THESE ARE THE GLORY DAYS FROM NOW UNTIL FOREVER WE'VE COME ALONG WAY AND THE ROAD IS CLEAR FOR ANOTHER HUNDRED YEARS
 
StartseiteKalenderFAQSuchenMitgliederAnmeldenLogin

Teilen | 
 

 Hengstkoppeln

Vorheriges Thema anzeigen Nächstes Thema anzeigen Nach unten 
Gehe zu Seite : 1, 2  Weiter
AutorNachricht
Lawrence McKinley
Admin
avatar

BEITRÄGE : 989
ALTER : Die Zeit ist das Kostbarste, was wir haben, deswegen achte ich auch nach 52 Jahren noch sehr genau auf sie.
HERKUNFT : Als Heimatliebhaber habe ich Kalifornien immer die Treue gehalten.
BERUF : Der Verantwortung als Hofleiter und Dressurlehrer kann und sollte man sich nicht entziehen.

BeitragThema: Hengstkoppeln   Mo 6 Jan 2014 - 19:08

Wann immer das Wetter es zulässt, kommen die Pferde der Heaven Meadows Stables auf die Koppeln, um sich nach Herzenlust auszupowern. Für die Hengste gibt es hier einen abgegrenzten Bereich an Koppeln, auf denen jeweils bis zu vier Pferde stehen können.
Nach oben Nach unten
http://heavenmeadowsstable.forumieren.com
Lawrence McKinley
Admin
avatar

BEITRÄGE : 989
ALTER : Die Zeit ist das Kostbarste, was wir haben, deswegen achte ich auch nach 52 Jahren noch sehr genau auf sie.
HERKUNFT : Als Heimatliebhaber habe ich Kalifornien immer die Treue gehalten.
BERUF : Der Verantwortung als Hofleiter und Dressurlehrer kann und sollte man sich nicht entziehen.

BeitragThema: Re: Hengstkoppeln   Sa 8 März 2014 - 14:40


PLOT 3

Von Siegern, Stress und Prüfungsangst

Es ist so weit! Nachdem das erste Quartal des Ausbildungsjahres für die Azubis geschafft ist, steht nun das erste große Turnier an. Hier werden erstmals die Leistungen der Auszubildenden von international anerkannten Richtern beurteilt und bewertet. Dass das relativ bekannte Drei-tägige-Februar-Turnier dieses Jahr auf den Heaven Meadows Anwesen ausgetragen wird, gibt natürlich einen zusätzlichen Push, lastet jetzt auch noch der Druck der Erwartungen der Hofleitung auf den jungen Menschen.
Die Reitlehrer sind dennoch zuversichtlich, dass ihre Schützlinge gut abschneiden werden, obwohl die Konkurrenz groß ist. Aus der gesamten Umgebung und auch aus anderen Teilen des Landes, kommen viele Reiter an die Westküste nach Kalifornien, um sich hier unter Beweis zu stellen. Dabei sind ebenso nationale wie auch internationale Reiter vertreten, wenn Letztere sicherlich auch in der Unterzahl sind, so verfolgen sie doch alle dasselbe Ziel: in der gewählten Disziplin den begehrten Siegerpokal abzuräumen.

Während nun also erfahrene Hasen des Sportgeschäfts das Ganze relativ gelassen angehen, weil sie den Stress und die Hektik eines solchen Turniers gewohnt sind, ist besonders für die Neueinsteiger und die unerfahrenen Turnierreiter die Aufregung groß.
Wenige Minuten vor dem ersten Start liegen die Nerven blank, die Pferde sind auf Hochglanz poliert, einige tummeln sich schon auf dem Aufwärmplatz, andere kontrollieren noch ein letztes mal nervös, ob die Kleidung auch ja sauber und das Pferd richtig eingeflochten ist. Niemand will hier enttäuschen oder gar versagen, fließt die Bewertung der Jury heute ja auch mit in die Endjahrespunktzahl der Azubis ein.
Auf dem ganzen Hof herrscht reges Treiben, Reiter in schwarzen Jacket und weißer Turnierhose schreiten den Parcour ab, das Orga-Team wuselt über die Plätze, damit beim Start auch alles in Ordnung ist. Die Tierärzte kontrollieren bereits einige Pferde auf Doping - und die Azubis?
Für die ist es nun erstmals an der Zeit, dass sie ihre reiterlichen Fähigkeiten vor Publikum unter Beweis stellen müssen. Am heutigen Tag finden vormittags die Springen in den Klassen E-S und nachmittags die Dressur E-M statt. Am darauffolgenden Tag kommt es dann morgens zum Gallopprennen über 3400m, mittags findet der Distanzritt statt und ab 15.00 Uhr beginnen die Reiterspiele an denen jeder Azubi VERPFLICHTEND mit dem jeweiligen Pflegepferd teilnimmt. Am letzten Turniertag findet um 10.00 Uhr das Westernturnier und ab 16 Uhr sind dann alle herzlich zur Siegerehrung eingeladen.
Es stehen also drei aufregende Tage bevor. Für den gesamten Hof. Also, worauf wartet ihr noch? Letzter Kontrollcheck und dann rauf aufs Pferd oder die Tribüne. Lasset die Spiele beginnen!

> Mittwoch, 24. Februar
> Vormittags, 9.00 Uhr
> milder Morgen, ca. 11°
> es wird jedoch langsam wärmer und verspricht ein angenehmer Tag mit vereinzeltem Sonnenschein zu werden

ALLE, DIE AM SPRINGEN teilnehmen machen nun ihre Pferde fertig und begeben sich auf den Aufwärmplatz; in einer halben Stunde beginnt das Springen! ALLEN ANDEREN ist es freigestellt wo sie posten, allerdings solltet ihr euch an den natürlichen Turnierflair halten, d.h. startet jetzt keinen Ausritt o.Ä. Nehmt z.B. Plätze auf der Tribüne ein etc.
Nach oben Nach unten
http://heavenmeadowsstable.forumieren.com
Lawrence McKinley
Admin
avatar

BEITRÄGE : 989
ALTER : Die Zeit ist das Kostbarste, was wir haben, deswegen achte ich auch nach 52 Jahren noch sehr genau auf sie.
HERKUNFT : Als Heimatliebhaber habe ich Kalifornien immer die Treue gehalten.
BERUF : Der Verantwortung als Hofleiter und Dressurlehrer kann und sollte man sich nicht entziehen.

BeitragThema: Re: Hengstkoppeln   Fr 15 Aug 2014 - 23:45

PLOT 3
Von Siegern, Stress und Prüfungsangst

Schneller als gedacht, verging der Vormittag mit einem rasanten, packenden Springen, das sicherlich Höhen und Tiefen hatte. Es war ein spannender Wettkampf mit manchmal haarscharfen Entscheidungen und einer Menge Adrenalinkicks - nicht nur für die Reiter auf ihren Pferden.
Der erste Turniertag ist in vollem Gange und scheint schon jetzt ein voller Erfolg für die Heaven Meadows Stables zu sein. Die Starter des Gastgeberstalls konnten allesamt mehr als zufrieden stellende Ergebnisse in der ersten Disziplin des Turniers verzeichnen. Einzig und allein der Sturz von Juliena Grossworth sorgte für einige Schrecksekunden, doch sowohl Pferd, als auch Reiterin scheinen mit einem Schreck davongekommen zu sein. Aufgrund von jeweils einem Abwurf konnten leider weder Lillian Adams noch Callum Moreno die vorderen Plätze belegen, haben mit ihren jungen, unerfahrenen Pferden aber zweifelsfrei eine super Leistung gezeigt. In den zwei höchsten Klassen konnten dann sogar zwei Siege für die HMS eingefahren werden. Der erfahrene Vielseitigkeitslehrer Daniel McHale entschied mit seinem Heart-shaped Gun das Rennen ebenso für sich, wie der erfolgsverwöhnte Isaac Haber auf der alternden Cloud Atlas Sextet. Ebenso zeigten Shana McCormick und Rebecca Lacroix eine fehlerfreie Leistung und konnten sich damit im S-Springen die vorderen Plätze sichern.
Nach der Auswertung des Springens und einer kurzen Siegerehrung mit Ehrenrunde, gab es eine kurze Pause, in der alle einmal durchschnaufen und die Pferde zurück in die Box, oder sogar auf die Weide bringen konnten. Als nächstes steht nun die Dressur auf dem Plan, die ebenfalls nicht gerade wenige Gäste anlockt. Während sich die Springreiter also zurücklehnen und erstmal eine Stärkung brauchen, kommt nun langsam Aufregung bei den Dressurreitern auf und die ersten machen sich daran, die Pferde fertig zu machen, bevor es ins Viereck zum "tanzen" gehen kann.

> Mittwoch, 24. Februar
> Nachmittags, 15.15 Uhr
> sanfter Sonnenschein, ca. 18°

ALLE, DIE AN DER DRESSUR teilnehmen machen nun ihre Pferde fertig und begeben sich auf den Aufwärmplatz(Springplatz); in einer 3/4 Stunde beginnt die Dressur für die ersten HMS-Starter! ALLEN ANDEREN ist es freigestellt wo sie posten, allerdings solltet ihr euch an den natürlichen Turnierflair halten, d.h. startet jetzt keinen Ausritt o.Ä. Nehmt z.B. Plätze auf der Tribüne ein etc.
Nach oben Nach unten
http://heavenmeadowsstable.forumieren.com
Gast
Gast



BeitragThema: Re: Hengstkoppeln   Di 7 Okt 2014 - 21:02


Leise vor sich hinmurmelnd, dabei die gesamte Außenwelt ausblendent, führte Abigail Bridget ihren Wallach auf die Weiden, klopfte ihm nochmals kräftig auf den muskulösen Hals und entließ ihn zum dritten Mal an diesem Tag auf die Weiden. Ihr Fehler fiel der Neunzehnjährigen keinen Herzschlag später auf.
Tiefdunkles, flammenfarbenes Fell erhaschte ihre Aufmerksamkeit, ein eleganter Körper, der mit temperamentvollen Galoppsprüngen über die Weiden katapultiert wurde und ein zarter Schweif, der einer Fahne gleich hinter dem schmalen Araberkörper hinterherwehte. Gladiator bot ein heroisches Bild, wie er nahezu einsam über die ausgedehnte Hengstkoppel preschte, während große Grasbrocken davonflogen. Abbie erbleichte.
»Faun ...« rief sie noch matt, ehe der Wallach munter davon trabte und sich zu den noch unkastrierten Geschlechtsgenossen gesellte. Spielerisch ließ er seinen Kopf wippen, die Ohren nahmen neugierig jedes Detail auf und obgleich Abigail durchaus um das geschickte Naturell ihres Pferdes wusste, beäugte sie das Geschehen doch höchst angespannt.

Zahlreiche Hengste auf den Heaven Meadows waren nicht zwangsläufig böse, aber unberechenbar und neigten gelegentlich zu gröberen Attacken gegen Pferd und Reiter. Wie diese nun ein gewissermaßen fremdes Tier, noch dazu kastriert und unbedarft wie ein kleines Kind, aufnahmen, mochten allein die Götter wissen. Zudem es schien, als habe Gladiator seine Peinigerin in Abbie erkannt und nun mit weit geblähten Nüstern und vor Anspannung zitternden Muskeln auf den geeigneten Augenblick wartete.
Es wird schon nichts passieren, Abbie, berührte sich die Neunzehnjährige, immerhin kannten die Hengste sie durch ihre gelegentlichen Besuche bei Gladiator. Dessen dunkler Blick, der unverwandt auf ihr ruhte allerdings, ließ sie eine gewisse innere Anspannung fühlen, die ihr eine Gänsehaut auf die Arme trieb.
»Sei doch nicht albern« mahnte sie sich kopfschüttelnd, holte Luft und baute als Optimist auf das Gebaren der Pferde, die sie kannten und nicht weiter beachteten. Darunter auch Faun, der spielerisch nach allen Seiten auskeilte und wild mit dem Kopf schlagend das Weite suchte, ehe er trabend kehrt machte und sich einen neuen Spielgefährten suchte. Energisch und entschlossen folgte Abbie ihrem ausgebrochenen Wallach auf die Hengstweiden, behielt dabei allerdings immer Gladiator im Blick.
Unausgelastet wie der Vollblüter nun einmal war, wurde er unberechenbar und gefährlich. Abbie hasste diesen Gedanken und verbot ihn sich umso mehr.
Mit weicher Stimme rief sie lockend nach Faun, der zwar aufsah, sich allerdings vorerst nicht weiter um sie kümmerte. Ihm schien der neu entdeckte Weidebereich durchaus zu gefallen, allerdings näherten sich bereits einige der Hengste drohend und in höchstem Maße gereizt.
»Komm her, Faun, dann kannst du wieder von der Stutenweide ausbrechen. Das macht doch viel mehr Spaß, als die alten Kerle hier zu ärgern.« Kurz stahl sich beinahe etwas wie Erheiterung in die blauen Augen der Neunzehnjährigen, ehe sie, den Führstrick in der Rechten, weiter lief, konzentriert auf den wild gezeichneten Appaloosamischling zu. Interessiert beobachtete Faun ihr Treiben nun.



[cf. » Springplatz ;; Unaufmerksam ;; Auf den Weiden ]
Nach oben Nach unten
Gast
Gast



BeitragThema: Re: Hengstkoppeln   Mi 8 Okt 2014 - 15:50

cf > Waschplatz

Callum ging entspannt aus der Stallgasse heraus. Einige Hengste haben wild scharrend und beißend gegen ihre Boxentüren gewütet, als er die junge Schimmelstute an ihnen vorbei geführt hatte. Freja hatte Blueberry kurz vorher noch untersucht, um auch ja sicherzustellen, dass nach dem Turnier alles mit dem jungen Pferd in Ordnung war. Nun war er auf den Weg zu den Weiden gewesen, um seiner Dame etwas Auslauf zu Gönnen. Seine Gedanken schwirrten aber um den bevorstehenden Abend. Sein Date mit der angehenden Tierärztin würde etwas Schwung in den jungfräulichen Haushalt des 24-jährigen bringen. Bis dato hatte er aber noch einige Stunden, in denen er sich Sorgen um Essen und passende Tischdeko machen konnte. Entspannt lief die junge Holsteinerin Blueberry neben ihm. Die Stute hatte heute schon eine gute Leistung im Turnier abgeliefert und einige wilde Runden im Round Pen zugebracht. Dementsprechend entspannt war die junge Stute. Sie ließ ihren kleinen Kopf hängen und die großen dunklen Augen fielen ihr schon fast im Gehen zu. Callum zog sie allerdings zielstrebig vorwärts. Der junge Bereiter ließ sich von seiner Begleitung nicht entmutigen. Bei den Stutenweiden angekommen schaute er sich kurz um. Einige Reiter hatten dieselbe Idee gehabt und ihre Pferde auf die Koppeln gebracht oder waren gerade dabei. Als eine der wenigen hatte Blueberry aber eine Decke für die Weide über ihre schmale Figur bekommen. Die Stute war geschoren und Callum wollte im Februar kein Risiko angehen. Als er das Tor zur Weide mit etwas Mühe beiseite stieß, huschte die junge Stute durch die Öffnung und wollte ihren Reiter euphorisch hinterher ziehen.

Dieser hielt jedoch dagegen und konnte die Stute schließlich doch überreden noch eine Sekunde abzuwarten. Als er den Strick allerdings vom Halfter löste und sie mit einem kurzen Klabs auf die Schulter davon schickte, galoppierte Blueberry fröhlich zur anderen Seite der Weide. Dort senkte sie ihren Kopf um an den sporadisch vorkommenden Halmen zu knabbern. Zufrieden lächelte der Reiter und verließ schließlich die Weide. Mit dem Strick in der Hand schlenderte der Bereiter an den Koppeln entlang. Immerhin hatte er noch einige Zeit totzuschlagen. Die entspannte Atmosphäre wurde aber von einer eher ungewöhnlichen Szene durchbrochen. Callum erhaschte einen Blick auf die Hengstkoppeln, wo anscheinend eine junge Dame verzweifelt versuchte ein Pferd einzufangen. Der Bereiter war leicht belustigt, erkannte jedoch dann den Ernst der Lage.  Das Pferd schien kein ‚Stammgast‘ auf der Hengstweide zu sein, weshalb die dort ansässigen Herren der Schöpfung sehr empört auf den Eindringling reagierten. Callum strich sich mit den groben Händen kurz durch die wilden Haare, ehe er sich auf machte der jungen Dame zu helfen. Auf den ersten Blick schienen sich die Beiden nicht zu kennen. Höchstens ein kurzer Blickkontakt hat die beiden miteinander verbunden, er meinte sich jedoch zu erinnern, dass ihr Name Abby war. Die zierliche Silhouette hatte den Hengsten kaum etwas entgegen zu setzen, anders als der Bereiter. Der große Mann schlich sich auf die Koppeln der Hengste und ging im zügigen Schritt zu der jungen Frau hinüber. Er klopfte ihr kurz auf die Schulter „Bleib hier, ich mach das.“ Rief er ihr zu. Callum musste zugeben, dass sein Beschützerinstinkt hier wieder auf seine Kosten kam und er sich in dieser Position sehr wohl fühlte.

Im Laufschritt ging er auf die Gruppe Hengste zu. Er hatte vorher beobachtet, dass sie wohl hinter einem bunten Tigerschecken her war, der anscheinend nicht hier her gehörte. Callum schlug die Arme in die Höhe und pfeifte gut hörbar. Der wild umherfliegende Strick tat sein Übriges. „Na verschwindet schon!“ rief er der aufgebrachten Herde entgegen. Er kannte so ziemlich jedes Pferd hier auf dem Hof und erahnte, dass er hier leichtes Spiel hatte. Die Hengste machten kehrt, während der abtrünnige Wallach eher verdutzt in die Richtung von Callum schaute. Währenddessen zog der 24-jährige ein paar Leckerlis aus der Reithose und hielt sie dem fremden Pferd hin. Dieser schien augenblicklich die Situation abzuwägen, wobei die Neugier schlussendlich siegte. Gutmütig klopfte er den muskulösen Hals des bunten Wallachs ab „So ist gut.“ Sprach er beruhigend auf ihn ein und fädelte dabei provisorisch seinen Strick durch sein Halfter. Anschließend ging er wieder zurück zu der Reiterin des Pferdes „Pass nächstes Mal besser auf. Wenn niemand hier ist, hast du ein Problem.“ Ermahnte der Bereiter, der Unfähigkeit eigentlich überhaupt nicht leiden konnte. Er redete sich jedoch ein, dass das hier eine einmalige Sache war. Er griff nach dem Strick von Abby und hakte ihn im Halfter des Wallachs ein, währenddessen er seines aus den Ösen hinaus zog. Danach lächelte der Blonde jedoch wieder „Ich bin übrigens Callum.“ Stellte sich der junge Mann dann offiziell vor. „Komm lass uns nicht länger hier bleiben. Ich weiß nicht wann die Jungs wieder aufmüpfig werden.“ Erklärte er ihr und ging voraus. Ganz wie ein Gentleman hielt er ihr das Koppeltor frei, damit sie ungestört die Weide verlassen konnte


[Blueberry auf Weide | Schlendert | Abby | Hilf]
Nach oben Nach unten
Gast
Gast



BeitragThema: Re: Hengstkoppeln   Do 9 Okt 2014 - 17:55


Zugegeben, Abigail war noch nie eine ausgesprochen aufmerksame Persönlichkeit gewesen, sofern es die Situation - wie beispielsweise während der Arbeit mit Pferden - nicht erforderte, sodass sie nun kurz zusammenfuhr, als sich eine schwere Männerhand auf ihrer Schulter platzierte. Ehe sie überhaupt begriff, was er im Endeffekt eigentlich von ihr wollte - stehen bleiben? Wozu? Sie musste ihr Pferd einfangen - hatte der junge Mann sich bereits aufgemacht, um ihre begonnene Arbeit zu vollenden. Es sah zumindest stark danach aus, wie er die Hände in die Lüfte hob und die gereizten Hengste fort trieb, während Faun seinerseits kurz erschrak, Callum jedoch neugierig betrachtete.
Mit einem Mal äußerst wachsam folgten die dunklen, blauen Augen Abbies jeder Bewegung des jungen Mannes, der offenbar zu wissen schien, was er tat und Faun unversehrt einfing. Gladiator indessen nutzte diesen Augenblick schamlos aus, um seine Machtposition innerhalb der Hengstgruppe zu demonstrieren, blieb ihm dies nun bei Faun und Abbie verwehrt. Mit angelegten Ohren trabte der Dunkelfuchs eine Zeit lang hinter Callum und Faun her, bevor er sich letztlich wieder abwandte und das Geschehen geschehen sein ließ.

Erleichtert nahm die Neunzehnjährige ihren Wallach in Empfang, der zumindest den Anschein von reue zu erwecken schien, doch allen Vermutungen zum Trotz würde es nicht lange dauern, bis er den Mechanismus der Verriegelungen erneut gelöst hatte. Bei Zeiten sollte sie McKinley um ein Sicherheitsschloss für die Box ihres Wallachs bitten.
»Das ist eine Primäre, nicht wahr, mein Schöner?« murmelte die Dunkelhaarige liebevoll und kraulte das große Tier behutsam, während sie kurz dankbar gen Callum nickte. Dessen Schelte nahm sie nicht einmal als solche wahr, dafür war ihr Wesen schlicht nicht geschult.
Derart feinsinnige Anspielungen waren bei Abbie ohnehin vergeudete Liebesmüh, die sich auch schon wieder dem Vierundzwanzigjährigen entgegen drehte und kurz erklärend hinzufügte, dabei zielstrebig auf das Gatter zulaufend: »Leckerlies bekommt er nämlich eigentlich nicht.« Sie vertrat nämlich die Meinung, dass Pferde, die über Leckereien ständig belohnt wurden, zu Beißern wurden. Nicht zwangsläufig zu bösartigen Beißmonstern, sondern schlichtweg dazu neigten, zu zwicken und leicht zu beißen, in der Hoffnung auf Leckerei.
Abbie lobte eher über den Körperkontakt, frei der Natur entsprechend. Mütter beruhigten ihre Fohlen durch Berührungen, Hengste disziplinierten einander meist dadurch und selbst im Herdenleben gingen Berührungen und Harmonie Hand in Hand.

Sie erreichten das Gatter, welches er ihr galant aufhielt, was die leicht zerstreute Westernreiterin jedoch kaum wahrnahm, da die über mögliche Konsequenzen für sich und ihr Pferd nachdachte. Ob McKinley oder Lyvers sie vorluden wegen diesem Vorfall? Es war glimpflich ausgegangen, aber allein der Anblick ihres gereizten Zweitpferdes Gladiators hatte der Brünetten bereits gereicht, um all die Schuldgefühle wieder hochkochen zu lassen. Mit einem schweren Seufzen sah sie Callum in die Augen.
»Abigail Bridget mit Faun. Danke.« Es mochte wohl seltsam wirken, wie deprimiert sie sich selbst vorstellte und dieser Gedanke ließ ihre Mundwinkel bereits wieder zucken. Abbie war kein Kind von Traurigkeit, wenn es sich vermeiden ließ, noch dazu, wo Faun nicht selten dazu neigte, ihre Lachmuskeln zu überstrapazieren. Liebevoll fuhr sie dem Wallach unter die dünne Mähne und kraulte seinen warmen Hals, den lachenden Blick dabei auf den jungen Mann gerichtet.
»Wenn ich das Freja erzähle, wird sie mir das nie glauben. Vielleicht sollte ich Gee ebenfalls kastrieren, damit mir soetwas nicht nochmal geschieht.« Nicht, dass die Neunzehnjährige dies tatsächlich in Erwägung ziehen würde und beinahe instinktiv glitt ihr Blick suchend über die Weiden, bevor sie den eben Erwähnten gefunden hatte. Ihr freudig klopfendes Herz jedoch hielt nicht lange vor, ehe es sich ängstlich wieder zusammenzog. Eine Operation solchen Ausmaßes wäre für ein Tier seines jungen Alters nicht zwangsläufig riskanter, aber dennoch wäre es ein Risiko. Allein deshalb würde sie den Fuchs schon nicht kastrieren lassen. Sie drehte sich rasch zu Faun um, der bereits neugierig in eine andere Richtung äugte.
»Und du kleiner Wanderzirkus? Für dich brauch ich noch eine Hundehütte mit Kette, dann kannst du gleich den Hof bei Nacht und Nebel bewachen.« Als wüsste er, was sie meinte, spitzte der Wallach seine Ohren neugierig in ihre Richtung und schnaubte leise. Abbie zuckte entschuldigend mit den Schultern, als sie Callum leichthin erklärte: »Ihm würde das vermutlich sogar Spaß machen.«  



[Auf den Weiden ;; Callum & Pferde ;; Vor dem Gatter]
Nach oben Nach unten
Gast
Gast



BeitragThema: Re: Hengstkoppeln   Di 11 Nov 2014 - 18:58

Frustrierend war es schon, wenn man nie irgendwo Anschluss fand. Es war ja schon nicht gerade einfach irgendwie seinen Platz zu finden, sich dann auch noch in einem bestimmten Kreis zu etablieren, erschien als ein Ding der Unmöglichkeit. Wie sollte das auch funktionieren, wenn Sprachblockaden einer ausgewogenen Kommunikation im Wege standen und der Grund für jegliche Stagnierung eines Gesprächs waren? Zu Bedauern und Trübsal zu blasen wäre sicherlich eine Möglichkeit gewesen, doch dies zog der Perser besser gar nicht mehr in Betracht. Man wurde nur abgelenkt durch Derartiges und verlor das Wesentliche aus den Augen. Dass das tödlich sein konnte, war ihm bereits mehrmals in seinem jungen Leben vor Augen geführt worden, sodass er sich stets bemüht hatte, nie das Ziel aus den Augen zu verlieren. Sein erklärtes Ziel war es hier seine Ausbildung zu beenden. Gut zu beenden, um von einem Verein übernommen zu werden. Denn das war leider der Nachteil auf den HMS: sie bildeten zweifelsohne gut aus, hatten jedoch keine eigene Fußballmanschaft, sodass keine Chance auf eine Übernahme bestand. Dennoch wusste Ramón, dass es die beste Entscheidung gewesen war, den Schritt zu gehen und es zu wagen, hier eine Ausbildung aufzunehmen. Es war mehr als der Iran ihm jemals hätte geben können, auch wenn das Heimweh manchmal sehr schmerzte.

Heimweh spielte auch immer eine große Rolle, wenn er zu seinem Hengst ging. Kismet war ein sturer Esel, der bissig und gemeingefährlich dazu war. Er erschrak vor jeder noch so kleinen Kleinigkeit, spielte sich auf wie eine Diva und machte aus einer Mücke einen Tyrannosaurus. Wirklich Lust hatte Ramón nie sich mit dem Palomino abzugeben, doch er hatte eingesehen, dass er es wohl oder übel musste. Sein Onkel hatte es vielleicht gut gemeint, doch Lamíh Kismet führte ihm ständig nur vor AUgen, was er hinter sich gelassen hatte: sein Heimatland, eine enttäuschte Familie, Wut, Trauer, Zorn und doch auch Liebe. Er sehnte sich nach seiner Mutter und seinen Schwestern, obwohl er wusste, dass sie zusammen niemals glücklich sein würden.
Der Weg zu den Koppeln dauerte immer etwas länger, da Kismet immer ganz hinten stand. Er kam früh morgens raus und meist er kurz vor der Fütterung am Abend wieder rein. Ramón ritt den hellen Hengst nicht, weswegen dieser sich auf den weiten Koppeln der HMS seine Bewegung selbst verschaffen durfte. Den ganzen Weg über geisterte das blonde Mädchen mit Nathan durch seinen Kopf und vielleicht hätte er sie einfach ansprechen sollen, doch wieder hatte ihn die Scheu und Angst vor einer weiteren Panne schweigen lassen. Es war immer dasselbe. Dabei hatten ihm ihre Blicke doch eigentlich deutlich gesagt, dass er zumindest getrost 'Hallo' hätte sagen können. Ramón hatte trotzdem geschwiegen und war schließlich gegangen - was er nun bereute. Aber er konnte es nicht ändern. Mit einem Seufzen zog er sich an dem hohen Gatter hoch und setzte sich auf den obersten Holzbalken, der die endlos erscheinende Weide eingrenzte.
Kismet stand irgendwo ganz hinten, seine Silohouette hob sich nur schemenhaft vom Horizont ab, wo die Nachmittagssonne schon relativ tief stand. Es war nicht sonderlich warm und so steckte der Perser die Nase hinter den Strickschal, während er seine baumelnden Bein beobachtete. Unter einem Seufzen richteten sich die braunen Augen wieder auf den goldgelben Hengst, der gleichmäßig das Gras rupfte. Er sah friedlich aus. Überhaupt schien alles hier draußen friedlich. Im Hintergrund hörte man die Vögel zwitschern und nichts schien diese Einig- und Stimmigkeit durchbrechen zu können. Aber Ramón wusste, dass nichts ewig währte. Und irgendwann würde auch dieser Flecken Frieden zerstört sein.
{<- INNENHOF | Gedanken | Weg zu Kismet | Koppeln | setzt sich auf Koppelzaun | anspielbar}
Nach oben Nach unten
Gast
Gast



BeitragThema: Re: Hengstkoppeln   Do 27 Nov 2014 - 15:12

In einer schlechten Comicverfilmung wäre seine Kinnlade spätestens jetzt auf den Boden der Tatsache gefallen. Anstatt sich mit dem ersten Atemzug für die Unannehmlichkeiten zu entschuldigen, schien sie sogar eine Beschwerde zu äußern Leckerlis bekommt er nämlich eigentlich nicht. Etwas empört verschränkte der Bereiter die Arme vor der Brust und versuchte den Satz in Gedanken irgendwie anders zu formulieren, damit die augenscheinliche Aggression die in ihm aufstieg, unterdrückt werden konnte. Wenigstens waren Wiesenpinto und Pokahontas wieder vereint und konnten gemeinsam wie die Kühe ihr Gras fressen. Callum verdrehte die Augen, äußerte sich aber nicht zu ihrem Kommentar. Vermutlich wäre das nicht gut ausgegangen. Als sie die Koppeln verließen, versuchte er seine genervte Stimmung zu überspielen und hielt ihr sogar noch das Tor auf. Eilig verschloss er es jedoch wieder, bevor es sich der Schecke nochmal anders überlegen konnte. Als sie anschließend seufzend in seine Augen sah, war Callum völlig irritiert Frauen soll einer verstehen. Dachte er sich und fügte nur ein ernstes „Okay.“ An, anstatt ein ‚bitte‘ zu äußern. Nachdem sie sich eher niedergeschlagen vorgestellt hatte, schien sie wieder ‚normal‘ zu sein. Leicht gedankenverloren erwähnte sie schließlich den Namen Freja, was den Bereiter selbstverständlich aufhorchen ließ. Bei dem Gedanken an die Schwedin, machte sich ein wohliges Gefühl in ihm breit, was ihn gleichzeitig besänftigte. Abbys Äußerung an sich, war für den 24-jährigen allerdings nicht nachvollziehbar. Eher im Gegenteil, es regte ihn auf. „Eine Kastration kann nicht über die Unfähigkeit des Reiters hinwegtäuschen.“ Entgegnete er ihr, auch wenn es vermutlich nicht mal an ihn gerichtet war. Seine Aussage war ziemlich kaltherzig, was aber einfach in Callums Natur lag.

Irgendwie erschien ihm die Situation mit Abby seltsam. Sie schien sich nicht ernsthaft auf ihn zu konzentrieren, sondern redete stattdessen mit ihrem Pferd. Ob ihr noch keiner gesagt hatte, wie skurril das wirkte? Zumal es den Anschein hatte, als würde sie wirklich eine Reaktion ihres Wallachs erwarten. „Ich geh dann mal.“ Verabschiedete er sich genauso unfreundlich. Aber vermutlich hätte nicht einmal das Abby aus ihren Träumereien reißen können.
[Kommentar | Abgang]
Nach oben Nach unten
Gast
Gast



BeitragThema: Re: Hengstkoppeln   Fr 5 Dez 2014 - 21:04


Es gab sie durchaus, diese seltenen Augenblicke, in denen die neunzehnjährige Westernreiterin den Sinn dieser Welt zu durchdringen verstand und die kleinen Feinheiten ihres Gegenübers ebenfalls. Daraus schlau wurde sie trotz allem auch nicht zwangsweise und so blinzelte sie Callum lediglich verdutzt an, als dieser auf ihre nicht ernst gemeinte Überlegung zur Kastration Gladiators reagierte. »Was du nicht sagst.« Offenbar kam es Abigail nicht wirklich in den Sinn, dass Intonation und Wortwahl nicht eben zur Entschärfung der Situation beitrugen, ganz gleich, wie groß und unschuldig dunkelblau sie ihre Augen auf den Bereiter gerichtet hatte. Ein leises Lachen erklang, ehe ihr Blick in die Ferne schweifte zu einer kleinen Gruppe Hengste, unter denen sehr wahrscheinlich auch ihr Feuerteufel steckte. »Mir würde etwas fehlen, wenn Gee nicht mehr vollständig wäre. In vielerlei Hinsicht.«

Allmählich schlich erneut der Kummer über ihre Schwester und deren Schicksal heran, sodass sie kurz heftig ausatmete, kurz dankend nickte, als er sich recht unwirsch verabschiedete und winkte ihm kurz hinterher, ehe sie sich ihrem Pferd widmete. So sah Abbie die Welt mit ihren Augen, allzu lang verweilte sie nicht bei dem seltsamen Verhalten des Bereiters, dem sie ganz offensichtlich das Falsche gesagt hatte und nun wirklich nicht mehr wusste, was das genau hätte sein sollen.
Aber sei's drum, sie tätschelte ihrem Pferd, das vollkommen gelassen das Gras ausrupfte, den Hals und gab einen erstaunten Laut von sich, als sie Ramón bemerkte. Sein Antlitz wirkte fremdvertraut und irritiert kniff die junge Reiterin die Augen zusammen, versuchte sich zu erinnern, welcher Sparte dieser junge Mann angehörte und konnte sich doch nicht erinnern. Es gab beileibe nur wenige Namen, die der zerstreuten jungen Frau im Kopf blieben, sich da auch gleichzeitig die dazugehörigen Spezialisierungen zu merken, erschien dann doch ein wenig zu viel des Guten.
»Komm, mein Dicker, wollen wir schauen, ob er sein Pferd verloren hat, so sehnsüchtig wie er in die Ferne starrt.« Kurz kicherte die Brünette, ehe sie sich dem Dunkelhaarigen näherte und sich kurz räusperte. Nicht, dass er vor Schreck vom Zaun fiel und sich etwas tat. Eine ungewöhnlich vorausschauende Aktion von Seiten Abigails, die kurzweilig abgelenkt durch Faun war, der am Halfter zog und neugierig den Zaun beschnupperte. Schmunzelnd richtete sie ihren Blick wieder auf Ramón, lächelte treuherzig zu ihm auf und fragte geradeheraus: »Sag mal, du kommst mir bekannt vor. Kann es sein, dass du hier arbeitest?« Dass sie vor einem weitgereisten Fußballstar stand und diesen nicht zuordnen konnte, würde zahlreiche Fans vermutlich in Ohnmacht fallen lassen. Abbie indess blickte lediglich aus großen, dunklen Augen freundlich, aber fragend zu Ramón auf, während Faun die Gunst nutzte und das - natürlich weitaus bessere - Gras der Hengstweiden anknabberte.



[Weiden ;; Callum ;; Faun ;; Ramón ;; Verwirrung]
Nach oben Nach unten
Lawrence McKinley
Admin
avatar

BEITRÄGE : 989
ALTER : Die Zeit ist das Kostbarste, was wir haben, deswegen achte ich auch nach 52 Jahren noch sehr genau auf sie.
HERKUNFT : Als Heimatliebhaber habe ich Kalifornien immer die Treue gehalten.
BERUF : Der Verantwortung als Hofleiter und Dressurlehrer kann und sollte man sich nicht entziehen.

BeitragThema: Re: Hengstkoppeln   Fr 2 Jan 2015 - 18:54


PLOT 4

Von Überfliegern, Möchtegernen und Kindheitshelden

Der erste Turniertag hatte voll eingeschlagen. Die Heaven Meadows waren besser besucht gewesen, als alle vermutet hatten und so erhofft man sich vom zweiten Turniertag Ähnliches, zumal dieser mit seinem Programm den größten Unterhaltungswert bieten dürfte.
Nicht ganz so früh wie noch am ersten Tag geht es am 25. Februar los, doch schon um 10.00 wird der Startschuss zum Auftaktrennen fallen, das auf der Rennbahn ausgetragen wird.
Während die meisten Azubis erst am Nachmittag wieder an den Start gehen, heißt es für einige wenige, aufstehen und Pferde fertig machen. Das Adrenalin schießt schon jetzt so manchem Rennpaar durch die Adern und die edlen Vollblüter tänzeln nervös über den Hof. Obwohl am zuvorigen Tag noch mildes Wetter geherrscht hatte, zeigt sich an diesem Donnerstag bereits früh morgends die Sonne mit den ersten Strahlen und verspricht ein lauwarmer Tag zu werden.

Frühzeitig trudeln nun die Besucher ein und suchen sich die besten Plätze auf der Tribüne, versorgen sich mit einem zweiten Frühstück an den Imbissbuden oder sehen sich den Hof an. Viele waren schon am Vortag hier und sind nun gespannt, was das Turnier noch so zu bieten hat. Neben der Bahn wurde ein kleiner Stand aufgebaut, an dem man wie bei einem richtigen Rennen auf die einzelnen Starter wetten kann. Auch diese Möglichkeit wird zahlreich wahr genommen und auch der ein oder andere vom Hof hat bereits seinen Tipp abgegeben. Angeboten wird die Platzierungswette (Tippen der Reihenfolge ins Ziel), die Triplewette (Tippen Belegung von den ersten drei Plätzen) und die Siegeswette (wer wird Sieger), wobei Letztere mit dem höchsten Gewinn versehen ist. Insbesondere bei den jüngeren Besuchern kommt dieses Glücksspiel gut an, doch auch viele Erwachsene erfreuen sich am Tippen. Bis das Hoffen losgeht, dauert es nun nur noch wenige Minuten, sodass sich langsam aber sich fast alle auf den Tribünen eingefunden haben und nun zusehen wie die Jockeys mit ihrern Pferden das zweite Mal nach ihrer Vorstellung den Platz betreten und in die Startboxen geführt werden. Einige Pferde scheuen angesichts der Enge in den Boxen, manche geben sich wie die großen Profis und gehen selbstsicher hinein. Der Countdown läuft und nun kann es jeden Moment losgehen in dem sich die Türen öffnen, die Pferde herauspreschen und erneut alles auf Sieg gesetzt wird.

> Donnerstag, 25. Februar
> Vormittags, 10.00 Uhr
> milder Morgen, ca. 15°
> es wird jedoch langsam wärmer und die Sonne kämpft sich ihren Weg durch die Wolkendecke frei

Wie schon am zuvorigen Tag, ist die Teilhabe am Turnier für niemanden Pflicht. Jedoch gilt weiterhin die Regel, dass keine großartigen Aktionen wie Ausritte oder intensive Springtrainings vollzogen werden. Wer sich mit den Pferden beschäftigen möchte, kann dies gerne bei der Fellpflege, einem Koppelbesuch o.ä. tun.
Nach oben Nach unten
http://heavenmeadowsstable.forumieren.com
Gast
Gast



BeitragThema: Re: Hengstkoppeln   Mi 7 Jan 2015 - 19:29

Marizas Tag hatte nicht wirklich zeitig begonnen. Da sie gestern mehr als nur abgesahnt hatte, gönnte sie sich einige Stunden mehr Schlaf und war entsprechend erst kurz vor 10 im Stall gewesen. Sie war mehr als zufrieden mit sich und der Welt. Der Sieg in der mittelschweren Dressur hatte sich die 20-jährige allerdings auch mehr als verdient. Montesquieu hat sie wie auf Wolken durch das Viereck schweben lassen und im anerkennenden Applaus baden lassen. Die Reiterin hatte deshalb ziemlich gute Laune und zog es sogar in Betracht, sich später etwas unters Volk zu mischen und sich von der flimmernden Atmosphäre des Turnieres anstecken zu lassen. Das Rennen heute interessierte die Brasilianerin nur beiläufig und so widmete sie sich vorher ihren Hengst. Dieser stand noch in der Box und knabberte an einigen letzten Halmen vom Vortag. „Guten Morgen, mein Hübscher.“ Entgegnete sie mit ihrer süßlich klingenden Stimme, ehe sie die Box öffnete, um Montesquieu einige Schmuseeinheiten zu verpassen. Das seidige, dunkle Fell des Hengstes fühlte sich weich und warm an. Der Oldenburger ließ sich nicht von den Machenschaften seiner Besitzerin aus der Ruhe bringen. Heute würde Mariza ihren Liebling nicht mehr reiten. Er hatte sich einen freien Tag wirklich verdient. Eilig holte die 20-jährige aus der Sattelkammer eine dunkle Decke und warf sie ihrem Hengst über, der nur kurz mit seinen großen Augen aufschaute. Die Südländerin wollte nicht riskieren, dass ihr geschorener Hengst noch eine Kolik bekam, auch wenn der Wetterbericht einen schönen Tag versprochen hatte. Anschließend halfterte sie Montesquieu auf und hakte das Halfter in einen Strick ein. Der Oldenburger folgte ihr entspannt und sie schritten beide aus der Stallgasse.

Auf dem Hof waren nicht sehr viele Menschen unterwegs. Die meisten hatten schon einen Platz auf der Tribüne gefunden oder waren noch schnell eine Wette abschließen. Mariza mochte die Vorstellung nicht, dass ein Sport hauptsächlich existierte auf der Grundlage von Geldströmen die dort flossen. Im Grunde war der Pferdesport im Allgemeinen ein Sport aus dem man Kapital schlagen konnte. Das wusste natürlich auch die 20-jährige, sonst hätte sie sich vermutlich für eine andere Ausbildungsrichtung entschieden. Auf den Koppeln waren schon einige Pferde unterwegs, viele hatten bereits in den frühen Morgenstunden ihre Lieblinge auf die Wiesen rund um den Stall gebracht. Als Nachzügler kam nun auch Montesquieu dazu. Der dunkle Hengst sah kurz auf, als er seine Kumpels erspähte und wieherte leise. Der Oldenburger war immer zu Händeln, dass mochte die zierliche Dame und war auch ein wesentliches Kriterium weshalb sie ihn damals bekommen hat. Zaghaft öffnete Mariza das Tor zur Koppel, wobei sie die anderen Hengste stets im Blick hatte. Diese konnten unter Umständen sehr stürmisch reagieren, was die kleine Brasilianerin dann doch nicht mehr alleine bewältigen konnte. Dementsprechend beeilte sie sich auch. Sie hakte den Strick aus und schickte ihren Hengst mit einem kleinen Klaps auf den Hals auf die Wiese „Viel Spaß.“ Rief sie ihm noch hinterher, ehe sie kehrt machte und das Tor wieder hinter sich schloss. Eigentlich wollte die 20-jährige wieder direkt zurück zum Hof, allerdings hielten sie die zaghaften Sonnenstrahlen, die gerade die Wolken durchbrachen noch für einen Moment an den Koppeln. Sie lehnte sich an einen Pfahl und beobachtete die Pferde, welche friedlich auf der Wiese grasten. Ihr Blick blieb auf ihrem Hengst hängen.

Er war das letzte Überbleibsel aus Brasilien und gleichzeitig ihr bester Freund. Den Kontakt zu Menschen hatte Mariza seit ihrer Ankunft größtenteils gemieden. Bis auf ein paar Unternehmungen mit Shana und Isaac ist auch noch nicht viel zustande gekommen. Es ist zwar nicht so, dass sie unbedingt Anerkennung von jemanden brauchte, immerhin wusste Mariza was sie drauf hatte, aber ein wenig körperliche Zuneigung passte gut in ihren Zeitplan.


[Stall | Auftritt | Bringt Montesquieu auf Koppel | In Gedanken]

Nach oben Nach unten
Gast
Gast



BeitragThema: Re: Hengstkoppeln   Mi 7 Jan 2015 - 22:01

  
Als einer der Wenigen, die heute weder starteten noch anfeuerten, war Aléjandro früh aus dem Bett gestiegen, hatte mit Castor den morgendlichen Spaziergang gemacht und dabei nochmals kurz nach Jumper gesehen, der friedlich in seiner Box geschlummert hatte. Immerhin hatte er weder eine Dressurprüfung zu absolvieren, noch am heutigen Rennen teilzunehmen, welches bald schon starten würde.
Mit einem ausgedehnten Strecken des eindrucksvollen Bärenkörpers hatte er sich letztlich von einer wenig erholsamen Nacht eingerenkt und seine Arbeit aufgenommen. Zahlreiche Kunden, externe, als auch Schüler und Lehrer der Heaven Meadows, hatten seine Hilfe benötigt; die Einen bei der Beratung für ein besonders hochgelobtes Exemplar eines orthopädischen Beschlags und die Anderen kamen schlichtweg aus Routinegründen. Kurzum, es war ein schweißtreibender Tag, jedoch ein bisher recht erfolgreicher, da der Zweiunddreißigjährige durchaus der Meinung war, bisher gute Leistung erbracht zu haben. Ein Springreiter, ein Name, den A.J. unglücklicherweise wieder vergessen hatte, fragte ihn lediglich nach einer preisgünstigen Variante zum Essen gehen und nachdem er bemerkte, dass der Spanier an den Eisen für sein eigenes, gewaltiges Pferd arbeitete, waren sie ins Gespräch gekommen.

Als am frühen Nachmittag endlich das Rennen begann, entband sich der Hufschmied für eine kurze Zeit seiner Pflichten. Die Hufe und Beine der Rennpferde waren mehrfach kontrolliert und geprüft worden, das Schulpferd, welches vor einer Woche noch humpelte aufgrund eines leichten Geschwürs schien auf dem Wege der Besserung und nachdem der Schmied mit dem Ausschneiden und Nachversorgen durch war, beschloss er, das lebhafte Geschöpf auf die Weiden zu bringen. Dabei konnte er gleich einmal einen Blick auf die Bewegungsabläufe im Galopp werfen, kurz nach Jumper schauen und Castor für einen Augenblick der Freiheit überlassen.
Mit einem tiefen Atemzug begrüßte A.J. die frische Luft, nachdem er beinahe seit drei Stunden lediglich die stickige Luft seiner kleinen Schmiede hatte atmen können. Es mochte altmodisch wirken, aber wenngleich es das Atmen erschwerte, Aléjandro genoss es, in der alten Schmiede seinem Handwerk nachzugehen. Ähnlich wie in der Carmague, wo er nicht viel mehr als einen alten, baufälligen Schuppen sein Reich genannt hatte. Überrascht lüfteten sich die dunklen Augenbrauen, als er nun jedoch eine Gestalt, angelehnt am Zaun der Koppeln, bemerkte. Der Silhouette nach war es eine ihm unbekannte, weibliche Person, je näher er ihr kam, meinte er sich an die dunklen Locken zu erinnern. Ein Name wollte dem scheuen Schmied jedoch nicht einfallen.
Knapp neigte der Spanier das Haupt, als er Mariza passierte und den kleinen Hengst auf die Weiden entließ. Für einige Galoppsprünge beobachtete Léandro das Tier eingehend, versuchte auszumachen, ob sich der provisorisch angebrachte 'Hufschuh' gelöst hatte. Es war beileibe keine Schönheit und leise schmunzelnd erinnerte der Zweiunddreißigjährige sich an seinen ehemaligen Vorgesetzten und Vorarbeiter in Frankreich, der stets behauptet hatte, Aléjandro habe keinen BLick für die schönen Dinge des Lebens. Ästhetik.
Seine blauen Augen wanderten kurz auf die junge Frau in einiger Entfernung, die ebenfalls auf die Weiden sah, um die Pferde zu beobachten. Ein nicht selten anzutreffender Zeitvertreib auf den Heaven Meadows. Una belleza. Zweifelsfrei eine Naturschönheit die angehende Dame neben ihm, wenngleich A.J. davon ohnehin selten beeindruckt war. Viel mehr rührte es an seinem Misstrauen, denn bisher waren schöne Menschen stets Gläubiger oder Schlimmeres gewesen ...
Das unbegründete Misstrauen versucht von sich abzustreifen, drehte der großgewachsene Hufschmied sich nun also der zierlichen Gestalt entgegen, unwissend, ob er ihr lieber die gesuchte Ruhe lassen sollte oder nicht. Aléjandro war beileibe kein aufdringlicher Mann, dennoch kam ein Fünkchen Neugierde in ihm auf. Gehörte dieses zierliche Persönchen zu den Headen Meadow Stables oder war sie lediglich Gast? Und als Gast - was tat sie so weit abseits von dem Trubel? Kurzerhand obsiegte der tiefwurzelnde Instinkt, alles, was er liebte und schätzte, zu schützen - und mit der für ihn typischen Stimme sprach er Mariza letztlich doch an. Leise. Sanft. Dunkel. Die Stimme eines vorsichtigen Tieres.
«Buenos Días, señora. Dürfte ich so frei sein zu fragen ob eines der Tiere hier Ihnen gehört? Oder sind Sie lediglich zu Besuch in den Stables?» Ungewöhnlich direkt und sprachintensiv für den Spanier, dessen ruhige Miene nun zu ergründe versuchte, wie das Mienenspiel seines jüngeren Gegenübers zu deuten war.

[Arbeitstag # Gedanken # Weiden # Bemerkt Mariza]  
Nach oben Nach unten
Gast
Gast



BeitragThema: Re: Hengstkoppeln   Do 8 Jan 2015 - 7:39

Der Blick der Brasilianerin lag verträumt auf den Wiesen der Heaven Meadows. Solche Momente erinnerten sie oft an ihre Heimat. Es fehlte nur das sanfte Rauschen der Meereswellen, wenn diese auf den feinkörnigen Sand des Strandes trafen. Kurz schloss Mariza die Augen und sie hätte schwören können, sie würde eben diese Symphonie der Natur hören. Als sie die Augenlider allerdings wieder aufschob bahnten sich nur die grünen Felder Amerikas den Weg durch die Landschaft. Leise seufzte die Reiterin. Was war nur los? Die euphorische Stimmung des gestrigen Tages schien wie verflogen. Die wortgewandte, feurige Südländerin verstummte beim Anblick der weiten Wiesen. Sie hatte sich in den letzten Wochen ausschließlich dem Training hingegeben und war nur äußerst selten dazu gekommen ihr Leben mit etwas Abwechslung zu bereichern. Die Reiterspiele heute Nachmittag würde das reiterliche Können der 20-jährigen nicht ernsthaft herausfordern. Ihr war es nicht einmal wirklich wichtig, welche Platzierung sie mit ihrem zweiten Pferd erreichen würde. Für Mariza war der leicht verzweifelte Versuch etwas Auflockerung in ein Turnier zu bringen, gescheitert. Kinderspiele gehörten nicht zu ihrer bevorzugten Beschäftigungen. Und da war es wieder. Dieses leicht dekadente Lächeln, was so oft ihre vollen Lippen umspielte und einen Hauch von Oberflächlichkeit in der jungen Frau aufstiegen ließ. Aber selbst das lenkte niemanden davon ab, zu glauben dass hinter dieser ungezähmten Leidenschaft mehr steckte. Und so war es schließlich auch. Lange schon hatte sich die Brasilianerin niemanden mehr anvertraut. Lediglich Isaac verstand ihre Qualen die sie hier ausgesetzt war aber selbst er konnte ihre tiefe Traurigkeit nicht nachvollziehen. Mariza wusste, dass sie nicht die einzige war, die hier aus einem anderen Land kam, dennoch fühlte sie sich mehr als einsam in einem Meer aus Briten, Schweden und dergleichen.

Die Heaven Meadows waren viel zu oft übersäht mit glücklich albernen Menschen, die nur zu gerne demonstrativ jeden anlächelten, der an ihnen leicht betrübt vorbeistolzierte. Auch Mariza wollte wieder etwas mehr von ihrem alten Leben zurück haben, auch wenn ihr Montesquieu dabei schon ungemein half. Die Mutter von Mariza rief beinahe täglich an. Die Reiterin war dann meist in ihrem Cottage und starrte auf das Display ihres Handys. Seit sie hier war hatte sie vielleicht zweimal mit ihr gesprochen. Die 20-jährige war einfach noch zu enttäuscht darüber, dass sie keine zweite Chance in Brasilien bekommen hatte. Aber selbst wenn es dazu gekommen wäre, wäre sie vermutlich schlussendlich doch aus freien Stücken gegangen. Die krankhafte Liebe zu einem Lehrer, der sie mehr als nur einmal um ihren Verstand brachte hatte sie zu sehr von ihrem eigentlichen Ziel abgelenkt. Hier in Amerika schien die Zeit für die junge Frau still zu stehen. Ihre Tage waren meist durchstrukturiert und enthielten mindestens zwei Trainingseinheiten. Die junge Reiterin wollte an die Spitze, ohne Umwege. Leicht verwaschene Schritte im noch taunassen Gras ließen Mariza auf sehen. Eine große Silhouette verdunkelte einige Sonnenstrahlen, die bisher auf den schmalen Körper der Brasilianerin gefallen waren. Es war Aléjandro. Er war Hufschmied hier auf dem Gelände und auch Montesquieu kostete schon einige Male die Erfahrung des Mannes aus. Einen kurz musternden Blick, konnte sich Mariza nicht verkneifen. Er war um einiges größer, als die 20-jährige. Neben seinen breiten Schultern und seinem stattlichen Körperbau wirkte die kleine Frau noch zierlicher als so schon. Fast etwas eingeschüchtert erwartete sie eine Reaktion.

Die langen, welligen Strähnen der Reiterin lagen auf ihren Schultern und wurden ab und an von einem Windhauch in die Höhe getragen. Zurückhalten strich sie sich mit ihrer feingliedrigen Hand eine Strähne aus dem Gesicht und lauschte seinen dunklen, eindringlichen Worten. Mariza musste zugeben, dass ihr der Anblick eines solchen Hünen gefiel. Er strahlte definitiv etwas Beschützendes aus, wobei seine durchdringenden Augen eine interessante Geschichte zu verbergen schienen. Aber ehe die 20-jährige zu sehr ins Schwärmen geraten konnte, zogen seine Worte einen deutlichen Strich zwischen ihre beiden Interessen. Die Distanz, die in seiner Frage steckte, verunsicherte Mariza etwas. Sie erklärte es sich damit, dass sie für ihn nur eine dieser Kundinnen war, nicht mehr. Zumal auch der Altersunterschied dazu geführt haben könnte, das Aléjandro sie Siezt. Kurz sah Mariza auf den Boden, ehe sie wieder seinen wirklich besitzergreifenden Blick standhaft bleiben konnte. Eilig überlegte sie, ob sie ihn ebenso auf ihrer Muttersprache begrüßte, unterließ es aber dennoch. „Ich habe hier einen Hengst. Montesquieu. Wir haben gestern die M Dressur gewonnen.“ Stellte die 20-jährige fest, klang dabei aber weniger dekadent, als mehr kleinlaut vor dem Mann mit den großen, grobschlächtigen Händen und dem markanten Gesicht. Mariza war leicht verunsichert, wie ein scheues Reh, welches man ertappt hat. Sollte sie mit einer Gegenfrage reagieren oder ihm das Du anbieten? Wieder ein kurzer Blick auf den Boden, der sich schließlich wieder in seine hellen Augen richtete. „Ich bin Mariza, du kannst ruhig Du zu mir sagen.“ Fügte sie schließlich an, wobei ihr nicht wirklich bewusst war, ob sie ihn auch Duzen sollte. Sie umging die Frage und reichte ihm die zarte Hand.

Sein Äußeres strahlte eine kühle Atmosphäre aus, ganz anders wie die von Mariza. Obwohl sein Hautton auch eher für eine südländische Herkunft sprach, begegnete er ihr mit einer europäischen Distanz, die sie so von Amerika nicht mehr gewohnt war. Vielleicht war es aber auch einfach nur die Enttäuschung darüber, dass sie anscheinend für viele hier, trotz ihres Sieges gestern, nur eines dieser Mädchen war. Jetzt wo das Turnier so gut wie vorbei war, wusste sie nichts mit ihrer übrigen Zeit anzufangen. Sie hatte niemanden gehabt mit dem sie auf ihren Erfolg anstoßen konnte, lediglich ihr Trainer hatte mit einem kurzen Nicken deutlich gemacht, dass er ihren Sieg wertschätzte. Grundsätzlich war Mariza allerdings immer noch mehr als verloren auf den Stables.


[In Gedanken | Gespräch Aléjandro]
Nach oben Nach unten
Gast
Gast



BeitragThema: Re: Hengstkoppeln   Fr 9 Jan 2015 - 15:04

Mit den Gedanken noch immer bei seinem aufwühlenden Traum der gestrigen Nacht hängend, schien der Spanier dem Augenblick nicht ganz zu folgen, bemerkte daher weder die musternden Blicke der jungen Frau, noch deren plötzlich auftretende Unsicherheit. Für den Zweiundddreißigjährigen hatte gute Erziehung stets dann gegolten, wenn sein gegenüber unbekannt oder kaum bekannt war, was in diesem Falle durchaus zutraf. Obwohl Aléjandro von dem unbestimmten Gefühl malträtiert wurde, sich an dieses Gesicht erinnern zu müssen, aus nicht zu erklärenden Gründen - allerdings hatte der Schmied seit jeher ein katastrophales Gesichtsgedächtnis. Umso weniger verwunderlicher schien es nun, dass er in Bezug auf Mariza vorsichtiger war, als womöglich notwendig, wusste er sie kaum einzuschätzen.

Erst, als die Zwanzigjährige kurz gen Boden blickte und ihm damit die Grundlage entzog, in ihre dunklen Augen zu blicken, um sie besser verstehen zu können, kehren die Gedanken des Mannes komplett zurück zu ihr. Kurz lüfteten sich erstaunt seine dunklen Augenbrauen, fanden jedoch schnell ihre Ausgangsposition wieder, um lediglich noch rasanter wieder emporzuschießen. Weniger aus Überraschung über die Worte der Brasilianerin, als viel mehr über die Tatsache, dass er ein Wesen wie sie hatte vergessen können.
«Ah, . Montesquieu, ich erinnere mich.» Ironischerweise hatte es erst den Namen des Pferdes benötigt, ehe sich der Schmied letztendlich auch an dessen Besitzerin erinnerte und mit einer entschuldigenden Geste neigte er sachte das Haupt. «Si- Entschuldigung, gelegentlich bin ich ein wenig verstreut, was Namen und Gesichter angeht.» Ein kurzes Lächeln glitt über die Züge des Spaniers, welches die Bezeichnung als solches nicht verdient hätte und doch ausreichen würde, um die Ernsthaftigkeit seiner Entschuldigung zu unterstreichen. Auch hatte A.J. sich rasch korrigiert, hatte er Mariza wie so oft auf Spanisch antworten wollen und sich besonnen, es nicht zu tun. Kurz glitt der Blick des Schmieds über die Weiden, erkannte besagten Hengst in einer kleineren Gruppe von Pferden, darunter auch etliche andere Hengste, die Léandro nicht ganz unbekannt waren. Einige von ihnen hatte er bereits in seiner Schmiede als Gast und Kunde begrüßen dürfen.
Langsam kehrte sein Blick auf die junge Brasilianerin zurück, deren lange, dunkle Mähne ihr offen über die Schultern hing und dazu einlud, einmal hineinzufassen. Seit jeher hegte der junge Mann eine gewisse Sympathie für Menschen mit dem Hauch eines Bronzetons in der Haut und dunklen, üppigen Haaren. Obgleich zart und zierlich, entsprach die junge Auszubildende diesem Bild durchaus und erinnerte den Spanier für einen schmerzlich kurzen Augenblick an seine Schwester. Heimat.
«Mariza und Montesquieu. Dieses Mal werde ich es mir merken, prometió Ihre recht direkte Art war gewissermaßen erfrischend nach etlichen Kunden, die weder genau wussten, wo sie waren, noch, was sie eigentlich von ihm wollten. Da sie sich aber dennoch dezent unwohl, oder viel mehr verunsichert ob seiner Größe, in seiner Nähe zu fühlen schien, war der sanftmütige Spanier versucht, ihr diese zu nehmen. «Und vielen Dank.»
Er würde ihr Angebot beherzigen und ihr von nun an etwas persönlicher mit dem „Du“ gegenüberstehen, inwieweit er sich diesen Luxus jedoch selbst erlauben durfte, wusste der Zweiunddreißgjährige nicht so recht und blickte dementsprechend unentschlossen auf die brasilianische Schönheit. Andernfalls erleichterte es ihm und den anderen Azubis die soziale Interaktion, zudem es dem jungen Mann erschien, als könne Mariza durchaus eine Vertrauensperson hier benötigen. Sofern er weder sich, noch ihr damit Schwierigkeiten machte ... «Aléjandro Vaqúez.» Vorsichtig ergriff der Schmied die Hand der Zwanzigjährigen, die in seiner Pranke beinahe unterzugehen schien. Gewohnt an derlei krasse Unterschiede, lächelte er ihr leise und beruhigend entgegen, zog behutsam die Hand zurück und atmete leise aus. Seinen anfänglichen Befürchtungen zum Trotz empfand er etwas wie Mitgefühl für dieses zarte Geschöpf und sein Beschützerinstinkt regte sich.
«Dann also Herzlichen Glückwunsch für deinen Sieg.» Oder aber war es nicht angebracht, der Zwanzigjährigen dies zu wünschen? Irgendwie erschien sie ihm keineswegs so euphorisch, wie sie es berechtigt gewesen wäre zu sein. Allerdings würde Aléjandro sie diesbezüglich gewiss nicht aushorchen, immerhin ging es ihn ja nichts an.
 

[Mariza # Erinnerungsschwierigkeiten # Montesquieu & Arbeit # Gespräch]  
Nach oben Nach unten
Gast
Gast



BeitragThema: Re: Hengstkoppeln   Mo 12 Jan 2015 - 19:52

Mariza fühlte sich in Aléjandros Gegenwart in eine andere Zeit versetzt. Als seine markante Hand die ihrige umschloss, konnte sie seine Körperwärme deutlich spüren. Es schien fast so, als würde sie jegliche Art von körperlichen Kontakt in sich aufsaugen wie ein trockener Schwamm. Seine förmliche Vorstellung hatte dennoch einen Nachklang in ihr ausgelöst, so dass ihre Hand schnell wieder in der Jackentasche verschwand nachdem sie sich begrüßt hatten. Die Brasilianerin wollte eigentlich wieder eines dieser langweiligen Gespräche über sich und ihr Pferd führen. Ja sie waren gut und ja sie waren momentan überaus erfolgreich, aber eben nur darauf beschränkt zu werden, wollte die 20-jährige ebenso vermeiden. Sie nickte also nur förmlich und brachte ein eher stilles „Danke.“ Heraus. Sein fast schon penetranter Akzent ähnelte dem ihrigen. Trotzdem schien er nicht ein Mann der großen Worte zu sein und beschränkte sich eher auf das Nötigste. Wenn Marizas südländische Wurzeln einmal auf Grund trafen, sprudelte es nur so aus der zierlichen Reiterin heraus, die sonst nur zaghaft an neue Bekanntschaften heran ging. In der Gegenwart von Isaac fühlte sie sich ebenso zu Hause. Sie verband nicht nur Sprache miteinander. Es war eine gewisse Art miteinander umzugehen, die immer einen Hauch Sarkasmus und neckende Worte in sich trug und trotzdem vom Anfang an familiär zu wirken schien. Bei dem Hufschmied war dies allerdings nicht der Fall. Obwohl er ihre Leiden durchaus hätte auch nachvollziehen können, wirkte der stattliche Mann weitaus distanzierter. Fast spießig hielt er sich an jede seiner fleglich ausgewählten Worte und klammerte sich an ihre Aussage. Für Mariza war das der Startschuss zu ihrer ganz eigenen Art mit so etwas umzugehen.

Ungeniert und fast tollkühn loderte ein provokantes Flämmchen in ihr auf, was Aléandro gleich zu spüren bekam. „Sollte jamand wie Du, nicht damit beschäftigt sein, solchen Leuten wie mir hinterherzulaufen?“ fragte sie und schaute mit ihren annähernd schwarzen Augen direkt in die blauen Sinnbilder des jungen Mannes. Mariza war es durchaus bewusst, dass es sich nicht gehörte so mit einem Ausbilder zu reden. Aber momentan schien die 20-jährige etwas auf Krawall gebürstet zu sein. Zumal sie es als Herausforderung ansah, die anscheinend ziemlich kalte Mauer des wortkargen Mannes zu durchbrechen. In jedem südländischen Herz steckte doch so etwas wie Temperament, oder? Die zierlriche Dame strich sich zaghaft eine verirrte Strähne aus dem Haar, was sie fast wieder etwas unschuldig und naiv wirken ließ. Die Brasilianerin hatte definitiv eine schwäche für Männer im besten Alter, was sie mit ihrer Affäre zu Guillén schon in ihrem Heimatland unter Beweis stellen konnte. Ob sie es hier darauf anlegte? Selbstverständlich. Marizas Aussehen und Charakterzüge schienen nur dafür geschaffen jede Art von Mann um den Finger zu wickeln. Und sie würde es mit Sicherheit auch nicht auslassen, dies bei Aléjandro auszutesten. Ihr verstohlenr Blick riss sich kurz von dem Anblick des Mannes los und suchte die Silouhette ihres Hengstes. Montesquieu graste zusammen mit einer Gruppe von Hengsten entspannt auf der Wiese. Ein kurzes schmunzeln umspielte ihre vollen Lippen, ehe sie sich wieder an ihren Gegenüber wandt. Sie grinste, was ihm verdeutlichen sollte, dass ihre Worte nicht so boshaft gemeint waren, wie sie vielleicht verstanden werden könnten.

„Nein Spaß.“ Sagte sie schließlich Du hast nicht zufällig Lust mit mir einen Kaffee trinken zu gehen?“ fragte Mariza einfach geradeheraus. Ihr war durchaus bewusst, dass sie das Hofgelände während der Festivitäten nicht verlassen durften. Lediglich die Cottages standen zur Auswahl, da die spärlich vorhandenen Stände kaum Kaffee im Angebot hatten. Marizas Blick sagte wohl mehr aus, als ihre Worte hätten sagen können. Kurz musterte sie noch einmal die kräftige Gestalt, die sich vor ihr aufgebaut hatte. Die muskulösen Oberarme, die breiten Schulter und die eisblauen Augen faszinierte die 20-jährige. Zu gerne hätte sie ihn schon mit den Augen ausgezogen. Auf so eine Gesellschaft hat sich die Brasilianerin definitiv schon länger vorbereitet und nun kam endlich eine Gelegenheit, die sie unbedingt nutzen wollte.


[Gespräch | Schweifender Blick | Einladung]

Nach oben Nach unten
Lawrence McKinley
Admin
avatar

BEITRÄGE : 989
ALTER : Die Zeit ist das Kostbarste, was wir haben, deswegen achte ich auch nach 52 Jahren noch sehr genau auf sie.
HERKUNFT : Als Heimatliebhaber habe ich Kalifornien immer die Treue gehalten.
BERUF : Der Verantwortung als Hofleiter und Dressurlehrer kann und sollte man sich nicht entziehen.

BeitragThema: Re: Hengstkoppeln   So 1 März 2015 - 17:50


PLOT 5

Zeit für die große Pause

Endlich ist sie da, die ersehnte Auszeit! Semesterferien. Gibt es etwas Schöneres als das? Für die Auszubildenden der Heaven Meadows Stable wohl kaum nach den anstrengenden Trainingswochen und dem Turnier, das trotz der angenehmen Abwechslung doch für alle Beteiligten Anstrengend war. Obwohl die Azubis und Ausbilder viele Schleifen hatten einfahren können, waren diese Leistungen schnell wieder vergessen. Nachdem die letzten Zelte und Stände abgebaut waren, der Müll beseitigt und wieder allgemein Ruhe eingekehrt war, hatte der Alltag wieder begonnen. Und das hieß Training, Training, Training. Sich nebenbei noch um das eigene oder das Pflegepferd kümmern und das andere liebe Vieh, sofern vorhanden. Viel Zeit für Partys oder Freizeitaktivitäten blieb da nicht wirklich. Wenn man es mal schaffte sich am Wochenende mit Freunden zu treffen, grenzte es ja schon fast an ein Wunder.
Doch diese Zeit ist nun vorbei – zumindest für einen Monat. Nun können die Azubis sich ihre Trainingszeiten selbst einteilen, das offizielle Training mit den Ausbildern ist für diese Zeit ausgesetzt. Das bietet natürlich neue Freiheiten und Zeit, die für Ausritte oder anderweitige Ausflüge genutzt werden kann. Seit langer Zeit ist man am Abend nicht mehr vollkommen geschlaucht und kann auf Partys gehen. Und das sonnige kalifornische Wetter lädt geradezu dazu ein, schon einmal zu testen, wie warm der Pazifik eigentlich im April ist. So angenehm wie es sein könnte, sollten sich die Azubis ihre freie Zeit aber nicht machen, denn nach den Ferien warten die wichtigen Prüfungen für die es noch viel zu trainieren gibt. Vier Wochen auf der faulen Haut liegen wäre ja auch wirklich zu schön. Für außerplanmäßige Trainingseinheiten stehen natürlich die Ausbilder trotzdem bereit und geben gern Reitstunden oder auch nur Hilfestellungen in einem lockeren Rahmen. Was sonst etwas unorthodox ist, ist in den Ferien durchaus auch mal möglich – der Kreativität, was Trainingseinheiten angeht, sind keine Grenzen gesetzt.


> Samstag, 4. April
> Nachmittags, 14.00 Uhr
> Sonnenschein, 20°C
> das Wetter verspricht weiterhin so zu bleiben und kündigt einen milden Abend an

Es ist freigestellt, was ihr macht, doch beachtet, dass das Mittagessen bereits geschehen ist und nun am Nachmittag entweder etwas in der Stadt oder auch auf dem Hof mit den Pferden gemacht werden kann. Trainingseinheiten mit den jeweiligen Ausbildern sind möglich, ebenso wie Ausritte oder Shoppingausflüge in die Stadt.
Nach oben Nach unten
http://heavenmeadowsstable.forumieren.com
Lawrence McKinley
Admin
avatar

BEITRÄGE : 989
ALTER : Die Zeit ist das Kostbarste, was wir haben, deswegen achte ich auch nach 52 Jahren noch sehr genau auf sie.
HERKUNFT : Als Heimatliebhaber habe ich Kalifornien immer die Treue gehalten.
BERUF : Der Verantwortung als Hofleiter und Dressurlehrer kann und sollte man sich nicht entziehen.

BeitragThema: Re: Hengstkoppeln   Di 2 Jun 2015 - 17:56


PLOT 6

Neues Jahr, neues Glück

1 ½ Monate der freien, unbeschwingten Zeit liegt hinter Lehrern, Schülern und Pferden. Wochen, in denen die Tiere die Freiheit auf den Wiesen genossen und nur die Privatpferde bewegt wurden. Wochen, in denen kein Schüler zu den Büchern greifen und sich dahinter verstecken musste. Wochen, in denen keine Trainingsstunde geplant und Leistungsschreiben angefertigt werden mussten. Allen hatte diese Zeit gut getan. Viele haben sie für einen Urlaub genutzt. Entweder in der Heimat oder fern ab an einem anderen schönen Landstrich dieser Erde.
Pünktlich, zwei Wochen bevor das neue Lehrjahr startet, sind dann alle wieder zurück auf dem Hof. In den ersten beiden Augustwochen sind schon die neuen Azubis auf dem Hof eingezogen und mit ihnen neue Privat- und auch das ein oder andere Reitschulpferd. Für besonderes Aufsehen sorgte zweifelsohne die Hochzeit von Lawrence McKinley und Rebecca Lacroix, die eine großartige Feier auf dem Hof war. Doch auch dieses Fest ist vorbei und so begann einige Tage später, am 01. September, auch schon wieder das neue Lehrjahr. Für die einen geht es in die zweite Runde, für die anderen ist es das erste Jahr auf dem Hof und ganz gespannt sind alle natürlich nur auf eins: die neuen Pflegepferde. Wer wird in diesem Jahr ihr vierbeiniger Begleiter durch dick und dünn? An wen wurde das Lieblingstier verteilt? Und hat man selbst vielleicht den geheimen Wunschkandidaten zugeteilt bekommen? Nun endlich hat das Warten ein Ende. Und nach einer Woche Theorieunterricht startet schließlich am 09. September der praktische Teil der Ausbildung in Form der ersten Stunde auf den neuen Pflegepferden. Für alle Beteiligten ist es eine aufregende Sache, denn sowohl die Pferde bekommen neue Reiter, als auch die Azubis, die neuen Partner bekommen und die Lehrer, die sich auf die neuen Paare einstellen müssen.
Inzwischen ist die erste Stunde in vollem Gang und das erste Betasten ist größtenteils überstanden. Die Unterrichtseinheit geht schon in die Schlusseinheiten und danach wartet dann doch ein wenig freie Zeit bis es ins Bett geht.

> Mittwoch, 09. September (->Geburtstagsliste)
> Nachmittags, 15.10 Uhr
> ein noch relativ warmer Tag, sonnig, ca. 25°
> ein paar Wolken zeigen sich schon am Himmel und lassen auf ein abendliches Sommergewitter schließen

Da wir mit der ersten Unterrichtseinheit beginnen, sind die Postingpartner schon festgelegt. Es findet Gruppenunterricht statt. Dabei erfolgt die Verteilung auf das Gelände folgendermaßen:

Dressurreiter (Dressurplatz)
Lawrence McKinley – William Cavanaugh
Guillén Jozé – Raven Blackwater&Joana Collins
Springreiter (Springplatz)
Rebecca Lacroix – Ava Reed&Miranda Gillingham
Vielseitigkeitsreiter (Vielseitigkeitsstrecke)
Daniel McHale – Mai-Lin Cheng&Lillian Adams
Jockeys (Rennbahn)
Alex Salas – Sophie Ferall&Noah Shoemaker
Westernreiter (Reitplatz)
Darian O’Donneil – Patrick Murray
Bereiter (Reithalle)
Isaac Haber – Shana McCormick&Noriko Cromwyll&Aaron Harris
Pferdepfleger (Hengststall)
Ciara Rothwood – Dorothea Kaiser
Tierärzte (Stuten-&Wallachstall)
Josephine Bernard – Emma Carter&Carolin von Meeden

Nach dem Unterricht steht die restliche Zeit des Tages allen frei zur Verfügung und neue Postingpaare können gebildet werden.
Nach oben Nach unten
http://heavenmeadowsstable.forumieren.com
Darian O´Donneil

avatar

BEITRÄGE : 718
ALTER : Mit 35 Jahren zählt man noch nicht zum alten Eisen. Jedoch fühle ich mich manchmal viel älter.
HERKUNFT : Einer der letzten echten Cowboys. Glaub mir Partner, in meiner Heimat Nevada gibt es noch einige von meiner Sorte.
BERUF : Früher Besitzer einer stolzen Ranch, die mir manchmal fehlt. Heute hüte ich einen Sack Flöhe als Westernlehrer und versuche, ihnen etwas bei zu bringen.

BeitragThema: Re: Hengstkoppeln   Di 23 Jun 2015 - 22:35

Der Hengst preschte über die Koppeln und führte sich auf, wie ein Wildpferd das nicht einmal daran dachte sich je reiten zu lassen. „Du verrückter Gaul“ meinte Darian und beobachtete den Bucksskinhengst. So wie sich der Hengst gebärdete passte der Name Zerberus wohl ziemlich gut. Auch wenn der Namensgeber drei Köpfe hatte und den Eingang zu Hölle bewachte. Manchmal könnten man das schon meinen, schließlich war es manchmal ein Höllenritt sich auf dem Hengst zu halten und schlimmer als jedes Rodeo auf dem er Zeit seines Lebens gewesen war und doch liebte er den Hengst, den er war jedes Mal eine Herausforderung.

So stand er eine ziemlich lange weile einfach nur da und überlegte sich, welches Risiko er das nächste Mal ein gehen musste um sich in den Sattel zu schwingen und sich da auch zu halten. Die muskulösen Arme auf das Holz gelegt, der Hut tief im Gesicht, war es schon ein uriger Anblick den der Cowboy gerade Bot. Fehlte wohl nur noch der Sonnenuntergang. Doch Darian war nicht sentimental und zum alten Eisen würde er wohl lange nicht zählen. Zumal ihn sein wilder Hengst jedes Mal fördern würde und er sich schon das ein oder andere mal überlegt hatte ihn Kastrieren zu lassen, aber für was, nur damit er ruhiger werden würde. Was wäre das dann noch für ein Leben, wenn er keine Herausforderung mehr hätte.

„Hi Rebecca, na, hat der Alltag schon wieder Einzug gehalten oder schwebt ihr immer noch auf Wolke 7?“ es war eine neckende Frage und jeder hätte sich wohl gewundert. Warum man sich an den Cowboy einfach nicht anschleichen konnte, jeder der ihn jedoch schon Jahre kannte, wusste woher das kam. Zerberus preschte immer noch über die Weide. Ein leichtes viebsen erhob sich vom Boden. Basket spielte gerne mit Pferden, doch der Hengst jagte ihm eine heiden Angst ein. Woher das kam wusste keiner so genau, aber wahrscheinlich lag es daran, das Zerberus jedem Zeigte das er der Bos war und wie ein Hund nun mal war, er ordnete sich dem Stärkeren unter. Da war es gut, dass sich Darian gegen den Hengst durchsetzten konnte, sonst wäre er wohl schon lange zertrampelt worden.

[beobachtet Zerberus | Gedanken | begrüß Rebecca]
Nach oben Nach unten
Rebecca McKinley

avatar

BEITRÄGE : 196
ALTER : Ich kann auf 45 Jahre Lebenserfahrung zurückblicken und eben die weitergeben.
HERKUNFT : Die Stadt, die niemals schläft hat mich geprägt, aber nicht zu einer typischen New Yorkerin gemacht.
BERUF : Zusammen mit Lawrence leite ich den Hof als Stellvertretende Hofleiterin, davon abgesehen lehre ich Springreiten.

BeitragThema: Re: Hengstkoppeln   Sa 18 Jul 2015 - 19:59

Insgesamt war Rebecca mit ihren beiden Azubinen mehr als zufrieden. Ava mochte noch zetern und meckern, weil man ihr ein winziges Pony an die Hand gegeben hatte, aber Lewis und sie hatten die Entscheidung ja nicht ohne Grund getroffen. In Dan Roy steckte ein Talent, das man insgesamt nur sehr selten fand. Ihn ein Jahr auf der Weide stehe zu lassen, nachdem Fabbri ihn zwar gut, aber doch nur freizeitmäßig geritten hatte, war keine Art, mit solch einem Pferd umzugehen. Natürlich war er anspruchsvoll, aber das waren die meisten Pferde hier. Abgesehen von denen, die sie speziell für Reiter reserviert hatten, die noch lernen mussten. Von den Sportlern konnte man nicht erwarten, dass sie sich sogleich an ein Tier wagen konnten, dass bei einer falschen Berührung zur Kanonenkugel wurde. Nein, der kleine Mustang würde in der Amerikanerin schon eine verlässliche Partnerin haben und, wer wusste es schon, vielleicht würden sie ja noch zu einem Gespann zusammenwachsen, dass über die Hindernisse im Parcours fliegen würde wie kein zweites.
Miranda hatte mit Mister Johnson vielleicht ein etwas leichteres Spiel, aber auch für sie war der Wallach neu und dafür – das gab Becca gern zu – waren sie wunderbar miteinander ausgekommen. Manches mochte noch nicht ganz rund laufen, doch sie hatte es ihm Gefühl, dass die Blondine aus Deutschland, die trotzdem einen sehr englischsprachigen Namen hatte, es weit bringen würde. Allerdings wollte sich die Mittvierzigerin auch keinen falschen Vorstellungen hingeben: Was in der ersten Stunde vielversprechend gewirkt hatte, konnte sich morgen schon ändern. Jeder hatte gute Tage und jeder hatte schlechte. Wenn sie ihren Schülern eines mitgeben wollte, abgesehen natürlich von ihrem Wissen, dann war es die Fähigkeit, auch an den schlechten Tagen an gute zu glauben. Alles konnte sich schließlich zum Guten wenden. Hatte das ihre eigene Geschichte nicht auch gezeigt?

Noch immer huschte ein Lächeln über ihre Lippen, wenn sie an die Hochzeit dachte. Der Tag war wundervoll gewesen, ihr Glück zur Zeit einfach perfekt. Dieses Gefühl wollte sie voll und ganz auskosten, doch standen auch Pflichten an. Gerade trieben die sie zu den Hengstkoppeln, um zu sich ein Bild von Mirandas eigenem Pferd zu machen. Sie kannte den Braunen aus dem Stall, doch sein Verhalten hatte sie bei dem ganzen Stress vor Beginn des Semesters noch nicht analysieren können. Es würde morgen also definitiv spannend werden, obwohl sie wenigstens Avas Thunderbird ausgesprochen gut kannte und vielleicht auch deshalb hohe Erwartungen an das Paar hatte.
Rebecca wanderte mit langen Schritten auf die Koppeln zu, genoss den Wind und die Sonne in ihrem Haar, als sie vor sich die unverkennbare Gestalt des Westernausbilders Darian erkannte.
„Hallo, Darian!“, grüßte sie den waschechten Cowboy mit einem Lächeln ob seiner Frage. Auf welchen Wolken sie zur Zeit schwebten, wollte dieser zwar gewiss nicht wissen, doch der Hauch von Wärme, der in ihre Wangen kroch, könnte ihm Antwort genug sein. Zwar waren Wochen seit der Hochzeit vergangen, aber das änderte nichts an ihrem Hochgefühl. Sie war mit dem Mann zusammen, den sie liebte. Der ihr gut tat und den sie nie wieder missen wollte, egal was passierte.
„Alltag? Wir haben uns neulich über die Anschaffung einer neuen Teekanne gestritten, wenn du das als Alltag bezeichnen möchtest, dann ja, aber sonst....“ Sie musste lachen. „Wolke sechs. Wie läuft es bei dir? Hast du einen erfolgreichen ersten Trainingstag gehabt?“


[cf. Springplatz | Gedanken über Azubis | Weg zu Koppeln | Darian]
Nach oben Nach unten
Darian O´Donneil

avatar

BEITRÄGE : 718
ALTER : Mit 35 Jahren zählt man noch nicht zum alten Eisen. Jedoch fühle ich mich manchmal viel älter.
HERKUNFT : Einer der letzten echten Cowboys. Glaub mir Partner, in meiner Heimat Nevada gibt es noch einige von meiner Sorte.
BERUF : Früher Besitzer einer stolzen Ranch, die mir manchmal fehlt. Heute hüte ich einen Sack Flöhe als Westernlehrer und versuche, ihnen etwas bei zu bringen.

BeitragThema: Re: Hengstkoppeln   Sa 18 Jul 2015 - 22:18

Darian ließ den Blick schweifen und auch wenn noch ein Haufen andere Hengste auf der Koppel standen, so hatte er doch nur Augen für den Buckskin Hengst mit Namen Zerberus. Manchmal verstand man es nicht, warum man sich ein Pferd zu legte, das einen versuchte in den Boden zu starren und keinen anderen in seiner Nähe duldete. Keiner weiß wirklich, was dem Hengst wiederfahren war, das er keiner Menschenseele vertraute. Nicht einmal Becca oder Lewis die wirklich etwas von Pferden verstanden, konnten sich in seine Nähe wagen ohne das er sie in der Luft Zerreisen würde. Das war zwar etwas krass ausgedrückt doch so war das. Was ihm wirklich schleierhaft war, war das er sich mit Ciara richtig gut Verstand. In ihrer Nähe wurde der sonst so aggressive Hengst lammfromm. Doch Ciara hatte so ihre Wirkung auf Pferde und so war es wohl ein Glückstreffer oder eine Laune des Schicksals gewesen, dass die junge Amerikanerin gerade auf seiner Ranch gelandet war. Darian war gewiss kein Sentimentaler Typ, aber die junge Frau hatte schon damals etwas an sich gehabt, was nur wenige Menschen hatten und auch, wenn sie einen panzer aus kälte um ihr Herz errichtet hat, so hatten sie Pferde doch immer etwas anderes gesagt und das machte Ciara wohl zu einem ganz einzigartigem Individuum.

Er hob leicht eine Augenbraue, schob den Hut zurück und sah Rebecca nun an. „Über die Anschaffung einer Teekanne“ Darian musste lachen, als er dies vernahm und er konnte nicht mehr aufhören. Jeder, der den Cowboy kannte, glaubte, dass er nur ernst dreinschauen konnte, aber wer Darian richtig kannte, der wusste, dass er ziemlich fröhlich sein konnte und auch lachen konnte. Er lehnte sich mit dem Rücken zur Kippel, hörte das schnauben und stampfen von seinem Hengst. „Naja, wenn man die Tatsache abzieht, dass mich Patrick mal wieder fast den letzten Nerv gekostet hatte, war das Training an sich sehr ergiebig“ meinte Darian. „Und wie lief dein Training? Soweit ich weiß hast du eine neue Azubine bekommen“ meinte Darian, auch wenn es als Frage zu verstehen sein konnte. Er hatte nicht immer den gesamten Hof im Kopf, welcher Azubi zu welchem Lehrer gehörte, doch er hatte mit bekommen, das es wieder neue auf dem Hof gab, er jedoch der Einzige war, der sich mit einem irren Iren im zweiten Ausbildungsjahr herumschlagen durfte. Manchmal konnte man sich nur wundern, aber Patrick tat ihm auch gut, manchmal zumindest. Die meiste Zeit hatte der Ire einen heidenspaß daran gefunden, Darian das Leben zur Hölle zu machen, zumindest glaubte der Cowboy das manchmal. Aber er wusste, dass Patrick das Herz am rechten Fleck hatte und das genügte ihm um dem Iren nicht den Hals um zu drehen.

[Gedanken/Erinnerungen | Gespräch mit Rebecca | Gedanken über Patrick]
Nach oben Nach unten
Rebecca McKinley

avatar

BEITRÄGE : 196
ALTER : Ich kann auf 45 Jahre Lebenserfahrung zurückblicken und eben die weitergeben.
HERKUNFT : Die Stadt, die niemals schläft hat mich geprägt, aber nicht zu einer typischen New Yorkerin gemacht.
BERUF : Zusammen mit Lawrence leite ich den Hof als Stellvertretende Hofleiterin, davon abgesehen lehre ich Springreiten.

BeitragThema: Re: Hengstkoppeln   Fr 7 Aug 2015 - 17:12

Das Lachen des Mannes war eindeutig ansteckend und, da Rebecca nicht der Typ dafür war, sich ein Lachen zu verkneifen, stimmte sie mit ein. So vermischten sich ihr helles Lachen und das kräftige Männergelächter und schallten über die Weiden. Zumindest für einen Moment lang und nicht wenige Pferdeohren drehten sich zu ihnen beiden um, scheinbar irritiert. Im Nachhinein war der Streit sogar noch lächerlicher gewesen als währenddessen, aber in dem Moment hatte sich ihre Emotionalität einfach wieder gezeigt und sie hatten einander vollkommen grundlos angefahren, ehe sie sich entschuldigt und versöhnt hatten.
„Ja, wegen einer Teekanne. Einer sehr hübschen Teekanne, nur mein Göttergatte war und ist der Überzeugung, dass wir keine weitere brauchen. Was eine ziemliche Schande ist. Es wäre eine im Vintagestil gewesen, ein hübscher Kontrast für die Küche“, berichtete Becca entspannt und offen. Es lag ihr nicht, sich zu verstellen oder etwas zu verschweigen und mit Darian redete sie gern. Der Cowboy war zwar ein sehr ruhiger Zeitgenosse und manchmal wirkte er auch etwas verschlossen, doch änderte das nichts daran, dass er in allen Dingen ein guter Mensch war. Jeder mochte zwar seine Fehler haben, doch mit denen von O'Donneil konnte sie gut leben.
Der Blick der Mittvierzigerin wanderte zu den Pferden und blieb an dem sandfarbenen Hengst ihres Kollegen hängen, der zu den garstigeren Tieren gehörte, falls man das so sagen konnte. Zerberus war schwierig, doch Becca war sich sicher, dass er den richtigen Reiter in Darian gefunden hatte.

Die Nachricht von den 'Schwierigkeiten' mit seinem Schüler ließen sie grinsen. Immerhin spielten die beiden dieses Spiel seit einem Jahr und Becca konnte sich nicht vorstellen, dass sich Darian auch nur halb so sehr daran störte, wie er hier vorgab. Zumal er in Patrick vielleicht keinen besonders ehrgeizigen, dafür aber äußerst begabten Azubi hatte. Vor einem Jahr hatten sie und Lawrence noch darüber gesprochen, wie es wohl möglich sein würde, Amy und Cowboy unabhängig voneinander zu vermitteln. Und dann war die Bewerbung von Patrick Murray gekommen, mit dem Lebenslauf, der länger war, als gut für ihn war, mit den Siegen und dem Anschreiben, das unter der seriösen, gebildeten Oberfläche von einem Jungen sprach, der sich nur wünschte, wieder zurück zu dem zu kommen, worin er gut war und was er liebte. Schnell war klar gewesen, dass sie ihm das pferdige Liebespaar anvertrauen konnten, doch mit diesen enormen Fortschritten hatten sie beide nicht gerechnet.
„Das ist doch nichts Neues“, schmunzelte sie ihn an, ehe sie sich auf das Geländer lehnte und die Nase in die Sonne hielt, bis sie angenehm kribbelte und ein Gefühl totaler Entspannung Rebecca durchrieselte. Erst dann antwortete sie auf die Frage ihres Gegenübers: „Eine ziemlich gute. Ich bin sehr gespannt, wie Miranda sich entwickeln wird. Und ob sich Ava und Dan Roy anfreunden können. Jeder Rodeofan hätte heute seine Freude an der Stunde gehabt.“


[Teekanne | Training]
Nach oben Nach unten
Darian O´Donneil

avatar

BEITRÄGE : 718
ALTER : Mit 35 Jahren zählt man noch nicht zum alten Eisen. Jedoch fühle ich mich manchmal viel älter.
HERKUNFT : Einer der letzten echten Cowboys. Glaub mir Partner, in meiner Heimat Nevada gibt es noch einige von meiner Sorte.
BERUF : Früher Besitzer einer stolzen Ranch, die mir manchmal fehlt. Heute hüte ich einen Sack Flöhe als Westernlehrer und versuche, ihnen etwas bei zu bringen.

BeitragThema: Re: Hengstkoppeln   Sa 8 Aug 2015 - 15:25

Das Lachen von Becca und Darian war wohl eine Mischung aus klingenden Glöckchen und scheppernden Blechen, aber irgendwie passte es gut zusammen wie der Cowboy fand. Die Ohren drehten leicht die Ohren üb diese ungewöhnlichen Lauten, doch bald ebbten diese ab und Becca kam auf die Teekanne zurück. Er konnte es sich nicht vorstellen, dass sich zwei Menschen über etwas so banales wie eine Teekannte streiten konnten, doch sie wie es aussah, konnten zwei Menschen doch über etwas so banales Streiten. Ein leichtes Schmunzeln blieb auf den Lippen des Cowboys zurück und er lauschte Beccas nächsten Worten. „Ich besitze so eine Teekanne“ meinte Darian eher beiläufig. „Wenn du magst, kann ich sie dir mal ausleihen. Es sei denn dein Göttergatte hat etwas dagegen“ meinte er mit einem breiten grinsen und einem schelmischen Funkeln in den Augen.

Er wandte den Blick wieder zu den Pferden und Zerberus hatte sich weitestgehende Beruhigt, er graste Gemütlich drohte nur hier und da den anderen Pferden, wenn sie ihm zu nahe kamen. Es war nicht böse gemeint, es war nur so, das Zerberus nicht gerade das geselligste Exemplar eines Pferdes war und seine Zeit lieber alleine Verbrachte. Doch unter der ziemlich harten Schale steckte ein guter Kern, der jedoch meist unter der harten Schale verborgen blieb. In Gedanken schüttelte der Cowboy den Kopf über seinen bockigen Hengst doch er liebte ihn heiß und innig und auch wenn er ihn manchmal verfluchte, würde er ihn doch nicht missen wollen.

„Manchmal glaube ich. Gott will mich mit Patrick bestrafen, doch ich denke, aus ihm wird mal ein guter Lehrer“ meinte Darian leicht nachdenklich und lauschte dann Beccas Worten über ihre Schüler „Ich denke, Ava und Dan Roy werden sich irgendwann schon zusammen raufen“ meinte Darian leicht nachdenklich. Ava war eine gute Reiterin und ein wenig anspruchsvolles Pferde würde ihr wohl nicht schlecht tun „So…dann hab ich ja etwas verpasst. Ich liebe Rodeos“ meinte Darian mit einem breiten grinsen, welches er Becca schenkte, den Blick dann jedoch wieder zu den Pferden richtete.

[Teekanne | Gedanken über Zerberus | Gespräch mit Becca]
Nach oben Nach unten
Rebecca McKinley

avatar

BEITRÄGE : 196
ALTER : Ich kann auf 45 Jahre Lebenserfahrung zurückblicken und eben die weitergeben.
HERKUNFT : Die Stadt, die niemals schläft hat mich geprägt, aber nicht zu einer typischen New Yorkerin gemacht.
BERUF : Zusammen mit Lawrence leite ich den Hof als Stellvertretende Hofleiterin, davon abgesehen lehre ich Springreiten.

BeitragThema: Re: Hengstkoppeln   Do 27 Aug 2015 - 18:19

„Ich habe eine Katze.... du ahnst nicht, wie viel Geschirr ich schon verloren habe, weil Snow auf einen Tisch gesprungen ist, auf dem sie nichts zu suchen hatte. Oder in die Regale!“, erwiderte Rebecca verschmitzt lächelnd. So sehr sie ihre schwarze Katze auch liebte, manchmal war sie auch einfach unfassbar eigensinnig. Wie Katzen eben waren. Hätte sie damals einen Hund im Stall gefunden, wäre dieser wahrscheinlich ihr treuer Begleiter, wie Basket der beste Freund von Darian war, doch das Schicksal hatte ihr das kleine Würmchen zugedacht. Snow White herzugeben, käme für Becca niemals in Frage. Dazu liebte sie das Wollknäul viel zu sehr. Sie war trotz ihrer Macken eine gute Freundin.
Ebenso wie der Westernreitlehrer neben ihr während des letzten Jahres zu einem ihrer Freunde geworden war. Das Angebot der Teekanne rührte sie, doch sie würde es nicht annehmen. Auf so einer kindischen Streiterei zu beharren, würde gegen alles sprechen, wofür Rebecca stand. Ihr war Harmonie in einer Beziehung enorm wichtig und auf jeden Fall zu bedeutend, um sie für so eine Lappalie zu riskieren.

Becca folgte dem Blick des anderen zu den Pferden, doch sie konnte das Tier von Miranda nirgends entdecken. Wahrscheinlich hatte sie ihn im Stall gelassen oder ihm heute morgen schon Auslauf gegönnt. Ihr Weg hierher war also bedingt unnötig gewesen – hätte sie niemanden zum Reden gefunden.
Über die Worte des Texaners musste sie schmunzeln. „Das hätte ich mir beinahe gedacht“, antwortete sie und schüttelte dann doch den Kopf. „Ava denkt, fürchte ich, in Schubladen. Kleines Pferd, falsche Rasse, ergo, nicht, was sie wollte. Ich hoffe, sie wird sich mit ihm anfreunden. Er ist ein fantastischer Springer, besser als viele andere im Stall.... würde es dich nicht auch manchmal reizen, die Disziplin zu wechseln? Etwas Neues auszuprobieren?“ Neugierig spähte sie in Darians Richtung. Wahrscheinlich kannte sie die Antwort auch schon, doch man konnte ja nie wissen, ob sich Menschen nicht doch einmal änderten.


[Teekanne | Pferde | Frage]
Nach oben Nach unten
Darian O´Donneil

avatar

BEITRÄGE : 718
ALTER : Mit 35 Jahren zählt man noch nicht zum alten Eisen. Jedoch fühle ich mich manchmal viel älter.
HERKUNFT : Einer der letzten echten Cowboys. Glaub mir Partner, in meiner Heimat Nevada gibt es noch einige von meiner Sorte.
BERUF : Früher Besitzer einer stolzen Ranch, die mir manchmal fehlt. Heute hüte ich einen Sack Flöhe als Westernlehrer und versuche, ihnen etwas bei zu bringen.

BeitragThema: Re: Hengstkoppeln   Sa 29 Aug 2015 - 11:51

„Katzen sind eigensinnige miese Dinger mit einem ziemlich sadistischen Wesen“ meinte Darian. Er konnte Katzen nichts abgewinnen. Sie waren launischer und gefährlicher als eine Klapperschlange in der Wüste, selbst diese drohte einem noch bevor sie einen anfielen. Katzen taten dies meist aus dem Hinterhalt und völlig ohne Grund. Nein, er konnte Katzen wirklich nicht leiden, obwohl sie einen Nutzen hatten würde er sich selbst nie eine anschaffen. Außerdem liefen auf dem Hof schon genug Katzen herum. Auch wenn Snow wahrscheinlich ein liebes Wesen besaß würde Darian sicher nie zum Katzenmensch mutieren. Er hatte schon früh die Liebe zu Hunden entwickelt und dabei würde er auch bleiben. Er meinte die Worte keinen falls Böse, es war nur seine Meinung und diese würde er auch vertreten, egal ob er jemanden damit kränken würde oder nicht.

Er lauschte Beccas Worten. Er hatte die Arme auf das Holz gelegt und einen Fuß auf die unterste Sprosse des Zauns gestellt. Eine sehr gelassene Pose und dich war er zu 100 % anwesend. Das war etwas, was nur wenige Verstanden. Wie konnte jemand, der so gelassen wirkte noch so aufmerksam sein. Das war ein Mysterium, welches einen Cowboy umgab und es gab nur noch wenige wie Darian. Die wirklichen Cowboys starben aus und irgendwie war es schon traurig. Er Atmete tief durch und ließ sich Beccas Worte durch den Kopf gehen.

„Vielleicht hilft ihr das aber auch, nicht mehr in Schubladen zu denken und zu merken, das in einem Pferd mehr steckt, als man auf den ersten Blick vermutet“ meinte Darian und sah zu Becca. Er konnte es einfach nicht verstehen, dass manche Menschen so kurzsichtig dachten und ein Pferd nur nach seinem Aussehen beurteilten. Darian hatte schon oft erlebt, das ein Pferd von außen sehr unscheinbar wirkte, aber eine sehr gute Ausbildung und sehr viel Potential besaß, welches jedoch nicht gefordert wurde. So war es wohl auch bei Dan Roy. Er war ein guter Springer, doch dies sahen die wenigsten, weil er so unscheinbar wirkte. Bei Beccas Frage musste der Cowboy leicht schmunzeln. „Naja, das ein oder andere finde ich schon Reizvoll. Springen oder auch Galopprennen. Aber wenn man schon Jahrelang eine Reitweise reitet entscheidet man sich wohl nicht für etwas anderes, nur weil es einen Reitz“ meinte Darian leicht nachdenklich. „Und wie sieht es mit dir aus?“ Würde es dich Reizen, mal etwas anderes auszuprobieren?“ stellte er die Gegenfrage, ehe er den Blick wieder auf die Koppel richtete, und die Pferde beobachtete.

[Katzen | Gedanken | Gespräch mit Becca]
Nach oben Nach unten
Rebecca McKinley

avatar

BEITRÄGE : 196
ALTER : Ich kann auf 45 Jahre Lebenserfahrung zurückblicken und eben die weitergeben.
HERKUNFT : Die Stadt, die niemals schläft hat mich geprägt, aber nicht zu einer typischen New Yorkerin gemacht.
BERUF : Zusammen mit Lawrence leite ich den Hof als Stellvertretende Hofleiterin, davon abgesehen lehre ich Springreiten.

BeitragThema: Re: Hengstkoppeln   Sa 26 Sep 2015 - 18:31

„Katzen sind liebenswürdige, eigensinnige Geschöpfe. Und äußerst nützlich“, korrigierte Rebecca den Westernreitlehrer mit streng hochgezogenen Augenbrauen auf Darians Worte. Sie wusste, dass es nur sehr, sehr wenige Katzenbesitzer auf dem Hof gab, dafür aber umso mehr Hundebesitzer, doch sie liebte Snow White und ihre Artgenossen. Daher hätte sie auch noch einige Worte gegen Hunde im Vergleich zu Katzen äußern können, doch da sie wusste, wie sehr Darian seinen Basket liebte, schluckte sie sie herunter. Trotzdem würde sie nicht still sein, wenn er beschloss, das Thema weiter zu verfolgen. Kein Tier war sadistisch. Das traf allerhöchstens auf Menschen zu und selbst bei denen nur auf die wenigsten. In jedem Menschen steckte etwas Gutes, von Sadisten und Massenmördern vielleicht abgesehen. Und genau steckte auch in jedem tierischen Geschöpf eine gute Seele. Wenn dem nicht so sein sollte, dann war allerdings weder das Tier noch Mutter Natur Schuld. Damit ein Tier verkam, brauchte es immer einen Menschen, der diesen Prozess ins Rollen brachte.

Auf die Worte zu Ava und Dan Roy nickte sie versöhnlicher. Würde das nicht eintreten, hätten Lawrence und sie ihre Wahl schlecht getroffen und sich in Ava gewaltig getäuscht. Doch sie war sich sicher, dass die beiden zusammenfinden würde und – wer wusste schon – vielleicht sogar ein Turnier gemeinsam bestreiten können! Es würde Ava gut tun, sich so beweisen zu können, nachdem sie beim Februarturnier im letzten Jahr nicht hatte teilnehmen können.

„Du könntest es trotzdem ausprobieren. Die Vorkenntnis hast du ja und was würde es schaden? Oder fürchtest du eine Blamage in einem Englischsattel?“, horchte Becca trotzdem nach und stützte ihr Kinn in ihrer Handfläche. Sie wusste nicht genau, warum es ihr am Herzen lag oder sie interessierte, aber für manches brauchte man keine Gründe. Vielleicht war es auch einfach so, dass ihr Darians Leben zu einsam erschien, auch wenn dieser das sicherlich nicht so sah. Doch er könnte eine weitere Herausforderung neben seinen Pferden, dem Motorrad und Patrick Murray sicherlich gut vertragen. Und warum sollte das nicht eine andere Disziplin sein?
Oder lag es daran, dass sie, Rebecca, sich noch immer so unendlich gut fühlte? Ihr Leben hatte die bestmögliche Wendung genommen, seit sie und Lewis sich endlich zueinander bekannt hatten. Es war wie ein Märchen geworden und auf einmal schien alles möglich zu sein, jede Grenze zu verschwimmen.
„Ja. Ich würde sehr gern mehr ausprobieren. Galopprennen nicht unbedingt, obwohl ich einen gestreckten Galopp durchaus genieße. Aber ja... Westernreiten oder Freiheitsdressur würde ich sehr gern einmal ausprobieren, wenn ich etwas mehr Zeit habe“, gestand sie ihm freimütig und sehnsüchtig lächelnd.


[Darain | Gespräch]
Nach oben Nach unten
Gesponserte Inhalte




BeitragThema: Re: Hengstkoppeln   

Nach oben Nach unten
 
Hengstkoppeln
Vorheriges Thema anzeigen Nächstes Thema anzeigen Nach oben 
Seite 1 von 2Gehe zu Seite : 1, 2  Weiter

Befugnisse in diesem ForumSie können in diesem Forum nicht antworten
+Heaven Meadows Stable+ ::  :: » Umgebung :: » Koppeln-
Gehe zu:  

SISTERS: