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 Stuten- und Wallachkoppeln

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Lawrence McKinley
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BEITRÄGE : 989
ALTER : Die Zeit ist das Kostbarste, was wir haben, deswegen achte ich auch nach 52 Jahren noch sehr genau auf sie.
HERKUNFT : Als Heimatliebhaber habe ich Kalifornien immer die Treue gehalten.
BERUF : Der Verantwortung als Hofleiter und Dressurlehrer kann und sollte man sich nicht entziehen.

BeitragThema: Re: Stuten- und Wallachkoppeln   Mo 25 Mai 2015 - 18:28

Es war ein verdammt schwieriges und auch verflixtes Thema, das Lewis gerne lange Zeit aufschob. Doch dieses Jahr standen noch andere große Dinge an, die geplant werden wollten, weswegen sie die Pferdeverteilung nun schon in Angriff nehmen mussten. Und je länger er sich mit dem Gedanken befasste, wer zu wem passte, desto unentschlossener wurde er.
Nach einer Weile hatte Charming Boy sie ausfindig gemacht und kam zum Zaun gelaufen, dicht gefolgt von Nirvana, die gerne allerhand Schabernack mit ihm trieb. Die beiden waren schon sehr niedlich anzusehen. Unter einem Lächeln strich Lewis der jungen Stute über den Nasenrücken, während sie ihm den Kopf entgegenstreckte und sich liebkosen ließ. Derweil hatte Charming Boy den Kopf zu Becca gereckt und war ganz offensichtlich auf der Suche nach ein paar Leckereien. Dem Hofleiter entrang ein Lachen, als der Achal Tekkiner immer fordernder wurde, weil er nichts fand. Die Pferde waren ihm immer wieder eine Bestätigung, dass es das Richtige gewesen war, sie alle aufzunehmen. Bisher hatte er es bei keinem einzigen bereut und auch wenn der ein oder andere ein harter Fall gewesen war, heute waren sie alle vergesellschaftet und es gab nur noch selten Unruhen. Der 50-Jährige wusste, dass aus diesem bunten Haufen von Spitzensportpferden und vermeintlichen seelischen Wracks eine exzellente Auswahl an Lehrmeistern hervorgegangen war. Ohne mit der Wimper zu zucken, konnte er sie heute alle guten Gewissens vermitteln, ohne Gefahr zu laufen, dass einer in falsche Muster zurückfiel. Vorausgesetzt man behandelte sie wie ein Pferd mit dem nötigen Respekt.
"Das ist sicherlich die vernünftigste Entscheidung. Ich bitte die beiden in den nächsten Tagen ins Büro dazu." Rebeccas Vorschlag erschien Lawrence als die beste Lösung für diese merkwürdige Situation von Raven-E.G.-Ava-Thunderbird. So ganz verstand der Hofleiter nicht, was es an dem zum Verkauf angebotenen Fuchswallach auszusetzen gab, der sich prima mit Ava entwickelt hatte und sie sicherlich noch weiter fordern würde. Wieso wollte Raven dann den weitaus in sich gekehrteren Thunderbird, der zwar gute Veranlagungen hatte, aber dennoch nicht die gleiche Qualität eines E.G.? Gewöhnlich hasste Lawrence es Pferde abzuwerten, da sie alle einem exzellenten Charakter hatten, aber sportlich gesehen bot E.G. für eine so engagierte Reiterin wie Ava einfach die besseren Möglichkeiten.
Die Erwiderung auf seinen Vorschlag von Korbinian für William von Rebecca musste Lewis schmunzeln. Sie hatte ja recht; er würde die richtige Entrscheidung treffen, aber bis dahin war es wohl noch ein längerer Weg. "Da Ciara nur Western reitet, wird es das wohl werden... Es würde allerdings auch bedeuten, dass wir anschließend Amy und Cowboy getrennt vermitteln müssen, was schier unmöglich ist, auch wenn Patrick hervorragende Arbeit geleistet hat. So weit sind sie noch nicht. Man könnte Ciara Capt'n Jack geben und Emma noch Pretty Boy. Doch dann würde es für Patrick wieder ein Problem geben..." Der Hofleiter fuhr sich durch die Haare, stellte sich bei den Westernreitern wirklich ein ernsthaftes Problem dar. Ein weiteres Westernpferd zu kaufen, hatten sie eigentlich nicht vorgehabt, aber die Situation hier war schlichtweg zu verzwickt.


{Nirvana&Charming Boy | Westernpferde}
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Rebecca McKinley

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ALTER : Ich kann auf 45 Jahre Lebenserfahrung zurückblicken und eben die weitergeben.
HERKUNFT : Die Stadt, die niemals schläft hat mich geprägt, aber nicht zu einer typischen New Yorkerin gemacht.
BERUF : Zusammen mit Lawrence leite ich den Hof als Stellvertretende Hofleiterin, davon abgesehen lehre ich Springreiten.

BeitragThema: Re: Stuten- und Wallachkoppeln   Mo 25 Mai 2015 - 19:25

Charming Boy bemerkte Rebecca trotz des Blicks, den sie über die Herde hatte schweifen lassen, erst, als sie sich praktisch Auge in Auge mit seinen Nüstern befand. Mit einem leisen Lächeln fuhr sie ihm über die Stirn und ließ ihn die Nüstern auf der Suche nach Leckerchen an ihrer Hand entlang führen. In ihrer Hosen- und Handtasche befanden sich tatsächlich einige Plättchen Traubenzucker, da sie nie sicher sein konnte, dass nicht doch eine Unterzuckerung wegen ungewohnter Anstrengung hinter der nächsten Ecke lauerte, doch in der Hinsicht war sie streng. Eigentlich teilte sie ja alles, aber mit den Kohlenhydraten bei einer möglichen Unterzuckerung ging das einfach nicht. Undenkbar, einmal ohne Cola, Zucker und co. und dann am besten noch allein dazustehen... so musste sich der Achal Tekkiner mit Streicheleinheiten begnügen, obwohl ihm das wirklich nicht zu schmecken schien. Als er begann, die Springreiterin anzuknuffen schob sie den Kopf bestimmt, aber nicht grob zur Seite. Lewis schien mit seiner pferdigen Bewunderin mehr Glück zu haben. Nirwana schien sich mit Streicheleinheiten zu begnügen.
„Gut. Ich bin überaus neugierig, was dahinter steckt!“, antwortete Rebecca mit einem kurzen Grinsen. Ja, neugierig war sie definitiv und im Bezug auf Zwischenmenschliches sogar noch etwas mehr.

„Emma hat Pretty Boy aber schon als Pflegepferd“, erinnerte die Mittvierzigerin ihren besten Freund. „Aber vielleicht ist das grade gut so. Wir haben sehr wenige Westernpferde, dafür aber inzwischen viele Reiter, obwohl Darian mir da entschieden widersprechen würde. Bei ihnen können wir eben nicht so vielfältig wechseln wie bei den Dressur- und Springpferden. Patrick kann also die beiden behalten, soll aber noch gezielter auf eine mögliche Trennung hinarbeiten. Ciara bekommt Jack und Pretty Boy kann bei Emma bleiben. Mit Willow wird sie wohl mehr als genug zu tun haben, um sein Vertrauen wirklich zu gewinnen.“ Das Lächeln auf Beccas Lippen verbreitete sich. Der Westernreitlehrer würde sich riesig freuen und allein die Vorstellung davon ließ eine alles erfüllende Euphorie in der Stellvertretenden Hofleiterin hochkommen, wie eine Blume im Zeitraffer wachsen konnte. „Lassen wir ihn etwas im Ungewissen, damit die Überraschung größer wird, ja?“, schlug sie breit grinsend und mit leuchtenden Augen vor. Überraschungen waren beinahe so gut wie Neues über seine Azubis, Schüler, Freunde und Verwandte zu erfahren. Manchmal vielleicht sogar besser.
Wieder streckte Charming Boy seinen Kopf über den Zaun, fand nun Rebeccas Umhängetasche, an deren Träger man prima knabbern oder lutschen könnte. Ein leises Lachen konnte die Reiterin sich nicht verkneifen, woraufhin Nirvana gleich die Ohren stellte. Die Schimmeldame war jung, eine der jüngsten in der Herde. Eigentlich perfekt für einen angehenden Bereiter...
„Nirvana wäre etwas für Shana McCormick, findest du nicht? Isaac hält ja doch einiges von ihr, da können wir ihr wohl auch mal ein sehr junges Pferd anvertrauen.“


[die Neugiergen Wink / Westernpferde / Nirvana]
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Lawrence McKinley
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BeitragThema: Re: Stuten- und Wallachkoppeln   Mo 25 Mai 2015 - 23:09

Kaum hatte Charming Boy begonnen ein wenig an Rebeccas Ärmeln herumzulutschen, da folgte Nirvana seinem Beispiel und versuchte Ähnliches bei Lawrence, der aber kopfschüttelnd den Arm wegzog und ihr seicht den Hals tätschelte. Dass die junge Stute das Verhalten des Älteren übernahm, war nichts Neues und eigentlich auch nicht verwunderlich. Nirvana war früh zu ihnen gekommen und hatte lange Zeit nicht eingeritten werden können, weil sie langsam im Wachstum war. es war zu riskant gewesen, sie dem Gewicht eines Reiters auszusetzen, sodass Lawrence und Rebecca beschlossen hatten, mit ihrer Ausbildung noch zu warten. Im letzten Jahr war sie eine Weile unter Callum Moreno gelaufen, der erste Grundsteine für die langfristige Arbeit mit ihr gelegt hatte. Natürlich hatte zuvor schon der ein oder andere Bereiter auf ihr gesessen, um sie für die Azubis etwas "vorzuformen". Callum hatte dieses Lehrjahr jedoch leider nicht bestanden und anstatt einfach zu wiederholen, hatte der junge Reiter seine sieben Sachen gepackt und war zum Bedauern aller gegangen. Wenn auch der Verlust an Reitern, die den Ansprüchen nicht gewachsen gewesen waren, überschaubar blieb, so bedauerte es Lawrence doch, dass sie es nicht in die letzten, alles entscheidenden Prüfungen geschafft hatten.
"Mir wäre es ganz Recht, wenn sich vielleicht Ciara Hidalgo annimmt, anstelle Jacks. Der Gute ist nun das komplette Jahr reiterlos gewesen und kann durchaus mal ein wenig wieder gefordert werden, sonst kommt er weiterhin nur auf Dummheiten." Hidalgo hatte erst vor Kurzem Darian runterbuckeln wollen, als dieser ihn nach langer Zeit wieder bewegen wollte. Das Quarter Horse benötigte einfach wieder etwas mehr Forderung. "Zudem glaube ich, dass die beiden gut zusammen passen könnten. Bei Emma bliebe somit nur die Frage, ob sie Pretty Boy oder Jack behält." Damit spielte er auf die Distanziertheit von Ciara und Hidalgo ab, die sowohl die Pflegerin als auch den Wallach auszeichneten. Erstaunlicherweise zeigte Hidalgo stets ein äußerst unnahbares Verhalten, das schier keinerlei Emotionen zuließ. Umso spannender würde es also sein, wenn Ciara auf ein ebenso verschlossenes Pferd traf. Willow war ja gemüttechnisch eher zart beseitet. "Oh wir lassen sie alle im Ungewissen und schmieden einen Komplott." Der Hofleiter lachte leise, als er auf Becca's Vorfreude etwas erwiderte. Er wusste zu gut, wie sehr seine Vertretung diese Geheimnisspielchen liebte und er würde ihr diesen Wunsch auch nicht abschlagen, dass man auch die Kollegen im Ungewissen ließ. Schließlich hatte es irgendwo auch für ihn einen gewissen Reiz.
"Daran hatte ich in der Tat auch schon gedacht. Ich denke, dass Shana und auch unser geliebter Isaac ganz schön was mit der jungen Lady hier zu tun haben werden, wenn sie wieder ausgiebig den Hallensand beschnuppert, der doch gar so fremdartig ist." Er musste schmunzeln, während er dies sagte und weiterhin Nirvanas Kopf in den Händen hielt. So einige Male hatte Isaac geflucht, als er auf Nirvana saß, weil diese sich einfach von allem ablenken ließ. Der Gedanke, den Bereiter ein wenig an die Grenzen seiner nervlichen Resistance zu treiben, entlockte dem Hofleiter abermals ein Lachen. Und er war sich sicher: Becca gefiel dieses Bild ebenso gut.


{Pferdeverteilung}
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BeitragThema: Re: Stuten- und Wallachkoppeln   Di 26 Mai 2015 - 20:48

„Davon hast du mir gar nichts erzählt!“, warf Rebecca Lawrence vorwurfsvoll vor. Sie hatte nicht einmal mitbekommen, dass Darian sich auf den Wallach hatte schwingen wollen. So war es nun kaum verwunderlich, dass sie die Augen aufriss und einen Anflug von Sorge verspürte, obwohl Lewis' Worten zu entnehmen war, dass es bei dem Versuch geblieben war. Darian war ein hervorragender Reiter, der auch mit komplizierten Pferden zurecht kam. Trotzdem war es niemals angenehm, auf einem Pferd zu sitzen, das sich in den Kopf gesetzt hatte, seinen Reiter loswerden zu wollen. „Unter dem Gesichtspunkt soll sich Ciara ihm wirklich annehmen! Dann würde ich eher Capt'n Jack für wechselnde Reiter lassen. Pretty Boy ist jünger und vielleicht ein angenehmer Kontrast zu Willow.“

Beim Lachen des Hoftleiters lief ein altbekanntes, aber in dieser Situation sehr neues Kribbeln über den Körper der Mittvierzigerin und ihr Lächeln bekam einen anderen Beigeschmack. Es wurde nicht wirklich breiter, aber intensiver, zärtlicher. Unbewusst rückte sie ein Stückchen näher zum Hofleiter, sodass sich ihre Arme berührten. Ein gutes Gefühl. Ein wenig abwesend strich sie Charming Boy über die Nüstern, doch die Ohren des Pferdes verrieten, dass die beiden Menschen allmählich langweilig wurden, wenn sie nicht bald mit Futter herausrückten. Dass sie hier gerade über das Ende ihres Lotterlebens verhandelten, konnten sie ja nicht ahnen. Ob sie dann bei ihnen geblieben wären oder lieber ihre reiterlose Freiheit genossen hätten, wusste Rebecca nicht.

„Patrick, Emma, Ciara und Ava mit Fragezeichen hätten wir also Versorgt. Den Prinzen dann für William? Machen wir den Schüchternen zum feinfühligsten Reiter auf dem Hof?“, fasste Rebecca die Ergebnisse zusammen und ließ den Blick wiederum über die Herde schweifen. „Fehlen noch Camille, falls diese dein Angebot nicht annimmt, Miranda, Joana, Lilian, Sophie und Noah, oder? Habe ich jemanden vergessen?“


[Pferdezuteilung]
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BeitragThema: Re: Stuten- und Wallachkoppeln   Di 26 Mai 2015 - 21:21

Abrupt hörte Lewis auf Nirvana zu streicheln, als Rebecca ihm vorwarf, er hätte ihr nichts von Darians Reiterversuch erzählt. Ihm war es schleierhaft wie er das hatte vergessen können, aber es war offensichtlich geschehen. Denn er zweifelte eher als an Beccas Denkkraft. Somit senkte er schuldig den Blick. "Das muss ich vollkommen vergessen haben. Die letzten Tage war viel los... Ich bin ein alter Mann, verzeih mir bitte diese Vergesslichkeit." Ob dieses Flehen in seinen braunen Augen nur gespielt oder echt war, war wahrlich schwer zu sagen.
Als sich ihre beider Arme berührten, sah Lawrence kurz auf die Stelle, an der die Wärme von Beccas Haut auf seine überströmte und ein sanftes Lächeln umspielte seine Züge. Noch immer wussten nur wenige auf dem Hof, dass sich die beiden Hofleiter inzwischen zunehmend angenähert hatten. Von seinem weiteren Vorhaben einmal ganz zu schweigen.
"Warum nicht? Es sei denn er kauft Lewandje. Dann wäre es vielleicht geschickter, ihm als Ausgleich ein etwas ruhigeres Pferd zur Seite stellen, da er mit Stella ja nicht mehr wirklich trainieren kann. Camille hat mir für Goldfever vorhin abgesagt, er bleibt uns also erhalten." Nachdenklich betrachtete der Hofleiter die Reitschulpferdherde, während er die Fakten gegeneinander abwog. "Raven und Noriko hast du vergessen. Mai-Lin wünscht ebenso dieses Jahr ein Reitschulpferd, da Herbsttänzer auch nicht mehr der Jüngste ist. Zudem brauchen wir auch ein geländesicheres Pferd für Fabbri. Für Sophie würde ich Mockingjay vorschlagen, wenn er eingezogen ist. Noah sollte durch Red Chili Hotspot gefordert werden. Beides Pferde, die jedoch noch nicht auf dieser Koppel stehen. Für Camille dachte ich an Champagne Showers?!"
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BeitragThema: Re: Stuten- und Wallachkoppeln   Di 26 Mai 2015 - 22:10

Wie schaffte es dieser Mann bloß, dass sie ihm nach einem einzigen Blick schon verzeihen konnte? Es war ihr absolut unbegreiflich, aber vielleicht sollte sie daran auch nichts ändern wollen. Es machte ihr das Leben leichter und angenehmer, wenn nur der Nachhall von Sorge und ein wenig Ärger blieb. Sie wusste schließlich selbst, wie viel es in letzter Zeit zu tun gab – nicht selten war sie vollkommen erschöpft ins Bett gefallen und einmal sogar ohne das Licht zu löschen. Trotzdem musste man sie über solche Sachen informieren. „Sollte so etwas wieder passieren, sag es mir einfach gleich, dann vergisst du es auch nicht. Wobei ich hoffe, dass ich nur von wunderbar ausgeglichenen Pferden zu hören bekomme!“, erwiderte sie ernst, aber gleichzeitig auch mild. Solange es bei solchen einmaligen Dingen blieb, war es verzeihlich. Aber gnade ihm Gott, wenn er das zur Gewohnheit werden ließe!

Mehr als sie es sah, spürte Rebecca, wie sich Lawrence entspannte. Für Außenstehende mochte es so aussehen, als gingen sie wie zuvor miteinander um, doch dem war nicht so. Die Berührungen waren häufiger geworden und selbst die kleinsten hatten plötzlich eine andere Bedeutung gewonnen. Sie wusste, dass sie nicht mehr allein war, dass ihre größte Furcht besiegt war und sie der Zukunft gelassen entgegenblicken konnte. Mit Lewis würde sie keine Überraschungen wie mit Shaun erleben, dazu kannte sie ihn zu lange und auf zu vielen Ebenen.

„Also stellen wir William nocheinmal zurück, bis du seine Zu- oder Absage erhalten hast“, nickte Becca langsam. „Mit den Rennpferden bin ich einverstanden. Sophie können wir Battle Admiral geben. Schade, dass Camille absagen musste, die beiden haben sich wirklich fantastisch entwickelt. Champagne wird sich bei ihr aber auch wohl fühlen, hoffe ich. Fakir könnte für Fabbri passen... sicher bin ich mir da aber nicht. Miranda wird auch schwierig... Blue Girl würde wohl noch am besten passen, damit ihre Hilfen etwas besser gezielter werden. Wenn Mai-Lin uns versichern kann, dass sie Herbsttänzer trotzdem ausreichend bewegen wird, können wir ihr ein weiteres Pferd anvertrauen. Hast du mit Daniel gesprochen, wer zu ihr passen würde und einen guten Kontrast zu ihrer Stute bilden wird?“
Rebecca fuhr sich durchs Haar, als wieder etwas Wind aufkam und ihre Mähne zerzauste. „Wollen wir im Gehen weiterreden. Wir können um die Weide herum zu den Hengsten. Dann haben wir die Pferde noch im Blick, stehen aber nicht so untätig herum und unter den Bäumen dürfte es heute herrlich sein.“


[Pferdeverteilung / Vorschlag]
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Lawrence McKinley
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BeitragThema: Re: Stuten- und Wallachkoppeln   Sa 30 Mai 2015 - 19:30

Ohne es damals zu merken, hatte sich Lawrence in das Anwesen seines Großvaters verliebt, auf dem er zu Kindheitszeiten so oft die Ferien verbracht hatte. Die HMS waren immer etwas Besonderes gewesen, es war eine andere Welt, ein schillernder Ort voller Stars und Champions. Die Rennpferde, die hier früher täglich bewegt wurden, die weiten Wiesen auf denen die Jährlinge standen, das alles würde in seiner Erinnerung wohl niemals verblassen. Übrig geblieben war von den vergangenen Zeiten lediglich die restaurierte Rennbahn und das Haupthaus. Der Rest war vollkommen neu erbaut worden und es erinnerte nicht mehr viel an die erste HMS-Generation, somit war nur eines geblieben: der Flair. Wenn Lewis so auf die Wiesen und die Pferdeherde hinaus sah, dann hätte er beinahe die jungen Hengst miteinander toben und grasen sehen, die ihre langen Beine noch nicht so recht zu steuern wussten. Mit einem träumerischen Lächeln wandte er sich schließlich vom Zaun ab und ging auf Rebeccas Angebot, eine Runde um die Koppel zu drehen, ein. Ein bisschen bewegung hatte bisher noch niemandem geschadet und beim Laufen würde sicherlich auch sein Denkaparat etwas besser in Gang kommen.
"Ob Fabbri und Fakir so gut harmonieren würden, weiß ich nicht. Ich schätze Fakir braucht einen ausgeglicheneren Reiter, der ihn mehr fordert und nicht nur ab und an ins Gelände geht... Mit Daniel habe ich mich schon einmal kurz geschlossen. Wir dachten beide zunächst an Covered in Stardust, aber er meinte, dass sie auch mit Charming Boy einiges zu tun hätte. Wenn ich ehrlich bin, würde es mich sehr interessieren wie sich unser Koppelclown bei ihr machen würde." Unter einem Lachen sah er zu dem Achal tekkiner Wallach zurück, der zuvor noch an Beccas Armen herumgeknabbert hatte. Wer die Wahl hatte, hatte bekanntlich auch die Qual. Doch auch bei den Westernpferden, wo die Wahl begrenzt war, hatten sie eine Qual. Um die Verteilung der sechs Pferde in diesem Bereich konnten sie sich aber getrost im Büro kümmern.
Nun liefen sie ersteinmal ein ganzes Stück zwischen den beiden Koppeln entlang und nach einer Weile, streckte Lewis vorsichtig die Hand aus und schob seine Finger zwischen die von Becca. Hier draußen würde sie niemand sehen, da ohnehin alle wie verschollen waren und der Hofleiter konnte sie kaum einen besseren ort für sein Vorhaben vorstellen, als den Blick auf den Hof und die Pferde vom "Gipfel" des seichten Hügels, den sie nun hinauf liefen. Zaghaft drehte er den Kopf zu seiner Kollegin und lächelte sie liebevoll an, in diesem Moment sprach sein Blick vermutlich Bände. Es war lange her, dass seine Augen so vor Glückseligkeit gestrahlt hatten und es war noch länger her, als eine Frau der Grund dafür gewesen war.


{Erinnerungen | Pferde | Spaziergang | Becca}
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BeitragThema: Re: Stuten- und Wallachkoppeln   Sa 30 Mai 2015 - 21:22

Eine sanfte Brise spielte mit den Blättern der Bäume, ließ sie verschlungene und tanzende Muster auf den Boden malen und auch auf die schimmernden Fälle der Pferde, die sich so weit an den Zaun herangewagt hatten, dass sie in den Genuss dieses Schauspiels, das sie wohl nicht zu schätzen wussten, kamen. Rebecca betrachtete die Landschaft und erinnerte sich daran, wie sie zum ersten Mal auf den Hof gekommen war, beladen mit ihrem Hab und Gut und noch mehr Ideen für die Zukunft. Es war nicht sofort eine Heimat gewesen, denn eine solche hatte die Reiterin schon seit einigen Jahren nicht mehr in Orten gefunden, sondern in Menschen und vor allem Tieren. Snow White und Wizard waren damals schon einige Zeit lang an ihrer Seite gewesen und, wo sie waren, da war auch Heimat. Doch je länger sie auf dem Hof gewesen war, je mehr Gebäude aus dem Boden gewachsen waren und je näher ihr gemeinsamer Traum seiner Erfüllung gekommen war, desto stärker war das Gefühl geworden, hier zu Hause zu sein. Sie hatte die weiten Felder, das Ambiente und den Gedanken dahinter lieben gelernt. Nein, sie konnte sich keinen anderen Ort mehr vorstellen, an dem sie im Augenblick leben wollte. Und auch keinen anderen Mann, mit dem sie hier sein wollte.
Seite an Seite mit Lawrence schritt sie an den Weiden vorbei, spürte die Sonne, den Frühling und ein Glück, das ihr beinahe zu Kopf stieg. Seine Worte hörte sie zwar, doch waren sie ihr vorerst nur ein Nicken wert, während sie den Kopf in den Nacken legte, um möglichst viel Sonne abzubekommen.
„Charming Boy dürfte gut für Mai-Lin sein“, stimmte sie dem Dunkelhaarigen zu, ehe sich ihre Stirn kurz kräuselte. „Wen würdest du Fabbri denn zuteilen? Disney World?“
Rebecca mochte die Fliegenschimmelstute ehrlich gesagt allein wegen ihres Namens. Immerhin gab es Gründe, die jedoch kaum rational waren, warum sie eine pechschwarze Katze Snow White genannt hatte und trotz neuer Beziehung immer noch in einem Minnie-Mouse-T-Shirt schlief. Aber auch so mochte sie die sanfte Stute und würde sie ungern ein weiteres Jahr lang reiterlos lassen.

Doch diese Gedanken rückten in den Hintergrund, als sich Lawrences Finger mit ihren verschränkten. Noch immer lief ein Kribbeln über ihren Körper, wenn sie sich berührten. Sanft drückte sie die größere, leicht schwielige Hand. Eine einzige Berührung von ihm ließ sie vollkommen ruhig werden, bis sie das Gefühl hatte, dass ihr nichts in der Welt etwas tun könnte. Sie wünschte sich, dass dieses Gefühl bleiben würde, auf ewig bestand hätte. Und als sie schließlich in seine Augen sah, das Lächeln der puren Glückseligkeit auf seinen Lippen bemerkte, durchrieselte sie ein Schauer aus Vorahnung und Aufregung. Ihr Herz schlug sicherlich nicht schneller, weil sie einen kleinen Hügel hinaufgestiegen waren. Nein, es wartete und sie hoffte, betete regelrecht, dass das Warten nicht nur eine Illusion war, dass die dunklen Augen des Mannes, dessen Hand sie nicht mehr loslassen wollte, nicht nur aus einer Laune heraus voller Liebe zu ihr hinabblickten.


[HMS / Pferdeverteilung / Lawrence]
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BeitragThema: Re: Stuten- und Wallachkoppeln   Sa 30 Mai 2015 - 22:04

Vielleicht waren die Hevan Meadows Stables so etwas, das man später mal sein Lebenswerk nennen konnte, wobei Lawrence diese Bezeichnung eigentlich nie auf einen einzigen Ort hatte festlegen wollen, da doch eigentlich das komplette Leben eines Menschen sein Werk war. Doch der Hof war ihm so sehr ans Herz gewachsen und eine Herzensangelegenheit, dass er meinen mochte, dies sei tatsächlich sein Lebenswerk und wahrscheinlich stimmte dies sogar.
Wenn er die Frau an seiner Seite betrachtete, dann wusste er, dass er mit der Erschaffung dieses Hofes das Richtige getan hatte, schon allein, weil sie dadurch wieder zusammen gefunden hatten. Es war schon ein wenig komisch, dass sie früher in all den Jahren niemals einander so nahe waren wie jetzt. Niemals hatten sie den anderen mit diesen Augen gesehen; waren stattdessen immer nur sehr gute Freunde, beinahe Geschwister oder Seelenverwandte gewesen.
"Disney? Die beiden könnten unterschiedlicher kaum sein, aber vielleicht ist das gar keine schlechte Idee. Möglicherweise kommt dann ja etwas Ruhe in den Kerl." Ein Lachen entrann dem 50-Jährigen bei Beccas Vorschlag, der im Nachhinein gar nicht mal so unklug war. Fabbri war einer der Gesellen auf dem Hof, der ständig in Bewegung sein musste und niemals Ruhe gab. Etwas, das manchmal schon sehr anstrengend sein konnte und so war Disney World mit ihrem ausgeglichenen und ruhigen Gemüt vielleicht genau das richtige Pferd für ihn. Zumal er mit Firesky ohnehin ein Tier mit Feuer unterm Hintern hatte.

Die Finger der Kollegin zwischen den seinen fühlten sich gut an. Die zierliche Hand in seiner, die schon so viele Springen geritten war. Es war, als würden sie sich schon ewig so nahe stehen und doch war es etwas vollkommen Neues. Hätte man ihm vor knapp einem Jahr einmal erzählt, dass es so weit kommen würde, er hätte nur lächelnd den Kopf geschüttelt, weil er den Glauben und die Hoffnung auf die wahre Liebe bereits aufgegeben hatte. Doch das war ein Fehler gewesen, denn das Leben hatte ihm in Becca gezeigt, dass noch nichts vorbei war. Dass er sich noch nicht dem Alter hingeben und Starrsinnig werden musste, sondern, dass er noch ein wenig Glück erfahren durfte. Und er hoffte inbrünstig, dass dieses Glück halten würde. Bis dass der Tod sie schied.
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BeitragThema: Re: Stuten- und Wallachkoppeln   Sa 30 Mai 2015 - 22:25

„Also Disney für Fabbri. Wehe ihm, er behandelt sie nicht gut!“, antwortete Rebecca und, obwohl sie eigentlich mit der Pferdeverteilung fortfahren sollten, verließ sie die Lust daran. Sie hatten viel geschafft und die Entscheidungen fühlten sich richtig an, also könnten sie auf jeden Fall eine kleine Pause machen. Oder auch eine größere. Mit Unmut Entscheidungen zu treffen, war selten eine gute Idee. Deshalb war es auch keine Zeitverschwendung, manche Dinge nach hinten zu verschieben. Rebecca hatte dergleichen nicht oft in ihrem Leben gemacht. Zögerlichkeit war ihr fremd, dazu war sie zu impulsiv, gab sich zu sehr und häufig ihren Gefühlen hin. Wenn sie sich ihren Weg nun besah, war das nicht immer gut gewesen. Andererseits hätte mehr Vernunft, mehr Zögern und mehr Grübeln sie jetzt nicht hierhergeführt und wenn, dann nur als Gast bei einem alten Freund. Nein, sie würde nicht über verschütteten Wein trauern, sondern neuen entkorken und auf die Zukunft trinken – wenn auch nur symbolisch.

Auf dem Hügel angekommen, blieb Rebecca stehen. Noch immer schlug ihr Herz zu schnell, eine Hitzewelle glitt über ihren Rücken und auch sie war nichts Äußerem geschuldet. Mancher würde es als naiv bezeichnen, dass sie sich nicht vorstellen konnte, dass nun etwas Negatives geschehen würde, aber sie konnte in Lewis' Miene nichts erkennen, was sie in Sorge versetzt hätte. Vielleicht einen Hauch von Ungläubigkeit, aber den konnte sie sich auch einbilden. Oder sie sah ihre eigenen Sehnsüchte in den braunen Augen gespiegelt. Womit hatten sie verdient, jetzt hier zu sein, auf die grasenden Pferde hinabblicken zu dürfen und die Gebäude des Hofes? Hand in Hand. Gemeinsam. Niemals hätte sie sich erträumt, dass es für sie wieder dieses Glück geben würde. Oder dass der Traum wirklich wahr werden würde.
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BeitragThema: Re: Stuten- und Wallachkoppeln   Mo 1 Jun 2015 - 17:13

Es war ein feines Schmunzeln, dass bei rebeccas Worten über die Lippen des Hofleiters glitt, der sich nur zu gut vorstellen konnte, wie sie zur Not Fabbri eigenhändig von Disney zog, wenn er zu viel von der Stute verlangte. Vom ersten Tag an hatte Rebecca die Fliegenschimmelstute besonders gern gemocht, warum das so war, wusste der Hofleiter zwar nicht, doch er konnte sich denken, dass es etwas mit ihrem Disney-Tick zu tun hatte. Die Stute mit dem ungewöhnlichen Namen hatte sich so allein dank ihres Namensgebers einen Platz im Herzen der Dunkelhaarigen gesichert. Lawrence nahm Becca ihren Tick nicht übel, denn irgendwo hatte jeder siene Macken und ein Mensch ohne Ecken und Kanten war kein Mensch mit dem man wirklich Spaß haben konnte. Spaß hatten sie in den letzten Wochen einigen gehabt. Oftmals hatten sie herzlich miteinander gelacht, sich amüsiert und selbst die Büroarbeit war dadurch erträglich geworden. Ja, es war tatsächlich so, dass Becca ihm das Leben versüßte und diese Süße wollte er niemals missen, da er sich ein Leben ohne sie nicht vorstellen konnte.
Es war wie eine Art Traum, als sie auf dem Hügel standen, sich umdrehten und auf das Anwesen sahen. Es war das Bild aus einem Traum, aus dem man niemals aufwachen wollte und es war zugleich so viel mehr. Es war ihr Traum. Ihr Leben. Ihr Werk. Als sich die Blicke der beiden Hofleiter begegneten lagen Lächeln auf den Lippen beider und Lewis war sich sicher, er würde sich immer wieder in diese Augen verlieben, die ihm gegenüber ruhten. Jeden Tag aufs Neue. Er wollte neben ihnen aufwachen und neben ihnen einschlafen und sie am liebsten immer um sich haben.
Hand in Hand gingen sie noch einige Schritte bis sie bei einem großen Ahorn angekommen waren unter dessen Blätterdach sie etwas kühlenden Schatten fanden. Es war doch relativ warm an diesem Tag. Kurz hatte Lewis Zeit eine kleine Schachtel aus seiner Hosentasche zu holen, als Becca sich von ihm abwandte, um alles in sich aufzusaugen. Dann führte er sie mit einer Handbewegung einmal um den Baum herum, wo sie vor einem Meer aus weißen Blütenblättern standen, die drei Worte formten. YOU ME FOREVER Bewusst hatte Lewis nicht die klischeehaften "Ich liebe dich"-Worte gewählt, sondern zu einer anderen Kombi gegriffen und noch bevor sich Becca zu ihm umdrehte, begann er zu sprechen. "Vermutlich ist auch dir nicht entgangen, dass wir beide und somit auch unser Verhältnis zueinander in den letzten Wochen stark verändert hat. Du bist nicht mehr nur meine Stellvertretung, nicht mehr nur meine beste Freundin und nicht nur meine Seelenverwandte, Becca. Du bist du Frau, in die ich mich seit all den Jahren zum ersten Mal wieder wirklich verliebt habe. Du bist diejenige, die mich komplett macht, die ich immer an meiner Seite haben will. Die meine Sonne, meine Welt und meine große Liebe zugleich ist. Und deswegen frage ich dich:" Er kniete hin, öffnete die Schachtel, die einen silbernen Ring mit einem winzigen, funkelnden Diamant beinhaltete und nahm Beccas Hand. "Willst du meine Frau werden?"


{Becca | Pferde | Baum | Blumenmeer | Antrag}
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ALTER : Ich kann auf 45 Jahre Lebenserfahrung zurückblicken und eben die weitergeben.
HERKUNFT : Die Stadt, die niemals schläft hat mich geprägt, aber nicht zu einer typischen New Yorkerin gemacht.
BERUF : Zusammen mit Lawrence leite ich den Hof als Stellvertretende Hofleiterin, davon abgesehen lehre ich Springreiten.

BeitragThema: Re: Stuten- und Wallachkoppeln   Mo 1 Jun 2015 - 17:15

Die Kühle des Waldes empfing sie, als sie zwischen die Bäume traten. Erst jetzt wurde Becca bewusst, wie warm es doch schon war, obwohl die Sonne noch nicht ihre volle Kraft entfaltet hatte und der wirklich heiße Sommer noch eine Zeit lang auf sich warten lassen würde. Doch schon jetzt lag das Versprechen von Hitze und Sonne in der Luft und in diesem Bewusstsein atmete die Mittvierzigerin die frühlingshaften Düfte des Waldes umso tiefer in sich hinein. Ihr war, als schmecke sie den Wald auf der Zunge, hörte einige kleine Tiere, die in der von Menschen wenig angegriffenen Natur lebten, und zumindest beim Gesang der balzenden Vögel konnte sie sich sicher sein, dass nicht nur ihre Phantasie mit ihr durchging. Mehr als einmal schon war sie hier entlang gegangen oder geritten, wenn sie Wizard nach dem Training noch etwas entspannen wollte. Dennoch war der kleine Hain aus Ahornbäumen, auf den Lawrence zuhielt, stets einer der Orte, die sie nicht zu faszinieren aufhörten. Sie war gern auf der kleinen Lichtung, erinnerte sich daran, dass sie unter den Zweigen auch damals gesessen hatten, als sie überlegten, wo man welche Erweiterung des Hofes vornehmen könnte und um sich ihren Visionen hingeben zu können. Eigentlich war es also wenig verwunderlich, dass Lewis sie hinter den Baum führte, doch etwas an seiner Haltung hatte sich verändert.
Der Grund dafür verschlug Rebecca die Sprache.
Sie fand sich in einem Meer aus weißen Blüten wieder. Ihr Hals war wie zugeschnürt und, sooft sie auch schluckte, es war ihr unmöglich, ihn wieder freizubekommen. Sie sah die Worte an, verstand den Sinn dahinter, doch ihre Bedeutung wurde ihr erst langsam bewusst. Wäre ihr Kopf nicht wie leer gefegt gewesen, hätte sie sich vielleicht mit Banalitäten beschäftigt wie der Frage, warum diese Worte, wie lange hatte Lawrence gebraucht, bis er dieses Arrangement getroffen hatte und bedeutete es wirklich das, was sie glaubte? Ihre Hände wurden feucht und einen Moment lang wagte sie kaum in die Richtung von Lawrence zu blicken. Doch dieser Augenblick währte nur Sekunden, dann musste sie ihn ansehen, obwohl ihr die Augen bereist verdächtig brannten.
Spätestens bei seinen Worten begann die Welt zu verschwimmen. Rebecca schlug eine Hand vor den Mund, die andere verweilte in der von Lawrence. Ein Großteil der Worte wurde von einem einzigen Gedanken verschluckt, den sie nur mühsam zurückhalten konnte. Nichts, rein gar nichts hatte dieser Antrag mit dem zu tun, den Shaun ihr damals gemacht hatte, und allein deshalb wollten die entscheidenden Worte vor der eigentlichen Frage über ihre Lippen. Ja, oh mein Gott, ja! Doch sie wartete ab, konnte sich jedoch nicht gegen das breite Lächeln wehren oder gegen die Tränen, die ihre Wimperntusche verschmierten. Die Details des Ringes konnte sie schon nicht mehr sehen, aber sie wusste, dass sie ihn noch lange würde betrachten können. Jeden Tag, bis er gegen einen anderen getauscht werden konnte.
„Ja, ja. Ich will“, schluchzte sie auf, zog ihren Verlobten auf die Beine und schlang die Arme um seinen Hals.
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Lawrence McKinley
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ALTER : Die Zeit ist das Kostbarste, was wir haben, deswegen achte ich auch nach 52 Jahren noch sehr genau auf sie.
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BERUF : Der Verantwortung als Hofleiter und Dressurlehrer kann und sollte man sich nicht entziehen.

BeitragThema: Re: Stuten- und Wallachkoppeln   Di 2 Jun 2015 - 17:56


PLOT 6

Neues Jahr, neues Glück

1 ½ Monate der freien, unbeschwingten Zeit liegt hinter Lehrern, Schülern und Pferden. Wochen, in denen die Tiere die Freiheit auf den Wiesen genossen und nur die Privatpferde bewegt wurden. Wochen, in denen kein Schüler zu den Büchern greifen und sich dahinter verstecken musste. Wochen, in denen keine Trainingsstunde geplant und Leistungsschreiben angefertigt werden mussten. Allen hatte diese Zeit gut getan. Viele haben sie für einen Urlaub genutzt. Entweder in der Heimat oder fern ab an einem anderen schönen Landstrich dieser Erde.
Pünktlich, zwei Wochen bevor das neue Lehrjahr startet, sind dann alle wieder zurück auf dem Hof. In den ersten beiden Augustwochen sind schon die neuen Azubis auf dem Hof eingezogen und mit ihnen neue Privat- und auch das ein oder andere Reitschulpferd. Für besonderes Aufsehen sorgte zweifelsohne die Hochzeit von Lawrence McKinley und Rebecca Lacroix, die eine großartige Feier auf dem Hof war. Doch auch dieses Fest ist vorbei und so begann einige Tage später, am 01. September, auch schon wieder das neue Lehrjahr. Für die einen geht es in die zweite Runde, für die anderen ist es das erste Jahr auf dem Hof und ganz gespannt sind alle natürlich nur auf eins: die neuen Pflegepferde. Wer wird in diesem Jahr ihr vierbeiniger Begleiter durch dick und dünn? An wen wurde das Lieblingstier verteilt? Und hat man selbst vielleicht den geheimen Wunschkandidaten zugeteilt bekommen? Nun endlich hat das Warten ein Ende. Und nach einer Woche Theorieunterricht startet schließlich am 09. September der praktische Teil der Ausbildung in Form der ersten Stunde auf den neuen Pflegepferden. Für alle Beteiligten ist es eine aufregende Sache, denn sowohl die Pferde bekommen neue Reiter, als auch die Azubis, die neuen Partner bekommen und die Lehrer, die sich auf die neuen Paare einstellen müssen.
Inzwischen ist die erste Stunde in vollem Gang und das erste Betasten ist größtenteils überstanden. Die Unterrichtseinheit geht schon in die Schlusseinheiten und danach wartet dann doch ein wenig freie Zeit bis es ins Bett geht.

> Mittwoch, 09. September (->Geburtstagsliste)
> Nachmittags, 15.10 Uhr
> ein noch relativ warmer Tag, sonnig, ca. 25°
> ein paar Wolken zeigen sich schon am Himmel und lassen auf ein abendliches Sommergewitter schließen

Da wir mit der ersten Unterrichtseinheit beginnen, sind die Postingpartner schon festgelegt. Es findet Gruppenunterricht statt. Dabei erfolgt die Verteilung auf das Gelände folgendermaßen:

Dressurreiter (Dressurplatz)
Lawrence McKinley – William Cavanaugh
Guillén Jozé – Raven Blackwater&Joana Collins
Springreiter (Springplatz)
Rebecca Lacroix – Ava Reed&Miranda Gillingham
Vielseitigkeitsreiter (Vielseitigkeitsstrecke)
Daniel McHale – Mai-Lin Cheng&Lillian Adams
Jockeys (Rennbahn)
Alex Salas – Sophie Ferall&Noah Shoemaker
Westernreiter (Reitplatz)
Darian O’Donneil – Patrick Murray
Bereiter (Reithalle)
Isaac Haber – Shana McCormick&Noriko Cromwyll&Aaron Harris
Pferdepfleger (Hengststall)
Ciara Rothwood – Dorothea Kaiser
Tierärzte (Stuten-&Wallachstall)
Josephine Bernard – Emma Carter&Carolin von Meeden

Nach dem Unterricht steht die restliche Zeit des Tages allen frei zur Verfügung und neue Postingpaare können gebildet werden.
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Patrick Murray
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ALTER : 25 und trotzdem noch ein Azubi.
HERKUNFT : Geboren in Irland, aufgewachsen im irgendwie irischen Teil von Bosten, USA, fühle ich mich der irischen Nation doch ziemlich zugetan, auch wenn auf meinem Pass "Amerikaner" steht.
AUSBILDUNG : Westernreitlehrer werde ich in rund einem Jahr sein. Falls mich O'Donneil nicht vorher doch erschlagen hat.

BeitragThema: Re: Stuten- und Wallachkoppeln   Mi 17 Jun 2015 - 22:07

Patrick grinste breit, als er Emmas schlagfertige Antwort vernahm, gefolgt von ihrem Lachen. So hatte er sie auch damals kennengelernt und so mochte er sie eigentlich am liebsten. Sie war alles andere als auf den Mund gefallen, obwohl sie zu den jüngsten auf dem Hof zählte und eigentlich gar nicht hier sein mochte.
„Du kennst mich doch“, erwiderte er etwas leiser. O'Donneil musste ja nicht alles mitbekommen! „So was schön Heißes....“ Ein leises Lachen entrang seiner Kehle. Auf diese Weise hatten sie sich bereits kennengelernt und wahrscheinlich rührte daher auch die Vertrautheit, mit der sie miteinander umgingen. Mit den anderen Neuankömmlingen auf dem Hof hatte sich Patrick bisher eher weniger abgegeben, weil es einfach keine Gelegenheit dazu gegeben hatte. Entweder sie beschäftigten sich nur miteinander oder sie hatten noch einen ganz anderen Tagesplan als der Ire. Auf die rothaarige Australierin war er aufmerksam geworden, weil sie bei den Westernpferden herumgestanden hatte und da er ja sowieso praktisch im Sattel seiner Pferde oder wenigstens in deren Nähe gewohnt hatte und weil Emma ihrerseits etwas verloren, unglücklich und attraktiv ausgesehen hatte – letzteres sprach ihn als Mann an, die anderen Punkte galten eher einem seit langem einmal wieder aufflammenden Mitgefühls. Wie aus einer einfachen Sympathie letztlich mehr geworden war, tat augenblicklich eher wenig zur Sache. Entscheidend war nur, dass sie tatsächlich seinen Fuchswallach nehmen konnte und sich mit ihm auch gut verstand. Zum Eistee zuckte er nur die Schultern. Er war okay, aber ein bis zwei Liter Wasser wären ihm sogar lieber als ein Kaffee...

Seite an Seite schlenderten sie schließlich zum Stall zurück, nur begleitet von Emmas Erzählung zu ihrer ersten praktischen Stunde, dem Klappern der Pferdehufe und dem Klirren und Knarren von Sattel und Zaumzeug. Was Patrick hörte, wunderte ihn kaum. Als sich Amy auf der Koppel eine Wunde am Bein zugezogen hatte – eine dunkle Stunde in Patricks Leben! Was hatte er sich Sorgen um seine Stute gemacht – war er zum ersten Mal mit der Amerikanerin in Kontakt gekommen und hatte sie als sehr kompetent und angenehm speziell in Erinnerung gehabt. Wahrscheinlich verstand sie einfach nicht, wie sich jemand mehr für Nager interessieren konnte als für Pferde. Von daher er war die andere Veterinärmedizinstudentin wohl deutlich im Vorteil, allein vom Interesse am Fach her. Mit Carolin hatte er sich inzwischen auch öfter unterhalten. Sie war nett, leidenschaftlich bezüglich der sanften Vierbeiner und auch sonst sehr offen.
Während Emma erzählt und er zugehört hatte, waren sie beim Stall angekommen und konnten beginnen die Pferde für die Koppel abzusatteln. Und so wenig die Australierin sich mit ihrem Schicksal angefreundet zu haben schien, so gut kam sie doch mit dem Westernsenior, besser bekannt als Cowboy zurecht. Der Wallach war tiefenentspannt. Immerhin waren Amy und nette Menschen in der Nähe. Oder er war einfach genauso fertig wie Patrick.
„Bernard ist aber eigentlich recht kompetent. Und du studierst nun mal mit dem Schwerpunkt 'Pferd'. Was hast du erwartet?“, fragte er, halb unter Amys Bauch herauslugend, weil er nach dem anderen Ende des Sattelgurts angeln musste. „Und gib Carolin vielleicht einfach etwas Zeit. Von Strebern kann man immer auch profitieren.“ Da sprach die Erfahrung aus ihm. In jedem Schuljahr hatte es Streber gegeben, die einem die Hausaufgaben geben konnten.... bei den Jungen teils unter Androhung von Prügel (früher. b.r., also before riding) und bei den Mädchen mit einem Versprechen auf Dates, die nur in den etwas ansehnlicheren Fällen wahrgenommen oder so freundschaftlich abgehalten worden waren, dass nicht mal der naivesten die Idee hätte kommen können, dass er ernsthaft interessiert war.

Eine halbe Stunde und einen halben Liter Wasser beziehungsweise Eistee später hatten sie sich dann auch auf den Weg zu den Koppeln gemacht und allmählich trockneten Ross und Reiter auch wieder. Patrick legte den Kopf in den Nacken und genoss das Gefühl einer leisen Brise auf dem Gesicht. „Ich hab deine Frage vorhin vollkommen unter den Tisch fallen lassen. Sorry. Ja, es war anstrengend. Hatte ja weder Welpen- noch Neues-Pferd-Bonus. Wir haben etwa da weitergemacht, wo wir im letzten Jahr aufgehört haben. Ätzend, aber typisch O'Donneil.“


[cf. Reitplatz || Flirt / Gedanken / Weg zum Stall / Absatteln / Antwort]
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Emma Carter
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BeitragThema: Re: Stuten- und Wallachkoppeln   Sa 27 Jun 2015 - 22:13

Zeitweise erinnerte sich Emma zurück an die Ausritte, die sie mit den Freunden unternommen hatte, als sie noch in Australien gelebt hatte. Es waren immer wunderbare Touren gewesen und das Gefühl, auf dem Rücken eines Pferdes zu sitzen, war einfach unbeschreiblich. Die Rotblonde war ausgesprochen tierlieb, sodass es kein Wunder war, dass sie die Gesellschaft der Pferde genoss und schnell eine bindung zu den sanften Tieren entwickelte. Dennoch blühte sie stets mehr auf, wenn sie wieder auf dem Hof mit den Hunden umhertollen oder die Kaninchen füttern konnte. Die Pferde waren eine nette Abwechslung, mehr jedoch nicht. Es war nicht so, dass sie ein Pferd links liegen lassen würde, wenn es Hilfe benötigte, aber es waren einfach nicht die ultimativen Traumtiere für sie. Das Pferd an ihrer Seite hatte sie aber - zugegebenermaßen - mehr oder weniger ins Herz geschlossen. Die Geschichte von Cowboy und Amy als herzerweichendes Liebespaar, war einfach zu entzückend, als das man die beiden Westernpferde nicht mögen konnte. Die helle Stute, die ihre Dusche sichtlich genossen hatte und nun am langen Strick hinter Patrick herlief wie ein treuer Hund, erinnerte farblich sehr an eines der Tiere, dass Emma zuhause auf dem Hof immer geritten war. Sie musste sagen, dass Pferde treue Seelen waren, die einen durch dick und dünn begleiteten, aber andererseits, war dies bei sehr vielen Tieren so. Vermutlich lag das daran, dass Tiere nicht so auf das Äußerliche fixiert waren, sondern dass sie den Charakter eines Menschen beurteilten. Ihnen fehlte die oberflächliche Betrachtung eines Wesens, die Menschen so oft an den Tag legten und genau das machte sie zu den besseren Individuen.
Während sie zu den Koppeln gingen, lauschte Emma Patricks Worten und seuftzte leise. Natürlich war Ms Bernard kompetent und verstand etwas von ihrem Job - sonst wäre sie wohl nicht an einem Hof wie diesem hier angestellt! - aber trotzdem hatte Emma nur zu gut ihr Unverständnis gespürt. "Ich studiere nicht freiwillig hier. Ich wollte den Schwerpunkt 'Kleintiere' und nicht 'Pferde', ich kann mich einfach nicht so für die Beschaffenheit eines Equiden begeistern wie der Rest hier. Es sind keine unsympathischen Tiere, aber sie strahlen nicht das gewisse Etwas aus. Ich weiß nicht wie ich es sagen soll, ich habe nichts gegen Pferde, sie sind schwer in Ordnung, aber ich will nicht mein Leben damit verbringen, irgendwelche Hufkrankheiten und Sehnenentzündungen zu behandeln." Nachdenklich strich sie kurz Cowboy über den Hals, als sie auch schon bei den Koppel angelangten, Patrick das Gatter öffnete und sie die Stricke lösten, um die beiden auf das wohlverdiente Gras zu entlassen. Natürlich würde sie Carolin Zeit geben, was blieb ihr anderes übrig. Wahrscheinlich war die Blonde sogar ganz nett, aber Emma konnte ihre Überkorrektheit einfach nicht ertragen.
Als der Westernazubi von seiner Stunde zu erzählen begann, musste die Australierin augenblicklich lächeln, weil diese Konstellation aus dem eigenbrötlerischen Iren und dem sturen Amerikaner immer wieder für witzige Anekdoten gut war. So konnte sie sich auch jetzt sofort vorstellen, wie die Stunde verlaufen sein mochte: mit vielen Neckereien und dem üblichen Schweiß der harten Arbeit. "Du bist wirklich zu bemitleiden, dass du keinerlei Sonderstatus erhalten hast, Murray." Unter einem Lachen blitzten ihre haselnussbraunen Augen den jungen Mann neben sich fröhlich an. Viele hielten Emma für eine egozentrische, selbstbezogene Schlampe, aber das war sie gar nicht. Natürlich hatte sie ein Faible für ausgefallene Klamotten, aber eigentlich war sie vom Herzen her gut und ein unglaublich liebenswürdiges Mädchen, das sehr viel Unsinn im Kopf hatte. "Und was steht bei dir heute noch auf dem Plan?", fragte sie noch immer grinsend, während sie sich ins Gras neben der Koppel fallen ließ und den Sonnenschein genoss. Wer aus Australien kam, war nicht sehr hitzempfindlich.


{<-REITPLATZ | Pferde | Patrick | Gespräch | Frohsinn}
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Patrick Murray
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BeitragThema: Re: Stuten- und Wallachkoppeln   So 28 Jun 2015 - 13:33

Es war für Patrick schlich und einfach unverständlich, dass jemand nicht freiwillig etwas mit Pferden zu tun haben wollte. Gut, er hatte sich früher auch für eine andere Laufbahn entscheiden wollen, aber wahrscheinlich wäre es doch darauf hinausgelaufen, dass er den Kindern und Jugendlichen, wenn es für sie passend gewesen wäre, die sanften Vierbeiner empfohlen hätte. Immerhin hatten sie ihn aus den tiefsten Löchern seines Lebens herausgezogen, ihn zuverlässiger aufgerichtet als die Freunde, die er sich nie hatte zugestehen wollen. Pferde fragten nicht nach, Pferde kommentierten nicht und sie verurteilten vor allem nicht. Doch er konnte Emma nicht erzählen, was Pferde bedeuten konnten, ohne Dinge von sich preiszugeben, die er nicht einmal Joana oder Ava verraten hatte. Seine Vergangenheit war ein Ort, den höchstens McKinley durch seinen zugegeben wenig ruhmreichen Lebenslauf ein wenig nachvollziehen konnte. Aber er würde garantiert keine rührseligen Geschichten daraus erzählen, die zwar tatsächlich lehrreich sein könnten, aber eben auch etwas waren, das privat war.
Und wollte Emma überhaupt beruhigt werden? Wollte sie schlaue Argumente und Anekdoten hören? Oder wollte sie in ihrem Unglücklichsein verweilen, sich in Selbstmitleid suhlen?
„Was willst du dagegen tun? Du kannst dich höchstens an der Uni mehr mit Kleintieren beschäftigen, dafür aber riskieren, dass du hier auf Widerstand bei der Ausbildung stößt...“, erwiderte er langsam und unterbrach sich schließlich, weil sie an der Koppel angelangt waren und er das Gatter öffnen und seine Stute hindurchschicken konnte. Amy trabte allerdings kein Stück voraus, ehe sie den Kopf ins Gras steckte, sondern wartete, bis auch der Fuchswallach in die Freiheit entlassen worden war. Erst, als sich die beiden Pferde fast im Weg herumstanden, warf der Schimmel den Kopf nach oben und trabte in Richtung der Herde, gefolgt von Cowboy, der etwas weniger enthusiastisch schien, aber seine Freundin kaum aus den Augen lassen wollte.
„Nach Australien zurückzufliegen, ist wohl kaum eine wirkliche Option, oder?“ Die Stimme des Iren hatte wieder seine leicht spöttische Note angenommen, doch der Blick war ungewohnt ernst. Es beschäftigte ihn, dass es dem Mädchen an seiner Seite schlecht ging, wie offensichtlich unglücklich sie war. Aber er konnte ihr eben nicht helfen.

Wenigstens brachten die Gespräche ihr Ablenkung und ein Lächeln auf die Lippen, das sich auf ihn übertrug. Zumindest auf einen Mundwinkel. So ernst, wie es ihm möglich war, antwortete er: „Ja. Definitiv. Ich meine, euch hat man ja auch nicht direkt zu einer Entbindung mitgenommen! Da hätte man mir ruhig ein bisschen Schonung gönnen können! Und dann auch noch Reining! Ja, es gehört dazu, es sieht ziemlich geil aus, aber... ich will später Anfänger unterrichten. Die Kleinen, die kaum bis an den Pferdebrauch kommen.“ Er zuckte die Schultern. „Und nicht auf Turnieren die großen Pokale abräumen.“
Ja, Erfolge waren schon eine feine Sache, aber sie reizten ihn nur bedingt, obwohl die Schleifen vom Fabruarturnier über seinem Bett hingen. Für manche mochte es auch ein Anreiz sein, sich gut zu präsentieren und sichtbare Erfolge erzielen zu können, aber dafür hatte Patrick zu wenig Ehrgeiz. Er wollte seine Pferde so reiten können, dass sie sicher ins Gelände konnten und er sie in ihren Aufgaben so wenig behinderte wie möglich. Das Trail-Reiten machte ihm Spaß, weil es Konzentration verlangte, die in dem Maß sonst nicht von ihm gefordert wurde – auch nicht in der Schule. Bitte, Schule! Das war immer schon lästig gewesen. Aber sonst waren seine Ansprüche gering. Pferde, gute Musik, den ein oder anderen Abend im Pub, ein wenig Gesellschaft. Rummel und Ruhm brauchte er nicht, sodass es ihm auch gerade recht kam, dass Emma sich ins Gras fallen ließ, von wo aus sie auf die Herde auf der Koppel blicken konnten.
Er setzte sich im Schneidersitz neben sie, kniff die Augen zusammen wegen der Sonne und betrachtete schließlich ihre Gestalt.
„Nichts. Die beiden sind für heute bewegt und versorgt, im Pub spielt nur diese schrecklich miese Band, in deren 'Genuss' ich letzte Woche gekommen bin... nein, keine Pläne. Und du?“


[Emmas Ausbildung / Koppel / Reitstunde / Tagespläne]
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Emma Carter
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BeitragThema: Re: Stuten- und Wallachkoppeln   Di 30 Jun 2015 - 17:17

Kein Bewohner der Heaven Meadows Stables würde wohl jemals verstehen, wieso man Pferde nicht zu seinen Lieblingstieren auserkoren hatte. Denn alle menschlichen Bewohner hatten ein Faible für Pferde, liebten die großen Tiere aufopferungsvoll und konnten sich ein Leben ohne sie sicherlich nicht vorstellen. Von daher war es für Emma auch nicht überraschend, als Patrick reagierte, wie man eben reagierte, wenn man ihre Haltung nicht nachvollziehen konnte. Auch wenn er sein Unverständnis gut zu verbergen wusste, so erkannte die Australierin anhand seiner Antwort doch sehr schnell, wie er wirklich dachte. Und sie konnte es ihm nicht einmal mehr wirklich verübeln, denn wer hierher kam, der mochte Pferde zweifelsohne. Aber sie war ja nicht freiwillig hierhergekommen und das machte die ganze Sache einfach noch komplizierter, als sie ohnehin schon war, was die Rotblonde zu einem Seufzen veranlasste. Sie konnte sich beim besten Willen nicht vorstellen, ihr Leben damit zu verbringen, ausschließlich Pferde zu behandeln. Sicherlich würde ihr die Ausbildung und das Studium hier helfen, im Leben weiterzukommen und etwas zu erreichen, aber es brachte ihr nichts für die Eröffnung einer Kleintierpraxis. Warum konnten ihre Eltern das nicht verstehen und warum konnten sie nicht zuhören, wenn sie davon gesprochen hatte, dass sie auf dem benachbarten Hof nur wegen der Kleintiere und nicht wegen der Pferde ausgeholfen hatte? Sie wollte ja nicht einmal mehr reiten und das musste sie zwangsweise, da sie ein Pflegepferd zugeteilt bekommen hatte. Nach dem Unfall, bei dem sie sich mehr als ein paar Schürfwunden zugezogen hatte, war sie auf keinem Pferd mehr gesessen und hatte nun nicht vor, sich auf den Rücken eines völlig fremden zu schwingen. Doch das musste sie wohl oder übel, weil es irgendwann auffiel, wenn sie Willow immer nur vom Boden aus bewegte. An und für sich war der gescheckte Wallach ja wirklich ein liebes Pferd, doch seine Schreckhaftigkeit und seine Scheu vor Menschen, erleichterte die Arbeit mit ihm nicht gerade. Emma versuchte wirklich ihr Bestes, doch es kam ihr oft vor, als würde sie mit dem Paint einfach nicht voran kommen geschweige denn sein Vertrauen gewinnen.
Als sie Patricks leicht spöttische Frage vernahm, sendete sie ihm tatsächlich einen leicht säuerlichen Blick zu. Für Spott hatte sie in diesem Augenblick wirklich keinen Nerv und wenn er sich über wen lustig machen wollte, sollte er sich andere Gesellschaft suchen. "Lass mich überlegen...: Nein!" Erst als der Westernazubi die Unterhaltung über seine Reitstunde wieder aufnahm, kam das Grinsen auf Emmas Züge zurück und ihre Haselnussaugen blitzten ihn schelmisch an. "Tja, du bist offenbar aus dem Welpenschutzprogramm entlassen worden." Sie verstand ihn vollkommen, dass er sich auch etwas Schongang in der ersten Stunde nach der Sommerpause erhofft hatte, aber so spielte die Musik auf den HMS wohl nicht, wenn man im zweiten Lehrjahr war und noch dazu dieselben Pferde hatte. Wahrscheinlich hatte man nur mit den Neuankömmlingen etwas Nachsicht.
Gespannt lauschte sie auf seine Pläne für den Abend, doch ihre Hoffnung, sich diesen vielleicht anschließen zu können, wurde vernichtet, als sie erfuhr, dass Patrick ebenso viel vor hatte wie sie. Nämlich nichts. Auch sie selbst hatte keine besonderen Ideen für den Abend, hatte sich jedoch etwas Abwechslung erhofft, um nicht wieder in Trauer im Noah zu versinken mit dem sie sich zu allem Überfluss auch noch das Cottage teilte. Der Jockeyazubi war wirklich niemand, dem sie heute noch über den Weg laufen wollte, dann war der Tag vollkommen im Eimer. So konnte man wenigstens den Abend noch etwas ausklingen lassen und hoffentlich in angenehmer Gesellschaft. "Nein, ich habe ebenfalls keine Pläne. Aber vielleicht kann man ja noch in die Stadt gehen. Eis essen oder so. Wobei ich eigentlich noch Willow bewegen müsste...aber wir kommen einfach auf keinen grünen Zweig miteinander." Nachdenklich betrachtete die Reitschulpferdherde, zu der sich soeben Cowboy und Amy gesellt hatten. Willow stand etwas am Rande und rupfte in gleichmäßigen Zügen am Gras. Seine eisblauen Augen waren von hier nicht zu erkennen und doch wusste Emma, dass sie sicherlich zufrieden aussahen - so fernab von den Menschen. Es war wirklich nicht einfach mit diesem Pferd. Mit den Kerlen. Mit diesem Hof...


{Patrick Gespräch}
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BeitragThema: Re: Stuten- und Wallachkoppeln   Fr 3 Jul 2015 - 21:27

Dass Emma ein wenig angesäuert wegen seines Spottes war, konnte er sogar verstehen, doch sorgte es nicht für ein schlechtes Gewissen. Sie kannten sich zwar nicht wirklich lange, aber er würde sich vor ihn nicht verstellen. Dazu waren sie sich in dieser einen Nacht nach der Hochzeit zu nahe gekommen. Außerdem reichte seine normale Zahl von Lügen, Halbwahrheiten und Notlügen für zwei Leben und es würde auf Dauer einfach zu anstrengend werden, sich in diesen Punkten zu verstellen.
Spott gehörte zu Patrick Murray wie der leichte Bart. Es war eine Möglichkeit, mit dem Leben umzugehen, sich zurechtzufinden und auch gegen die Widrigkeiten Widerstand leisten zu können. Natürlich war es für die Umgebung nicht wirklich angenehm, wenn man ihnen so begegnete. Doch wen kümmerten die Menschen? Kümmerten sie sich vielleicht um einander? Hatte der Mann, der seine Mutter erschossen hatte, darüber nachgedacht, was er seinen Mitmenschen antat? Wohl kaum. Im Vergleich dazu, war Patrick ein Heiliger. Nun ja. Nein, war er nicht. Aber es gab schlechtere Menschen und es gab schlimmere Arten mit Menschen umzugehen, als sie ein wenig zu verspotten.
Außerdem konnte Emma im nächsten Moment wieder lachen. Vielleicht lag es aber auch daran, dass er das Gespräch über ihr Studium nicht vertiefte. Wäre es denn so schlimm, wenn sie abbräche? Das hatte er immerhin auch gemacht, wenn auch aus anderen Gründen. Natürlich war ein Studium in den USA unfassbar teuer, aber es gab auch Finanzierungsmöglichkeiten oder Stipendien. So war er ja auch aus seinem alten Leben herausgekommen, wenn auch nur zeitweise.
„Oder O'Donneil ist im Herzen einfach herzlos. Kompetent, aber herzlos“, kommentierte er die Unterhaltung zu seiner Stunde mit einem Grinsen. Immerhin hatte er heute ein gutes Erlebnis mit dem Cowboy gehabt, da würde er nicht wirklich über ihn schimpfen. Zumindest heute.

Während Emma erzählte, dass auch sie keine Pläne für den Abend hatte, legte er sich zurück ins Gras und pflückte einige Halme ab, um sie zwischen den Fingern zu drehen. In letzter Zeit war die Stimmung im Cottage etwas frostig gewesen, wenn alle anwesend waren. Er vermutete ja, dass das an Mr. Arrogant, besser bekannt als Noah Shoemaker, lag. Paddy war jedenfalls nicht Schuld daran. Er bemühte sich eher darum, die Stimmung etwas aufzuheitern. Mit mäßigem bis nicht vorhandenem Erfolg. So gesehen wäre ein großes, kaltes Eis wirklich eine gute Abwechslung. Dann horchte er jedoch auf, die Bewegung des Grashals erstarrte.
„Wollen wir ihn uns zusammen mal ansehen? Also Willow. Danach können wir uns ja immer noch in die Eisdiele verziehen.“
Der Schecke war ein Bild von einem Pferd, aber definitiv schwierig. Wahrscheinlich war er eines der anspruchsvollsten Pferde auf dem Hof, mit der schlechten Vergangenheit und seiner scheuen Art. In der Hinsicht verstand Patrick nicht, warum man ihn dem Mädchen, das sowieso schon einen schlechten Draht zu den Vierbeinern hatte, anvertraut hatte. Eigentlich hielt er McKinley und seine Frau für durchaus kompetent. Ganz grundlos konnte diese Entscheidung also nicht gewesen sein. Trotzdem hätte man es der Neunzehnjährigen leichter machen können.


[Gespräch / Vorschlag]
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BeitragThema: Re: Stuten- und Wallachkoppeln   Fr 10 Jul 2015 - 10:18

Das Phänomen, dass sich jemand nicht gerade für Pferde begeisterte, war Daniel zwar bekannt, doch damit umzugehen wusste er nicht wirklich. Er hatte auch absolut kein Verständnis dafür, wenn jemand Angst vor Pferden hatte. Für ihn hatten sie einfach schon immer zu seinem Leben gehört, sie waren Freunde – große, schwere Freunde, die nun einmal ein wenig schreckhaft waren und vor deren Hufen man sich lieber in Sicherheit brachte. Doch sie konnten ja nichts dafür. Selten war ein Pferd wirklich böswillig. Sie sind sich nur nicht darüber bewusst, was für große Kraft sie besitzen und wie zerbrechlich ihre zweibeinigen Freunde sind. Junge Rennpferde waren wohl die kompliziertesten Kumpanen, mit denen er jemals gearbeitet hatte. Jung, ungestüm, vor Energie strotzend und unerfahren im Umgang mit eben dieser Kraft und Energie. Nicht einmal war ihm einer der jungen Hengste auf den Fuß getreten, hatte ihn zur Seite gerempelt – nein, dutzende Male. Und trotz allem hatte er nie Angst vor ihnen gehabt, niemals. Daniel war Reiter mit jeder Faser, er hatte einzig Angst um seine Pferde, wenn es mal knapp wurde bei einem Sprung. Ihr Wohl stand stets über dem seinen. Und dass es dann jemanden gab, der sich nicht auf diese wunderbaren Tiere, die er so liebte, einlassen konnte, ging einfach nicht in seinen Kopf. “Vielleicht fehlt ihr einfach etwas… Ich weiß auch nicht. Es gibt diese Aha-Erlebnisse mit Pferden. Weißt du, was ich meine? Wenn einem so etwas noch nicht passiert ist, wie kann man dann von ihr erwarten, dass sie sich auf die Tiere einlässt. Aber, warum ist sie denn dann ausgerechnet hier?“, versuchte Daniel seine Gedanken zusammenzufassen und strich sich nachdenklich über seinen Drei-Tage-Bart. Am langen Zügel ritt er nun seine junge Stute an und lenkte sie mit Schenkelhilfe in Richtung der Weiden. Gun dackelte brav hinter seiner Kollegin her und schien schon wieder halb eingedöst zu sein. Dementsprechend würde er wahrscheinlich auf der Weide auch nur müde davon dackeln – ganz im Gegensatz zu anderen Pferden, die auch mal gern wie kleine wildgewordene Kanonenkugeln davonschossen.

Josy xx Gedanken xx Frage xx Koppeln
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Emma Carter
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BeitragThema: Re: Stuten- und Wallachkoppeln   Sa 11 Jul 2015 - 17:37

Schmunzelnd beobachtete Emma ihren gesprächpartner, während dieser gespielt theatralisch über seinen Reitlehrer herzog, den er wahrscheinlich viel lieber mochte, als er zugeben würde. Dieses Verhalten konnte man bei einigen Leuten nur zu gut beobachten: sie zogen über jemanden gespielt dramatisch her und stellten sich selbst als dessen 'Opfer' dar, aber eigentlich kamen sie prima mit der jeweiligen Person aus. Bei Patrick und O'Donneil war es sicher nicht anders. So speziell der Westernlehrer auch sein musste, er hatte die richtigen Ansichten und streng waren hier auf dem Hof nahezu alle Lehrer. Vielleicht manche mehr und manche weniger, doch O'Donneil stellte keien Ausnahme dar. Er hatte Emma relativ behutsam und geschickt in die grundlegenden Kniffe Willows eingeführt und dafür war sie ihm noch immer dankbar; wusste sie nicht, was sie ohne diese Tipps hätte machen sollen. Der Wallach wäre ihr sicherlich ohne Hilfestellung schon bei ihrem Kennenlernen vollkommen durchgedreht. Selbstverständlich hatte sie auch ein Gespräch mit Isaac Haber geführt und wenn sie daran zurückdachte, stellte es ihr immer noch die Nackenhaare auf. Der Bereiter war unglaublich attraktiv und abstoßend zugleich und irgendwie erinnerte er sie zu sehr an Noah. Es schien, als sei Shoemaker die jüngere Ausgabe Habers, der ein ebenso sorgloses Mundwerk besaß wie der Australier. Dafür war sein britischer Akzent umso anzüglicher und die Art wie er ritt, bewunderte hier ohnehin nahezu jeder. Dass er einmal ein Pferd wie Willow besessen hatte, war eigentlich skurril, besah man sich seine jetzigen Schützlinge, Cloud, Oxygen und Snapshot.
Noch ganz in Gedanken versunken, an die beiden verflucht gut aussehenden Kerle, riss erst Patricks Stimme sie wieder hoch und zwang sie dazu, sich zu konzentrieren. Die Rotblonde brauchte nun doch eine Weile, bis sie die Worte des Wersternazubis richtig ordnen konnte, sodass sie Sinn ergaben. "Das würdest du machen? Oh Gott, ich glaube, das wäre meine Rettung. Ich bin langsam wirklich mit meiner Pferdekenntnis am Ende..." Man sah ihr an, wie erfreut sie über Patricks Angebot war. Ihre braunen Augen leuchteten förmlich auf, als sie den Iren ansah, der dort im Gras lag. Wenn er ihr helfen konnte, musste sie immerhin nicht Haber um Hilfe bitten, denn ihm hätte sie vermutlich nicht sehr konzentriert zuhören können...
Als Emma zu der Pferdeherde zurücksah, erblickte sie rasch das weiße Gesicht Willows, der sich mit Champagne Showers an den Rand gesellt hatte. Die beiden Pferde waren charakterlich doch recht ähnlich: sie waren recht scheu, schreckhaft und ließen sich nur beschwerlich auf einen Menschen ein. Dennoch empfand Emma soetwas wie einen Hauch Sympathie für den ihr zugeteilten Schecken. Er war eine geschundene Seele, die erst vor ein paar Jahren gelernt hatte, was Leben wirklich bedeutete. Für eine halbe Ewigkeit hatte er nur eine einzige Bezugsperson gehabt und nun wechselten diese jährlich... Irgendwie hatte Willows Geschichte Emma von Anfang an bewegt, wenn sie ihr auch ebenso befremdlich erschien. Sie hatte Angst vor der Aufgabe, die vor ihr lag und vor Allem fürchtete sie, dass sie Willow vielleicht nicht gerecht wurde, dass sie niemals sein Vertrauen erlangte. Was um aller Welt, sollte sie dann tun?


{Gespräch Patrick}
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Josephine Bernard

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ALTER : Nicht mehr die Jüngste, aber manchmal führe ich mich nicht wie 34 Jahre auf.
HERKUNFT : Geboren im schönen Städtchen Stillwater in Oklahoma wurde ich geboren und bin somit eine Waschechte Amerikanerin.
BERUF : Als leidenschaftliche Tierärztin hab ich alle Hände voll zu tun. Nicht nur mit den Tieren, sondern auch mit meinen Studenten.

BeitragThema: Re: Stuten- und Wallachkoppeln   Di 14 Jul 2015 - 15:46

Josy verstand es selbst nicht wirklich, dass jemand wie Emma auf dem Hof war. So viel sie mit bekommen hatte, war es die Idee ihrer Eltern gewesen. Emma hatte ein Herz für Tiere das konnte man sehen, aber Pferde schienen ihr nicht so sehr zu zusagen wie ein Hund oder eine Katze. Manchmal war es wirklich zum verzweifeln mit den jungen Menschen, die manchmal nicht selbst wussten was sie wollten. Josy kannte das nur zu gut. Schließlich war sie erst spät zum Veterinär für Pferde gekommen. Das hatte sie aber wohl ihre Cousine und auch Fiero zu verdanken. Ein leichtes Schmunzeln legte sich auf ihre Lippen und sie klopfte den Hals der braunen Stute, auf der sie saß. Wie ein Blitz schoss ihr der Gedanke durch den Kopf, das sie ihre Cousine mal wieder besuchen konnte, doch so ganz passte das nun nicht hier her. Wobei vielleicht konnte sie sich von ihr noch ein paar Tipps hohlen. Sie schüttelte innerlich den Kopf und sah zu Daniel. Dieser sonst so stille Typ wurde ihr immer mehr sympathisch. Sie hatte noch nie viel mit ihm geredet. Klar man grüßte sich, wenn man sich über den Weg lief, aber Daniel trieb sich meist mit Isaac und Alex herum, da hielt sie dann doch lieber etwas Abstand. „Ja ich weiß genau was du meinst“ meinte Josy und musste leicht schmunzeln. Bei ihr war dieser aha-Moment, wie Daniel ihn beschrieb, als sie auf der Farm ihrer Cousine ein Fohlen zur Welt gebracht hatte, da wusste sie, dass sie etwas mit Pferde manchen wollte. Das daraus mal ein Studium mit einem Abschluss in Veterinärmedizin herausspringen würde, hätte sie damals nie für möglich gehalten, doch so war es und sie war stolz und glücklich darüber. Josy konnte seine Gedanken gut nachfühlen, hatte sie sich doch auch schon das ein oder andere Mal Gefragt, warum sie eigentlich hier ist, wenn sie so offensichtlich etwas anderes wollte. „Vielleicht beschert ihr ja Willow so einen aha-Moment. Man wird sehen“ meinte sie leicht in ihre eigenen Gedanken versunken und doch vernahm sie jedes Wort, das über Daniels Lippen kam. „So viel ich mit bekommen habe, lag es vorwiegend an ihren Eltern. Da sie mit bekommen hatte, dass sie sich mit Pferden gut versteht und so, haben sie wohl Gedacht, ein Studium zur Tierärztin für Pferde wäre das richtige“ das war Josys Erklärung zu dem Thema. Die hatte von Lewis einen kurzen umriss über die junge Australierin bekommen, näheres wusste sie aber auch nicht. Sie massierte sich leicht den Nacken, ehe sie bei den Koppeln ankamen. Sie glaubte ihre Konzentration zusammen, nicht dass ihr Cup durch ging, wenn Daniel Gun auf die Koppel entließ. Wenn es darum ging, auf die Koppel zu kommen, war die Stute manchmal sehr ungestüm und wenn man dann noch auf ihr saß musste man sich gut durchsetzten, damit sie nicht hinter dem ‚Entlassenen Pferd‘ her rannte.

[Koppeln | Gedanken | Gespräch mit Daniel]
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Patrick Murray
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ALTER : 25 und trotzdem noch ein Azubi.
HERKUNFT : Geboren in Irland, aufgewachsen im irgendwie irischen Teil von Bosten, USA, fühle ich mich der irischen Nation doch ziemlich zugetan, auch wenn auf meinem Pass "Amerikaner" steht.
AUSBILDUNG : Westernreitlehrer werde ich in rund einem Jahr sein. Falls mich O'Donneil nicht vorher doch erschlagen hat.

BeitragThema: Re: Stuten- und Wallachkoppeln   Di 14 Jul 2015 - 16:15

Bei der Hoffnung und der Freude, die in Emmas Worten mitschwangen, wusste Patrick einen Moment lang nicht, ob er sie ebenso überschwänglich erwidern oder doch eher dämpfen sollte. Er war kein großer Kenner von schwierigen Pferden. Gut, Cowboy war empfindlich im Maul, weswegen er auch nur die wenigstens an ihn heranließ, während der Amy wohl sogar einem Kind an die Hand gegeben hätte – wenigstens zum Führen. Willow hingegen war ein ganz und gar anderes Kaliber und bei ihm konnte er auch nicht auf faule Tricks zurückgreifen, die bei seinem Fuchswallach so wundervoll funktioniert hatten. Dieser Trick hatte ganz klar Cote d'Amor geheißen. Amy war die Stoikerin unter den Pferden. Wer ihr Vertrauen gewinnen konnte – und das konnte praktisch jeder – der hatte auch leichteres Spiel mit ihrem Partner. Gut, zumindest bis zu dem Punkt, an dem man die beiden voneinander getrennt bewegen wollte, aber daran arbeitete er jetzt ja auch schon eine ganze Weile. Und so sehr es manche auch belächeln mochte, dass er der selbsternannte König im Handpferd-Führen war, so hatte es ihm doch am Anfang sehr dabei geholfen, seine Pferde zu händeln. Und trotzdem, um auf den Ausgangspunkt zurückzukommen, waren seine beiden Rösser trotz allem sehr viel pflegeleichter als der Fischäugige.
„Erwarte dir nicht zu viel“, beschwichtigte Patrick sie langsam. „Ich kenne ihn nur vom Sehen und Zusehen. Und ich bin kein Pferdeflüsterer.“
Gemächlich richtete er sich auf, stützte sich auf die Ellenbogen ab, um die Pferde betrachten zu können. Willow hielt sich nicht einmal bei den anderen Pferden auf. Nur Champagne Showers graste in seiner Nähe.
„Was hast du denn schon mit ihm versucht?“, fragte Patrick, den Blick nicht von den Pferden gewandt.


[Gespräch mit Emma]
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Emma Carter
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HERKUNFT : Sonst reist jeder nach Australien, aber eher selten nach Bunbury.
AUSBILDUNG : Viel mehr ist der Beruf der Tierärztin der Wunsch meiner Eltern, als mein eigener.

BeitragThema: Re: Stuten- und Wallachkoppeln   Fr 17 Jul 2015 - 14:40

Es entging Emma keineswegs mit welch gedämpfter Haltung Patrick an die Sache heranging. offenbar war er selbst nicht so ganz von seinem Können in Bezug auf den weiß-braunen Paint überzeugt. Die rotblonde Australierin konnte das nicht wirklich nachvollziehen, denn in ihren Augen war Patrick nicht nur ein hervorragender Reiter, sondern konnte auch noch exzellent mit Pferden umgehen. Auf jeden Fall besser als sie und allein dies, war für sie Grund genug, dass sie seine Hilfe freudestrahlend annahm. Der Ire war inzwischen ein guter Freund von ihr geworden - spätestens seit jener Hochzeitsnacht im August - und so hegte sie keinerlei Zweifel, dass etwas schief gehen konnte. Er schaffte es immerhin mit zwei unzertrennlichen Pferden zu trainieren und hatte die beiden inzwischen so weit, dass man sie einige Meter voneinander entfernt führen konnte. Laut Patricks erzählungen war dies vor einem Jahr nicht einmal mehr denkbar gewesen. Somit hatte der Brünette von der Hofleitung also nicht nur zwei Mentoren an die Hand bekommen, sondern zugleich zwei Partner, die seine Hilfe benötigten. Auch wenn sie das wahrscheinlich etwas anders sahen.
Aber Emma kümmerte sich herzlich wenig um Patricks Bedenken, die er nur zögerlich hervorbrachte. "Immerhin bist du mehr Pferdekenner als ich." Mit einem fröhlichen Zwinkern sprang sie auf, schnappte sich einen der Stricke, mit denen sie zuvor noch Amour und Cowboy geführt hatten und kletterte dann unter dem Koppelzaun hindurch. Es war ein gutes Stück bis zu Willow, da er sich am Rande der Herde aufhielt, die schon relativ in der Koppelmitte stand und dort unter den Bäumen Schatten suchte. Schließlich hatte sie jedoch ihr Pflegepferd erreicht und sprach ihn mit sanfter Stimme an, ehe sie ihm behutsam über den Hals strich und dann den Strick am Halfter befestigte. Als sie allerdings los laufen wollte, rammte Willow die Beine in den Boden und blickte nahezu panisch zu Champagne Showers, die sich etwas in den Hintergrund gesellt hatte. Minuten verstrichen, bis Emma ihren pflegewallach davon überzeugt hatte, dass er mitkommen konnte, ohne in Panik zu verfallen. Sie führte ihn durch das Koppelgatter, schloss dieses hinter ihnen und vernahm gerade noch Patricks Frage, während Willow die rosafarbene Nase wieder in das Gras steckte.
"Einiges. Geritten bin ich ihn noch nicht, ich wollte erstmal einen Draht zu ihm finden. Also bin ich mit spazieren gegangen, war auf dem Platz und habe mich etwas in Bodenarbeit versucht, ebenso beim Longieren. Aber es gibt immer einen Punkt, wo er komplett ausflippt und man ihn kaum noch beruhigen kann. Er erschrickt ständig vor allen erdenklichen Dingen. Neuerdings sind ihm sogar Katzen suspekt." Niedergeschlagen seuftzte Emma und strich über Willows Rücken. Eigentlich mochte sie den scheuen Burschen ja, aber es war nicht einfach mit ihm. Und dass sie einfach nicht weiterkamen miteinandern, motivierte sie auch nicht gerade, zumal sie sah, welche Fortschritte der Rest der Azubis mit seinen Pferden machte. Mit Pretty Boy kam sie ja wenigstens einigermaßen klar, sodass sie mit ihm ausreiten gehen konnte, aber Willow war einfach ein ganz anderes Kaliber. Eines, bei dem sie langsam keinen Rat mehr wusste.


{Patrick | holt Willow | Gespräch}
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BeitragThema: Re: Stuten- und Wallachkoppeln   Fr 14 Aug 2015 - 18:40

Dass die Eltern sich in die Zukunft ihrer Kinder einmischten, kam ihm nicht gerade neu vor. Wie viele Kinder hatte er erlebt, die den Traum ihrer Eltern leben sollten. Oder deren Eltern meinten, sie würden doch nur das Beste für sie wollen. Oder eben diesen Fall, indem Eltern ihre Tochter so gar nicht zu kennen schienen. Die meisten Menschen konnte man zu nichts zwingen. Natürlich gab es Ausnahmen, doch in dieser Ausbildungsstätte kam man ohne eine gewisse Leidenschaft nicht besonders weit. Ein Azubi, der nicht wirklich wollte, den würde auch der Ausbilder niemals zwingen können. Er hätte bei seinen Azubis allein aus Gründen der Sicherheit arge Bedenken, denn eine leichte Verletzung bei einem zu waghalsigen Sprung ließ den Reitunterricht für eine ganze Weile pausieren. Und auf diese Idee war so mancher gekommen, den er in seinem ersten Schulstall kennengelernt hatte. Denn, obwohl sich seine Eltern auch einen Vielseitigkeitstrainer hatten leisten können, wurde er in Schulställe geschickt, um verschiedene Pferde reiten zu können, die anders zu handhaben waren, als sein recht braves Lehrpony. Es war nicht die schlechteste Methode gewesen, so viel es ihm heute leichter, sich auf andere Pferde einzustellen und sich in sie hinein zu fühlen.
“Sieht mir nach dem Typ Eltern aus, die ihre Kinder besser kennen, als diese sich selbst.“ Leicht schüttelte er den Kopf darüber. Doch er selbst hatte keine Kinder und eigentlich war er sich nicht sicher, was für ein Typ Vater er wäre. Würde er wollen, dass seine Kinder im Vielseitigkeitssport tätig waren? Oder würde es ihn sehr schmerzen, wenn sie gar nicht in den Pferdesport einsteigen wollten? Fragen, die man nur beantworten konnte, wenn die Situation wirklich da war.

Je näher sie der Weide kommen, desto deutlicher wurden die zwei Gestalten am Weidezaun. Den jungen Mann erkannte Daniel sofort als Darians Western-Azubin Patrick. Und die Rothaarige? Nun, das würde sich vielleicht noch aufklären. Und das tat es auch, als er das Pferd neben ihr erkannte. „Isaacs alte Liebe“ oder auch einfach „Willow“ genannt. Also musste das wohl Emma sein. Wenn man vom Teufel sprach…
Sally spitzte die dunklen Ohren und hob aufgeregt den Kopf, als sie zur Weide kamen. Sie schien die Hoffnung zu hegen, abgesattelt und -getrenst zu werden und auch noch eine Runde über die Weide rasen zu dürfen. Doch das war Gun vorbehalten, der alles andere als besonders aufmerksam zu sein schien. Wie er seinen Wallach allerdings kannte, würde dieser noch einmal alle Kräfte mobilisieren, um zu seinen Gefährten zu kommen. „Hallo, ihr beiden.“, begrüßte er sie höflich und nickte den beiden Azubis zu, ehe er abstieg. Er nahm die Zügel seiner Stute über ihren Kopf, ließ Gun weiter nach vorn kommen und führte erst einmal beide Pferde zum Koppelgatter, das allerdings noch von dem Schecken blockiert wurde, der seelenruhig fraß und sich wohl nicht wegbewegen wollte. „Könntest du mit Willow vielleicht ein kleines bisschen auf Abstand gehen? Ich glaube, er ist nicht gerade der beste Freund von meinem Dicken.“, wandte er sich nun freundlich an Emma und lobte gleichzeitig seine junge Stute, die brav neben ihm stehen geblieben war. Alles Gute loben, das war bei einem jungen Pferd wichtig.

Josy xx Gespräch xx grüßt Emma & Patrick xx bittet Emma
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Patrick Murray
2. Lehrjahr
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BEITRÄGE : 355
ALTER : 25 und trotzdem noch ein Azubi.
HERKUNFT : Geboren in Irland, aufgewachsen im irgendwie irischen Teil von Bosten, USA, fühle ich mich der irischen Nation doch ziemlich zugetan, auch wenn auf meinem Pass "Amerikaner" steht.
AUSBILDUNG : Westernreitlehrer werde ich in rund einem Jahr sein. Falls mich O'Donneil nicht vorher doch erschlagen hat.

BeitragThema: Re: Stuten- und Wallachkoppeln   Fr 14 Aug 2015 - 20:11

Patrick hatte zwar damit gerechnet, dass Willow schwierig war, aber dass sich der Wallach selbst beim Verlassen der Koppel so anstellen würde, hatte er nicht erwartet. Er war nicht aufgestanden, als sich Emma zwischen dem Gatter hindurchgezwängt hatte, um ihr Pflegepferd einzufangen. Allerdings hatte er sich durchaus aufgesetzt, weil er in der halbliegenden Position einfach nicht alles hatte überblicken können. So offenbarte sich ihm jetzt also die ganze Furcht des Wallachs vor allem, was auch nur ansatzweise menschlich war. Oder auch nur vor Emma, denn mit Isaac und Ciara war er ja überraschend gut zurecht gekommen. Das war auch so eine Sache, die Patrick ein wenig irritierte.
Die beiden waren keine Personen, mit denen er näheren Umgang hätte pflegen wollen. Haber war ein arroganter Kotzbrocken mit zu viel Geld und die Pferdepflegerin war letztlich nicht weniger unangenehm. Mit Sarkasmus konnte er ja noch leben. Manchmal war er sogar ziemlich erfrischend, doch die anderen Anwandlungen der Amerikanerin waren ihm einfach zuwider. Dafür musste sie eine ausgesprochene Pferdekennerin sein, wenn man bedachte, dass sie den Schecken wirklich reiten konnte. Und sicherlich keine Probleme damit gehabt hatte, ihn überhaupt von der Koppel zu bekommen.
Dabei gab sich Emma wirklich Mühe, obwohl sie kaum eine Gelegenheit ausließ, zu betonen, wie wenig sie hier sein wollte. Doch so, wie sie mit dem Paint umging, lag ihr wohl doch mehr an ihm und vielleicht sogar an Pferden allgemein. Andererseits konnte es durchaus sein, dass Willow einfach spürte, dass sich Emma einen ganzen Kontinent weit weg wünschte. Lag es vielleicht daran? War es eine Sache der Ausstrahlung, wie dieser dubiose Hundeflüsterer aus dem Fernsehen immer verkündete? (Nein, Paddy sah sich diese Art von Sendung nicht häufig an... aber es gab verregnete Tage, an denen er die Wahl zwischen Aufräumen oder Hausarbeit und dem Fernseher hatte. Das Nachmittagsprogramm hielt eben nur wenig Gutes bereit!)
Langsam erhob sich der Ire aus dem Gras und klopfte sich die Hose ab. Erst dann bemerkte er die beiden Reiter, die sich ebenfalls der Koppel näherten. Offenbar herrschte hier wirklich schon Feierabendstimmung. Wahrscheinlich würde es hier gleich irrsinnig voll werden, wenn alle ihre Pferde zur Koppel brachten oder eben holten, wie es mit Willow geschah, der immerhin wieder Gras im Kopf hatte, statt Flucht.
Emmas Worte brachten ihn schließlich zum Seufzen. Das wäre auch sein Vorgehen gewesen. Und offenbar brachte das ziemlich wenig.
„Mhm“, gab er seiner Ratlosigkeit schließlich Ausdruck, als die Tierärztin und McHale zu ihnen stießen. Interessiert wanderten Patricks Augenbrauen nach oben. Emma war ja nicht gerade in Begeisterung wegen ihrer Ausbilderin ausgebrochen. Wie sie jetzt reagieren würde? Zuvor stand jedoch höflichen Grüßen auf dem Plan, was mit einem „Hallo!“ erledigt wurde. Dann brachte sich Paddy jedoch zuerst einmal aus dem Weg, weil McHale befürchtete, dass sich Willow und sein Pferd nicht verstünden. Okay... so etwas konnte interessant sein, wenn man bedachte, dass er sich ein Bild von dem Paint machen wollte. Und ziemlich unschön, falls es wirklich Stunk gab. Er erinnerte sich da an ein unschönes Erlebnis in seinem Teenagerreitunterricht. Aber immerhin war Bernard ja schon zur Stelle. Schon praktisch!
„Wir sind eh auf dem Weg zum Roundpen“, teilte Patrick unaufgefordert mit und machte die ersten Schritte in diese Richtung.


[Willow / Ankunft McHale & Bernard / Aufbruch?]
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