und Jubel aus.

Warum er nicht Oxygen hatte starten lassen? Weil er S-Springen liebte. Warum er nicht mit Oxygen härter trainiert hatte, um mit ihr dieses Springen reiten zu können? Weil er sein Pferd nicht überfordern, sondern ihr die Zeit, die sie brauchte, geben wollte. Warum er immer noch auf Cloud setzte, anstatt endlich umzusatteln? Weil Cloud seine Championista war. Seine beste Freundin. Dieses Pferd war eine lebende Legende und spätestens als er unter Applaus vom Platz ritt und ihn die umstehenden Menschen sofort empfingen, Cloud loben und streicheln wollte, wusste Isaac wieder, warum er noch immer auf sie setzte. Weil sie seine Partnerin war, die er liebte. So sehr, wie sonst nur einen einzigen anderen Menschen auf dieser Welt.
So sehr wie Shana.


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ALTER : Die Zeit ist das Kostbarste, was wir haben, deswegen achte ich auch nach 52 Jahren noch sehr genau auf sie.
HERKUNFT : Als Heimatliebhaber habe ich Kalifornien immer die Treue gehalten.
BERUF : Der Verantwortung als Hofleiter und Dressurlehrer kann und sollte man sich nicht entziehen.

BeitragThema: Re: Springplatz   Fr 15 Aug 2014 - 21:57

14:30 AM - DAS SPRINGEN IST ZU ENDE
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Die E-Dressur hat um 14.00 auf dem Reitplatz begonnen
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BeitragThema: Re: Springplatz   Fr 15 Aug 2014 - 23:40

PLOT 3
Von Siegern, Stress und Prüfungsangst

Schneller als gedacht, verging der Vormittag mit einem rasanten, packenden Springen, das sicherlich Höhen und Tiefen hatte. Es war ein spannender Wettkampf mit manchmal haarscharfen Entscheidungen und einer Menge Adrenalinkicks - nicht nur für die Reiter auf ihren Pferden.
Der erste Turniertag ist in vollem Gange und scheint schon jetzt ein voller Erfolg für die Heaven Meadows Stables zu sein. Die Starter des Gastgeberstalls konnten allesamt mehr als zufrieden stellende Ergebnisse in der ersten Disziplin des Turniers verzeichnen. Einzig und allein der Sturz von Juliena Grossworth sorgte für einige Schrecksekunden, doch sowohl Pferd, als auch Reiterin scheinen mit einem Schreck davongekommen zu sein. Aufgrund von jeweils einem Abwurf konnten leider weder Lillian Adams noch Callum Moreno die vorderen Plätze belegen, haben mit ihren jungen, unerfahrenen Pferden aber zweifelsfrei eine super Leistung gezeigt. In den zwei höchsten Klassen konnten dann sogar zwei Siege für die HMS eingefahren werden. Der erfahrene Vielseitigkeitslehrer Daniel McHale entschied mit seinem Heart-shaped Gun das Rennen ebenso für sich, wie der erfolgsverwöhnte Isaac Haber auf der alternden Cloud Atlas Sextet. Ebenso zeigten Shana McCormick und Rebecca Lacroix eine fehlerfreie Leistung und konnten sich damit im S-Springen die vorderen Plätze sichern.
Nach der Auswertung des Springens und einer kurzen Siegerehrung mit Ehrenrunde, gab es eine kurze Pause, in der alle einmal durchschnaufen und die Pferde zurück in die Box, oder sogar auf die Weide bringen konnten. Als nächstes steht nun die Dressur auf dem Plan, die ebenfalls nicht gerade wenige Gäste anlockt. Während sich die Springreiter also zurücklehnen und erstmal eine Stärkung brauchen, kommt nun langsam Aufregung bei den Dressurreitern auf und die ersten machen sich daran, die Pferde fertig zu machen, bevor es ins Viereck zum "tanzen" gehen kann.

> Mittwoch, 24. Februar
> Nachmittags, 15.15 Uhr
> sanfter Sonnenschein, ca. 18°

ALLE, DIE AN DER DRESSUR teilnehmen machen nun ihre Pferde fertig und begeben sich auf den Aufwärmplatz(Springplatz); in einer 3/4 Stunde beginnt die Dressur für die ersten HMS-Starter! ALLEN ANDEREN ist es freigestellt wo sie posten, allerdings solltet ihr euch an den natürlichen Turnierflair halten, d.h. startet jetzt keinen Ausritt o.Ä. Nehmt z.B. Plätze auf der Tribüne ein etc.
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