THESE ARE THE GLORY DAYS FROM NOW UNTIL FOREVER WE'VE COME ALONG WAY AND THE ROAD IS CLEAR FOR ANOTHER HUNDRED YEARS
 
StartseiteKalenderFAQSuchenMitgliederAnmeldenLogin

Austausch | 
 

 Wiesen und Felder

Vorheriges Thema anzeigen Nächstes Thema anzeigen Nach unten 
Gehe zu Seite : Zurück  1, 2, 3, 4  Weiter
AutorNachricht
Isabel Preston
1. Lehrjahr
avatar

BEITRÄGE : 142
ALTER : SEIT KURZEM ERST 24 JAHRE ALT, ÄNDERTE SICH IHR ALTER AM 02.02.
HERKUNFT : GEBOREN IN KANADA, VERBRACHTE SIE DIE ERSTEN JAHRE IN QUÉBEC UND SPRICHT FLIESSEND FRANZÖSISCH.
AUSBILDUNG : SEIT LANGEM SCHON STREBTE SIE DIE AUSBILDUNG ZUR TIERÄRZTIN AN UND HAT DIES IN DIE TAT UMGESETZT.

BeitragThema: Re: Wiesen und Felder   Mo 24 Apr 2017 - 14:02

Obgleich es noch nicht allzu frisch war, ahnte die Dunkelhaarige doch, dass im weiteren Verlauf des Abends eine weitere Jacke angebracht wäre. Ihr heller Blick glitt über das gestutzte Gras, in welchem ihre einfachen Turnschuhe leicht einsanken und das Gefühl von weichem Boden festigten. Isabel mochte das Gefühl, erinnerte es sie doch ein wenig daran, mit nackten Füßen durch frisch geschnittenes Gras zu laufen. Ein einmaliges Erlebnis, welches die Vierundzwanzigjährige bei nächster Gelegenheit wiederholen würde. Vorausgesetzt, es würde ein wenig wärmer, denn ein leichter Wind hinterließ bereits jetzt eine feine Gänsehaut auf ihren nackten Armen. Kurz rieb Isabel sich über den Arm, beschloss, nach getaner Arbeit eine zweite Jacke zu organisieren. Offenbar hatte sie die Temperaturen zum Abend hin doch zu positiv eingeschätzt.
„Darfst du.“ Finnians Antwort auf ihre eher rhetorisch gemeinte Frage ließ Isabel leicht lächeln, denn offenbar nahm er tatsächlich das Gesagte wörtlich und wusste mit Rhetorik per se nicht allzu viel anzufangen. Allerdings war das eine erfrischend andere Denkweise und die Schwarzhaarige neigte interessiert das Haupt, während der Neuseeländer zu schwärmen begann. Nun, obgleich er noch immer etwas verhalten und distanziert wirkte, konnte Isabel dennoch erkennen, dass sie ein Thema gefunden hatte, in welchem er sich wohl fühlte. Wieso also nicht? Mon dieu, Ruler würde tatsächlich Freude an dir haben.“ Sie grinste ihm entgegen, während er erwähnte, dass es einem Pferd schwer fallen würde bzw nicht einmal dazu in der Lage wäre, falsche Melodien in neuen Stücken zu erkennen. Mit nachdenklicher Miene nickte sie: „Ich gebe zu, dazu habe ich mir bisher noch keine Gedanken gemacht. Allerdings wäre ich vermutlich nicht einmal in der Lage, falsche Melodien in bekannten Themen zu erkennen.“ Ihr Blick ruhte erneut für einen kurzen Augenblick auf dem Koffer, ehe sie nachdenklich erwiderte: „Allerdings wäre es einen Test wert.“
Obgleich die junge Reiterin beinahe zu wissen glaubte, dass Ruler überdurchschnittlich intelligent war - welche Reiterin würde das nicht von ihrem Pferd behaupten - wusste sie ebenso, dass diese Intelligenz auch Grenzen besaß. Das Abrufen alterprobter Tricks war keine Schwierigkeit für ihn, sowie das Erlernen von Neuem - und dennoch: Sie glaubte nicht, dass ihr Pferd in einem fremden Stück fehlerhafte Klänge wirklich erkennen würde. Vorausgesetzt, die fehlerhaften Momente waren nicht allzu disharmonisch, sodass sie dem empfindlichen Gehör bereits von sich aus unangenehm auffielen.

Gedanklich mit dieser Thematik beschäftigt, kehrte ihr Blick erneut zum Grill zurück und sie spürte allmählich den Hunger an ihr nagen. Noch eine weitere halbe Stunde, setzte sie sich ihr Ziel, dann würde sie einmal dort einkehren und sich etwas Essbares genehmigen.
Dann allerdings reagierte der junge Mann und ließ die sonst eher selten sprachlose Isabel tatsächlich verblüfft - und im ersten Augenblick sprachlos - zurück. Ihr erster Eindruck des Blonden war ein sympathischer, wenngleich auch etwas sozialphobischer. Als dieser nun mit einer Art Scherz reagierte und ihr tatsächlich entgegen zwinkerte, blinzelte die Dunkelhaarige irritiert. Doch ihr Leben mit drei jüngeren Geschwistern und zwei recht unberechenbaren Pferden hatte sie gut vorbereitet und somit fand Isabel ihre Contenance flott wieder. Sie lächelte, ein zartes Rosé auf den Wangen. „Nun, ein Strohhalm wäre zumindest einmal nützlich, non?“ Isabel lächelte sachte, neigte das Haupt und lachte gelöster auf, als er sie fragte, ob sie den ganzen Abend Lose verkaufen würde. Jetzt war die zuvor gewohnte Ruhe und Beherrschtheit in die Stimme ihres Gegenübers eingekehrt und angesichts dieser nüchternen Frage, die so krass im Kontrast zu seiner vorangegangenen Reaktion stand, spürte Isabel ihre Gelassenheit zurück kehren. In Gegenwart flirtender Männer war sie sowohl zutiefst misstrauisch, als auch ungewohnt ungeschickt, doch in Hinblick auf seinen kurzfristigen Wandel glaubte die Vierundzwanzigjährige nicht, dass Finnian flirtete. Viel mehr versuchte er sich in die Gesellschaft einzufügen und das war ein lobenswertes Ansinnen. Sie schüttelte knapp den Kopf. „Nein, ich hoffe doch nicht! Die eine Hälfte wird aus Losen bestehen, die andere Hälfte darin, die Lose wieder einzusammeln.“ Immerhin wollte jeder seinen Gewinn einstreichen und das nur zu Recht. Sie wies mit der Hand erst auf die Bühne, dann auf den Grill, während sie fortfuhr: „Danach wird der Musik gelauscht, die ihr kreiert habt und sich ordentlich der Bauch vollgeschlagen.“ Sie sah dem Blonden in die hellen Augen, grinste ihm entgegen und fragte mit belustigt hochgezogenen Augenbrauen: „Wieso, soll ich dir etwas Essen hinter die Bühne schmuggeln, damit du nicht umkippst?“
Aus dem Augenwinkel bemerkte sie, dass sich die Wiesen allmählich füllten, darunter auch einige bekannte und gern gesehene Gesichter. Isabel lächelte versonnen, ehe sie sich wieder Finnian zuwandte. Offenbar hatte sie in ihm eine ausgesprochen interessante Bekanntschaft gemacht.




[Finnian | Gespräch]
Nach oben Nach unten
Rebecca McKinley

avatar

BEITRÄGE : 196
ALTER : Ich kann auf 45 Jahre Lebenserfahrung zurückblicken und eben die weitergeben.
HERKUNFT : Die Stadt, die niemals schläft hat mich geprägt, aber nicht zu einer typischen New Yorkerin gemacht.
BERUF : Zusammen mit Lawrence leite ich den Hof als Stellvertretende Hofleiterin, davon abgesehen lehre ich Springreiten.

BeitragThema: Re: Wiesen und Felder   Sa 29 Apr 2017 - 17:09

Mit sorgenvollem Blick sah Rebecca Barnes hinterher, als dieser seinem Cottage zuwankte. Die Ankunft des Mannes hatte ihr Gespräch unterbrochen und bis seine Gestalt nicht mehr zu sehen war, schien keiner der drei Anwesenden eine Idee zu haben, wie man es wieder aufgreifen konnte. Eigentlich war das nur zu verständlich. Wären Becca und Lawrence allein am Stand gewesen, hätten sie sich wahrscheinlich auch nur über Oberflächlichkeiten unterhalten, weil sie den Hofbewohnern einen glücklichen Tag bieten wollten. Und wäre es ein glücklicher Tag mit Trauermienen und Sorgenfalten? Wohl kaum. Langsam schüttelte die Brünette den Kopf und rückte einige der Gewinne gerade, wobei sie an den einen Hercule-Poirot-Roman denken musste, den sie vor kurzem gelesen hatte. Auch der belgische Ermittler pflegte Nippsachen geradezurücken, wenn er nachdenken wollte – oder wenn er aufgewühlt war? Sie konnte sich an den genauen Wortlaut nicht mehr erinnern, doch die geistige Ablenkung beruhigte ihre Nerven. Einen ähnlichen Effekt hatten die Worte von Lewis und die Erwiderung Damians. Die Reiterspiele waren bereits in vollem Gange und die Geräusche schwappen zu ihnen herüber wie das Meer an den Strand.
„Ich denke, die Westernreiter haben ihre Nase vorn“, kommentierte sie, die Augen noch immer auf den entfernten Reitplatz geheftet, als könne sie dort etwas erkennen. „Ihre Pferde sind solche Aufgaben gewöhnt und sie selbst auch. Terésa könnte ganz gute Chancen haben, wobei Shanas Ehrgeiz wohl bekannt ist und es sie sicherlich ärgern würde, zu verlieren.“ Sie wusste nicht genau, wie sie zu Shana stehen sollte. Ihr reiterliches Können mochte außer Frage stehen, doch ihre Persönlichkeit war nicht darauf ausgelegt, dass man sie einfach mochte. Dazu waren Arroganz und Kühle zu sehr Teile ihres Wesens. Wahrscheinlich hatte Isaac Haber aber auch auf sie abgefärbt und die Freundschaft zwischen beiden beeinträchtigte nun Rebeccas Objektivität. Denn Haber gehörte definitiv nicht zu den Menschen, mit denen sie ihre Freizeit freiwillig verbrachte.


[James | Gespräch mit DAMIAN & LAWRENCE | Gedanken]
Nach oben Nach unten
Josephine Bernard

avatar

BEITRÄGE : 426
ALTER : Nicht mehr die Jüngste, aber manchmal führe ich mich nicht wie 34 Jahre auf.
HERKUNFT : Geboren im schönen Städtchen Stillwater in Oklahoma wurde ich geboren und bin somit eine Waschechte Amerikanerin.
BERUF : Als leidenschaftliche Tierärztin hab ich alle Hände voll zu tun. Nicht nur mit den Tieren, sondern auch mit meinen Studenten.

BeitragThema: Re: Wiesen und Felder   Mi 3 Mai 2017 - 15:35

Josy war froh, dass die Prüfungen geschafft waren und ihre Schützlinge ein weiteres Jahr auf den HMS verweilen konnten. Sie war nicht nur stolz auf ihre Schülerinnen sondern auch auf sich selbst, dass sie ihre Schülerinnen gut auf die Prüfung vorbereitet hatte. Emma bereitete der Amerikanerin immer noch leichte Kopfschmerzen. Auch wenn sie gut mit Willow klar kam und immer mehr zu den Pferden fand, schien sie dem ganzen immer noch Kritisch gegenüber zu stehen. Josy schüttelte leicht den Kopf und schob die Gedanken bei Seite. Heute war ein fröhlicher Abend und sie sollte keinen trüben Gedanken hinterher hängen. Sie beobachtete die Menschen die am Stand vorbei gingen. Grüßte den ein oder anderen.

Josy ordnete gerade die Leckerbissen auf der langen Tafel. Als eine bekannte Person an das Buffet trat. „Da kann sich wohl jemand nicht entscheiden, welchen Leckerbissen er sich noch genehmigen soll“ meinte Josy mit einem breiten grinsen. „Kann ich dir irgendwie behilflich sein?“ Bot sie sich Lilith dann doch an.

Nicht lange nachdem Lilith an das Buffet getreten war. Erschien schon eine weitere Person, die jedoch sein Augenmerk auf ihre Studentin gerichtete hatte und Josy nicht zu beachten schien. Die Tierärztin machte sich nichts daraus. Schließlich blieb es jedem selbst überlassen mit wem er sich unterhielt und mit wem nicht. Luke verschwand so schnell wie er gekommen war und überlies Lilith wieder ihren Überlegungen über den Nachtisch. Josy war es nicht entgangen, dass der Fußballazubi ein Auge auf die Studentin geworfen hatte. Das könnte noch durchaus interessant werden, ging es Josy durch den Kopf.

[Rückblick | Gespräch/Vorschlag an Lilith | Beobachtet | Gedanken]
Nach oben Nach unten
Lillian Adams
2. Lehrjahr
avatar

BEITRÄGE : 448
ALTER : Die "Kleine" ist schon stolze, mutige 22 Jahre alt - wie die Zeit rast!
HERKUNFT : California girls are undeniable ...
AUSBILDUNG : Lillian hat es zwar schon geschafft, sich als Reiterin in der Branche einen Namen zu machen, doch jetzt will sie auch die Ausbildung zur Vielseitigkeitstrainerin hinter sich bringen.

BeitragThema: Re: Wiesen und Felder   So 7 Mai 2017 - 11:01

Es war komisch, zu wissen, dass sie Shawty nur noch weitter reiten durfte, weil McKinley ihn nicht im laufenden Semester doch noch von seiner Reiterin trennen wollte. Jetzt, wo Pixie hier eingezogen war, würde sie im nächsten Jahr kein Schulpferd mehr bekommen. Selbstverständlich könnte sie es dann doch so halten wie Terésa zum Beispiel, die sich für solche Aktionen dann einfach ein Pferd auslieh. Aber das war einfach nicht das Gleiche; so komisch es auch klang, sie hatte es genossen, mal wieder ein Reitschulpferd zu reiten. Klar, Shawty war niemals in ihrem Herzen angekommen wie Apokalypse, aber sie hatte ihn trotzdem ins Herz geschlossen. Sie war mal gespannt, wie das nächstes Jahr werden würde; Gunshot war jetzt bereit, im Sommer hier und da mal international vorgestellt zu werden. Und Pixie? Sie stand ja quasi noch ganz am Anfang, hatte sich gerade erst daran gewöhnt, überhaupt hier zu sein und auch mal mit anderen Pferden in der Halle und auf dem Platz geritten zu werden. Sie hatte mit ihrer kleinen, goldenen Stute noch einen verdammt langen Weg vor sich.
Aber das war keine Sache, über die sie sich heute Gedanken machte; Lilly hatte gute Laune, und würde sich diese nicht von hätte, wenn und aber versauen lassen. Sie ließ sich Zeit, Shawty trocken zu reiten nach ihrem Start bei den Reiterspielen, bürstete ihn noch mal ab, und entließ ihn erst nach etwa einer halben Stunde nach ihrem Start in seine Box, wo sich der braune Wallach sofort auf das Heu stürzte. Manchmal erinnerte er sie ein wenig an Lady; sie hatte Lilly auch sofort ignoriert, sobald das Halfter ab war, anders als Gunshot, der immer noch um Leckerlies und Streicheleinheiten bettelte und ihr vermutlich hinterherlaufen würde wie ein Hund, wenn er sich nicht gerade vor Firesky profillieren musste. Sie beobachtete den Wallach kurz, mit einem Lächeln, bevor sie die Boxentür verschloss, ihre letzten Sachen verräumte, und sich auf den Weg zu den Wiesen machte. Sie sah es nicht ein, sich umzuziehen; ihre Klamotten waren sauber, sie war nicht groß verschwitzt, und sie waren hier auf einem verdammten Reiterhof. Da würde es doch wohl okay sein, in einer Jeansreithose und Stallschuhen rumzulaufen; und wenn es manchen Leuten gegen den Strich ging, konnte es ihr egal sein.

Der erste Weg führte sie zum Getränkestand, um sich eine kalte Cola abzugreifen; die konnte sie jetzt gut gebrauchen. Sie hatte Leon schon mit Johnny am Reitplatz stehen sehen, doch sie dachte sich, den beiden Männern erstmal Ruhe zu geben - Leon würde sich eh bald fürs Fußballturnier fertig machen, und außerdem waren sie schon lange nicht mehr so ein Pärchen, das Tag und Nacht aneinanderkleben musste. Also blickte Lilly sich um und fand schließlich jemanden, mit dem sie sich tatsächlich gern unterhalten würde: Mai-Lin. Es hatte zwar eine Weile gedauert, aber Lilly hatte dann doch festgestellt, dass ihre Mitauszubildende nur halb so wild war, wie sie es immer gedacht hatte. Sie würden nie wirklich enge Freundinnen werden, das konntte Lilly sich nicht vorstellen. Aber immerhin gifteten sie sich nie an.
"Hey", begrüßte Lilly die andere junge Frau mit einem Lächeln. "Ich hab dich gar nicht bei den Reiterspielen gesehen. Wolltest du nicht auch teilnehmen?"


{ cf: Reitplatz | Gedanken | beginnt Gespräch mit MAI-LIN }
Nach oben Nach unten
http://horizonranch.forumieren.com/
Mai-Lin Cheng
2. Lehrjahr
avatar

BEITRÄGE : 657
ALTER : 23 Jahre jung
HERKUNFT : Auch wenn man es mir nicht direkt ansieht, so bin ich doch Amerikanerin, geboren in der Stadt der Stars und Sternchen, L.A..
AUSBILDUNG : In eineinhalb Jahren werde ich professionelle Vielseitigkeitsreiterin sein.

BeitragThema: Re: Wiesen und Felder   Do 11 Mai 2017 - 20:33

Mai-Lin stand immer noch unter den Eindrücken des Anrufs, als sie sich eine Limonade kaufte, die sie bis vor einem Jahr noch zu süß und geschmacksverstärkt gefunden hätte, und den ersten Schluck nahm. Wann würde ihr Vater den Anruf abhören? Und würde Damian überhaupt noch zustimmen, ihre Eltern zu besuchen? Hatte sie durch ihr langes Zögern in dieser Hinsicht vielleicht schon so viel zerstört, dass sie es gar nicht mehr kitten könnte? Sie vermisste die Zeit ohne Spannungen. Sie hoffte, dass sie bald wieder mit ihm zusammen sein könnte, ohne dass es irgendwann schwierig wurde. Denn eigentlich war es ihr nicht mehr wichtig, dass sie so viel Geld hatte, dass sie mit minimaler Sparsamkeit niemals würde arbeiten müssen, und Damian nicht. Es war egal. Mit jedem Tag, an dem dieser Knackpunkt und ihre Angst, den Ansprüchen ihres Vaters nicht genügen zu können, zwischen ihnen gestanden hatte, hatte sie gespürt, wie sehr es sie belastete und wie sehr sie ihn liebte. Sie brauchte ihn, obwohl sie immer der Überzeugung gewesen war, dass sie so emanzipiert war, dass sie allein klarkam. Aber es war einfach schöner mit Damian. Und dafür lohnte es sich, zu kämpfen.
In derartigen Gedanken gefangen bemerkte sie erst nicht, dass ein bekanntes Gesicht ebenfalls an den Stand getreten war. Dann jedoch wurde sie abrupt ins Hier und Jetzt zurückgerufen, als Lily sie ansprach. Seit Daniel die Ranch verlassen hatte und sie mit Damian zusammen war, ergo auf Lily und deren Künste in der Vielseitigkeit nicht mehr eifersüchtig sein musste, verstand sie sich mit der Kalifornierin recht gut. Auch vorher hatte sie sich um einen ordentlichen Umgangston bemüht, aber erst seit diesem Ausbildungsjahr hatte sie Lily als Mensch schätzen gelernt.
„Hey!“, erwiderte sie den Gruß noch ein wenig verwirrt. „Nein, nein. Ich hab nur zugesehen. Mit Charming Boy wäre das wahrscheinlich eine kleine Katastrophe geworden.“ Maili lachte. So hatte man sie erzogen; wenn die Öffentlichkeit an einen heran trat – und sie es nur in Form einer Mitazubine – durfte man sich nicht mehr anmerken lassen, dass man innerlich aufgewühlt war. „Wie lief es denn bei dir?“
Nach oben Nach unten
Lawrence McKinley
Admin
avatar

BEITRÄGE : 983
ALTER : Die Zeit ist das Kostbarste, was wir haben, deswegen achte ich auch nach 52 Jahren noch sehr genau auf sie.
HERKUNFT : Als Heimatliebhaber habe ich Kalifornien immer die Treue gehalten.
BERUF : Der Verantwortung als Hofleiter und Dressurlehrer kann und sollte man sich nicht entziehen.

BeitragThema: Re: Wiesen und Felder   Fr 12 Mai 2017 - 20:57

Noch immer schien die Stimmung auf dem Reitplatz blendend zu sein. Von Zeit zu Zeit schwappte gehöriger Applaus oder vereinzelte Anfeuerungsrufe zu ihnen herüber. Gerne wäre Lawrence selbst am Zaun so nahe am Geschehen gewesen, doch er hatte sich für diese Aufgabe bei der Tombola gemeldet und würde das jetzt auch durchziehen. Selbst, wenn er es ein wenig bereute, nicht live die Ritte seiner Azubis verfolgen zu können. Aber man konnte nunmal nicht alles haben. Woraufhin in ihm wieder die Erinnerung an seine und Beccas vergblichen Adoptionsversuche wach gerufen wurde. Eigentlich hatte er versucht, diese Gedanken am heutigen Tag von sich zu schieben und möglichst weit in die hinterste Ecke seines Gedächtnisses zu verbannen, aber wirklich gerlingen tat es ihm nicht. Ihr Wunsch nach einem 'eigenen' Kind war einfach zu groß, als dass sie ihn so leichtfertig verwerfen oder sich mit einer so endgültigen Niederlage einfach abfinden konnten. Es schmerzte sie beide, das sah er, wenn er nur in Beccas Augen blickte. Auch sie gab sich Mühe, möglichst keine Anzeichen von ihrer Trauer verlauten zu lassen, aber er kannte sie zu gut. So wichen ihre Blicke einander aus und auch wenn Lewis und Becca ein Team waren, so drohten sie an ihrer selbstgemachten Aufgabe zu scheitern. Die erste Aufgabe, die sie offenbar nicht meistern konnten, dabei hatten sie so viel geschafft.
Beinahe tat es dem Hofleiter schon leid um Damian, der nichtsahnend mit am Stand war und vor sich hinplauderte. Man konnte es ihm nicht verübeln, er war unglaublich glücklich gewesen, als er erfahren hatte, dass er die Stelle von Daniel nach dessen Kündigung übernehmen konnte. Die Vielseitigkeitsstelle war sein selbsterklärtes Ziel gewesen, das hatte Lewis gewusst, weswegen er sie ihm sofort angeboten hatte, als Daniel ihm sagte, er würde am Ende des Schuljahres wechseln. Nun war schon wieder die erste Hälfte des neuen Schuljahres vorbei und es war beinahe, als wäre Damian schon immer für den Geländebereich zuständig gewesen. Die Zeit verging und man konnte gar nicht so schnell reagieren, wie die Erinnerung an andere Menschen zu verblassen begann.
"Berechtigter Einwand. Mal sehen, wer von uns am Ende richtig liegt. Laut meiner Rechnung müssten die Spiele gleich vorbei sein, dann geht es am Fußballplatz weiter. Wenn einer von euch dort zuschauen möchte, könnt ihr es gerne tun, ich denke bis das große Grillen beginnt, bekommen wir den Stand hier auch zu zweit geschaukelt." Fragend blickte er die beiden an. Es war nicht so, dass er jemanden loswerden wollte, viel eher wollte er seinen Kollegen - bzw. seiner Frau - die Möglichkeit geben auch etwas von den sportlichen Aktivitäten dieses Abends mitzubekommen. Und hier am Stand gab es wirklich noch nicht viel zu tun, jetzt, wo sie alle Preise ordentlich aufgereiht und sortiert hatten.

{Am Stand | Becca&Damian}
Nach oben Nach unten
http://heavenmeadowsstable.forumieren.com
Damian Masen

avatar

BEITRÄGE : 427
ALTER : 31 Jahre alt
HERKUNFT : Amerikaner, jedoch mit Spanischen Wurzeln
BERUF : Pferdetrainer

BeitragThema: Re: Wiesen und Felder   Sa 13 Mai 2017 - 10:04

Manchmal wünschte sich Damian die Gedanken anderer Menschen zu kennen. Warum lachte man wenn einem eigentlich zum heulen war? Warum sprach man nur sehr selten aus was man wiklich dachte und belog Menschen die man mochte oder sogar liebte?
Pferde und auch Hunde waren da ganz anders. Ihnen konnte man genau ansehen was sie gerade empfanden und fühlten. Se zeigten einem deutlich ob sie ihn mochten oder nicht. Ob sie seine Nähe duldeten oder nicht.
Menschen waren da schon sehr viel komplizierter.
Dem Halbspanier fiel natürlich die Spannung am Stand auf. Auch wenn seine Chefs sehr deulich versuchten dies zu überspielen, so ganz unbemerkt blieb es Damian nicht. Immerhin konnte man kaum übersehen, dass das Paar sich kaum in die Augen sehen konnte. Doch Damian besaß genug Taktgefühl dies nicht anzusprechen und für den Abend zu ignorieren.
Kurz erschien ein Lächeln auf seinen Lippen. Wäre Nanuk jetzt hier würde der Rüde verwirrt zwischen den Eheleuten sitzen und von einem zum anderen Schauen und womöglich versuchen zu trösten auf seine tolle Art und weise. Der Australian Shepherd Rüde war sehr feinfühlig und konnte streit und Trauer gar nicht leiden.
Die Debatte über den Sieger der Reiterspiele ging weiter und Damian war wirklich gespannt wer das Rennen machen würde.
Er ließ seinen Blick schweifen und blieb am Getränkestand hängen wo er seine beiden Azubis stehen sah.
Er war sehr erfreut und doch ebenso überrascht gewesen, als Lawrence ihm Daniels Stelle angeboten hatte. Immerhin war die Beziehung zu Mai-Lin kein Geheimnis gewesen zu diesem Zeitpunkt und trotzdem schien der Hofleiter ihm so viel Professionalität zu zutrauen, das er beides voneinander trennen konnte.
ZUm Glück kam Lillian damit klar und auch Maili konnte den Unterschied zwischen UNterricht und Freizeit sehr gut auseinander halten und bisher kam er zumindest wegen Kritik auf dem Reitplatz zu keinen Streitigkeiten. Dafür gab es genug andere Streitpunkte.
Der Blick des Spaniers wanderte wieder zu seine Chef als dieser anbot das einer beim Fußball zusehen konnte.
"Also ich bin nicht so der Fußballfan. Aber ihr könnt auch beide gehen. Ihr wollt doch sicher die Mannschaften unterstützen. Ich denke hier wird es erst nach dem Spiel wirklich los gehen.", schlug Damian den Eheleuten vor.
Bisher war wirklich tote Hose am Tombolastand.
Die Heimspiele der Fußballmannschaft waren immer gut Besucht und man unterstützte das Team so gut es ging von daher ging der Lehrer davon aus dass auch bei dem Hobbyspiel der Mennschaft gegen die Lehrer und Trainer auch einiges los sein würde und man sich solch ein Spiel nicht entgehen lassen würde.


(Stand / Becca und Lawrence)
Nach oben Nach unten
Dylan McGath

avatar

BEITRÄGE : 60
ALTER : 32 Jahre alt
HERKUNFT : Australier
BERUF : Hufschmied

BeitragThema: Re: Wiesen und Felder   Sa 13 Mai 2017 - 10:16

Hungrig folgte der Hufschmied dem Westerntrainer und nahm dankebar Steakbrötchen und Bier entgegen. Kurz prostete er Darian zu ehe er einen tofene Schluck nahm und dann Herzhaft ins Brötchen biss.
"Eigentlich sollte es einer der Westernreiter machen.", merkte der Australier an. Immerhin gehörten die einzelnen Aufgaben zum Standart eines Westernreiters. Zumindest nach Ansicht des Blonden und sollten mit Leichtigkeit erfüllt werden.
"Eigentlich ist es schade das hier jeder Azubi so etwas in seiner Apate steht. Vielleicht sollten wir dem CHef mal einen Traillehrgang vorschlagen. Das schadet auch einem Dressur- oder Springpferd nicht wenn es Angstfrei über Planen und Brücken gehen kann. Bei den Vielseitigkeitspferden mach ich mir wenniger Gedanken aber das eine oder andere Dressurpferd im Stall... oder die Rennpferde. Denen tät das mal ganz gut etwas Nervenstärke dazu zu gewinnen.", überlegte er und sah zu seinem Westernkollegen rüber.
Er selbst legte bei der Ausbildung seiner Pferde sehr viel Wert auf die innere Ruhe des Tieres. Nicht nur dass es ihm als Hufschmied und auch jedem Tierarzt die Arbeit deutlich erleichterte, nein, auch im Gelände, beim Verladen und auch sonst beim Umgang mit dem PFerd machte es das alles sehr viel entspannter.
Kurz dachte er an das Unwetter zurück an dem Masen der Strick aus der Hand gerissen wurde nur weil das Pferd in Panik geriet. Dem Vielseitigkeitslehrer hätte deutlich mehr passieren können als die leichte Narbe an der Hand die er jetzt hatte. Natürlich waren Pferde Fluchttiere, aber ein einfachs Gewitter sollte ein Pferd nicht so aus der Fassung bringen können.
Wie gerne würde er mal wieder mit einam Jungpferd arbeiten. Er seufzte leise. Noch immer hatte er mit Lawrence nicht über das Thema eines zweiten Pferdes geredet und die junge Stute stand immer noch in dem anderen Stall und könnnte jederzeit einen anderen Käufer finden.
Nachdenklich nahm Dylan erneut einen Schluck von dem BIer und starrte in die Glut des Grills. Darian hatte er völlig verdrängt so sehr hing er seinen Gedanken über die Stute nach.

(Gespäch mitDarian/ Gedanken)
Nach oben Nach unten
Ava Reed
2. Lehrjahr
avatar

BEITRÄGE : 45
ALTER : Mit ihren 24 Jahren gewiss nicht die Jüngste, aber auch nicht aus den besten Jahren heraus.
HERKUNFT : Eine US-Amerikanerin haben wir hier und sie kommt genauer aus dem schönen San Francisco, Kalifornien.
AUSBILDUNG : Sie hat vor im Springreiten (Profisport) durchzustarten.

BeitragThema: Re: Wiesen und Felder   Mi 17 Mai 2017 - 17:12

Während sie den Trubel beobachtete, musste sie an ihre Zeit vor der HMS denken. Die Zeit, in der sie fast nur auf Partys rumgehangen hatte und sich so ziemlich allem hingegeben hatte. Neben vielen, vielen One-Night-Stands eben auch einem der Dinge, die sie nie wiederholen würde. Drogen waren kein Witz, das wusste sie jetzt. Es machte am Anfang Spaß, aber es hätte sie beinahe zerstört. Letztendlich war sie ihren Eltern beinahe dankbar, auch wenn sie eine lange Zeit sehr wütend auf sie gewesen war. Wenigstens hielten sie sie jetzt auch nicht mehr so knapp, wie sie es zu Anfang ihrer Ausbildung getan hatten.
In ihre Gedanken platze jemand, auf den sie durchaus schon einmal ein Auge geworfen hatte. Es war Charlie Dawson. Groß, muskulös, gutaussehend. Er war allerdings Trainer, wobei das einen ja nicht unbedingt abhalten musste, ihn mal etwas genauer unter die Lupe zu nehmen.
„Ich glaube, ich genieße es fast ein bisschen. Es lenkt mich wenigstens davon ab, wie mies es mit Dan Roy läuft.“, antwortete sie freundlich mit einem amüsierten Lächeln. “Und du? Du scheinst mir irgendwie nicht der Typ für große Feiern?“ Wenn man ihn sich so aus der Ferne ansah, mochte man gar nicht meinen, dass Charlie so drauf war – so ruhig und entspannt wie er sich eben gab. Man erwartete eher etwas, was eher in Richtung Leonardo Fabbri ging. Vor Selbstbewusstsein strotzend, vielleicht ein wenig freundlicher als Leon. Doch den Eindruck vermittelte der Fußballtrainer von Nahem irgendwie so gar nicht. Und eigentlich war das auch mal eine angenehme Abwechslung. Und vielleicht war das auch eine kleine Schwäche von Ava. So lange sie sich erinnerte, hatte sie jemanden angebetet, der das genaue Gegenteil war, doch seit sie hier war hatte sie sich doch nicht unwesentlich gewandelt. Nicht nur ihre eigene Persönlichkeit, sondern scheinbar auch ihre Ansichten und Vorlieben. Jahrelang wäre Leon ihr Traum gewesen, so ein Groupie war sie damals, doch seit sie ihn besser kannte, konnte sie sich das einfach nicht vorstellen. Mal ganz davon ab, dass Lilly mit ihm zusammen war und mittlerweile eine ihrer besten Freundinnen war.
Gedanken xx Charlie xx Gegenfrage
Nach oben Nach unten
Nancy McReynolds
1. Lehrjahr
avatar

BEITRÄGE : 64
ALTER : The young Mistress is 19 years old right now, but has yet to live her whole life.
HERKUNFT : Born and raised in the scottish Highlands, the young lady is a nature-loving person.
AUSBILDUNG : She's trained to be a professional dressage rider to fill in her sister's footsteps.

BeitragThema: Re: Wiesen und Felder   So 4 Jun 2017 - 18:41

Es schien, als würde sich dieser vermaledeite Tag ins Unendliche ziehen. Nancy wünschte sich, er wäre endlich vorbei und sie könnte sich auf ihr Zimmer verziehen, aber nein, den absolut überflüssigen Reiterspielen folgte ein ebenso unnötiges Fußballspiel, und danach würde es erst richtig losgehen. Die Schottin hielt nichts von diesen Pseudo-Gemeinschaftsveranstaltungen, im Endeffekt hasste hier beinahe jeder jeden. Die Grüppchenbildung war stark ausgeprägt, sie selbst gehörte allerdings zu keiner dieser Gruppen.
Letzten Endes hatte sie sich für nichts eingetragen und dümpelte nun, abseits des Fußballspiels und des Trubels auf der großen Wiese umher. Allerdings schien sie nicht die einzige zu sein, die einmal Abstand von der Friede-Freude-Eierkuchenveranstaltung benötigte. In mitten des grünen Grases saß Terésa, nicht unbedingt unauffällig mit ihrem dunkelroten Haar. Nancy kannte sie nur flüchtig, gab sie sich nicht oft mit den anderen Hofbewohnern ab, und auch wenn Nancy gerade nicht unbedingt auf Gesellschaft aus war, so konnte sie nicht einfach wieder umdrehen, denn Terésa hatte sie schon gesehen.
Also stiefelte die Schottin durch das knöchelhohe Gras und ließ sich neben dem anderen Mädchen auf den Boden sinken. Mit ihrer Hand rupfte sie ein paar Halme aus der Erde, ehe sie das Wort erhob. "Na, auch genug von dieser Spaßveranstaltung?", begann Nancy, ihre Stimme begleitet von dem üblichen, schnippisch-provokanten Ton, der beinahe jedes ihrer Wörter umsäumte. Sie war nicht sonderlich erpicht darauf, sich an einer Konversatin beteiligen zu müssen, geschweige denn soziale Kontakte zu knüpfen, doch nun saß sie hier, und vielleicht dachte die rothaarige neben ihr genauso über den Tag wie sie.
{genervt # auf der Wiese # TERÉSA}
Nach oben Nach unten
Finnian McAllen
1. Lehrjahr
avatar

BEITRÄGE : 216
ALTER :
Beruflich habe ich mit 23 noch einiges vor.

HERKUNFT : Mein Ursprung liegt in den unberührten Weiten NEUSEELANDS, dort wo Natur noch Natur ist.
AUSBILDUNG : Wahrscheinlich ist PFERDEPFLEGER nicht mein endgültiger Beruf, aber er ist eine Bereicherung.

BeitragThema: Re: Wiesen und Felder   Mo 5 Jun 2017 - 14:47

Mit der Zeit wurde es immer voller auf der Wiese und zahlreiche Hofbewohner strömten an den einzelnen Ständen vorbei, blickten sehnsüchtig zum Grill, der erst in über einer Stunde aufmachen würde und schlenderten dann bei dem Tombolastand umher. Der laue Frühsommerabend versprach ein gemütliches Beisammensein aller Bewohner und das hätte Finnian beinahe mit einer wohligen Wärme erfüllt, wenn er denn auf menschliche Gesellschaft erpicht gewesen wäre. Doch dies war nicht der Fall, sodass es ihn beinahe schon wunder, dass Isabel sich so lange in seiner Nähe aufhielt, obwohl er nicht darum gebeten hatte. Manchmal waren die Angewohnheiten der Mitmenschen schon skurril, die sich nichts daraus machten, dass er offenkundig anders zu sein schien und auf direkte Konfrontation aus waren. Aber Isabel war keineswegs von dem Kaliber, dass sie mit dem Kopf durch die Wand rannte. Sie wirkte viel eher besonnen und sich ihrer Sache sicher. Eher so, als hätte sie Freude daran, unterschiedliche Menschen und deren Eigenarten kennenzulernen. Das was für Finnian ein notwendiges Übel war, war für sie wohl reinste Vergnügung. Die Menschen waren komisch.
Die Thematik um das Musikempfinden von Pferden gefiel Finnian, denn hier konnte man wissenschaftliche Erkenntnisse mit dem Alltäglichen verbinden, aber dennoch riss dieses Gespräch irgendwann ab. Was hatte er auch erwartet? Isabel würde nur wegen einer einfachen Unterhaltung keine Nachforschungen anstellen und diese bis zu einer Doktorarbeit ausweiten. Nicht jeder war wie Finnian und das war wohl auch gut so. "Dann solltest du ihn vielleicht nachher vor die Bühne stellen, wir haben einige gecoverte Stücke eingeübt, vielleicht erkennt er die und entdeckt noch eine Tanzleidenschaft." Bei jedem anderen wäre dies wohl ein Scherz gewesen, aber der Blonde verzog das Gesicht zu einer nachdenklichen Miene und schien innerlich in der Tat darüber zu grübeln, inwiefern Pferde wohl einen Tanzrhythmus empfinden konnten. Die Dressur sollte ja bekanntlich aussehen wie ein Tanz, aber bisher hatte noch niemand beweisen können, dass die Pferde ihre Bewegungsabläufe der Musik anpassten, wenngleich ihnen klassische Musik zuzusagen schien, als solche mit viel Bass. Das konnte Finnian auch nur allzugut nachvollziehen, diese edlen Tiere besaßen nuneinmal Stil, den man nicht mit Rumgeschreie verderben sollte.
Es war keineswegs verwunderlich, dass Isabel auf den zuvor geäußerten Scherz einstieg und doch schien das Finnian irgendwie zu überrumpeln, als würde er sich nicht mehr daran erinnern, dass er derjenige gewesen war, der zuvor noch auf den Strohhalm hingewiesen hatte. "Oui." Das war auch das einzige, was er auf ihre Frage mit dem französischen Ende äußerte. Sprachen mochten nicht sein Steckenpferd sein, aber er war doch der ein oder anderen mächtig. Zumindest in der Theorie und der schulischen Praxis. Im wirklichen Leben sah das meistens dann ja doch ganz anders aus.
Das Jubeln vom Reitplatz, das herüberschwappte, verkündete, dass die Spiele sich dem Ende neigten und knapp 10 Minuten später, fanden sich auch schon einige Reiter mehr auf den Wiesen ein, sodass Finnian etwas unbehaglich wurde. Warum hatte er unbedingt bei der Band mitmachen und sich vor so vielen Menschen zur Schau stellen wollen? Er wusste doch eigentlich, wie sensationslustig seine Art war. Sie würden nur auf eine ungelenke Aktion seinerseits warten. Andererseits liebte er das Geigenspiel und würde dann sofort in seinem Element sein, sodass Fehler nahezu ausgeschlossen waren. Aber er hatte eben auch noch nicht oft vor großem Publikum spielen müssen.
Erst als Isabel wieder ihre Stimme erhob und erläuterte, was sie an diesem Abend noch so vorhatte, richtete sich Finnians Aufmerksamkeit wieder auf sie und er vergaß seine Bedenken bezüglich des Auftritts. Dass sie mit einem Scherz endete, war ihm nur minder klar, denn irgendwie vermochte er die Dunkelhaarige nicht so ganz zu durchschauen. Sie war zweifelsfrei nett, doch warum war dieses Gespräch so ungezwungen? Mit allen anderen Hofbewohnern war es immer mehr Qual als Leichtigkeit eine Konversation zu führen. War das wirklich Übung, die hinter diesem Wandel steckte? Der Neuseeländer mochte dies nicht wirklich glauben. "Warum sollte ich umkippen?" Natürlich eine berechtigte Frage, sofern sie von einem 3-Jährigen gekommen wäre. Aber Finnian konnte einfach nicht verstehen, wieso er ausgerechnet hinter der Bühne etwas essen sollte, um nicht umzukippen. Seine Stirn war gerunzelt und der verwirrte Schleier von vorhin legte sich wieder über seinen Blick, als er Isabel ansah und nach einer Antwort suchte. Gerade eben war doch alles noch so einfach erschienen - jetzt warf sie ihn schon wieder aus der Bahn...

{Isabel}
Nach oben Nach unten
Rebecca McKinley

avatar

BEITRÄGE : 196
ALTER : Ich kann auf 45 Jahre Lebenserfahrung zurückblicken und eben die weitergeben.
HERKUNFT : Die Stadt, die niemals schläft hat mich geprägt, aber nicht zu einer typischen New Yorkerin gemacht.
BERUF : Zusammen mit Lawrence leite ich den Hof als Stellvertretende Hofleiterin, davon abgesehen lehre ich Springreiten.

BeitragThema: Re: Wiesen und Felder   Do 8 Jun 2017 - 10:26

Letztlich hatte auch Becca verneint, zum Fußballspiel zu gehen. Zwar war bei der Tombola immer noch kein Menschenauflauf in Sicht, doch der Ballsport hatte sie nie sonderlich angesprochen. Dafür hatte sie sich aber für die Siegerehrung der Reiterspiele kurz entschuldigt, um der etwas überraschten Siegerin zu gratulieren. Ciara gehörte zu den Personen, für die sich Rebecca besonders freute, wenn sie einen Erfolg verzeichnen konnten. Zwar war die Pferdepflegerin zuweilen unausstehlich, sarkastischer als Haber – falls das möglich war – und keine allzu angenehme Gesellschaft, aber sie war auch eine vom Leben schwer gezeichnete Person. Dass sie nun hier auf der Ranch ihr Lebensglück gefunden hatte, erfüllte die stellvertretende Hofleiterin zu gleichen Teilen mit Zufriedenheit und Stolz auf ihre eigene Leistung. Heaven Meadows war ihr beim ersten Mal, als Lawrence davon gesprochen hatte, zwar wie ein enorm kitschiger Name vorgekommen, aber inzwischen empfand sie ihn ein wenig als Motto. Auch wenn sie das niemandem, absolut niemandem außer ihrem Mann je sagen würde.

Inzwischen war das Fußballspiel in vollem Gange und Becca entschied, dass sie die Männer durchaus kurz allein lassen konnte. Sie entschuldigte sich, drückte Lewis einen kurzen Kuss auf die Wange – dass sie verheiratet waren, hieß nicht, dass man auf derartige Zärtlichkeiten verzichten musste, zumal das die sowieso schon angespannte Stimmung nur verschlimmern würde – und schlenderte über die Wiese zum Haupthaus, wo es sie zunächst in ihre gemeinsame Wohnung und dann kurz ins Badezimmer verschlug. Natürlich wären die gemeinschaftlichen Toiletten im Erdgeschoss der schnellere Weg gewesen, doch irgendetwas trieb Becca in ihre Wohnung. Fügung? Schicksal? Eine seit früher Jugend verankerte Vorliebe fürs eigene Badezimmer? In ein oder zwei Jahren würde sie vielleicht darüber den Kopf schütteln und doch sagen, dass es Schicksal war. Und wahrscheinlich im nächsten Moment revidieren, dass es keinen so großen Unterschied gemacht hätte, wenn sie den offiziell wirkenden Umschlag unter dem Stapel Briefe, der neben der Wohnungstür lag, erst am nächsten Morgen entdeckt hatte.
Lewis und Becca trennten die Post, die den Hof betraf, strikt von privater. Private Korrespondenz landete auf besagtem Tisch neben der Wohnungstür, offizielle wurde sofort bearbeitet. Für die Briefe an Mr. und Mrs. McKinley war ihr Mann zuständig, da sie die Kontrolle über Rechnungen und ähnliches nicht aus der Hand geben sollte. Zwei uralte Mahnungen über die Fernsehgebühren von vor ihrer Zeit, die sie einmal zufällig entdeckt hatte, gaben ihr da vollkommen Recht und wurden immer noch als Totschlagargument von ihr herangezogen.
Diese Sorgfalt ging noch auf ihre Zeit als Anwältin zurück und genau die war, die sie dazu brachte, innezuhalten und den DinA4-Umschlag unter den anderen Briefen hervorzuziehen und aufzureißen.
Mit jeder Zeile wurden ihre Augen größer. Ihr Herzschlag beschleunigte sich und ihre Knie wurden weich. Ein Hand suchte nach Halt am Tisch, während ihr Gehirn versuchte den Inhalt der Worte zu verstehen und nach etwas zu suchen, dass ihn doch als Unfug als Scherz auswies. Denn dass das Leben grausam war und zu Scherzen neigte, wusste sie. Und wenn das hier der Fall war, wenn diese schwarzen, hoffnungsvollen Buchstaben ebenfalls ein Scherz waren, wusste sie nicht, wie gut sie damit klar käme. Wie in Trance faltete Becca das Papier und verließ die Wohnung wieder, ohne abzusperren.

Als sie das Gebäude verließ, hallten die Geräusche des Festes zu ihr herüber. Jubel. Und wieder schlug ihr Herz schneller, ihre Schritte beschleunigten sich und beinahe wäre sie zum Stand der Tombola gerannt.
Natürlich bemerkte Lewis, dass etwas nicht stimmte, doch sie schüttelte den Kopf, unfähig zu sprechen und drückte ihm das Papier in die Hand. „Lies!“, brachte sie noch hervor, ehe Tränen in ihren Augen brannten. Tränen der Hoffnung und des Glückes.


[Beginn Fußballspiel | verabschiedet sich kurz | in Wohnung entdeckt Brief | zurück zu Lawrence]
{Out: @Moon: Ich hoffe, du findest die Details zu dem Plot noch ^^ Mein liebster, wundervoll funktionierender Laptop hat unsere Planung nämlich gelöscht -.-}
Nach oben Nach unten
Mai-Lin Cheng
2. Lehrjahr
avatar

BEITRÄGE : 657
ALTER : 23 Jahre jung
HERKUNFT : Auch wenn man es mir nicht direkt ansieht, so bin ich doch Amerikanerin, geboren in der Stadt der Stars und Sternchen, L.A..
AUSBILDUNG : In eineinhalb Jahren werde ich professionelle Vielseitigkeitsreiterin sein.

BeitragThema: Re: Wiesen und Felder   Do 8 Jun 2017 - 13:16

Als Mai-Lins Handy in ihrer Hosentasche vibrierte, hätte sie beinahe ihr Getränk fallen lassen. Wahrscheinlich war es nichts, sagte sie sich. Werbung. Es war immer Werbung, wenn man auf wichtige E-Mails wartete. Trotzdem zog sie das Gerät aus der Tasche ihrer Hose. Keine WhatsApp-Nachricht blinkte auf, keine SMS – mit der sie sowieso nicht gerechnet hatte. Niemand schrieb mehr SMS. Sondern eine E-Mail. Und kaum zog ihr Daumen am oberen Rand des Bildschirms wurde jede Hoffnung auf eine Werbemail von Gucci und co. zunichte gemacht. Bailong Cheng war der Absender und jetzt musste sie definitiv ihre Limo abstellen. Zitternd öffnete sie die Nachricht, dankte Gott oder der Telefongesellschaft oder am besten beiden dafür, dass das Netz auch auf den Wiesen nicht ganz katastrophal war. Würde sich das Rädchen endlos lange drehen oder die Mail gar nicht geladen werden können, wäre sie wahrscheinlich durchgedreht. Doch nur Sekunden, ewig lange Sekunden später öffnete sich die knappe, geschäftsmäßige Antwort ihres Vaters. Er freue sich, sie einmal wieder zu sehen. Man könne sich zu einem Dinner im Hause Cheng treffen. Datum und Uhrzeit ließe er ihr in den nächsten Tagen zu kommen, da seine Sekretärin krank sei. Im Übrigen sei ihre Mutter ebenfalls bis August in der Stadt.
Mai-Lin atmete tief durch. Kein Wort darüber, dass er sich freue, Damian kennenzulernen. Sie hatte nicht mit überschwänglichen Freundensbekundungen gerechnet, aber sie hätte sich dann wesentlich wohler gefühlt. Andererseits kannte sie ihren Vater lange und gut. Er mochte seit seinem achtzehnten Lebensjahr in den Vereinigten Staaten leben, aber seine Jugend war von kontrollierten Gefühlen beherrscht gewesen. So etwas legte man nicht einfach ab, schon gar nicht als undurchsichtiger, enorm erfolgreicher Geschäftsmann. Und diesen Geschäftsmann enttäuschte man nicht.
Die Schwarzhaarige straffte ihre Schultern, steckte das Telefon wieder ein und sah sich suchend um. Shana konnte sie nirgends entdecken und sie hatte kein Interesse daran, mit einer der anderen Frauen über das Thema zu sprechen. Also blieb nur der direkte Kontakt mit Damian. Wahrscheinlich war das auch besser so. Sie hatte ihren Zug getan, nun war Damian an der Reihe.

Nervös spielten ihre Finger mit dem Saum ihres Oberteils, während sie auf den Stand der Tombola zu trat. Eigentlich hatte sie erwartet, auch Mrs. McKinley dort vorzufinden, doch der Hofleiter und ihr Freund waren allein. Sei stark, ermunterte sie sich, straffte die Schultern und trat an die aufgebauten Tische mit all dem Nippes, für den sie nicht mal zehn Cent ausgeben würde.
„Kann ich Damian kurz entführen?“, fragte Maili mit einem Lächeln, das aus reiner Übung auf ihrem Gesicht blieb. Ihr Magen rebellierte ein wenig, doch sie wusste, dass sich das legen würde, wenn sie eine positive Antwort erhielt. Falls. Oh Gott.
Nachdem McKinley ihrer Bitte zugestimmt hatte, traten der Vielseitigkeitstrainer und sie einige Schritte vom Stand weg. Mai-Lin atmete tief durch, wusste nicht mehr wirklich, wie sie ihrer Nervosität Herr werden sollte. Schließlich entschied sie sich dafür, Damians Hand zu ergreifen und ihm fest in die wunderschönen Augen zu sehen. Es würde alles gut werden. Es musste alles gut werden. Dieser Mann war es wert, ein Risiko einzugehen.
„Besitzt du einen guten Anzug?“, begann sie, schluckte und wünschte sich, andere Worte gewählt zu haben. Ehe Damian antworten konnte, fuhr sie daher etwas zu schnell fort: „Den wirst du nämlich brauchen, wenn… also es wird ein Dinner geben. Bei… bei meinen Eltern. Bei beiden. Demnächst. Ich will dich ihnen vorstellen. Dad muss nur noch sagen, wann er Zeit hat.“ Ihre Hand zitterte. Würde jetzt alles wieder gut werden?


[E-Mail | geht zum Tombola-Stand | Gespräch mit Damian]
Nach oben Nach unten
Terésa Rodriguez
1. Lehrjahr
avatar

BEITRÄGE : 62
ALTER : Inzwischen ist sie schon 20 JAHRE alt - bald darf sie sogar legal trinken, dann ist sie wahrlich erwachsen.
HERKUNFT : Geboren noch in Spanien, ist Terésa allerdings in TEXAS aufgewachsen, was sie zu einem wahren Cowgirl macht.
AUSBILDUNG : Nach Jahren des Westernreitens hat sie dann doch die DRESSUR für sich entdeckt, und will nun irgendwann Profi werden.

BeitragThema: Re: Wiesen und Felder   Fr 9 Jun 2017 - 10:37

Es war nicht so, dass Terésa per se keine Lust mehr auf diesen Tag hatte. Aber sie musste schon zugeben, dass manche dieser Aktionen ein bisschen überflüssig waren. Die Reiterspiele hatte sie sich aufquatschen lassen, vor allem auch deswegen, weil sie zunächst geglaubt hatte, dass sie zumindest ihr eigenes Pferd würde reiten dürfen. Das war nicht der Fall gewesen, und so hatte sie sich ein Pferd von den freien Reitschulpferden ausgesucht und ein bisschen hin und her trainiert, bis sie sich mit ihm grün geworden war. Keine große Sache für ein Ranchmädchen, das quasi jeden Tag ein anderes Pferd geritten war, seit sie sich erinnern konnte. Jetzt war sie nur froh, ein bisschen Ruhe zu haben - es war immerhin ein langer Tag gewesen. Sie hatte sich ein Steakbrötchen oder zwei gegönnt, knabberte jetzt an einer Bratwurst und wünschte sich ein Bier, war aber zu faul, um aufzustehen von ihrem gemütlichen Platz auf dem Boden.
Sie hatte endlich ein paar Minuten Ruhe bekommen, als Sophie zu ihrem Fußballspiel aufgebrochen war. Wie man so motiviert sein konnte, gleich an mehreren Aktionen teilzunehmen, war ihr unverständlich. Sie hatte genug davon - und außerdem, Fußball? Wenn ihre Brüder und sie abends überhaupt noch Energie hatten, irgendwas zu spielen, dann waren es Karten gewesen, oder vielleicht mal Räuber und Gendarme. Sie hatte Poker spielen können, bevor sie auf die Middle School gekommen war; irgendwie vermisste sie es, mit ihren Jungs zusammenzusitzen und denen ihr Taschengeld abzuknüpfen. Wenn sie sich mit den Menschen hier auf der Ranch ein wenig mehr Mühe geben würde, würde sie vielleicht auch hier ein paar begeisterte Spieler finden.

Terry war lang genug alleine, um sich zu überlegen, ob es die Anstrengung vielleicht doch wert wäre, ein neues Bier zu holen, als sich Nancy neben sie ins Gras fallen ließ. Ebenfalls eine Dressurazubine, jedoch schon von der Pike auf und deswegen wesentlich erfahrener als Terésa, die manchmal immer noch im Dressursattel fremdelte, und sich ermahnen musste, die Zügel richtig zu halten. Sie schenkte ihr ein schiefes Grinsen und ließ sich von dem Ton, den die etwas Jüngere anschlug, nicht beeindrucken - sie wusste ganz genau, dass der halb so böse gemeint war, wie er klang.
"Naja, jedenfalls genug von Fußball", antwortete sie und verdrehte die Augen, bevor sie nach ihren John Player's kramte. "Ich dachte, dass das ein europäisches Phänomen wäre und ich hier meine Ruhe hätte. Auch eine?" Sie hatte ihre bereits zwischen den Lippen, und bot dem anderen Mädchen jetzt auch eine an, obwohl sie nicht wusste, ob Nancy rauchte oder nicht.


{ Gedanken | Nancy }
Nach oben Nach unten
Lawrence McKinley
Admin
avatar

BEITRÄGE : 983
ALTER : Die Zeit ist das Kostbarste, was wir haben, deswegen achte ich auch nach 52 Jahren noch sehr genau auf sie.
HERKUNFT : Als Heimatliebhaber habe ich Kalifornien immer die Treue gehalten.
BERUF : Der Verantwortung als Hofleiter und Dressurlehrer kann und sollte man sich nicht entziehen.

BeitragThema: Re: Wiesen und Felder   So 11 Jun 2017 - 12:03

Die größten Schicksalsschläge widerfuhren immer denjenigen, die es am wenigsten verdient hatten. Doch davon ahnte Lawrence McKinley noch nicht, als Rebecca sich kurzzeitig vom Stand verbaschiedete, weil sie einmal aufs Klo gehen wollte. Es war ihr nicht zu verübeln und bei solch einer gewöhnlichen Sache, glaubte wohl auch niemand daran, dass sie die eigene Welt verändern konnte. Während Rebecca also in Richtung des Haupthauses davonging, verebbten die Töne der Siegerehrung bei den Reiterspielen und die meisten Bewohner machten sich auf in Richtung Fußballplatz. Mittlerweile war es auch bis zu den Wiesen vorgedrungen, dass Ciara gewonnen hatte und Lewis kam nicht umhin, dass sich bei diesem Gedanken ein Lächeln auf seinen Lippen abstahl. Die Pferdepflegerin war zweifelsfrei schwierig und als er sie eingestellt hatte, hatte er natürlich noch ein paar Bedenken gehabt. Aber seitdem sie hier war, hatte sie sich als loyale Kollegin erwiesen, die gute Arbeit verrichtete. Deswegen gönnte der Hofleiter ihr den Sieg umso mehr. Ciara war eine derjenigen, die rein gar nichts im Leben geschenkt bekommen hatten, die immer hart arbeiten mussten, für jeden noch so kleinen Erfolg. Die kein Spitzenpferd im Stall stehen hatten, die nicht in Boutiquen einkaufen gingen und die sich darüber freuten, wenn man sie zum Eis einlud. Lewis wagte zu behaupten, dass für die Pflegerin derzeit wohl alles in bester Ordnung war. Sie hatte einen Job, wurde Mutter und hatte mit Alex einen sichtlich treuen Mann an ihrer Seite. Anfangs hatte es Lewis schon ein wenig verundert, dass ausgerechnet diese beiden einander gefunden hatten, aber andererseits zogen sich Gegensätze immerhin auch an. Und in Sachen schwieriger Kindheit waren sie wohl beide gleichauf.
Bevor er sich mit Damian in ein neues Gespräch vertiefen konnte, erschien auch schon Mai-Lin am Stand und fragte, ob sie den Vielseitigkeitslehrer kurz entführen dürfe. Entschuldigend sah dieser seinen Chef an, der ihn bereitwillig gehen ließ. Aktuell war nicht so viel los, dass er nicht alleine die Stellung halten konnte, bis Becca wiederkam. Allerdings fragte er sich schon, was die Azubine jetzt so dringend von ihrem Lehrer wollte, das sie nicht öffentlich aussprechen konnte. Soweit er wusste hatte Mai-Lin keine allzu schlechten Ergebnisse in den Zwischenprüfungen gehabt, dass sie darüber noch einmal sprechen müsste.
Aber auch hier kam Lawrence nicht dazu, sich weiter den Kopf zu zerbrechen, denn ehe er eine schlüssige erklärung finden konnte, kam Becca schon regelrecht auf ihn zugerannt. Kreidebleich im Gesicht und mit einem Brief in der Hand, den sie ihm regelrecht entgegenschleuderte. "Himmel - was ist denn los, du bist ja ganz -" - schon forderte sie ihn auf zu lesen, sodass ihm der Rest des Satzes im Hals stecken blieb. Der Umschlag wirkte formell - zu formell, als dass es ein belangloses Schreiben hätte sein können und noch bevor der Hofleiter die DIN-A4-Seite komplett herausgezogen hatte, ahnte er schon, dass dies erneut keine frohen Botschaften sein würden. Warum auch immer, hatte er kurzzeitig gehofft, dass es mit der Adoption vielleicht doch noch klappte. Spätestens die ersten Zeilen zerschlugen diese Hoffnung aber endgültig und mit jeder weiteren Zeile weiteten sich die Augen des Dunkelhaarigen ein wenig mehr vor Entsetzen.
Marylin war tot. Sie hatte den Kampf gegen den Krebs verloren und auch wenn Lewis nur wenig Kontakt mit seiner Cousine gehabt hatte, sie beinahe kaum gekannt hatte, so war es wie ein Schlag ins Gesicht. Wer verlor schon gerne einen Familienangehörigen? Doch die weiteren Zeilen waren fast genauso schlimm wie die Botschaft an sich. Denn Marylin hinterließ einen 7-jährigen Jungen. Samuel. Dessen Vater war unauffindbar, regelrecht unbekannt. Die Behörden hatten in der näheren Verwandschaft bereits überall angefragt, doch bisher hatte sich niemand bereiterklärt den Jungen bei sich aufzunehmen - deswegen wandten sie sich nun an Lawrence.
Für einige Augenblicke sah es so aus, als könne der sonst so gefasste Hofleiter jeden Moment zusammenbrechen. Er stützte sich am Tisch mit den Gewinnen ab und fuhr sich mehrmals über das Gesicht. "Das - glaube ich nicht." Aber ihm war klar, dass sie bald eine Entscheidung fällen mussten. Er und Becca. Gemeinsam. Ein Kind hier auf de Hof - das hatten sie sich doch gewünscht. Aber Samuel war schon 7, sie hatten maximal ein 5-Jähriges Kind aufnehmen wollen. Dafür gehörte er zur Familie. Irgendwie. Selbst wenn sie sich kaum kannten. Lewis hatte den Jungen erst zweimal gesehen. Einmal bei dessen Taufe und einmal bei seiner Einschulung. Mehr als die formalen Feierlichkeiten hatten ihn und Marylin nie verbunden. "Was sollen wir tun?" Er konnte gerade einfach keinen wirklich klaren oder rationalen Gedanken fassen. Alles in ihm drehte sich. Marylin war tot. Samuel alleine. Er konnte nirgendwo hin. Außer hierher. Konnte es so viele Zufälle geben? Hätte Marylin gewollt, dass sie sich ihres Jungen annahmen? Auf jeden Fall hätte sie wohl nicht gewollt, dass er in ein Heim abgeschoben wurde. Stand damit seine Entscheidung dann nicht schon fest?

{Siegerehrung | Damian&Maili | Becca}
Nach oben Nach unten
http://heavenmeadowsstable.forumieren.com
Nancy McReynolds
1. Lehrjahr
avatar

BEITRÄGE : 64
ALTER : The young Mistress is 19 years old right now, but has yet to live her whole life.
HERKUNFT : Born and raised in the scottish Highlands, the young lady is a nature-loving person.
AUSBILDUNG : She's trained to be a professional dressage rider to fill in her sister's footsteps.

BeitragThema: Re: Wiesen und Felder   So 11 Jun 2017 - 15:59

Nancy lachte auf Terésas Bemerkung hin kurz auf, auf ihre Frage hin schüttelte die Schottin den Kopf. "Nein, danke, ich rauche nicht." Nicht, dass sie es je hätte verboten bekommen, doch sie ekelte sich vor dem Geruch des Rauches. So rümpfte sie kurz die Nase, als Terésa ihre Zigarette anzündete, und sah zu ihren Füßen.
Tatsächlich hatte Nancy Fußball selbst eher für ein europäisches Phänomen gehalten. Sowohl auf dem Kontinent als auch auf den Britischen Inseln war Fußball zu so etwas wie einem Volkssport herangewachsen. Wer in Europa wohnte, konnte sich dem Bann des Ballsports kaum entziehen, und mittlerweile war es vor allem bei Männern und Jungen eine Seltenheit, diesen Sport nicht auszuüben. Allerdings traf es England diesbezüglich härter als ihre Heimat. In Schottland war der Fußball nicht so populär wie im Süden des Vereinigten Königreiches, man widmete sich eher anderen Sportarten wie beispielsweise Golf. Hierzulande waren American Football und Baseball Nationalsport, doch auch das europäische "soccer" gewann mehr und mehr an Popularität. Nancy konnte dem ganzen nichts abgewinnen, doch sie störte sich auch nicht daran, war sie nicht of mit dem sport konfrontiert worden.
"Zugegeben, in meiner Heimat ist der Fußball nicht so populär. Wir Schotten widmen uns eher Sportarten wie...Tauziehen und Baumstämme werfen." Nancy grinste kurz breit, als sie die typisch schottischen Klischees aus der Versenkung holte. Ja, die Highland Games. Eines der Dinge, die sie nun doch ein wenig vermisste.
Terésas Akzent nach kam sie aus den Südstaaten, doch ihr Name, das wusste Nancy, hatte seinen Ursprung in Spanien. "Wo kommst du eigentlich her?"
Nancy hatte sich noch nicht sonderlich viel mit ihrer Mitazubine unterhalten, die meiste zeit mied sie ihre Mitmenschen eher, doch da sie nun hier war, suchte sie eben das Gespräch. Der Amerikanische Akzent mit seiner Vielfalt klang für sie immer noch recht fremd, und vor allem Terésas texanischer Akzet erwies sich als nicht allzu leicht verständlich. Nicht, dass ihr eigener Akzent in irgendeiner Weise verständlicher wäre. Nancy besaß keinen starken schottischen Akzent, sie sprach auch nur wenige Worte Gälisch, und mehr als den melodisch-rhythmischen Klang sowie ein leicht gerolltes "R" hier und da merkte man ihren Worten kaum an.
Die Schottin fummelte eine Packung Kaugummis aus ihrer Westentasche und schob sich einen Streifen in den Mund, auf dem sie anschließend herumzukauen begann, während sich ihr Mund mit frischem Kirschgeschmack füllte.
lehnt ab # sucht das Gespräch
Nach oben Nach unten
Isabel Preston
1. Lehrjahr
avatar

BEITRÄGE : 142
ALTER : SEIT KURZEM ERST 24 JAHRE ALT, ÄNDERTE SICH IHR ALTER AM 02.02.
HERKUNFT : GEBOREN IN KANADA, VERBRACHTE SIE DIE ERSTEN JAHRE IN QUÉBEC UND SPRICHT FLIESSEND FRANZÖSISCH.
AUSBILDUNG : SEIT LANGEM SCHON STREBTE SIE DIE AUSBILDUNG ZUR TIERÄRZTIN AN UND HAT DIES IN DIE TAT UMGESETZT.

BeitragThema: Re: Wiesen und Felder   So 11 Jun 2017 - 18:47

Offenbar waren die Reiterspiele beendet worden und der Sieger - oder in diesem Falle die Siegerin Ciara - verkündet worden. Einige Zeit später schien auch bereits das Fußballspiel zu starten, in welchem die Auszubildenden gegen ihre Trainer und Lehrer spielten. Immer mal wieder wehten einzelne Jubelrufe oder gar ein aufgebrachtes Stöhnen über die Wiesen, doch weiter blieb es vorerst ruhig. Isabel lächelte versonnen, während sie für einen kurzen Moment darüber nachdachte wie seltsam das Leben manchmal spielte. Sie mochte Abweichungen von ihrem Plan im Grunde überhaupt nicht, eine Konstante im Leben war ihr stets das teuerste gewesen und doch stand sie nun hier vor Finnian und unterhielt sich mit diesem.
Es war bisweilen ziemlich amüsant anzusehen gewesen, wenn zwei sich vollkommen fremde Bekanntschaften begonnen hatten einander kennen zu lernen, doch dass Isabel nun in einer ähnlichen Situation war, verunsicherte sie ein wenig. Wenngleich ihr Gesprächspartner ausgesprochen interessant war und auf seine Art und Weise scharfsinnig - und das in einem Maße, welches sie vermutlich mit einem 'normalen IQ' nie zu hundert Prozent nachvollziehen könnte.
Doch die Gesellschaft des Blonden tat der Dunkelhaarigen gut, allmählich wich die Anspannung aus ihren Gliedern, wenngleich sie immer wieder einen Blick auf ihre Umgebung warf. Hin und wieder drehten einzelne Schüler sich ihr neugierig entgegen, wenn sie die Lose in ihren Händen entdeckten, schienen dann aber verunsichert und selbst nach einem aufforderndem Lächeln seitens Isabel blieben sie auf Abstand. Neugierig glitten ihre hellen, grünen Augen über Finnians Gestalt und die junge Frau wunderte sich ein wenig über ihre Mitmenschen. Der blonde Neuseeländer war attraktiv und durchaus charmant, sofern man mit ihm umzugehen wusste. Aber womöglich kostete es zu viel Konzentration, sich vollständig auf ein Gespräch mit ihm einzulassen, sodass es ein Großteil nicht einmal versuchte.

Schließlich sprach Finnian einige der Musikstücke an, welche sie zum Besten geben würden und dass diese Ruler vermutlich sehr gefallen würden. Doch die Vorstellung ihres Pferdes beim Tanzen ließ sie leise lachen. „Das hoffe ich doch nicht!“, gab sie ehrlich zu, denn im Zweifelsfall hätte er das Tanzen von ihr erlernt - und das würde keinen guten Eindruck hinterlassen. Bei niemandem.
Im Grunde war es eine Schande, dass Isabel nicht gut tanzen konnte, wenngleich sie als Reiterin im Prinzip für ein gutes Körpergefühl prädestiniert sein sollte. Doch irgendwie schien ihr diesbezüglich dann die Koordination zu fehlen. Oder aber einfach Routine. Als der junge Blondschopf dann schließlich mit einem schlichten „Oui“ auf ihre Antwort reagierte, lüfteten sich die dunklen Augenbrauen der Studentin ein wenig. Es überraschte sie noch immer, wenn ihr beinahe beiläufig einzelne französische Brocken entflohen und dass er nun beinahe so selbstverständlich darauf zu reagieren versuchte, schmeichelte sie auf eine gewisse Art. Doch die Vierundzwanzigjährige ermahnte sich rasch zur Räson, immerhin war ihm diese feine Nuance der zwischenmenschlichen Kommunikation ohnehin nicht bewusst.
Je mehr Leute auf die Wiesen strömten und je voller der Platz wurde, desto in sich gekehrter wirkte Finnian und ein wenig besorgt betrachtete sie ihr Gegenüber. Fühlte er sich womöglich unwohl? Oder aber sollte es nicht viel mehr sein als Lampenfieber? Sein blauer Blick glitt immer mal wieder von ihr in die Menge, als suche er jemanden und doch fand er nichts bestimmtes, an dem sich sein Blick fokussierte. Isabel spürte Mitleid in sich aufkommen, allerdings hatte er sich für diesen Auftritt sehr wahrscheinlich freiwillig gemeldet und nun müsste er da durch.
Während sie ihm also in einem entspannten Plauderton von ihrem weiteren Abend erzählte - der tatsächlich nicht allzu spektakulär klang - schien er sich wieder ein wenig mehr auf sie zu konzentrieren und sich etwas zu entspannen. Auf ihr Angebot hin, ihm später etwas Essbares vorbei zu bringen, damit er nicht umkippte, reagierte er auf eine vollkommen unerwartete Art: Seine Stirn runzelte sich, er musterte sie mit Unverständnis im Blick und schien sich ihrer geistigen Gesundheit nicht allzu sicher. Zumindest dachte Isabel, dass es so in ihm aussehen könnte - wenn sie ihn denn tatsächlich kennen würde.
„Eh ...“, war mitnichten eine geistreiche Antwort auf die Frage, wieso er umkippen sollte. Eine recht weltfremd wirkende Frage und doch schien Finnian nicht darauf aus, sie zu foppen oder zu scherzen. Ein seichter Schleier lag über seinen sonst so klaren, blauen Augen, als müsse er tatsächlich eine wissenschaftlich fundierte Antwort finden. Isabel beschloss, ihm diesbezüglich ein wenig entgegen zu kommen. „Nun, gelegentlich passiert es, dass ein Mensch vor lauter Nervosität umkippt. Manchmal auch nur, weil zu wenig gegessen wurde.“
Sie sah ihm bewusst in die Augen, ließ dies ein wenig wirken und hoffte, dass er dies zumindest in Ansätzen schon einmal gehört hatte. Sie lächelte ihm aufmunternd entgegen, als Zeichen, dass sie ihm helfen wollte, seine verwirrende Umwelt ein wenig zu entwirren. „... und damit es dir nicht so ergeht, habe ich dir angeboten, etwas Essen hinter die Bühne zu bringen.“ Nachdenklich betrachtete sie den jungen Neuseeländer etwas eingehender, neigte das Haupt ein wenig und stellte die Frage, die ihr auf der Seele brannte. „Ist dir das noch nie passiert?“ Sie klang ehrlich erstaunt - und interessiert. Hatte er noch nie vor einer wichtigen Prüfung jenes typisch flaue Gefühl im Magen gehabt? Hatte er noch nie das Gefühl gehabt, als müsse er sich gleich übergeben oder als würden die eigenen Beine den Körper nicht mehr lange tragen? Isabel hasste dieses Gefühl aus vollstem Herzen, denn es entzog ihr innerhalb weniger Augenblicke die absolute Kontrolle.
Ähnlich wie Finnian, der die Welt so vollkommen anders wahrnahm als der Rest.


[Finnian | Gespräch]
Nach oben Nach unten
Darian O´Donneil

avatar

BEITRÄGE : 718
ALTER : Mit 35 Jahren zählt man noch nicht zum alten Eisen. Jedoch fühle ich mich manchmal viel älter.
HERKUNFT : Einer der letzten echten Cowboys. Glaub mir Partner, in meiner Heimat Nevada gibt es noch einige von meiner Sorte.
BERUF : Früher Besitzer einer stolzen Ranch, die mir manchmal fehlt. Heute hüte ich einen Sack Flöhe als Westernlehrer und versuche, ihnen etwas bei zu bringen.

BeitragThema: Re: Wiesen und Felder   Mo 19 Jun 2017 - 11:45

Der erste Ansturm auf den Grill hatte sich gelegt. Schließlich hatte das Fußballspiel angefangen. Darian hatte nicht wirklich Lust, Rüber zum Fußballplatz zu laufen und sich etwas anzuschauen, wovon er eh nur Bahnhof verstand. Er hätte vielleicht seine Kollegen Anfeuern können, aber dann blieb der Cowboy doch lieber beim Grill und bewachte sein Feuer, wie es so schön hieß. Ein leichtes Schmunzeln umspielte seine Lippen. Darian hatte sich nun auch ein Schnitzelbrötchen und ein Bier gegönnt, stand aber immer noch in der Nähe der Flammen. Er lauschte Dylans Worten und nickte zustimmend. ER schluckte den bissen, den er gerade noch gekaut hatte hinunter und sah den Australier an. „Ich denke für die Dressur-, Spring- und Rennpferde wäre so ein Trailkurs nicht schlecht und ich meine genügend Platz wäre ja auf dem Reitplatz ohnehin, da kann man schon einen Parcours aufbauen“ meinte der Amerikaner leicht nachdenklich.

Darian stierte eine Weile in die Flammen und aß nebenbei sein Schnitzelbrötchen. Er Atmete tief durch und ließ den Blick ein wenig schweifen. Die Wiese hatte sich gelehrt, da wohl die meisten zum Fußballplatz gegangen waren um sich das Spiel nicht entgehen zu lassen, ging es dem Cowboy durch den Kopf. Er schob sich den Hut aus den Augen und sah kurz zu Dylan. Wieder erschien ein leichtes Schmunzeln auf Darians Lippen, ehe er den anderen leicht an stupste „Na, so in Gedanken versunken“ meinte er und sah seinen Kollegen schräg von der Seite an „Was geht dir den wieder so wichtiges durch den Kopf?“ er wusste nicht, wo das schon wieder her kam, doch nun war es raus. Er hatte gemerkt, dass der Australier in letzter Zeit oft in Gedanken war.

[bewacht das Feuer | Essen | Gespräch mit Dylan]
Nach oben Nach unten
Damian Masen

avatar

BEITRÄGE : 427
ALTER : 31 Jahre alt
HERKUNFT : Amerikaner, jedoch mit Spanischen Wurzeln
BERUF : Pferdetrainer

BeitragThema: Re: Wiesen und Felder   Mi 21 Jun 2017 - 21:27

Daian konnte sich ein gähnen kaum verkneifen. Den ganzen Tag nun war er schon auf den Beinen und hatte nicht wirklich auch nur eine Sekunde auf seinem Hintern gesessen, abgesehen von der Zeit wo dieser den Sattel berührte.
Natürlich war es sein Traum gewesen den Job des Vielseitigkeitslehrers zu übernehmen, abeer sein Tagesplan war jetzt noch straffer wie davor.
Immernoch ritt er das eine oder andere Schulpferd korrektur, da ein Trainer momentan fehlte. Seine alte Stelle war noch nicht wieder besetzt und bis dahin half Damian eben bei diesen Aufgaben, wenn er nicht gerade dabei war die nächste Unterrichtseinheit zu planen, seine Pferde zu trainieren oder mit Mai-Lin zu streiten... Denn leider taten sie momentan wirklich mehr dies wie alles andere... sie stritten.
Damian seufzte leise und sah dann Rebecca nach, die sich kurz entschuldigte und in Richtung der Wohnhäuser verschwand. Als sein Blick sich von der Hofleiterin abwand und wieder in Richtung Wiese wanderte, erblickte er Maili, die auf sie zu kam.
Eine Augenbraue des Spaniers hob sich, als er bemerkte wie nervös Maili war und gleichzeitig zog sich etwas schmerzhaft in seinem Unterbauch zusammen. Was würde jetzt kommen?

Noch ehe er etwas sage konnte bat Maili den Hofleiter um ein privates Gespräch mit ihm und schon trat sie wieder zur Seite und Damian blieb fast ncihts anderes übrig als ihr zu folgen. Auch wenn er etwas Angst hatte vor dem was jetzt kommen würde, so war er doch auch neugierig.
So nervös war Maili nicht einmal vor den Prüfungenn gewesen, was also brachte seine Freundin so aus der Fassung??? Sie war doch nicht etwa schwanger????
Als die Asiatin seine Hand nahm sah er ihr ebenfalls in die Augen und versuchte daraus zu lesen ob es was gutes oder schlechtes war, doch mit ihrer Frage hatte er nicht gerechnet!
"Was?", fragte er verwirrt. Warum wollte sie denn wissen ob er einen Anzug hatte? Sie wusste doch genau das er solch einen besaß.
Doch kurz drauf erklärte sich dies von alleine und Damian sah sie überrascht an.
"Du hast mit deinen Eltern telefoniert?", fragte er etwas überrascht und jetzt erschien ein offenes und ehrliches Lächeln auf seinen Lippen und seine Augen blitzten erfreut auf.
Liebevoll zog er Maili in seine Arme und gab ihr einen Kuss.
"Ich denke es wird eh Zeit für einen neuen Anzug und ich hoffe doch das du mir beratend zur Seite stehst wenn ich diesen aussuche!", meinte er und grinste sie an.
Er wusste genau wie wichtig Maili die Meinung ihres Vaters war und deshalb würde er sich von seiner besten Seite zeigen.Mr. Cheng würde schon nicht so schlimm sein wie alle sagten... zumindest hoffte er das.


(Tombola/Gedanken/ Maili)
Nach oben Nach unten
Mai-Lin Cheng
2. Lehrjahr
avatar

BEITRÄGE : 657
ALTER : 23 Jahre jung
HERKUNFT : Auch wenn man es mir nicht direkt ansieht, so bin ich doch Amerikanerin, geboren in der Stadt der Stars und Sternchen, L.A..
AUSBILDUNG : In eineinhalb Jahren werde ich professionelle Vielseitigkeitsreiterin sein.

BeitragThema: Re: Wiesen und Felder   Do 22 Jun 2017 - 13:55

Für eine Frau ihres Aussehens und ihrer Stellung hatte Mai-Lin nicht viele Beziehungen geführt. Sie war keine unbescholtene Jungfrau gewesen, bevor sie sich in Damian verliebt hatte, aber sie hatte auch nicht jede Chance ergriffen, die sich ihr geboten hatte. Und wenn sie sich ihren Trainer – was immer noch etwas seltsam war, da sie nie ernsthaft erwartet hatte, dass sich ihre geheime Phantasie einer Lehrer-Schüler-Beziehung einmal bewahrheiten würde – nun besah, den Hauch von Anspannung auf seinem Gesicht wahrnahm und das mit ihrem eigenen, viel zu laut schlagenden Herzen kombinierte, wusste sie nicht, ob ihr je eine Beziehung wirklich ernst gewesen war. Sie hatte sich nie vorstellen können, mit einem ihrer vorherigen Freunde lange zusammen zu bleiben. So lange es hielt, war es toll gewesen und die Trennungen hatten meistens weh getan, aber der Schmerz war schnell vergangen. Weil es nie die richtigen Männer gewesen waren und weil ihr klar gewesen war, dass da noch mehr kommen würde. Bei dem schwarzhaarigen Reiter, der sichtlich Mühe hatte, dem Kauderwelsch ihrer Aussage zu folgen, hatte sie das Gefühl nicht mehr. Sie hatte Angst, ja. Angst, dass ihre Welt wirklich nicht zu seiner passen würde, Angst, dass ihr Vater ihn für unter ihrer Würde erachten würde und Angst davor, sich nicht durchsetzen zu können. All diese Gefühle schnürten ihr auch nun den Magen zu, ließen ihre Hände, ihren ganzen Körper zittern. War es zu spät?
Damians irritierte Frage war nicht gerade die erhoffte Reaktion und Mai-Lin spürte, dass auch ihre Unterlippe gefährlich zu beben begann. Ein sicheres Zeichen, dass Tränen bereit waren, den Staudamm zu brechen, und – verdammt – wenn es zu spät für sie sein sollte, würde sie nicht vor Damians Augen und vor denen von Mister McKinley zu weinen anfangen, wie ein kleines Schulmädchen. Sie würde sich Shana schnappen und hoffen, dass die sie zuerst mit einer Umarmung und dann mit rationalen Worten dazu bringen würde, die Welt nicht mehr schwarz zu sehen. Aber sie würde nicht weinen!
Doch das Brennen in ihren Augen war überwältigend, als Damian sie an sich zog, sie die Wärme seines Körpers spürte und dann seine Lippen auf ihren. Eine einzelne Träne rollte in den Kuss hinein und Maili hatte das Bedürfnis, aufzuschluchzen vor Erleichterung.
„Natürlich werde ich das und für eine Krawatte und Schuhe und...“ Die Asiatin musste auflachen, als weitere Tränen in ihre Augen stiegen.


[Gedanken | Damian]
Nach oben Nach unten
Damian Masen

avatar

BEITRÄGE : 427
ALTER : 31 Jahre alt
HERKUNFT : Amerikaner, jedoch mit Spanischen Wurzeln
BERUF : Pferdetrainer

BeitragThema: Re: Wiesen und Felder   So 25 Jun 2017 - 16:57

Damian lachte leise in den Kuss hinein. Auch von seinen Schultern fiel eine enorme Anspannung ab, hätte er doch niemals erwartet, dass ihm die Beziehung zu seiner Schülerin so wichtig sein würde.
In den letzten Wochen und Monaten hatten er und Maili eine wirklich schwere Zeit durch machen müssen. Für ihn war es nicht einfach zu verstehen gewesen, warum Maili sich vor ihren Eltern nicht zu ihm bekennen wollte, dazu kam die Prüfungsphasen, seine neue Stelle als Trainer, was eine zusätzliche Belastung für die Beziehung dar stellte und die viele Arbeit rund um den Hof, doch jetzt erschien endlich ein Lichtstrahl am dunklem Horizont und der schwarzhaarige drückte seine Freundin nochmals liebevoll an seine brust ehe er sie los ließ und ihr die Träne von der Wange wischte.
Er würde also endlich ihre Familie kennen lernen und so wie es sich angehört hatte gleich beide Elternteile auf einmal. So schlimm konnte Mr. Cheng ja nicht sein oder etwa doch?
Darüber würde er sich jetzt keine Gedanken machen, dazu war noch Zeit genug, wenn der Termin fest stand.
Über Mailis Kopf hinweg sah Damian kurz zu den McKinleys und runzelte leicht die Stirn. Irgendetwas stimmte da nicht, doch das sollte nicht sein Problem sein.
"Was hast du denn später noch vor?", wand er sich wieder an seine Freundin und von seinen Chefs ab. Er hatte immerhin noch einen relativ langweiligen Abend vor sich, da wäre so ein kleiner Lichtblick ganz schön und er hoffte das Maili mal wieder die Nacht bei ihm verbringen würde.


(Gedanken/ Maili)
Nach oben Nach unten
Dylan McGath

avatar

BEITRÄGE : 60
ALTER : 32 Jahre alt
HERKUNFT : Australier
BERUF : Hufschmied

BeitragThema: Re: Wiesen und Felder   So 25 Jun 2017 - 17:14

Überrascht hob Dylan den Kopf als Darian ihn anstupste und grinste dann leicht.
"Ich hab nur an das letzte Unwetter gedacht. Wäre Charming Boy nicht so extrem schreckhaft wäre er Damian nicht durchgegangen und hätte ihn nicht verletzt. Es ist nichts schlimmes passiert, aber er hätte ihn auch am Kopf treffen können und dann hätte das ganze schon wieder anders ausgesehen. Vielleicht sollten wir Lawrence das wirklich mal anbieten.", überlegte er laut und starrte wieder in die Flammen.
Das gejohle vom Fußballplatz drang an sein Ohr und er sah in die Richtung. Das Spiel war im vollen Gange und eigentlich würde er ja schon gerne sehen wie sich Isaac so schlug. Das der Schönling sich für das Spiel gemeldet hatte, hatte doch alle sehr überrascht und Dylan konnte sich beim besten Willen nicht vorstellen, das der dunklehaarige sich seine Frisur bei einem Kopfballduell ruinieren würde.
Er sah wieder zu Darian und sah dem älteren sofort an, dass er so ganz mit seiner Antwort noch nicht zufrieden war und seufzte leise.
"In einem Stall etwa 50 Kilometer von hier steht eine Stute. Sie ist noch recht jung und irgendwie hat sie es mit angetan. Aber ich weiß nicht ob ich mir hier noch ein zweites Pferd leisten kann, also zeitlich gesehen und was der Chef dazu sagt... immerhin blockiert Bandit schon seine Box.", seufzte er und schob sich den Hut in den Nacken.
Was würde sein Westernkollege dazu sagen?
Es kribbelte ihm ja schon in den Fingern die junge Stute zu kaufen. Wie gerne würde er mal wieder richtig mit einem Pferd arbeiten. KLar trainierte er noch seinen Pinto, aber der Hengst war so routiniert und erfahren, er konnte ihm nicht mehr viel beibringen, nur schleifen und wiederholen, aber es reizte ihn mal wieder ein Pferd von Grund auf auszubilden.


(Gespräch Darian)
Nach oben Nach unten
Finnian McAllen
1. Lehrjahr
avatar

BEITRÄGE : 216
ALTER :
Beruflich habe ich mit 23 noch einiges vor.

HERKUNFT : Mein Ursprung liegt in den unberührten Weiten NEUSEELANDS, dort wo Natur noch Natur ist.
AUSBILDUNG : Wahrscheinlich ist PFERDEPFLEGER nicht mein endgültiger Beruf, aber er ist eine Bereicherung.

BeitragThema: Re: Wiesen und Felder   Do 29 Jun 2017 - 20:48

Warum musste Kommunikation nur so ein komplexes Thema sein? Finnian hatte schon früh mit dem Lesen begonnen und war dabei auch irgendwann über Kommunikationslektüre gestolpert. Die darin aufgeführten Theorien schienen ihm zwar meistens einleuchtend, aber in der Praxis gestaltete sich das ganze Unterfangen dann doch als sehr schwierig. So einfach, wie es klang, war es nun einmal nicht. Doch das hatten weder seine Lehrer, noch seine Dozenten oder Mitschüler begreifen wollen. Ihm war es nie leicht gefallen zu anderen Kontakt aufzunehmen, vor einer großen gruppe zu sprechen oder ein lockeres Gespräch zu führen. Dafür konnte er in Sekundenschnelle komplizierte Mathematikformeln lösen, an denen selbst seine Lehrer mehrere Stunden gesessen waren. Doch das hatte ihm nie geholfen, schnell Freunde zu finden, denn gemeinhin galt er als komisch. Und er hatte sich damit abgefunden, selbst wenn er in jungen Jahren die Einsamkeit gehasst hatte, so hatte er sie schließlich zu schätzen gelernt. Denn in der Regel ergaben sich in Gesellschaft ohnehin nur befremdliche Themen und Gespräche, denen er schleunigst wieder entkommen wollte. Ein eigenartiges Verhalten für einen jungen Mann seines Alters. Alle anderen Altersgenossen suchten gerade diese Gespräche über Frauen und die Leidenschaft, was Finnian immer nur zur Flucht trieb. Diese Männer redeten noch nicht einmal über die Liebe, die ihm seit jeher als sehr skurriles Phänomen erschienen war, sondern über das schlichte körperliche Erfassen einer Frau, die sich ihrer Lust hingaben. Den Neuseeländer hatte dies immer nur verstört.

Für seinen Geschmack war schon das Gespräch mit Blair relativ lange gegangen, doch Isabel wirkte nicht so, als würde sie an diesem Abend noch einmal von seiner Seite weichen wollen. Natürlich hatte der Blonde auch Erfahrung mit dem Interesse der Menschen an ihm gemacht, was meistens auf Studienzweke zurückzuführen war. Man wollte das sonderbare Subjekt McAllen studieren, um letztendlich eine Abhandlung über autistisches Verhalten in besonderer Form zu schreiben. Aber Isabel erweckte nicht den Anschein, als wäre sie wissenschaftlich an ihm interessiert, sonst wäre ihre Reaktion weitaus weniger 'menschlich' ausgefallen. Die Perplexität stand ihr ins Gesicht geschrieben, als sie begriff, dass Finnian sie nur schwer verstand. Umso verwunderlicher schien es jedoch, dass er problemlos ihr Französisch angenommen hatte, obgleich es sich nicht um sehr schwierige Vokabeln gehandelt hatte.
"Ein biologisches Phänomen. Der Körper steht unter Stress, schüttet zu viel Adrenalin aus und darüberhinweg werden die natürlichen Grundbedürfnisse vergessen oder übergangen." Vermutlich musste er Isabels Worte für sich noch einmal zusammenfassen, um ihren Inhalt genauer zu begreifen, immerhin hatte sich die Studentin eher schlicht ausgedrückt. "Nein, in der Tat nicht. Mein Kreislauf war immer einwandfrei, wenn man von gelegentlichen Ausrutschern absieht. Und - dir?" Aus Höflichkeit Nachfragen stellen - das hatte er inzwischen gelernt. Wirklich Freude bereitete es ihm aber immer noch nicht, doch wollte er Isabel nicht vergraulen. Schließlich wäre es ganz gut, wenn es hier ein Gesicht mehr gab, dass ihn nicht als gestört oder bescheuert abstempelte. Doch wäre es vielleicht auch gut, ein anderes Thema zu beginnen, um diesen kleinen Patzer zu überspielen. "Hast du eigentlich ein Pflegepferd? Und in welche Disziplin hat es dich verschlagen?" Er war schon so unoriginell wie all die anderen Pferdemenschen hier. Dabei wollte er doch genau das nicht. Aber es interessierte ihn wirklich, was Isabel mit ihrem scheinbar sehr intelligenten Silver so anstellte, wenn er nicht gerade Musik hörte. Von Finnian hatte man vermutlich irgendeine höhre Weisheitsfrage erwartet, die sich mit den großen Gesetzen der Mathematik und Chemie beschäftigte, doch genau das war nicht der Fall. Er verfiel nicht in Monologe, wie es viele seiner Arbeitsgenossen taten. Stattdessen begann er Interesse an Isabels Person zu fassen und konnte sich beinahe vorstellen, einmal etwas mit ihr zu unternehmen. Einen Ausritt oder so. Konnte es sein, dass er begann sie zu mögen? Dass er sie in seiner Nähe haben wollte? Nein, das war ausgeschlossen!
{Isabel}
Nach oben Nach unten
Darian O´Donneil

avatar

BEITRÄGE : 718
ALTER : Mit 35 Jahren zählt man noch nicht zum alten Eisen. Jedoch fühle ich mich manchmal viel älter.
HERKUNFT : Einer der letzten echten Cowboys. Glaub mir Partner, in meiner Heimat Nevada gibt es noch einige von meiner Sorte.
BERUF : Früher Besitzer einer stolzen Ranch, die mir manchmal fehlt. Heute hüte ich einen Sack Flöhe als Westernlehrer und versuche, ihnen etwas bei zu bringen.

BeitragThema: Re: Wiesen und Felder   Fr 30 Jun 2017 - 11:47

Darian konnte ein ausgewachsenes Grinsen nicht verbergen. Er wusste genau was der Australier meinte. Schließlich hatte er seine Pferde schon seit er denken konnte selbst ausgebildet und es war immer wieder eine Herausforderung der er sich gerne gestellt hätte. Nun ging er aber erst mal auf die erste Überlegung seines Kollegen ein „Ich denke wir sollten das nach den Festivitäten einmal ansprechen. Es schadet keinem Pferd etwas gelassener zu sein. Dann passieren schließlich auch weniger Unfälle. Auch wenn unsere liebe Tierärztin dadurch weniger Schulungsobjekte bekommt“ meinte Darian. Aber wahrscheinlich war es Lewis auch lieber, wenn es weniger ungewollte Unfälle gab. Schließlich waren einige vermeidbar, wenn die Pferde gelassener wären. Ging es ihm immer noch durch den Kopf.

Der Cowboy nahm einen Schluck aus seiner Bierflasche und sah den Australier eine lange Zeit lang prüfend an. Dann stellte er die Flasche bei Seite. „Es sollte gut überlegt sein, schließlich ist es eine weitere Kalkulation die hinzu kommt. Bevor du sie kaufst, solltest du dir das okay vom Chef holen und mehr als ein nein kannst du eh nicht bekommen“ meinte Darian aufmunternd „Und vielleicht kann sie ja eines Tages, wenn sie eine Fundierte Ausbildung hat ja auch hier und da als Schulpferd laufen“ überlegte der 35 jährige Australier und sah zu Dylan. Man musste sich wirklich darüber im Klaren sein, dass sie am Anfang mehr kostete als sie einbrachte. Das war etwas, was man lernte, wenn man seine eigene Ranch betrieb. Ging er in Gedanken durch und ließ seinen Blick kurz schweifen.

„Und was das Training angeht, kann ich dir gern unter die Arme greifen, wenn dich die Arbeit zu sehr einspannt.“ bot er dem Cowboy an. Schließlich hatte Darian Erfahrung mit dem Ausbilden junger unerfahrener Pferde. Es wäre auch für ihn mal wieder eine willkommene Abwechslung, aber er wollte Dylan nicht das Pferd streitig machen und bis jetzt war ja auch noch nichts entschieden, rief er sich im Geiste zur Ordnung. Immer noch lag ein feines Lächeln auf seinen Lippen.

[Gedanken | Gespräch mit Dylan]
Nach oben Nach unten
Isabel Preston
1. Lehrjahr
avatar

BEITRÄGE : 142
ALTER : SEIT KURZEM ERST 24 JAHRE ALT, ÄNDERTE SICH IHR ALTER AM 02.02.
HERKUNFT : GEBOREN IN KANADA, VERBRACHTE SIE DIE ERSTEN JAHRE IN QUÉBEC UND SPRICHT FLIESSEND FRANZÖSISCH.
AUSBILDUNG : SEIT LANGEM SCHON STREBTE SIE DIE AUSBILDUNG ZUR TIERÄRZTIN AN UND HAT DIES IN DIE TAT UMGESETZT.

BeitragThema: Re: Wiesen und Felder   Sa 1 Jul 2017 - 13:25

„Mon Dieu“, murmelte die Kanadierin leise, während sie erstaunt den Ausführungen des Neuseeländers lauschte. Ein biologisches Phänomen. Das war es tatsächlich, wenngleich diese kurze Erklärung seinerseits nicht unbedingt dazu beitrug, dass sie dieses Phänomen besonders sympathisch fand. Zudem, es war eine seltsame Entwicklung der Biologie. Isabel lächelte sachte, nickte knapp und neigte den Kopf, als er ausführte, dass er besagtes Phänomen bisher noch nicht am eigenen Leib erfahren hatte. Allerdings horchte sie auf als er die gelegentlichen Ausrutscher erwähnte und ihre hellen Augen richteten sich einen Deut interessierter auf den Blonden.
Allerdings wollte die Dunkelhaarige nun nicht gleich bei der ersten Begegnung allzu tief nachbohren, immerhin hoffte sie, Finnian noch ein wenig öfter zu sehen. Ein Wunsch, der in Hinblick auf die Gegebenheiten durchaus machbar wäre, immerhin war es nicht allzu unwahrscheinlich sich per Zufall in der Stallgasse zu treffen oder innerhalb des Schulgebäudes. Ein feines, sinnierendes Lächeln formte sich um ihre Lippen, ehe sie ihm antwortete.
„So beschrieben klingt es irgendwie weniger ...“, sie suchte ein passendes Wort und ließ ihre Hände leicht gegeneinander kreisen, um besagte Suche zu untermalen, „... beunruhigend.“ Verlegen ob dieser absurden Beschreibung blinzelte sie durch ihre Wimpern hindurch zu Finnian, der sich ob dieses seltsamen Gesprächs ebenfalls ein wenig unwohl zu fühlen schien. Sacrebleu! Das lief irgendwie nicht gut.
„Beneidenswert“, murmelte sie daher lediglich auf Finnians robusten Kreislauf bezogen und wünschte sich für verschiedene Situationen rückwirkend seinen Kreislauf. Auf seine Rückfrage hin wirkte er beinahe ebenso betreten wie sie, sodass Isabel beschloss, dieses Thema vorerst ruhen zu lassen. Offensichtlich würde er es nicht benötigen, dass sie ihm etwas hinter die Bühne brachte, ergo würde sie dieses Thema nicht weiter vertiefen.

Beinahe erleichtert atmete sie auf und löste ihre angespannten Schultern vorsichtig ein wenig, als er auf weniger verfängliche Themen zu sprechen kam. Pflegepferde und Reiterdisziplinen. Un jour ..., dachte sie lautlos seufzend, irgendwann einmal würde sie womöglich auch mit Finnian tiefer greifende Gespräche führen. Aber nicht heute. Nicht jetzt, wo sie sich gerade erst kennenlernten. Unbewusst glaubte Isabel, dass er ein ausgesprochen eloquenter Gesprächspartner sein konnte, sofern es das richtige Thema war. Vorerst schien er jedoch bemüht zu sein, sie nicht zu vergraulen - und sie hielt es ebenso.
Verbündete konnte man stets gebrauchen, Freunde umso mehr. Die junge Kanadierin lächelte erneut, rieb sich unbewusst über den Arm und beschloss, ihn ein wenig zu fordern. „Was ist mit dir?“ Sie leckte das Haupt zur Seite, der Schalk tanzte für einige wenige Sekunden in den hellen, grünen Augen, welche geradewegs die blauen Augen des Neuseeländers taxierten. „Eines meiner Pferde 'kennst' du inzwischen.“ Sie setzte das Kennen bewusst in Anführungszeichnen, denn bis auf den Umstand, dass er Geige liebte, kannte er das Pferd ja noch nicht persönlich. Sie lächelte, hob fragend die dunklen Augenbrauen. „Da wäre es nur fair, dass du mir etwas über dich erzählst, bevor ich weiter erzähle.“
Isabel war sich bewusst, dass sie Finnian damit eventuell wieder zurück in seinen Kokon trieb, hoffte jedoch, dass er dem bereits gewachsen war. Andernfalls würde sie eben wieder zwei Schritte zurück gehen, ähnlich wie anfangs mit Highness, wenn dieser wieder sein überschäumendes Temperament zeigte. In liebevoller Erinnerung verzog Isabel die Lippen, horchte auf, als ein weiteres Tor fiel und sah auf die Bühne, auf welcher bereits die ersten Geräte aufgebaut waren.


[Finnian | Gespräch]
Nach oben Nach unten
 
Wiesen und Felder
Vorheriges Thema anzeigen Nächstes Thema anzeigen Nach oben 
Seite 3 von 4Gehe zu Seite : Zurück  1, 2, 3, 4  Weiter
 Ähnliche Themen
-
» Wiesen und Felder
» Welche Statue ist 2x2 Felder groß?

Befugnisse in diesem ForumSie können in diesem Forum nicht antworten
+Heaven Meadows Stable+ ::  :: » Umgebung-
Gehe zu:  

SISTERS: